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Universität Stuttgart
Historisches Institut
Abteilung GNT
Seminar ,,Leonardo da Vinci u.a. Künstleringenieure der Renaissance"
Sommersemester 2007
Filippo Brunelleschi und der Bau der
Domkuppel des Florentiner Doms
Simon David
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Inhaltsverzeichnis
Einleitung ................................................................................................................................... 3
Biographie Filippo di Ser Brunelleschi...................................................................................... 3
Der Florentiner Dom bis 1420 und das Modell Brunelleschis................................................... 6
Brunelleschis Leistung ............................................................................................................... 8
Brunelleschi als Bauleiter....................................................................................................... 8
Errichtung der Kuppel ohne Lehrgerüst................................................................................. 9
Stein- und Holzketten........................................................................................................... 11
Brunelleschis Maschinen...................................................................................................... 12
Nachwirken der Leistungen Brunelleschis........................................................................... 13
Fazit.......................................................................................................................................... 14
Literatur.................................................................................................................................... 16
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Einleitung
Mit der Fertigstellung der Kuppel (1436) und der Kuppelllaterne in den 1470er Jahren wurde
der Bau des Doms Santa Maria del Fiore zu Florenz vollendet. Die Kathedrale als eines der
größten Gotteshäuser der Welt und somit auch die Stadt Florenz erhielten mit dieser Kuppel
ein Wahrzeichen, das sich ,,der allgemeinen Vorstellungskraft hauptsächlich als
ungewöhnlich groß und großartig eingeprägt"
1
hat. Vergleiche der Kuppel mit einem Berg,
einem Ball, ja sogar einem Tier
2
zeigen, welchen Eindruck dieses Bauwerk, das ,,zwischen
Himmel und Dächern im Zentrum des städtischen Gefüges schwebt"
3
, auf Einwohner wie auf
Besucher macht.
Der für die Umsetzung des Projekts verantwortliche Filippo di Ser Brunelleschi und seine
Rolle beim Bau der Kuppel, die ,,fast schon ein Symbol der Geburt einer neuen Weltsicht
geworden ist der Renaissance"
4
, sollen in dieser Arbeit behandelt werden.
Nach einer biographischen Einführung und einem groben Überblick über die Baugeschichte
des Doms wird auf die Bedeutung der Innovationen Brunelleschis beim Bau des Doms
einzugehen sein. Dabei handelt es sich um die Verwendung neuer, innovativer Maschinen
ebenso wie um eine unkonventionelle Errichtung der Kuppel.
Zuletzt soll der Eindruck, den die Arbeit des Künstleringenieurs bei Zeitgenossen und
späteren Generationen hinterließ, kurz angesprochen werden.
Biographie Filippo di Ser Brunelleschi
Filippo di Ser Brunelleschi wurde 1377 als Sohn des Notars Ser Brunellesco Lippi und dessen
Frau Giuliana Spini geboren. Die Familie war recht wohlhabend, beispielsweise besaßen sie
ein später von den Medici erworbenes Landgut
5
.
Möglicherweise erhielt Filippo in den 1390er Jahren seine erste Ausbildung bei dem
Florentiner Maler und Geographen Benincasa, der im Dienste der Republik mit der
Vermessung der gesamten Stadt beauftragt war.
Die erste urkundliche Erwähnung Brunelleschis ist datiert aus dem Jahr 1398, als er die
Aufnahme in die mächtige Zunft der Seidenweber als Goldschmied beantragte. Diese wurde
ihm jedoch erst 1404 gewährt. Bemerkenswert ist, dass er noch im Jahr seiner Aufnahme in
1
Fanelli, S. 100.
2
Fanelli, S. 100f.
3
Fanelli, S. 53.
4
Elssner, S. 74.
5
Kulawik, S. 30.
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die Kommission berufen wurde, welche für den Bau des Florentiner Doms verantwortlich
war. Er muss sich bereits zu diesem Zeitpunkt einiges Ansehen durch seine Tätigkeit
erworben haben.
Zugeschrieben werden Brunelleschi einige Figuren des für den Dom von Pistoia errichteten
Silberaltars. In den Quellen findet sich zwar nur ein Hinweis auf einen Pippo da Firenze, doch
könnte damit Brunelleschi gemeint sein. Zudem lassen die Altarfiguren ,,Beziehungen zu dem
Relief der Opferung Isaaks erkennen"
6
, welches Brunelleschi 1401 als eigenen
Wettbewerbsbeitrag um die Gestaltung der zweiten Tür des Florentiner Baptisteriums
einreichte. Bei diesem Wettbewerb erlitt er allerdings eine Niederlage. Der Beitrag Lorenzo
Ghibertis wurde angenommen. Zwar beauftragte die für dieses Projekt zuständige Zunft der
Wollweber beide Künstler mit der Ausführung der Arbeit, doch trat Brunelleschi von diesem
Auftrag zurück. Wenn sein Biograph Vasari ihm dies als ,,eine großmütige Geste des
Zurücktretens gegenüber dem Jüngeren und als Bildhauer vielleicht auch Begabteren"
7
auslegt, so dürfte diese Einschätzung allenfalls einen Teil der Wahrheit widerspiegeln. Mit
Ghiberti verstand sich Brunelleschi zeitlebens nicht sonderlich gut. Die Bereitschaft, mit
seinem Konkurrenten gemeinsam an dessen Projekt zu arbeiten, war bei Brunelleschi nicht
vorhanden.
Mit seinem Freund Donatello scheint er dagegen mehrfach zusammengearbeitet zu haben,
auch wenn sich dies an konkretem Quellenmaterial nicht immer einwandfrei belegen lässt.
So soll Brunelleschi eine Holzskulptur, eine Heilige Magdalena, gefertigt haben und an
Donatellos Statuen der Heiligen Markus und Petrus für Orsamichele mitgewirkt haben
8
.
Mehrere Legenden ranken sich um diese Freundschaft. So soll Brunelleschi 1409 selbst ein
Kruzifix für Santa Maria Novella gefertigt haben, weil er die Darstellung Christi durch seinen
Freund als unzureichend empfand. Schließlich musste Donatello eingestehen, dass es ihm
selbst nur gegeben sei, ,,Bauernfiguren zu schaffen, Brunelleschi aber wahre
Christusfiguren"
9
.
Überliefert ist auch die Geschichte von dem dicken Tischler, den die beiden Freunde aus Spaß
eines Morgens als eine völlig andere Person ansprachen. Ihre Sache machten sie dabei so gut,
dass das Opfer ihres Spaßes schließlich nicht nur die neue Identität annahm, sondern sich
auch bereit fand, seine vermeintlichen Schulden zu bezahlen
10
.
6
Kulawik, S. 31.
7
Kulawik, S. 31.
8
Kulawik, S. 32.
9
Kulawik, S. 31.
10
Kulawik, S. 31f.
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