Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Walter Benjamin. 2
3. Der Surrealismus 3
4. Entstehungskontext des Essays 4
5. Der Sürrealismus. Die letzte Momentaufnahme der europäischen Intelligenz 5
Rechtfertigung der Kritik. 5
5.1
Surrealismus als Lebensform. 5
5.2
Die profane Erleuchtung und die Liebe 6
5.3
Paris als surrealistische Stadt. 7
5.4
Eine Geschichte der esoterischen Dichtung 8
5.5
Die dialektische Entwicklung des Surrealismus 8
5.6
Der Kult des Bösen zur Befreiung von Moral. 9
5.7
Revolution und Rausch 9
5.8
Die Organisation des Pessimismus. 10
5.9
5.10 Die Doppelaufgabe der revolutionären Intelligenz 10
6. Resümee. 11
7. Literatur 12
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1. Einleitung
Im Rahmen des Seminars „Literaturtheorie und Literaturkritik bei Benjamin und Adorno“ wurden Texte zu verschiedenen Themen von Walter Benjamin und Theodor Adorno gelesenen, besprochen und interpretiert. Aufgrund der mangelnden Zeit konnte Benjamins Essay über den Surrealismus nicht besprochen werden. Es ist auch weniger ein Essay zur Literatur, als eines über „das Politische in Kultur und Theorie der Moderne“, welches Gründe für sein Interesse an dem französischen Surrealismus festhält (vgl. Barck 2006: 386). Im Folgenden soll die Auseinandersetzung Benjamins mit dem Surrealismus nachvollzogen und die Bedeutung des Essays für sein Gesamtwerk geklärt werden. Dazu werden zunächst Walter Benjamin als Person und der Surrealismus als Bewegung kurz dargestellt. Hierauf soll der Entstehungskontext des Essays geklärt werden. Kern der Arbeit bildet das Nachvollziehen der Gedankengänge Benjamins, die Aussagen des Essays werden zusammengefasst und verständlich dargestellt. Abschließend wird der Essay in Benjamins Gesamtwerk eingeordnet.
2. Walter Benjamin
Im Jahre 1892 geboren, wuchs Walter Benjamin als Sohn eines jüdischen Bankkaufmanns und Auktionators wohlbehütet im großbürgerlichen Westen der Stadt Berlin auf (vgl. Kramer 2003: 13 f.). Früh wird in seinen Arbeiten die theologisch-metaphysische Dimension deutlich, die als Reaktion auf die damalige Kulturkrise seinen philosophischen Ansätzen als Fundament dienen soll. Ebenfalls sein politisches Engagement beginnt in jungen Jahren, zwischen 1912 und 1914 setzt er sich bereits als Anhänger Gustav Wynekens für eine Reform der Schule und Erziehung ein (vgl. Werner 2006: 3). Da 1925 Benjamins Antrag auf eine Habilitation in Frankfurt abgelehnt wird, arbeitet er in der Weimarer Republik als freier Publizist und Autor für den literarischen Markt. Im März 1933 tritt Benjamin das Exil an, in Paris arbeitet er vornehmlich für das Frankfurter Institut für Sozialforschung. Dessen Zeitschrift, in der auch Adorno, Horkheimer und Marcuse publizierten, basierte auf Ansätzen der Kritischen Theorie (vgl. Kramer 2003: 10). Die Jahre des Exils waren geprägt von einem Leben am Existenzminimum, welches sowohl Benjamins Arbeit als auch seine persönliche Befindlichkeit negativ beeinflusste. 1940 schließlich nimmt er sich nach einem gescheiterten Fluchtversuch in die USA mit einer Überdosis Morphium an der französisch-spanischen Grenze das Leben (vgl. Werner 2006: 4 ff.).
