Name: Richard SEEGER
Ich erkläre,
dass ich die vorliegende Diplomarbeit selbst verfasst und dazu keine anderen als die angeführten Behelfe verwendet habe.
Außerdem habe ich die Reinschrift der Diplomarbeit einer Korrektur unterzogen und ein Belegexemplar verwahrt.
Wien, am ....................................................................................
....................................................................................
Unterschrift
Zusammenfassung
Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit dem Wesen erlebnisorientierten Unterrichts, seinen Intentionen und der Sicherung der Lerninhalte. Das erste Kapitel behandelt die Frage der Definition, gelangt allerdings zu keiner schlüssigen Antwort, nicht zuletzt, weil vor allem in der akademischen Szene darüber eine ziemliche Uneinigkeit herrscht. Aber dieses Kapitel kommt jedoch der Vorstellung, was Erlebnispädagogik sein soll, nahe. Unterrichtsformen bedürfen einer nachvollziehbaren Methode. Im Falle der Erlebnispädagogik sind die Methoden meist außerhalb des schulischen Bereiches oder außerhalb eines Firmenbereiches angesiedelt („Outdoor“). Mit der Sicherung eines möglichen Lernerfolges, bzw. welche Methoden dazu geeignet sind, befasst sich ein weiteres Kapitel. Die Kenntnisse dieser Grundlagen sind insofern von Bedeutung, da erst am gelungenen Transfer („Verhaltensänderung“) der Erfolg einer erlebnispädagogischen Maßnahme sichtbar wird.
Der Sicherheit der Teilnehmer ist größte Priorität beizumessen. Das Kapitel behandelt die Sicherheitsstandards bei erlebnispädagogischen Aktivitäten sowie die Ausbildung der Erlebnispädagogen und die Mindestanforderungen, über die ein „Prozessbegleiter“ verfügen muss.
Die Waldpädagogik ist eine spezielle Lernform der Erlebnispädagogik und beschäftigt sich mit der spielerischen Vermittlung des Erfahrungsraumes Natur und Wald. Die Waldpädagogik beleuchtet Vernetzungen und Zusammenhänge von Lebensraum, wirtschaftlichen Interessen und Naturschutz.
Summary
The paper in hand examines the essence of experiential learning, its intentions and methods to secure learning results.
The first chapter deals with the definition, although it does not come to a final conclusion, as even within the academic environment there is quite some disagreement. However this chapter at least comes very close to the perception of what experiential learning should be.
Any form of teaching requires consistent methods. In the case of experiential learning, methods are usually applied away from the school area or outside of the company area (“outdoors”).
Securing possible learning results and appropriate methods to do so are being discussed in another chapter. Knowing about these basics are essential as only an effective transfer (“behavioural change”) makes the success of experiential learning visible.
Safety of participants is made a top priority. This chapter deals with safety standards in regard to experiential learning activities as well as the training for trainers and the minimum requirements for a process coach.
“Waldpädagogik” is a special area within experiential learning and conveys in a playful way aspects of the experiential space nature and forest. “Waldpädagogik” focuses on correlations of and links between living space, economical interests and environmental protection.
5
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort und einführende Worte 7
2 Begriffsbestimmung - ein Versuch 10
2.1 Das Erlebnis 10
2.2 Die Pädagogik 11
2.3 Zur Bestimmung 12
2.4 Definition anhand der Literatur 13
2.5 Zusammenfassung 18
3 Didaktik und Ziele erlebnispädagogischer Unternehmungen 20
3.1 Allgemeines 20
3.2 Die Aufgabe 22
3.3 Warum Erlebnispädagogik? 25
3.4 Das Ziel 30
3.5 Zielgruppen 34
3.6 Methoden der Erlebnispädagogik 38
3.7 Zusammenfassung 42
4 Transfer und Reflexion 44
4.1 Reflexionsmodelle 48
4.1.1 The Mountains Speak for Themselves 49
4.1.2 Outward Bound Plus 50
4.1.3 Das metaphorische Modell 52
4.2 Zusammenfassung 54
5 Sicherheitsstandards und Ausbildung der Erlebnispädagogen 56
5.1 Sicherheit 57
5.2 Qualifikationsanspruch 60
5.3 Zusammenfassung 62
6 Rund um Wald und Wiese: die Waldpädagogik 63
6.1 Allgemeines 63
6.2 Begriff und Wertigkeit 64
6.3 Aufgaben der Waldpädagogik 66
6.3.1 Angebote 67
6.3.2 Der Lebensraum 69
6.3.3 Die Kulturlandschaft 70
6.3.4 Der Wirtschaftsraum 71
6.3.5 Resümee 73
6.4 Didaktisch-methodische Grundsätze und Zielvorstellungen 74
6.4.1 Ziele der Waldpädagogik 75
6.5 Waldpädagogik in der Unterstufe 77
6.6 Waldpädagogik in der Oberstufe 78
6.7 Zusammenfassung 78
7 Beispiel und Konzepte 80
7.1 Ein praktisches Beispiel 80
7.1.1 Ein sinnvoller Waldtag 80
7.2 Konzeptionen 85
7.2.1 Raum gestalten - Raum erfahren 85
7.2.2 LandArt - Gestalten in und mit der Natur 87
7.2.3 Vom Baum zur Skulptur 88
6
8 Schlussbemerkung 91
9 Literaturverzeichnis 92
9.1 Zitierte Literatur 92
9.2 Weiterführende Literatur 95
9.3 Internet 97
9.4 Adressen 99
Vorwort und einführende Worte 7
1 Vorwort und einführende Worte
Die Erlebnispädagogik als eine alternative Unterrichtsform, hat als übergeordnetes Ziel die Entwicklung und Festigung der jeweiligen Persönlichkeit und deren sozialen Fähigkeiten sowie die Erkenntnis der Bedeutung einer funktionierenden und intakten Natur und Umwelt für die eigene Person und für das gesellschaftliche Miteinander zum Inhalt.
