Inhaltsverzeichnis
E i n l e i t u n g 3
1
2.1 Solons Gesetz zum Parfümgebrauch 4
2.2 Solons Gesetz zur Prostitution 6
2.3 Solons Einstellung zum Luxus 7
F a z i t 8
Q u e l l e v e r z e i c h n i s 1 0
L i t e r a t u r v e r z e i c h n i s 1 0
2
1 Einleitung:
Laut Athenaios, hätte Solon ein Gesetz erlassen, dass den Männern verbot im Parfümgewerbe zu arbeiten 1 . Dieser behauptet auch, dass Solon die damalige Form der Prostitution durch Gesetze reglementiert und veränderte hätte 2 . Da diese Darstellungen jedoch erstmals ca. 800 Jahre nach Solons Lebzeiten 3 bei Athenaios auftauchten und sie zuvor weder bei Aristoteles noch bei sonst einem bekannten Schriftsteller Beachtung gefunden hatten, wird die Frage aufgeworfen, ob diese Gesetze wirklich von dem berühmten Gesetzesvater Athens stammen oder Athenaios sie ihm nur fälschlicher Weise zugeschrieben hat? Um dies zu überprüfen, werde ich die Gesetze bei Athenaios analysieren und versuchen dessen Intention herauszuarbeiten. Weiterhin werde ich versuchen Quellen zu finden in denen die Gesetze ebenfalls erwähnt werden. Außerdem muss Solons Einstellung von Luxus dargestellt werden, damit eine glaubwürdige Einschätzung seiner Einstellung zum Reichtum möglicherweise Aufschluss über die Wahrheit der Gesetze geben kann. Diese Vorgehensweise soll mir dabei helfen zu beantworten, ob Solons Luxusgesetze über die Prostitution und den Parfümgebrauch Legenden oder Wirklichkeit sind.
Zwar haben sich schon diverse Wissenschaftler mit den beiden Gesetzen im Hinblick auf Solons Luxusgesetzgebung beschäftigt, doch gehen die Meinungen über die Echtheit auseinander 4 . In dieser Arbeit wird in der Auseinandersetzung mit verschiedenen Quellen, sowie unter Berücksichtigung der das Thema betreffenden wissenschaftlichen Literatur nachzuweisen sein, dass die Gesetze nicht echt sein können.
Wichtig für die Bearbeitung der Fragestellung erwiesen sich hierbei neben Quellen von Athenaios, Solon, und Plutarch, Monographien von R. Bernhard 5 , C. Reinsberg 6 und L. de Blois 7 , der Aufsatz von M. Fischer 8 und diverse Lexikonartikel aus der RE.
1 Athenaios 13, 612A.
2 Athenaios 13, 569D.
3 Solon: 640-560 v.Chr., in Re Bd3, A1, S.946. Athenaios: um 200 n.Chr, , RE Bd 2, 2, S.205. 4 Siehe hierzu: Bernhardt, Rainer, Luxuskritik und Aufwandsbeschränkungen in der griechischen Welt, Historica Zeitschrift für alte Geschichte 168, Stuttgart 2003, S.37.
5 Ebd.
6 Reinsberg, Carola, Ehe, Hetärentum und Knabenliebe im antiken Griechenland, München ²1993. 7 Blois, Lukas de und Spek, Robartus J. van der, Einführung in die alte Welt, übs. von A.Vervelde, Stuttgart 1994.
8 Fischer, Marina, The prostitutes and her headdress: the Mitra, Sakkos and Kekryphalos in attic red- figure vaseca. 550-450 bce, Diss. Calgary 2008.
3
2.1 Solons Gesetz zum Parfümgebrauch
Für die Bearbeitung der Quellen ist eine Auseinandersetzung sinnvoll, die eng an dem Text verläuft. Daher werde ich diesen sukzessiv analysieren.
Parfüm war in Athen sehr teuer. Ein Fläschchen wurde für fünf Minen verkauft […]. Nicht allein das Volk von Sardis liebte Parfüms […]. Stets düfteliebend ist das ganze Sardevolk, sondern auch die Athener selbst. Sie, die die Urheber der schönsten Leistungen auf allen Gebieten der menschlichen Kultur waren, verzichteten nicht auf die Verwendung von Parfüms, mochte deren Preis auch noch so maßlos sein wie oben erwähnt, nicht anders als wir heute, da die besten Dinge so teuer sind […] 9 .
In dieser Quelle beschreibt Athenaios den Umgang mit Parfüm in Athen. So würde sich der Preis auf fünf Minen belaufen, was einem Gegenwert von 500 Drachmen oder 3000 Obolen 10 entspricht. Bedenkt man, dass ein Sklave zu der Zeit in den Silberminen von Laurion einen Tagesverdienst von einem Obolus hatte 11 , dann erkennt man, dass Parfüm sehr teuer gewesen ist und es sich nur die Reichen im Lande leisten konnten. Daher muss man es den Luxusgütern zuschreiben, also Gütern, die nicht notwendig zum Überleben sind. Folglich konnte es nur von reichen Bürgern und Adligen gekauft werden, die genug Geld übrig hatten, um Luxusartikel und anderen nicht lebensnotwendigen Dinge, wie z.B. auch Wein oder Schmuck, zu kaufen.
Weiterhin beschreibt er die Lebensweise der Athener. Er bezeichnet sie als Urheber der schönsten Dinge der menschlichen Kultur. Diese Darstellung lässt darauf schließen, dass er die athenische Kultur bewunderte. Zwar ist diese Charakterisierung übertrieben, doch kann man sagen, dass es zu dieser Zeit in der athenische Kultur eine Vielfalt von Künsten wie z.B. Literatur, Philosophie, Kunst und Architektur gab 12 .
Zum Schluss erklärt er, dass die Athener nicht auf Parfüm verzichtet hätten, egal wie teuer es gewesen sei, genau wie die Griechen zu seiner Zeit für die besten Dinge viel Geld ausgaben. Athenaios beschreibt also, dass die Athener zu Solons Zeit bereit waren viel Geld für Parfüm auszugeben. Der Parfümverkauf und der Umgang mit Parfüm war also etwas ganz alltägliches in Athen.
9 Athenaios 15, 682F -687D.
10 Schwabacher, Wilhelm, Obole, in: RE, Bd. 17.2, S.1613-1614.
11 Reinsberg, Carola, Ehe, Hetärentum und Knabenliebe im antiken Griechenland, München ²1993, S.145. 12 Blois, Lukas de und Spek, Robartus J. van der, Einführung in die alte Welt, übs. von A.Vervelde, Stuttgart 1994, S.92-93.
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Arbeit zitieren:
Florian Kalk, 2009, Solons Luxusgesetze über die Prostitution und den Parfümgebrauch, München, GRIN Verlag GmbH
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