Inhalt
Inhalt I
Abbildungsverzeichnis II
Tabellenverzeichnis III III
Abkürzungs und Symbolverzeichnis IV
1 Einleitung 1
2 Stilisierte Fakten und Kaldors gleichgewichtiges Wachstumsmodell 1
3 Betrachtung des Kapitalkoeffizienten in ausgewählten Ländern im Zeitraum 1960 bis 2006 4
3.1 Methodisches Vorgehen 4
3.2 USA 5
3.3 EU 15 6
3.4 Japan 7
3.5 Deutschland 7
3.6 UK (Vereinigtes Königreich) 8
3.7 Niederlande 9
3.8 Mexiko 9
3.9 Zusammenfassender Vergleich 10
4 Mögliche Erklärungsansätze muster 10
4.1 Unterschiede zwischen den Kapitalkoeffizienten einzelner Länder 10
4.2 Schwankungen des Kapitalkoeffizienten in den einzelnen Volkswirtschaften 14
4.2.1 Lags 15
4.2.2 Durchschnittliche Reagibilität von Kapitalstock auf BIP der Akzelerator 16
4.3 Zyklen von BIP und Kapitalstock 18
4.4 Zwischenfazit 19
5 Wirtschaftspolitische Implikationen 20
6 Zusammenfassung 22
Anhang V V
Tabellen V V
Abbildungen X
Literatur XVII
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 USA Kstock BIP K BIP Mrd USD Preise 2000 X
Abbildung 2 USA Wirtschaftsstruktur Anteile der Sektoren an Bruttowertschöpfung X
Abbildung 3 EU 15 Kstock BIP K BIP in Mrd EUR Preise 2000 XI
Abbildung 4 EU 15 Wirtschaftsstruktur Anteile der Sektoren an Bruttowertschöpfung XI
Abbildung 5 Japan Kstock BIP K BIP Mrd Yen Preise 2000 XII
Abbildung 6 Japan Wirtschaftsstruktur Anteile der Sektoren an Bruttowertschöpfung XII
Abbildung 7 Deutschland Kstock BIP K BIP Mrd EUR Preise 2000 XIII
Abbildung 8 Deutschland Anteile der Sektoren an Bruttowertschöpfung XIII
Abbildung 9 UK Kstock BIP K BIP Mrd GBP Preise 2000 XIV
Abbildung 10 UK Wirtschaftsstruktur Anteile der Sektoren an Bruttowertschöpfung XIV
Abbildung 11 Niederlande Kstock BIP K BIP Mrd EUR Preise 2000 XV
Abbildung 12 Niederlande Anteile der Sektoren an Bruttowertschöpfung XV
Abbildung 13 Mexiko Kstock BIP K BIP Mrd MXN Preise 2000 XVI
Abbildung 14 Mexiko Wirtschaftsstruktur Anteile der Sektoren an Bruttowertschöpfung XVI
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 Übersicht über die Charakteristika der betrachteten Volkswirtschaften V
Tabelle 2 Kapitalkoeffizient WR SD Trend prozentuale Schwankungen V
Tabelle 3 Trend Kapitalintensität Arbeitsproduktivität VI
Tabelle 4 Lagstrukturen Korrelation VI
Tabelle 5 Lags von Kapitalstockschwankungen auf BIP-Schwankungen in Jahren VII
Tabelle 6 Regressionsanalyse Akzelerator VII
Tabelle 7 Zyklizität Autokorrelation und Periodogramm IX
Abkürzungs- und Symbolverzeichnis
BIP -Bruttoinlandsprodukt
Bsp.
bspw.
ca.
EU-15
GD
HP i.d.R.
IuK K K/BIP, K/L, L MW s.
s.a.
SD sog.
u.a.
UK USA usw.
v.a.
vgl.
WR Y Y/L, z.B.
z.T.zum Teil
IV
1 Einleitung
Der sog. Kapitalkoeffizient beschreibt das Verhältnis von Kapitalstock zu produziertem Output bzw. beantwortet die Frage, wie viel des Produktionsfaktoren Kapital zur Produktion einer bestimmten Güter- und Dienstleistungsmenge nötig ist.