Erst Mitte der sechziger Jahre gelangte Benjamin zu seiner bis heute anhaltenden Popularität, die vor allem durch die Studentenbewegung hervorgerufen wurde. Seit Rolf Tiedemann und Hermann Schweppenhäuser im Suhrkamp Verlag die kritische Ausgabe von Benjamins Gesammelten Schriften ab den späten sechziger Jahren veröffentlichten, werden seine Texte von der Öffentlichkeit umfassend wahrgenommen und rezipiert (vgl.
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Kramer 2003: 8 ff.). Neben der Prägung seiner Werke durch zeitgeschichtliche Ereignisse waren vor allem auch seine Freundschaften zum Beispiel zu Scholem, Brecht oder Adorno für Benjamin außerordentlich wichtig. Dabei störte es ihn nicht, dass sich seine Freunde einander oft sehr skeptisch gegenüberstanden. Das Denken in Extremen und das zeitweilige Aufgeben einer Orientierung ist elementar für die Werke und das Leben Benjamins, wobei die endgültige Synthese der Gegensätze nicht mehr gelingen konnte (vgl. ebd.). Genau diese Eigenschaft bildet das Verbindungsstück Benjamins zum Surrealismus, der es sich zum Ziel gemacht hatte, Gegensätzlichkeiten zu vereinen und Absurdes zusammenzubringen.
3. Der Surrealismus
Nach dem ersten Weltkrieg war die Protesthaltung gegen die Greuel des Krieges eine der wichtigen Entstehungsaspekte des Surrealismus. Die Hinwendung zum Irrationalen als Reaktion auf die Kriegserfahrungen stellte eine größtmögliche Weigerung an der Teilnahme an derartigen Schreckensentwicklungen dar (vgl. Bürger 1996: 26 ff.). Schlüsselfigur der französischen Bewegung ist André Breton, der in den Jahren vor dem zweiten Weltkrieg eine beträchtliche Zahl von Anhängern um sich scharte, darunter Soupault, Aragon und Eluard. Die zunächst unpolitische Haltung verändert sich 1925 mit dem Marokkokrieg, der Anstoß zur Neuorientierung der Gruppe bot. Der zunächst auf eine geistige Veränderung bezogene Begriff der révolution bekam eine eindeutig politische Färbung. Zwischen 1925 und 1935 versuchten die Surrealisten, mit den Kommunisten zusammenzuarbeiten, was allerdings nie wirklich gelang. Zu unterschiedlich war das Verständnis von Freiheit der beiden Gruppen, die Auseinandersetzungen führten zu etlichen Austritten bzw. Ausschlüssen von Mitgliedern der surrealistischen Gruppe (vgl. ebd.: 28 ff.). Breton versuchte gemäß des surrealistischen Grundsatzes der Vereinigung von Gegensätzen, politische und surrealistische Aktivitäten zusammen zu bringen und somit zu verhindern, dass die Bewegung zu einer bloßen Gruppe von Künstlern bzw. zu einer politischen Aktionsgemeinschaft reduziert würde. Ab 1935 engagierten sich die Surrealisten vehement gehen den Faschismus, wobei sie sich ebenfalls von der bürgerlichen Demokratie distanzierten. Sie vertraten eine radikale revolutionäre Position, die ihnen jede Möglichkeit konkreten politischen Handelns nahm. So gelangten sie erneut in einen Zustand apolitischen Verhaltens, in welchem sie die Reinheit des revolutionären Bewusstseins bewahren wollten. Sie wurden nach dem Ende des zweiten Weltkriegs immer mehr zu einer „bloßen“ Künstlergruppe, deren bekanntester Vertreter ist heute wohl Salvador Dalí (vgl. ebd.: 35 ff.).
Für den Surrealismus elementar war die Idee der Befreiung des Menschen aus den Zwängen der bürgerlichen Zivilisation. Die vitalen Kräfte des Seins sollten aufgerüttelt
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Arbeit zitieren:
Sarah Al-Bashtali, 2010, Über Walter Benjamin: "Der Sürrealismus. Die letzte Momentaufnahme der europäischen Intelligenz", München, GRIN Verlag GmbH
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