1. Themenfindung und Einführung 3
2. Die Studentenbewegung in der BRD 5
2.1. Das Lebensgefühl ändert sich 12
2.2. Wie äußert sich ein Protest? 14
2.3. Politische Hintergründe 16
2.3.1 Ost-West Konflikt 16
2.3.2 Vietnamkrieg 17
2.3.3 Die große Koalition 20
2.3.4 Notstandsgesetze 21
2.4. Besondere Gruppierungen/Ereignisse in der Politik 23
2.4.1 Die Außerparlamentarische Opposition 23
2.4.2 Der Sozialistische Deutsche
Studentenbund 24
2.5. Die Bedeutung der Sexualität in den 60 ’er Jahren 26
2.5.1 Die Kommune 1 26
2.6. Ende? 29
3. Eigene Gedanken zum Generationswandel/ zu unserer
Generation 31
3.1. Umfrage bei Schülern und Studenten in Braunschweig
heute: „Was bewegt euch?“ 34
3.2. Eigene Schlussfolgerung aus der Umfrage 42
4. Fazit 43
5.Anhang 45
6.Literaturverzeichnis 47
7.Danksagung 49
8. Zum praktischen Teil: Die Komposition des Protestsongs 50
8.1. Die Songtextentwürfe I, II, III 53
8.2. Der Protestsongtext 57
9. Danksagung 59
2
1. Themenfindung und Einführung
Als ich mich daran machte, ein geeignetes Thema für meine Jahresarbeit zu finden, wurde mir sofort klar, dass ich im praktischen Teil etwas mit Gesang machen möchte, da ich seit ungefähr 2 Jahren Gesangsunterricht an der Musikschule nehme und die Stimme für mich das Instrument ist, das ich immer spielen wollte. Also überlegte ich, welche theoretische Arbeit dazu passen könnte, wenn ich einen Song komponiere. Wenig später fielen mir alte, gesammelte Zeitschriften in die Hände, in denen mehrere Artikel über die RAF zu finden waren. Sogleich erinnerte ich mich an mein Referat aus der 10. Klasse; in der Geschichtsepoche versuchte ich damals das Leben von Ulrike Meinhof (sie zählte zu den Gründungsmitgliedern der RAF) meinen Klassenkameraden nahezubringen. Seitdem hatte mich das Thema nicht mehr losgelassen, denn viele Fragen, wie z.B. was die ‚Anhänger’ dazu trieb, schuldigen Menschen das Leben zu nehmen, sie zu bedrohen und warum man sich dazu entschließt, mit Gewalt zu handeln, beschäftigten mich. So beschloss ich, dass mein theoretischer Teil etwas mit der RAF (Rote Armee Fraktion) zu tun haben sollte. Beim Studium von entsprechendem Material entwickelte sich die Überlegung etwas über die Studentenbewegung zu schreiben, zumal sich die RAF erst aus den friedlichen Protesten der Bewegung abspaltete. Besonders bewegte mich die Frage, wie die Angehörigen der Opfer damit umgingen, dass jemand aus ihrer Familie von der RAF ermordet worden war. Mit der Zeit, als ich anfing mich intensiver mit dem praktischen Teil, dem Schreiben und der Komposition eines Protestsongs zu beschäftigen, merkte ich, dass mein Herz eher an dem praktischen Teil der Jahresarbeit hängt Und so beschloss ich, den Schwerpunkt meiner Arbeit auf den praktischen Teil zu verlagern. Dabei merkte ich, dass mir die Bearbeitung des Songs nicht so leicht fiel, wie gedacht, da sich ein guter Songtext, der auch aussagekräftig ist, nicht so einfach schreiben lässt und eine neue Melodie schwierig zu finden ist, weil man von anderen Liedern, die einem im Ohr herum ,schwirren’,
3
beeinflusst wird. Ich beschloss, den theoretischen Teil der Arbeit auf den Bereich der Studentenbewegung zu beschränken.
Die Bearbeitung des Songs rief in mir gemischte Gefühle hervor. So kam in mir die Frage auf, wie es anderen Jugendlichen geht, was sie bewegt und ob sie sich auch für Politik und die Welt interessieren. Ich plante eine Umfrage, die ich an der HBK, der Tu in Braunschweig und an meiner Schule durchführte unter dem Titel: „Was bewegt euch?“. Ich wollte genauer herauszufinden was meine Mitmenschen interessiert und anschließend einen Vergleich ziehen zwischen den Emotionen und Empfindungen in den 60’er Jahren und heute. So hat sich zwar die ursprüngliche Gewichtung im Thema im Laufe der Arbeit verändert, dieser Prozess aber gab mir neue Kraft für die gesamte Arbeit, weil ich mich nun intensiver mit dem Teil, an dem, wie schon erwähnt, mein Herz hing, beschäftigen konnte.
Und was dabei heraus gekommen ist, können Sie nun auf den folgenden Seiten lesen.
4
2. Studentenbewegung in der BRD 1
„Jeder hat sein Leben ganz zu leben und zu erleben, es nie schon zu früh aufzugeben.“ 2
„Revolution ist nicht ein kurzer Akt, wo mal irgendwas geschieht und dann ist alles anders. Revolution ist ein langer komplizierter Prozess, wo der Mensch anders werden muss.“
Rudi Dutschke 3
Zu Beginn der 60’er Jahre begann sich in der BRD etwas zu ändern; neue Musik kam aus den USA und vor allem aus England, für die sich die deutschen Jugendlichen schnell interessierten. In immer mehr Haushalten war ein Fernseher zu finden, der vielen Schülern und Studenten das Aussehen der Bands zeigte und sie zum Vorbild machte. Zu dieser Zeit konnte man zunehmend auch auf den Straßen der BRD Männer mit langen Haaren und abgewetzter Kleidung sehen, die durch Westeuropa trampten und Haschisch rauchten. Das private Engagement gegen die bestehende Ordnung griff schnell auf den politischen Bereich über und Eltern und politische Autoritäten sollten nun Rede und Antwort stehen, darüber, was sie persönlich in der Nazi-Zeit getan hatten. 1963 vermittelten die Zeugenaussagen im Frankfurter Auschwitz-Prozess den Studenten einen authentischen Eindruck von
1 Die Informationen dieses Kapitels habe ich im Wesentlichen entnommen aus: Cohn-Bendit, Daniel/ Dammann, Rüdiger: 1968 Die Revolte; Frei, Norbert: Jugendrevolte und globaler Protest.
2 Rudi Dutschke war einer der führenden Studenten der Bewegung. Zitat entnommen aus: Dutschke, Rudi: Jeder hat sein Leben ganz zu leben, Köln 2003. S.6
3 Ebenda, S. 160
5
dem Grauen in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern. Bereits ein Jahr zuvor führte die Verhaftung des damaligen Spiegel-Chefs Rudolf Augstein 4 , wegen eines von ihm geschriebenen Berichts, („Die Spiegel-Affäre“ 1962) der offenbarte, dass sich auch der demokratische Rechtsstaat über seine eigenen Gesetze hinwegsetzt, erstmals zu spontanen Demonstrationen. Die Kritik am politischen System wuchs so wie auch die Unzufriedenheit über die herrschenden gesellschaftlichen Zustände. Man hatte den Wunsch nach Veränderung. Parallel dazu verloren die Westmächte an Ansehen. Frankreich führte in Algerien Krieg und die USA begannen Mitte der 60’er Jahre den Krieg gegen Nord-Vietnam.
So kam es nicht nur in diesen Ländern, zu verstärkten Protesten und Demonstrationen, sondern auch in der BRD. Protestiert wurde unter anderem gegen die Kriege (die Bundesregierung bejahte nicht nur den Vietnamkrieg an sich, sondern auch die Kampfmethoden der US-Truppen), die „Ausbeutungsmaschinerie“ des Kapitalismus und gegen veraltete Strukturen und Methoden an Schulen und Universitäten.
Als im Februar 1966, auf einer proamerikanischen Veranstaltung des RCDS (Ring christlich demokratischer Studenten), eine Miniaturbombe explodierte und wenige Tage später das Amerikahaus in Charlottenburg während einer Demonstration mit Eiern beworfen wurde, beschloss der Senat der Freien Universität Berlin ein politisches Versammlungsverbot zu verhängen. Hielten die Studenten diesen Beschluss nicht ein, mussten sie die Universität verlassen(Zwangsexmatrikulation). Folglich kam es im Juni gleichen Jahres zu einer Protestmaßnahme, die es so zum ersten Mal gab: Etwa 3000 Studenten demonstrierten bei einer Sitzung des FU-Senats in einem zehnstündigen Sit-in für eine umfassende Studienreform. Mit dieser Aktion erreichte der Konflikt zwischen Uni-Verwaltung und Studentenschaft seinen vorläufigen Höhepunkt und noch während der Demonstration erreichten die Studenten, dass der Senat seinen Richtlinienbeschluss zurück nahm. Zusätzlich versprach man den
4 Rudolf Augstein ist der Gründer des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, Journalist, Verleger und Publizist
6
Studentenvertretern eine öffentliche Diskussion zur gemeinsamen Ausarbeitung einer neuen Hochschulverfassung. Jedoch endete die erste Versammlung dieser Art, die im November 1966 stattfand, ohne Ergebnis.
Die erste spektakuläre Demonstration hatte schon im April 1967 zu dem Besuch des US-amerikanischen Vizepräsidenten stattgefunden.
Am 2. Juni 1967 aber nahmen noch weitaus mehr junge Menschen nahmen an einer Demonstration im Juni teil, die sich gegen die offizielle Einladung der Bundesrepublik an den Schah von Persien (heute Iran), Reza Pahlevi, der Persien seit 1953 -gestützt durch die USA- mittels einer Militärdiktatur regierte richtete. Das war es, was die Studenten in Aufruhr brachte. Die Regierung hingegen unternahm alles, um den Aufenthalt des Staatsbesuches für den Schah möglichst angenehm zu gestalten. Im Vorfeld des Besuches waren oppositionelle Perser ohne Rechtsgrundlage festgenommen worden und am Ankunftstag ließ man die Autobahnen, auf denen der Schah fahren sollte, sperren um ihm ein schnelleres und sichereres Fahren zu bieten. Zudem erteilte man persischen Anhängern Pahlevis die Erlaubnis ihn mit Fähnchen und Jubelrufen am Flughafen willkommen zu heißen. Diese sogenannten „Jubelperser“ halfen später der Polizei, als der Schah mit seiner Frau, Farah Diba, am Schöneberger Rathaus eintraf, das Kaiserpaar vor den Demonstranten abzuschirmen.
Am Abend, vor der Deutschen Oper, erwies sich die Stimmung dann dementsprechend aufgeheizt und jetzt waren es etwa an die tausend Studenten, die den Schah und seine Frau mit Sprechchören, Buhrufen, aber auch mit Tomaten, Farbbeuteln und Rauchkerzen erwarteten. Für den regierenden Bürgermeister Berlins (1966/67), Heinrich Albertz, war diese erneute Krawallszene peinlich, zumal es ihm nicht gelungen war, einen Vortrag von Bahman Nirumand, im Audimax der FU zu verhindern. Bei dieser Veranstaltung berichtete der junge iranische Literaturwissenschaftler über das Folterregime des Schahs, unter dem Titel: „Persien, Modell eines Entwicklungslandes oder die Diktatur der Freien Welt“. Nirumands Buch war gerade erschienen und nach den Ereignissen der folgenden Stunden
7
entwickelte sich es zum hunderttausendfach verkauften „Handbuch“ der deutschen Schah-Kritik.
