Universität der Bundeswehr München FT 2002 Fakultät für Pädagogik Hausarbeit zum Thema „Motivation“
Was ist Motivation[spsychologie]?
Vorgelegt von:
Sebastian Richter
1
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 3
1.1 Zwei Erklärungsansätze: Druck und Zug Seite 4
1.2 Erklärungskonzept nach Freud Seite 4
2. Erklärungskonzept nach Hull Seite 6
3. Motivation als Person - Umweltbezug Seite 7
3.1 Der Erklärungsversuch H. A. Murrays Seite 9
4. Leistungsmotivation Seite 9
Aktuellere Entwicklungen in der Motivationsforschung
5. Erweitertes Kognitives Modell Seite 10
5.1 Motivation und Wille Seite 13
6. Die Intrinsische Motivation Seite 14
6.1 Das Flow-Erleben Seite 15
7. Zusammenfassung Seite 17
2
Was ist Motivation[spsychologie]?
Was ist Motivation, was treibt uns an, überhaupt irgend etwas zu tun, womit beschäftigt sich die Motivationspsychologie, was ist deren Gegenstandsbereich? Mit dieser Fragestellung soll sich diese Seminararbeit auseinandersetzen.
„Suche und finde die Gründe, um derentwillen jemand handelt“ (Rheinberg, 2000). Dies ist zugegebenermaßen nur ein Teilbereich der Motivationspsychologie, und außerdem gestalten sich die Dinge bei näherer Betrachtung doch etwas komplexer. Aber trotzdem ist dieser Satz, meiner Meinung nach, recht treffend, trotz der oben genannten Einschränkungen.
Aber was treibt uns denn nun an, etwas bestimmtes zu tun, z.B. morgens früh aufzustehen und täglich zur Arbeit zu gehen, ist es ein innnerer Antrieb, weil uns die Arbeit Spaß macht und wir dieser unbedingt nachgehen wollen, oder treibt uns die Sorge aus dem Bett, wie die nächsten Rechnungen bezahlt werden sollen. Oder ist es vielleicht eine Mischung aus beidem? Ist dieses Verhalten eigentlich jeden Tag gleich? Hat man jeden Tag gleichviel Lust auf seine Arbeit? Von welchen Faktoren hängt das ab, zwischen welchen Motivationen wird unterschieden und was für Erklärungsmodelle gibt es?
Die Motivationspsychologie beschäftigt sich damit, Richtung, Ausdauer und Intensität von Verhalten zu erklären. (Rheinberg, 2000). Nun muß man sich aber, um den Gegenstand der Motivationspsychologie zu verstehen, auch mit dem Begriff der Motivation auseinandersetzen. Motivation ist eigentlich nichts anderes, als daß jemand ein Ziel hat, dieses verfolgt und sich dabei nicht ablenken läßt, bis dieses Ziel auch erreicht ist. DeCharms beschrieb die Motivation, als eine milde Form der Besessenheit (DeCharms 1979, S.55. In: F. Rheinberg, Motivation S. 14. Stuttgart, Berlin, Köln: Kohlhammer). Dabei muß man aber auch wissen, daß Motivation nicht immer in gleichen Bahnen abläuft, nicht jeder Mensch empfindet Motivation gleich. Außerdem ist die Motivation keine direkt wahrnehmbare Größe, sondern viel mehr ein hypothetisches Konstrukt, das dazu dient, bestimmte Verhaltensweisen zu erklären.
3
Zwei Erklärungsansätze: Druck und Zug
Mit den Begriffen Druck und Zug ist gemeint, daß man sich motiviertes Verhalten eher als angetrieben/ „gedrückt“ oder als angezogen vorstellt (Rheinberg, 2000). Das bedeutet, daß man von sich aus handelt, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, oder von einem äußeren Einfluß dazu getrieben wird, ein Ziel zu erreichen. Das Erklärungsmodell im ersten Fall findet sich in verschiedenen Denkansätzen, so zum Beispiel bei Freud (1905,1915), dem Ansatz von Lorenz (1942, 1963) und in einigen behavioristischen Ansätzen ( Hull 1943, 1952). Als Beispiel hierfür dienen wohl am besten körpereigene Bedürfnisse, wie zum Beispiel Hunger und Durst, denn wenn der Körper Signale aussendet, kann das Verlangen nach Befriedigung dieser Bedürfnisse so stark sein, daß dafür auch andere Tätigkeiten unterbrochen werden. Solche Bedürfnisse werden als Mangel-Bedürfnisse (Maslow 1954) bezeichnet. Andere Beispiele hierfür sind aber auch zum Beispiel der Tatendrang oder Aktivismus im allgemeinen, dem aber noch ein konkretes Ziel fehlt
Erklärungskonzept nach Freud
Freud war davon überzeugt, daß von unserem sogenannten Seelenleben nur zwei Dinge bekannt sind, nämlich unser Gehirn und die „Bewußtseinsakte“: Um den gravierenden Unterschied dieser beiden Ansätze zu überwinden, formulierte er die Theorie eines „ psychischen Apparates “: „Wir nehmen an, daß das Seelenleben die Funktion eines Apparates ist, dem wir räumliche Ausdehnung und Zusammensetzung aus mehreren Stücken zuschreiben, den wir uns also ähnlich vorstellen wie Fernrohr, ein Mikroskop und dergleichen“ (Freud 1938, Gesammelte Werke 17, S. 67). Dieser psychische Apparat bestand aus dem „Es“, dem „Ich“ und dem „Über-Ich“.
