2 Welche Rolle spielt das Digitale Kino im Kontext der internationalen Wirtschaft?
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Inhalt
1.0 Einführung
1.1 Vorwort 3
1.2 Einleitung 4
2.0 Hauptteil
2.1 Was genau bedeutet Digitales Kino? 5
2.2 Standardisierungsmaßnahmen 7
2.3 Bedeutung des Digitalen Kinos in der Wirtschaft 8
2.3.1 Möglichkeiten des Digitalen Kinos 9
und deren Vor- und Nachteile
2.3.1.1 Qualität des Films 9
- Ästhetische Betrachtung
2.3.1.2 Kosten/Nutzen 9
- Ökonomische Betrachtung
2.3.1.3 Praktischer Nutzen 13
2.3.2 Ökonomisches Gewicht in verschieden Staaten 14
2.3.2.1 Staatliche Förderung (bzgl. Kapitel 2.2) 15
2.3.2.2 Medienkonjunktur China 16
3.0 Schluss - Rezeption aus Sicht des Konsumenten 18
3.1 Zusammenfassung 18
3.2 Persönliche Bewertung der Digitalisierung 18
3.3 Blick in die Zukunft 19
3.4 Dank 20
4.0 Anhang
4.1 Literaturverzeichnis 21
1.1 Vorwort
Digitales Kino - Mit der Sichtung einiger Quellen zum Thema „Filmtheater“ eröffnete sich mir persönlich das immense, vielseitige und sehr aktuelle Spektrum des Digitalen Kinos.
Seit 2006 ist der Einzug digitaler Filmproduktion und -projektion in Deutschland nicht mehr zu stoppen 1 . Mir fiel auf, dass durch die Digitalisierung eine nicht unbedeutende ökonomische Umwälzung in der Filmindustrie bedingt ist.
Der bekannte Regisseur George Lucas 2 prophezeite den Aufschwung des digitalen Films schon 2001, mit den Worten: „I think I can safely say that I will probably never shoot another film on film. “ 3
Dies bedeutete eine spannende Reise, wie sich herausstellte, besonders, weil man als Endkonsument vorher immer nur das fertige Produkt zu Gesicht bekam, ohne sich über dessen Aufwand Gedanken gemacht zu haben. Ein schönes und beeindruckendes Fallbeispiel dazu ist übrigens „Avatar-Aufbruch nach Pandorra“, der eine enorme Post-Production 4 erforderte, die man als bloßer Zuschauer nur erahnen konnte.
Ich beschloss für mich, diesen „Gesamtumstand Digitalisierung“ näher zu erforschen. Die Quellenlage war und ist günstig, weil das Digitale Kino jüngst im Zeitalter der Informationsgesellschaft groß geworden ist, sprich: es gibt enorm viele Artikel im World Wide Web; aber auch viele Ansprechpartner 5 .
Das Digitale Kino als wesentliche Weiterentwicklung in der Medienevolution passt auch sehr gut in den großen Rahmen des Facharbeitsschwerpunkts „Der Mensch im Wandel der Zeit“.
1 Ca. 5000 Kinosäle wurden 2006/2007 mit digitalen Filmprojektoren ausgestattet.
2 Regisseur von u.a. “Star Wars III - Die Rache der Sith“.
3 Aussage auf der “National Association of Broadcasters Convention” im Jahr 2001.
4 Bearbeitung des Films nach Aufnahme (Bspw. Special Effects).
5 Bspw. Frank Oppermann, Theaterleiter des Kinos “C1” in Braunschweig.
Der Gedanke reifte und legte schließlich nahe, das Thema „Stilmittel im Filmtheater“ auf die Digitalisierung des Films und dessen wirtschaftliche Auswirkungen zu fokussieren. Genauer gesagt, beschäftige ich mich in dieser Seminarfacharbeit mit der Fragestellung „Welche Rolle spielt das Digitale Kino im Kontext der internationalen Wirtschaft?“.
1.2 Einleitung
Mein Ziel wird es sein, Ihnen anhand der Fragestellung die Ökonomie des Films zu illustrieren und mit Beispielen zu fundieren. Zunächst werde ich Ihnen den Begriff Digitalisierung erklären, um Sie dann folgend über die technischen Innovationen des Digitalen Kinos aufzuklären. Nach Aufzeigen der Vor- und Nachteile, werde ich Ihnen deren Auswirkungen auf die unmittelbare Filmindustrie entschleiern. Schließlich werde ich diese Erkenntnisse in den Kontext der internationalen Wirtschaft stellen und den Stellenwert des Films in diesem System dartun.
Meine Motivation für diese Facharbeit ist es, Ihnen den „nichtöffentlichen Bereich“ des Kinos zu beleuchten und Ihnen so den Blick für die gewaltige Reichweite des Kinos zu schärfen. Bei dieser Gelegenheit ist zu erwähnen, dass ich längst nicht alle Aspekte dieses Themas abdecken kann, ich aber wohl vermag die essentiellen Punkte zu thematisieren. Quellen sind hauptsächlich Internet-Artikel und kaum fachspezifische Lektüre, da das Thema Digitalisierung sich stetig erneuert und eine Verschriftlichung in Buchform nicht lange aktuell bleiben würde. Im folgenden Text werde ich „Digitales Kino“ als Eigennamen verwenden, um dessen zentrale Bedeutung für diese wissenschaftliche Untersuchung hervorzuheben. Daher wird dieser Begriff auch groß geschrieben.
2.1 Was genau bedeutet Digitales Kino?
Digitales Kino bedeutet in anderen Worten die Digitalisierung des gesamten Produktionsprozesses 6 .