Nicholas Kaldor ([1957] 1960, [1961] 1978) stellt aufgrund empirischer Beobachtungen fest, dass gewisse Verhältnisse in entwickelten kapitalistischen Wirtschaftssystemen eine auffallende relative Konstanz aufweisen und baut darauf seine gleichgewichtige Wachstumstheorie auf. Teil seiner Beobachtungen – also ein sog. „stilisiertes Faktum“ – ist, dass u.a. der Kapitalkoeffizient im Zeitverlauf relativ konstant ist. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob dies generell so ist und wenn ja, inwieweit sich die Kapitalkoeffizienten einzelner Volkswirtschaften unterscheiden und welche Einflüsse konjunkturelle Schwankungen haben.
Nachdem unter Abschnitt 2 ein kurzer Überblick über die von Kaldor ([1957] 1960, [1961] 1978) beobachteten sog. „stilisierten Fakten“ gegeben wird, soll anschließend in Abschnitt 3 anhand ausgewählter Volkswirtschaften – den USA, den EU-15-Ländern, Japan, Deutschland, dem Vereinigten Königreich (UK), der Niederlande und Mexiko – der Kapitalkoeffizient im Zeitraum von 1960 bis 2006 genauer betrachtet werden. Dazu werden sowohl die konjunkturellen Entwicklungen von Kapitalstock und BIP, als auch die des Kapitalkoeffizienten genauer analysiert.
Ausgehend von zwei Leitfragen - warum entwickelt sich der Kapitalkoeffizient unterschiedlich in den einzelnen Ländern und warum reagiert er stark auf die konjunkturellen Schwankungen des BIP – soll im Abschnitt 4 mögliche Erklärungsansätze gegeben werden: Abschnitt 4.1 befasst sich mit der Beantwortung der ersten Frage anhand von Wirtschaftsstruktur und Entwicklung der „stilisierten Fakten“ Kapitalintensität und Arbeitsproduktivität. Die Abschnitte 4.2 und 4.3 setzen sich mit der zweiten Frage aufgrund von verzögerter Anpassung (4.2) und unterschiedlicher Periodizität (4.3) auseinander.
In Abschnitt 5 sollen dann mögliche Implikationen für wirtschaftspolitische Maßnahmen aufgrund der Analyse der vorigen Abschnitte gegeben werden. Abschließend fasst Abschnitt 6 die Ergebnisse zusammen und versucht, den Kaldors ([1957] 1960) Ansatz zu würdigen.
2 Stilisierte Fakten und Kaldors gleichgewichtiges Wachstumsmodell
Bretschger (2004) definiert, dass es sich bei den stilisierten Fakten um beobachtbare ökonomische Zusammenhänge handelt, wobei die „Stilisierung der Realität [bzw. der Fakten als]
1
Vereinfachung […] ein erster Schritt zur Theoriebildung“ (Bretschger 2003, S.3) sei. Der Begriff taucht im Zusammenhang mit Konjunktur- bzw. Wachstumsmodellen als erstes bei Robertson ([1915, 1948] 1996) auf, der von „stylized models of the cycle“ (Robertson [1948] 1996, S. xvi) spricht. 1961 wird dieser Begriff von Kaldor ([1961] 1978) wieder aufgegriffen: „theorists should be free to start off with a ‘stylized’ view of the facts – e.g. concentrate on broad tendencies […, …] construct a hypothesis that could account for these ‘stylized’ facts, without necessarily committing himself on the historical accuracy, or sufficiency, of the facts or tendencies“ (Kaldor [1961] 1978, S. 2). 1 Bereits vorher identifiziert Kaldor ([1957] 1960) gewisse „historical remarquable constancies“ (Kaldor [1957] 1960, S. 260), die Grundlage seines 1957 konzipierten Wachstumsmodells sind. Dazu führt er aus, dass u.a. „the share of wages and the share of profits […] a remarquable constancy in the „developed“ capitalist economies“ (Kaldor [1957] 1960, S. 260) gezeigt haben, dass „in the course of economic progress the value of the annual output per worker ([…] at constant prices) and the value of the capital equipment per worker (also in constant prices) [..] steadily” (Kaldor [1957] 1960, S. 260) steigen und dass „the trend rates of increase of both […] has tended to be the same” (Kaldor [1957] 1960, S. 260). Weiter führt er an, dass „the capital/output ratio […] over longer periods” (Kaldor [1957] 1960, S. 260) unverändert ist bzw. dass es keine „long term trends, either rising or