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Ökolandbau in Russland

Untertitel: Entwicklung und aktuelle Situation

Bachelorarbeit, 2009, 87 Seiten
Autor: BSc Taras Bryzinski
Fach: Agrarwissenschaften

Details

Kategorie: Bachelorarbeit
Jahr: 2009
Seiten: 87
Note: 1.0
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V137478
ISBN (E-Book): 978-3-640-45625-3
ISBN (Buch): 978-3-640-45597-3

Zusammenfassung / Abstract

Der ökologische Landbau stellt ein ganzheitliches Bewirtschaftungskonzept dar. Das Ziel ist eine nachhaltige Gestaltung landwirtschaftlicher Produktionssysteme auf der Grundlage bestimmter Prinzipien. Als flexibles Konzept ist der ökologische Landbau für die weltweite Anwendung gedacht und zeigt eine entsprechend große geografische Vielfalt in der Umsetzung. Die gegenseitige Kenntnis der Praxis des ökologischen Landbaus ist allein aus Gründen der Information, aber auch für die Netzwerkbildung zum Wissens- und Erfahrungsaustausch von großem Interesse. Die Russische Föderation stellt mit ihren 403 Millionen ha landwirtschaftlicher Nutzfläche einen gewaltigen Agrarraum dar. Eine nachhaltige Gestaltung der landwirtschaftlichen Produktion ist dabei von entsprechend großem und durchaus internationalem Interesse. Allerdings muss die Entwicklung der Landwirtschaft in Russland auf die besonderen sozioökonomischen Bedingungen im Zuge der Transformation reagieren und steht so vor besonderen Herausforderungen. Dies betrifft sowohl die politischen, ökonomischen und nicht zuletzt soziokulturelle Ansprüche an die Landwirtschaft, wie auch die entsprechenden Rahmenbedingungen für die Umsetzung nachhaltiger Bewirtschaftungssysteme. Laut Umfrageergebnissen wünschen 41% der befragten Kunden in Deutschland „mehr Information" über den ökologischen Landbau in Mittel- und Osteuropa (vgl. REUTER, 2005). Bisher haben sich die Akteure mehr oder weniger einzeln um eine fortschrittliche Entwicklung des Bio-Sektors in Russland bemüht. Die vorliegende Arbeit, mit detaillierten und objektiven Informationen, kann daher eine Grundlage für jetzige und künftige Akteure bilden, um für den ökologischen Landbau in Russland stärker und vereinter zusammenzuarbeiten. In dieser Arbeit wurden folgende Fragen bearbeitet: 1. Wie sind die Rahmenbedingungen für den ökologischen Landbau in der Russischen Föderation? 2. Seit wann gibt es in der Russischen Föderation ökologischen Landbau im Sinne der IFOAM und wie hat er sich da entwickelt? 3. Welche Standards, Anbauverbände, Institutionen und Zertifizierungsmöglichkeiten gibt es? 4. Bestehen Möglichkeiten/Kapazitäten zur Ausbildung, Beratung und Forschung? 5. Wie ist die Marktentwicklung ökologischer Lebensmittel in der Russischen Föderation und wie sind die Perspektiven? Es handelt sich bei dieser Bachelorarbeit um eine beschreibende Studie. Die Struktur der Arbeit ist an die eines „Country Reports“ von Organic Europe/FiBL angelehnt.


Textauszug (computergeneriert)

Justus-Liebig-Universität Gießen
Agrarwissenschaften - Ökotrophologie - Umweltmanagement
Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung ... II
Professur für Organischen Landbau

Ökolandbau in Russland

Entwicklung und aktuelle Situation

Taras Bryzinski

 

