Albert- Ludwigs Universität Freiburg i. Br. Kunsthistorisches Seminar
Proseminar: Skulpturen im 13. Jahrhundert
Referentin: Sonja- Christine Großmann
Das Südportal des Straßburger
Münsters
Inhaltsverzeichnis
Einleitung. Seite 1- 2
Beschreibung des
S üdportals. Seite 2- 6
Interpretation der Figuren und
Reliefs. Seite 6- 9
Zeitliche Einordnung anhand des
Stiles. Seite 10- 12
Vergleich der „Synagoge und Ecclesia Darstellung“ in Straßburg
mit anderen Aufstellungen in Bamberg, Reims und Magdeburg.
Seite 12-13
Bibliographie. Seite 14
II
Einleitung
Obwohl das Doppelportal an der Südseite des Straßburger Münsters durch sein Bildprogramm eigentlich das bedeutendste Tor an der Kirche sein müsste, da sie Maria geweiht wurde, gilt die größte Beachtung der Gläubigen, aber auch der kunstgeschichtlich interessierten Besucher meistens dem imposanten Westwerk. Doch hatten nicht alle Zeitströmungen in der Geschichte einen bewundernden Blick auf das Bauwerk geworfen. Heute stehen wir vor einem Architekturdenkmal an dem man nicht nur Merkmale der Epochen Romanik und Gotik auseinander dividieren muss, sondern auch Mittelalterliches von neuzeitlicher Nachschöpfung scharf zu trennen hat, nachdem
viele Skulpturen nicht nur durch Umwelteinflüsse vergangen sind, sondern auch durch die französische Revolution und deren neuen geistesgeschichtlichen Denkanstöße zerstört wurden.
Doch reicht es nicht aus, die Bildhauerarbeiten des Südportals nur untereinander betrachten. Der thematische Vergleich mit den etwas früheren Sakralbauten Frankreichs und den späteren Deutschlands läßt nicht nur erkennen, daß Strassburg eine künstlerisch- darstellerische Vorreiterrolle besitzt sondern auch durch die plastische und somit haptische Verbildlichung der Metaphern Ecclesia und Synagoge eine Art Modewelle lostritt.
Dieser „künstlerische Fortschritt“ wurde in der Neuzeit zum Zeichen deutschen Ideenreichtums und Genialität. Während Goethe in seinem Aufsatz „Von deutscher Baukunst...“ 1 noch in einem bewundernden Ton das Münster zur lieben Frau bewundert, so vereinnahmten die Schreiber des Vorworts zu Dehios Buch
1 Johann Wolfgang von Goethe: Von deutscher Baukunst, D.M. Erwini a Steinbach; in den Schriften zur Kunst. Goethes Werke, Bd. XII der Hamburger Ausgabe, erschienen bei C.H.Beck (1978), 8.Auflage.
1
„Das Strassburger Münster“ 2 den historischen Bau schon zum identitätsstiftenden Werk des Nationalstolzes.
Beschreibung des Südportals
Das Südportal aus heimischen Buntsandstein am Querhaus des Straßburger Münsters befindet sich nicht ebenerdig man muß erst neun Treppenstufen überwinden um auf die Ebene zu den Toren zu gelangen. Auf der kleinen Plattform davor befindet sich östlich die Statue Meister Erwins „von Steinbach“ aus dem Jahr 1842 von Andreas Friedrich 3 und westlich eine Statue Meister Erwins Tochter aus dem Jahr 1864 von Philipp Grass 4 . Die Tore bestehen aus zwei halbkreisförmigen Bögen die aus flachen Sandsteinquadern gebaut wurden an die außen noch eine einfache runde Wulst anschließt. Die Archivolten bestehen nur aus Wülsten und Kehlen und sind unverziert. Die Tympana in Form von Lunetten sind mit Schmuckbändern umrandet. Das westliche Tympanon wurde mit einem Band aus Weinranken geschmückt; das östliche Tympanon ziert ein Band mit alternierend Blumen und Knospen. An der Basis der Tympana befinden sich Friese mit
abgeschnittenen Dreipassbögen, die jene Bilder von den Bildprogrammen an den Türstürzen abtrennt. Sie werden nach außen durch Gesimse über den Gewändesäulen weitergeleitet; innen schließen sich horizontal Abaci mit Blattmustern an die Dreipassbögen an.
Im westlichen Tympanon ist die Grablegung Marias zu sehen. Maria liegt mit einem faltenreichen Gewand bekleidet, das über ihren Kopf gezogen ist, auf einem Bett, das mit einem stark faltenschlagenden Tuch überzogen wurde. Im Vordergrund des Reliefs kniet eine Magd vor ihrem Totenbett und ist im
2 Georg Dehio: Das Strassburger Münster; S.2f.
3 Roland Recht: Strassburg und sein Münster; Edition DNA , Straßburg (1994); S.89.
2
Arbeit zitieren:
Sonja Christine Großmann, 2001, Das Südportal des Straßburger Münsters, München, GRIN Verlag GmbH
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Das Bildprogramm des Engelspfeilers und des Marienzyklus am Südportal ...
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