Inhalt
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1. Einleitung 3
2. Leo Kirch: Sein Leben und Werk 3
2.1 Der Aufstieg des Kirch-Imperiums 4
2.2 Der „findige“ Unternehmer Leo Kirch 6
3. Strukturen und Aufbau der KirchGruppe 7
3.1 Die KirchHolding 8
3.2 Die KirchMedia 8
3.3 Das KirchPayTV 10
3.4 Die KirchBeteiligung 11
4. Unternehmensgrundsätze und Visionen 11
4.1 Eigenständigkeit der Sendermarken 11
4.2 Mitarbeiterorientierung und Mitarbeiterintegration 12
4.3 Fokussierung auf Zuschauer, Erfahrungen und Leitmotive 12
4.4 Visionen 13
5. Kirchs ökonomische Vision 13
5.1 Vertikale Integration bei Medienunternehmen 14
5.2 Die Vorteile vertikaler Integration 14
5.3 Ergänzung der Vision durch horizontale Integration 15
6. Der Untergang des Kirch-Imperiums 16
6.1 Verlauf der Krise 16
6.2 Ursache des Scheiterns 18
6.3 Die aktuelle Lage der KirchGruppe heute 19
7. Fazit 20
8. Quellenangaben 22
2
1. Einleitung
Konvergenz und Entertainment: Das waren die Schlagworte mit denen sich die KirchGruppe in den letzten Jahren in Verbindung brachte. Mit ihrem fast märchenhaften Aufstieg und Etablierung auf dem deutschen sowie auch internationalen Medienmarkt machte sie so manchem Medienunternehmen Konkurrenz. Was war das für eine Vision, die Leo Kirch mit seiner KirchGruppe verfolgte? Konnte er sie auch nach seinen Vorstellungen realisieren und ist diese auch in der Unternehmenskultur wieder zu finden? Gerade durch die Insolvenz des ehemaligen Kirch-Imperiums und des erst kürzlich zustande gekommenen Verkaufs der ProSiebenSat.1 Media AG sind Aufstieg und Fall Kirchs, der die Medienlandschaft stark erschütterte, wieder in die Diskussion geraten.
In dieser Seminararbeit soll der Wirtschaftsstil der KirchGruppe näher betrachtet werden. Dazu wird im Folgenden zunächst auf den Werdegang und die Person eingegangen, die hinter diesem Unternehmen steht: Leo Kirch. Im Anschluss daran wird der Aufbau der KirchGruppe die Unternehmensstrukturen dargestellt, da sie deren wahrnehmbaren Teil der Unternehmenskultur verkörpert, der zum Verständnis wichtig ist. Schließlich soll verstärkt auf die Unternehmensgrundsätze und Visionen der KirchGruppe eingegangen werden, in deren die Unternehmenskultur verankert ist. Gerade aber auch Kirchs Vision eines vertikal integrierten Unternehmens stellte die Basis seines Unternehmens dar und verdient deswegen eine Betrachtung. Um dieses Thema zu ergänzen wird zusätzlich auf den Untergang des Unternehmens eingegangen und versucht die Gründe für das Scheitern zu finden.
2. Leo Kirch: Sein Leben und Werk
Leo Kirch wurde am 21. Oktober 1926 als Sohn eines Winzers in Würzburg geboren. 1 Nach dem Abitur absolvierte er ein Studium der Mathematik und Betriebswirtschaft in Würzburg und München. Im Anschluss an seine Promotion in München widmete er sich als Assistent an der Universität primär den elektronischen Medien. 2 Zusammen mit einem ehemaligen Kommilitonen gründete er 1955 die Firma Sirius Film und Einkauf
1 Profil: Leo Kirch, >>http:// www.ftd.de/db/mu/2705246.html<< Stand: 21.11.2001.
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GmbH. 3 Bereits ein Jahr später begann die rasante Entwicklung des Erfolgsunternehmens Kirchs, indem er die Kinorechte an Fellinis Film „La Strada” für 130.000 DM erwarb. 4 Dieser Film blieb zunächst ein Flop in den Kinosälen, wurde später jedoch als Video zum Kultfilm, wodurch finanzielle Mittel in das Unternehmen Kirchs zurückflossen und der Grundstock mit zusätzlichen Filmrechten erweitert werden konnte. Dieser bildete letztendlich das Fundament seines Werkes.