falling“ (Kaldor [1961] 1978, S.2) zu erkennen sind. Aus der Konstanz der Profitquote und des Kapitalkoeffizienten folgt laut Kaldor ([1957] 1960), dass „the rate of profit earned on investments ([…] the „marginal effency” on capital)“ (Kaldor [1957] 1960, S. 261) auch konstant sei. Schließlich ergänzt er 1961 noch seine Beobachtungen, in dem er anführt, dass „appreciable differences in the rate of growth of labour productivity and of total output in different societies“ (Kaldor [1961] 1968, S.3) zu beobachten seien. Auf Grundlage dieser empirischen Beobachtungen entwickelt Kaldor ([1957] 1960) sein Wachstumsmodell. 2 Dahrendorf/Felgenhauer (2004, S.27) sehen Kaldor dabei indirekt in der Tradition der historischen Schule der Ökonomik. Dabei geht es ihnen v.a. um die prinzipielle Auseinandersetzung zwischen induktiver und deduktiver Methode in der ökonomischen Wissenschaft. Die Anhänger der historischen Schule kritisieren in erster Linie die „exzessive Abstraktion“ (Dahrendorf/Felgenhauer 2004, S.9) und „die individualistischen Annahmen und die 1 Diese Formulierung lässt sich sicherlich als eine Reaktion auf Kritik an Kaldors langfristigem Wachstumsmodell von 1957 verstehen.
2 Zu Kaldors post-keynesianischen Vollbeschäftigungsmodell und Kritik an ihm s.a. Hein (2004), S.149 ff. Sind die beschriebenen Bedingungen erfüllt, so hat die Volkswirtschaft ihre gleichgewichtige Wachstumsrate erreicht (Hein 2004, S. 159).
2
deduktive Methode der britischen klassischen politischen Ökonomie“ (Dahrendorf/Felgenhauer 2004, S.6). Sie vertreten des Weiteren die Ansicht, dass man induktiv aus „detaillierten historischempirischen Studien allgemeine Regeln“ (Dahrendorf/Felgenhauer 2004, S.8) ableiten müsse. Demnach ist „eine ökonomische Theorie […] Produkt eines sich wandelnden sozio-ökonomischen Systems“ (Dahrendorf/Felgenhauer 2004, S.7). Anders gewendet wird hier die prinzipielle Frage aufgeworfen, ob sich die Realität der Theorie anpassen muss (wie dies v.a. Neo-Klassiker fordern), oder ob aus der Realität mit seinen empirischen Beobachtungen einzelner Volkswirtschaften Theorien abgeleitet werden können (wie u.a. Kaldor bei seiner Wachstumstheorie auf stilisierten Fakten fußend vorgeht). 3 Lucas ([1977] 1981) definiert im Folgenden die stilisierten Fakten als Konjunkturmuster ausgehend von der These, dass „business cycles […] all alike“ (Lucas [1977] 1981, S.218) seien. Obwohl er unter dem Gesichtspunkt der Real Business Cycles die Auslöser Schwankungen des BIP in allen Ländern als „stochastically“ kennzeichnet, wobei keine „uniformity of either period or amplitude“ zu erkennen sei, stellt er u.a. folgende Muster fest: „Prices are proclyclical. Short term interest rates are procyclical; long term rates slightly so. Monetary aggregates and velocity measures are proclyclical” (Lucas [1977] 1981, S. 217), usw. 4 Die durch Kaldor ([1957] 1960) betrachteten stilisierten Fakten, hat Romer (1989) um die folgenden Beobachtungen ergänzt: „In cross section, the mean growth rate shows no variations with the level of per capita income. [Außerdem ist] growth in the volume of trade [...] positively correlated with growth of output, [im Gegensatz zu] Population growth rates [, die] negatively correlated with the level of income [sind]. The rate of growth of factor inputs is not large enough to explain the rates of growth of output; that is growth accounting always finds a residual. [Schließlich tendieren] both skilled and unskilled workers […] to migrate toward high-income countries” (Romer 1989, S.55). 5 Eine weitere Übersicht über stilisierte Fakten definiert als „spezifische Konjunkturmuster“ (Tichy 1994, S.38) und Konjunkturindikatoren in Anlehnung an Lucas ([1977] 1981), die insbesondere die neoklassischen Real-Business-Cycle-Ansätze aufgreifen, gibt Tichy (1994, S. 156ff.). Diese sollen an dieser Stelle jedoch nicht weiter betrachtet werden.
