Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bindungsbeziehungen
2.1 Was ist Bindung?
2.2 Bindungsanzeichen
3. Bindungsverhalten durch Triebe?
3.1 Der Behaviorismus
3.2 Bindungsbedürfnis als Nahrungswunsch
4. Entwicklungsphasen der Bindung
4.1 Allgemeines
4.2 Vierphasenmodell
4.2.1 Vorbindungsphase
4.2.2 Entstehungsphase der Bindung
4.2.3 Eindeutige Bindungsphase
4.2.4 Zielkorrigierte Partnerschaftsphase
4.3 Zwei-Kategorien-System
4.3.1 Phase der allgemeinen undiskriminierten Bindung
4.3.2 Phase der spezifischen Bindung
4.4 Einfluss der Theorie Piagets
4.5 Zusammenfassung
5. Genetische Ausstattung
5.1 Genetische Ausstattung des Neugeborenen
5.2 Genetische Ausstattung der Erwachsenen
6. Lernprozess und nicht-homöostatischer Trieb
7. Bindung durch hormonell geregelte Schranken
8. Organische und umweltbedingte Variablen
9. Ergebnis
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1. Einleitung
In den letzten Jahren gewann das Bindungsverhalten von Kleinkindern immer mehr an Bedeutung. Damit kam die forschungsrelevante Frage auf, ob dieses Bindungsverhalten eher endogen bestimmt ist oder eher den Endogenismus in die Schranken weist und exogen bestimmt ist. -Die Klärung dieser Problemstellung ist Anliegen der Hausarbeit.
2. Bindungsbeziehungen
2.1 Was ist Bindung?
In der Literatur findet man verschiedene Auslegungen des Wortes Bindung (z.B. Friedlmeier / Holodynski, 1999, S. 177), aber alle sind sehr ähnlich und oftmals ist der Sachverhalt nur mit anderen Worten umschrieben. Daher ist am treffensten die Definition, die Bindung als eine enge emotionale Beziehung zwischen einem Säugling und seiner Bezugsperson(en) versteht (Zimbardo, 1995, S. 747). Diese starke und stabile Beziehung zeigt sich im Bindungsverhalten (a.a.O., S. 81 / S. 747) und ist stark verknüpft mit der emotionalen Entwicklung des Kindes (Friedlmeier / Holodynski, 1999, S. 177).
2.2 Bindungsanzeichen
Eine stabile Bindungsbeziehung zwischen einem Baby und seiner Bezugsperson (meist die leibliche oder auch die soziale Mutter) äußert sich in bestimmten Anzeichen (Mussen / Conger / Kagan / Huston, 1993, S. 177):
1. Die Bezugsperson beruhigt das Baby schneller und besser als andere, fremde Personen.
2. Wenn der Säugling traurig ist oder spielen will, dann wendet er sich häufiger der Pflegeperson zu als anderen Personen, die ihn trösten oder mit ihm spielen wollen.
3. Ist die Bezugsperson in der Nähe des Kindes, so ist dieses weniger ängstlich, als wenn die Pflegeperson abwesend ist. Damit ist bewiesen, dass eine Bezugsperson wirklich als Bezug dient und Sicherheit spendet. Es gibt also eine Person, die gegenüber allen anderen vorgezogen wird.
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Ebenfalls ist aus den drei Anzeichen ersichtlich, dass der Zweck des Bindungsverhalten die „Reduzierung unangenehmer Gefühle“ ist, die durch eine Interaktion mit der Pflegeperson vollzogen wird (a.a.O.).
3. Bindungsverhalten durch Triebe?
3.1 Der Behaviorismus
Der Behaviorismus definiert Hunger, Durst und Scherz als Grundtriebe der Säuglinge, die diese zur Handlung anstiften (Mussen / Conger / Kagan / Huston, 1993, S. 172). Nach dieser Theorie sind biologische Triebe und andere messbare Reaktionen der Auslöser psychischer Veränderungen (a.a.O.). Dabei gibt es Primärverstärker (z.B. Nahrung) als Ereignisse zur Befriedigung der biologischen Kindesbedürfnisse und Sekundärverstärker (z.B. die Mutter) als Gegenstände oder Personen, die während der Triebbefriedigung des Kindes anwesend sind (a.a.O.). Das Ergebnis dieser Ausführungen ist, dass die „emotionalen Bindungen von Säuglingen und ihr Annäherungsverhalten an die Mutter auf der Befriedigung biologisch angelegter Triebe basiert“ (a.a.O.).
3.2 Bindungsbedürfnis als Nahrungswunsch?
Sigmund Freud stellte die Hypothese auf, dass ein Säugling die Bezugsperson sucht und braucht, wenn diese ein Bedürfnis befriedigt, also z.B. Nahrung zur Stillung des Hungers anbietet (Damon, 1989, S. 57).
Dazu gab es die Primatenforschung von H. F. Harlow, der 1962 Versuche mit Rhesusäffchen durchführte (Flammer, 1998, S. 47; Neumann, 1981, S. 17f; Mussen / Conger / Kagan / Huston, 1993, S. 173-175; Zimbardo, 1995, S. 83). Harlow und seine Mitarbeiter zogen Affenbabys ohne die leibliche Mutter auf. Dafür stellten sie den Tieren zwei Mutterattrappen zur Verfügung, die beide aus einem Drahtgestell gebaut waren. Die erste besaß in Brusthöhe einen Sauger, der Milch spendete und an dem die Affen trinken konnten (siehe Abb. in Mussen / Conger / Kagan / Huston, 1993, S. 173). Die zweite „Mutter“ besaß einen Überzug aus weichem Frottee-Stoff und gab keine Nahrung (siehe Abb. a.a.O.).
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Arbeit zitieren:
Nancy Kunze-Groß, 2001, Bindungsverhalten, München, GRIN Verlag GmbH
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Die erste Realisierungsphase des "Generalplans Ost" in der Z...
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