- III -
GLIEDERUNG
A. DAS LUDWIGSLIED 1
I. Die althochdeutsche Fassung 1
II. Die neuhochdeutsche Übersetzung 2
B BESTIMMUNG DER VERBEN UND VERBFORMEN 4
- 1 -
A. Das Ludwigslied
I. Die althochdeutsche Fassung 1
1 Einan kuning uueiz ih, Heizsit her Hluduig,
2 Ther gerno gode thionot: Ih uueiz her imos lonot.
3 Kind uuarth her faterlos, Thes uuarth imo sar buoz:
4 Holoda inan truhtin, Magaczogo uuarth her sin.
5 Gab her imo dugidi, Fronisc githigini,
6 Stuol hier in Urankon. So bruche her es lango
7 Thaz gideilder thanne Sar mit Karlemanne,
8 Bruoder sinemo, Thia czala uuuniono.
9 So thaz uuarth al gendiot, Koron uuolda sin god,
10 Ob her arbeidi So iung tholon mahti.
11 Lietz her heidine man Obar seo lidan,
12 Thiot Urankono Manon sundiono.
13 Sume sar uerlorane Uuurdun sum erkorane.
14 Haranskara tholata Ther er misselebeta.
15 Ther ther thanne thiob uuas, Ind er thanana ginas,
16 Nam sina uaston: Sidh uuarth her guot man.
17 Sum uuas luginari, Sum skachari,
18 Sum fol loses, Ind er gibuozta sih thes.
19 Kuning uuas eruirrit, Thaz richi al girrit,
20 Uuas erbolgan Krist: Leidhor, thes ingald iz
21 Thoh erbarmedes got, Uuisser alla thia not,
22 Hiez her Hluduigan Tharot sar ritan:
23 "Hluduig, kuning min, Hilph minan liutin
24 Heigun sa Northman Harto biduuungan."
25 Thanne sprah Hluduig "Herro, so duon ih,
26 Dot ni rette mir iz, Al thaz thu gibiudist."
27 Tho nam her godes urlub, Huob her gundfanon uf,
28 Reit her thara in Urankon Ingagan Northmannon.
29 Gode thancodun The sin beidodun,
30 Qhadhun al: "fro min, So lango beidon uuir thin."
31 Thanne sprah luto Hluduig ther guoto:
32 "Trostet hiu, gisellion, Mine notstallon
33 Hera santa mih god Ioh mir selbo gibod,
34 Ob hiu rat thuhti, Thaz ih hier geuuhti.
35 Mih selbon ni sparoti, Uncih hiu gineriti.
36 Nu uuillih, thaz mir uolgon Alle godes holdon.
37 Giskerit ist thiu hieruuist So lango uuili Krist.
38 Uuili her unsa hinauarth, Thero habet her giuualt.
39 So uuer so hier in ellian Giduot godes uuillion,
40 Quimit he gisund uz, Ih gilonon imoz,
41 Bilibit her thar inne, Sinemo kunnie."
42 Tho nam er skild indi sper, Ellianlicho reit her,
43 Uuolder uuar errahchon Sinan uuidarsahchon.
44 Tho ni uuas iz burolang, Fand her thia Northman.
1 Mettke, Heinz Hrsg: Älteste deutsche Dichtung und Prosa. 2. Auflage. Verlag Philip Reclam jun. Leipzig. 1979.
248-252
- 2 -
45 Gode lob sageda, Her sihit thes her gereda.
46 Ther kuning reit kuono, Sang lioth frono,
47 Ioh alle saman sungun: "Kyrrieleison."
48 Sang uuas gisungan, Uuig uuas bigunnan.
49 Bluot skein in uuangon, Spilodun ther Urankon.
50 Thar uaht thegeno gelih, Nichein soso Hluduig:
51 Snel indi kuoni, Thaz uuas imo gekunni.
52 Suman thuruhskluog her, Suman thuruhstah her.
53 Her skancta cehanton Sinan fianton
54 Bitteres lides. So uue hin hio thes libes
55 Gilobot si thiu godes kraft: Hluduig uuarth sigihaft
56 Ioh allen heiligon thanc Sin uuarth ther sigikamf.
57 Uuolar abur Hluduig, Kuning uuigsalig
58 So garo soser hio uuas, So uuar soses thurft uuas,
59 Gihalde inan truhtin Bi sinan ergrehtin.
II. Die neuhochdeutsche Übersetzung 2
1 Einen König kenne ich, er heißt Ludwig,
2 der dient Gott gerne ich weiß, dass er ihn dafür belohnt.
