Inhaltsverzeichnis
Christianisierung 3
Diverse Einflüsse auf die russische Kunst 3
Unterschiede: Byzantinisches und russisches Email 4
Der „Altrjasner Schatz“ 9
Kunstzentren Nowgorod und Moskau, die Mongoleneinfälle und die
Email-Kunst danach 10
Russland das „Dritte Rom“ 12
Zusammenfassung 13
Bibliographie 14
2
Christianisierung
Das Kiewer Reich wurde, durch die Unterwerfung der ostslawischen und finnischen Stämme, im Jahre 882 von Oleg gegründet. Die Christianisierung - das zweite wichtige, wenn nicht wichtigste Datum der russischen Geschichte - folgte in den Jahren 988-89. Wladimir der Heilige, der Großfürst von Kiew, veranlasste diesen Schritt, der das Land weitgehend verändern sollte, und hatte dafür mehrere Gründe. Der Wunsch Wladimirs, Anna, die Tochter des Kaisers von Byzanz zu heiraten, war wohl einer davon. Jedoch spielten zu der Zeit auch noch andere Faktoren eine wesentliche Rolle. Zum einen herrschte ein gewisser Druck auf Wladimir von Seiten byzantinischer Staatsmänner, die, schon Grenzkämpfen mit den Moslems und der Bedrohung seitens der griechischen Kolonie Chersonesos ausgesetzt, ihr Land, das von Innen her noch durch den Bilderstreit geschwächt war, auch noch vor Einfällen der Slawen - die 860 begannen - zu schützen suchten. Wladimirs Großmutter, die Großfürstin Olga, hatten die Byzantiner schon überreden können: 957 ließ sie sich in der Hagia Sophia Justinians, der Kirche der heiligen Weisheit, vom Patriarch von Konstantinopel und vom Kaiser von Byzanz taufen und somit zum griechisch-orthodoxen Glauben bekehren. Sie war vom Glanz dieses Rituals verzaubert. Wladimir suchte so eine ehrfurchteinflößende Religion für sein zuchtloses Volk um damit das unruhige russische Reich zu bändigen - die Folgen der Christianisierung waren schließlich auch unter anderem die Einführung der Monogamie, die Abschaffung von Blut-Opfern und der Kampf gegen Unbildung. Ein wichtiger Grund dafür aber, dass Wladimir sich für die Griechische Orthodoxie und nicht für den Römischen Katholizismus - der das Fürstentum an Westeuropa binden hätte binden können - entschied, war seine Bewunderung für die byzantinische Kultur. Sein Entschluss hatte eine feste Bindung an Byzanz zur Folge, in nicht nur religiöser, sondern auch in kultureller und künstlerischer Hinsicht. Trotz aller Abhängigkeiten von Byzanz blieb der Kiewer Staat ein durch und durch eigenständiges Gebiet. 1
Diverse Einflüsse auf die russische Kunst
Russland hatte sich künstlerisch schon immer gern von anderen Völkern inspirieren lassen - die altrussische Volkskunst hat z.B starke skandinavische und persische
1 Tamara Talbot Rice, Die Kunst Russlands, S. 7-9
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Züge. Dieses Orientieren an anderen zeugte nicht von Schwachheit oder Opportunismus, sondern von einer Wachheit und Offenheit für Begabungen aus der Fremde. Das hielt die russische Kunst stets frei von übertriebenem Nationalismus. Daher ist es nachvollziehbar, dass gerade Byzanz einen sehr großen Einfluss auf die russische Kunst ausübte. 2
In vorchristlichen Zeiten war die Kunst des Ornaments unter den Skythen und Sarmaten schon sehr weit fortgeschritten und das Emaillieren, vor allem das Gruben-Email, gut bekannt. Das Niveau wurde dann bis in die frühchristlichen Zeiten in Kiew beibehalten. Byzanz übte jedoch später einen großen Einfluss auf die Produktion des Zellenschmelzes in Russland aus.
Unterschiede: Byzantinisches und russisches Email
Nach der Annahme des Christentums im 10. Jahrhundert stärkten sich die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bindungen zwischen dem Byzantinischen und dem Kiewer Reich. Neben den einströmenden Priestern kamen byzantinische Baumeister, Künstler und Meister der angewandten Kunst kamen nach Kiew und unterrichteten russische Künstler, ließen sie ihre eigenen Werke kopieren, und halfen den russischen Meistern Kathedralen und fürstliche Höfe zu schmücken. Auch brachten sie viele byzantinische Kunst-Erzeugnisse nach Kiew mit, unter anderem auch Zellenschmelz-Arbeiten, deren Qualität zum Vorbild für russische Künstler wurde und die ein reiches byzantinisches Erbe darstellten.
Die russischen Künstler bemächtigten sich derselben komplizierten Technik des Emaillierens wie die Byzantiner, brachten aber Neues mit ein, das sich an lokalen Traditionen und Geschmäckern anlehnte. Sowohl an der Thematik, als auch an den technischen und künstlerischen Verfahren wird jenes bemerkbar. So sind, beispielsweise, bei russischen Emailarbeiten die Linien der Verteilung der Stege viel ruhiger als bei den byzantinischen und die Zellen viel größer und tiefer. Somit zeichnen sich die Darstellungen der russischen Emailarbeiten durch eine Weichheit und
2 Richard Hase, 1000 Jahre russische Kunst, S. 44
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Verallgemeinerung aus. Die an byzantinischen Stil angelehnten Werke sind strenger und feiner und haben einen stark asketischen Zug. 3 Als Beispiel dienen hier sehr gut zwei Cloisonnè-Anhänger aus dem 11.-12. Jahrhundert (1). Der eine ist aus Silber gefertigt. Auf ihm sind zwei Vögel zu sehen, die sich gegenseitig anbllicken, zwischen ihnen ist ein Pik-Muster. Die Köpfe der Vögel sind verbunden mit dicken Hälsen, groß, länglich und oben abgerundet. Die Schnäbel sind beinahe Halbkreise. Ebenso der Schwanz und die Bein-Ansätze sind dick und rund. Die Beine, obwohl nur Striche, sind halbwegs dick. Die Vögel haben jeweils nur einen Flügel, der nach unten weißt und wie ein großer Schild zu einem Spitz zusammenläuft. Die Vögel zieren große bunte Punkte, die Flügel je eine große Spirale und die Schwänze einzig Farbflächen. Der andere Anhänger ist aus Gold. Wieder sind zwei Vögel zu erkennen. Sie zeichnen sich aus durch feinere Züge und spitze Formen. Die kleinen Köpfe sind kreisrund und die Schnäbel sind spitz. Die Vögel besitzen zwei Flügel, von denen der jeweils äußere nach oben gerichtet ist. Die Flügel sind ebenfalls spitz.
Arbeit zitieren:
Kaja Dymnicki, 2008, Mittelalterliches Email in Gebieten unter byzantinischem Einfluss - Russland, München, GRIN Verlag GmbH
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