Gliederung
Seite
1 Einleitung. 4
2 Alkohol/ Fakten und Zahlen 4
2.1 Definition von Alkoholismus 4
2.1.1 Missbrauch 5
2.1.2 Abhängigkeit. 6
2.1.3 Sucht 6
2.2 Kulturgeschichte des Alkohol. 7
2.3 Kulturgeographie des Alkohol 8
2.4 Alkoholkonsum in der Gesellschaft. 9
2.5 Die Wirkung von Alkohol und Abbauzeiten. 10
2.6 Verlauf der Entwicklung der Abhängigkeit nach „Jellinek“ 11
2.6.1 Die Vorphase. 12
2.6.2 Die Anfangsphase 12
2.6.3 Die kritische Phase. 12
2.6.4 Die chronische Phase. 13
2.7 Die Alkoholikertypen nach „Jellinek“ 13
2.8 Strukturen der Suchtkrankenhilfe. 14
3 Alkohol im Betrieb. 15
3.1 Gefährdete Berufsgruppen 15
3.2 Der Alkoholiker als Mitarbeiter. 16
3.2.1 Betriebsunfälle durch Alkoholeinfluss 17
3.3 Arbeitsbedingungen und Arbeitsbelastungen 18
3.3.1 Die fünf Problemfelder. 18
3.3.2 Stress 19
3.3.3 Fallbeispiel über die Auswirkung von schädlichen Arbeitsbedingungen
20
3.4 Behandlungsnetz 21
3.4.1 Ambulante Behandlung 21
3.4.2 Stationäre Behandlung 22
3.4.3 Teilstationäre Behandlungen 23
3.4.4 Beispiel einer Alkoholikerbehandlung 23
3.5 Rechtliche Bestimmungen zur Kostenübernahme 24
3.5.1 Überblick über Kostenübernahme 25
3.5.2 Gespräch/ Sozialdienst der Innungskrankenkasse Göttingen 26
3.6 Die Betriebsvereinbarung 27
3.6.1 Kritische Anmerkungen zur Betriebsvereinbarung. 28
3.6.2 Vorsorge im Betrieb durch die Betriebsvereinbarung 28
3.7 Alkohol im Betrieb am Beispiel der Continental AG 29
3.7.1 Ablaufplan. 29
3.8 Arbeitnehmer mit Alkoholproblemen- Beispiele zu Rechtsfragen 30
3.8.1 Die Einstellung eines Arbeitnehmers mit Alkoholproblemen 31
3.8.2 Alkoholprobleme bei bestehenden Arbeitsverhältnissen 32
3.8.3 Die Auflösung des Arbeitsverhältnisses 32
4 Behandlungskonzepte im Betrieb 33
4.1 Therapie/ Behandlungsablauf. 33
4.1.1 Kontaktphase. 33
4.1.2 Entzug/Entgiftung 34
4.1.3 Entwöhnung. 34
4.1.4 Nachsorge 34
4.2 Ziele einer Alkoholbehandlung bei Früherkennung. 35
4.3 Nachsorge im Betrieb 36
4.4 Alkoholrehabilitationsprogramm im Betrieb/ Fallbeispiel. 36
4.4.1 Ablauf 37
4.4.2 Ergebnisse. 38
4.5 Prävention 39
4.5.1 Um so früher um so besser 40
5 Sozialarbeit mit alkoholkranken Menschen. 40
5.1 Sozialarbeit im Betrieb. 40
5.1.1 „Die drei Arbeitsebenen der Betrieblichen Sozialarbeit 41
5.2 Betriebliche Sozialarbeit in der Suchthilfe. 41
5.3 Das Hilfesystem. 41
5.4 Ziele und Methoden. 42
6 Resümee 43
7 Literaturverzeichnis 45
1 Einleitung
Das Thema dieser Hausarbeit lautet „Alkoholismus am Arbeitsplatz“. Die Idee, mich mit diesem Thema im Zuge einer Hausarbeit zu beschäftigen, ist verwurzelt in meiner Lebensgeschichte. In meiner Schulzeit, wie jetzt auch in meiner Studienzeit, habe ich die Ferien genutzt um Geld zu verdienen. Am leichtesten findet sich hierbei eine Beschäftigung in der Fabrik. Ein Sucht- Problem, das ich bei dieser Gelegenheit immer wieder getroffen habe ist der Alkoholismus. Im Zuge der Hausarbeit möchte ich mich mit der gesellschaftlichen Akzeptanz der Alkoholsucht beschäftigen. Um dies zu verstehen ist ein Blick in die Geschichte erforderlich.