3 Als Kind wurde er vaterlos, dafür wurde ihm alsbald Ersatz:
4 der Herr nahm sich seiner an, er wurde sein Erzieher,
5 Er gab ihm Tüchtigkeit, und herrscherliches Gefolge
6 den Thron hier in Franken, möge er ihn lange innehaben
7 All das teilte er dann sofort mit Karlmann,
8 seinem Bruder, die Zahl der Freuden.
9 Als das alles beendet war, wollte Gott ihn prüfen,
10 ob er Kampfesmühe so jung ertragen könne.
11 Er ließ heidnische Mannen über das Meer fahren,
12 um das Volk der Franken an seine Sünde zu mahnen.
13 Einige waren sofort verloren, einige wurden auserwählt zum Heil
14 Großes Leid musste erdulden, wer vorher ein sündhaftes Leben geführt hatte.
15 Derjenige, der zu der zeit noch ein Dieb war und der am Leben blieb,
16 begann zu fasten und wurde seitdem ein rechtschaffener Mann.
17 Der eine war ein Lügner, der andere ein Räuber,
18 ein dritter voller Zuchtlosigkeit, und er wurde ein besserer Mensch.
19 Der König war entfernt, das Reich in Verwirrung,
20 Christ war erzürnt: ach, dafür musste es büßen
21 Doch erbarmte sich Gott seiner, er wusste um all die Not:
22 Er befahl Ludwig, sofort dorthin zu reiten:
Ä/XGZLJPHLQ. QLJKLOIPHLQHQ/HXWHQ
'LH1RUPDQQHQKDEHQVLHVHKUEHGUlQJW
'DUDXIDQWZRUWHWH/XGZLJÄ HUULFKZHUGHDOOGDVWXQ
26 wenn der 7RGPLFKQLFKWGDUDQKLQGHUWZDVGXPLUJHELHWHVW
27 Da nahm er Erlaubnis von Gott, hob die Kriegsfahne auf,
28 ritt dorthin durch das Frankenland den Normannen entgegen.
29 Gott dankten die, die auf ihn warteten.
OOHVSUDFKHQ Ä0HLQ HUUVRODQJH ZDUWHQZLUDXIGLFK
2 Mettke, Heinz Hrsg: Älteste deutsche Dichtung und Prosa. 2. Auflage. Verlag Philip Reclam jun. Leipzig. 1979.
248-252
Arbeit zitieren:
Sabine Holzfuß, 2009, Die Verben und Verbformen im Ludwigslied, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Mauer der Schande - Ursachen und Folgen des Berliner Mauerbaus.
Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
Facharbeit (Schule), 19 Seiten
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Hausarbeit, 12 Seiten
Unfreundliche Unternehmensübernahmen aus der Sicht von Vorstand, Aktio...
Seminararbeit, 19 Seiten
Diskussion Thomas Brussigs "Am kürzeren Ende der Sonnenallee&quo...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 13 Seiten
Eine Interpretation von Thomas Brüssigs Sonnenallee
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 39 Seiten
Tendenzen des Gegenwartsdeutschen am Beispiel der Verben
Hausarbeit (Hauptseminar), 15 Seiten
Die Handschriften S, P und K des Reinhart Fuchs
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit, 25 Seiten
Spracherwerb und Sprachstörung
Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Leistungsmessung an Schulen - Leitlinien des pädagogischen Handelns
Seminararbeit, 15 Seiten
Unterrichtsstunde: Der Werbung auf der Spur
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 13 Seiten
Unterrichtsstunde: „Du verstehst mich einfach nicht!“
Analyse von Kommunikationsstör...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 12 Seiten
Der Wandel der Liebeskonzepte vom frühen bis zum hohen Minnesang
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit (Hauptseminar), 28 Seiten
Fuchsliteratur in Deutschland und weltweit
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit, 23 Seiten
Bildungstheoretische Didaktik - Wolfgang Klafki
Hausarbeit (Hauptseminar), 15 Seiten
Jugend in der DDR - Alltagsleben Jugendlicher und Jugendpolitik
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Vordiplomarbeit, 24 Seiten
Sabine Holzfuß's Text Die Verben und Verbformen im Ludwigslied ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Sabine Holzfuß hat den Text Die Verben und Verbformen im Ludwigslied veröffentlicht
Sabine Holzfuß hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare