Erziehungswissenschaftliche Fakultät der Christian-Albrechts Albrechts Universität zu Kiel
Proseminar: Einführung in die Entwicklungspsychologie
Verfasser: J. Altendorf Sommersemester 1998
Entwicklung der einzelnen Merkmale
Gliederung:
- 1. Einleitung Seite 2
- 2. Entwicklung der Geschlechtsidentität (Geschlechtskonstanz) Seite 2
- 3. Entwicklung von Konzepten der Geschlechterdifferenzierung-Geschlechtsrollenstereotype Seite 3
- 4. Entwicklung von Einstellungen zur Geschlechtstypisierung-Geschlechtsrollenpräferenzen Seite 5
- 5. Entwicklung geschlechtstypischen Verhaltens Seite 7
- 6. Fazit Seite 8
- 7. Literaturverzeichnis Seite 9
- Anhang Seite 10
1. Einleitung
In der folgenden Hausarbeit „Entwicklung der einzelnen Merkmale der Geschlechtstypisierung“ möchte ich aufzeigen wie sich geschlechtstypisches Verhalten entwickelt und wodurch dieses beeinflußt wird. Dabei gehe ich auch auf die Rolle der Gesellschaft ein, da Individuation immer in Wechselwirkung mit Sozialisation steht. Zunächst geht es darum wie Jungen und Mädchen ihre Geschlechtsidentität entwickeln. Dies beinhaltet die Erkenntnis, daß das eigene Geschlecht konstant ist und daß es überhaupt zwei verschiedene Geschlechter gibt.
Im zweiten Abschnitt setze ich mich damit auseinander, wie sich Geschlechtsrollenstereotype bilden, entwickeln und ausprägen und welche Rolle dabei das soziale Umfeld und die Umwelt spielt
Danach stelle ich dar, wie die eigene und auch die andere Geschlechtsrolle bewertet wird. Dabei gehe ich auf die Unterschiede bei der Geschlechtsrollenpräferenz zwischen Jungen und Mädchen ein.
Schließlich untersuche ich die Entwicklung geschlechtstypischen Verhaltens. Dies geschieht durch ein Analyse des Spielverhaltens der Kinder.
2. Entwicklung der Geschlechtsidentität (Geschlechtskonstanz)
Die Geschlechtskonstanz „beinhaltet die überdauernde Selbstwahrnehmung als männlich oder weiblich“ (Trautner; S.335). Dabei wird zwischen einer globalen und einer inhaltlich umschriebenen Geschlechtsidentität unterschieden. Während sich letztere mit der Art und dem Grad „der Selbstzuschreibung männlicher oder weiblicher Merkmale“ beschäftigt, geht es bei der globalen Geschlechtsidentität um die „bloße Selbstkategorisierung als männlich oder weiblich“ (ebd.) Die Entwicklungspsychologie beschäftigt sich vor allem mit der globalen Geschlechtsidentität, wobei der Aspekt der Selbstkonstanz als Schwerpunkt behandelt wird.
„Die Geschlechtszugehörigkeit eines Individuums ist, von den seltenen Fällen einer operativen Geschlechtsumwandlung abgesehen, ein unveränderliches, über die gesamte Lebensspanne beibehaltenes Merkmal“ (ebd.; S.336). Homosexualität und Transvestismus gelten nicht als Veränderung der Geschlechtszugehörigkeit der betreffenden Personen.
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Nach Kohlberg lassen sich drei Stufen der Geschlechtskonstanzentwicklung festmachen:
- 1. Stufe: Mit zwei bis drei Jahren können die Kinder sich und andere dem richtigen Geschlecht zuordnen (Identität).
- 2. Stufe: In der nächsten Stufe erkennen die Kinder die Konstanz der Geschlechtszugehörigkeit in Vergangenheit und Zukunft (Stabilität). Dennoch denken viele Kinder, daß „der Wunsch dem anderen Geschlecht anzugehören, erfüllbar ist“ (ebd.).
- 3. Stufe: Erst in der dritten Stufe mit etwa sechs Jahren, realisieren die Kinder die Invarianz (Konstanz) des Geschlechts und können sich und andere auch bei Verkleidungen und Rollenspielen, eindeutig dem richtigen Geschlecht zuordnen. Bei einigen Kindern wird diese Stufe erst mit Ende des Grundschulalters erreicht.
Zum Verständnis der Geschlechtskonstanz sind zwei kognitive Leistungen nötig:
- 1. Die Unterscheidung zwischen (vorübergehender) äußerer Erscheinungsform(z.B. Verkleidung) und (bleibender) erschlossener Wirklichkeit.
- 2. Die Erkenntnis der biologischen (genitalen) Grundlage der Geschlechtszugehörigkeit und ihrer Invarianz (Unveränderlichkeit).
Also ist die „Fähigkeit zur Unterscheidung von Aussehen und Wirklichkeit“ (ebd.; S.337) eine notwendige kognitive Voraussetzung für das Geschlechtskonstanzerkennen.
3. Entwicklung von Konzepten der Geschlechterdifferenzierung-Geschlechtsrollenstereotype
„Konzepte der Geschlechterdifferenzierung beinhalten Vorstellungen darüber, in welchen Merkmalen bzw. Merkmalsausprägungen sich die beiden Geschlechter unterscheiden“ (ebd.; S.338).
Dabei wird von der Geschlechtsgruppe und nicht von individuellen Merkmalen einer Person ausgegangen. Daher spricht man von Geschlechter- oder Geschlechtsrollenstereotypen. Um Geschlechtsrollenstereotype zu erfassen, werden den Versuchspersonen Merkmale gezeigt, die sie dann dem aus ihrer Sicht passenden Geschlecht zuordnen sollen.
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Arbeit zitieren:
Jan Altendorf, 1998, Entwicklung der einzelnen Merkmale der Geschlechtstypisierung, München, GRIN Verlag GmbH
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