< Questio 7, a. 2 [18] >
Zeile 2 : Circa secundum sic proceditur. Im zweiten geht es so weiter. Es scheint, dass jene, die
Videtur quod illi qui spiritualibus operibus keine geistlichen Werke verrichten, nicht von der Hände uacant non excusentur a labore manuum. Arbeit entschuldigt seien. <1> II Thessalonicensium III, super illud : Si <1> Der 2. Thessalonicher III, über jenes : „Wenn einer nicht arbeiten will, soll er nicht essen“, sagt die Glosse 1 quis non uult operari, non manducet, dicit Glosa Augustini : Dicunt quidam de operibus des Augustinus´: „Einige sagen, dass der Apostel dies spiritualibus hoc Apostolum precepisse; et über die geistlichen Werke vorgeschrieben habe“; und postea subdit : Set superflue conantur et sibi später fügt er hinzu: „Aber überflüssig versuchen sie, et ceteris caliginem obducere, ut quod utiliter sowohl sich als auch Andere in Finsternis zu hüllen, damit caritas monet, non solum facere nolint, set sie das, wozu die Liebe nützlich ermahnt, nicht nur nicht nec intelligere; et ita uidetur quod per machen wollen, sondern auch nicht erkennen“; und so spiritualia opera a labore manuum non scheint es, dass sie durch geistliche Werke nicht von der excusentur. Arbeit der Hände entschuldigt seien.
Zeile 13: <2> Preterea. Inter omnia opera <2> Außerdem. Unter allen Werken sind das Gebet, die maxime spiritualia sunt oratio, lectio et Lektüre und die Predigt die geistlichsten; aber durch diese predicatio; set per ista opera non excusantur Werke entziehen sich Einige nicht der körperlichen aliqui ab opere manuali; ergo etc. Probatio Arbeit; folglich etc. Beweis mittelmäßig: Augustinus medie : Augustinus in libro De opere [schreibt] im Buch „Über die Werke der Mönche“ : „Was monachorum : Quid agant qui operari die tun sollen, die nicht körperlich arbeiten wollen“, will corporaliter nolunt scire desidero, et cui rei ich wissen und für welche Sache sie frei sind. „Sie sagen, uacent. Orationibus, inquiunt, et lectionibus für Gebete“ und Lektüre „und das Wort Gottes“; weiter et uerbo Dei ; et postea subdit : Set si ab hiis fügt er hinzu: „Aber wenn wir davon nicht weggerufen auocandi non sumus, nec manducandum est werden müssen, muss weder gegessen werden noch Essen nec esce preparande. Si autem ad ista uacare zubereitet werden. Wenn aber dazu frei zu sein die seruos Dei certis interuallis temporum Notwendigkeit der Schwäche die Sklaven Gottes in infirmitatis necessitas cogit, cur non et bestimmten Zeitabständen zwingt, warum weisen wir preceptis apostolicis obseruandis aliquas nicht, um den Vorschriften der Apostel zu gehorchen, partes temporum deputamus ? Et quantum ad einige Zeitabschnitte zu?“ Und wie er zu den Betenden orantes dicit : Citius exauditur una obedientis spricht: „Eine Rede des Gehorchenden wird schneller oratio quam decem milia contemptoris. gehört als zehntausend eines Verächters.“ Soweit er wahr
Quantum uero ad psallentes, subdit : Cantica zu den Harfenspielern [spricht], fügt er hinzu: „Göttliche diuina cantare, etiam manibus operantes Gesänge singen können auch die mit den Händen facile possunt, et ipsum laborem diuino Arbeitenden leicht tun und die Mühe selbst wie durch tamquam celeumate consolari. Quantum uero einen göttlichen Takt lindern.