Kaum hatte die Vorstellung im Inneren des Opernhauses begonnen, machten sich Einsatzkräfte daran, die Protestierenden auseinanderzutreiben, was mit einer ganz besonderen Taktik geschah. Der Polizeipräsident erläuterte es mit folgendem Satz: „Nehmen wir die Demonstranten als Leberwurst, nicht wahr, dann müssen wir in die Mitte hinein stechen, damit sie an den Enden auseinanderplatzt.“ 5 . Albertz lauschte noch der „Zauberflöte“, als ihn das
Gerücht erreichte, dass ein Student und ein Polizist ums Leben gekommen seien. Draußen wurde derweil das Vorgehen gegen die Demonstranten immer aggressiver, es hieß mittlerweile, wer Bart oder Brille trug, musste mit Prügeln rechnen; auch Frauen bekamen davon etwas zu spüren. Das komplette Viertel wurde abgeriegelt und es gab kein Entkommen. Plötzlich fiel auf einem Parkhof ein Schuss. Die Kugel traf Bernd Ohnesorge (Benno Ohnesorg genannt) in den Hinterkopf, der versucht hatte eine Auseinandersetzung zwischen Polizisten und Studenten zu schlichten. Es war schon Abend und geschossen hatte der Kriminalobermeister in Zivil, Karl-Heinz Kurras. 6 Albertz erklärte noch in der
Nacht, dass der Tod Benno Ohnesorgs auf das Konto der Demonstranten gehe, und dass die Geduld der Stadt am Ende sei. Die Todesnachricht erhitzte die Gemüter der anwesenden Studenten in Westberlin, wie kein anderes Ereignis seit dem Mauerbau. Thomas Ramge schreibt in seinen Buch über die großen Polit-Skandale: „Für die Studenten wird der Schuss ein Synonym staatlicher Repression“ 7
Nach kurzer Zeit verwandelten sich Fassungslosigkeit und Schock in Bewegungsenergie. Innerhalb von Stunden schlossen sich immer mehr
5 Eine Aussage des Polizeipräsidenten Nevermann die dieser am 2. Juni 1967 anlässlich des Schahbesuchs machte. Zitiert nach, Frei, Norbert: a.a.O., S.114.
6 Wie sich Mitte Mai 2009 herausstellte, war Kurras Mitglied der Stasi und als Spitzel in Westdeutschland eingesetzt. So wirft jetzt die Vergangenheit dieses in Westberlin tätigen Polizisten ein anderes Licht auf die dann folgende Eskalation in der Studentenbewegung, die durch den Tod Benno Ohnesorgs radikaler wurde.
7 Ramge, Thomas: Die großen Polit-Skandale, eine andere Geschichte der Bundesrepublik, S.88.
8
Sympathisanten den bislang, doch eher kleinen Trägergruppen der Bewegung an. Eilig wurden Flugblätter verteilt, auf denen stand, dass Benno Ohnesorg von einem Polizisten „erschlagen“ worden sei. 8 Der Sozialdemokratische Hochschulbund rief zu einer Schweigeminute vor dem Rathaus auf, doch der Senat verhängte ein generelles Demonstrationsverbot, um eine solche Versammlung für den Toten zu verhindern. Das Ziel der Studenten war es nun, Zeugenberichte über die Vorfälle an der Oper zu sammeln, um die Hinterhältigkeit des Senats aufzudecken, doch eigentlich waren sie sich schon sicher: Die Mörder Benno Ohnesorgs hießen Albertz und Innensenator Büsch. Einige der Demonstranten riefen zu einem Treffen auf: „Da die Mörder und ihre ausführenden Organe jetzt nicht mehr zurückschrecken, weitere Morde zu begehen, und der Platz vor dem Schöneberger Rathaus zum Schauplatz neuer Terror-Exzesse der Polizei werden könnte, versammeln wir uns bei Abriegelung des Platzes um 16:00 Uhr vor dem Henry-Ford-Bau, um den Untersuchungs-Ausschuss ins Leben zu rufen.“ 9 Die Springer-Blätter („Bild-Zeitung“) haben schon seit Monaten keine Gelegenheit ausgelassen, die demonstrierenden Studenten zu beschimpfen. Am 3.Juni, einen Tag nach der Demonstration, sprachen die Fotos auf der Titelseite Bände, denn unter dem glanzvollen Porträt des persischen Herrscherpaares bot die Aufnahme eines blutenden Polizisten, der von zwei Kollegen gestützt wurde, die Gelegenheit zur Polemik. Die Zeitung schrieb: „In Berlin gab es Terror bisher nur östlich der Mauer. Gestern haben bösartige und dumme Wirrköpfe zum ersten Mal versucht, den Terror in den freien Teil der Stadt zu tragen.“ 10 Nicht nur Studenten merkten, dass Springers Boulevardzeitungen versuchten, die Meinung der Öffentlichkeit zu beeinflussen.
8 Frei, Norbert, S.115, Mappe des Hamburger Instituts für Sozialforschung (im Folgenden abgekürzt als: HIS Mappe) : Allgemeine Politik, Attentat Benno Ohnesorg, Berlin 1967, Flugblatt, 3.6.1967.
9 Frei, Norbert, S.115.
10 Bild-Zeitung (Berlin), 3.6.1967, S.1, zitiert nach Frei, Norbert, S.116.
9
Kai Herrmann schrieb in der „Zeit“ über die Mitarbeiter der „Bild-Zeitung“: „Sie erzeugten Pogromstimmung, sie machten Dahlem zum Ghetto.“ 11 Es dauerte keine zwei Wochen mehr und die Parole „Enteignet Springer“ war in der Welt. 12 Mittlerweile konnten die Studenten auch auf die Unterstützung der Professorenschaft zählen. Am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaften schlossen sich die Lehrenden einer Resolution ihrer Studenten an. Der Text wirkte geradezu abgewogen, zumal seit dem Tod Benno Ohnesorgs noch keine 48 Stunden vergangen waren: „ Steine, Rauchkörper und Farbbeutel“ seien „in keiner Situation gerechtfertigte Mittel der Auseinandersetzung in einer immer noch demokratischen Gesellschaft“. Die Kritik von Studenten- und Professorenschaft über das Verhalten der Polizei angesichts „terroristischer regierungstreuer Perser“ und die Klage über die Manipulation der Medien folgte. 13 Denn es war die Polizei, die einen Studenten erschoss und die Bild-Zeitung drehte alles um: „Ein Polizist ist von einem Demonstranten erstochen worden“ 14
In einem Punkt waren sich kritische Studenten und ein Teil ihrer akademischen Lehrer immer noch recht einig, nämlich, dass es einer verstärkten Auseinandersetzung mit der unbewältigten Vergangenheit bedürfe; da es gerade in diesen Tagen erneut deutlich wurde, wie präsent der Nationalsozialismus in den Köpfen der Zeitgenossen noch war: in warnender Rede und gesellschaftskritischer Reflexion wie in Bildern und Gegenbildern. Ein halbes Jahrzehnt später, als der Zusammenschluss militanter Gruppen seine mörderische Karriere begann, sollte davon noch ein böser Abglanz im Namen jener „Bewegung 2.Juni“ zu finden sein.
Eins ist jedoch sicher: Nämlich, dass der Tod Benno Ohnesorgs sowohl ein Umschwung der Gefühle hervorrief als auch die Bewegung entfachte. Zugleich begann sich das Interesse an der Studentenbewegung in Westdeutschland
11 „Die Studenten und die Obrigkeit“, Sonderdruck in Die Zeit vom 16.6.1967 zitiert nach: Frei, Norbert, S.116.
12 HIS Mappe: Allgemeine Politik, Attentat Benno Ohnesorg, Berlin 1967; Frei, Norbert, S.71-92.
13 Frei zitiert hier aus der Resolution des Otto-Suhr-Instituts (OSI) der Freien Universität Berlin vom 4.6.1967. Frei, Norbert, S.117.
14 Ramge, Thomas, S.95.
10
mehr und mehr auszubreiten, denn bisher war Berlin (und die FU) der zentrale Punkt gewesen. Auch wurde im öffentlichen Sprachgebrauch nun nicht mehr von den „Unruhen der Studenten“, sondern von der „Studentenbewegung“ 15 gesprochen. Das Tempo der Revolte beschleunigte sich immer mehr, es entstanden groteske Vorstellungen darüber, wie viel und wie schnell Geschichte machbar sei (in den Köpfen der Studenten, wie auch in der Darstellung durch die Medien) und die Erwartungen an eine Tat wuchsen.
15 Frei, Norbert, S.118.
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2.1 Das Lebensgefühl ändert sich
Ein paar Wochen später traf sich der SDS (Sozialistischer Deutscher Studentenbund, eine Gruppe für aktive Studenten) in Frankfurt zu einer seiner jährlichen Delegiertenkonferenzen. Man debattierte unter anderem über die Gewaltfrage unter der Fahne des Vietkong und immer, wenn Rudi Dutschke das Wort ergriff, richtete sich die ganze Aufmerksamkeit der Anwesenden so wie auch der Presse auf ihn. Der Student aus Luckenwalde verkörperte für sie alle die Rebellion.
Gerade zur Jahreswende 1967/68 reihten sich Ereignisse, Demonstrationen und Aktionen dicht aneinander. Beispielsweise fand im Februar 1968 in West-Berlin der internationale Vietnam-Kongress statt, zu dem die Aktivisten der Bewegung aus der BRD und Westeuropa angereist waren. Am Ende des Kongresses demonstrierte man gemeinsam, unter dem Motto: „Der Kampf für die Vietnamesische Revolution ist Teil des Kampfes für die Befreiung aller Menschen von Unterdrückung und Ausbeutung.“ 16 Und Anfang April brannten in Frankfurt Teile zweier Warenhäuser. Zu den Brandstiftern gehörten die späteren Führungsfiguren der RAF, Gudrun Ensslin und Andreas Baader. Doch die Empörung über den Brand ließ auf sich warten, da am nächsten Tag die Nachricht vom tödlichen Attentat auf Martin Luther King in aller Munde war. Eine Woche später, am 11.April 1968, (dem christlichen Feiertag Gründonnerstag) fuhr der vierundzwanzigjährige Josef Bachmann von München nach Westberlin, um vor dem Büro des SDS am Kurfürstendamm Rudi Dutschke aufzulauern. Bachmann nannte ihn „dreckiges
Kommunistenschwein“ 17 und schoss ihm in den Kopf. Dutschke überlebte schwerverletzt (jedoch starb er 1979 an den Spätfolgen des Attentats). In der Tasche des Täters fand man einen Ausschnitt einer rechtsextremistischen
16 Kraushaar, Wolfgang (Hrsg.): Frankfurter Schule und Studentenbewegung. Von der Flaschenpost zum Molotowcocktail 1948 bis 1995, 3 Bde, Hamburg 1998. Zitiert nach: Frei, Norbert, S.129.
17 Prinz, Alois: Lieber wütend als traurig. Die Lebensgeschichte der Ulrike Meinhof, S.159.
12
Zeitung (Deutsche Nationalzeitung) mit der Überschrift: „Stoppt Dutschke jetzt!“ 18 .
Von da an beteiligten sich viele, die vorher friedlich demonstriert hatten, an Gewaltaktionen und in Berlin flogen die ersten Molotowcocktails. Man kann also sagen, dass durch dieses Attentat das aggressive Denken der Studenten ins Handeln umschlug, denn die bis dahin noch friedliche Bewegung wurde an diesem Zeitpunkt eine Studentenrevolte, die fast alle Universitätsstädte betraf. An der Tagesordnung waren nun Blockaden der Straßenverkehrsmittel durch ,Sit-ins’ und lautstarke Störungen von Universitätsveranstaltungen. Die Auslieferungsfahrzeuge des Springer-Konzerns wurden in Brand gesteckt, da die Studenten die auflagenstarke Springerpresse -sie beherrschte 50 Prozent des westdeutschen Zeitungsmarktes- für die Manipulation der Bevölkerung verantwortlich machten. Weitere große Demonstrationen fanden am 30. Mai 1968 anlässlich der Verabschiedung der Notstandsgesetze statt.
Im Herbst gleichen Jahres verebbte die Studentenbewegung, die Ursache war die Zersplitterung innerhalb der Bewegung. Die Mitglieder des SDS hatten sich zerstritten 19 und somit konnten sie nicht mehr als Ganzes in Erscheinung treten. Ein Teil der Studentenbewegung ging Ende des Jahres 1968 in die neu gegründeten Parteien DKP (Deutsche Kommunistische Partei) und die KPD/ML (Kommunistische Partei Deutschlands/Marxisten Leninisten) über. Ein weiterer Teil hielt den aktiven Kampf mit Waffen und Gewalt für die Lösung der politischen und gesellschaftlichen Missstände. Aus diesem Teil bildeten sich unter anderem terroristische Vereinigungen wie die RAF.