Der wichtigste Teilbereich hierbei, ist das „Es“. Das „Es“ beinhaltet nach Freud alle angeborenen Funktionen. Freud beschreibt dies folgendermaßen: „Die Macht des Es drückt die eigentliche Lebensabsicht des Einzelwesens aus. Sie besteht darin, seine mitgebrachten Bedürfnisse zu befriedigen“ (Freud 1938, Gesammelte Werke 17, S. 70). Allerdings erzeugt das „Es“ diese Triebe nicht selbst, sondern ein bestimmtes Organ oder Körperteil, die im „Es“ einen Reiz erzeugen. Und eben diese Reize sind
4
es, die wir dann als Triebe wahrnehmen. Nach Freud ist ein solcher Trieb „ein Grenzbegriff zwischen Seelischem und Somatischem“, „ein psychischer Repräsentant, der aus dem Körperinneren stammenden, in die Seele gelangenden Reize“ (Freud 1915, Gesammelte Werke 10, S.214). Diese Art von Trieben beschriebt Freud als drängende Triebe, und genau diesen Trieben ist der Körper ausgesetzt, da er sich diesen nicht widersetzen oder entgehen kann. Nach Freud, sind die „Antriebskräfte unseres Lebensvollzuges also unbewußter Natur“ (in: F. Rheinberg, Motivation, S. 33. 2000. Stuttgart, Berlin, Köln). Allerdings muß auch gesagt werden, daß Freud von vielerlei Trieben ausging, sich aber auf die sogenannten „Urtriebe“ beschränkte. Er unterschied im wesentlichen zwei Urtriebe, nämlich den Eros und den Todestrieb. Der Eros soll der Fortpflanzung, der Lebenserhaltung und der Vergrößerung einer Population dienen, der Todestrieb hingegen will alles Leben zerstören. In diesen gegensätzlichen Trieben sah Freud folgendes: „Aus dem Zusammen- und Gegeneinanderwirken der beiden gehen die Erscheinungen des Lebens hervor“ (Freud 1934, Gesammelte Werke 16, S.20). Aufgrund dessen ging Freud auch davon aus, daß das Ziel eines jeden Triebes die Aufhebung des selbigen sei. Diese Aufhebung eines Reizes, wird nach Freud als Befriedigung empfunden. Aber um diese Befriedigung zu erlangen, muß der Trieb an einem Objekt, an einem Gegenstand, an einer Sache oder einer Person abgebaut werden, da das „Es“ alleine dazu nicht in der Lage ist.
Nun kommt das „Ich“ ins Spiel, denn das „Ich“ hilft dem „Es“ diese Triebe abzubauen. Das „Ich“ hält die Verbindung zur Außenwelt und sichert auf diese Weise auch das Überleben des Organismus. Das „Ich“ überprüft die Triebe darauf, ob sie für die weitere Existenz des Organismus gefährdend wären oder nicht. Gleichzeitig kommen hier die Einflüsse des „Über-Ich“ zum tragen. Das „Über-Ich“ beinhaltet nämlich die Einflüsse aus der frühen Kindheit und lässt diese in zukünftige Ereignisse einfließen. Werden nun Normen aus der frühen Kindheit verletzt, werden solche Triebe vom „Über-Ich“ also gar nicht erst zugelassen bzw. zurückgewiesen.
5
Arbeit zitieren:
Sebastian Richter, 2002, Was ist Motivation[spsychologie]?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Nibelungenklage - Sagenstoff in historischem Gewand?
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Erlebnispädagogik - Wirkung von erlebnispädagogischen Maßnahmen
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 27 Seiten
Problemorientierter Geschichtsunterricht - Definition und Beispiel
Seminararbeit, 12 Seiten
Ursachen der Entstehung von Megacities
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Klassische Medien kreativ nutzen
Die Bedeutung und Verwendung d...
Geowissenschaften / Geographie - Didaktik d. Geographie
Seminararbeit, 11 Seiten
Die ästhetische Betrachtungsweise bei Arthur Schopenhauer
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Hausarbeit (Hauptseminar), 17 Seiten
Milieus in der Erlebnisgesellschaft nach Schulze
Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Referat (Ausarbeitung), 10 Seiten
Die Gattung Chronik im Mittelalter und heute - Ein Vergleich
Seminararbeit, 14 Seiten
Die Bedeutung der Minne in Kreuzliedern des späten 12. Jahrhunderts
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Examensarbeit, 80 Seiten
Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung
Seminararbeit, 28 Seiten
Potenziale und Gestaltungsempfehlungen für B2B-Marktplätze für IT-Dien...
Informatik - Wirtschaftsinformatik
Diplomarbeit, 105 Seiten
Desertifikation und Dürrekatastrophen am Südrand der Sahara
Geowissenschaften / Geographie - Meteorologie, Aeronomie, Klimatologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 30 Seiten
Dietrichepik - Theoderich der Große und Dietrich von Bern
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit, 18 Seiten
Zu: Paul Watzlawick, Menschliche Kommunikation - Formen und Störungen
Hausarbeit, 26 Seiten
Sebastian Richter hat den Text Was ist Motivation[spsychologie]? veröffentlicht
Sebastian Richter hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare