einfachen Arbeiters der zufrieden mit Beruf und Lebenskonstellation ist, wodurch er nicht nach Veränderung oder Verbesserung seiner gegenwärtigen Situation strebt. Daneben kann Doug als genügsam, gutmütig und eher einfältig bezeichnet werden. Demnach kann Dougs Charakter einer „komplizenhaften Männlichkeit“ (Hipfl 2005: S.2) zugeordnet werden, die durch ihr grundsätzliches Bestreben die hegemonialen Anteile von Männlichkeit zu erhalten, diese Bestrebungen dennoch durch Kompromissbereitschaft ihren Partnerinnen gegenüber mildern (vgl. Hipfl 2005: S.2). Als Verkörperung des us-amerikanischen ‚Otto-Normalverbrauchers‘ der seine Freizeit gerne mit Kumpels, Essen und dem gemeinsamen Sehen von Sportsendungen verbringt und generell eine eskapistische Fernsehnutzung aufweist, symbolisiert Doug den „passiven Konsument“ (Debord 1996: S.219f), der sich durch seine Passivität zu einem inaktiven, konformen Subjekt entwickelt, was eine Öffnung des Weges hin zu politischen Konformismen sowie widerstandloser Beeinflussung und Naturalisation von politischen und kapitalistischen Diskursen möglich macht (vgl. Debord 1996: S.198). Doug verfolgt implizit das Ziel einer De-Individualisierung, insofern, dass er als unintelligent, konform und stereotyp dargestellt wird und keine Tendenzen zu einer Veränderung seiner Situation anstrebt.
3.2. Carrie Heffernan
Carrie arbeitet als Anwaltsgehilfin in einer Kanzlei in Manhattan. Sie repräsentiert eine starke, schlanke und sehr attraktive Frau, die mit ihrer durchsetzungsfähigen, aufbrausenden Art mit beiden Beinen im Leben steht, wichtige Entscheidungen und Dinge im Leben der Heffernans regelt und sich in den Auseinandersetzungen mit ihrem Ehemann oder Vater durchsetzt. Carrie symbolisiert in ihrer Rolle das Gegenteil von Doug. In der Art ihrer Darstellung wird der Diskurs des postmodernen Subjekts erzeugt, dass durch die Eigenschaften Unabhängigkeit, Disziplin und Autonomie beschrieben werden kann. Carrie sucht beständig nach der Verbesserung ihrer Situation und dem Verlassen ihres soziogesellschaftlichen Milieus, was sich in ihrem Bestreben eines Umzugs nach Manhatten, also hinaus aus dem Arbeiterviertel Queens und in ihrem späteren Studium, im zweiten Bildungsweg, zeigt. Mit Carries Entwicklung und Veränderung wird gezeigt, dass das postmoderne Subjekt prozesshaft ist und Identität beständig gebildet und verändert wird. Damit wird Identität implizit als planbare Kategorie dargestellt (vgl. Kraus 1999: S.4), „das postmoderne Leben [wird] als offenes Identitätsprojekt“ (Keupp 1992: S.36) vorgestellt, indem die Subjekte „Architekt[innen] des eigenen Lebensgehäuses“ (ebd. S.4) sind, die aufgrund ihrer pluralisierten Lebenskontexte und daraus resultierenden explosiv erweiterten Möglichkeiten, unbegrenzt ihre Ziele durch eigene Leistung erreichen können
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(vgl. ebd.). Dadurch wird unterstellt, dass jedem Mensch alle Chancen offen stünden, wenn er sich nur genügend anstrengend würde, ohne die kontextuelle Bedingtheit der Subjekte und hindernde (Sozial)Strukturen zu bedenken. In der Postmoderne gilt der Diskurs „Jeder ist seines Glückes Schmied“ und Identität kann durch eigene Leistung gesteuert werden, was die Zukunft einer möglichen, lebbaren und] planbaren Kategorie macht (vgl.ebd.). Demnach verfolgt Carrie das Ziel der Individualisierung, um sich aus ihren sozialen Strukturen zu lösen weil sie ihre berufliche und private Situation verbessern will. Aus diesem Grund unterliegt Carrie dem (postmodernen) Druck in möglichst allen Lebensbereichen imposante Inszenierungen zu schaffen, um damit eine „narrative Identität“ (Kraus 1999: S.5) aufbauen zu können, mit der sie „die Erwartung zukünftiger Ereignisse begründen“ (ebd.) kann. Dementsprechend wird unter der narrativen Konstruktion von Identität in der Postmoderne die Handlung von Individuen verstanden, ihre eigenen Erfahrungen durch kontingente (Selbst)Erzählungen zu organisieren (vgl. ebd. S.7). Folglich verändert sich Carrie, als Repräsentantin eines „neoliberalen Subjekts“ (Hipfl 2005: S.2), ständig, indem sie flexibel auf die Gegebenheiten und Veränderungen ihrer Umgebung reagiert und bestrebt ist, sich in allen Situationen bestmöglich zu präsentieren (vgl. ebd.). Dieses Verhalten stellt Flexibilität und Inszenierungstechniken unhinterfragt als Standards dar. Daneben ist Carrie sehr diszipliniert und achtet auf Körper indem sie regelmäßig Fitness-, Nagel-, und Friseurstudios besucht, womit die modernen „Disziplinierungstechniken“ und „Technologien des Selbst“ (Foucault 1993: S.x) zu Normen konstruiert werden. Sie trainiert ihren Körper und diszipliniert sich selbst um ihr Aussehen an die medial vorgegebenen Ideale anzupassen.
