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Hausarbeit, 2001, 15 Seiten
Autor: Arthur Benisch
Fach: Kunst - Architektur, Baugeschichte, Denkmalpflege
Details
Institution/Hochschule: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Kunsthistorisches Institut)
Tags: Vespasiano Gonzaga, Idealstädte, Architektur, Italien, Spanien
Jahr: 2001
Seiten: 15
Note: 2
Literaturverzeichnis: ~ 6 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-11080-8
ISBN (Buch): 978-3-638-77698-1
Dateigröße: 290 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Sabbioneta wird als herausragendes Bespiel für die Stadtbaukunst des 16. Jahrhunderts angesehen, das sich heute noch fast in Originalzustand befindet. Die Stadt wurde zwischen 1554 und 1591 von Vespasiano Gonzaga, einem Herzog aus einem oberitalienischen Fürstengeschlecht, nach und nach zu einer Residenzstadt ausgebaut und umgebaut. Jedoch heute ist sehr wenig von dem Charakter einer Residenzstadt übrig geblieben, denn nach dem Tod des Stadtgründers verlor die Stadt immer mehr an Bedeutung, und heute wird Sabbioneta durch eine dörfliche Atmosphäre beherrscht. Die Informationen über die Planungsphasen von Sabbioneta sowie über den Architekten und Planer dieser Stadt sind heute äußerst lückenhaft, da es an verlässlichen und aussagekräftigen Originalplänen und Dokumenten fehlt. Die wichtigen Dokumente und Pläne fielen höchstwahrscheinlich im 19. Jahrhundert einem Feuer bei einem Brand des Hausarchivs von Vespasiano Gonzaga in Bozzolo zu Opfer. Die wenigen Rückschlüsse, die man auf die Planung der Stadt ziehen kann, beruhen auf den Biografien über Vespasiano, denn die Rekonstruktion der Baugeschichte hängt sehr stark mit seinem Leben zusammen. Giulio Faroldi schrieb über Vespasiano kurz nach dessen Tod eine Biografie unter dem Titel: “Vita di Vespasiano Gonzaga Colonna, Duca di Sabbioneta”, und lieferte damit sehr wichtige Informationen über die Baugeschichte von Sabbioneta. Auch in der 1780 veröffentlichten Biografie von Ireneo Affò werden viele Dokumente aus dem Archiv von Vespasiano zitiert. Den Spekulationen über den Planer und Architekten der Stadt zufolge, die auf den Biografien von Vespasiano basieren, war Vespasiano selbst nicht nur der Stifter, sondern auch der Entwerfer der Stadtstruktur. Allerdings sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass solch ein Entwurf ohne jegliche Sachkenntnisse über die Baukunst und die Stadtplanung nicht geleistet werden konnte. Daher liegt es nahe, dass bei den Entwürfen Architekten und Ingenieure zu Rate gezogen werden mussten. Eine andere Möglichkeit wäre, dass Vespasiano im Laufe seiner Reisen durch halb Europa sowie durch sein Interesse an den ständig neuen Entwicklungen der Baukunst zu einem Wissen gekommen ist, das so ein Entwurf erlaubt hätte.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Heidelberg
Kunsthistorisches Institut
Europäische Abteilung
WS 2000/2001
Seminar: Die Städte der Karibik:
Geschichte, Architektur, Landschaft
von
Referent: Arthur Benisch
Thema:
Sabbioneta und die spanischen Erfahrungen Gonzagas
| Inhaltsverzeichnis 1. Sabbioneta: eine Idealstadt von Vespasiano Gonzaga. 3 2. Die Weltanschauung zur Zeit Vespasiano Gonzagas. 5 3. Vespasiano Gonzaga und seine Erfahrungen in Spanien. 7 4. Architektonische Kenntnisse von Vespasiano Gonzaga. 8 5. Die Entstehung von Sabbioneta. 9 6. Idealstädte und Utopie. 13 7. Quellen und weiterführende Literatur. 15 |
1. Sabbioneta: eine Idealstadt von Vespasiano Gonzaga.
Sabbioneta wird als herausragendes Bespiel für die Stadtbaukunst des 16. Jahrhunderts angesehen, das sich heute noch fast in Originalzustand befindet. Die Stadt wurde zwischen 1554 und 1591 von Vespasiano Gonzaga, einem Herzog aus einem oberitalienischen Fürstengeschlecht, nach und nach zu einer Residenzstadt ausgebaut und umgebaut. Jedoch heute ist sehr wenig von dem Charakter einer Residenzstadt übrig geblieben, denn nach dem Tod des Stadtgründers verlor die Stadt immer mehr an Bedeutung, und heute wird Sabbioneta durch eine dörfliche Atmosphäre beherrscht. Die Informationen über die Planungsphasen von Sabbioneta sowie über den Architekten und Planer dieser Stadt sind heute äußerst lückenhaft, da es an verlässlichen und aussagekräftigen Originalplänen und Dokumenten fehlt. Die wichtigen Dokumente und Pläne fielen höchstwahrscheinlich im 19. Jahrhundert einem Feuer bei einem Brand des Hausarchivs von Vespasiano Gonzaga in Bozzolo zu Opfer.
