Großsteingrab (Polygonalydolmen) Brutkamp in Albersdorf (Kreis Dithmarschen) in Schleswig-Holstein. Er wird auch als Opferstein bezeichnet. Der Brutkamp besteht aus fünf Trägersteinen und einem einzigen für diesen Typ charakteristischen, übergroßen Deckstein.
Der Deckstein hat einen Umfang von knapp neun Metern und ein Gewicht von schätzungsweise 23 Tonnen. Laut Überlieferung beruht der Name Brutkamp darauf, dass sich Jungvermählte am Stein trafen, um der nordischen Göttin Freya zu huldigen und reichen Kindersegen zu erbitten. Er ziert das Wappen von Albersdorf. Zeichnung des deutschen Malers Julius Fürst (1861-1938) um 1895
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Großsteingrab beim Ortsteil Bockholm (auch Steenhy genannt) der Gemeinde Glücksburg (Kreis Schleswig-Flensburg) in Schleswig-Holstein. Länge etwa 60 Meter, Breite etwa 10 Meter. Dabei handelt es sich um ein so genanntes Hünenbett (auch Hünengrab oder Riesensteingrab). Zeichnungen von Pastor Diederich Harries um 1837/1838
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Widmung
Dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz (RGZM) gewidmet, in dessen Bibliothek ich jahrelang arbeiten durfte
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Polnischer Prähistoriker
Konrad Jazdzewski (1908-1985)
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Die Trichterbecher-Kultur
Unter dem Einfluss bäuerlicher Kulturen aus dem südlichen Mitteleuropa entstand in dem riesigen Gebiet zwischen der Ukraine und dem östlichen Holland die Trichterbecher-Kultur. Der Begriff Trichterbecher-Kultur wurde 1930 von dem polnischen Prähistoriker
Konrad Jazdzewski (1908-1985) aus Lodz geprägt. Älter ist die Bezeichnung Trichterrandbecher, die schon vor dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) aufkam. Der Name der Kultur fußt auf dem charakteristischen mittelgroßen Gefäß mit trichterförmigem Hals, dem so genannten Trichterbecher.
Genaugenommen ist der Ausdruck Trichterbecher-Kultur ein Begriff, unter dem mehrere Kulturen zusammengefasst werden, für die der Besitz von Trichterbechern kennzeichnend ist. 1 Deshalb spricht man auch von Trichterbecher-Kulturen und ordnet diesen verschiedene Zweige zu. Einer der ältesten davon ist die nordwestdeutsche Trichterbecher-Kultur, die von etwa 4.300 bis 3.000 v. Chr. in Schleswig-Holstein, im nördlichen Niedersachsen sowie in Mecklenburg-Vorpommern verbreitet war.
Die nordwestdeutsche Trichterbecher-Kultur lässt sich nach dem Fundgut in verschiedene Kulturgruppen gliedern. Die älteste davon ist die Rosenhof-Gruppe 2 mit dem namengebenden Fundort Rosenhof bei Dahme (Kreis Ostholstein). Weitere Gruppen sind die Satrup-Gruppe 3 (nach Satrup, Kreis Schleswig-
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Großsteingrab Damerow 2 in der Gemeinde Sassen-Trantow südwestlich von Greifswald (Kreis Demmin) in Mecklenburg-Vorpommern. Dabei handelt es sich um einen Großdolmen mit neun Tragsteinen und vier Decksteinen, von denen einer halbiert und mit Schälchen versehen ist. In der Nähe liegen das Großsteingrab Damerow 1 und der erweiterte Dolmen von Damerow.