Die Umgangsweise mit Alkoholkranken Menschen am Arbeitsplatz ist durch drei typische Fehlhaltungen gekennzeichnet:
- Am besten man kündigt den Leuten sofort.
- Es wird schon wieder (gleichgültiges Wegschauen).
- Er wird als Sündenbock geschützt und wenn es sein muß wird er geopfert.
Im betrieblichen Alltag ist Alkohol sehr oft dabei. Sei es aus geselligem Anlass, zwecks „sozialer Kontaktpflege“ oder aufgrund hoher Arbeitsbelastungen und Stress.
Als Erkenntnisleitende Fragestellung sollen die Auswirkungen, der Welt liebsten Droge, auf den Arbeitsplatz beschrieben werden.
Die Hausarbeit soll in Teil2 eine Einführung ins Thema Alkoholismus geben, in Teil3 wird der Bezug zum Arbeitsplatz erläutert und in Teil4 werden die Behandlungsmassnahmen im Betrieb dargestellt. Im Abschluß-Teil wird der Bezug zur Sozialarbeit angeschnitten.
2 Alkohol/ Fakten und Zahlen
2.1 Definition von Alkoholismus
Die Definition der Alkoholkrankheit erfolgt im Rahmen von internationalen Klassifikationsschemen in Anlehnung an die Richtlinien der
Weltgesundheitsorganisation (WHO). Seit 1968 ist Alkoholismus als Krankheit anerkannt. Es wird zwischen Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit
unterschieden, wobei der letzte Begriff mittlerweile auch mit Alkoholismus umschrieben wird. 1
Alkohol gehört zu den Stoffen mit Abhängigkeitspotential. Zusammengefaßt sind diese Stoffe in dem weltweit verbreitenden Klassifikationsschemata(International Classification of Diseases(ICD) und Diagnostisches und Statistisches Manual(DSM)).
- Im ICD(ICD10) werden 10 Stoffgruppen mit Abhängigkeitspotential unterschieden.
- In dem DSM-IV werden noch zusätzlich Coffein und Phencyclidin erwähnt.
Nach der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme werden für die Diagnose des Alkohol- Abhängigkeitssyndroms folgende Leitlinien aufgestellt:
- Starker Wunsch oder eine Art Zwang, Alkohol zu konsumieren.
- Verminderte Kontrollfähigkeit über Beginn, Beendigung und Menge des Alkoholkonsums.
- Alkoholkonsum, um Entzugssymptome zu mildern.
- Körperliche Entzugssymptome.
- Eingeengte Verhaltensmuster im Umgang mit Alkohol.
- Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügen und Interessen zugunsten des Alkoholkonsums.
- Anhaltender Alkoholkonsum trotz Nachweis schädlicher Folgen. 2
2.1.1 Missbrauch
Bei Alkoholmissbrauch muß ersichtlich sein, dass sich die Person mit dem Trinkverhalten über einen längeren Zeitraum schädigt. Drei Merkmale spielen dabei eine Rolle:
- Abweichendes Trinkverhalten, zum Beispiel während der Arbeit oder morgens.
- Schädigungscharakter, zum Beispiel während der Schwangerschaft oder im Strassenverkehr.
- Höhere Trinkmenge, wenn der Konsum steigt
1 (vgl.: Handbuch der Rauschdrogen, Schmidbauer, 1999, S.38-40)
2 (vgl.: Alkoholismus- Mißbrauch und Abhängigkeit, Feuerlein, 1998, S.7-11)
Unter Mißbrauch bezeichnet man ganz allgemein den Gebrauch einer Sache in einer Weise die vom üblichen Gebrauch bzw. vom ursprünglich dafür gesetzten Zweck abweicht.
Unter Alkoholmißbrauch versteht man zunächst ganz allgemein einen Konsum, der zu körperlichen, psychischen und sozialen Schäden führt. 3
2.1.2 Abhängigkeit
Unter Abhängigkeit bezeichnet man ein Syndrom, das Symptome der physiologischen, der kognitiven und der Verhaltensebene umfaßt. Es wird zwischen körperlicher und psychischer Abhängigkeit unterschieden.
- Körperliche Abhängigkeit kennzeichnet sich durch Enzugssyndrome und Toleranz(Erhöhung der Dosierung um die Wirkung konstant zu halten).
