I ABBILDUNGSVERZEICHNIS
II ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 1
2. GÜTERTRANSPORT UND DESSEN BESONDERHEITEN BEI DER
LEISTUNGSERSTELLUNG 1
2.1. DEFINITION
DER
BEGRIFFE GÜTERTRANSPORT
UND
-VERKEHR
2.2. BESONDERHEITEN DER LEISTUNGSERBRINGUNG
3. BESONDERHEITEN DER KOSTENVERURSACHUNG 3
4. BESONDERHEITEN DER BEZUGSGRÖßENWAHL 4
5. TRADITIONELLE FAHRZEUGKOSTENRECHNUNG AUF GRUNDLAGE
EINER VOLLKOSTENRECHNUNG 5
5.1. ERMITTLUNG
DER
BASISDATEN
5.2. BASISKALKULATION FÜR EIN FAHRZEUG MIT EIN-FAHRER-BESATZUNG
5.3. INTERNE GESAMTKOSTEN EINES TRANSPORTS
5.4. KRITIK AN DER FKR
6. ANSATZ EINER ENTSCHEIDUNGSORIENTIERTEN EINZELKOSTEN-
UND DECKUNGSBEITRAGSRECHNUNG 14
6.1. PRINZIP
DER ENTSCHEIDUNGSRELEVANTEN
WIRKUNGEN
NACH
RIEBEL
6.2. BEURTEILUNG VON TRANSPORTAUFTRÄGEN
6.2.1. KURZFRISTIG QUANTIFIZIERBARE WIRKUNGEN
6.2.2. NICHT DIREKT ERFASSBARE LÄNGERFRISTIGE WIRKUNGEN 21
6.3. KRITIK AN DER EINZELKOSTEN- UND DECKUNGSBEITRAGRECHNUNG 22
7. ANSATZ EINER PROZESSKOSTENRECHNUNG 23
8. RESUME 25
III LITERATURVERZEICHNIS
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Systematik der traditionellen Fahrzeugkostenrechnung 6
Abbildung 2: Kalkulationsblatt zur Ermittlung der Basiskalkulationssätze 8
Abbildung 3: Kalkulationsblatt zur Bestimmung der Kostensätze im Ein-Fahrer-Fall 9
Abbildung 4: Einzelkosten- und Deckungsbeitragrechnung für eine gesondert 18 Abgewickelten Auftrag
Abbildung 5: Stufenweise Deckungsbeitragrechnung im Straßentransport 20
Abkürzungsverzeichnis
abzügl. -abzüglich AVK -allgemeine Verwaltungskosten bzw. -beziehungsweise d.h. -das heißt DM -Deutsche Mark etc. -etcetera f.; ff. -folgende; fortfolgende FKR -Fahrzeugkostenrechnung h -Stunden kalk. -kalkulatorische km -Kilometer Lkw -Lastkraftwagen S. -Seite sog. -sogenannten t -Tonnen u.a. -unter anderem Vgl. -vergleiche z.B. -zum Beispiel
III
1. Einleitung
Der Transport von Gütern nimmt nicht nur in Deutschland einen wichtigen Bestandteil von Austauschprozessen ein und dient als Grundlage des wirtschaftlichen Handelns. Jedoch befinden sich vor allem Speditionsunternehmen heutzutage aufgrund ständig steigender Treibstoffkosten und der Erhöhung von Straßenbenutzungsgebühren in einer schwierigen Lage. Umso wichtiger erscheint daher eine möglichst effiziente Kostenkontrolle von Seiten der Transportunternehmen um am Markt bestehen zu können. Da sich dies aber nicht gerade als unproblematisch erweist, wird in den folgenden Darstellungen deutlich werden.
Ziel dieser Arbeit soll es sein, die Besonderheiten der Kosten- und Leistungsrechnung in Güterverkehrsbetrieben zu verdeutlichen.
Dabei werden im ersten Schritt die der Arbeit zugrundeliegenden Begriffe zu klären sein sowie die besondere Charakteristik des Güterverkehrs. Im Mittelpunkt stehen dabei die besonderen Merkmale der Leistungserbringung und die Probleme bei der Kostenverursachung sowie der Bezugsgrößenwahl. Diese Punkte werden sich nachfolgend in der gesamten Arbeit wiederspiegeln.
Anschließend werde ich beispielhaft auf verschiedene Kostenrechnungsansätze im Güterverkehr eingehen. Es sollen dabei die Vor- und Nachteile der jeweiligen Systeme beleuchtet werden.
Die Darstellung wird zum besseren Verständnis anhand von praxisnahen Beispielen geschehen.
2. Gütertransport und dessen Besonderheiten bei der Leistungserstellung
2.1. Definition der Begriffe Gütertransport und -verkehr
Da unter der Güterbeförderung aus volkswirtschaftlicher Sicht die „Überbrückung räumlich-zeitlicher Friktionen“ 1 verstanden wird, kann der Gütertransport als „Beförderung von Objekten durch Transportmittel“ 2 definiert werden. Damit verbunden ist demnach eine Ortsveränderung der Transportobjekte. Erweitert man diese
1 Fonger; 1993; S. 50.
2 Fonger; 1993; S. 51.
1
Betrachtung nun um den Begriff des Güterverkehrs, so beinhaltet dieser neben der reinen Ortsveränderung zusätzlich Umschlags- und Lagervorgänge sowie damit in Zusammenhang stehende organisatorische Maßnahmen wie Steuerungs- und Informationsprozesse. 3 Im Rahmen dieser Arbeit möchte ich mich auf den Güterverkehr Lkw-Straße unter Ausklammerung von besonderen Transportgütern 4 beschränken. 5 Schon die hier betrachteten Vorgänge werfen zahlreiche Grundprobleme in der Kostenrechnung des Güterverkehrs auf.
2.2. Besonderheiten der Leistungserbringung
Die Leistungserbringung der Transportbetriebe definiert sich weitgehend aus den vorangegangenen Begriffsdefinitionen- also als den Transport von Objekten und damit verbundener Ortsveränderung dieser. 6 Diese Verkehrsleistung hat den Charakter, dass ein bestimmtes Gut in konsumnähere Lage gebracht wird und kann daher gleichzeitig als Produktionsleistung betrachtet werden. Wir unterscheiden nach der Definition des Güterverkehrs zwei Teilbereiche:
- den eigentlichen Transportvorgang sowie
- als sogenannte Hilfsfunktionen das Be- und Entladen oder Umladen der Güter.
Nach Böttger wird die Transportleistung jedoch weitgehend als immaterielle Dienstleistung angesehen, deren Leistungsstruktur folgende Merkmale aufweist: 7
1. Die Leistungen können nicht gelagert bzw. gespeichert werden, d.h. Produktion und Absatz fallen zeitlich zusammen; wodurch es kaum möglich ist, Schwankungen der Beschäftigungsgrade auszugleichen.
2. Durch die Ortsveränderung ergibt sich eine räumliche Zersplitterung der Leistungserbringung und somit zahlreiche Leistungsmöglichkeiten. Aufgrund der in ihrer Form differenzierten Leistungen ergeben sich oft auch gestaffelte Preise.
3. Verkehrsbetriebe können aufgrund ihres Charakters eines Mehrproduktbetriebs in der Kostenrechnung als Unterfall der Verbundproduktion angesehen werden.
3 Vgl. Fonger ; 1993 ; S. 51 sowie Rendez; 1992 ; S.13ff .
4 Dazu sollen Kühl-, Gefahren- und lebendes Gut gezählt werden.
5 Wird in den weiteren Gliederungspunkten somit unterstellt.
6 Vgl. hierzu und im folgenden Havlicek; 1973; S. 27ff.
2
Diese liegt vor, wenn mit den selben Ausgangsmaterialien, in unserem Falle den Fahrzeugen, mehrere Produkte bzw. Leistungen erbracht werden. 8
Aufgrund der aufgezeigten Merkmale wird deutlich, dass nur eine ausreichend differenzierte Leistungserfassung Grundlage für eine gleichzeitig aussagefähige Kostenermittlung sein kann. Alle diese Merkmale tragen also auch deutlich zu der problematischen Betrachtung der Bezugsgrößenwahl bei, welche noch angesprochen wird.