Das vorliegende Werk ist mehr als nur eine Diplomarbeit. Im Laufe der Arbeit an ihr hat sie sich als persönliche Stütze in der Auseinandersetzung und Weiterentwicklung in meinem Beruf als Lehrer und Waldpädagoge erwiesen.
In erster Linie wird es meinen Intentionen als Tischlermeister und Kunsthandwerker gerecht, der in Holz, das er zu verarbeiten hatte, immer mehr sah, als nur ein rohes Stück Lignin. Denn erst, wenn die Zusammenhänge begreifbar werden, die Leben und Wohnen ausmachen, wird erkennbar, was überhaupt Wohngefühl bedeutet und warum der Mensch seit jeher mit Holzmöbeln lebt und wohnt. Und vielleicht hat das auch mit Natur in weiterem Sinne und mit Wald in engerem Sinne zu tun.
Denn im Wald, da wachsen Bäume und die Bäume liefern Holz..... Dieser Ansatz mag ein wenig seltsam sein, aber immerhin hat er mir im Speziellen geholfen, dass ich mich intensiver mit der Herkunft und der Produktionsstätte des von mir zu verarbeitenden Materials beschäftigen wollte und konnte. Gleichzeitig ist es mein Anliegen, nicht nur in meinem fachpraktischen Bereich (Holz, Möbelbau und Skulptur) bewusstseinsbildend zu sein, sondern auch darüber hinaus. Im Sinne des Wortes: hinaus in den Wald, lernen dort, wo es nach heutiger Einschätzung pädagogisch zielführend ist und mittlerweile auch finanziell gefördert wird.
Die Arbeit ist in sechs eigentliche Kapitel gegliedert. Kein Kapitel erhebt Anspruch auf Vollständigkeit oder auf Ausschließung inhaltlicher Diskrepanzen - trotz mehrmaligen Überarbeitens. Fallen solche auf, sollen sie als Basis für eine fruchtbringende Diskussion und Auseinandersetzung mit der Thematik verstanden werden.
Vorwort und einführende Worte 8
Zu Beginn der Arbeit wird der Begriff des erlebnisorientierten Handelns bestimmt. Man wird merken, dass es immer noch eine Art Vakuum ist, in der sich die Erlebnispädagogen befinden, nicht zuletzt, weil „Erlebnispädagoge“ noch kein geschützter Begriff ist und entsprechende Angebote bislang von jedermann durchgeführt werden können.
Im nächsten Kapitel nähere ich mich den didaktisch-methodischen Grundlagen. Es soll festgehalten sein, dass diese Grundlagen unvollständig und alle Ergänzungen und/oder Weiterentwicklungen demnach erwünscht sind.
Reflexion (mit Transfer) ist ein Thema, das auch in allen Bildungsanstalten von Bedeutung ist, dort heißt es Prüfung, Test und Mitarbeit. Die Auseinandersetzung in dieser Arbeit lehrte mich aber, dass es effizientere Möglichkeiten im Schulalltag zur Festigung des Lernertrages und der Schülerpersönlichkeit gibt. Das Kapitel Sicherheit macht deutlich, dass es auch andere Verletzungen gibt, als nur körperlicher Art, die vor allem im Lernort Natur oft unwissentlich geschehen. Dem Kapitel „Rund um Wald und Wiese“ ist meine persönliche Präferenz gewidmet. Ein sehr großes Themengebiet, dem hier nur in knappster Art und Weise entsprochen werden konnte. Bei speziellem Interesse der Waldpädagogik verweise ich auf die eher spärlich vorhandene Literatur im Anhang. Den Schluss der Diplomarbeit rundete ich mit einigen praxisbetonten Darstellungen und Konzepten ab.
Einigen Lesern wird wahrscheinlich der geschichtliche Hintergrund in dieser Diplomarbeit fehlen. Von Rousseau über Thoreau und Dewey bis Kurt Hahn 1 um nur einige zu nennen.
