Universität Trier Fachbereich II - Anglistik
Proseminar: „Zielsprachliche Alltags- und Medienkultur“
Zeitschriften
A. Frauenzeitschriften im Mittelpunkt
Wer sich an einem Kiosk schon einmal genauer umgesehen hat, der stellt fest, daß die deutsche Zeitschriftenlandschaft sehr ausgeprägt und bunt ist. Die Leser stehen vor einer schier unendlich großen Auswahl an Magazinen. Die Qual der Wahl ist selbst in Fachgebieten groß, denn in fast jedem Bereich werden Zeitschriften angeboten. Dabei hat jede Zeitschrift ihren eigenen, exklusiven Charakter, und wendet sich mit der behandelten Thematik an eine ganz bestimmte Zielgruppe.
Bereits im Vorfeld habe ich mich im Zuge meines Referates mit dieser Materie beschäftigt, so daß ich in diesem Zusammenhang auch mein eigenes Leseverhalten genauer unter die Lupe genommen habe. Dabei ist mir aufgefallen, daß ich selbst hauptsächlich die klassischen Frauenzeitschriften als Lektüre bevorzuge. Wahrscheinlich geht es vielen Menschen - vor allen Dingen wohl Frauen - in dieser Hinsicht ähnlich wie mir. Doch viele betrachten die Zeitschrift nur als Zeitvertreib, blättern darin herum und legen sie weg. Deshalb möchte ich in dieser Hausarbeit die Ziele und den Aufbau einer Zeitschrift am Beispiel der Cosmopolitan untersuchen. Als Anglistik-Studentin lege ich auch Wert darauf, daß ein gewisser Bezug zum „Zielsprachen-Land“ hergestellt wird. Aus diesem Grund lege ich meiner Arbeit die britische Ausgabe der Cosmopolitan zugrunde und hoffe, den Hintergrund einer Zeitschrift so anschaulich und nachvollziehbar zu erforschen.
B. Z ZE EITSCHRIFTEN B
I. Intentionen einer Zeitschrift
Die Absichten einer Zeitschrift sind sehr vielfältig und die jeweilige Akzentsetzung wechselt selbstverständlich von Blatt zu Blatt, je nach Thematik und Zielgruppe. Dennoch lassen sich fünf Intentionen 1 eines Magazins klar herausstellen. Die Zeitschrift soll dem Leser nähere Informationen zu einer Thematik anbieten. Viele Menschen wollen sich in ihrer Freizeit bilden und wissen dabei Magazine als zuverlässige Informationsquelle zu schätzen. Die Art der Auskunft umfaßt eine große Spannweite, denn der Begriff „Information“ ist weit dehnbar und kann unterschiedlichst ausgelegt werden. Eine Berichterstattung über Pilzkulturen im Tropischen Regenwald liefert beispielsweise ebenso
1 Nach: The Magazine: From Cover to Cover.
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Informationen wie eine Leserumfrage zum Thema Todesstrafe, oder eine bloße Bestelladresse für einen Lederimitatrock. Darüber hinaus bieten manche Zeitschriften („Fachzeitschriften“) für einen eingegrenzten Leserkreis fachspezifische Berichte und Orientierungshilfen an. Die Hefte „Meine Familie und ich“ beschäftigen sich zum Beispiel ausschließlich mit dem Thema Kochen, und bieten neue Rezepte an.
Neben der Übermittlung von Informationen hat ein Magazin die Absicht, seine Leser an die Hand zu nehmen und ihnen Interpretationshilfen anzubieten. Dies kann zum Beispiel durch eine ausführliche Background-Story geschehen. Mit einem hohen Grad an Hintergrundwissen ist der Leser eher fähig, sich ein umfassendes, gerechtes Urteil zu bilden. Er kann Sachverhalte auf diese Art und Weise besser einschätzen und einordnen. Auch das Vorwort, Kolumnen, Kommentare und selbst Glossen können bei der Meinungsbildung unterstützen. Hier lernt der Leser unter Umständen ein sonst vielleicht nur einseitig beleuchtetes Thema von einem anderen Standpunkt aus kennen. Oder er wird dazu angestachelt, das Geschriebene zu hinterfragen und sich eigene Gedanken zu machen. Natürlich gehören zu einer erfolgreichen Zeitschrift mehr als nur pure Bildungselemente. Der Leser will sich auch amüsieren und das Heft mit Freude durcharbeiten. Deshalb mißt jedes Blatt dem Aspekt der Unterhaltung gebührend Raum bei. Schließlich „opfert“ der Leser einen Teil seiner Freizeit für die Zeitschrift, und will neben Fakten und Trends auch ein wenig Spaß und Entspannung finden. Unterhaltend können schon ein witziger Artikel in aufgelockertem Stil, oder eine herrlich-bissige Glosse sein. Zu dem Hauptfeld der Unterhaltung zählen in den meisten Fällen jedoch wohl Cartoons, Witze, Preisausschreiben und Rätsel. Jedes Individuum hat dessen ungeachtet eine eigene Auffassung davon, was für ihn persönlich „Entertainment“ ist.
Auch ein wichtiger Punkt ist für Zeitschriften die Beratung der Leser. Wie unter „Ratgeber“ (III. 2. d)) näher erläutert wird, ist das Spektrum an anweisenden und Hilfestellungen leistenden Service-Seiten („provide service“) gewaltig. Viele Leser wissen diese Angebote zu schätzen; darum ist die Verantwortung der Redaktion hier besonders groß.
II. Kurze Information über die Zeitschrift Cosmopolitan
Schon das Titelblatt der Cosmopolitan läßt Schlußfolgerungen bezüglich der Zeitschrift selbst, und somit auch der Leser, zu. „Weltbürgerlich“ sollen viele , auch internationale Themen angeschnitten werden. Für das Angebot gilt die goldene Regel: Alles aus und für den Blickwinkel junger Frauen. Diese Zielgruppe wird auf dem Cover explizit angesprochen:
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Arbeit zitieren:
Simone Conen, 2001, Zeitschriften, München, GRIN Verlag GmbH
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