18 Ebenda, S.159.
19 Es ging dabei um Machtkampf und verschiedene politische Ziele.
13
2.2. Wie äußert sich ein Protest?
Wenn man sich mit dem Wort Protest auseinandersetzt, erkennt man, dass dieses Wort ganz unterschiedliche Bedeutungen besitzt und auch verschieden in Erscheinung treten kann. Das Wort ,Protest’ stammt von dem Wort Protestor (spätlateinisch) ab, was soviel bedeutet, wie als Zeuge öffentlich aufzutreten und auszusagen, beweisen und laut zu verkünden. Hört oder ließt man das Wort, so deutet man es häufig als Widerspruch, Einspruch, als eine Demonstration oder Kundgebung (privat, wie auch öffentlich).
Ein Protestierender hat das Ziel, mit seinem Protest, in dem er seine Ansichten kundgibt und öffentlich Einfluss auf die allgemeine Meinung oder Politik ausübt, in direkter Aktion Veränderung zu erzielen. Die Ursachen sind unter anderem Unzufriedenheit mit der Politik, die man dann durch Streiks, Protestmärsche, Demonstrationen und weiteren, unten erläuterten Protestarten, ausdrückt.
Hier die verschiedenen Weisen seine Unzufriedenheit auszudrücken:
• Protestsongs = Sie richten sich meist gegen die Autorität und thematisieren soziale oder auch politische Missstände.
• Flugblattaktionen = Werden zur Werbung für etwas Bestimmtes genutzt. Der Name „Flugblatt“ passt insofern, da sie sich schnell verbreiten.
• Ziviler Ungehorsam = gewaltfreier Verstoß gegen ein Gesetz, beispielsweise durch Sitzblockaden.
• Demonstrationen = Versammlung vieler „Gleichgesinnten“ zur Meinungsäußerung.
• Gewaltloser Widerstand = Man gewinnt den Gegner als Freund, um ihn umzustimmen (z.B. Gandhi)
• Boykottaktionen = Kollektive Verweigerungshaltung, der Boykott an sich dient als soziales, politisches oder wirtschaftliches Druckmittel, der vom Staat aber auch von einem Unternehmen ausgeübt werden kann.
• Streik = Man verweigert jegliche Aktivität gegenüber seinem Vorgesetzten, man legt kollektiv die Arbeit nieder.
• Sabotage = absichtliche Störung zur Erreichung eines Zieles
14
• Hausbesetzung = Inbesitznahme eines leerstehenden Wohnraums, die dadurch gerechtfertigt wird, dass beispielsweise kein Platz für soziale und kulturelle Veranstaltungen vorhanden ist.
• Rebellentum = Rebell (lat. Kämpfen) der an einer individuellen oder kollektiven Rebellion beteiligt ist
• „Sit-in“(Sitzblockade) = Man setzt sich auf den Boden und verhindert so den regelmäßigen Betrieb; meist wird diese Art des Protestes gewählt, wenn es mit Politik zu tun hat.
• Kommunikationsguerilla = Setzen gezielt Informationen bzw. Desinformationen ein. Es ist eine Form des Aktivismus.
• Hungerstreik = Es ist ein passiver Widerstand, bei dem man die Nahrungsaufnahme mit einem bewussten Risiko verweigert.
15
2.3. politische Hintergründe
2.3.1. Ost-West Konflikt
2.3.2. Vietnamkrieg
2.3.3. Die große Koalition
2.3.4. Notstandsgesetze
2.3.1. Ost-West-Konflikt
Der Ost-West-Konflikt beschreibt das Spannungsverhältnis zwischen dem sogenannten Machtblock (Sowjetunion) und dem westlich-amerikanischen Bündnis. 1917 hatten die Bolschewiki die Macht in Russland. Sie hatten sich die Weltrevolution als Ziel gesetzt, d.h. sie wollten die bürgerliche Gesellschaft und deren Staaten beseitigen. Allerdings erfüllten sich die Hoffnungen auf eine proletarische Weltherrschaft nicht.
Im 2.Weltkrieg traten die Spannungen zwischen Osten und Westen vorerst zurück, da die Sowjetunion und die Westmächte im Kampf gegen den Nationalsozialismus zusammen arbeiteten. Nach der erfolgreichen Beendigung des Krieges jedoch bildeten sich zwei entgegen gesetzte Blöcke um die zwei ‚Supermächte’ USA und UdSSR heraus. Die Blockbildung, die von den Konflikten über die Zukunft Deutschlands und Mitteleuropas ausging, vollzog sich zunächst in Europa. Doch bereits auf der Potsdamer Konferenz im Juli/August des Jahres 1945 machten sich die grundsätzlichen Gegensätze bemerkbar. Einerseits sorgte der amerikanische Marshallplan (1946/47) zum Wiederaufbau Westeuropas für einen verschärften Gegensatz und andererseits die Gründungskonferenz des Kominform 20 im September 1947, die den Unterschied zwischen Imperialismus und Sozialismus proklamierte (Beginn des Kalten Krieges). Die Spaltung Deutschlands und Europas 1949 in zwei
20 Hierbei handelt es sich um eine Abkürzung für: kommunistisches Informationsbüro.
16
feindliche Blöcke wurde mit der Berliner Blockade (Juni 1948 bis Mai 1949), der Bildung der NATO (04. April 1949) und der Gründung der beiden deutschen Staaten vollzogen. Währenddessen dehnte sich die SU über Ost-Europa aus.
Der Ost-West-Konflikt gewann unter anderem durch den Koreakrieg (Juni 1950 bis Juli 1953) und durch die Unterstützung der UdSSR für Befreiungsbewegungen in den selbstständigen Staaten und Kolonien Asiens und Afrikas eine weltpolitische Dimension, d.h. der Konflikt breitete sich enorm aus und ein allgemeines Wettrüsten begann, denn jeder wollte Sicherheit im eigenen Staat und plädierte auf Einfluss in besonders vielen anderen Staaten (Wunsch, die Weltmacht zu werden). Die BRD wurde vom Westen wiederbewaffnet und in die NATO aufgenommen (1955) und die UdSSR gründete den Warschauer Pakt (1955). Der Bau der Mauer am 13.August 1961 und die Kubakrise waren die Höhepunkte des Ost-West-Konflikts. Aus Angst, dass es zu einem atomaren Weltkrieg kommen könnte, wuchs die Bereitschaft für Abrüstungsgespräche auf beiden Seiten. Die politische Lage entspannte sich ein wenig, jedoch verschärfte sich zugleich der sowjetisch-chinesische Konflikt und die USA engagierten sich zunehmend im Vietnamkrieg.
Der vorerst begrenzte südvietnamesische Bürgerkrieg entwickelte sich aus der zweiten Phase der Indochinakriege und weitete sich zum südostasiatischen Krieg aus, als die UdSSR und China die nordvietnamesische Seite und die USA die südvietnamesische Seite unterstützten. Die USA griffen ein, da sie fürchteten, dass sie die Macht und ihren Einfluss in den östlichen und südlichen Pazifik-Staaten verlieren könnten.
17
2.3.2. Vietnamkrieg
In dem Krieg, der von 1946 bis 1975 dauerte, geht es um die Unabhängigkeit und Einheit Vietnams. Nachdem es Frankreich in der ersten Phase dieses Krieges (1946 bis 1954) nicht gelungen war die Kolonialherrschaft über Indochina wiederherzustellen, wurde Vietnam in das kommunistische Nordvietnam und das antikommunistische Südvietnam geteilt, dessen Schutzmacht die USA wurde. Im Jahre 1954 begannen die USA mit einer verstärkten militärischen und wirtschaftlichen Unterstützung die demokratische Regierung Südvietnams.
Der eigentliche Krieg begann als die Vietcong mit nordvietnamesischer Hilfe in Guerillakämpfen den Süden zu erobern versuchten(1957/58). Im August des Jahres 1964 traten die USA offiziell in den Krieg ein. In den folgenden vier Jahren versuchten die USA mit aller Macht den Vietcong zu zerstören und Nordvietnam zu unterdrücken. Sie fühlten sich als Herren der Lage, doch Anfang 1968 wurden sie von der Tet-Offensive 21 überrascht, welche die Wende des Krieges einleitete. Es folgte ein öffentlicher Meinungsumschwung in den USA, der Friedensbewegungen hervorrief, unter anderem, weil viele junge, wehrpflichtige Amerikaner in den Krieg ziehen mussten und einige Gruppen ihn als unmoralisch, illegal und gegen die Verfassung bezeichneten, weil der Kongress nie den Krieg erklärt hatte. Außerdem breitete sich die Erkenntnis aus, dass der Konflikt nicht mehr zu gewinnen sei. So kam es im Sommer gleichen Jahres noch zu ersten Friedensverhandlungsversuchen zwischen den USA und Nordvietnam. Anfang 1973 wurde ein Abkommen unterzeichnet, welches der südvietnamesische Präsident allerdings als Verrat ansah, denn der komplette Abzug der amerikanischen Kriegsmaschinerie war die Konsequenz dieses Abkommens. Die USA sicherten Südvietnam aber weiterhin ihre Hilfe zu, doch jeder wusste, dass das nicht zu realisieren war. 1975 wurde Südvietnam
21 Als Tet-Offensive (Überraschungsangriff) wird eine Reihe militärischer, offensiver Operationen der nordvietnamesischen Armee und des Vietcong zwischen dem 30. Januar und dem 23. September 1968 im Rahmen des Vietnamkrieges bezeichnet.
18
quasi kampflos von Nordvietnam eingenommen. Die letzten noch verbliebenen US-Amerikaner und in ihrem Gefolge wenige Südvietnamesen verließen das Land fluchtartig.
Die Amerikaner hatten den Kampf verloren, trotzdem weigerten sie sich noch Jahre danach, sich diese Niederlage einzugestehen.
19
2.3.3. Die große Koalition 1966-1969
Nach einigen Meinungsverschiedenheiten 22 zerbrach die Koalition aus CDU/CSU und FDP, was dazu führte, dass CDU/CSU Verhandlungen über eine Koalition mit den Sozialdemokraten aufnahmen. Die SPD entschloss sich schließlich dazu, eine neue Regierung mit den Unionsparteien zu bilden. Am 10. November 1966 wurde der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Kurt Georg Kiesinger 23 , vom CDU-Bundesvorstand zum Bundeskanzler nominiert und am 1.Dezember wurde er offiziell mit den Stimmen der großen Koalition zum Bundeskanzler gewählt und damit eine Regierung aus CDU/CSU und SPD gebildet. In seiner Regierungserklärung am 12. Dezember gleichen Jahres betonte Kiesinger, dass die Notstandsverfassung, die Beziehung zu den Staaten des Warschauer Pakts und die Sicherung der Staatsfinanzen sowie der Wirtschaft die wichtigsten Aufgaben der großen Koalition seien. Doch bezogen auf die Anschaffung der Notstandesgesetze (Notstandsverfassung) existierten viele verschiedene Meinungen, da es der Regierung während eines nationalen Notstandes nun möglich war, Grundrechte vorübergehend aufzuheben.
Eines der Ziele der großen Koalition war außerdem, das Mehrheitswahlrecht nach britischem oder US-amerikanischem Modell einzuführen, damit nach Wahlen stets eine Partei immer die absolute Mehrheit habe und nicht auf Koalitionsverhandlungen angewiesen sei. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch bei der nächsten Wahl, im Jahre 1969, an der SPD, da die FDP (es ging um ihr ‚Überleben’) sich ihr als Koalitionspartner für die nächste Wahlperiode anbot. So entstand unter Bundeskanzler und Ex-Außenminister der großen Koalition, Willy Brandt (SPD), die erste sozialliberale Koalition auf Bundesebene.
In dieser Zeit galt die große Koalition auch bei den Studenten nicht als außergewöhnlich beliebt, denn sie waren gegen die Notstandsgesetze und
22 CDU/CSU wollten das entstandene Haushaltsdefizit und die immer größer werdende Staatsverschuldung im Haushalt 1967 durch eine Steuererhöhung eindämmen.