2.1 Der Aufstieg des Kirch-Imperiums
Mit der Gründung der Tochterfirmen BetaFilm 1959 sowie der TaurusFilm 1963 stieg Kirch nicht nur aktiv in den Filmrechtehandel ein, sondern beteiligte sich ebenso in der Produktion im Fiktionsbereich. 5 Schon im Jahre 1963 konnten mehr als 600 Filme zum Besitz Leo Kirchs gezählt werden. Kurze Zeit später waren es sogar schon über 2000. 6 Zu dieser Zeit stellte das Zweite Deutsche Fernsehen einen auf persönlichen Beziehungen beruhenden Geschäftspartner dar, welcher einen wesentlichen Teil von Kirchs Filmarchiv für die Gestaltung des Programms kaufte. 7
Mit der Gründung von Unitel stieg Kirch in die Produktion von klassischen Musikprogrammen ein, was einen ersten Schritt in eine vertikale Unternehmensintegration darstellte, da die KirchGruppe, wie sich später zeigen sollte, auf diesem Prinzip aufgebaut wurde. Dieses Ziel verfolgte Kirch auch mit der TaurusMediaTechnik, einem selbständigen Tochterunternehmen, welches 1975 als technisches Servicezentrum etabliert wurde. 8 Das Expansionsvorhaben weitete sich in den 80er Jahren aus, indem Kirch Gesellschafter des Axel Springer Verlages sowie des Schweizer Pay-TV Senders Teleclub wurde. Zum ersten Mal investierte er im Bereich des deutschen Free-TV in den Sender Sat.1. 9 Sein Engagement im Sportrechtehandel seit den frühen 90ern führte dazu, dass die erfolgreichsten Sportrechteagenturen zur
2 Vgl. ebd.
3 Vgl. ebd.
4 Bleyer, Heinz: Medienmogul Leo Kirch!, >>http://www.positivenews.de/kirch.htm<< Stand 23.06.2003.
5 Vgl. ebd.
6 Vgl. ebd.
7 Vgl. ebd.
8 KirchGruppe: Pressemappe, S. 6.
9 Vgl. ebd., S. 6.
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KirchGruppe zuzuordnen sind, welche die Rechte an den populärsten und attraktivsten Disziplinen besitzen. 10
1991 gründete Leo Kirch zusammen mit dem Bertelsmannkonzern und Canal Plus die Pay-TV Plattform Premiere. 11 Fünf Jahre später im Juli 1996 entstand durch Kirch das erste digitale Pay-TV DF1. 12 Da der erwartete Erfolg der beiden Sender ausblieb, versuchten Bertelsmann und Kirch DF1, Premiere und das Deutsche Sportfernsehen zusammenzufassen. Sie wurden jedoch vom Bundeskartellamt daran gehindert, woraufhin Bertelsmann seine Anteile bei Premiere an Kirch verkaufte. 13 Schließlich gelang es Kirch Premiere und DF1 1999 schließlich zu PPREMIERE WORLD zu fusionieren. 14 Dieses ist seither digital und analog zu empfangen. 15 Die ProSieben Media AG, welche im Mehrheitsbesitz seines Sohnes Thomas Kirch stand, wurde noch im gleichen Jahr in die KirchGruppe eingegliedert. 16 Diese Integration der neu entstandenen ProSiebenSat.1 Media AG bereitete ihren Börsengang im Oktober 2000. Es zeigte sich nun ein ganz anderes Bild des Kirch Konzerns: Kirch wollte bei der Produktion und Verwertung audiovisueller Güter entstehenden Synergiepotentiale nutzen, die sich nur durch vertikale Integration des Unternehmens erschaffen ließen. 17 Schon bald zeigte sich, dass Kirch sich nicht nur auf den Filmrechtehandel beschränken ließ und „eine lückenlose Kette, die vom Handel mit Filmrechten über die Bearbeitung und Synchronisation über das Merchandising bis hin zu eigenen Fernsehsendern reicht” 18 entstehen ließ. Seine Vision von einem vollintegrierten Medienunternehmen, das alle Ebenen der Wertschöpfungskette, d. h. von der Produktion, Programm, Vervielfältigung bis hin zum Vertrieb miteinander vereint, wollte er mit der KirchGruppe zur Wirklichkeit werden lassen.
Des Weiteren wurden die internationalen Beziehungen zu anderen Produktions- und Medienunternehmen ausgebaut. So profitierte die KirchGruppe lange Zeit durch ihre
10 Vgl. ebd., S. 6.
11 Woldt, Runar: Pay-TV: Marktbereinigung auf breiter Front, S. 539.
12 KirchGruppe: Pressemappe, S. 6.
13 Woldt, S. 540.
14 Dreier, Hardy: Das Mediensystem in der Bundesrepublik Deutschland, S. 265.
15 Vgl. ebd., S. 265.
16 KirchGruppe: Pressemappe, S. 6.
17 Kiefer, Marie-Luise: Kirch-Insolvenz: Ende einer ökonomischen Vision, S. 492.
18 Bleyer, >>http://www.positivenews.de/kirch.htm<< Stand 23.06.2003.
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Arbeit zitieren:
Sandra Urban, 2003, Die KirchGruppe, München, GRIN Verlag GmbH
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