In der Untersuchung des Digitalen Kinos hat man zwischen Produktionsseite und Verwertungsseite zu unterscheiden. Die Produktionsseite meint den Prozess des Filmens, die Verwertungsseite den Prozess des Vorführens des Films.
Beide Seiten geben verschiedene Vergleichsmöglichkeiten zwischen dem klassischen 35 mm Rollfilm und dem digitalen Video 7 . Für das lückenlose weitere Verständnis der folgenden Themen ist ein gewisses Grundwissen vonnöten.
Bei der Produktion des analogen Films wird auf Rollfilm zurückgegriffen. Dieser kann bis zu 35 Kg wiegen und nimmt max. 11 Min Videomaterial auf. 8 Bei der Aufnahme werden ausschließlich Vollbilder mit der Bildrate von 24 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet. Für digitale Bearbeitung eines analog aufgenommen Films, ist eine Abtastung des Rollfilms erforderlich 9 .
Für die analoge Verwertung ist wiederum die Ausbelichtung der digital bearbeiteten Szenen auf Rollfilm vonnöten 10 Die nicht bearbeiteten Szenen können direkt in die fertige Kompilation hineingeschnitten werden. Der fertige Film wird letztendlich über einen Rollfilmprojektor mit immer noch 24 Bildern pro Sekunde auf die Leinwand projiziert. Für die digitale Verwertung müsste der gesamte Film, samt digitaler Bearbeitung, erneut abgetastet werden, damit er über einen digitalen Projektor auf die Leinwand geworfen werden kann.
6 Produktionsprozess im Kino = Pre Production, Dreh, Post-‐Production, Distribution (Verbreitung), Voführung und Archivierung .
7 Video meint die digitale Aufnahme und Wiedergabe, Film das entsprechend analoge Gegenstück.
8 bezogen auf Kodak Vision 200T-‐320T.
9 Wird mit der Auflösung 2K abgetastet oder neudeutsch „eingescannt“. 2K ist die Standard-‐Auflösung für Ausbelichtung und Auflösung im analogen Kino, meistens 1920x1080 Pixel. Es gleicht dem HDTV-‐Format (Standardformat im Digitalen Kino) mit seinen 1828 x 1100 Pixeln.
10 Entspricht dem Entwickeln des Films eines Fotoapparats.
Bei der Produktion des digitalen Videos werden die einzelnen Vollbilder, bzw. “progressiv segmentierte Halbbilder“ 11 auf bspw. einem HDCAM-Tape 12 oder einer Festplatte gespeichert, die bis zu 90 Minuten am Stück aufnehmen können. Die Auflösung ist meist im HDTV-Format, das dem 2K Format im analogen Film ähnelt. Die Bildrate ist ebenfalls mit 24 Bildern pro Sekunde, genauso wie beim analogen Film. Falls digitale Bearbeitung erwünscht ist, ist keine Abtastung erforderlich, weil das Videomaterial bereits in digitaler Form vorliegt. Für die digitale Verwertung des Videos ist auch keine Ausbelichtung mehr nötig, da das digitale Material direkt projiziert wird. Für die analoge Verwertung ist allerdings die Ausbelichtung des Videos unabdingbar.
Ein 3D-Film kann ausschließlich über digitale Videoaufnahme gefilmt, werden, da dringende Informationen zu Raum, Licht etc. etc. nicht bei analogen Kameras festgestellt werden können.
11 Im Original „progressive segmented Frame” = 2 digital aufgenommene Halbbilder, die fast gleichzeitig abgespielt werden, sodass ein Vollbild suggeriert wird. Dies ist erforderlich, da die klassische, also analoge Filmverwertung nur Vollbilder abspielen kann.
12 ähnelt einer Kassette.
2.2 Standardisierungsmaßnahmen
2002 setzte sich die UN-Einrichtung ITU (Internationale Fernmeldeunion) für eine Standardisierung mit 1080/24p-Norm ein, ein sogenanntes HDTV-Format. Dieser Vorschlag wurde aber wegen nicht akzeptabler Bildqualität von der DCI (Digital Cinema Initiatives 13 ) und der NATO (hier: National Association of Theater Owners) abgeschmettert.
„We think that movie people know the most about the movies, not broadcast people. We’re asking the ITU to step back and let the international cinema standards groups decide the best standards for cinema. (Wendy Aylsworth von Warner Bros, Februar 2003)“ Die 2K-ähnliche Auflösung müsse mindestens auf 4K erweitert werden. Dieser Anforderung wurde der DCI erst im September 2004 in ihrer fünften Version der „DCI Technical Specification“ gerecht. Sie vertritt den 4K-Standard (4096x3112 Pixel), erlaubt aber wegen Mangel an 4K-fähigen Projektoren auch 2K mit der Verwendung von 4K Filmmaterial. Im April 2007 wurde die erste Version der „DCI System Requirements and Specifications for Digital Cinema“ veröffentlicht. Am 7. März 2008 wurde die zweite Version veröffentlicht, die nur wenige Veränderungen mit sich brachte.
Im Oktober 2010 gab DCI bekannt, einen umfangreichen Testlauf in den USA, Japan und Italien mit renommierten Universitäten und Entwicklern für digitale Technik 14 durchzuführen. Für DCI bedeutete dies einen großen Schritt in Richtung Globalisierung ihres Standards, besonders hinsichtlich der Erschließung des asiatischen Marktes.
„These licensing agreements represent an important step in the maturation of the digital cinema marketplace“(Teilnehmerstudios der DCI, 8. Oktober 2008 )
13 Zusammenschluss von den sieben größten Hollywoodstudios, wie Disney, Warner Bros . .
14 Vertragliche Testläufe „with CineCert, LLC in the United States, DMC/Keio University in Japan and Media Innovation Center in Italy.” (http://www.dcimovies.com/press/DCIpress-‐Oct-‐13-‐08.html Letzter Zugriff 06.03.2011) .
Die Standardisierung von DCI garantiert zum einen die einheitlich sehr gute Qualität des Digitalen Kinos und zum anderen fördert es die wirtschaftliche Expansion der Produkte, die im DCI-Standard produziert wurden 15 , auf dem Weltmarkt (,da ein Film nicht mehr in andere Formate konvertiert werden muss, sondern gleich mit dem passenden DCI-Standard abgespielt werden kann).
2.3 Bedeutung in der Wirtschaft
Allein die Tatsache, dass im Jahr 2006 ca. 137 Millionen Besucher in deutschen Kinos gezählt wurden 16 akzentuiert die wirtschaftliche Kraft der Filmindustrie in Deutschland. Es bedeutet immerhin, dass jeder Bundesbürger mindestens 1,7 Mal im Jahr das Kino besuchte. Erweitert man den Blick auf ganz Europa mit 929 Millionen Besuchern insgesamt, konstatiert man rechnerisch 1,3 Besuche pro Europäer. Könnte man noch mehr Bürger ins Kino bewegen, würde sich ein ungeahntes kommerzielles Potenzial auftun. Ein Mittel zum Zweck wäre der Einsatz der neuen, technischen Möglichkeiten des Digitalen Kinos, bspw. der 3D-Technik wie sie in „Avatar - Aufbruch nach Pandorra genutzt wurde“ 17 Und eben dieser Film ist das Paradebeispiel für die gewaltige Möglichkeit der Umsatzsteigerung: Im Jahr 2009, das Jahr, in dem Avatar veröffentlicht wurde, waren ca. 146 Mio. Besucher zu verzeichnen; eine Steigerung zum Vorjahr von ca. 17 Millionen Besuchern. 18 Dem entspricht auch der gigantische Umsatz von ca. 980 Millionen € in Deutschland, eine Steigerung zum Vorjahr von fast 180 Millionen €.
Doch nicht nur auf Verwerterseite (also auf Seiten der Kinobetreiber) spiegelt sich eine Umsatzsteigerung wieder. Gerade der allgemeine
15 Also im Prinzip alle Produktionen der Hollywood Studios
16 Laut dem Statistischem Bundesamt
http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/zdw/2008/PD08__005__p00 2.psml (Letzter Zugriff 06.03.11) .
17 Avatar spielte bis zum 30. Mai 2010 international über 2,3 Milliarden US$ ein und wurde somit neuer Rekordhalter. .
18 Laut Filmförderungsanstalt (FFA)
http://www.ffa.de/downloads/marktdaten/3_Besucher_Umsatz_Preise/3.2_bundesw_alteundneue_BL/2006_bis_2 010.pdf (letzter Zugriff 12.03.2011) .
Filmverleih und die Filmstudios profitieren von der Digitalisierung dahingehend, dass minder eine Umsatzsteigerung bemerkbar ist, sondern vielmehr signifikante Einsparungen.
2.3.1 Möglichkeiten des Digitalen Kinos und deren Vor- und Nachteile
Aus genau drei verschieden Anlässen würden Regisseure und Filmverleihe (Produktion) wie auch Kinobetreiber (Verwertung) die Digitaltechnik zum Einsatz bringen; diese werden im Folgenden diskutiert.
2.3.1.1 Qualität des Films in der Verwertung - Ästhetische Betrachtung Das Digitale Kino bietet einen nicht unerheblichen, positiven Qualitätsunterschied. Zum einen gibt es mit der digitalen Projektion und der digitalen Filmaufnahme und -Kopie die Möglichkeit wesentlich höher aufgelöste Filme zu zeigen. Zum anderen gibt es auch keinen mechanischen Verschleiß mehr, wie bei der früheren analogen Projektion, wodurch dem Zuschauer qualitative Einbußen bei der Qualität des Bildes erspart bleiben.
Doch sind diese Vorteile eher ein „Abfallprodukt“ des Digitalen Kinos. Der wahre Mehrwert des Digitalen Bildes ist die 3D-Technologie: Dem Zuschauer wird ein qualitativ hochwertiges, räumliches Betrachten des Films ermöglicht
2.3.1.2 Kosten/Nutzen - Ökonomische Betrachtung Es gibt diverse Vor- und Nachteile für die Produktionsseite und Verwertungsseite.
Beginnend mit der Produktion ergeben sich wichtige Materialersparnisse durch die Verwendung digitaler Aufnahmetechnik.
So ist bspw. das digitale Aufnahmematerial sehr viel günstiger 19 Dies begünstigt vor allem so genannte Low-Budget Filmen, da dort die Ersparnisse schwerer ins Gewicht fallen als bei High-Budget Filmen, wo die sonstigen Kosten (Personalkosten u.ä.) so hoch sind, dass es gleichgültig ist, ob man die Bilddaten digital oder analog speichert. Dabei setzt sich sogar meistens die analoge Datensicherung durch, da sich diese lange bewährt hat und eine Umstellung auf digitale Speichermedia sich als zu kostenintensiv für die Filmstudios herausstellen würde.