3 Kaldor führt dazu auch an, dass keines der von ihm beschriebenes Faktum „can be plausibily „explained“ by the theoretical constructions of neo-classical theory“ (Kaldor [1961] 1978, S.3).
4 Dies soll in diesem Zusammenhang jedoch nicht weiter betrachtet werden, da sich vorliegende Arbeit in erster Linie an die von Kaldor (1957, 1961) beobachteten stilisierten Fakten anlehnt.
5 Für eine deutsche Übersetzung und einen Überblick über Kaldors und Romers stlisierte Fakten vgl. Bretschger 2004, S.4
3
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kaldors ([1957] 1960) langfristige gleichgewichtige Wachstumstheorie auf der Annahme der von ihm isolierten stilisierten Fakten beruht. Zu diesen zählen die Konstanz von Profit- und Lohnquote, die Konstanz der Profitrate, die Zunahme von Arbeitsproduktivität und Kapitalintensität (im Trend mit denselben Wachstumsraten), die Unterschiede zwischen den Volkswirtschaften bei Produktivitäts- und Outputwachstum sowie die Konstanz des Kapitalkoeffizienten. Diese These, insbesondere die relative Konstanz des Kapitalkoeffizienten, soll im Folgenden anhand von Daten von 1960-2006 genauer untersucht werden. Dabei steht die Frage im Vordergrund, ob die Annahme der Konstanz sich trotz konjunktureller Schwankungen verifizieren lässt und wenn dies nicht zutreffen sollte, aus welchen möglichen Gründen und wie der Kapitalkoeffizient sich verändert bzw. schwankt.
3 Betrachtung des Kapitalkoeffizienten in ausgewählten Ländern im
Zeitraum 1960 bis 2006
3.1 Methodisches Vorgehen
Im Folgenden wird auf Grundlage von Daten der AMECO-Datenbank der Europäischen Kommission (2007) eine Untersuchung der Konstanz von Kapitalkoeffizienten ausgewählter Länder erfolgen.
Zum Vorgehen ist zu sagen, dass ausschließlich Daten zu den Preisen von 2000 in jeweiliger Landeswährung herangezogen wurden, um sowohl preisniveauinduzierte, als auch wechselkursbedingte Schwankungen auszuschließen. Zur Berechnung wurden die Angaben der AMECO-Datenbank zu Bruttoinlandsprodukt (BIP) und Netto Kapitalstock herangezogen. Dabei ist letzterer als Bruttoanlagevermögen vermindert um Abschreibungen und das BIP als Produktionswert zuzüglich Gütersteuern abzüglich Vorleistungen und Subventionen aller produzierten Güter und Dienstleistungen in einer Periode definiert.
Der Kapitalkoeffizient () ist definiert als Verhältnis von Kapitalstock () zu Output ( ) bzw. BIP und wird zunächst mit den AMECO-Daten gemäß Gleichung (1) berechnet.
(1) Dieses Verhältnis wird daraufhin anhand seines Mittelwertes (MW) und der Standardabweichung (SD K/BIP ) dargestellt.
Im Folgenden werden diese Angaben mit den durchschnittlichen Wachstumsraten (WR) von Kapitalstock (WR K ) und BIP (WR BIP ) sowie deren Standardabweichungen (SD K , SD BIP ) verglichen. Eine Konstanz des Kapitalstocks ist dabei dann gegeben, wenn Gleichungen (2) bzw.
4
Arbeit zitieren:
Henner Will, 2008, Der Kapitalkoeffizient in langer Sicht , München, GRIN Verlag GmbH
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