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Inhaltsverzeichnis:
1. Analyse des didaktische Bedingungsfeldes 2
2. FachwissenschaIWOLFKH QDO VH
2.1. Zu den 6DPXHOE FKHUQ
2.2. Zu der LEHOVWHOOH
3. FachdidaktiVFKH QDO VH
3.1. Bezug XP/HKUSODQ
3.2. Auswahl und BHJUHQ XQJGHU6WXQGH
3.3. LernvorDXVVHW XQJHQ
3.4. Gegenwarts- XQG XNXQIWVEHGHXWXQJ
3.5. LHUQ LHOH
4. MethodischHhEHUOHJXQJHQ
5. VerlauIVSODQXQJ
6. AnKDQJ
Anhang 1 ( Bild)
Anhang 2 ( TexWVWHOOH
Anhang 3 ( Tafelanschrift)
Anhang 4 4XL
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1. Analyse des didaktischen Bedingungsfeldes
Die Unterrichtsstunde über David und Goliath findet in einer 5. Klasse statt.
Die Schüler sind hier zwischen 10 und 11 Jahren. Nach Jean Piaget geht nun das konkret-operative Denken in das formal-operative Denken über. Das Denken über Gedanken und Theorien, auch über konkret Erfahrbares hinaus, entwickelt sich. Die Jugendlichen beginnen, eigenes Denken zu reflektieren, Argumentationen zu überprüfen, Hypothesen aufzustellen und allgemeine Gesetzmäßigkeiten zu entdecken. In den ersten 7 Jahren im Leben des Kindes geht es vorrangig darum, Erfahrungen über die Qualitäten der Welt zu sammeln (wie die Welt ist). In den nächsten 7 Jahren, also bis zum 14. Lebensjahr, steht das Erfahren und Verstehen des Quantitativen durch das Entdecken von Beziehungen der Dinge untereinander (wie die Welt funktioniert) im Vordergrund. 1
Nach James W. Fowler wird bildhafte Sprache zunächst noch eindimensional wörtlich verstanden. Mit Beginn des Schulalters, ab dem sechsten Lebensjahr, spricht Fowler vom so genannten mythisch-wörtlichen Glauben. Er betont, dass Kinder dieses Alters religiöse Symbole noch wortwörtlich nehmen, deren Sinngehalt also noch nicht verstehen. 2 Aber ab dem 11. Lebensjahr erwacht dann allmählich der kritische Realismus. Die Schüler denken noch in übernommenen Formen, aber alle kritischen Fragen sind bereits vorhanden. Historisches Bewusstsein ist noch kaum differenziert, die Wahrheitsfrage wird aber häufig gestellt. Aber die Neugier nach dem Woher gegenwärtiger Sachverhalte und ihren Funktionen wächst. Auch gelingt es ab nun, zunehmend Zusammenhänge herzustellen. 3
Ä8QWHUGHQVR]LRNXOWXUHOOHQ9RUDXVVHW]XQJHQLVWGLH7DEXLVLHUXQJGHV5HOLJL|VHQEHL den Erwachsenen zu beachten. Diese führt zu mangelnder Verbalisierungskraft in diesem Bereich, da vorherrschend eine kausal-technische Welterklärung dominiert. Das Verhältnis der Eltern zur Kirche ist häufig gestört. Dies deutet auf eine mangelnde Begegnungsm|JOLFKNHLWGHU6FKOHUPLWGHPFKULVWOLFKHQ*ODXEHQKLQ³ 4
1 Astington, J.W.: Wie Kinder das Denken entdecken. München, Basel, 2000.
2 Bosold, Iris/ Kliemann, Peter (Hrsg.): Ach, Sie unterrichten Religion? München, 2003.
3 Fraas, Hans-Jürgen: Die Religiosität des Menschen. Ein Grundriß der Religionspsychologie. Göttingen, 1993.
4 Fraas, Hans-Jürgen: Die Religiosität des Menschen. Ein Grundriß der Religionspsychologie. Göttingen, 1993.
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Für Friedrich Schweitzer liegt die Schwierigkeit dagegen eher darin, dass Kinder und Jugendliche eigene Sinn- und Lebensentwürfe haben, dass sie anders fühlen und denken als Erwachsene und dementsprechend andere Handlungsstrategien entwickeln. Deshalb muss beachtet werden, dass Heranwachsende nicht einfach die religiösen und moralischen Vorstellungen der Erwachsenen übernehmen, sondern diese interpretieren und in eigene Verstehensmuster umsetzen. Deshalb ist es nach Schweitzer wichtig, die individuelle Biographie eines jeden Einzelnen zu beachten. Jeder Mensch unterliegt verschiedenen Einflüssen, jeder denkt, fühlt und handelt unterschiedlich, erlebt anders und nimmt das Erlebte anders wahr. So bleibt auch die religiöse und moralische Entwicklung des Einzelnen stets individuell. 5 Deshalb ist es stets wichtig, die Religiosität und Moralität der Kinder ernst- und wahrzunehmen.
'LH 6FKOHU GLHVHU (QWZLFNOXQJVVWXIH VROOHQ GDV Ä )UDJHQ QDFK *RWW³ DOV HLQHn Grundbezug des menschlichen Wesens kennen lernen. Der Schüler muss bei diesem Schritt der Entwicklung unterstützt werden. Er muss erst lernen, nach Gott und der Welt zu fragen und muss bei diesem Prozess ermutigt werden. Voraussetzungen dafür sind Neugier und Vertrauen. Die Lehrpläne antworten auf die Frage nach Gott zum Beispiel mit Hinweisen auf die Geschichte Israels, also vor allem mit geschichtlichen Erzählungen. Diese Unterrichtsstunde ist also ein Teil der Antwort auf die Frage nach Gott. Von Gott reden heißt von seinem Handeln mit den Menschen zu reden. 6
'LH6FKOHUHQWZLFNHOQLQGLHVHU$OWHUVVWXIHHLQHÄVWHLJHQGH/XVWDQPHWDSKRULVFKHQ 6SHNXODWLRQHQ XQG NRJQLWLYHQ )lKLJNHLWHQ³ 7 So gelangen sie von selbst zum Nachdenken über religiöse Probleme und zum Hinterfragen.
Bei der Beantwortung komplexer religiöser Fragen ist es wichtig das Nachdenken der 6FKOHUDQ]XUHJHQRKQHDEHUGLH6FKOHUDXIHLQHYHUPHLQWOLFKÄULFKWLJH³$QWZRUW]X fixieren. So in Fragen des Glaubens, wie zum Beispiel auch bei der Geschichte in dieser Stunde. Stand Gott wirklich hinter alle dem? Woher weiß man das? Auf diese
5 Schweitzer, Friedrich: Lebensgeschichte und Religion. Religiöse Entwicklung und Erziehung im Kindes- und Jugendalter. Gütersloh, 1984.
6 Fraas, Hans-Jürgen: Die Religiosität des Menschen. Ein Grundriß der Religionspsychologie. Göttingen, 1993.
7 Fraas, Hans-Jürgen: Die Religiosität des Menschen. Ein Grundriß der Religionspsychologie. Göttingen, 1993.
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Fragen kann man kaum eine sichere Antwort geben, aber die Schüler beginnen darüber nachzudenken.
Ä)U GLH (ntwicklung des moralischen Denkens ist es auch wichtig, den Schülern eine Realistische Sichtweise der biblischen Gestalten, die in der Regel nicht die )XQNWLRQ PRUDOLVFKHU 9RUELOGHU KDEHQ GDU]XOHJHQ³ 8 Die Schüler sollen nicht von dem Gedanken über ein standardisiertes, unerreichbares Ideal besessen sein, sondern sich im Scheitern und menschlichen Versagen von Gott gehalten wissen. Um die Schüler zu dieser Erkenntnis zu geleiten, eignen sich besonders die Davidgeschichten, da dieser als kein unfehlbares Geschöpf auftritt.
Diese äußeren Bedingungen sind für die Planung des Unterrichtes ausschlaggebend.
