Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 4
2. Die Lage der Stadt. 5
2.1 naturräumlich. 5
2.2 regional. 6
3. Die Geschichte Prags. 7
3.1 Die erste Besiedlung. 7
3.2 Prag im Mittelalter. 7
3.3 Prag und die Habsburger. 9
3.4 Die Hauptstadt Prag. 10
3.5 Prag im Kommunismus. 11
3.6 Die „Sanfte Revolution“ 12
4. Die Entwicklung Prags. 14
4.1 Die Bevölkerung. 14
4.2 Prag im 20. Jahrhundert. 17
5. Prag als neue „Eurometropole“ 21
6. Fazit und Ausblick. 25
7. Literaturverzeichnis 27
„Aufregende Ereignisse wie jene Königsflucht waren in der Geschichte der Stadt nicht Ungewöhnliches. Die Stadt überlebte sie nicht nur, sondern es war, als bedürfe sie ihrer geradezu zum Leben. Die Kaiserstadt Wien galt als gemütlich, aber die Königs- und Kaiserstadt Prag war dies gewiß nicht, weder äußerlich noch innerlich, sondern sie war zackig, schroff, kämpferisch und unheimlich. Es mochte wunderbar spannend und wundersam sein, dort zu leben, aber gemütlich war es nicht. Seit die mythische Herzogin Libussa vom Hügel des Wyscherad über die Moldau hinweg die künftige Glorie Prags geweissagt hatte, war dort Kampf und Streit heimisch gewesen, klotzige Zwietracht zwischen den graniten Bojaren der tschechischen Frühzeit, wie sie Stifter im Witiko gewaltig und homerisch vorgeführt, hämischer Hader zwischen Tschechen und Deutschen schon seit den Premyslidenherrschern, pressender Druck gegen die Judengemeinde, die seit dem zehnten Jahrhundert in Prag ihre Heiligtümer betreute, heftiger und blutiger Glaubenszwist zwischen Hussiten und Papisten, Religionswirren und Feudalkriege zwischen den böhmischen Standesherren, Folter und Verfolgung der frommen Böhmischen Brüder sogar durch einen König ihres eigenen Volkes, und ohne Unterlaß, solange das Gedächtnis der einzelnen und der Nationen reichte, Kampf mit dem Kaiser, Kampf mit dem deutschen Landsmann und Nachbarn, wechselseitiges Unrecht, kein Zweifel, und unentwirrbar.“ Johannes Urzidil, 1960
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1. Einleitung
Durch die Entwicklungen der letzten Jahre in Südost- und Mitteleuropa hat sich für die jeweiligen Staaten eine Vielzahl von Veränderungen auf politischer, gesellschaftlicher, sozialer und wirtschaftlicher Ebene ergeben. Diese Neuerscheinungen, hervorgerufen durch den Zusammenbruch des Kommunismus und dem Ende der Teilung Europas, sind die neuen Herausforderungen für die betroffenen Länder für die kommenden Jahrzehnte. Restriktionen der Zugänglichkeit wurden aufgehoben und die Staaten Mittelosteuropas neuen Gesetzmäßigkeiten und Verantwortlichkeiten ausgesetzt. Prag, als Hauptstadt der Tschechischen Republik, ist geographisch mitten im Herzen des neu geordneten Europa zu finden und damit ein neues Zentrum auf der politischen Landkarte Europas geworden. Da die nahe politische Zukunft mit dem geplanten Zutritt zur Europäischen Union noch recht ungewiß ist, kann man nur wage vermuten, welchen Stellenwert die Stadt auf regionaler und internationaler Ebene demnächst einnehmen wird.
Aufgabe dieser Arbeit ist es jedoch, das Ausmaß der aktuellen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Repräsentativität Prags aufgrund seiner Historie zu untersuchen, um dann möglicherweise den Stellenwert der tschechischen Hauptmetropole für die Bevölkerung in und um ihrer Region und in der nahen Zukunft in einem vereinten Europa genauer definieren zu können.
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2. Die Lage der Stadt
2.1 naturräumlich
Um die natürlichen Lagepotenziale von Prag bestimmen zu können, muß einerseits die Entstehung und Einbindung der Stadt unter Berücksichtigung der ökologischen Einheiten des Stadtraumes und, andererseits das Wachstum der Stadtregion in die Großlandschaft untersucht werden.
Ursprünglich ist Prag als Brückenstadt entstanden, in unmittelbarer Anbindung an natürliche Furten über die Moldau. Die erste hölzerne Brücke ist in das 10. Jahrhundert datiert worden. Die Verklammerung der beiden Talflanken und die Ausbreitung der Stadt entlang des Flusses gehört damit zur städtebaulichen und architektonischen Gesamtgestaltung Prags. Der Raum, in dem Prag gelegen ist, erhält seinen Charakter durch die spezielle Note aus dem Verhältnis zwischen Strom und seinen umgebenden Höhenzügen. Die Gliederung der Höhenzüge in einzelne über dem Moldautal aufragende isolierte Kegel besaß bereits in der Frühgeschichte die Standortvoraussetzungen für eine Mehrzahl von Burgen, die die Zertalung und Terrassierung der Hochflächen als „Bühne“ für die Bewegtheit des städtischen Baukörpers bildete. Prags physische Strukturierung wird daher durch den Gegensatz vom tief eingeschnittenen Tal der Moldau und den sich
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längs des Flusses erhebenden Einzelbergen einerseits und den Hochflächen andererseits bestimmt (vgl. FEHR 1979).
2.2 regional
Prag als Binnenstadt ist meerfern gelegen. Die Lage an einem großen Strom, der Moldau, war für die Entwicklung der Stadt von großer Bedeutung. Das Böhmische Becken, inmitten Prag gelegen ist, hat zwar einerseits eine frühe territoriale Zusammenfassung von Böhmen mit der Hauptstadt Prag unter den ersten Przemysliden im 9. Jahrhundert begünstigt, jedoch weist es andererseits eine zu geringe Gesamtfläche von lediglich 78.000 km² auf, die eine eigenständige Ausbreitung bisher verhinderte. Der Stadt Prag kann trotzdem ein guter, aber jedoch nur ein regionaler Lagewert gutgeschrieben werden. Prags zentrale Lage in Böhmen wurde noch nie in Frage gestellt. Betrachtet man die Lage Prags überregional, so liegt die Stadt auf der Nord-Süd-Verbindung von Berlin nach Wien und ist somit auch verkehrspolitisch eine wichtige Schnittstelle.
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3. Die Geschichte Prags
3.1 Die erste Besiedlung
Bereits ab ca. 500 v. Chr. sollen die ersten Siedler in das Tal der Moldau gekommen sein. Diese frühen keltischen Stämme zogen aus ihrem Herkunftsgebiet aus, als germanische Markomannen etwa 9 - 6 v. Chr. das Gebiet für sich in Anspruch nahmen. Um 500 n. Chr. gelangten die ersten slawischen Stämme nach Böhmen. Aus den folgenden Kämpfen um die Gebietshoheit ging um 800 n. Chr. die Herrscherdynastie der Premysliden hervor. Es entstanden zwei befestigte Siedlungen: bei der ca. 870 errichteten Prager Burg (Hradschin) und auf einem Felsen beim Vysehrad am östlichen Moldauufer. Als Begründerin der 400jährigen Dynastie gilt die westslawische Stammesführerin Libuse. Der Legende nach, nahm sie einen armen Pflüger (Premysl) zum Mann und durchbrach damit die weibliche Herrschaftsfolge und besänftigte somit ihre Gefolgsleute, die einer Frau an der Spitze ihres Clans längst überdrüssig waren. Um 863 begann die Christianisierung Mährens durch St. Kyrill und St. Methodios. Das griechische Brüderpaar aus Salonike taufte damals den frühen Premysliden Borivoj und dessen Gemahlin Ludmilla, die die Großmutter des Heiligen Wenzel I. (903-935) war, welcher wohl zum bekanntesten Vertreter dieser Dynastie wurde. Im Jahre 973 wurde dann das Bistum Prag gegründet.
3.2 Prag im Mittelalter
Unter der Regierung von König Vladislav II. gewann die Prager Burg zunehmend an Bedeutung. Ab dem 12. Jahrhundert ersetzten Steinbauten immer öfter die feuergefährdeten Holzgebäude und mit der Zeit entstand eine wuchtige Festung mit einem Palast und einigen Sakralbauten. Vor diesen Mauern ließen sich in den folgenden Jahren immer mehr Handwerker und Händler nieder und so geschah es, daß die Siedlung, die 1158 durch die Judithsbrücke mit der
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Arbeit zitieren:
Markus Langguth, 2001, Wie wichtig ist Prag?, München, GRIN Verlag GmbH
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