Dieser Hintergrund wurde bewusst ausgelassen, weil es mehr als genug ganz ausgezeichnete Literatur gibt, die sich fast ausschließlich mit diesem speziellen Thema befasst. Auch bin ich der Meinung, dass der Fluss des Lesens behindert wird, wenn der Leser/die Leserin nicht voll in die eigentliche Thematik einsteigen kann.
Im übrigen entsprach eine Bearbeitung der geschichtlichen Entwicklung von Anfang an nicht meiner Intention.
1 Vgl. 3.3
Vorwort und einführende Worte 9
Auch diese Arbeit verwendet, außer in Zitaten und im Sinne leichterer Lesbarkeit, ausschließlich die männliche Schreibweise. Es wird hiermit extra darauf hingewiesen, dass die männliche Form auch die weibliche Bezeichnung gleichwertig und gleichberechtigt mit einschließt.
Kursiv geschriebene Stellen oder Passagen, kennzeichnen Zitate, bewusste Betonungen und Hervorhebungen von Ausdrücken.
An dieser Stelle danke ich meiner Familie, die meine Arbeitslaunen über sich ergehen ließ und diese doch relativ stoisch und unbeschadet ertrug.
Auch danke ich hier meinem Betreuer, Herrn Erich Hackl, der sich die Mühe nahm, neben anderen Arbeiten auch meine auf das Genaueste zu durchforsten und der mir mit seiner hilfreichen Betreuung wertvolle Hinweise gab.
Begriffsbestimmung - ein Versuch 10
2 Begriffsbestimmung - ein Versuch
„Erlebnispädagogik“ ist eine Wortgruppe, die zwar allgemein bekannt, aber dennoch allgemein unbekannt sein dürfte. Nicht einmal in der Fachwelt gibt es Einigkeit über die Begriffsbestimmung, geschweige denn über Methoden und/oder Ziele. Gleichfalls ist unbestritten, dass der Begriff „Erlebnispädagogik“ gesellschaftsfähig geworden ist und als pädagogische Maßnahme häufig missbraucht wird. Als Beispiel sei erwähnt, dass sich sehr oft hinter einem erlebnispädagogischen Angebot etwa ein ganz „normaler“ Kletterkurs oder „nur“ ein Schulausflug mit Jausenszeit im Wald verbirgt. 2
Das Wort Erlebnispädagogik besteht aus zwei unabhängigen Begriffen. Zum einen aus dem Erlebnis, zum anderen aus der Pädagogik. Das Erlebnis belehrt den Menschen und verbündet sich mit dem effektivsten Pädagogen: dem Leben selbst.
2.1 Das Erlebnis
Das Erlebnis, ein Begriff der psychologischen Fachsprache, wird als innerer, geistiger Vorgang angesehen, welcher Reize von äußerem Einfluss zu einem subjektiven Eindruck verarbeitet. Dabei wird der gewonnene Eindruck mit Hilfe der Sprache als Erlebnis geschildert.
Parallel zur äußeren Erlebniswelt 3 , die uns reizt und stimuliert, lässt sich aber auch eine innere Erlebniswelt ausmachen. Das ist jene mit der wir fühlen, fantasieren und träumen. Der Zusammenhang zwischen innerer und äußerer Erlebniswelt wurde schon von den Urvätern der Tiefenpsychologie, Sigmund Freud, C. G. Jung und Alfred Adler erkannt. 4
2 Vgl. Pkt. 5.2
3 Begriffe wie Erlebnisreisen, Erlebnisgastronomie, Erlebnispark, Erlebniskaufhaus u.ä. zeugen von einem Aufschwung der Erlebnisorientierung. Der Erlebniswert wird wichtiger als der Gebrauchswert, wobei festzustellen ist, dass man Erlebnisse ja nicht kaufen kann, sondern nur die Möglichkeit zum Erlebnis. 4 Vgl. Heckmair/Michl 2002, Seite 89
Begriffsbestimmung - ein Versuch 11
Die früheste bekannte Definition aus einem Lexikon des W. Traugott Krug, erschienen 1838, lautet: „Erlebnis heißt alles, was man selbst erlebt (empfunden, geschaut, gedacht, gewollt, getan oder gelassen) hat. Solche Erlebnisse sind also die Grundlage der eigenen Erfahrung, wenn man dadurch richtige Ergebnisse zu ziehen versteht.“ 5 Dabei ergibt sich ein ernstes Problem der Erlebnispädagogik, insofern, dass man die Frage stellen muss, wer eigentlich (selbst) in der Lage ist zu bestimmen, was richtige Ergebnisse seien. Dabei hilft der Gedanke der Reflexion und des Transfers weiter. 6
2.2 Die Pädagogik
Die Pädagogik 7 ist die Wissenschaft von der Erziehung und erforscht deren Grundlagen. Sie gibt das Ziel, Anleitung und Regeln vor und hinterfragt Normen für das erzieherische Handeln sowie Methoden der Erziehung. Sie untersucht Begabung, Lernen und organisierte Formen der Erziehung. Zu den bedeutenden Strömungen der Pädagogik zählt die geisteswissenschaftliche; sie versucht, Erziehung vor dem Hintergrund von Geschichte, Kultur und Gesellschaft zu beschreiben und zu verstehen.