23 Kiesinger war NSDAP-Mitglied und von 1940 bis1945 stellvertretender Leiter der Rundfunkabteilung des Auswärtigen Amtes.
20
somit auch gegen die Befürworter der Gesetze: die große Koalition. Das führte dazu, dass parlamentarische Opposition schwächer wurde und sich aus diesen Umständen heraus die APO bildete.
2.3.4. Die Notstandsgesetze
Die Notstandsgesetze waren nach dem Zweiten Weltkrieg eine Bedingung der Westalliierten vor der Übergabe der vollkommenen Selbstständigkeit an die Bundesrepublik, da es für sie wichtig war, dass ihre in Deutschland stationierten Truppen geschützt sind. Das bedeutete, dass das Grundgesetz, welches aufgrund des problematischen Artikels 48 der Weimarer Verfassung keine Regelungen für Krisensituationen wie eine Abwehr enthielt, geändert werden musste. Die Pläne für die Einführung der Notstandsgesetze hatte der deutsche Innenminister, Gerhard Schröder bereits im Jahre 1960 vorgelegt, doch erst die Große Koalition verfügte über die notwendige Zweidrittelmehrheit. Die neue Notstandsgesetzgebung erweiterte die Gesetzgebungskompetenz des Bundes sowie die Anweisungsbefugnisse gegenüber den Bundesländern im Verteidigungsfall, bei inneren Unruhen und Naturkatastrophen. Bei Unruhen im Innern erlaubten sie den Einsatz der Bundeswehr und des Bundesgrenzschutzes und schränkten zusätzlich das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis ein. Die Menschen in der BRD hatten Angst, dass sich das gerade erst Durchlebte wiederholen würde, dass sie noch einmal die Erfahrungen einer nationalistischen Regierung machen müssten. Allerdings gab es nicht nur Befürworter der Gesetze. So auch die Studentin Ulrike Meinhof 24 , die wie viele andere befürchtete, dass man die wesentlichen Grundrechte, wie zum Beispiel das Streikrecht, Versammlungsrecht und das Recht der freien Meinungsäußerung einschränken oder gar aufheben würde. Es entstand eine Bewegung gegen diese Pläne des Staates. Sie umfasste zahlreiche Gruppen aus den Bereichen der Universitäten, Kirchen, Medien und Kultur. Beispielsweise der DGB (deutscher Gewerkschaftsbund) kündigte am 13. Mai
24 Späteres Führungsmitglied der RAF.
21
1966 an, jede Notstandsgesetzgebung bekämpfen zu wollen, um eine Einschränkung der demokratischen Grundrechte zu verhindern; und auch im akademischen Milieu sah man die Erweiterung der Gesetze als eine Gefährdung der Demokratie. Doch gegen die Proteste beschloss der Bundestag am 30.Mai 1968 die Annahme des 17. Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes, welche am 27.Juni gleichen Jahres verkündet worden waren.
Einige Beispiele des Siebzehnten Gesetzes, welches zur Ergänzung des Grundgesetzes diente ("Notstandsgesetze") 25 : 26
25 Bundesgesetzblatt, Jg. 1968 1, S. 709
26 Siehe Anhang (S.44)
22
2.4. Besondere Gruppierungen/Ereignisse in der Politik
2.4.1. Die Außerparlamentarische Opposition
2.4.2. Der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS)
2.4.1. Die Außerparlamentarische Opposition
Aus der Tatsache, dass die große Koalition gebildet worden war, resultierte das Fehlen einer starken Opposition im Parlament, was zur Folge hatte, dass die Demokratie geschwächt wurde und die innenpolitische Radikalisierung
gefördert wurde. Viele Studenten fühlten sich durch die einzige Oppositionspartei im Bundestag, die zahlenmäßig kleine FDP, nicht mehr genügend vertreten und zusätzlich stimmten sie nicht mit der antikommunistischen Einstellung der Bundesregierung überein. Die Entwicklung der SPD zu einer Volks- und Regierungspartei und die Abkehr von den sozialistischen Gruppierungen in der SPD sorgten für eine Herausbildung der Außerparlamentarischen Opposition (APO). Viele der somit
ausgeschlossenen Vertreter einer innerparteilichen Opposition schlossen sich der APO an. Doch nicht nur linke Studentenorganisationen, Schüler, Studenten und Lehrlinge zählten sich zur APO, sondern auch Intellektuelle und Künstler. Den Kern der APO jedoch bildete der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS), der mit Hilfe der SPD schon 1946 gegründet worden war und seit Mitte der 60er Jahre Demonstrationen, Sitzblockaden u.ä. gegen die Lage an den Hochschulen, gegen den Vietnamkrieg und den Springer-Konzern organisierte. Die erhoffte Solidarisierung mit der Arbeiterschaft gelang nicht, nur im Kampf gegen die Notstandsgesetze kam es zu einem zeitweiligen Bündnis mit den Gewerkschaften. Den Höhepunkt der APO markierte die Demonstrations- und Protestwelle gegen die geplante Notstandsverfassung im Mai 1968. Nach der Verabschiedung am 30.Mai gleichen Jahres begann sie allerdings allmählich auseinanderzufallen. 1969 bildet sich eine sozial-liberale Koalition, der nach der Auflösung der APO viele der ehemaligen Mitglieder beitraten. Andere setzen
23
ihren Protest in Bürgerinitiativen oder der Friedensbewegung fort und wiederum andere schließen sich kommunistischen Gruppierungen an oder entscheiden sich wie Andreas Baader und Gudrun Ensslin für den Terrorismus.
2.4.2. Der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS)
Der Sozialistische Deutsche Studentenbund war am 2. September 1946 in Hamburg als Studentenorganisation der SPD gegründet worden.
Ab Mitte der 50’er Jahre entstanden Spannungen zwischen der SPD und dem SDS, die sich an der Wiederbewaffnung Deutschlands und der Anti-Atomtod-Bewegung festmachten. Nach der Verabschiedung des sozialdemokratischen Godesberger Programms 1959 brach dieser Konflikt offen aus und der SDS begann sich in Abgrenzung zur SPD immer weiter nach links zu orientieren. Daraufhin schloss die SPD (1961) SDS-Mitglieder und -Sympathisanten aus ihren Reihen aus (Unvereinbarkeitserklärung). Schon ein Jahr zuvor hatte sich ein Sozialdemokratischer Hochschulbund (SHB) gegründet, der sich im Laufe der Studentenbewegung ebenso wie der SDS radikalisierte.
In den nun eigenständigen und weiter existierenden SDS traten im Laufe der sechziger Jahre unter anderen auch die Gründer 27 der späteren Kommune 1 ein, die durch Projektgruppen über sozialistischen Internationalismus und die Dritte Welt besonderen Einfluss gewannen. Doch auch andere Anhänger verschiedener, linker Organisationen traten dem SDS bei, die jeweils die relativ kleinen Gruppen der Universitätsstädte dominierten: Vertreter einer sozialistischen Neuen Linken zwischen Sozialdemokratie und Kommunismus, Mitglieder der illegalen Kommunistischen Partei und zunehmend Anhänger einer antiautoritären Bewegung, die nicht mehr im Proletariat, sondern in gesellschaftlichen Randgruppen, etwa den noch nicht ins System integrierten Studenten, das Subjekt revolutionärer Veränderung erblickten. Die zuletzt genannte antiautoritäre Strömung bildete unter anderem den Kern der
27 Das waren: Rudi Dutschke, Dieter Kunzelmann und Bernd Rabhel.
24
Jugendproteste, die das letzte Drittel der sechziger Jahre bestimmten. Die Studenten gingen auf die Straße um gegen den Vietnamkrieg und die Notstandsgesetze zu demonstrieren. Allerdings eskalierte die Situation schon bald: Bei der schon erwähnten Anti-Schah-Demonstration in Berlin am 2. Juni 1967, erschoss ein Polizist den Studenten Benno Ohnesorg. Knapp ein Jahr später wird Rudi Dutschke bei einem Attentat lebensgefährlich verletzt. SDS-Mitglied Ulrike Meinhof geht später in den Untergrund und wird Mitgründerin der Roten Armee Fraktion (RAF). Diese Vorfälle führten letztendlich dazu, dass der SDS sich im Frühjahr 1970 endgültig auflöste. 28
28 Siehe Punkt 2.6. meiner Jahresarbeit, S. 28.
25
2.5. Die Bedeutung der Sexualität in den 60er Jahren
Mit Beginn der 60er Jahre wurde Sex immer mehr zum Gesprächsthema, auch in den Medien. Der deutsche Charles Wilp, der Werbespots für „Afri-Cola“ entwarf, kreierte die „Sexy-Mini-Super-Flower-Pop-Op-Cola“, denn die Sexualität wurde ab diesem Moment als Ware und Zahlungsmittel angesehen. Auch andere, neben Wilp, hatten den Wertewandel erkannt und benutzten Flower-Power, Sex, Sinnlichkeit und Ekstase als verkaufsfördernden Anreiz. Doch auch bei dieser Art von Bewegung gab es Menschen, die dagegen waren und sogar demonstrierten. Am meisten hatte jedoch die Jugend darunter zu leiden, denn über sie wurde besonders streng gewacht, die Hauptsache war, dass sie keusch und unpolitisch waren. Schließlich sollten sie nicht so etwas in der Politik durchmachen müssen wie ihre Eltern. Für alle anderen, die sich gegen die Vorgaben wehrten, die den Religionsunterricht vermieden, Außenseiter waren und nicht zu der Bundeswehr gehen wollten, für die gab es auch Zufluchtsorte. Zum Beispiel die melancholische Popkultur der Existentialisten in Paris, dessen Königin Juliette Greco war, die ohne Büstenhalter, barfuss und in langem schwarzen Kleid auftrat. Auch der Sound der Beatles oder der Rolling Stones verstärkte den Wunsch nach good vibrations und satisfaction 29 .
In den 60’er Jahren war es nicht üblich von zuhause auszuziehen, ohne verheiratet zu sein. Wer auswärts studierte, musste einen Vertrag abschließen, in dem versichert wurde, dass kein Damen- oder Herrenbesuch empfangen würde. Als Begründung diente der Kuppeleiparagraph, der selbst Eltern verbot, unverheirateten Paaren Räumlichkeiten zum Leben zur Verfügung zu stellen. Verhütungsmittel waren ebenfalls strengstens untersagt.
Uschi Obermaier, das Münchner Fotomodell, wurde zur Ikone der sexuellen Revolution, weil sie die Regeln nicht beachtete und frei entschied, was sie zu tun und zu lassen hatte. So ließ sie sich zusammen mit dem Kommunarden Rainer Langhans nackt auf einer Matratze fotografieren, propagierte freie Liebe
29 Cohn-Bendit, Daniel/ Dammann, Rüdiger, S.124.
26
und jeder konnte sich sicher sein, dass sie sie auch praktizierte- als Groupie von Mick Jagger, Jimi Hendrix oder Keith Richard.
Genau das (Verbot der freien Auslebung der Sexualität, der Verhütung etc.) trieb die Studenten und Studentinnen zu Protesten an. Besonders die Frauen wollten sich nicht vorschreiben lassen, wie sie mit ihrem Körper umzugehen haben sollen, sondern selber, vor der Ehe, Erfahrungen sammeln. Als sich dann die Kommune 1 bildete war der Spott der bürgerlich/konservativen Leute vorhersehbar.
Im Nachhinein betrachtet waren die 60er/70er Jahre die Wichtigsten für die sexuelle Revolution, weil in den Jahren am Meisten rebelliert und erreicht wurde (gerade dadurch, dass sich eben so viele an Protesten beteiligten und auch einsahen, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann).
27
2.5.1. Die Kommune 1
Im Januar 1967 gründeten Dieter Kunzelmann, Rainer Langhans und Fritz Teufel eine politische Wohn-, Lebens- und Arbeitsgemeinschaft, die Kommune 1 („K 1“). Diese Gemeinschaft sollte das Gegenstück zur konservativen bürgerlichen Kleinfamilie darstellen. Im Vordergrund der Kommunarden stand statt des Leistungs- das Spaß- oder Lustprinzip. Privater Besitz wurde abgeschafft. Es war alles erlaubt, solange es unter den Augen der Mitbewohner geschah. Schon bald wurden die drei Gründer zu regelrechten Medienstars. Im Flur der Wohnung fanden die Journalisten allerdings ein Schild mit der Aufschrift: „Erst blechen, dann sprechen“ 30 . Als erste politische Aktion planten
sie das sogenannte „Pudding-Attentat“ auf den US-Vizepräsidenten Humphrey (April 1967). Sie wollten ihn aus Protest gegen den Vietnamkrieg mit Pudding bewerfen, allerdings wurde der geplante Anschlag vorher aufgedeckt und elf Kommunarden mussten für einen Tag in Untersuchungshaft. Am 6. Juni 1967 begann der „Brandstifter-Prozess“ 31 gegen Langhans und Teufel 32 , weil sie
Flugblätter verteilt hatten, auf denen sie zur Brandstiftung von Kaufhäusern animierten. Sie wurden freigesprochen. Im Mai gleichen Jahres schloss man die Kommunarden aus dem SDS aus, da Sex, Musik und Drogen das Leben in der K 1 immer stärker bestimmten. Ein Münchner Fotomodell, Uschi Obermaier, zog ein, wurde Geliebte des Gründungsmitglieds Rainer Langhans und auch bald Star der Medien. Obermaier und Langhans berichteten freimütig über ihre Beziehung und über alles, was sie unter „sexueller Revolution“ 33 verstanden.
30 Ebenda, S. 98.
31 Ebenda, S.99.
32 Mitglieder der K1.
33 Cohn-Bendit, Daniel/Dammann, Rüdiger, S.99.
28
2.6. Ende?
Studentenbewegung, Jugendrebellion, Generationsrevolte, sozialer Protest, Lebensstilreform, Kulturrevolution; das waren die Jahre der 68’er in der BRD. Und wie man sieht, ist diese Generation noch heute, im Jahr 2009 aktiv- zumindest viele, unter anderem in der Politik. Sie fühlen sich noch heute als 68’er. Sie hinterfragen alles stetig neu. Das Jahr 1968 assoziiert für viele den Protest, Rebellion und das war in der ganzen Welt zu finden. In manchen Ländern erstreckten sich die Ereignisse sogar über ein Jahrzehnt und noch länger. Beispielsweise lagen die Anfänge in den USA am Beginn der 60’er Jahre und der Abschwung um 1970, trotz des noch laufenden Vietnamkrieges. In West-Berlin begannen sich die Studenten erst Mitte der 60’er Jahre zu regen, der Höhepunkt umfasste den Tod Benno Ohnesorgs und das Attentat auf Rudi Dutschke, die Jahre: 1967/68. In Japan begannen die Proteste auch gegen Mitte des Jahres und hatten ihren Höhepunkt aber ein Jahr später (1968/69). Hier führte die Bewegung, wie in der BRD, zum Terrorismus. Hinter dem Eisernen Vorhang machte sich das Verlangen nach politischer Freiheit besonders bemerkbar, vor allem in den gesellschaftlichen Formen des Westens. Die soziale und ökonomische Benachteiligung spielte dagegen in den Dritte-Welt-Ländern eine größere Rolle.
Mit der Bearbeitung der Studentenbewegung entwickelten sich einige Fragen : Warum rebellierten gerade die Studenten? Warum zu diesem Zeitpunkt? Warum fast überall im Westen?
All diese Fragen basieren auf der intellektuellen und sozialen Situation. Mitte der 60’er Jahre galt das Studium als gesellschaftliches Privileg. Und so sahen sich die Studenten den Mängeln des ohnehin schon überforderten Hochschulsystems ausgesetzt. Die Folge davon war, dass sie mehr als wenig Verständnis dafür aufbringen konnten.
In Deutschland war das Besondere die Vergangenheit. Mitte der 60’er Jahre entwickelte sich viel Neues (zum Beispiel die veränderte
29
Lebensform- das Leben in einer Kommune) und diese begrifflichen oder politischen Themen nahmen die Studenten und die Jugendlichen auf, um sie zu radikalisieren (Bezugnahme auf NS-Vergangenheit, Verstärkung der Dramatisierung des Krisen-und
Problembewusstseins). Die Untat der Väter war präsent.
Aus der Konkursmasse des SDS entwickelte sich eine Frauenbewegung, deren Anfänge sich im September 1968 bemerkbar machten. Eine Gruppe von Frauen war als „Weiberrat“ 34 bei den Frankfurter Delegiertentreffen anwesend und mit Hilfe der Medien fanden sie rasch Resonanz. Durch das Entstehen dieser Gruppen, öffnete man sich für Neues und für die Forderungen der Homosexuellen und Behinderten. Sie wurden zu Objekten einer deutenden Sozialwissenschaft und die Veränderungsbereitschaft zeigte sich in der Gesellschaft und auch in der Politik.
Die SPD gründete mit der FDP eine Koalition und der Bundestag wählte am 21. Oktober 1969 Willy Brandt zum Bundeskanzler. 35 Brandt setzte sich insbesondere für mehr Mitspracherecht in Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und anderen Verbänden, mehr Demokratie bei der Polizei und Offenheit im Verwaltungshandeln des Staates ein.
Um alles zusammenfassend zu sagen: Im Jahr 1968 veränderte sich das Gesicht der Republik (und die Mentalität). Das Veränderungsgefühl wird vorher schon dagewesen sein, aber die Generation des Jahres 1968 beschleunigte durch die Atmosphäre des Protestes den Prozess.
„1968 war nicht das Jahr, das alles verändert hat, dazu war viel zu viel bereits im Gang. Aber nach „68“ war fast nichts mehr so wie vorher. Und in diesem Sinne war „68“ überall.“ 36
34 Frei, Norbert, S. 225.
35 Baring, Arnulf: Machtwechsel. Die Ära Brandt-Scheel, S. 930.
36 Frei, Norbert, S.228.
30
3. Eigene Gedanken zum Generationswandel
Eine Generation verbindet sich durch eine gemeinsame Erfahrung.
Die 68’er wuchsen mit dem Vietnamkrieg, mit dem Wirtschaftswunder auf und veränderten durch ihren Kampf für mehr Freiheit gegen das System, gegen das deutsche Spießertum das Land. Wofür kämpfen wir? Wir gehen nicht auf die Straße und rebellieren gegen das was uns nicht passt. Sind wir feige, weil wir uns nicht trauen uns für unsere Meinung einzusetzen oder denken wir einfach nur, dass wir damit sowieso nichts ändern können? Wäre es nicht erschreckend, wenn folgender Satz auf uns zutreffen würde: Die Welt wird wohl untergehen, ich selbst komme irgendwie durch, und wenn nicht, dann war man eben selbst dran schuld und nicht das System. Wir werden quasi dazu erzogen allein durchzukommen, als Einzelkämpfer die Welt zu retten. Doch allein sind wir schwach, können niemandem etwas anhaben, geschweige denn etwas bewirken.
Dafür finden wir Barack Obama gut, soll er doch das Weltretten übernehmen und sich um das Klima kümmern. Er steht für etwas Neues und neue Dinge sind gut. Welche seiner Versprechungen und Wünsche für eine bessere Welt er nun verwirklicht ist doch egal. Fairtrade, Bioprodukte, das muss reichen.
In der Shell-Jugendstudie von 2002 und 2006 hießen wir die „pragmatische Generation“. Aber Pragmatismus zeichnet doch Reife aus und eventuell ist es auch ein Zeichen von Ernüchterung, als Merkmal des Alterns. Sind wir also schon alt, wenn wir eigentlich jung sind? Es scheint als habe man keinen Entwurf von der Welt, wie sie sein sollte, wir nehmen alles so hin wie es ist, ohne uns zu beschweren. Man könnte also meinen, dass unsere Generation eher die Lust verspürt im System zu funktionieren, anstatt es zu ändern.
Jens Jessen, Feuilletonchef der Zeit nannte uns „traurige Streber“ und schrieb: „Soll man staunen über die Studenten, deren Berufswünsche
31
Geld und Sicherheit heißen? Über ihren Zulauf zu skrupellosen Unternehmungsberatungen, über das jugendliche Alter der Börsenspekulanten, der Hedgefondsmanager? Über angehende Künstler, die keinen Charakter, sondern nur Erfolg auf dem Markt suchen?“ 37 Komisch ist es zumindest, dass diejenigen, die es auf einen der Spitzenplätze im System geschafft haben, den Nachfolgenden vorwerfen, dass sie genau das Gleiche wie sie anstreben.
Die 68’er hatten die Welt in Richtig und Falsch eingeteilt, in Ho Tschiminh und USA. Was ist mit uns? Sozialdemokratisch, liberal, bürgerlich, grün, wir unterstützen bzw. bevorzugen das, was eben gerade für richtig erscheint. Weil wir alle Meinungen doch irgendwie verstehen können oder? Haken wir nach? Das Internet regiert unsere Welt, wir existieren in ihm. Die überdeutliche Mehrheit besitzt ein Laptop/Rechner mit freiem Internetzugang, so kommt es schon mal vor, dass wir uns lieber selber googeln, anstatt andere Dinge des Alltags zu erledigen. Ist die Zahl der Treffer dann besonders hoch, freuen wir uns: Juchu, ich bin ein Treffer. Wäre ein Leben ohne Handy und Internet überhaupt noch denkbar? Können wir uns denn vorstellen, dass die 68’er nicht erst ihre Aktionen gegoogelt haben bevor sie sie umsetzten? Dass man sich ohne vorher zu chatten in einer großen Gruppe versammeln konnte?
Sind wir zu angepasst? Aber das heißt ja nicht, dass wir keine Veränderungswünsche haben, dass wir die Mängel nicht sehen. Es ist nur so, dass keiner eine Alternative sieht. Wir wollen auch nicht so sein wie unsere Eltern, wir wollen einfach nur wissen, wie man ein gutes Leben führt, ohne sich großartig Gedanken machen zu müssen, oder nicht? Wir denken, dass das doch mehr ist, als die 68’er hinbekommen haben. Mehr, aber halt anders mehr.
37 Spiegel Spezial zum Thema: Was wird aus mir?, Nr. 1, 2009.
32
Fest steht, dass wir eine Generation sind, aber uns nicht als solche
fühlen. Wir sind Einzelne, die sich gleichen. Guckt man sich um,
erkennt man, dass wir nicht „wir“ sind. Wir sind ich und ich und ich.
33
3.1. Umfrage bei Schüler und Studenten in
Braunschweig: „Was bewegt euch?“
Ich entwickelte diese Fragen, um herauszufinden, wie sich beispielsweise die Einstellung der heutigen Jugend/ der heutigen Studenten zur Politik geändert hat. Zusätzlich beschäftigte ich mich mit der Shell-Studie von 2002 und 2006. Diese Studie wird alle 4 Jahre wiederholt/erneuert und berichtet inwiefern sich die Interessen der jeweiligen Generation verändern. Auch half mir die Spezial Ausgabe des Spiegels (Nr. 1/2009) weiter, die mir aber erst im Juli, nachdem ich meine Umfrage schon abgeschlossen hatte, in die Hände fiel. Dieses Heft behandelte das selbe Thema unter dem Titel: „Was wird aus mir?-Wir Krisenkinder: Das Selbstportrait einer Generation“. Dort wurde eine große Umfrage gemacht, die sich unter anderem auch auf Fragen bzw. Themen unserer Generation bezog.
Die Fragebögen verteilte ich in der Schule, an mir bekannte Studenten der HBK und der TU Braunschweig, so dass ich letztendlich um die 30 beantworteten Fragebögen hatte. Im Folgenden einige Beispiele:
1 Schüler, 17 Jahre alt *
1. Was sagt dir persönlich das Jahr 1968 und was verbindest du mit ihm?
„Hippies und Woodstock“
2. Kannst du mir 5 Dinge nennen, die dir am wichtigsten sind und die etwas mit der Welt zu tun haben? (z.B. Umwelt oder Erderwärmung)
„Gleichberechtigung, ausgeglichene Verhältnisse, keine Kriege wegen materieller Güter (Irak Krieg), keinen Terror (wenn es den überhaupt bewusst gibt), weniger Problemkinder, weniger Unterschicht“
34
3. Wie wichtig ist die Politik auf einer Skala von 1-10, wobei 10 sehr wichtig ist?
„Ich würde 7 sagen“
4. Setzt du dich für die Entwicklung deiner Interessen ein? (z.B. Mitglied in einer Partei oder bei Greenpeace)
„Nein, dafür bin ich zu faul, bzw. habe Besseres zu tun, aber ich werde mich sicherlich später mehr engagieren“
5. Was wünschst du dir für die Welt in Zukunft?
„Alles das, was ich auch schon bei der zweiten Frage genannt habe“
6. Gibt es ein aktuelles Thema, das dich zum Protestieren antreiben würde?
„Das auch an Gesamtschulen das Abi nach 12 Jahren eingeführt werden soll“
7. Was bewegt dich, also was bringt dich so richtig zur Wut?
„Die Benachteiligung von Ausländern/Hauptschülern und das daraus resultierende Verhalten“
8. Gehen wir davon aus, dass du gerade auf einer großen Demonstration dabei bist. Plötzlich fangen andere, die vorher noch friedlich ihre Protestplakate in die Luft streckten an mit Steinen die Fenster der Häuser, an denen ihr vorbei geht, einzuwerfen. Du scheust nicht davor zurück auch mitzumachen, oder?
„Kommt darauf an, wie viel ich schon getrunken habe (kleiner Scherz), aber grundsätzlich haben die Häuser doch gar nichts mit den Gründen der Wut zu tun, Unbegründetes Zerstören ist idiotisch“
35
9. Wie viele Leute, die du kennst, würden mit dir gemeinsam auf die Straße gehen, um zu protestieren? „Viele“
10. Ist dir bei der Befragung evtl. noch etwas Wichtiges eingefallen, dass du mir mitteilen möchtest? „Nein“
2 Schülerin, 18 Jahre alt *
1. Was sagt dir persönlich das Jahr 1968 und was verbindest du mit ihm? „Studentenbewegung in Europa“
2. Kannst du mir 5 Dinge nennen, die dir am wichtigsten sind und die etwas mit der Welt zu tun haben? (z.B. Umwelt oder Erderwärmung) „Es sterben seltene Tierarten, Pflanzen, Fische; Verwendung von Chemikalien“
3. Wie wichtig ist die Politik auf einer Skala von 1-10, wobei 10 sehr wichtig ist? „7“
4. Setzt du dich für die Entwicklung deiner Interessen ein? (z.B. Mitglied in einer Partei oder bei Greenpeace) „Nein“
36
5. Was wünschst du dir für die Welt in Zukunft? „Ich wünsche mir, dass die Leute sich zusammensetzen, um die Erderwärmung zu lösen, d.h. wenn möglich zu Ergebnissen kommen.“
6. Gibt es ein aktuelles Thema, das dich zum Protestieren antreiben würde?
„Gewalt und Nationalsozialismus“
7. Was bewegt dich, also was bringt dich so richtig zur Wut? „Kindesmord oder Kindesmissbrauch“ 8. Gehen wir davon aus, dass du gerade auf einer großen Demonstration dabei bist. Plötzlich fangen andere, die vorher noch friedlich ihre Protestplakate in die Luft streckten an mit Steinen die Fenster der Häuser, an denen ihr vorbei geht, einzuwerfen. Du scheust nicht davor zurück auch mitzumachen, oder? „Ich mache nicht mit, weil ich den Grund dafür nicht verstehe“ 9. Wie viele Leute, die du kennst, würden mit dir gemeinsam auf die Straße gehen, um zu protestieren? „ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, viele“ 10. Ist dir bei der Befragung evtl. noch etwas Wichtiges eingefallen, dass du mir mitteilen möchtest? „Nein“
37
3 Student an der Hochschule für
bildende Künste (Darstellendes
Spiel und Medienwissenschaften), 22
Jahre alt *
1. Was sagt dir persönlich das Jahr 1968 und was verbindest du mit ihm?
„Ich verbinde mit ihm grundsätzliche Veränderung in der Gesellschaft und dem Staat im Allgemeinen, bezogen auf das Verhalten und die freie Entfaltung. Die heutige
Gesellschaftsstruktur baut teilweise immer noch auf den 68’er Veränderungen auf“
2. Kannst du mir 5 Dinge nennen, die dir am wichtigsten sind und die etwas mit der Welt zu tun haben? (z.B. Umwelt oder Erderwärmung)
„Freie Meinung, freie Entfaltung, kein Mensch ist illegal (außer Nazis), Vertrauen im Sinne der Freundschaft“
3. Wie wichtig ist die Politik auf einer Skala von 1-10, wobei 10 sehr wichtig ist?
„Im Prinzip 9, im Vergleich zum Leben(swerten) eher 3, weil man sich nicht immer mit den ganzen Idioten rumärgern will“
4. Setzt du dich für die Entwicklung deiner Interessen ein? (z.B. Mitglied in einer Partei oder bei Greenpeace)
„Ich greife, wenn es nötig ist, Nazis und Polizisten an“
5. Was wünschst du dir für die Welt in Zukunft?
„Ein Ende der Dummheit für den Anfang des Friedens“
38
6. Gibt es ein aktuelles Thema, das dich zum Protestieren antreiben würde?
„Überwachung, Repression...Vieles“
7. Was bewegt dich, also was bringt dich so richtig zur Wut?
„Ausnutzung von Emotionen und Menschen, Gewalt wegen Dummheit und Langeweile“
8. Gehen wir davon aus, dass du gerade auf einer großen Demonstration dabei bist. Plötzlich fangen andere, die vorher noch friedlich ihre Protestplakate in die Luft streckten an mit Steinen die Fenster der Häuser, an denen ihr vorbei geht, einzuwerfen. Du scheust nicht davor zurück auch mitzumachen, oder?
„Wenn es vertretbare Gründe zur Verwendung von Gewalt gibt (bspw. ein Nazi-Aufmarsch, übertriebenes Verhalten der Polizei, unnötige Verbote) hätte ich keine Bedenken, allerdings sollte nicht um der Randale wegen randaliert und/oder Unbeteiligte(s) integriert werden.
Im Falle von beispielsweise G8-Veranstaltungen ist es manchmal auch ein Vorteil, dass der schwarze Block irgendetwas tut, weil sonst niemand berichten und merken würde, dass dort doch Leute sind, denen etwas nicht passt“
9. Wie viele Leute, die du kennst, würden mit dir gemeinsam auf die Straße gehen, um zu protestieren?
„Sicherlich themenbezogen, aber mehr als 50“
10. Ist dir bei der Befragung evtl. noch etwas Wichtiges eingefallen, dass du mir mitteilen möchtest?
„No Justice, No Peace!“
39
4 Student der Technischen
Universität Braunschweig
(Umwelttechnik), 23 Jahre alt *
1.Was sagt dir persönlich das Jahr 1968 und was verbindest du mit ihm?
„Studentenrevolution und das war es auch schon, ich habe da nicht so die Ahnung.“
2. Kannst du mir 5 Dinge nennen, die dir am wichtigsten sind und die etwas mit der Welt zu tun haben? (z.B. Umwelt oder Erderwärmung)
„Erdbeben/Sicherheit in unmittelbarer Umgebung, Umwelt (insbesondere Trinkwasser),Atomkraft ,das heißt , dass ich nicht direkt gegen diese Art von Energiegewinnung bin, aber ich persönlich möchte nicht in unmittelbarer Nähe zu einem Atomkraftwerk wohnen müssen, mir ist es wichtig, dass alle Menschen genug Energie bekommen, ohne Probleme mit den Resonanzen zu bekommen.
3. Wie wichtig ist die Politik auf einer Skala von 1-10, wobei 10 sehr wichtig ist?
„Eine 7, weil ich mich zur Zeit nicht wirklich mit Politik beschäftige...Und man hat ja auch eigene Probleme“
4. Setzt du dich für die Entwicklung deiner Interessen ein? (z.B. Mitglied in einer Partei oder bei Greenpeace)
„Ja das tue ich, an der Fachhochschule beteilige ich mich zum Beispiel an Umfragen und Wahlen für beispielsweise ein Semesterticket oder so, mir sind schnelle Ergebnisse wichtig, nicht so wie in der Politik..Man geht wählen, aber passieren tut nur alle 3 Jahre etwas“
40
5. Was wünschst du dir für die Welt in Zukunft?
„Bessere Energieversorgung und eine sinnvollere Herstellung der Energien“
6. Gibt es ein aktuelles Thema, das dich zum Protestieren antreiben würde?
„Rechtsextremisten, aber auch Linksextremisten, das heißt, generell Extreme“
7. Was bewegt dich, also was bringt dich so richtig zur Wut?
„Ungerechtigkeit“
8. Gehen wir davon aus, dass du gerade auf einer großen Demonstration dabei bist. Plötzlich fangen andere, die vorher noch friedlich ihre Protestplakate in die Luft streckten an mit Steinen die Fenster der Häuser, an denen ihr vorbei geht, einzuwerfen. Du scheust nicht davor zurück auch mitzumachen, oder?
„Doch, denn Gewalt ist die Kapitulation des Geistes (ironisch gemeint)“
9. Wie viele Leute, die du kennst, würden mit dir gemeinsam auf die Straße gehen, um zu protestieren?
„Es kommt darauf an, was das Thema der Demo wäre... Sonst eher nicht so viele..Vielleicht 5“
10. Ist dir bei der Befragung evtl. noch etwas Wichtiges eingefallen, dass du mir mitteilen möchtest?
„Nein eigentlich nicht... Bekomm ich jetzt Geld, weil ich dir meine Zeit geopfert habe?“
41
*
Alle Antworten stammen direkt
3.2. Eigene Schlussfolgerung aus der Umfrage
Die Umfrage ergab, dass wir uns doch über die Probleme der Welt bewusst sind, allerdings nicht reagieren. Keiner der 30 Befragten Schüler/Studenten schrieb, dass er auch wirklich auf eine Demonstration geht, Mitglied in einer Organisation ist oder sich sonst irgendwie für seine Interessen, sei es durch bloggen 38 im Internet, einsetzt. Bei der Frage wie viele Leute jeder einzelne kennt, die mit ihm auf die Straße gehen würden um zu protestieren, gaben die Meisten eine Zahl im zweistelligen Bereich an, oder schrieben einfach „viele“. Und warum sieht man dann niemanden auf der Straße? Warum trifft man sich nicht einfach mal, um sich gemeinsam beispielsweise für die Bedürfnisse der Gemeinschaft einzusetzen, anstatt immer nur Kaffee trinken oder shoppen zu gehen? Anstatt immer nur im Internet festzuhängen, um mit seinen virtuellen Freunden zu ,kommunizieren’ ? Jeder lebt für sich und rebelliert still und heimlich vor dem Fernseher wenn keiner hinguckt, so kommt es einem zumindest vor, wenn man die Antworten der Befragten betrachtet und sich mit dem Thema beschäftigt. Man kommt dahinter, dass alles nur Schein zu sein scheint.
Als ich anfing den Fragebogen zu entwerfen wusste ich noch nicht sehr viel über „uns“ und überlegte mir schlichte und einfache Fragen, um die anderen durchschauen zu können. Im Nachhinein kommen mir jetzt Fragen auf wie: Wenn du dich wirklich für Politik interessierst, kannst du mir genau sagen, was dich an unserem System stört und warum du dann nicht etwas tust bzw. versucht das zu ändern wenn es dich so stört? Sich zuhause darüber aufzuregen kann jeder, doch wie viel der Leute reagieren? 5% ? Ich weiß es nicht und es bleibt mir auch nach dieser Zeit noch ein Rätsel. Fest steht, dass
38 Bloggen bedeutet, dass man eine Art Homepage hat und auf dieser Seite eigene Gedanken zu verschiedenen Themen die einen interessieren verfasst, so dass sich andere Leute jederzeit alles durchlesen können. Es ist wie eine Art Tagebuch im Internet.