Zum Zweck der digitalen Bearbeitung eines Films muss nun auch keine teure Abtastung („Einscannen“) des analogen Films mehr erfolgen, weil das zu bearbeitende Material schon digital vorliegt. Dies bedeutet allerdings auch nur eine prägnante Einsparung im Low-Budget Bereich, da die Kosten der Abtastung beim High-Budget Film nur einen unbedeutenden Bruchteil an den Gesamtkosten betragen. Ist die digitale Bearbeitung erfolgt und wollte man den Film in einem analogen Kino ausstrahlen, müsste man zuerst das digitale Material auf den analogen Rollfilm ausbelichten. Dies ist sehr kostspielig (460€ pro min) 20 und entfiele, strahlte man den digitalen Film direkt in einem Digitalem Kino aus. Auch in diesem Fall wären Low-Budget Filme begünstigt.
Man erkennt, dass im Produktionsbereich besonders „B-Movies“ 21 von der Digitalisierung profitieren und die Einsparungen an Kosten kaum den Finanzplan der „A-Movies“ 22 novellieren, zumal eine Digitalisierung eine teure und unnötige Umstellung bedeutete, da sich die analogen Geräte in den Filmstudios lange bewährten.
19 50 Minuten Aufnahmezeit für ca. 90€ bezogen auf HDCAM-‐Tape. Im Vergleich: 305m-‐Rolle 11 Minuten Aufnahmezeit für ca. 610 € bezogen auf Kodak Vision 200T/-‐320T; vgl. Hahn, Phillipp, „Mit High Definition in digitale Kino“, [Hrsg.] Schüren, Marburg, 2005, S. 54 .
20 vgl. Hahn, Phillipp, „Mit High Definition in digitale Kino“, [Hrsg.] Schüren, Marburg, 2005, S. 55 .
21 gemeint sind Low-‐Budget Filme .
22 gemeint sind High-‐Budget Filme .
Gerade für den Filmverleih gibt es große finanzielle Ausgabensenkungen, besonders was die Distribution und den Transport angeht.
So sind keine teuren analogen Filmkopien 23 mehr nötig, da das digitale Speichermedium mühelos digital versendet werden kann. Die gegenwärtig genutzte digitale Distribution geschieht über Satellit. Somit entfallen auch die Transportkosten gänzlich 24 . Zudem entfallen die Lagerungskosten für Filmrollen und die Kosten für die Vernichtung nicht mehr benötigter Filmrollen. Digitale Distribution über Festplatten, die verschickt werden, ermöglicht das Recycling von besagtem Medium, durch einfaches Überspielen des Festplatteninhalts. Letztlich auf Seiten der Verwertung gibt es geringere ökonomische Vorteile.
In erster Linie ist die Digitalisierung der Vorstellungsräume ist sehr kostspielig 25 . Dies war auch lange der Grund, weswegen die Digitalisierung (vor der Erfindung der 3D-Projektion) eher zögernd ihren Lauf nahm. Es wurde demzufolge lange Zeit die günstigere analoge Projektion bevorzugt, denn für den Zuschauer ist ein Unterschied zwischen 2K-analog Projektion und HD 1080/24p-digital Projektion nicht wahrzunehmen. Erst mit dem „Abfallprodukt“ 3D-Technologie wurde die Digitalisierung für den Kinobetreiber lohnenswert. Eintrittspreise konnte erhöht werden, weil dem Kunden ein für ihn sichtbares, besseres Bild präsentiert werden konnte, für den er bereit war/ist zu zahlen.
Ganz im Sinne der Refinanzierung der digitalen Projektoren wurde eine deutliche Umsatzsteigerung des Multiplex festgestellt. 26
23 laut Frank Oppermann betragen die Kosten für eine analoge Filmkopie ca. 1500-‐2000 € pro Filmkopie. Einsparungen von 95% durch Festplatten im Vergleich zur analogen Filmkopie seien realistisch.
24 Patrick von Sychowski in Perschon 2001, 36 spricht von ca. 2 Milliarden US$ Einsparung weltweit durch den Entfall von Kinokopien; Andere Schätzungen gehen von 1 Milliarde US$ aus (Katz/Frelinghuysen/Bhatia (2002, 3)). Für Deutschland gelten Kosten von insg. 75 Millionen € pro Jahr für Filmkopien, laut Staden/Hundsdörfer (2003, 4); vgl. Hahn, Phillipp, „Mit High Definition in digitale Kino“, [Hrsg.] Schüren, Marburg, 2005, S.74/75 .
25 Laut Frank Oppermann kostete die Umstellung auf Digitale Projektion im Kino 8 des C1 rund 150.000€ .
26 Alle Angaben sind bezogen auf das Fallbeispiel des Kinos C1 in Braunschweig .
Man muss aber beachten, dass man noch nicht weiß, wie lange die Refinanzierung dauert und ob sie überhaupt möglich ist, wenn im Zuge der Modernisierung fortwährend neue Modelle auf den Markt kommen, die es zu kaufen gilt, um aktuell zu bleiben. Wirtschaftsprognosen
Durch die „nicht mehr aufzuhaltende“ 27 Digitalisierung und deren vermehrten Einsatz, kann man bestimmt Wirtschaftsprognosen für die Filmindustrie ausmachen:
Man nehme an, dass durch die logische Verbreitung der HD-Kameras (durch die Kostenvorteile auf Produktionsseite 28 und Entdeckung der 3D-Technologie) die Absatzzahlen so stark ansteigen, dass deren Preise 29 abfallen. Diese mutualistische Wechselwirkung nennt man auch „Economies of Scale“. Schlussfolgernd würden auch High-Budget Produktionen (auch, die nicht 3D produzieren) auf HD-Kameras zurückgreifen, weil der Preisunterschied erstmals lohnenswert wäre. Dies würde die ökonomische Umwälzung durch die Digitalisierung nur vorantreiben.
Frank Oppermann, Theaterleiter des „C1“ in Braunschweig, spricht noch zwei weitere wirtschaftliche Effekte durch die Digitalisierung des Films an:
Durch Entfall der Filmkopien ist das Vorführen von Konzerten, Sportereignissen und anderen Events möglich 30 , da die digitale Distribution keinerlei Zeit bedarf, sondern unmittelbar bzw. sogar parallel abläuft, bspw. über Satellit. 31 Also ist es den Kinobetreibern möglich, das gesamte Programm flexibler zu gestalten, da eine aufwendige und teure Filmkopie entfällt, und man so auch kleineren, alternativen Content zeigen kann, nicht nur Blockbuster. 32 Man erreicht somit neues Publikum und erschließt eine neue
27 Formulierung nach Frank Oppermann; vgl. Interview .
28 vgl. Kapitel 2.3.1.2 .
29 auch die Preise für das Zubehör, sprich z.B. digitales Speichermedium .
30 Laut Frank Oppermann, Theaterleiter C1, Braunschweig .
31 So wurde schon die Fußball WM 2006 teilweise live und in 3D in deutschen Kinos ausgestrahlt .
32 Gemeint sind Hollywood-‐Produktionen .
Marktlücke.
Ebenso durch den Entfall der Filmkopien ist das Anpassen der Werbung (an die jeweilige Zielgruppe) möglich. Ist heutzutage die Werbung vor einem Kinderfilm noch die gleiche, wie die, vor einem Horror/Splatter Film, wird sich die Werbung in der Zukunft dem Publikum und seinen Interessen anpassen, weil man es digital beliebig zusammenstellen kann.
Insgesamt wird die Kinoprojektion flexibler und effektiver und öffnet sich einem breiteren Spektrum von Menschen, was alles in allem mehr Umsatz bedeutet.
2.3.1.3 Praktischer Nutzen
Bei den bisher genannten Argumenten für die Digitalisierung, gab es noch keinen stichhaltigen, überzeugenden Punkt, der auch High-Budget Produktionen zum Umrüsten auf Digitale Aufnahme- und Speichertechnik bewegt hätte. Tatsächlich ergeben sich aber auch praktische Vorteile, die einem Regisseur die Arbeit am Set grundlegend erleichtert.
So würde zum Beispiel die Arbeit des Filmrollenwechslers entfallen, da -die schon vorher erwähnten- Festplatten oder HDCAM-Tapes 33 eine längere Aufnahmezeit und unkomplizierteren Wechsel mit sich bringen. Der einzige Nachteil der Festplatte als Speichermedium ist seine große Masse, die beim Filmen behindern könnte. 34 Weiter ist es dem Regisseur möglich, direkt am Set sein Gefilmtes in hoher Qualität und mit wichtigen Bildparametern 35 zu begutachten, was vorher nur nach Entwicklung des Films möglich war. Der Regisseur kann also sofort am Set korrigieren und muss nicht, wie beim analogen Film, alle Bearbeitungen auf die Postproduktion schieben 36 . Im Zeitalter der Special Effects im Kino, wäre folgender praktischer Vorteil der Hauptgrund für teurere Produktionen, auf digitale
33 Siehe Fußnote 18 .
34 Ein solches Festplattensystem kam erstmals in “Russian Ark” zum Einsatz; vgl. http://www.tatiana-‐ rosenstein.com/eng/pdf/film3.pdf (Letzter Zugriff 13.03.2011) .
35 Bildparameter, wie z.B. Fokusdistanz(Scharfstellung), ISO-‐Wert und andere. Vgl. http://www.kinzel.org/02_foto/05_parameter/ (Letzter Zugriff 13.03.2011) .
36 Bspw. Lichtbestimmung; Vgl. http://www.blow-‐up.ch/faz/postproduction.html (Letzter Zugriff 13.03.2011) und http://www.tatiana-‐rosenstein.com/eng/pdf/film3.pdf (letzte Seite, Letzter Zugriff 13.03.2011) .
Aufnahmetechnik „umzusatteln“: Und zwar können erstmals Green Screen- Einstellungen direkt mit dem Hintergrund kombiniert werden. 37 Es ergibt sich eine bessere Kontrolle und unnötige Drehs können vermieden werden. Mindestens ein genauso wichtiger Vorteil für „A-Movies“ ist, dass die Postproduktion parallel zum Filmen ablaufen kann, womit enorm viel Zeit gespart wird. 38 Digitale Aufnahmetechnik lässt die klassischen Arbeitsabläufe also zunehmend nonlinear und einfacher werden. 39
2.3.2 Ökonomisches Gewicht in verschiedenen Staaten Die in Punkt 2.3.1 dargelegten Möglichkeiten der Digitalisierung und deren Vorteile bewirken nicht nur eine Reformation des klassischen Kinos in seinen ästhetischen, ökonomischen und praktischen Strukturen, sondern erweckt obendrein ein internationales Interesse in das Digitale Kino. Der Begriff „Digitales Kino“ gewinnt also nicht nur an Stellenwert im Kontext der Kinobranche, bzw. der Filmindustrie 40 , sondern auch an Einfluss im Kontext der gesamten Wirtschaft, einer bezeichnend höheren Ebene.