Die empirisch-sozialwissenschaftliche Pädagogik verwendet die Methodik der Beobachtung und des Experiments, um die Erziehungswirklichkeit zu beschreiben, zu erforschen und Kenntnisse für die Praxis abzuleiten. Die pädagogische Forschung untersucht, wie sich Menschen gegenseitig beeinflussen und welche Auswirkungen dies auf die Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen hat. Die Wissenschaft der Pädagogik teilt sich in verschiedene Bereiche auf. So beschäftigt sich etwa die allgemeine Pädagogik mit philosophischen und theoretischen Aspekten von Erziehung und Bildung, die historische Pädagogik mit der Entwicklung erzieherischer Fragestellungen und die vergleichende Pädagogik mit Erkenntnissen und Gegebenheiten anderer Länder.
5 In: L. Friedrich, Johann Heinrich Pestalozzi, Lüneburg 1991, Seite 7
6 Siehe hierzu Pkt. 4
7 Quelle: „Pädagogik“ in: Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2001
Begriffsbestimmung - ein Versuch 12
Darüber hinaus gibt es eine Reihe von besonderen Formen der Pädagogik, etwa Schul-, Behinderten-, Musik- oder Sozialpädagogik und eben neu formulierte und mittlerweile gut beschriebene Bereiche wie die Abenteuer-, Reise-, Freizeit- und Erlebnispädagogik, deren Ansätze in den reformpädagogischen Bewegungen um die Jahrhundertwende begründet sind.
2.3 Zur Bestimmung
Zu erleben bedeutet, dass Inhalte, die einem äußerst wichtig sind, beziehungsweise als solche gesehen werden, sich zu Eindrücken wandeln, welche als entweder positiv oder als negativ erfahren werden und sich dadurch, je nach Intensität der Information, in das Gedächtnis einnisten. Zu erleben verleiht einen höheren Sinn, sich der Welt und der eigenen Umgebung bildend und erfahrend zu nähern, sich also die eigene unmittelbare Welt erlebbar zu machen. Die Pädagogik wiederum, gleichsam als Suffix des zusammengesetzten Wortes, ist also das Werkzeug, das benutzt und angewendet wird, um das Erlebnis greifbar zu machen und anschaulich gestalten zu können.
Ulf Händel ist „überzeugt davon, dass ein Mensch allein gar nicht soviel wissen kann, wie er wissen müsste, um das Leben als Erlebnis pädagogisch zu erleben und die daraus gewonnenen Erkenntnisse auch noch theoretisch oder praktisch pädagogisch weiterzuvermitteln“ 8 .
Allerdings ist die Frage, wieweit sich ein Erlebnis pädagogisch erleben lassen kann, wenn man erkennt, dass die Tiefe des Erlebens ja auch Teil einer Unsprachlichkeit ist und dass das Pädagogische dahinter nur das Werkzeug, das zielgerichtete und systematisch organisierte Handeln 9 ist, welches die Werte des Erlebten sichern sollen. Erlebnisse kann man nicht lehren, sie lassen sich schon gar nicht vermitteln, sie können nur gefühlsmäßig erfahren werden. W. Michl nimmt an, „dass erlebnispädagogische Aktivitäten mehr Tiefenwirkung zeigen würden, wenn der Pädagoge auf einen theoretischen Rahmen
8 Ulf Händel in: Wege moderner Erlebnispädagogik 1995, Seite 6
9 vgl. A. Reiners 1995, Erlebnis und Pädagogik, Seite 14
Begriffsbestimmung - ein Versuch 13
zurückgreifen kann.“ 10 Die Handlung, die auf eben der Unsprachlichkeit eines Erlebnisses basiert, nennen die Autoren 11 Minimalpädagogik und meinen, dass diese, wenn mit ihr gearbeitet werden soll, sehr wohl begründet und das Handeln des Pädagogen hinterfragt werden muss. Diesem Einwand ist durchaus Recht zu geben, denn die Grundlage jeglichen Konzepts der Erlebnispädagogik besteht darin, Menschen egal welcher Altersgruppe und Vorbildung zu einem direkten, selbsterfahrenen Erleben hinzuleiten. Das wiederum bringt eine gewisse, nicht zu leugnende Ergriffenheit der teilnehmenden Personen mit sich. Bleibt dieser Eindruck kommentarlos stehen, haben wir es nicht mehr mit einer Pädagogik zu tun. 12
Ein wesentliches Element der Erlebnispädagogik ist also die bewusste Reflexion von Erlebnissen und in diesem Zusammenhang eine Herbeiführung von Verhaltensänderungen.