42
wir in einer ähnlichen Zeit wie die 68’er damals leben, nur dass wir nicht so aktiv sind. Wir brauchen Veränderung, nur wann hat das endlich jeder begriff
4. Fazit
Während der Bearbeitungsphase meines theoretischen Teils bei der ich mich mit der Studentenbewegung der 68’er Jahre beschäftigte, musste ich feststellen, dass man sehr viel Zeit investieren muss um den Zusammenhang von Ereignissen, beispielsweise dem Tod Benno Ohnesorgs und dem Attentat auf Rudi Dutschke, genau erklären zu können und ihn dabei auch selber genau zu verstehen. Doch ich versuchte mir die Zeit zu nehmen, was sich nicht immer recht einfach gestalten lies; da waren die Sommerferien, die Hausaufgaben und der praktische Teil, die dies erschwerten.
So fing ich erst einmal an, mir Lektüre und Informationen zu sammeln um mich in das Thema einzulesen. Als ich gegen Anfang des Jahres 2009 begann zu schreiben, hatte ich schon einige Ideen, wie ich dieses umfangreiche Thema geschickt zu Papier bringen könnte. Ich entschied mich dafür den ersten Gliederungspunkt der Studentenbewegung im Allgemeinen (vom Beginn, bis Ende) zu widmen um dem Leser vorerst einen Überblick über die gesamte Bewegung zu bieten. Später wollte ich dann in einem Unterpunkt vorerst erklären was es überhaupt für verschiedene Arten des Protestes gibt bzw. durch welche Formen man seiner Unzufriedenheit Ausdruck verschaffen kann. Als nächsten Unterpunkt entschied ich mich dafür zu den Ursachen, sprich zu den politischen Hintergründen, zu kommen. In einem Weiteren wollte etwas über die aktuelle politische Situation verfassen und diese anhand von besonderen politischen Gruppierungen, wie dem SDS und der APO, zu erläutern. Es schien mir ebenfalls wichtig, auch noch etwas über die Situation in der Gesellschaft zu schreiben, weil sich in den 60’er Jahre im Bezug auf die Sexualität viel änderte wie z.B. die Abschaffung des Paragraphen, der die Anti-Baby Pille verbietet. Als Beispiel zu der
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anderen Lebensform, der Wohngemeinschaft, wollte ich die Kommune 1 nennen. Um das Thema gut abzuschließen entschloss ich mich dafür zuletzt etwas über das Ende der Studentenbewegung zu schreiben um noch einmal genauer auszuführen und einige Fragen, die mir während der Bearbeitung kamen (beispielsweise, warum gerade die Studenten rebellierten) aufzugreifen und zu beantworten.
Als nächstes versuchte ich einen Vergleich zwischen der Generation des Jahres 1968 und der heutigen Generation zu verfassen. Dazu wollte ich vorerst eigene Gedanken zu dem Generationswandel schreiben und später eine Umfrage an der meinigen Schule, der Hochschule für Bildene Künste und an der Technischen Universität Braunschweig durch zu führen, aus der ich dann eine Schlussfolgerung, die sich auf unsere Generation beziehen sollte, ziehen würde. Nachdem ich meine Pläne für die Bearbeitung realisiert hatte, stellte ich fest, dass ich mit meinen Gedanken zum Thema Politikinteresse richtig lag.
Zusammenfassend kann ich aber durchaus sagen, dass mir die Bearbeitung eines so komplexen, anspruchsvollen Themas Freude bereitet hat, weil ich auch viele Dinge, wie zum Beispiel: Konstant an einem Thema zu arbeiten, gelernt habe und das nicht nur für den Moment, sondern für das Leben. Es gab aber natürlich auch Tiefen; Punkte an denen ich nicht weiter wusste, mir alles zuviel wurde, mir nicht sicher war, ob ich gut in der Zeit liege und ob bis zum Abgabetermin fertig werde. Doch jetzt habe ich es geschafft, die fertige Arbeit liegt so gut wie gebunden vor mir und ich bin stolz. Stolz auf das umfangreiche Wissen über die Studentenbewegung, das ich nun habe und stolz auf die Fertigstellung der Arbeit.
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5.Anhang
Der Bundestag hat mit Zustimmung des Bundesrates das folgende Gesetz beschlossen; Artikel 79 Abs. 2 des Grundgesetzes ist eingehalten: Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland vom 23. Mai 1949 (Bundesgesetzblatt S. 1) wird wie folgt ergänzt:
Artikel 10 erhält folgende Fassung: "Artikel 10 §(1) Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich. §(2) Beschränkungen dürfen nur auf Grund eines Gesetzes angeordnet werden. Dient die Beschränkung dem Schutze der freiheitlichen demokratischen Grundordnung oder des Bestandes oder der Sicherung des Bundes oder eines Landes, so kann das Gesetz bestimmen, dass sie dem Betroffenen nicht mitgeteilt wird und dass an die Stelle des Rechtsweges die Nachprüfung durch von der Volksvertretung bestellte Organe und Hilfsorgane tritt."
Artikel 12 erhält folgende Fassung: "Artikel 12 §(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden. §(2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht. §(3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig."
Der bisherige Wortlaut des Artikels 35 wird Absatz 1; folgende Absätze 2 und 3 werden angefügt: §"(2) Zur Hilfe bei einer Naturkatastrophe oder bei einem besonders schweren Unglücksfall kann ein Land Polizeikräfte anderer Länder, Kräfte und Einrichtungen anderer Verwaltungen sowie des Bundesgrenzschutzes und der Streitkräfte anfordern. §(3) Gefährdet die Naturkatastrophe oder der Unglücksfall das Gebiet mehr als eines Landes, so kann die Bundesregierung, soweit es zur wirksamen Bekämpfung erforderlich
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ist, den Landesregierungen die Weisung erteilen, Polizeikräfte anderen Ländern zur Verfügung zu stellen sowie Einheiten des Bundesgrenzschutzes und der Streitkräfte zur Unterstützung der Polizeikräfte einsetzen. Maßnahmen der Bundesregierung nach Satz 1 sind jederzeit auf Verlangen des Bundesrates, im übrigen unverzüglich nach Beseitigung der Gefahr aufzuheben."
Nach Artikel 115 wird folgender neuer Abschnitt X a eingefügt: "X a. Verteidigungsfall Artikel 115a §(1) Die Feststellung, dass das Bundesgebiet mit Waffengewalt angegriffen wird oder ein solcher Angriff unmittelbar droht (Verteidigungsfall), trifft der Bundestag mit Zustimmung des Bundesrates. Die Feststellung erfolgt auf Antrag der Bundesregierung und bedarf einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen, mindestens der Mehrheit der Mitglieder des Bundestages. §(2) Erfordert die Lage unabweisbar ein sofortiges Handeln und stehen einem rechtzeitigen Zusammentritt des Bundestages unüberwindliche Hindernisse entgegen oder ist er nicht beschlussfähig, so trifft der Gemeinsame Ausschuss diese Feststellung mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen, mindestens der Mehrheit seiner Mitglieder. §(3) Die Feststellung wird vom Bundespräsidenten gemäß Artikel 82 im Bundesgesetzblatte verkündet. Ist dies nicht rechtzeitig möglich, so erfolgt die Verkündung in anderer Weise; sie ist im Bundesgesetzblatte nachzuholen, sobald die Umstände es zulassen. §(4) Wird das Bundesgebiet mit Waffengewalt angegriffen und sind die zuständigen Bundesorgane außerstande, sofort die Feststellung nach Absatz 1 Satz 1 zu treffen, so gilt diese Feststellung als getroffen und als zu dem Zeitpunkt verkündet, in dem der Angriff begonnen hat. Der Bundespräsident gibt diesen Zeitpunkt bekannt, sobald die Umstände es zulassen. §(5) Ist die Feststellung des Verteidigungsfalles verkündet und wird das Bundesgebiet mit Waffengewalt angegriffen, so kann der Bundespräsident völkerrechtliche Erklärungen über das Bestehen des Verteidigungsfalles mit Zustimmung des Bundestages abgeben.
Unter den Voraussetzungen des Absatzes 2 tritt an die Stelle des Bundestages der Gemeinsame Ausschuss.
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6. Literaturverzeichnis
sekundär Literatur:
Aust, Stefan: Der Baader Meinhof Komplex. München 2008 (vollständige Taschenbuchausgabe).
Baring, Arnulf: Machtwechsel. Die Ära Brandt-Scheel. Berlin: Ullstein 1998.
Cohn-Bendit, Daniel/ Dammann, Rüdiger: 1968 Die Revolte. Frankfurt am Main 2007.
Frei, Norbert: 1968. Jugendrevolte und globaler Protest. München 2008.
Lefranc, Georges: Le mouvement syndical. De la libération aux événements de Mai-Juin 1968. Paris 1969.
Prinz, Alois: Lieber wütend als traurig. Die Lebensgeschichte der Ulrike Meinhof. Suhrkamp 2005.
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Siemens, Anne: Für die RAF war er das System, für mich der Vater. Die
Prekär Literatur:
Dutschke, Rudi: Jeder hat sein Leben ganz zu leben. Köln 2003. Zeitschriften:
Kurbjuweit, Dirk; Röbel, Sven; Sontheimer, Michael; Wensierski, Peter: Verrat vor dem Schuss. In: Der Spiegel. Nr. 22/ 25.05.2009, S. 43-51. Von Rohr, Mathieu; Schulz, Sandra: Die Unsichtbaren. In: Der Spiegel Spezial. Nr. 1/ 2009, S. 14-23.
Hannover, Irmela; Schnibben, Cordt: I can’t get no. Ein paar 68er treffen sich wieder und rechnen ab. Auszug in: Der Spiegel. Nr. 44/29.10.2007, S. 74-96.
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7. Danksagung
Angesichts des Umfangs dieser Jahresarbeit ist das Verfassen der Danksagung keine leichte Aufgabe, da am Entstehen und Gelingen viele Menschen, sowohl aus dem schulischen wie auch aus dem privaten Umfeld beteiligt waren.
Ich danke zunächst meiner Mentorin Frau S., die mir bei inhaltlichen, aber auch bei organisatorischen Fragen zu dem theoretischen Teil immer mit Rat und Tat zur Seite stand. Auch danke ich ihr im Bezug auf ihre Zeit die sie sich für mich nahm.
Mein besonderer Dank geht an meine Eltern, die mich immer wieder auffingen, wenn ich mal nicht weiter wusste und mich ermutigten nicht aufzugeben.
Zu guter Letzt danke ich auch meinen besten Freunden Jonas J. und Madeleine L., die darüber hinwegsehen konnten, dass ich mir während der Ausarbeitung dieser Jahresarbeit nicht so viel Zeit für sie nehmen konnte.