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Flensburg), die Fuchsberg-Gruppe 4 (nach Fuchsberg bei Satrup, Kreis Schleswig-Flensburg), die Troldebjerg-Gruppe 5 (nach Troldebjerg auf der dänischen Insel Lan-geland), die Klintebakken-Gruppe 6 (nach Klintebakken in Dänemark) und die Curslack-Gruppe 7 (nach Curslack bei Boberg, unweit von Hamburg). Auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung (etwa um 3.400 v. Chr.) übernahmen die Menschen der Trichterbecher-Kultur die vermutlich in den Küstengebieten Westeuropa entstandenen monumentalen Großsteingräber (die so genannten Megalithgräber). Diese Großsteingräber sind demnach eine jüngere Erscheinung der Trichterbecher-Kultur. Die nordwestdeutsche Trichterbecher-Kultur fiel teilweise noch in das Atlantikum, überwiegend dann jedoch ins Subboreal. Im Atlantikum (etwa 5.800 bis 3.800 v. Chr.) herrschte in Europa ein vom Wettergeschehen des Atlantischen Ozeans (daher der Name Atlantikum) bestimmtes niederschlagsreiches und warmes Klima. Damals dominierte der Eichenmischwald mit Eichen, Ahorn, Eschen, Linden um Ulmen. Um 3.800 v. Chr. folgte das Subboreal, das als eine Zeit des Übergangs gilt, in der in Europa gebietsweise Eichenmischwälder, aber auch Buchen-, Buchen-Tannen- oder reine Fichtenwälder wuchsen. In der Anfangszeit dieses Abschnittes, der bis 800 v. Chr. währte, setzte im nördlichen Europa der Rückgang der Ulmen ein.
Um 4.000 v. Chr. lag der Meerespiegel im Nordseebereich etwa vier bis fünf Meter niedriger als heute
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Hecht (oben) und Flussbarsch (unten) lebten zur Zeit der Trichterbecher-Kultur im Dümmer, dem zweitgrößten See in Niedersachsen.
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und derjenige im Ostseebereich mehr als zwei Meter tiefer. Das niedersächsische Flachland wurde weithin von Eichenmischwäldern bedeckt, die je nach Bodenart unterschiedlich zusammengesetzt waren. Auf sandigen Böden wuchsen außer Eichen auch Birken und Ebereschen. Auf besseren Böden gediehen neben Eichen anspruchsvollere Laubwälder wie Linden, Ulmen und Ahorn, vereinzelt Buchen. Nadelhölzer spielten kaum eine Rolle.
Wie die Funde belegen, lebten im Dümmer, dem zweitgrößten See Niedersachsens, Hechte, Flussbarsche, Schleien, Flussaale, Kaulbarsche und Brachsen. An diesem See existierte auch eine artenreiche Vogelwelt. Es gab Haubentaucher, Krauskopfpelikane, Fischreiher, Rohrdommeln, Stock-, Schnatter- und Knäkenten, Gänsesäger mit einem sägeartig gezähnten Schnabel, Zwergsäger, Rotmilane, Habichte, Teich- und Blässhühner, Kiebitze, Kormorane, Störche, Höckerschwäne, Graugänse, Fisch- und Seeadler, Wanderfalken und Kraniche, die sich an diesem See nicht nur kurzweilig aufhielten. In den Wäldern Norddeutschlands lebten damals Auerochsen, Rothirsche, Elche, Wildschweine, Braunbären, Wildkatzen, Wölfe und Füchse. Viele Seen wurden von Bibern bewohnt.
Aus den Untersuchungen der menschlichen Skelettreste von Sorsum (Kreis Hildesheim) in Niedersachsen und anderen Gräbern aus dieser Zeit geht hervor, dass die männlichen Trichterbecher-Leute zwischen 1,68 und 1,75 Meter, die weiblichen maximal 1,65 Meter groß waren. Die in Sorsum und Bredelem (Kreis Goslar) in
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Zur Vogelwelt am Dümmer
gehörte der Rotmilan (Milvus milvus)
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Am Dümmer
jagte der Seeadler (Haliaeetus albicilla)
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In Norddeutschland lebten zur Zeit der Trichterbecher-Kultur
Auerochsen und Braunbären
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Niedersachsen bestatteten Menschen hatten relativ lange und hohe Hirnschädel, wie man sie heute in Deutschland nur noch selten sieht. Wegen der niedrigen Augenhöhlen wirkt das Gesicht jedoch trotzdem breit und derb. Die stark ausgeprägten Muskelmarken am Oberarm- und Oberschenkelknochen verweisen darauf, dass die Trichterbecher-Leute im Verhältnis zu ihrer Körpergröße merklich kräftiger als durchschnittliche jetzige Mitteleuropäer waren. Ungewöhnlich war auch, dass ihre oberen Schneidezähne nicht wie bei den heutigen Mitteleuropäern vor den unteren Schneidezähnen standen, sondern genau aufeinander passten. Dieses Merkmal wird Aufbiss oder Zangenbiss genannt.
