Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2.Die Eisenbahn in Russland im 19 Jahrhundert 4
3.Tolstois Anna Karenina 5
3.1 Entstehung 5
3.2 Die Darstellung der Eisenbahn 6
3.3 Funktionen der Eisenbahn 9
4.Exkurs: Paul Virilio Geschwindigkeit ist Gewalt 10
5.Schlusswort 11
6.Literaturverzeichnis 12
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Einleitung
Die Erfindung der Eisenbahn hat entscheidend zur Industriellen Revolution beigetragen, indem sie die Städte Westeuropas näher zueinander gebracht hat. Auch in Mittel- und Osteuropa war die Eisenbahn unentbehrlich um die gewaltigen Weiten der Länder zu erschließen.
Die Tatsache, dass man nun mittels Eisenbahn fast mühelos in geringer Zeit tausende von Kilometern zurücklegen konnte, hatte Auswirkungen auf alle Bereiche des Lebens, auch in Russland.
Neue Siedlungen entstanden längs der Trasse, der Handel blühte auf und die Industrie entwickelte sich.
Die Eisenbahn prägte das Land und öffnete es auch nach außen. Nicht nur der Austausch materieller Güter war nun einfacher, auch der kulturelle Austausch gestaltete sich weniger kompliziert.
Die Eisenbahn, die sehr wichtig für Russland werden sollte, hat in vielen Bereichen der Kultur Spuren hinterlassen, vor allem aber in der Literatur. Als Beispiel soll in dieser Hausarbeit Tolstois Familientragödie „Anna Karenina“ gelten.
Anfangs möchte ich kurz die Entwicklung der Eisenbahn im Russland des 19. Jahrhunderts skizzieren, als Grundlage für die weitere Untersuchung. Im Hauptteil der Hausarbeit werde ich mich mit „Anna Karenina“ und dem Motiv der Eisenbahn beschäftigen. Diesen Punkt habe ich untergliedert in die Entstehung des Romans, Darstellung der Eisenbahn im Roman und Funktion des Motivs der Eisenbahn.
Auf diesen Punkt folgt ein kurzer Exkurs über Virilios „Dromologie“ in Hinblick auf das Verkehrsmittel Eisenbahn.
Ich werde darlegen, inwieweit das Motiv der Eisenbahn eine zentrale Rolle im Roman übernimmt und sowohl gliedernd als auch spannungserzeugend wirkt.
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2. Die Eisenbahn im Russland des 19. Jahrhunderts
Im Gegensatz zu England oder den USA, wo ab etwa 1820 anfangs noch pferdebetriebene „Railroads“ gebaut wurden, dauerte die Etablierung der Eisenbahn in Russland etwas länger. Erst Ende Oktober 1837 wurde die erste Eisenbahnlinie, mit einer Länge von 23 Kilometern, im damaligen Zarenreich eröffnet. Die Bahn führte von Sankt Petersburg in die Zarenresidenz Zarskoje Selo. Im Sommer 1838 wurde die Strecke um zwei Kilometer bis nach Pawlowsk verlängert.
Nach dem Bau dieser Strecke, die zur Vergnügungsstätte des Adels führte, verlief der weitere Schienenausbau schleppend. Zehn Jahre nach Streckeneröffnung, 1848, existierten erst 381 km Bahnstrecke.
Noch 1856 schreckte die russische Regierung vor den hohen Kosten des Ausbaus des Schienennetzes zurück und setzte weiterhin auf traditionelle Transporte zu Land und Wasser. Doch immer mehr Gründe, allen voran die logistischen Probleme, die sich im Krim-Krieg zeigten, führten zu einem Umdenken in der russischen Verkehrspolitik.
1886 erreichte das Schienennetz den Ural und Zar Alexander der Dritte entschied sich für die Gesamtlösung der Transsibirischen Eisenbahn. Die Bauarbeiten für dieses Projekt dauerten vom ersten Spatenstich im Mai 1891 in Wladiwostok bis zur Fertigstellung der Amur-Strecke 1916. Die, mit rund 9300 Kilometern, längste Eisenbahnstrecke der Welt, ist die bis heute einzige durchgängige West-Ost-Schienenverbindung in Asien und war für die Erschließung Sibiriens unerlässlich. Eine Besonderheit der russischen Eisenbahn ist die Spurweite von 1.524mm, die sich von der Spurweite der westeuropäischen Länder unterscheidet. Dieser Unterschied verkomplizierte die Durchfahrt durch Russland, bis das Problem durch den Austausch kompletter Radsätze an den Grenzübergängen gelöst wurde. Für das 19.Jahrhundert war die Eisenbahn ein Zeichen des technischen Fortschrittes und der zunehmenden wirtschaftlichen Erschließung, der von ihr durchquerten Regionen. Alte Transportmittel, wie Pferdefuhrwerke und Lastkähne, wurden durch sie ersetzt.
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Arbeit zitieren:
Kathleen Grimm, 2009, Das Motiv der Eisenbahn in der russischen Literatur am Beispiel "Anna Karenina", München, GRIN Verlag GmbH
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