3.3. Arthur Spooner
Arthur Spooner (ca. 75 Jahre) ist Carries Vater und lebt seit dem selbstverschuldeten Brand seines Hauses bei Doug und Carrie im Keller. Arthur ist aufbrausend, stur, exaltiert und rassistisch, er erzählt oft und gerne von seiner Vergangenheit und den Erlebnissen aus seiner Teilnahme am zweiten Weltkrieg (vgl.www.kingofqueens.tv). Arthur symbolisiert die Ideologie der Moderne, indem er fixierten Strukturen und Beziehungsgefügen hohe Bedeutungen beimisst. Daneben zeugt auch sein Denken in Klassen und Nationalismen von dieser modernen Identität, die sich beständig in rassistischen Äußerungen und/oder der Proklamation nationaler Zugehörigkeitsrituale und Traditionen zeigt (vgl. Kraus 1999: S.4).
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3.4. Nebendarsteller
3.4.1. Deacon & Kelly Palmer
Deacon und Kelly Palmer, sowie deren Söhne Kirby und Major, sind Afroamerikaner und die besten Freunde von Doug und Carrie. Außerdem sind Deacon und Doug Arbeitskollegen. Deacon und Kelly sind beide groß und schlank und repräsentieren eine ‚typische‘ schwarze Familie aus dem Arbeitermilieu. Sie leben ebenfalls in Queens, sind zielstrebig und verantwortungsbewusst. Im Laufe der Serie trennen und vereinen sie sich mehrmals. Damit wird die Beziehungsmobilität postmoderner Identitäten proklamiert, sodass der Abbruch, Wechsel oder die Wideraufnahme von Beziehungen als Normalitätskategorie der Postmoderne konstruiert wird (vgl. Keupp 1999: S.8f). Somit sind postmoderne Beziehungen nicht mehr durch Beständigkeit sondern vielmehr durch Veränderung und Bindungslosigkeit gekennzeichnet (vgl. ebd.).
3.4.2. Spence Olchin & Danny Heffernan
Spence ist ein dicklicher, kleingewachsener Allergiker der bei seiner Mutter lebt, am U-Bahn Schalter arbeitet und im Alter von 36 Jahren noch über keinerlei sexuelle Erfahrungen verfügt. Spence repräsentiert den Außenseiter, Freak und Versager, der immer wieder von seinen Freunden aufgrund seiner homosexuellen Neigungen gehänselt wird.
Danny Heffernan ist Dougs übergewichtiger Cousin, der mit mehreren Versuchen selbstständig zu arbeiten, Konkurse verursacht hat, geschieden ist und als Versager auf ganzer Linie dargestellt wird. Später zieht er mit Spence zusammen und die beiden entwickeln homosexuelle Neigungen zueinander, die sie jedoch aufgrund ihrer Freunde nicht offen ausleben können.
3.4.3. Holly Shumpert
Holly ist Hundesitterin und wird von Doug und Carrie bezahlt Arthur ‚auszuführen‘. Sie befindet sich fortwährend in finanziellen Schwierigkeiten, ist ungebildet, trockene Alkoholikerin und gerät ständig an die falschen Männer. Hollys negative Darstellung und ihre privaten und beruflichen Probleme kulminieren am Ende der Serie als sie hochschwanger, sitzen gelassen nach einer Bleibe sucht.
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Arbeit zitieren:
MMag. Catrin Neumayer, 2010, Serienanalyse "King of Queens", München, GRIN Verlag GmbH
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