“ Soweit er wahr zu den ad legentes subdit: Qui autem dicunt se Lesenden hinzufügt: „Die aber sagen, frei für die Lektüre lectioni uacare, nonne illic inveniunt quod zu sein, finden nicht dahin, was der Apostel vorschreibt? praecepit apostolus? Quae est ergo ista Was soll also die Verdrehtheit, der Lektüre nicht perversitas, lectioni nolle obtemperare, dum gehorchen zu wollen, solange er für sie frei sein will? Wer uult ei uacare? Quis enim nesciat, tanto wüsste nicht, dass jeder umso schneller vorankommt, citius quemcumque proficere cum bona legit, wenn er Gutes liest, je schneller er tut, was er gelesen quanto citius facit quod legit? Quantum uero hat?“ Wie er wahr zu den Predigenden darunter fügt: ad praedicantes subiungit: Si autem alicui „Wenn aber irgendeiner eine bezahlte Rede halten muss sermo est erogandus, et ita se occupat ut und sie ihn so beschäftigt, dass er nicht mit den Händen manibus operari non uacet, numquid omnes arbeiten kann, können nicht alle im Kloster den zu ihnen possunt in monasterio uenientibus ad se, uel Kommenden entweder göttliche Lesungen darbieten oder diuinas lectiones exponere, uel de aliquibus über andere Fragen heilbringend disputieren? Wenn also disputationibus salubriter disputare? Quando nicht alle können, warum wollen unter diesem Vorwand ergo non omnes possunt, cur sub hoc obtentu alle dafür frei sein? Obwohl, auch wenn sie alle könnten, omnes uacare uolunt? Quamquam, etsi müssten sie dies im Wechsel tun, nicht nur, damit die omnes possent, uicissitudine facere deberent, Übrigen mit notwendigen Tätigkeiten beschäftigt sind, et non solum ut ceteri a necessariis actibus sondern weil es reicht, dass Einer zu mehreren Zuhörern occuparentur, set quia sufficit ut pluribus spricht.“ audientibus, unus loquatur.
Zeile 45: <3> Preterea. Clerici maxime <3> Außerdem. Kleriker sind am meisten mit geistlichen
operibus spiritualibus occupantur; set ipsi Arbeiten beschäftigt; aber sie sind selbst an die Arbeit der tenentur ad laborem manuum; ergo, etc. Hände gebunden; folglich etc. Beweis mittelmäßig: im Probatio medie : distinctione LXXXI dicitur: Abschnitt LXXXI wird gesagt: „Der Geistliche soll sich Clericus uictum aut uestitum sibi artificio uel Nahrung oder Kleidung durch Handwerk oder agricultura, absque officii sui dumtaxat Landwirtschaft, ohne selbstverständlich seiner Pflicht zu detrimento, preparet; item in alio capitulo: schaden, bereiten“; ebenso in einem anderen Kapitel: Clericus quilibet uerbo Dei eruditus artificio „Jeder im Wort Gottes unterrichtete Geistliche möge seine uictum querat. Item: Omnes clerici qui ad Nahrung durch Handwerk erstreben. Ebenso: Alle operandum ualidi sunt, et artificialia et Geistlichen, die gesund zum Arbeiten sind, sollen sowohl litteras discant. die Handwerkskunst als auch die Wissenschaften kennen lernen.“
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Zeile 54: <4> Preterea. Religiosi qui omnia <4> Außerdem. Die Religiösen, die Alles verlassen
reliquerunt, maxime operibus spiritualibus haben, sind am meisten für geistliche Werke frei; aber uacant; set tales tenentur ad laborem solche halten sich an die Arbeit der Hände; folglich etc. manuum; ergo, etc. Probatio medie: Luce Beweis mittelmäßig : [Zu] Im Licht XII: “'Verkauft, was XII, Vendite que possidetis, Glosa: Non ihr besitzt“, [sagt die] Glosse: „Teilt nicht nur euer Brot tantum cibos uestros communicate mit den Armen, sondern verkauft auch eure Besitztümer, pauperibus, set etiam uendite possessiones damit ihr, sobald ihr alle einmal für den Herrn verachtet uestras, ut omnibus uestris semel pro Domino wurdet, danach mit Arbeit der Hände beschäftigt seiet, spretis, postea labore manuum operemini, wovon ihr leben und Almosen geben möget.“ unde uiuatis et elemosinam faciatis.
Zeile 63: <5> Preterea. Decretum dicit <5> Außerdem. Ein Bescheid (Dekret) in Abschnitt XXII
distinctione XXII, quod ille est hereticus qui sagt, dass jener „ein Häretiker ist“, der gegen ein Statut facit contra statutum ecclesie Romane; set illi der Römischen Kirche handelt; aber jene, welche betteln, qui mendicant, non laborantes propriis ohne mit den eigenen Händen zu arbeiten, handeln gegen
ein Statut von Papst Calixtus 2 XII, q. 1 : „Meistsehende manibus, faciunt contra statutum Calixti Pape, XXII, q. 1: Videntes summi sacerdotes [im Sinne von „vorausschauen“] Priester“ etc., wo gesagt etc., ubi dicitur quod ecclesia statuit quod wird, dass die Kirche festgelegt hat, dass zwischen inter eos qui communi uita degere uoluerunt, denjenigen, welche „ein gemeinsames Leben führen“
wollen 3 , kein „Bedürftiger zu finden sein soll“; folglich nullus egens inueniatur; ergo religiosi propter opera spiritualia non excusantur a labore sind die Religiösen, weil sie geistlich arbeiten, nicht von manuum, immo, si mendicant, sunt heretici. der körperlichen Arbeit entschuldigt, vielmehr sind sie Häretiker, wenn sie betteln.
Zeile 73: <6> Preterea. Ille qui exponit se <6> Außerdem. Jener, der sich der Todesgefahr aussetzt,
sündigt gleichsam Gott zu erobern suchend 4 , so wie periculo mortis, peccat, quasi temptans Deum, sicut si aliquis uideret ursam irgendeiner Gott zu erobern suchte, wenn er einen in uenientem in furia et deponeret arma quibus Raserei versetzten Bären kommen sähe und die Waffen, posset se defendere, temptaret Deum; set ille mit denen er sich verteidigen könnte, ablegte; aber jener, qui relinquit omnia et non laborat manibus, welcher Alles zurücklässt und nicht mit den Händen abicit a se necessaria uictus, quibus resistitur arbeitet, wirft den notwendigen Lebensunterhalt von sich, consumptioni que fit in corpore per calorem durch welchen er sich der Aufzehrung widersetzt, welche naturalem; ergo talis peccat, quasi temptans im Körper durch die natürliche Lebenswärme geschieht; Deum. folglich sündigt ein solcher gleichsam Gott zu erobern suchend.
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Zeile 82: <7> Preterea. Philippensium III <7> Außerdem. In Philipper III sagt der Apostel: „Seid
dicit apostolus: Imitatores mei estote, fratres; meine Nachahmer, Brüder“; aber [er] selbst, obwohl er set ipse, quamuis predicaret et operibus predigte und frei von geistlichen Werken war, suchte spiritualibus uacaret, nichilominus opere trotzdem Nahrung durch Arbeit der Hände, [siehe] 2. manuum uictum querebat, II ad Thessalonicher III : „Ihr wisst selbst, auf welche Weise es Thessalonicensium III : Ipsi scitis angebracht ist, uns nachzuahmen , weil wir bei euch nicht quemadmodum oporteat imitari nos, quoniam tatenlos [inquieti = unruhig ?] gewesen sind, und wir nicht non inquieti fuimus apud uos, neque gratis umsonst von jemandes Brot gegessen haben, sondern panem manducauimus ab aliquo, set in unter Arbeit und Ermüdung Nacht und Tag gearbeitet labore et fatigatione, nocte ac die operantes, haben, damit wir nicht jemanden von euch belasteten“; ne quem uestrum grauaremus; ergo etc. folglich etc.
Zeile 91: <8> Preterea. Genesis XXIII, super <8> Außerdem. [Zu]Genesis XXIII , über jenes :
illud Confirmatus est ager etc., dicit Glosa „Befestigt ist der Acker“ etc., sagt die Glosse, dass „der quod perfectus predicator animam suam vollendete Prediger seinen Geist unter dem Dach der abscondit sub bone operationis et guten Arbeit und der Kontemplation verbirgt“; und so contemplationis tegmine; et ita illi qui müssen diejenigen, die sich durch Kontemplation auf operibus spiritualibus insistunt per geistliche Werke verlegt haben, sogar der äußeren Werke contemplationem, debent etiam operibus durch Handeln enthaltsam sein, und so entschuldigen die exterioribus uacare per actionem, et sic opera geistlichen Werke nicht von der Arbeit der Hände. spiritualia non excusant a labore manuum.
Zeile 99: Set contra. <1> Luce IX, super illud Aber dagegen: <1> In Im Licht IX, über jenes : „Lasst zu,
: Sine ut mortui sepeliant mortuos suos, dicit dass die Toten ihre Toten bestatten“, sagt die Glosse: Glosa: Dominus docet minora bona pro „Der Herr lehrt, dass kleinere Güter für Größere maioribus esse dimittenda; set opera aufzugeben sind“; aber geistliche Werke sind größere spiritualia sunt maiora bona quam opera Güter als manuelle Werke; folglich muss der Mensch manualia; ergo homo debet hec pretermittere diese für jene unterlassen. propter illa.