Das Durchschnittsalter der in Sorsum beerdigten erwachsenen Männer der Trichterbecher-Kultur lag bei etwa 36 Jahren, das der erwachsenen Frauen bei etwa 34 Jahren. Dass die Lebenserwartung der Trichterbecher-Leute gering war, demonstrierten auch die Bestattungen im Großsteingrab von Alt Reddewitz auf der Ostseeinsel Rügen. Nur drei der insgesamt 17 dort zur letzten Ruhe gebetteten Menschen erreichte das Erwachsenenalter.
In Alt Reddewitz und an zahlreichen anderen Bestattungsplätzen konnte man an den Ober- und Unterkiefern mehrfach Spuren einer eitrigen Wurzelhautentzündung sowie an Kieferfragmenten Spuren entzündlicher Prozesse feststellen. Manche Extremitätenknochen sind an den Enden verkrümmt oder verdickt, was auf eine in der Jugend durchgemach-
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te Rachitis hindeutet. An Wirbeln und Extremitätengelenken befanden sich Knochenwucherungen, die durch chronische oder infektiöse Arthritis entstanden waren. Vereinzelt beobachtete man am unteren Ende des Schienbeins die so genannte „Hockerfacette“ oder die Abknickung des Schienbeinkopfes nach hinten (Retroversion), die häufiges Hocken auf den Fersen verraten.
Mitunter konnten Anthropologen bei der Untersuchung von Bestattungen auch Unglücksfälle oder Überfälle nachweisen. So hatte sich ein auf der Insel Liepse im Krakower See (Kreis Güstrow) in Mecklenburg bestatteter Mensch zu Lebzeiten sämtliche Rippen und ein Bein gebrochen. Er muss zeitweise unter großen Schmerzen gelitten haben. Die gebrochenen Knochen sind wieder zusammengewachsen und der Betroffene hat den Unfall überlebt. Vermutlich ist er bis zu seiner Genesung gepflegt worden. Aus Henglarn (Kreis Paderborn) in Westfalen kennt man einen gut verlaufenen Unterkieferbruch. In einigen Gräbern der nordwestdeutschen Trichterbecher-Kultur stieß man auf Männerschädel mit einer runden Öffnung auf dem Schädeldach, die von Schädeloperationen (Trepanationen) stammen. In diesen Fällen hatte ein Heilkundiger einem Verletzten, Schwerkranken oder Geisteskranken mit einem steinernen Werkzeug ein wenige Zentimeter großes Loch in den Schädelknochen geschabt. Diese „Chirurgen“ besaßen offenbar große Erfahrung, weil die meisten Operierten den gefährlichen Eingriff
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Bild oben: Schädeloperationen (so genannte Trepanationen) waren bei etlichen Kulturen der Jungsteinzeit üblich. Zeichnung von Fritz Wendler (1941-1995) für das Buch „Deutschland in der Steinzeit“ (1991) von Ernst Probst
Bild auf Seite 21: Schädeloperation im Mittelalter. Gemälde „Die Steinoperation“ (auch „Das Steinschneiden“, „Die Heilung des Wahnsinns“ oder „Entfernung des Wahnsinnsteins“) des niederländischen Malers und Zeichners Hieronymus Bosch (etwa 1450-1516) zwischen 1488 und 1516
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Ausgrabung im Huntedorf bei Lembrock (Kreis Grafschaft Diepholz) in Niedersachsen am Ufer des Flusses Hunte unweit des Dümmer, des zweitgrößten Sees in Niedersachsen
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überstanden. Je eine Trepanation wurde in Sorsum, außerdem in Nebel auf der Nordseeinsel Amrum (Kreis Nordfriesland) und in Serrahn (Kreis Güstrow) in Mecklenburg nachgewiesen. Aus Sorsum kennt man auch einen Frauenschädel mit einer Fraktur, die operativ behandelt worden ist.