Inhaltsverzeichnis


Abbildungsverzeichnis ... V

Tabellenverzeichnis ... VI

Verzeichnis verwendeter Abkürzungen ... VII


1 Einleitung ... 1

1.1 Fragestellung ... 2
1.2 Aufbau der Arbeit ... 2

2 Methoden und Material ... 3

3 Ökologischer Landbau auf internationaler Ebene ... 4

3.1 IFOAM ... 4
3.2 Codex Alimentarius Guidelines 32 ... 6
3.3 Was ist ökologischer Landbau? ... 8

4 Besonderheiten der russischen Landwirtschaft ... 9

4.1 Betriebsstrukturen im russischen „Agrarkomplex“ ... 10
4.2 Transformation ... 13
4.3 Staatliche Förderung ... 15
4.4 Folgen der Transformation ... 16

5 Entwicklung und aktuelle Situation des ökologischen Landbaus in der Russischen Föderation ... 17

5.1 Entstehung und Entwicklung ... 17
    5.1.1 Gründung erster Institutionen ... 18
    5.1.2 Verständnis des ökologischen Landbaus ... 21
    5.1.3 Probleme und Hindernisse ... 24
    5.1.4 Einfluss der Transformation ... 26
    5.1.5 Gründung der Bolotov-Stiftung ... 27
    5.1.6 EkoNiva und der „Agrarpolitische Dialog“ ... 29
    5.1.7 Bisherige Entwicklung in Zahlen ... 30
5.2 Organisationen ... 34
    5.2.1 Staatliche Institutionen ... 34
    5.2.2 Organisation für Zertifizierung ... 36
    5.2.3 Anbauverband ... 37
    5.2.4 Landwirtschaftliche Betriebe ... 41
    5.2.5 Organisationen in der Verarbeitung ökologischer Rohware ... 45
    5.2.6 Hersteller ökologischer Betriebsmittel ... 46
    5.2.7 Handel ... 47
    5.2.8 Wildsammlung ... 47
    5.2.9 Projekte und Initiativen ... 48
5.3 Staatliche Regelungen, Standards und Zertifizierung ... 50
    5.3.1 SanPiN 2.3.2.2354-08 ... 51
    5.3.2 Freiwilliges Kontrollsystem ... 53
5.4 Forschung, Ausbildung und Beratung ... 54
5.5 Marktentwicklung und Perspektiven ... 56

6 Zusammenfassung ... 60

7 Quellenverzeichnis ... 63


Danksagung ... 70

Anhang ... 71

 

 

1 Einleitung

Der ökologische Landbau stellt ein ganzheitliches Bewirtschaftungskonzept dar. Das Ziel ist eine nachhaltige Gestaltung landwirtschaftlicher Produktionssysteme auf der Grundlage bestimmter Prinzipien. Als flexibles Konzept ist der ökologische Landbau für die weltweite Anwendung gedacht und zeigt eine entsprechend große geografische Vielfalt in der Umsetzung. Die gegenseitige Kenntnis der Praxis des ökologischen Landbaus ist allein aus Gründen der Information, aber auch für die Netzwerkbildung zum Wissens- und Erfahrungsaustausch von großem Interesse.
Die Russische Föderation stellt mit ihren 403 Millionen ha landwirtschaftlicher Nutzfläche einen gewaltigen Agrarraum dar. Eine nachhaltige Gestaltung der landwirtschaftlichen Produktion ist dabei von entsprechend großem und durchaus internationalem Interesse.
Allerdings muss die Entwicklung der Landwirtschaft in Russland auf die besonderen sozioökonomischen Bedingungen im Zuge der Transformation reagieren und steht so vor besonderen Herausforderungen. Dies betrifft sowohl die politischen, ökonomischen und nicht zuletzt soziokulturelle Ansprüche an die Landwirtschaft, wie auch die entsprechenden Rahmenbedingungen für die Umsetzung nachhaltiger Bewirtschaftungssysteme.
Laut Umfrageergebnissen wünschen 41% der befragten Kunden in Deutschland „mehr Information" über den ökologischen Landbau in Mittel- und Osteuropa (vgl. REUTER, 2005).
Bisher haben sich die Akteure mehr oder weniger einzeln um eine fortschrittliche Entwicklung des Bio-Sektors in Russland bemüht. Die vorliegende Arbeit, mit detaillierten und objektiven Informationen, kann daher eine Grundlage für jetzige und künftige Akteure bilden, um für den ökologischen Landbau in Russland stärker und vereinter zusammenzuarbeiten.


1.1 Fragestellung

In dieser Arbeit wurden folgende Fragen bearbeitet:

1. Wie sind die Rahmenbedingungen für den ökologischen Landbau in der Russischen Föderation?

2. Seit wann gibt es in der Russischen Föderation ökologischen Landbau im Sinne der IFOAM und wie hat er sich da entwickelt?

3. Welche Standards, Anbauverbände, Institutionen und Zertifizierungsmöglichkeiten gibt es?

4. Bestehen Möglichkeiten/Kapazitäten zur Ausbildung, Beratung und Forschung?

5. Wie ist die Marktentwicklung ökologischer Lebensmittel in der Russischen Föderation und wie sind die Perspektiven?

Weitere Fragen bezüglich der Praxis landwirtschaftlicher Betriebe oder zur Übereinstimmung internationaler und russischer Gesetzestexte, konnten im Rahmen dieser Arbeit nicht erschöpfend beantwortet werden.


1.2 Aufbau der Arbeit

Es handelt sich bei dieser Bachelor-Arbeit um eine beschreibende Studie. Die Struktur der Arbeit ist an die eines „Country Reports“1 von Organic Europe/FiBL angelehnt. Zusätzlich dazu werden in Kapitel 3 internationale Standards und Normen für „organic agriculture“ und „ökologisch erzeugte Lebensmittel“ vorgestellt.
Anschließend verdeutlicht Kapitel 4 die besondere Situation der russischen Landwirtschaft im Zusammenhang mit der Transformation. Die bisherige Entwicklung des ökologischen Landbaus in Russland ist aus Kapitel 5.1 ersichtlich.
Die aktuelle Situation des ökologischen Landbaus in Russland wird anhand der gesetzlichen Grundlagen und der im Jahr 2008 aktiven Institutionen beschrieben. Dies erfolgt in den Kapiteln 5.2–5.5.


2 Methoden und Material

Zunächst erfolgte ein vorbereitendes Literaturstudium des recherchierten Materials aus der Bibliotheken der Staatsuniversität Astrachan und der Universität Gießen, der Astrachaner Staatsbibliothek sowie aus dem Internet.
Da das Literaturstudium keine zuverlässigen Aussagen über die aktuelle Situation lieferte, ist ein Aufenthalt in der Russischen Föderation notwendig geworden. Dabei konnte weitere Literatur in der Zentralen- Agrarwissenschaftlichen Bibliothek (ZNSChB) gefunden werden.
Desweiteren wurden empirische Untersuchungsansätze verfolgt.
Anhand eines Fragebogens (siehe Anhang 2) sind drei Landwirte2, mündlich befragt worden, wobei die Antworten protokolliert und aufgezeichnet wurden. Der Fragebogen ist zum Zweck einer schriftlichen Befragung entstanden. Da die EU-Kontrollstellen aus Datenschutzgründen keine Informationen über ihre zertifizierten Betriebe geben konnten, war eine schriftliche Befragung nicht möglich.
Bei der Auswahl der Interviewpartner galt die Bedingung, dass sie entweder als ökologisch wirtschaftende Landwirte bereits zertifiziert waren oder sich in einem Zertifizierungsprozess befanden.
In Anlehnung an die Diplomarbeit3 von S. Simon konnten mit Hilfe eines Leitfadens (siehe Anhang 3) zwei Experteninterviews durchgeführt werden.
Ein weiterer Teil der Befragten stammt aus den Bereichen Handel, Verarbeitung und Wissenschaft.

 

[...]


1 URL: http://www.organic-europe.net/country_reports/default.asp
2 Ein Betriebsleiter, eine Leiterin eines landwirtschaftlichen Kooperativs und ein Landwirt.
3 Diese wurde zum ähnlichen Thema in Bezug auf Rumänien verfasst.


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