2.3.2.1 Staatliche Förderung
In den USA ist das Kino kein kulturelles, sondern ein wirtschaftliches Gut. 41 Demnach ist eine staatliche Förderung ausgeschlossen. In Europa gilt das Kino als kulturelles Gut und wird insofern auch staatlich unterstützt, jedoch nicht subventioniert. Vielmehr gibt es günstige Kredite, die die Finanzierung digitaler Anlagen auch für kleinere Kinos, die mit stagnierenden Einnahmen kämpfen, ermöglichen. Das wohl größte finanzielle Paket für europäische Kinos war das MEDIA Plus Programm. Sein Ziel war es, im Rahmen der
37 “Bei Star Wars Episode II wurde das Bild direkt vom Set in Australien über Satellit nach Los Angeles übertragen; dort wurde der Greenscreen durchgeführt und überwacht (…)” Patrick Lindenmaier in Hahne 2005,70);Vgl. Hahn, Phillipp, „Mit High Definition in digitale Kino“, [Hrsg.] Schüren, Marburg, 2005, S.51 ..
38 Vgl. Hahn, Phillipp a.a.O. S.51 .
39 Loc. Cit. .
40 Wie es in Kapitel 2.3.1 deutlich werden sollte.
41 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Digitales_Kino#Politik (Letzter Zugriff 13.03.2011).
„audiovisuellen Politik der EU“ 42 , die „Fachkreise der Europäischen audiovisuellen Programmindustrie“ und die Entwicklung, der Vertrieb und die Öffentlichkeitsarbeit „hinsichtlich europäischer audiovisueller Werke“ 43 zu fördern und zu unterstützen. Insgesamt waren darauf 400 Millionen € Fördergelder dotiert. Im Einzelnen hieß das für die „Fachkreise“, dass ihnen „praxisnahe[s] und […] frische[s] Wissen“ vermittelt wird.
Die Entwicklung wurde dahingehend gefördert, dass Einzelprojekte europäischer Produzenten durch Kredite mit finanziert wurden. Neue Technologien (Wie z.B. digitale Kameras) wurden besonders gefördert. Im Vertrieb gab die EU rückzahlbare Vorschüsse und spendete Fördergelder an die Vertriebe (Filmverleihe, wie z.B. Constantin Film) proportional zu den verkauften Kino-Tickets. Diese Zuschüsse mussten jedoch unbedingt wieder in die Entwicklung europäischer Filme fließen. Die EU sah in der Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit die Chance, den „Zugang“ zu den Absatzmärkten in Europa und international zu erleichtern. 2005 endete das Programm 44 und wurde von MEDIA 2007 mit einem Gesamtbudget von 755 Millionen € abgelöst. 45 Speziell in Groß Britannien existiert eine eigene staatliche Förderung, genannt „UK Film Council“, für digitales Kino, dass ähnliche Ziele hat, wie das Media Plus Programm der EU. Die Filmkultur soll gefördert werden, einheimische Verleiher und Kinobetreiber unterstützt, die Qualität des Filmangebots gesteigert und das Publikum erweitert werden. 46 Dazu wurden 13 Millionen britische Pfund aus dem „Distribution and Exhibition Fund“ zur Verfügung gestellt und somit 250 Kinosäle mit digitaler Projektionstechnik ausgestattet. Ebenso wird die Erstellung digitaler Filmkopien und Fortbildung des
42 Allein die Aufnahme in die politischen Ressorts der Europäischen Regierung bezeugt die ökonomische Größe des Digitalen Kinos, vgl.
http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/BeauftragterfuerKulturundMedien/Medienpol itik/Filmfoerderung/InternationaleFilmfoerderung/FilmfoerderungderEUMediaPlusProgramm/filmfoerderung-‐ der-‐eu-‐media-‐plus-‐programm.html (Letzter Zugriff 13.03.2011).
43 Loc.Cit. .
44 Eine andere Quelle behauptet, dass das Programm erst 2007 endete (http://de.wikipedia.org/wiki/MEDIA_%28Filmf%C3%B6rderung%29 ; letzter Zugriff 16.03.2011) .
45 Wesentliche Veränderungen gab es nicht, vgl.
http://europa.eu/legislation_summaries/audiovisual_and_media/l24224a_de.htm (Letzter Zugriff 16.03.2011)
46 Vgl.
http://www.filmportal.de/public/pics/IEPics/1c/E5D45FEA782A47F3A2765E9DB81F6EEB_mat_studie_digitales_ kino_0309.pdf S.6 (Letzter Zugriff 16.03.2011) .
Mitarbeiterkreises der Kinobranche gefördert. 47 Anders als im Media Plus Programm, werden Kinobetreiber und Verleiher subventioniert und nicht nur mit Darlehen unterstützt.
Der Hauptgrund für Finanzpakete in Europa ist auf der einen Seite wohl der Gedanke der kulturellen Förderung, auf der anderen Seite aber auch die Motivation, Europa im internationalen Kontext als anerkannten Filmeentwickler, aber auch als Absatzmarkt für Filme, zu etablieren. Gerade letzteres beweist sich als sehr gelungene Zielsetzung, aufgrund des in Kapitel 2.3.1 angesprochenen, großen kommerziellen Potenzials der uneinholbaren Digitalisierung.
2.3.2.2 Medienkonjunktur China
„Dieser [chinesische] Markt, von dem abzusehen ist, dass er sich […] auch dem Import von Hollywood Blockbustern öffnen muss, ist für die Majors von weitaus größerer Bedeutung als der zukünftige europäische Markt. […]Die chinesische Filmbranche verbucht einen Umsatz von $ 120 Mio./Jahr, der sich laut Prognosen mit dem Beitritt in die WTO 48 um das 15-fache in den nächsten 10 Jahren steigern kann.“ 49
Der chinesische Markt kann ein starkes Wachstum der Wirtschaft seit 1979, das Jahr der ökonomischen Reform in China, verzeichnen. Ein prägnanter Indikator dafür ist das BIP (Bruttoinlandprodukt), das mit jedem Jahr seit 1979 um durchschnittlich 9,5% stieg, bis zum heutigen, viertgrößtem Wert der Welt von 8,765 Billionen US$. 50 Mit der Abschaffung der Autarkheit machte der Außenhandel nach 1986 schon 35% des nationalen Einkommens aus. Die chinesische Regierung erkannte den Trend und förderte die Firmengründung mit ausländischen Investoren in den sogenannten Wirtschaftszonen
47 Loc.Cit.
48 World Trade Organization
49 Staden, Inga von/Hundsdörfer, Beate
http://www.filmportal.de/public/pics/IEPics/1c/E5D45FEA782A47F3A2765E9DB81F6EEB_mat_studie_digitales_ kino_0309.pdf (Letzter Zugriff 15.03.2011)
50 Vgl. http://www.chinaseite.de/china-‐wirtschaft/ueberblick-‐wirtschaft-‐china.html (Letzter Zugriff 16.03.2011) und vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Volksrepublik_China (Letzter Zugriff 16.03.2011)
Chinas.
China ist auf dem Sprung zum Industrieland und protegiert daher das Digitale Kino, erstens als Prestigeobjekt, das den Aufschwung Chinas propagieren soll und zweitens als wirtschaftlich, treibende Kraft, da China der wohl bedeutendste Absatzmarkt für Hollywood sein könnte. Diese Behauptung ist nicht unbegründet, beachtet man die hohe Bevölkerungszahl von rund 1,3 Milliarden Einwohnern und das immer höher steigende BIP.
Die „China Film Group Corporation“ (CFGC) 51 verkündete am 25. Mai 2007 die Zusammenarbeit mit der „Shougang Group“ 52 , um das Digitale Kino in China auszubauen. 53
„The goal of our cooperation is to build digital cinemas across the country. We will build about 2,000 new digital screens before the end of 2008.” (Sanping, Han, Vorstand CFGC) Aufgrund Chinas bedeutender Rolle und seiner Größe, könnte China eigene Standards für das Digitale Kino durchsetzen. Die DCI bemüht sich deswegen um einen möglichst hohen eigenen Standard, damit China diesen nicht als „minderwertig erachte[t]. Wäre dies der Fall, wäre es schwieriger die „Hollywood-Produkte“ in China abzusetzen, weil diese erst auf kompliziertem Wege konvertiert werden müssten. 54 Ein Import wäre dementsprechend für China teurer als eigene Produktionen, weshalb man die eigenen Produktionen vorziehen würde.
China, als aufsteigendes Industrieland, ist ein ernstzunehmender Abnehmer der zukünftigen digitalen Produktionen und ist deshalb im obersten Interesse der führenden Filmindustrien. Das Digitale Kino bekommt einen enormen Schub durch das Interesse
51 Staatlicher Monopolist, reglementiert Filmimporte, vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Digitales_Kino#Politik (Letzter Zugriff 16.03.2011) .
52 Chinas führender Stahlerzeuger, vgl. http://english.gov.cn/2007-‐05/25/content_625383.htm (Letzter Zugriff 16.03.2011) .
53 Loc.Cit. .
54 Vgl. Kapitel 2.2 .
der chinesischen Regierung in diese Technologie und gewinnt dadurch noch mehr ökonomisches Gewicht.
3.0 Schluss - Rezeption aus Sicht eines Konsumenten
3.1 Zusammenfassung
Das Digitale Kino bietet genug neue Möglichkeiten, die enorme Vorteile auf Produktions- und Verwerterseite haben, sodass der Umstieg auf Digitales Kino unaufhaltbar ist und sich sogar neue Geschäftsfelder (spezialisierte Werbung, Live-Übertragung von Events in HD) auftun. Da das Digitale Kino offenbar an Stellenwert in der Filmindustrie gewinnt, bekommen auch einzelne Staaten Interesse daran, das Digitale Kino im kulturellen Sinne, aber vor allem im wirtschaftlichen Sinne zu fördern, um letztendlich finanziell davon zu profitieren.
3.2 Persönliche Bewertung der Digitalisierung
Im Hinblick auf meine Einleitung, kann ich auf die Frage „Was für eine Rolle spielt das Digitale Kino im Kontext der internationalen Wirtschaft?“ nur eine Antwort geben: Das Digitale Kino spielt eine sehr große Rolle in der internationalen Wirtschaft. Auch wenn diese Antwort
sehr vage klingen mag, kann ich doch keine genauere Antwort geben, denn das Thema ist, wie in der Einleitung schon beschrieben, zu komplex, um alle Themenfelder mit einem Wort zu beantworten. Doch, finde ich, spiegeln die Summen an Geldern, die entweder für das Digitale Kino verwendet werden, oder durch das Digitale Kino eingespielt/eingespart werden, eine sehr gute zusammenfassende Aussage wieder. Man beachte, dass die Epoche des Digitalen Kinos erst angefangen hat und noch viel Entwicklungszeit vor sich hat, in der die digitale Technologie weiter verbessert und womöglich über große Teile der Welt popularisiert wird.
Ich bin der gleichen Auffassung wie mein Interviewpartner, der
Theaterleiter Frank Oppermann, dass die Digitalisierung nicht mehr zu stoppen ist und längst in unseren Alltag Einzug genommen hat. Ich befürworte jede Weiterentwicklung des Digitalen Kinos, da gerade persönlich für mich, als Betrachter, als Verbraucher, der visuelle Genuss natürlich steigen wird.
Würde man auf den Zug der Digitalisierung aufspringen, könnte Europa bald selbst eine größere Rolle neben den Hollywood-Studios spielen, was der deutschen Exportnation Nummer 1 ein weiteres Exportprodukt bescheren würde.
