Inhaltsverzeichnis
1. Begriff internationaler Konzern. 3
2. Der Controlling-Begriff im heterogenen internationalen Umfeld 3
3. Zur Begründung eines internationalen Konzerncontrollings 5
4. Die Funktionen des internationalen Konzerncontrollings. 6
5. Instrumente des internationalen Controllings. 9
6. Rechnungslegungsstandards. 13
7. Ergebnis und Ausblick der Arbeit 15
8. Literaturverzeichnis 16
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Wirtschaft und Unternehmen unterliegen seit geraumer Zeit einem Prozess des strukturellen Wandels. Durch die Beseitigung von Hemmnissen im Güter- und Kapitalverkehr sowie neue, durch den technischen Fortschritt geschaffene Informations-und Kommunikationstechnologien lassen die Weltwirtschaft zusammenwachsen. Der Internationalisierung der Märkte folgt eine Internationalisierung der Unternehmen, aus nationalen bzw. vorrangig im Landesinneren agierende Unternehmen werden „global player“. Diese Intensivierung des grenzüberschreitenden Geschäfts bedingt eine Weiterentwicklung des nationalen Controlling um eine multinationale Komponente. Ebenso erfordert die mit der Globalisierung verbundene Komplexitätssteigerung, Dynamik und netzwerkartige Verflechtung, eine erweiterte und informatorische Unterstützung der Unternehmen.
Die vorliegende Arbeit soll grundlegende Funktionen und Instrumente des internationalen Konzerncontrollings darstellen. Die dem Controlling in der Literatur zugesprochene Koordinationsfunktion macht es erforderlich auf Grundlage des angloamerikanischen Schrifttums eine Differenzierung gegenüber den originären Koordinationsmechanismen vorzunehmen. Das Konzerncontrolling wird motiviert durch sogenannte Störfaktoren die speziell bei international agierenden Konzernen auftreten.
Zuallererst wird der Begriff des internationalen Konzerns erläutert. Anschließend wird die Notwendigkeit speziell „internationalen“ Konzerncontrolling erklärt. Dort heraus folgt eine Darstellung der Funktionen eines internationalen Konzerncontrollings mit den zur Umsetzung notwendigen Instrumenten. Bei der Arbeit soll unter dem Aspekt des Umfangs bewusst das „internationale“ des Konzerncontrollings fokussiert werden.
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1. Begriff internationaler Konzern
Bei weiter Auslegung des Begriffs „Internationalität“ versteht man wenn ein Unternehmen wirtschaftliche Aktivitäten über die Landesgrenzen hinaus tätigt, d.h. eine fallweise Exporttätigkeit würde das Unternehmen bereits als international klassifizieren. Hierbei soll jedoch unter „international“ eine wesentlich engere Definition, welche die Nachhaltigkeit betont verwendet werden. Definitorisches Merkmal sind Direktinvestitionen im Ausland, somit setzt Internationalität zumindest eine rechtlich selbständige Vertriebs- oder Produktionsgesellschaft in einem Land außerhalb des Sitzes der Muttergesellschaft voraus.
Zum Begriff „Konzern“ gibt das Handelsgesetzbuch zwei wesentliche Merkmale. 1 Ein Konzern wird danach aus zwei oder mehreren rechtlich selbständigen Unternehmen gebildet. Konstituierendes Merkmal ist die einheitliche Leitung. Der Konzern wird betriebswirtschaftlich als Planungs-, Entscheidungs-, Steuerungs- und Kontrolleinheit gesehen. 2
2. Der Controlling-Begriff im heterogenen internationalen Umfeld
In der Literatur herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass die Controlling-Funktion „im Kern in der Koordination des Führungssystems“ 3 zu sehen ist. Nach Horvath 4 , dem Begründer dieser koordinationsorientierten Sicht, ist Controlling als ein führungsunterstützendes System zu verstehen, welches auf Planungs- und Kontrollsystem sowie das Informationsversorgungssystem ausgerichtet ist und diese systembildend und systemkoppelnd koordiniert. Dabei gibt es Aufgaben operativer und strategischer Natur. Ziel ist es, die Reaktions-, Anpassungs- und Koordinationsfähigkeit der Unternehmensführung und seiner Teilsysteme sicherzustellen und damit die Verwirklichung der Unternehmensziele zu ermöglichen. Koordination bedeutet dabei laufende Abstimmung von Einzelaktivitäten im Hinblick auf ein übergeordnetes Ziel. 5 Die Koordinationserfordernisse ergeben sich aus den wechselseitigen Abhängigkeiten im Zusammenwirken der Menschen, bzw. Teileinheiten, deren Handlungen auf ein gemeinsames Ziel auszurichten ist. Das akute Steuerungs- und Kontrollversagen in
1 vgl. § 290 HGB.
2 vgl. Scheffler, 1991, S. 19.
3 Küpper/Weber/Zünd, 1990, S. 283.
4 vgl. Horvath, 1996.
5 vgl. Küpper 1997, S. 89.
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komplexen Institutionen lässt sich neben Verhaltensproblemen und
Interessenunterschieden auf Abstimmungsschwierigkeiten zurückführen. Den Anpassungserfordernissen wird durch Einführung geeigneter interner Strukturen und ständiger Abstimmungsmaßnahmen innerhalb der Systemstrukturen entsprochen. Die dem Controlling zugesprochene Koordinationsaufgabe bezieht sich dabei ausschließlich auf die sekundäre Koordination. 6 Sie richtet sich folglich nicht auf den Leitungsvollzug selbst, dieser bleibt originäre Führungsaufgabe, sondern verbindet die einzelnen Subsysteme innerhalb des Führungssystems. Diese Verknüpfung erfolgt durch Verbesserung der Informationsbedingungen für die Führung. Eine generelle Orientierung der vom Controlling zu erfüllenden Informationsbedürfnisse für internationale Konzerne lassen sich schwer vorgeben denn dafür sind die Rahmenbedingungen zu heterogen. Diese unterscheiden sich zum Beispiel in folgenden Merkmalen: Stark voneinander abweichende Umwelten, insbesondere politische und rechtliche Rahmenbedingungen, geografische und kulturelle Distanz zur Muttergesellschaft, unterschiedliche Tätigkeitsbereiche und Verantwortlichkeiten innerhalb des Unternehmensverbundes (Produktionsstätten, Dienstleistungszentren), variierende Größe und strategische Bedeutung der Tochtergesellschaften usw. Diese Heterogenität der Ausgangsbedingungen erklärt die erforderliche Differenzierung von Controlling in internationalen Konzernen. Da die beeinflussenden Faktoren von Land zu Land verschiedene Ausprägungen aufweisen, sollten für jedes ausländische Tochterunternehmen unterschiedliche Anpassungsmaßnahmen im Hinblick auf die Behauptung in der jeweiligen Umwelt auf die Kompatibilität mit der Muttergesellschaft entwickelt werden. 7 Bevor das Controlling aber versucht, differenziert auf diese lokalen Gegebenheiten der Tochtergesellschaften einzugehen, ist zu überprüfen, ob nicht bereits im originären Führungssystem der individuellen Verhältnissen der
Auslandsgesellschaften entsprochen wird. Controlling als Instrument der Sekundärkoordination muss sich auf die dort Anwendung findenden originären Koordinationsformen beziehen.
6 vgl. Horvath, 1996, S. 119.
7 vgl. Ziener, 1985, S. 53.
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Arbeit zitieren:
Marvin Plümecke, 2003, Funktionen und Instrumente des Internationalen Konzerncontrollings, München, GRIN Verlag GmbH
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