2. Fachwissenschaftliche Analyse
2.1. Zu den Samuelbüchern:
Zusammen mit den Königsbüchern ( 1 und 2 Könige) bilden die Samuelbücher ( 1 und 2 Samuel) den Hauptbestand des sogenannten Deuteronomischen Geschichtswerk. Die Samuel und Königsbücher stellen eine zusammengehörende Geschichte dar und werden deshalb auch als die vier Königebücher betitelt. Sie erzählen die Geschichten Israels vom ersten König Saul bzw. von der Entstehung des Königtums bis zum babylonischen Exils. Die abschließende Bearbeitung fand folglich nicht vor dem letzten berichteten Ereignis, der Begnadigung und Freilassung Jojachins im Jahre 561 v. Chr. statt. Da das nächste heilsgeschichtlich wichtige Ereignis, die Rückkehr aus dem Exil (538) nicht mehr berichtet wird, darf man die Endredaktion dieser Schriften in die 40er oder 50er Jahre des 6. Jhd.v.Chr. verlegen. Ihren Namen haben die beiden Samuel Bücher von dem großen Propheten Samuel, der das Volk Israel von der Richter- bis in die Königszeit hinein begleitet. 9
8 Fraas, Hans-Jürgen: Die Religiosität des Menschen. Ein Grundriß der Religionspsychologie. Göttingen, 1993.
9 Mertens, Heinrich A.: Handbuch der Bibelkunde. Düsseldorf, 1997.
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Das durchgängige Thema der Samuelbücher ist die Entstehung und Festigung des Königtums in Israel. Die Hauptpersonen sind Samuel, Saul und David. Das 1. Samuelbuch berichtet von Samuel (1-25), Saul (9-31) und Davids Anfängen (16-31). Das 2. Samuelbuch handelt nur von David. In 1 Kön wird von Salomo und der Geschichte der beiden Teilreiche Israel und Juda erzählt, in 2 Kön von Juda. Die Hälfte der Königsbücher berichten also von nur zwei Königen, während die andere Hälfte von allen anderen erzählt (es sind insgesamt 42). 10
Man unterscheidet daneben noch größere Gebilde, die einen Geschichtsabschnitt im Zusammenhang darstellen [ Für den Unterricht unwichtig, aber zur Vollständigkeit: Ab den Salomogeschichten treten desweiteren chronikartige Zusammenstellungen kurzer Nachrichten auf ]. Diese findet man nur in 1. Und 2. Samuel. Dazu gehört die Ladeerzählung ( 1 Sam 4-6 und 2 Sam 6), die Geschichte von Sauls Aufstieg ( 1 Sam 9-14), die Geschichte von Davids Aufstieg ( 1 Sam 16- 2 Sam 5) und die Geschichte von Davids Thronnachfolge ( 2 Sam 9-20 und 1 Kön 1-2). Die Samuelbücher beinhalten also ein Stück israelitischer Geschichtsschreibung, denn sie erzählen von dem Ende der Richterzeit und die Anfänge des israelitischen Königtums unter den ersten beiden Königen Saul und David und das in einer sehr chronologischen Abfolge. Die Geschichten Israels in aller ihrer Profanität bleiben aber dennoch Geschichten Gottes ( zum Beispiel 2 Sam 7; 1 Kön 8 und 2 Kön 17, 7-23). 11
2.2. Zur Bibelstelle
Die Unterrichtsstunde hat die Bibelstelle 1 Samuel 17, 1-54 zur Grundlage. Saul wurde vorab zum König erwählt, konnte aber seine Aufgaben nicht nach Gottes Vorstellung erfüllen. Deshalb wurde David von Gott auserkoren, König zu werden und wurde aus diesem Grund von Samuel gesalbt. David war der jüngste Sohn Isais, einem Hirten aus Bethlehem.
Die Bibelstelle beinhaltet den Kampf Davids gegen Goliath. Es lassen sich in diesem Kapitel viele Ungereimtheiten und Spannungen zwischen diesem und dem vorangegangenen Kontext einerseits, sowie innerhalb des Kapitels herausstellen.
10 Westermann, Claus: Abriss der Bibelkunde. Studienausgabe Altes Testament Neues Testament. Stuttgart, 1979.
11 Westermann, Claus: Abriss der Bibelkunde. Studienausgabe Altes Testament Neues Testament. Stuttgart, 1979.
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Ulla Claus, 2008, Unterrichtsstunde "Königsgeschichten", München, GRIN Verlag GmbH
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