Hausarbeit zum Proseminar:
“Wahlen und Wählerverhalten“
Sommersemester 2002 vorgelegt von: Stefan Waldheim
Jena, den 28.08.2002
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Inhalt Seite
1. Einleitung 3
2. Die stratifikatorischen Unterschiede in
der Gruppe der Nichtwähler 4
2.1 Der Einfluss des Sozioökonomischen Status
(SÖS) auf die Wahlbeteiligung 4
2.1.1 Der Bildungsgrad 4
2.1.2 Der Beruf und das Einkommen 5
2.1.3 Teilfazit 6
2.2 Individuelle Eigenschaften der Gruppe
der Nichtwähler 6
2.2.1 Das Geschlecht 6
2.2.2 Das Alter 7
2.2.3 Der Einflussbereich der
Konfession und
Kirchenbindung 8
2.2.4 Soziale Integration und
Randgruppen 9
2.2.5 Teilfazit 11
3. Kategorien von Nichtwählern 12
3.1 Unechte Nichtwähler 12
3.2 Grundsätzliche Nichtwähler 13
3.3 Konjunkturelle Nichtwähler 13
4. Schlussfolgerungen 14
5. Literatur 15
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1.Einleitung
Seit Anfang der 80er Jahre geht die Wahlbeteiligung auf allen Ebenen kontinuierlich zurück. Noch in den 70er Jahren wurden Rekordbeteiligungen bei den Bundestagswahlen von bis 91,1% (1972) erreicht, während es 1998 nur noch 82,2 % 1 waren. Als Hochzeit politischer Partizipation gilt die Zeit zwischen dem Ende der 70er und dem Anfang der 80er Jahre. Die Bundesrepublik Deutschland galt im internationalen Vergleich als Musterbeispiel für eine hohe Wahlbeteiligung. Als Gründe der Nichtwahl sah man bis dato eine persönliche Verhinderung sowie Krankheit und vermutete die Nichtwähler zumeist unter den gesellschaftlichen Randgruppen und Minderheiten. Eine solche quantitative Reduktion auf nur wenige Erklärungsmuster ist in der heutigen Forschung zum Wählerverhalten, welche sich mit einem Anteil von etwa 20% an Nichtwählern auseinandersetzt, nicht mehr möglich. 2 Da davon ausgegangen werden kann, dass der Bestandteil der „Nichtwahlfähigen“ 3 , also unfreiwilligen Nichtwählern auch heute noch prozentual einen geringen Anteil ausmacht, müssen die maßgeblichen entsprechenden Gruppen in anderen Bereichen vermutet werden. Wer nicht wählen geht, tut dies oft in Folge einer bewussten Entscheidung. Worauf ist dieser Entschluss begründet? Es stellen sich also vor allem die Fragen, wer sich der Wahl enthält und warum dies geschieht.
Die spezifischen persönlichen Eigenschaften einer Person spielen bezüglich ihres Wahlverhaltens eine signifikante Rolle. Dementsprechend soll auch erörtert werden, in welchem Zusammenhang die Phänomene Politik-, Politiker- und Parteienverdrossenheit mit diesen Merkmalen stehen und welche Gruppen dies betrifft. Welche Rolle spielt außerdem die individuelle wirtschaftliche und soziale Lage und welche natürlichen Determinanten beeinflussen das Wahlverhalten insofern, dass eine Wahlenthaltung resultiert?
1 Vgl. Korte, Karl-Rudolf: Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 2000, S. 99.
2 Vgl. Kleinhenz, Thomas: Die Nichtwähler. Ursachen der sinkenden Wahlbeteiligung in Deutschland, Opladen 1995, S. 15.
3 Eilfort, Michael: Die Nichtwähler. Wahlenthaltung als Form des Wahlverhaltens, Paderborn u.a. 1994, S. 54, zit. nach Senti, A.: Die Nichtwähler in Zürich. in: Züricher Statistische Nachrichten; 1926, Heft 4.
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2.Die stratifikatorischen Unterschiede in der Gruppe der Nichtwähler
Die Gruppe der Nichtwähler setzt sich aus allen Schichten der wahlberechtigten Bevölkerung zusammen. „Ein Mensch denkt politisch entsprechend seinem sozialen Sein. Soziale Merkmale bestimmen die politischen Präferenzen.“ 4 Folglich ergeben sich Differenzen, vergleicht man beispielsweise Berufsgruppen, Einkommensklassen, formalen Bildungsgrad, also insgesamt den
sozioökonomischen Status (SÖS). Die Bereitschaft zur Teilnahme an einer Wahl steigt und fällt im Kontext dieser Indikatoren. Ebenso spielen auch die Faktoren Alter, Geschlecht und Konfession, aber auch die soziale Integration des Einzelnen eine signifikante Rolle, 5 ausgehend davon, dass das Wahlverhalten, welches auch die Wahlbeteiligung umfasst, durch sozialstrukturelle Faktoren beeinflusst wird. 6 2.1 Der Einfluss des Sozioökonomischen Status (SÖS) auf die Wahlbeteiligung Das „Institut für praxisorientierte Sozialforschung“ (ipos) hat in den Jahren 1991 bis 1993 Daten bezüglich des Sozioökonomischen Status’ erhoben. Diese Daten liegen den folgenden Ausführungen zugrunde.
2.1.1 Der Bildungsgrad
Der Grad der formalen Bildung korreliert positiv mit der Entscheidung, an der Wahl teilzunehmen. Je höher dieser Grad ist, desto größer ist tendenziell auch die Bereitschaft zur Stimmabgabe. Personen mit Hochschulreife weisen mit 85,7 % die größte Neigung zur Teilnahme an einer Wahl auf, Personen mit Hauptschulabschluss die geringste (65,2%). Allerdings sind die Unterschiede in der Bereitschaft zwischen Personen mit dem Hauptschulabschluss und der
4 Renz, Thomas: Nichtwähler zwischen Normalisierung und Krise. Zwischenbilanz zum Stand einer nimmer endenden Diskussion, in ZParl (28) 1997, S. 577, zit. nach Berelson, Bernard / Gaudet, Hazel / Lazarsfeld, Paul: Wahlen und Wähler. Soziologie des Wahlverhaltens, Neuwied und Berlin 1969, S. 62.
5 Vgl. Eilfort, Michael: Die Nichtwähler, S. 173 - 252.
6 Vgl. Berelson, Bernard/ Gaudet, Hazel/ Lazarsfeld, Paul: Wahlen und Wähler. Soziologie des Wahlverhaltens, Neuwied / Berlin 1969.
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Arbeit zitieren:
M.A. Stefan Waldheim, 2002, Die Gründe der Nichtwahl, München, GRIN Verlag GmbH
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