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8. Zum praktischen Teil : Die Komposition eines Protestsongs
Wie in der Themenfindung schon erwähnt, hab ich mich dafür entschlossen als praktischen Teil einen Protestsong zu schreiben und mit Hilfe eines Freundes zu komponieren. Anfangs beschäftigte ich mich mit den grundsätzlichen Merkmalen eines Protestsongs, um erstmal den Überblick zu bekommen:
• Meist werden viele Fragen gestellt, besonders am Ende des Liedes
• Pronomen wie „Ich“, „du“ und „wir“ werden verwendet, um den Hörer auf persönlicher Ebene anzusprechen
• Der Song wird oft nur mit einer Akustik-Gitarre begleitet
• Häufig verwendete Akkorde: G, D, C, Am, Em
Die Informationen sammelte ich mir überall zusammen, aus dem Internet, aus Zeitschriften und ich fragte viele Freunde von mir, die selber Musik machen und Erfahrung mit dem Verfassen von Songtexten haben. Dann versuchte ich es selber und schrieb erstmal drauf los, auf deutsch oder auf englisch, es kam darauf an, in welcher Sprache mir gerade die besseren Ideen kamen. Und so ließen die ersten Schwierigkeiten auch nicht lange auf sich warten, wie zum Beispiel Melodik und Rhythmus in der Sprache oder auch Fragen wie:„Muss sich ein Songtext immer reimen, oder reicht es, dass die Melodie einen Erkennungswert des Lieder hervorruft?“ beschäftigten mich. Aber ich beschloss erst einmal anzufangen, ohne mir die ganze Zeit darüber Gedanken zu machen, später hat man schließlich immer noch die Gelegenheit etwas zu streichen oder umzuschreiben, ich wollte erst einmal Erfahrung sammeln (Siehe Text 1-3). Genügend Ideen für Themen, gegen die sich der Protestsong wenden sollte hatte ich, jedoch haperte es an der Umsetzung. Ich versuchte
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einen Songtext zu schreiben, in dem alles gut zusammen passt, das heißt, die Sätze nicht zu lang sind, sie aber trotzdem alles enthalten, dass sie einfach sind, doch auch nicht zu ,lasch’. Genau diese Aspekte muss man berücksichtigen, denn wie man an meinem ersten, auf deutsch geschriebenen Text merken kann, geht der Rhythmus durch zu lange Sätze verloren. Um es zusammenfassend zu sagen: Ich musste einfach auf viele Details Rücksicht nehmen. Nach einigen Schreibversuchen und nachdem ich dachte, einen guten Text geschrieben zu haben, traf ich mich mit einem Freund von mir, Alexander Knolle, der selber in einer Band spielt und schon reichlich Erfahrung mit dem Komponieren eines Songs oder dem Textschreiben gesammelt hat und außerdem alles Notwendige (wie z.B. Computerprogramme mit denen man Melodien durch verschieden zusammengesetzte Beats kreieren kann oder Mikrophone und Instrumente wie ein Klavier, E-Gitarre, Akustik-Gitarre etc.) besitzt. So ,bastelte’ ich mir eine elektronische Melodie, denn mein Zeil war es vorerst, keinen klassischen Protestsong 39 zu machen, sondern eine neuere/modernere Version. Nach insgesamt etwa fünf Stunden Arbeit hatten wir erste Entwürfe fertig gestellt. In den folgenden Tagen und Wochen (die Weiterarbeit an dem Song wurde verzögert, da er sein Abitur machte) hörte ich mir diese ersten Entwürfe immer wieder an und stellte fest, dass es vielleicht doch besser sei, den Song auf eine klassische Art und Weise zu vertonen, weil so der Text anstatt die Melodie im Vordergrund ist und auch wirklich das ist, worauf man beim Hören achtet. Auch der Text gefiel mir nicht mehr richtig, ich hatte das Gefühl, dass irgendwas fehlte.
Also fing ich quasi noch mal von vorne an. Doch diesmal ging ich an das Schreiben des Textes anders heran: Ich steckte mir in jede Tasche immer einen kleinen Zettel und einen Stift, damit ich mir, wenn mir etwas einfiel sofort Notizen machen konnte. Nach zwei Wochen hatte ich dann einen Stapel von kleinen Zetteln. Diese halfen mir aber enorm, weil ich so nicht so viel Zeit, wie beim vorigen Mal mit dem Nachdenken verstreichen ließ. So entstand ein neuer Text (Siehe Text 4), mit dem ich auch erst einmal zufrieden zu sein glaubte. Doch schon wieder breitete sich das Gefühl aus, dass etwas fehlen würde.
39 Ein klassischer Protestsong wird meist mit Gitarre begleitet und hört sich nach einem Folk-Song an (Bob Dylan etc.)
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Nach einigen Stunden in denen ich nachdachte und mir Inspirationen aus sämtlichen Internetforen für Songschreiber zu holen versuchte, kam mir die Idee den Song mit einer Frage zu beenden; nur mit was für einer Frage galt als Nächstes zu klären. Ich beschloss den Text so zu lassen und mich erstmal an die Melodie zu setzen. Alexander stand mir wieder mit Rat und Tat zur Seite. Wir setzten uns mit einer Gitarre in den Garten und fingen einfach an auszuprobieren, was seine Zeit brauchte. Zwischendurch unterhielten wir uns über den Abschluss des Liedes (über meine Idee den Song mit einer Frage zu beenden), aber auch über allgemeine und aktuelle Themen wie Politik oder Zukunftspläne. Da kam mir die Frage in den Sinn, was der Sinn des Lebens doch eigentlich sei. Still schauten wir in den Himmel und überlegten. Plötzlich hatte ich es, das war es was ich gesucht hatte: „Was ist der Sinn des Lebens? -Was ist dein Sinn des Lebens?“. Beschwingt von meiner gefundenen, doch zufriedenstellenden Abschlussfrage, wie ich fand, machten wir uns an die Aufnahmen. Und auch an dieser Stelle machte ich es anders als beim ersten Mal. Nachdem Alexander die Akkorde aufgenommen hatte, improvisierte ich ein bisschen mit dem Gesang. Diese Aufnahmen nahm ich dann mit nach Hause um sie zu überarbeiten und an ihnen zu feilen. Ich schrieb die Melodie meiner Stimme in Noten auf (Vier-viertel Takt, D-Dur) und komponierte sogar für Teile des Refrains eine zweite Stimme.
Als ich dann an der Aufnahme des Liedes weiterarbeiten wollte, kam es leider zu einigen Komplikationen zwischen Alexander und mir, was dazu führte, dass ich den Song nicht vollständig aufnehmen konnte. Ich versuchte mich, so gut es ging, nicht aus der Bahn werfen zu lassen und mich auf den Auftritt zu konzentrieren. Ich fragte einen anderen Freund von mir, Max Geisbauer, der mich auch für sämtliche Stücke, die ich im Gesangsunterrichts an der Musikschule singe, mit dem Klavier begleitet, ob er Zeit und Lust hätte für Alexander ,einzuspringen’. Er sagte zu. So musste ich meinen ganzen Plan den ich mir gemacht hatte umstrukturieren und mich darauf einstellen meinen Song mit Klavierbegleitung anstatt mit Gitarre vorzutragen. Doch ich versuchte es positiv zu sehen, immerhin gibt es auch viele Protestsongs die mit Klavier begleitet werden. Also begannen wir zu proben, was wiederum auch einige
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Schwierigkeiten mit sich brachte, da Max zwischendurch noch eine Woche auf Kursfahrt fuhr. Trotz der wenigen Zeit konnten wir das Lied aber dennoch zum Ende bringen.
Zusammenfassend betrachtet habe ich während dieser Zeit nicht nur gelernt, wie man richtig einen Songtext schreibt der alles enthält, sondern auch auf welche Menschen man sich verlassen kann und auf welche nicht.
8.1. Die Songtextentwürfe I, II, III
Entwurf I
Ihr könnt mir viel erzählen, doch ist es nicht so, dass die weitgehend zentralisierten Unternehmen durch ihre radikale Arbeitsteilung dazu führen, dass jeder einzelne seine Individualität verliert und zu einem auswechselbaren Rädchen der Maschinerie wird?
Glaubt an euere eigenen Ziele, lasst sie euch nicht vorschreiben, schließlich geht es doch im Leben nicht nur darum den Erwartungen zu entsprechen.
Lasst euch nicht vom modernen Kapitalismus unterdrücken, lasst euch nicht zu Menschen machen, die in großer Zahl reibungslos funktionieren, die immer mehr konsumieren, achtet auf euch selbst!
Glaubt an eure eigenen Ziele, lasst sie euch nicht vorschreiben, schließlich geht es doch im Leben nicht nur darum den Erwartungen zu entsprechen.
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Lasst euch nicht zu Menschen machen, die sich unabhängig und frei vorkommen, die meinen, für sie gäbe es keine Autorität, keine Prinzipien, kein Gewissen.
Glaubt an eure eigenen Ziele, lasst sie euch nicht vorschreiben, schließlich geht es doch im Leben nicht nur darum den Erwartungen zu entsprechen.
Fragt euch selbst: Seit ihr in Sicherheit, wenn ihr in der Herde bleibt und euch in eurem Denken, Handeln, Fühlen Nicht von anderen unterscheidet?
Entwurf II
They always say: be yourself, advance an own view, live your life. But I invite you with this song to check if You’re really stand behind yourself.
The media affect us, they affect our thinking, our action, our independence.
Isn’t it important to challenge the things critical,
to don’t accept it like it is? The topical events resound throughout the land, they’ll be dead-discuss and whats happnin’ than? It’s obvious that we can’t revive them.
The media affect us, they affect our thinking, our action, our independence.
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Climate change, atomic energy, animals are threatned with extintion, wars, people who haven’t food, financial crisis...
The media affect us, they affect our thinking, our action,
our independence.
I ask you if somebody react and if someone listen to
Those who understands what we have to do? The big shots run with their earmuffs and blinders Through the world, so it’s your time to stand up and react.
Don’t let the media affect you, don’t let affect your thinking, your independece.
Don’t let the media affect you, don’t let affect your thinkung, your independence.
Entwurf III
Look around you, nothin else but sand. Golden sand as long as the eye can reach. But where you can find water, because You’re thirsty and want to drink But there’s only sand.
Sometimes I wish I were a bird,
able to fly away, able to find a world where no one close his eyes.
You go to the supermarket and buy a bottle of water.
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Everythings fine, you’re don’t thristy anymore. And by reason that the water is so delightful You go in ones more and buy another bottle.
Sometimes I wish I were a bird,
able to fly away, able to find a world where no one close his eyes. Imagine you live in the desert like Nanuk. You’re every day scared that you can’t survive And every time when you see a little puddle The puddle volatilizes a few seconds later. What would you do? how would you survive? Sometimes I wish I were a bird,
able to fly away, able to find a world where no one close his eyes.
In our world it’s normal to go to the supermarket when you’re thirsty It’s normal to don’t settle for doing with mains water. Sure ’cause the most want to have the leading material. Why? Have you ever spend a thought to those who can’t go to supermarket To buy a bottle of water for 100 Euros?
Sometimes I wish I were a bird,
able to fly away, able to find a world where no one close his eyes.
Do you get the little difference between these two worlds straight? Can you react? Can you give Nanuk a chance of survival and accept the mains water? It’s time to give the „other people“ what they need. It’s time to react!
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Sometimes I wish I were a bird,
able to fly away, able to find a world where no one close his eyes. Sometimes I wish I were a bird,
able to fly away, able to find a world where no one close his eyes.
8.2. Der Protestsongtext
Somewehere in a country lives a man, who only lives for work. This is a song ‚bout his life.
1. I’m a busy person. I don’t have time for myself. ’Cause I work so much. I’ve a big house with everythin’ you could wish for but no time.
Chorus1:
Look at me I’m alone, I’ve forgot my friends ’Cause I’m stressed evry’ day and evry’ night. Don’t go on my nerves. I’ve no time- no time.
2. Five years later the man who has always worked has died. ’Cause he hasn’t taken enough time for hisself.
Chorus2:
Look at him he was alone, he has forgot his friends ’Cause he was stressed evry’ day and evry’ night. He has had no time- no time.
Bridge: We gotta take more time for ourselfs and for the other
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3. At his funiral has only been an old woman, but she wasn’t reladed with him. He has run over her husband as he hasn’t enough time to drive carefully.
Chorus2:
Look at him he was alone, he has forgot his friends ’Cause he was stressed evry’ day and evry’ night. He has had no time- no time. What’s the sense of live?
Chorus2:
Look at him he was alone, he has forgot his friends ’Cause he was stressed evry’ day and evry’ night. He has had no time- no time. What’s your sense of live?
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9. Danksagung
Mein Dank im Bezug auf den praktischen Teil geht an meine Mentorin Frau P. die mir wenn ich Fragen zu Akkorden oder Ähnlichem hatte gerne mit ihrem Rat zur Seite stand. Auch möchte ich mich insbesondere für ihre Geduld bedanken, wenn mal wieder irgendwelche Schwierigkeiten auftraten, die die Bearbeitung verzögerten.
Außerdem danke ich Alexander K., der mich Anfangs noch recht gut bei der Komposition der Melodie mit seiner Gitarre und seinem Wissen unterstützte, mich dann aber leider im Stich ließ.
Mein besonderer Dank geht an Max G., der kurzfristig zusagte mich bei dem Auftritt zu begleiten. Dank ihm weiß ich, dass man sich auf manche Leuten doch verlassen kann.
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Arbeit zitieren:
Asja Mechelke, 2009, Jugend- und Studentenprotest der 68'er Jahre - noch aktuell?, München, GRIN Verlag GmbH
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