Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Projekt „talente“ 4
2.1. Allgemeine Informationen 4
2.2. Empowerment 5
2.1.1. Unterstützte Beschäftigung 6
2.1.2. Persönliches Budget 7
2.1.3. Persönliche Zukunftsplanung 7
2.1.4. Innovative Erwachsenenbildung 8
2.1.5. Empowernde Methodik und Didaktik 8
2.1.6. Peer Support und Peer Counseling 8
2.3. Ergebnisse 9
3. Gender - Mainstreaming 10
3.1. Definitionen von „gender“ und „mainstreaming“ 10
3.2. Entstehung und rechtliche Grundlagen von Gender Main-streaming 12
3.3. Aufgabe des Gender Mainstreaming 13
3.4. Die Doppelstrategie als wichtigster Grundsatz von Gender Mainstreaming 14
3.5. Wie funktioniert Gender Mainstreaming? 15
3.5.1. Voraussetzungen 15
3.5.2. Umsetzung 17
3.6. Chancen, Kritik und Grenzen des Gender Mainstreaming 17
3.6.1. Chancen und Vorteile des G-MKonzepts 17
3.6.2. Gender Mainstreaming in der Kritik 17
3.6.3. Risiken und Grenzen von Gender Mainstreaming 18
3.7. Stellungnahmen zu GM aus den Reihen der Frauen mit Behinderung 20
4. Hamburger Arbeitsassistenz und Mainstreaming 21
5. Ausblick 23
5.1. Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderung 25
5.2. Die Bedeutung des sozialen Kontaktes zu anderen Menschen 25
5.3. Unterstützung durch BeraterInnen 25
5.4. Berücksichtigung des Gender-Aspektes 26
5.5. Relevanz für Diagnostik und Beratung 27
5.6. Die Bedeutung von qualifizierten BeraterInnen im Hinblick auf die Eingliederung
ins Berufsleben von Menschen mit Behinderung 27
6. Fazit 30
7. Literaturverzeichnis 32
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1. Einleitung
Das Projekt „talente“ der Hamburger Arbeitsassistenz hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen mit Lernschwierigkeiten bei der Arbeitsplatzsuche zu unterstützen und zu beraten. Hierzu zählt neben dem Aufstellen eines persönlichen Profils und dem Festhalten der Zukunftsplanung auch die gemeinsame Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz. Diese erweist sich jedoch oftmals als schwierig, da die entsprechenden Arbeitsplätze nicht existieren, sondern erst geschaffen werden müssen. Der Druck, der auf den Arbeitsplatzsuchenden lastet, wird zudem durch eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts und der Beeinträchtigungen noch verstärkt. Das Team rund um das Projekt hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die Probleme dieser Frauen aufzuzeigen und einen Weg zu finden, diese zu beseitigen bzw. zu verbessern.
Im Rahmen des Seminars Diagnostik und Beratung wurde das Projekt in Form von zwei Referaten ausgearbeitet und vorgestellt. Das erste Referat umfasste die theoretische Verortung des Projektes, während die zweite Gruppe die methodischen Angebote näher erläuterte. Ich setzte sich mit der theoretischen Verortung des Projektes auseinander. Für die Seminararbeit habe ich mich entschlossen auch die methodische Verankerung einzubinden, da diese die Umsetzung der Theorie in die Praxis zeigt und somit einen besseren Überblick gibt. Zudem werde ich den Gender-Ansatz, welcher im Projekt „talente“ verwendet wurde, näher betrachten und mit ausgewählter Literatur vergleichen. Dadurch möchte ich mögliche Verbesserungen für das Projekt aufzeigen und die Umsetzung betrachten.
Kapitel 2. beschäftigt sich daher zunächst allgemein mit dem Projekt „talente“ und dessen Theorie, sowie einer Erläuterung der Methoden. Hierbei wird auf den Gender-Ansatz allerdings nicht so genau eingegangen, wie auf den des Empowerment. In Kapitel 3. wird der Gender-Begriff und dessen Verankerung in der Literatur erklärt um ihn anschließend im Kapitel 4. in der Umsetzung im Projekt zu zeigen. Hier wird unter anderem aufgezeigt, welche Punkte wie umgesetzt wurden und welche noch in das Projekt eingebaut werden könnten.
Im Ausblick und im Fazit werden noch einmal wichtige Punkte aufgegriffen und ein Resümee über die erworbenen Kenntnisse gegeben.