Zeile 105: <2> Preterea. Opera pietatis sunt <2> Außerdem. Werke der Frömmigkeit sind mächtiger potiora quam exercitia corporalia, I Timothei als Ertüchtigungen des Leibes, 1. Timotheus IV : „Die IV : corporalis exercitatio ad modicum utilis körperliche Ertüchtigung ist nur mäßig nützlich, aber die est, pietas autem ad omnia ualet; set opera Frömmigkeit ist Allem zuträglich“; aber Werke der pietatis et misericordie sunt dimittenda ut Frömmigkeit und der Barmherzigkeit sind zu uacetur predicationi, Actuum VI: Non est vernachlässigen, um für die Predigt frei zu sein, [Dazu
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equum nos relinquere uerbum Dei, etc.; et die] Apostelgeschichte VI : „ Es ist nicht billig für uns, Luce IX : Sine mortuos, tu autem uade et das Wort Gottes zu verlassen“, etc.; und Im Licht IX: annuncia uerbum Dei; ergo multo fortius „Lass die Toten, du aber geh und verkünde das Wort propter predicationem et alia opera spiritualia Gottes“; folglich ist wegen der Predigt und anderer est dimittendum opus manuale et alia que ad geistlicher Werke der Hände Arbeit und Anderes, das zur exercitationem corporalem pertinent. Leibesertüchtigung gehört, viel stärker zu vernachlässigen.
Zeile 116: <3> Preterea. II Timothei II : <3> Außerdem. [Zu] 2. Timotheus II : „Kein Gottesdiener
Nemo militans Deo implicat se negociis verbindet sich mit weltlichen Aufgaben“, [dazu sagt die] secularibus, Glosa : Illa sunt secularia Glosse: „Dies sind weltliche Aufgaben, mit denen der negocia quibus animus occupatur colligende Geist beschäftigt ist, [z.B.] die Sorge, Geld zu sammeln“; pecunie cura; set qui operantur manibus aber die mit den Händen arbeiten, haben die Sorge, Geld habent curam de colligenda pecunia; ergo zu sammeln; folglich werden sie verwickelt in weltliche implicantur negociis secularibus, et ita illi qui Aufgaben und daher müssen die, welche Gott durch militant Deo in spiritualibus operibus non geistliche Werke dienen, nicht mit der Arbeit der Hände debent operibus manuum occupari. beschäftigt sein.
Zeile 124: Responsio. Dicendum quod ueritas Antwort. Es ist zu sagen, dass die Wahrheit dieser
huius questionis apparet ex hiis que in Untersuchung daraus hervortritt, was in der vorherigen superiori questione dicta sunt. Dictum est Untersuchung gesagt wurde. Es wurde oben nämlich enim supra quod illi tantum obligantur ad gesagt, dass nur jene zur Gewissenhaftigkeit gegenüber obseruationem huius precepti, scilicet de dieser Vorschrift verpflichtet sind - nämlich die über die opere manuum, qui non habent alias unde körperliche Arbeit - die nichts Anderes haben, wovon sie licite uiuere possint. Et ideo illi qui spiritualia rechtmäßig leben könnten. Und daher sind die, welche opera exercent et possunt alias licite uiuere geistliche Arbeit ausüben und von Anderem als der Hände quam de labore manuum, non tenentur Arbeit rechtmäßig leben, nicht an der Hände Arbeit manibus laborare. Vnde distinguendum est in gebunden. Woraus sich ergibt, dass bei den geistlichen operibus spiritualibus. Sunt enim quedam Werken unterschieden werden muss. Es gibt nämlich opera spiritualia que in bonum commune gewisse geistliche Werke, welche zum allgemeinen Wohl cedunt, quedam que ad singularem profectum gerechnet werden und gewisse [geistliche Werke], welche facientis pertinent. einzig dem Nutzen des Hervorbringenden dienen. *** ***
Zeile 137: Eis autem qui in operibus Jene aber, welche mit geistlichen Werken beschäftigt sind, spiritualibus occupantur ad utilitatem die zum allgemeinen Nutzen führen, müssen von denen
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Martin Gliemann, 2010, Thomas von Aquino "Quaestio de opere manuali", München, GRIN Verlag GmbH
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