3.3 Blick in die Zukunft
Mit der 3D-Technik beginnt die Forschung in der dritten Dimension. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses eigentlich natürliche, räumliche Sehen nicht nur im Kino irgendwann alltäglich sein wird, sondern auch in jedem normalen Haushalt.
Ich kann zwar nur mutmaßen, aber ich rechne fest damit, dass auch in Zukunft die Signifikanz des Digitalen Kinos steigen wird. Wenn mit der Digitalisierung auch kleinere Contents, wie Opern, Konzerte o.ä. live ausgestrahlt werden können, wird ein sehr viel größeres Publikum erreicht werden.
Es kann aber auch so weit kommen, dass die Institution Kino gänzlich aufhört zu existieren, da die häusliche Heimkinoanlage das Kino überflüssig macht. Völlig ausgeschlossen, für meinen Geschmack! Ein Gemeinschaftserlebnis erhält man nur im Kino, nicht etwa zuhause, alleine vor dem Fernseher.
Das Kino bleibt vielleicht nicht das gleiche, wird aber immer ein beständiger kultureller Treffpunkt sein.
Dank
An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei Frank Oppermann bedanken, der mir sehr nützliche Hintergrundinformationen lieferte, ohne die ich wahrscheinlich nicht das Digitale Kino als Ganzes begriffen hätte. Ein großer Teil der Verständlichkeit liegt also in seinem Verdienst.
4.0 Anhang
4.1 Literaturverzeichnis Primär: Internetquellen:
[1] Digital Cinema Initiatives: Digital Cinema Initiatives, LLC, signs Licensing Agreements for compliance testing, URL: http://www.dcimovies.com/press/DCIpress-Oct-13-08.html , 13. Oktober 2008
[2] Statistisches Bundesamt: Fast 137 Millionen Besucher in deutschen Kinos 2006, URL:
http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Inter net/DE/Presse/pm/zdw/2008/PD08__005__p002.psml , 05. Februar 2008
[3] Filmförderungsanstalt: Besucher-, Umsatz- und Eintrittspreisentwicklung der deutschen Filmtheater 2006 bis 2010, URL:
http://www.ffa.de/downloads/marktdaten/3_Besucher_Umsatz_ Preise/3.2_bundesw_alteundneue_BL/2006_bis_2010.pdf , o.J. [4] Rosenstein, Tatiana: 90 Minuten HD am Stück, URL: http://www.tatiana-rosenstein.com/eng/pdf/film3.pdf , o.J. [5] Kinzel.org: Grundlagen - Bildparameter, URL: http://www.kinzel.org/02_foto/05_parameter/ , o.J. [6] Paradigma Films: Anweisungen zur Postproduktion, URL: http://www.blow-up.ch/faz/postproduction.html , o.J. [7] Die Bundesregierung, Beauftragter für Kultur und Medien: Filmförderung der EU, Media Plus Programm, URL: http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierun g/BeauftragterfuerKulturundMedien/Medienpolitik/Filmfoerderun g/InternationaleFilmfoerderung/FilmfoerderungderEUMediaPlusPr
ogramm/filmfoerderung-der-eu-media-plus-programm.html , o.J.
[8] Europa.eu: MEDIA 2007: Förderprogramm für den europäischen audiovisuellen Sektor, URL: http://europa.eu/legislation_summaries/audiovisual_and_media /l24224a_de.htm , 04. November 2006
[9] Han, Pliny: Film operator unites with steel maker in digital film business, URL: http://english.gov.cn/2007-05/25/content_625383.htm , 25. Mai 2007
Interviews:
[10] Oppermann, Frank: Diverse Fragen zum Thema Digitales Kino, Braunschweig, 11. März 2011
Sekundär:
Internetquellen:
[11] Wikipedia.org: Politik beim D-Cinema, URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Digitales_Kino#Politik , o.J. [12] Wikipedia.org: MEDIA, URL: http://de.wikipedia.org/wiki/MEDIA_%28Filmf%C3%B6rderung %29 , o.J.
[13] von Staden, Inga/Hundsdörfer, Beate: “Majors planen digital roll-out…” Auswirkungen der digitalen Zukunft auf die Kinobranche, URL:
http://www.filmportal.de/public/pics/IEPics/1c/E5D45FEA782A4 7F3A2765E9DB81F6EEB_mat_studie_digitales_kino_0309.pdf , Berlin, September 2003
[14] chinaseite.de: Überblick über die chinesische Wirtschaft, URL: http://www.chinaseite.de/china-wirtschaft/ueberblickwirtschaft-china.html , o.J. [15] Wikipedia.org: Volksrepublik China, URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Volksrepublik_China , o.J.
Buchquellen:
[15] Belton, John, Das digitale Kino - eine Scheinrevolution, in: Schüren (Hrsg), montage/dv, Ausgabe vom 12.01.03: Digitales Kino/Filmologie und Psychologie, München, 2003, Kapitel 1, S.6-27
[16] Wallon, Henry, Über einige psycho-physiologische Probleme, die das Kino aufwirft, in: Schüren (Hrsg), montage/dv, Ausgabe vom 12.01.03: Digitales Kino/Filmologie und Psychologie, München, 2003, Kapitel 5, S.94-98 [17] Hahn, Phillip, Mit High Definition ins digitale Kino -Entwicklung und Konsequenzen der Digitalisierung des Films, Marburg, 2005
Arbeit zitieren:
Max Hildebrand, 2011, Digitales Kino, München, GRIN Verlag GmbH
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