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2. Projekt „talente“
2.1. Allgemeine Informationen
Das Projekt „talente“, welches von der Hamburger Arbeitsassistenz durchgeführt wurde, befasst sich mit der Problematik von Frauen mit Lernstörungen und deren Übergang von der Schule in das Berufsleben. Es wurde auf Frauen eingegangen, da diese nicht nur durch die Behinderung, sondern auch durch ihr Geschlecht einer doppelten Diskriminierung ausgesetzt sind. Sie haben weniger Selbstvertrauen und müssen mit dem Vorurteil zu Recht kommen nicht die traditionellen, gesellschaftlichen Rollenbilder und Erwartungen erfüllen zu können. Themen wie Sexualität und Familie werden meistens vollständig tabuisiert und oft werden sie als geschlechtslos und nicht als Frauen wahrgenommen. Das Projekt versuchte diesen Frauen eine Eingliederung in den Arbeitsalltag zu ermöglichen und die Probleme mit denen sie konfrontiert sind aufzuzeigen.
Das Projekt wurde im Zeitraum vom 01.Juli 2005 bis 31.Dezember 2007 durchgeführt und vom europäischen Sozialfond beziehungsweise der Gemeinschaftsinitiative EQUAL gefördert. Kofinanziert wurde es unter anderem durch die Behörde für Soziales, für Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz, der Agentur für Arbeit in Hamburg, sowie der Stadt Hamburg selbst. Projektpartner gab es in vielen europäischen Städten. In Österreich wurde die Arbeit durch Pro-Fit Niederösterreich unterstützt, deren Schwerpunkt unter anderem in der „Integration und Selbstvertretung von Menschen mit Lernschwierigkeiten und/oder Behinderung in den Arbeitsmarkt“ (www.equal-talente.de, 12.2.2009) liegt, sowie der Schaffung von attraktiven Angeboten für Unternehmer.
Ziel des Projektes war es flexible Angebote der beruflichen Orientierung und Qualifikation für Frauen mit Lernschwierigkeiten bereitzustellen.
Obwohl das Projekt auf Frauen ausgelegt war kann der Großteil der erstellten Materialien auch für beide Geschlechter eingesetzt werden. Es müssten eventuell kleine Veränderungen vorgenommen werden.
Bei der Konzipierung des Projektes sind 3 Theorien eingeflossen. Diese Ansätze sind:
• Empowerment
• Gender Mainstreaming
• Gender Analyse
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Da sich diese Seminararbeit im Besonderen mit den beiden Gender Ansätzen befasst wird hier nun kurz auf den des Empowerment eingegangen.
2.2. Empowerment
Der Begriff des Empowerment wurde 1976 von Barbara Salomon geprägt und wir im Projekt nach der Definition des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit 2005 zitiert. Nach dieser ist Empowerment ein „Prozess der Mobilisierung von Ressourcen und der Entwicklung eigener Fähigkeiten mit dem Ziel, die eigene Zukunft aktiv mitzugestalten“ (Hamburger Arbeitsassistenz 2007, S. 12)
Um Empowerment erfolgreich einsetzen zu können, bedarf es der Bewusstwerdung der individuellen und sozialen Ressourcen der Person. Hierzu zählen nicht nur die Kompetenzen der Betroffenen, sondern auch „vielfältige Aspekte des „seelischen Geschehens und der sozialen Lebenssituation“, die […] Möglichkeiten eröffnen und dazu beitragen, dass sie sich Stärken und regenerieren und das positive Potenzial aktivieren kann, das ihr zu Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse zur Verfügung steht.“ (Hamburger Arbeitsassistenz 2007, S. 13)
Für das Empowerment Konzept ergeben sich daraus drei zentrale ethische Grundüberzeugungen:
• Wahrung von Selbstbestimmungsrechten
Hier muss von der professionellen Unterstützung darauf geachtet werden, dass nicht bevormundend gehandelt wird, sondern nur Hilfestellungen angeboten werden. Das gemeinsame Handeln muss daher immer mit Fokussierung auf einen respektvollen Umgang zu der Hilfe suchenden Person geschehen.
• Eintreten für soziale Gerechtigkeit
Bei dieser Grundüberzeugung steht eine kritische Hinterfragung der Verteilung von materiellen und immateriellen Lebensgütern im Vordergrund. Zu diesen Lebensgütern zählt unter anderen die Bildung, Gesundheit, soziale Sicherung und die Möglichkeit der Mitbestimmung bei der individuellen Veränderung.