- Psychische Abhängigkeit kennzeichnet sich durch unwiderstehliches Verlangen nach einer weiteren oder dauernden Einnahme der Substanz, um Lust zu erzeugen oder Missbehagen zu vermeiden. 4
2.1.3 Sucht
„Etymologisch leitet sich das Wort Sucht von „siech“ (=krank“) ab. Es hat eine Doppelbedeutung. Erstens heisst es Krankheit (z.B. Gelbsucht, Wassersucht) und zweitens (im allgemeinen Sprachgebrauch) Laster (z.B. Habsucht, Eifersucht u.ä.). Eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung einer Sucht ist die Gewöhnung (habituation), sowohl in pharmakologischer wie in psychologischer Sicht. Bei der Gewöhnung handelt es sich ganz allgemein um eine spezifische Reaktionsminderung nach fortgesetzter Reizwiederholung. Dabei tritt keine Generalisierung auf. In der „gewohnten Reizsituation“ verlieren z.B. angeborenermaßen wirksame Schlüsselreize ihre auslösende Wirkung, behalten sie aber in allen anderen Situationen.“ 5
3 (vgl.: Alkoholismus- Missbrauch und Abhängigkeit, Feuerlein, 1998, S.4-5)
4 (vgl.: Alkoholismus- Missbrauch und Abhängigkeit, Feuerlein, 1998, S.5)
5 (siehe.: Alkoholismus- Missbrauch und Abhängigkeit, Feuerlein, 1998, S.5)
2.2 Kulturgeschichte des Alkohol
Als „der Welt liebste Droge“ ist der Alkohol als Produkt von einfachen Gärtechniken seit Tausenden von Jahren in vielen Regionen der Erde bekannt. Besonders die Hefepilze stellen eine weit verbreitete biologische Basis der Alkoholherstellung dar. Somit gehört die Hefe zu unseren ältesten Nutz- und Zuchtorganismen. Es wird vermutet, dass die Vergärung von Getreide zur Alkoholherstellung, der Vergärung von Früchten zur Weinherstellung voranging war.
Was die weltweite Verbreitung von alkoholischen Getränken betrifft, ist noch zu erwähnen, dass beispielsweise in Bali Palmwein sehr weit verbreitet ist. In Äthiopien wird Honigbier getrunken. In Asien dienen dagegen in vielen Regionen vergorene Milchgetränke als Rauschmittel.
Weltweit wird „die Rauschkultur“ des exzessiven Alkoholtrinkens aus ordnungspraktischen Gründen zwiespältig gesehen. So wurde dieses Verhalten immer wieder in der Sozialgeschichte Deutschland geächtet und sogar bestraft. Dennoch bleiben organisierte Trinkexzesse, wie das Münchener Oktoberfest und ähnliche Feste mit Raschgelagen, als fester Bestandteil, zumindest in der deutschen Kultur erhalten. Die Deutsche Bierkultur breitet sich sogar in die traditionell weintrinkenden mediterranen Länder stark aus.
2.3 Kulturgeographie des Alkohol
-„Belastungsfaktoren und Sucht
6 (siehe: Entwicklungen i. d. Suchtmedizin, Deutsche Gesell. für Drogen und Suchtmed., 1999, S.206)
2.4 Alkoholkonsum in der Gesellschaft
Starker Alkoholkonsum nimmt bei beiden Geschlechtern mit dem Alter zu. Jedoch ist er nach der Bundesstudie bei Männern mit 15.2% ca. doppelt so hoch wie bei Frauen mit 8,4%.
Während Männer gerne Bier und Spirituosen trinken, bevorzugen Frauen Wein und Sekt. Bei Männern sind die höchsten Konsumwerte in der Altersgruppe der 40- bis 59-jährigen zu sehen. Bei Frauen erhöht sich der Konsum ebenfalls im Alter es sind aber keine klaren Muster zu sehen.
Bei der Befragung der Jugendlichen ergab sich in der letzten Bundesstudie, dass 26% der 12- bis 15-jährigen Bier trinken, 9% trinken ein oder mehrmals in der Woche Wein, 7% alkoholhaltige Mixgetränke und 5% trinken mindestens einmal die Woche Spirituosen.
Im europäischen Vergleich ist der Alkoholkonsum in Deutschland auf einen sehr hohen Niveau. Ein problematischer Alkoholkonsum wird von Seiten der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei Frauen bei 20 Gramm reinem Alkohol pro
7 (siehe: Entwicklungen i. d. Suchtmedizin, Deutsche Gesell. für Drogen- u. Suchtmed., 1999, S.199)
Arbeit zitieren:
Andreas Fechner, 2001, Alkoholismus am Arbeitsplatz, München, GRIN Verlag GmbH
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