Sie ist auch ein Instrument, welches hervorragend geeignet ist, bei der Bildung von Persönlichkeiten eine äußerst wichtige Rolle zu spielen. Nicht umsonst wurde das Erlebnis von der Reformpädagogik konzeptualisiert und angewendet. Und sie ist mehr als nur graue Theorie. Sie ist vor allem ein Menschenbild und eine Herausforderung an das Denken, Fühlen und Handeln der Pädagogen aber auch der Teilnehmer. Es ist offensichtlich, dass Erlebnispädagogik überall stattfinden kann, sie ist nicht ausschließlich und untrennbar mit Meer, Wüste, Berg und/oder Urwald verbunden. 13
2.4 Definition anhand der Literatur
Die Schwierigkeit, den Begriff Erlebnispädagogik definieren zu wollen, gleicht der Suche nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen. So mannigfach und unüberschaubar sind mittlerweile die einschlägigen Publikationen.
10 W. Michl, Alfred Adler 1991, S. 27
11 Heckmair/Michl 2002, S. 221, vgl. auch S. 82, 1.Absatz 12 Meint der Autor
13 Vgl. auch: Abschlußbericht des AFET-ad-hoc-Ausschusses „Erlebnispädagogik“, Punkt 4, 1991 http://www.zugvogel-org.de/ep/ep_afet2.html, vom 20.01.03, 20:50
Begriffsbestimmung - ein Versuch 14
In ihrer Dissertation aus dem Jahre 1930 fasste W. Neubert 14 verschiedene Merkmale des Begriffes Erlebnis zusammen und leitete daraus Prinzipien für die Pädagogik ab. Berthold/Ziegenspeck folgerten aus diesen Prinzipien, dass das Erleben die Grundlage für das Verstehen ist. Die „Aufgabe der Pädagogik ist es, Erlebnisse anzubahnen, denn aufgrund ihres Geschenkcharakters können sie nicht erzwungen werden.“ 15
Heckmair / Michl, die mittlerweile zu den Standard- und Starautoren der Szene avancieren dürften, „verstehen [..] unter Erlebnispädagogik eine
handlungsorientierte Methode, in der durch Gemeinschaft und Erlebnisse in naturnahen oder pädagogisch unerschlossenen Räumen neue Raum- und Zeitperspektiven erschlossen werden, die einem pädagogischen Zweck dienen.“ 16 M. Keeton etwa, ein Mitglied der Association for Experiental Education, bezeichnet überhaupt alle Vorgänge, die sich außerhalb eines Klassenzimmers abspielen bereits als Erlebnispädagogik. 17
Die Association selbst definiert ihr Handlungsgebiet folgendermaßen: „Experiential Education is a process through which a learner constructs knowledge, skills and value from direct experiences.“ 18
Und Ulf Händel meint in seinem Aufsatz: „Die Erlebnispädagogik ist ein Ergebnis emotionaler, psychologischer Anstrengungen, je mehr sie sich auf das Erlebnis stützt, und sie wird zur exakten Wissenschaft, wo sie der Pädagogik als Objekt naturwissenschaftlich-analytischer Methoden den Vorrang gibt.“ 19 A. Vierecke beschreibt die Erlebnispädagogik als „ein sehr stark auf das Erleben abhebendes, sich reformpädagogisch und ganzheitlich verstehendes Erziehungs-und Unterrichtskonzept. Die Erlebnispädagogik will das unmittelbare Erlebnis, beispielsweise der Natur, als Erfahrungs- und Erkenntnisquelle nutzen und damit einem von ihren Protagonisten allgemein diagnostizierten Mangel begegnen, demzufolge die Menschen Initiative und Spontaneität verloren hätten und menschlich allgemein verarmt seien. Erlebnispädagogische Konzepte spielen
14 Neubert, Waltraud, Lüneburg 1996
15 M. Berthold / J. Ziegenspeck, Lüneburg, 2002, S.8 16 Heckmair/Michl 2002, S. 90 17 Vgl. A. Reiners, Erlebnis...1995, S. 17 18 C. Luckman, zitiert in Heckmair/Michl, S. 50 19 Ulf Händel, Wege der modernen Erlebnispädagogik 1995, S. 15
Begriffsbestimmung - ein Versuch 15
außer in bestimmten Schulprojekten vor allem in der außerschulischen Jugend-und in der Sozialarbeit eine Rolle.“ 20
Jörg Ziegenspeck, Herausgeber der Schriftenreihe „Wegbereiter der modernen Erlebnispädagogik“, Universität Lüneburg, ist der Auffassung, mit
Erlebnispädagogik seien zum großen Teil natursportliche Erlebnistouren am Land, sowohl auf als auch im Wasser und mitunter sogar in der Luft gemeint.
Diese Art von Aktivitäten sollten wohl eher als Outdoor-Training 21 bezeichnet werden, nicht zuletzt ist ein spezielles Merkmal der Hinweis auf die natursportliche Komponente -die ein Erleben a priori in den Hintergrund stellt-, während ein erlebnispädagogisches Programm seine starke Verlagerung auf das 3H-Erleben (Hirn, Herz, Hand) hin ausrichtet, sportliche Teile aber nicht die Ausschließlichkeit darstellen, wenngleich sie freilich erwünschenswert sind. Erlebnispädagogische Programme beziehen die Umwelt und die Natur mit ein und erwarten somit auch einen ökologischen Bildungsanspruch. 22
Erlebnispädagogik ist auch kein Survivaltraining, gleichwohl genau dieser Anspruch bei manchen erlebnisorientierten Handlungen einen hohen Erlebenswert aufweist, wie Gefühle von Hunger, Kälte und Müdigkeit, auch Einsamkeit und Gefühle des Verlorenseins. Denn der erzieherische Aspekt soll bei allen Projekten sichtbar bleiben, um die jeweilige Methode begründen zu können, nicht zuletzt um die eigene didaktische und methodische Sicherheit zu belegen und um die mindesten Gefühle von Sicherheit an die Teilnehmenden weitergeben zu können. 23
Man dürfe aber, laut Ziegenspeck, auch nicht die künstlerischen, musischen, kulturellen und technischen Bereiche vernachlässigen, die ja ein noch ungeahnt großes Potenzial an erlebnispädagogischen Aktivitäten bieten, und er definiert Erziehungspädagogik zu guter Letzt in Anlehnung an Kurt Hahn:
20 „Erlebnispädagogik" in: Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2001
21 Outdoor-Training wird hauptsächlich von Personal-Entwicklern in der Managementaus- und weiterbildung sowie in der Teamentwicklung für das Management Klientel eingesetzt. Vgl. 3.5 22 Meint der Autor 23 Sicherheit ist ein absolut wichtiges, häufig allerdings unterschätztes Kriterium der Erlebnispädagogik, daher auch immer stärker die Forderung nach fachlich fundierter Ausbildung. Vgl. Pkt. 5
Begriffsbestimmung - ein Versuch 16
„Unmittelbares Lernen mit Herz, Hand und Verstand in Ernstsituationen und mit kreativen Problemlösungsansätzen und sozialem Aufforderungscharakter bilden den Anspruchsrahmen erzieherisch definierter, verantwortbarer und auf eine praktische Umsetzung ausgerichteter Überlegungen, die auf individuelle und gruppenbezogene Veränderungen von Haltungen und Wertmaßstäben ausgerichtet sind und durch sie veranlasst und begründet werden.“ 24
Michael Jagenlauf ironisiert bei seiner Beschreibung der Erlebnispädagogik, indem er festhält, dass nicht jedes Picknick im Grünen und auch nicht jede Kajaktour bei Windstärke vier als praktizierte Erlebnispädagogik bezeichnet werden könne. Erlebnispädagogische Maßnahmen sind seiner Meinung nach dadurch gekennzeichnet, dass sie Erlebnisse vermitteln, auf deren Basis Erfahrungen möglich sind, ohne auch dabei ein allzu großes Risiko einzugehen. Dem ist durchaus zuzustimmen, denn als wichtiges Merkmal der Erlebnispädagogik, vor allem im Bereich Jugendarbeit und erlebnispädagogischer Unternehmungen mit Schülern, gilt vor allem die Kalkulierbarkeit potenter Gefahren und Minimierung möglicher Quellen.
Entscheidend für den Erfolg (Transfer) erlebnispädagogischer Maßnahmen ist für Jagenlauf auch nicht ein mögliches, verändertes Verhalten nach einer Unternehmung, mit der eben Erlebnisse verbunden sind, sondern allenfalls dadurch ausgelöste Reize, um das bisherige Verhalten reflektieren zu können und gegebenenfalls zu modifizieren.
Um dies zu erreichen, müssen seiner Meinung nach folgenden Kriterien entsprochen werden:
Ø Die Ganzheitlichkeit des Erlebens (Herz, Hand und Verstand, müsse gleichzeitig angesprochen werden)
Ø Das Moment der Unmittelbarkeit muss beachtet werden (sollen Situationen zum Erlebnis werden, dann dürfen Anfang und Ende der Aktion zeitlich nicht all zu weit auseinander liegen)
Ø Die Deutungsversuche der neuen und offenen Situationen des Einzelnen müssen kontinuierlich pädagogisch begleitet werden. 25
24 http://www.uni-lueneburg.de/einricht/erlpaed/outward_konzeption.htm, vom 22.01.2003, 20:45 25 M. Jagenlauf in Bedacht (Hrsg.), Erlebnispädagogik - Mode, Methode oder mehr, 1994, S. 32 - 37
Begriffsbestimmung - ein Versuch 17
Das Duo Kern/Schmidt betrachtet Erlebnispädagogik als pädagogischen Teil der Erziehungswissenschaften und erkennt in der gemeinsamen Dissertation: „Erlebnispädagogik ist ein handlungsorientierter Bereich in der pädagogischen Arbeit, der entsprechend einem vielseitigen Bildungskonzept eingesetzt wird und in dem durch prozesshafte und zielgerichtete Arbeit in Gruppen neue Räume erschlossen und vielfältige Lernmöglichkeiten initiiert werden. Die Bewältigung herausfordernder Situationen dient zur Erweiterung und Veränderung der körperlichen, sozialen, kognitiven und emotionalen Persönlichkeitspotentiale.“ 26
Erlebnispädagogik lässt sich auch an Wortfolgen erläutern, meist Schlagworte, die schon im allgemeinen Sprachgebrauch Eingang gefunden haben, wie Gruppenerlebnis und Selbsterfahrung, Gemeinschaftlichkeit, Grenzsituationen, Körpererfahrung, Handlung und Reflexion, Handlung und mögliche Konsequenz. Erlebbar und konkret werden diese abstrahierten Begriffe in Situationen, wo eine Gemeinschaft aufeinander angewiesen, das soziale Denken gefordert ist und der Einzelne wahrnimmt, er kann nur ein funktionierendes Teilchen einer Gruppe sein. 27
Manche Autoren tun sich leichter, das Wesen der Erlebnispädagogik als das zu beschreiben, was sie nicht sein soll: 28 „Effekthascherei oder Show, paramilitärische Pädagogik, die einem Führungsprinzip huldigt; eine isolierte, aktionistische Maßnahme, naturzerstörend und -konsumierend; suchtfördernd im Sinne von >>höher, weiter, schneller<<; elitär, mit hoher finanzieller Eingangsschwelle.“ „Die Erlebnispädagogik ist nicht Schulung in speziellen Sportarten, obwohl sportliche Aktivitäten eine große Bedeutung einnehmen. Sie ist nicht gleichzusetzen mit Extremsportarten, Sportunterricht oder Fitnesstraining, paramilitärischen Aktivitäten, Überlebenstraining oder ähnlichem.“ „Erlebnispädagogik ist in meinen Augen n i c h t das, was ihr Erscheinungsbild heute vor allem kennzeichnet, nämlich: Außer-Gewöhnliches, Nicht-Alltägliches, Extremes, Exotisches, Spektakuläres.“
26 H. Kern / D. Schmidt 2001, S. 51
27 Meint der Autor 28 Zitiert aus: G. Beidernikl 2001, S. 14
Begriffsbestimmung - ein Versuch 18
Der Begriff der Erlebnispädagogik 29 kam übrigens erst zu Beginn der 80er Jahre so richtig in Schwung, wenngleich W. Neubert den Begriff bereits verwendete 30 . Den progressiven Standpunkten der 68er gemäß, hatte eine pädagogische Richtung, die auf körperliches Bewusstsein im Kontext vom Gefühl des Erlebens und sich Veränderns in der Natur setzte, kaum eine Möglichkeit, sich zu etablieren. Sport und körperliche Bewegung hatten eher den Anschein des Indiskutablen. Gleichwohl die 68er gleichzeitig den klassischen Waldphilosophen H.D. Thoreau und seine Schriften wiederentdeckten. 31 Erst in den 70ern kam vermehrt die Forderung nach einem abwechslungsreicheren Sportunterricht auf. Sieht man in älteren pädagogischen Nachschlagewerken und Lexika nach, gewinnt man den Eindruck, dass der Begriff der Erlebnispädagogik nicht einmal ignoriert wurde. Dass der Nachholbedarf an Definitionen, Erläuterungen und Bewusstmachung der alten neuen Pädagogik sehr groß ist, belegen die zahlreichen, sich rasend vermehrenden Publikationen, die allesamt mit ähnlich lautenden Sätzen beginnen:
„Die Erlebnispädagogik hat Hochkonjunktur“ oder „Das Erlebnis boomt“. 32
Aber die Autoren Heckmair/Michl haben ganz Recht - die Geschichte der Erlebnispädagogik hat gerade erst begonnen. 33
2.5 Zusammenfassung
Zunächst muss festgehalten werden, dass noch keine endgültige Definition von Erlebnispädagogik existiert, zum einen, da eine Übereinkunft zur Standardisierung
29 Kurt Hahn nannte sein Konzept „Erlebnistherapie“. Vgl. Pkt. 3.3
30 vgl. M. Berthold /J. Ziegenspeck, 2002, S. 9
31 U.a. schrieb er: „Walden oder das Leben in den Wäldern.“ Sein Exkurs von 2 1/2 Jahren Waldleben nahe seiner Heimatstadt Concord, USA, im Jahre 1845. Dieser Ausflug hat ihn wohl zur Kultikone über ein Jahrhundert später erhoben. Man kann geteilter Meinung sein, aber das Buch ist sehr amüsant zu lesen.
32 Nach der Machtergreifung Hitlers 1938 wurde auch die Pädagogik entmachtet. Der Konzept der Erlebnispädagogik wurde insofern nicht mehr weiterverfolgt, als ja viele wesentliche Elemente des Konzepts, etwa Naturerleben und Gemeinschaftsgefühl, in den Jugendvereinen wie „Bund Deutscher Mädchen“ und „Hitlerjugend“ einen ideologischen Missbrauch erfuhren und somit nach dem Krieg verständlicherweise tabuisiert worden waren und somit vergessen wurden. 33 Heckmair/ Michl 2002, S. 40
Begriffsbestimmung - ein Versuch 19
fehlt, und nicht zuletzt, weil der Anspruch an Aufgabe und Ziel zu umfangreich und die angewandten Methoden zu vielfältig sind.
Die Erlebnispädagogik versteht sich als eine zeitgemäße Erziehungshilfe sowie als Ergänzung althergebrachter und stark etablierter Erziehungs- und Bildungsstrukturen. Als Alternativpädagogik praktiziert die Erlebnispädagogik neue Möglichkeiten von Lehren im Kontext und Lernen durch Erfahrung. Ihre Wurzeln finden sich in der Reformpädagogik; zu nennen sind die Landerziehungsheime 34 von Hermann Lietz (1868-1919), vor allem aber Kurt Hahn (1886-1974), der in den zwanziger Jahren die berühmte Salemer Schule 35 gründete und der allgemein als Urvater der Erlebnispädagogik 36 gilt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Konzept erlebnisorientierten Handelns fast völlig vergessen. Es gewinnt seit den 80er Jahren wieder an Bedeutung und zwar um so mehr als sich Regelschulwesen und Sozialpädagogik einer konkreten Reform (Zulassung kreativer Problemlösungsstrategien) verweigern. Mittlerweile ist erlebnisorientiertes Handeln aus dem Sektor Bildung und
Persönlichkeitsentwicklung nicht mehr wegzudenken.
Erlebnisorientierte Handlungen sind nicht nur natursportlich orientierte Unternehmungen (Wasser, Land, auch in der Luft), vielmehr werden in Zukunft auch sogenannte „Indoor“ Aktivitäten forciert. Aber auch in künstlerischen, musischen, kulturellen sowie technischen Bereichen (sowohl Outdoor 37 als auch Indoor) gibt es noch jede Menge Potenzial an Entwicklungs- und Gestaltungsmöglichkeiten.
Erlebnispädagogik definiert sich auch über die Einbeziehung der gesamten (ErLebens)Umwelt und verfolgt das zeitgemäße Ziel eines ökologischen Bildungsanspruchs.
34 http://www.leh-internate.de, http://www.lietz-schulen.de
35 http://www.salemcollege.de 36 Vgl. Pkt. 3.3, 3. Absatz
37 „Outdoor“ umfasst auch „City Bound“ - erlebnispädagogische Aktionen in der Stadt.
Didaktik und Ziele erlebnispädagogischer Unternehmungen 20
3 Didaktik und Ziele erlebnispädagogischer Unternehmungen
„Das menschliche Gegenüber ernstnehmen und ihm mit Achtung begegnen, ist Voraussetzung jedes positiven pädagogischen Wirkens und damit didaktischer Merkpunkt Nummer eins.“ 38
3.1 Allgemeines
Unter Didaktik wird die Wissenschaft vom Lehren und Lernen verstanden. Sie gibt vor, wie Bildungsinhalte vermittelt und Lernprozesse in Gang gesetzt werden können. Ihr Gegenstand ist der Unterricht; sie soll der erzieherischen Wirkung dienen und helfen, dem Lernenden etwas für sein Leben während und vor allem nach der Schule, Weiterbildungen, Kursen und Seminaren u.dgl. mitzugeben. Idealerweise kann sie Strategien zur Problemlösung dauerhaft internalisieren.
Die Aufgaben einer allgemeinen Didaktik bestehen somit darin, Ø Das Wesen und die Aufgabe des Unterrichts verstehen lernen (Schüler sollen erfahren wozu sie die Schule besuchen und warum sie sich weiterbilden sollen!) 39
Ø Ziele akzeptieren und begründen können (argumentieren lernen als Akt der Selbstständigkeit)
Ø Handlungsmöglichkeiten der Interaktion zu verbessern (eigenständiges Erarbeiten von Problemlösungsstrategien)
Voraussetzung einer pädagogischen Handlung ist die Frage des Lehrenden, was er brauche, um planmäßig und erfolgreich agieren zu können. Er muss sich im Klaren sein, dass er sowohl Zieldefinitionen und eine Strukturierung der einzelnen Handlungsabläufe erstellen muss, gleichsam einem Plan, nach dem er sich
38 F. Lohri 2000, Treffpunkt Wald, S. 25
39 Als der Autor dieser Zeilen zur Schule ging, wurde alles andere als dieses wichtige Bewusstsein vermittelt.
Arbeit zitieren:
Richard Seeger, 2003, Erlebnisorientiertes Lernen in Schule und Erwachsenenbildung mit besonderer Berücksichtigung der Waldpädagogik, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
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Dipl.-Päd. Richard Seeger, MA's Text Erlebnisorientiertes Lernen in Schule und Erwachsenenbildung mit besonderer Berücksichtigung der Waldpädagogik ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Dipl.-Päd. Richard Seeger, MA hat den Text Erlebnisorientiertes Lernen in Schule und Erwachsenenbildung mit besonderer Berücksichtigung der Waldpädagogik veröffentlicht
Dipl.-Päd. Richard Seeger, MA hat einen neuen Text hochgeladen
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