Die wenigen Rückschlüsse, die man auf die Planung der Stadt ziehen kann, beruhen auf den Biografien über Vespasiano, denn die Rekonstruktion der Baugeschichte hängt sehr stark mit seinem Leben zusammen.
Giulio Faroldi schrieb über Vespasiano kurz nach dessen Tod eine Biografie unter dem Titel: "Vita di Vespasiano Gonzaga Colonna, Duca di Sabbioneta", und lieferte damit sehr wichtige Informationen über die Baugeschichte von Sabbioneta. Auch in der 1780 veröffentlichten Biografie von Ireneo Affò werden viele Dokumente aus dem Archiv von Vespasiano zitiert.
Den Spekulationen über den Planer und Architekten der Stadt zufolge, die auf den Biografien von Vespasiano basieren, war Vespasiano selbst nicht nur der Stifter, sondern auch der Entwerfer der Stadtstruktur.
Allerdings sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass solch ein Entwurf ohne jegliche Sachkenntnisse über die Baukunst und die Stadtplanung nicht geleistet werden konnte. Daher liegt es nahe, dass bei den Entwürfen Architekten und Ingenieure zu Rate gezogen werden mussten. Eine andere Möglichkeit wäre, dass Vespasiano im Laufe seiner Reisen durch halb Europa sowie durch sein Interesse an den ständig neuen Entwicklungen der Baukunst zu einem Wissen gekommen ist, das so ein Entwurf erlaubt hätte.
Da Vespasianos Leben sehr eng mit dem des Habsburger Herrscherhauses verknüpft war, reiste er oft an der Seite von Karl V. und Philipp II. durch die europäischen Gebiete, was auch längere Aufenthalte in Spanien mit sich brachte. Der längste dauerte zehn Jahre. Und in der Zeit von 1568 bis 1578 bekleidete er u.a. die Ämter des Vizekönigs von Navarra und Valencia. Hier entstand auch der Zusammenhang zwischen den Aufgaben des Herzogs und den Bauarbeiten in Sabbioneta, denn während diesem längsten Aufenthalt in Spanien bestand seine Hauptaufgabe in der Sicherung der ihm übertragenen Provinzen. Im Rahmen seiner Aufgaben in Spanien werden ihm in dieser Zeit folgende Projekte zugeschrieben, an denen er maßgeblichen Anteil gehabt haben soll:
- Bau der Zitadelle von Pamplona in Navarra
- Verbesserung der Verteidigungsanlagen von San Sebastian und Fuenterrabia in der Provinz Guipuzcoa, der Küstenstädte des Reyno de Valencia und von Oran und Mers- el Kebir in Nordafrika
Bei dem Bau und Ausbau dieser Festungen waren seine Erfahrungen als Feldherr und Soldat von größter Bedeutung sowie die Erziehung durch Giulia Gonzaga, von der er eine wissenschaftliche Ausbildung, vor allem in der Mathematik, erfahren hat. Dieses Wissen hat er auch bei Bau und Planung von Sabbioneta eingesetzt.
Vespasiano beschäftigte sich außerdem mit den Büchern und Studien von Virtuv, ein Städtebautheoretiker aus der Antike, und unterhielt Kontakt mit dem aus Novara stammenden Festungstheoretiker Girolamo Cataneo. Auch sammelte er viele andere Werke die sich mit der Planung von Städten und Festungen beschäftigten. Sein Ziel war es, mit Sabbioneta ein der Zeichen der Neuzeit zu setzen, denn diese Stadt sollte ihm einen viel größeren Ruhm bringen, als den, den er als Feldherr und Herzog erreichen konnte. So machte er Sabbioneta auch zu seinem Hauptsitz, den er nach jeder seiner Italienreisen besuchte, selbst, wenn nur kurze Stops möglich waren. Auf diese Weise erfuhr Sabbioneta in kurzer Zeit eine erhebliche Aufwertung:
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