3. Besonderheiten der Kostenverursachung
Problematisch bei der Betrachtung von Transportleistungen erscheint die Zurechnung der Kosten zu der eigentlichen Leistungserbringung. So werden die Kosten im Falle eines Transportvorgangs nicht zwingend durch den Transport von Gütern als Leistung, sondern zu großen Teilen schon durch den bloßen Fahrzeugeinsatz ausgelöst. Zu begründen ist dies z.B. damit, dass auch bei sog. ‚Leerfahrten’ - welche also nicht die Leistung eines Transports beinhalten - Kosten verursacht werden. Diese sind dann nicht unmittelbar der oben angestrebten Leistungserbringung zurechenbar. Da es sich in unserem Fall, wie bereits erwähnt, um eine immaterielle Leistung handelt, steht uns nicht wie bei materiellen Leistungen ein grundsätzlich geeigneter Kostenträger zur Verfügung.
Daher wird in der Literatur der Anspruch erhoben, dass die Leistungsstruktur von Transportunternehmen in mehrere Leistungseinheiten aufgespalten werden muss, um alle anfallenden Kosten zurechnen zu können. 9 Es sollen für jede Leistungseinheit sog. Leistungsmaße festgelegt werden, welche es ermöglichen später eine ‚additive Aufrechnung’ der Kosten über die Kosten- und Leistungsphasen vorzunehmen.
Es lassen sich nach Böttger allgemein folgende Leistungsgebiete einteilen:
1. Abfertigung : Beinhaltet die mit dem Abschluss des Beförderungsvertrages verbundenen Leistungen wie Annahme des Auftrags, Ausstellung der Beförderungspapiere, Berechnung und Einzug der Fracht, Gewichtskontrolle und Feststellen von Schäden.
7 Vgl. hierzu und im folgenden Böttger; 1967; S. 7.
8 Vgl. Wöhe; 2000; S. 1143.
3
2. Umschlag: Dieser Begriff umfasst alle Vorgänge, die dem Einladen, Ausladen und Umladen der Transportobjekte dienen.
3. Betriebliche Vorbereitung: Hierunter zählen das Zusammenstellen, Umbilden und Auflösen von Transporteinheiten.
4. Beförderung: Unter Beförderung wird jede Ortsveränderung leerer oder beladener Transporteinheiten verstanden, wobei hier wieder den Leerfahrten eine besondere Bedeutung zukommt.
Daraus lässt sich also schließen, dass wir es im Fall von Transportunternehmen nicht nur mit einer Leistungserbringung, sondern mit mehreren zu tun haben.
4. Besonderheiten der Bezugsgrößenwahl
Daher erscheint in diesem Zusammenhang die Festlegung mehrerer geeigneter Bezugsgrößen als notwendig, anhand derer die Kosten zu den einzelnen Leistungsgebieten zugerechnet werden können.
In der Literatur werden gewisse Voraussetzungen an geeignete Bezugsgrößen als Maßeinheiten der Kostenverursachung gebunden, welche dieses Vorgehen problematisch erscheinen lassen. Dazu zählen konstante Kapazitäten und feste Preis/Lohnsätze. 10 Jedoch wurde eingangs schon darauf eingegangen, dass wir es vor allem in Transportbetrieben mit großen Kapazitätsschwankungen sowie mit stark differenzierten Preissystemen zu tun haben können. Weiterhin wird gefordert, dass sich nach dem Prinzip der Kostenverursachung die jeweilige Größe proportional zu den variablen Kosten der jeweiligen Kostenstelle bzw. dem Kostenträger verhält. Dies wird sich im Fall der Transportunternehmen als schwierig erweisen. Nehmen wir zur Veranschaulichung das Beispiel der Treibstoffkosten: 11
In der Praxis werden diese Kosten oft über die Bezugsgröße ‚km’ der jeweiligen Leistungserbringung bzw. dem ausgeführten Auftrag zugerechnet. Zusätzlich werden die Kosten des Treibstoffverbrauchs jedoch durch weitere Faktoren wie dem Fahrzeugzustand, der Topografie, den Straßen- und Verkehrsverhältnissen, dem Wetter sowie der Fahrweise etc. beeinflusst. So erscheint es fast unmöglich dem
9 Vgl. hierzu und im folgenden Böttger; 1967; S. 9f.
10 Vgl. hierzu und im folgenden Wöhe; 2000; S. 1123.
11 Vgl. hierzu und im folgenden Riebel; 1990; S. 550ff.
4
Arbeit zitieren:
2003, Besonderheiten der Kosten- und Leistungsrechnung in Güterverkehrsbetrieben, München, GRIN Verlag GmbH
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