• Einlösen von Rechten auf der demokratischen Partizipation Die Menschen sollen das Recht in Anspruch nehmen, bei der Gestaltung der Dienstleistungsangebote selber mitwirken zu dürfen.
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Auf diesen 3 ethischen Grundüberzeugungen aufbauend hat Theunissen 4 Handlungsebenen benannt, welche verdeutlichen, dass Empowerment nicht als ein personenbezogener Prozess angesehen werden kann:
• „die Individuelle Ebene (an Stärken orientierte Einzelarbeit)
• die Gruppenebene (Förderung und Unterstützung von Netzwerken)
• die Institutionelle Ebene (Schaffung und Pflege einer demokratischen Institutionskultur, Abbau von Hierarchien)
• die sozial-politisch-gesellschaftliche Ebene (Schaffung von Möglichkeiten zur Mitgestaltung und Einflussnahme)“ (Hamburger Arbeitsassistenz 2007, S. 13)
Im Projekt selbst wurde der Gedanke des Empowerment in 6 Unterpunkte aufgegliedert, welche auf der folgenden Grafik veranschaulicht werden und in den nächsten Unterkapiteln näher betrachtet werden.
2.1.1. Unterstützte Beschäftigung
Die Unterstützte Beschäftigung hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Unterstützung für behinderte Menschen auf dem Arbeitsmarkt zu schaffen und darauf zu achten, dass sie diesen auch behalten können. Während der Arbeitsplatzsuche wird auch auf die individuellen Anforderungen und Wünsche der Kundinnen eingegangen, damit sich diese nicht in einen Job hineingedrängt fühlen. Das Angebot, welches hier von den Projektbetreibern angeboten
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wurde beinhaltete verschiedene Aspekte. Unter anderem wurde ein Integrationsplan erstellt, welcher die indivuellen Interessen, Wünsche, Stärken und Erfahrungen ermitteln sollte, sowie den Unterstützungsbedarf, welcher benötigt wird. Bei der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz für Frauen mit Lernstörungen wird schnell bewusst, dass diese Arbeitsplätze nur selten existieren. Aus diesem Grund müssen diese oft erst geschaffen werden. Der Grund warum die Frauen in die „normale“ Arbeitswelt eingegliedert werden und nicht in eine spezielle Umgebung, liegt auf einer lerntheoretischen Annahme begründet. Diese besagt, dass nachhaltige Lerneffekte und Verhaltensentwicklungen am ehesten in einem Umfeld erreicht werden, in denen eine Realsituation besteht, wie z.B. in einer Regelschule im Gegensatz zu einer Realschule. (vgl. Hamburger Arbeitsassistenz 2007, S. 16)
2.1.2. Persönliches Budget
Das persönliche Budget erlaubt es Menschen mit Behinderung Geld in Form von Gutscheinen zu erhalten, anstatt einer traditionellen Sachleistung oder Dienstleitung. Mit diesen Gutscheinen können sie selber entscheiden, welche Leistungen sie dafür in Anspruch nehmen wollen und können diese unmittelbar als „Kunde“ bezahlen. Das dient dazu, dass sie nicht gegen ihren Willen in Umstände dirigiert werden, welche ihren eigenen Wünschen widersprechen.
Ein Problem, welches dabei auftritt ist, dass gerade für Menschen mit Lernschwierigkeiten zurzeit noch keine ausreichende Barrierefreiheit gegeben sind, um eine Wahlmöglichkeit zwischen den Sachleistungen und einer Leistung über das persönliche Budget ermöglichen zu können.
2.1.3. Persönliche Zukunftsplanung
Der Ausgangspunkt, welcher in diesem Konzept zu tragen kommt ist, dass
„jeder Mensch eine Zukunft hat - und diese Zukunft heute beginnt “
Hierbei geht es um die individuellen und letztlich auch gesellschaftlichen Veränderungen, welche notwendig sind oder von der betroffenen Person gewünscht werden. Das angestrebte Ziel beinhaltet die Stärkung der Autonomie um eigene Ziele und somit sein Leben zu gestalten. Damit es auch umgesetzt werden kann bedarf es der Änderungsbereitschaft des herkömmlichen Hilfssystems. Für die Umsetzung der Zukunftsplanungsprozesse gibt es eine Vielzahl von methodischen Konzepten, wie unter anderem:
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Arbeit zitieren:
Annika Friese, 2009, Gegenüberstellung des Genderansatzes in der Theorie und im Projekt TALENTE, München, GRIN Verlag GmbH
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