Die Trichterbecher-Leute waren sesshafte Ackerbauern und Viehzüchter, die neben Landschaften mit fruchtbaren Böden auch weniger ertragreiche Gebiete besiedelten. Die meisten, größten und reichsten Siedlungen befanden sich jedoch in Landstrichen, die sich besonders gut für den Ackerbau eigneten. Neben unbefestigten Siedlungen gab es auch befestigte auf Anhöhen oder vom Wasser umgebenen Gelände, die mit Gräben, Wällen und Palisaden geschützt wurden. Solche „Burgen“ gab es auch in anderen Kulturen der Jungsteinzeit. Bei der Wahl eines Siedlungsstandortes wusste man häufig die Nähe eines Gewässers - Bach, Fluss oder See - zu schätzen. So lag das so genannte Huntedorf bei Lembrock (Kreis Grafschaft Diepholz) in Niedersachsen am Ufer des Flusses Hunte unweit des Dümmer. Diese Siedlung wurde 1938 bis 1941 durch den Berliner Prähistoriker Hans Reinerth (1900-1990) ausgegraben und nach dem Fluss, an dem sie sich einst erstreckte, als Hunte 1 bezeichnet. Angeblich sollen dort dicht beieinander etwa 40 Häuser gestanden haben. Diese hohe Zahl sowie andere Befunde werden heute bezweifelt, da bei den Ausgrabungen Funde aus verschiedenen Zeiten nicht oder unzureichend auseinandergehalten wurden.
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Wahrscheinlich stammen nur vier Häuser aus der Jungsteinzeit.
Eine weitere Siedlung am Dümmer hatte man direkt am Südufer dieses Sees errichtet. Die Reste davon wurden von 1961 bis 1977 bei mehreren Ausgrabungen durch den Prähistoriker Jürgen Deichmüller aus Hannover untersucht, der feststellte, dass auf diesem Platz schon Angehörige der Ertebölle-Ellerbek-Kultur (etwa 5.000 bis 4.300 v. Chr.) gewohnt hatten. Jene Kultur ist nach den Fundorten Ertebölle im Limfjord bei Aalborg in Dänemark und Kiel-Ellerbek auf dem Ostufer der Kieler Förde in Schlewig-Holstein benannt. Im Brennermoor bei Oldesloe (Kreis Stormarn), Heidmoor (Kreis Segeberg) und im Satruper Moor (Kreis Schleswig-Flensburg) - alle in Schleswig-Holstein gelegen - entdeckte man Siedlungen der Trichterbecher-Kultur auf kleinen Anhöhen im Moor. Die Dörfer im Brennermoor und im Heidmoor sind an einem kleinen See bzw. einem Wasserlauf angelegt worden. Zur Siedlung auf dem Fuchsberg im Satruper Moor gehörte ein Teich von etwa 32 x 12 Meter Größe. Die Bewohner der Siedlung auf der 40 x 30 Meter großen Erhebung im Heidmoor konnten inmitten des sumpfigen, mit Schilf bewachsenen Gebietes weder Ackerbau noch Viehzucht betreiben. Die Äcker und Viehweiden dürften daher in einer Entfernung von etwa einem Kilometer auf dem festen Land gelegen haben. Zu den auf Anhöhen errichteten Siedlungen der Trichterbecher-Leute gehören auch zwei Siedlungen auf dem nur 77 Meter hohen Lührsberg bei Dohnsen (Kreis
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Celle) in Niedersachsen. Eine davon lag am südöstlichen Rand des Lührsberges in der Gemarkung Beckedorf, die andere etwa 150 Meter davon entfernt auf dem südwestlichen Teil des Berges in der Gemarkung Dohnsen. Letztere wurde 1936 durch den Landwirt und Heimatforscher Hans Piesker (1894-1977) untersucht, wobei er Pfostengruben und Siedlungsspuren entdeckte.
Vielleicht befand sich auch am Fuße des Eisenberges bei Hassel südöstlich von St. Ingbert (Saar-Pfalz-Kreis) im Saarland eine Siedlung der Trichterbecher-Leute. Allerdings liegt dieser Platz, auf dem der Heimatforscher Jakob Bauer (1895-1977) einige Keramikreste der Trichterbecher-Kultur auslas, weit außerhalb des Verbreitungsgebietes dieser Kultur. Untersucht wurde diese Fundstelle 1978 durch den Saarbrückener Prähistoriker Jan Lichardus. Dass die Trichterbecher-Leute auf Anhöhen sogar stark befestigte Siedlungen erbauten, demonstriert vor allem die Ansiedlung von Büdelsdorf 8 (Kreis Rendsburg-Eckernförde) in Schleswig-Holstein. Diese befestigte Anlage wurde auf einer Anhöhe errichtet, die in einer Flussschlinge der Eider liegt. Der von Wasser umgebene Felssporn fällt auf drei Seiten bis zu 20 Meter steil ab. Auf der vierten, weder durch einen Steilhang noch durch Wasser geschützten Seite wurde der Zugang mit vier Gräben von 300 Meter Länge, bis zu 4 Meter Breite und maximal 2 Meter Tiefe geschützt. Hinter jedem dieser Gräben bildete eine Palisade ein weiteres Hindernis. Die Gräben und die Palisaden wurden durch
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Befestigte Siedlung aus der Zeit der Wartberg-Gruppe (etwa 3.500 bis 2.800 v. Chr.)
bei Wittelsberg im Ebstorfergrund östlich von Marburg in Hessen. Die Wartberg-Gruppe war zeitweise ein südlicher Nachbar der nordwestdeutschen Trichterbecher-Kultur. Zwei Gräben sowie Wälle und Bastionen schützten die Bewohner der Anlage vor Angreifern. Die Rekonstruktion dieser befestigten Siedlung basiert auf den Ausgrabungbefunden des Marburger Prähistorikers Lutz Fiedler. Zeichnung des Malers Fritz Wendler (1941-1995) für das Buch „Deutschland in Steinzeit“ (1991) von Ernst Probst.
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zahlreiche Durchlässe unterbrochen. Dieses tief gestaffelte, unter großem Arbeitsaufwand geschaffene Befestigungssystem verweist darauf, dass man mit Überfällen rechnen musste. Nach den Keramikfunden wird die befestigte Siedlung von Büdelsdorf in die Troldebjerg-Gruppe datiert. Reste einer Befestigungsanlage kennt man auch von Walstorf (Kreis Uelzen) in Niedersachsen. Die bisher bekannten Hausgrundrisse aus den Siedlungen der Trichterbecher-Kultur in Deutschland stammen von Gebäuden mit einer Länge bis zu 16 Metern, die meist in mehrere Räume aufgeteilt waren. Einen vom Üblichen abweichenden Grundriss besaß ein Haus auf dem Schwarzen Berg bei Wittenwater 9 (Kreis Uelzen) in Niedersachsen. Dieses 15,60 Meter lange und 6 Meter breite Gebäude war im Gegensatz zu den meisten Häusern der Trichterbecher-Kultur an beiden Schmalseiten bogenförmig gestaltet. Das Innere wurde durch querlaufende Pfostenreihen zweimal unterteilt. Es gab also insgesamt drei Räume, von denen der mittlere mit einer Herdstelle ausgestattet war. Etwa einen Meter südlich des Hauses stieß man auf vier Pfostengruben, die ein Quadrat von jeweils 1,60 Meter Seitenlänge bildeten und einen Mittelpfosten umgaben. Vielleicht handelte es sich hierbei um einen Getreidespeicher. Etwa fünf Meter davon entfernt wies man zwei weitere Pfostengruben mit einem Abstand von 1,20 Meter nach, zwischen denen ein beschädigter Mahlstein zum Vorschein kam. Eventuell dienten diese Pfosten als Teil eines Regen- oder Windschutzes, unter
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Ernst Probst, 2011, Das Rätsel der Großsteingräber, München, GRIN Verlag GmbH
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