Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Bedeutung sozialer Ressourcen für die Gesundheit 4
2.1 Soziale Netzwerke und Soziale Unterstützung 4
2.2 Das Salutogenesemodell - soziale Ressourcen als
generalisierte Widerstandsressource 7
2.2.1 Bedeutung des Kohärenzsinns und generalisierter Widerstandsressourcen 7
2.2.2 Stressoren und Spannungszustand 8
2.3 Zusammenfassung 9
3. Die Lage alleinerziehender Frauen: Unterstützung und soziale Netzwerke 10
3.1 Arbeitsmarkt , Sozial- und Wohnsituation alleinerziehender Frauen 10
3.2 Soziale Netzwerke und soziale Unterstützung alleinerziehender Frauen 11
3.2.1 Soziale Netzwerke alleinerziehender Frauen 11
3.2.2 Soziale Unterstützung alleinerziehender Frauen 12
3.3 Zusammenfassung 13
4. Kursprogramm zur Erweiterung sozialer Ressourcen
alleinerziehender Frauen 14
4.1 Kursausschreibung 14
4.2 Ziele des Kurses 16
4.3 Stundenbilder, zeitlicher Kursablauf 17
4.4 Evaluation des Kurses „Alleinerziehend aber nicht allein“ 28
5. Literaturverzeichnis 31
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1. Einleitung
Für viele Familien ist Alleinerziehen Realität und zu ca. 85% Aufgabe von Frauen (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 1997; Niepel, 1994a). Nach Umfragen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (1997) im April 1994 werden Größenordnungen von 2,7 Mio. alleinerziehenden Müttern und Vätern genannt, das sind 200.000 mehr als im April 1991. Für das Jahr 1994 entsprach das etwa 20% aller Familien Mit Kindern (ebd.: 1). Eine weiterer Anstieg der Zahl Alleinerziehender ist bei den vorhandenen Scheidungsraten und der Anzahl nichtehelicher Schwangerschaften zu erwarten.
Frauen bilden die größte Gruppe Alleinerziehender. Insbesondere für alleinerziehende Frauen ist das Risiko sozial abzusteigen und zu vereinsamen vergleichsweise groß. Die Pflege und die Erhaltung eines sozialen Unterstützungsnetzwerkes fällt dieser Gruppe zudem häufig schwerer als nicht Alleinerziehenden.
Soziale Kontakte, das Vorhandensein und die Integration in ein soziales Netzwerkes wird als eine Voraussetzung für das Wohlbefinden diskutiert (Nestmann 1988; Gusy, 1995). Der Wohlbefindensbegriff wird oft mit dem Gesundheitsbegriff synonym verwendet und weißt zudem Schnittstellen mit der gesundheitlichen Lebensqualität auf (Abele u.a., 1991; Bulliger, 1991 nach Fichten, 1998).
In dieser Arbeit wird eine Kurskonzept entwickelt, das sich an alleinerziehende Frauen richtet. Das Ziel des beschriebenen Kurses ist, soziale Ressourcen alleinerziehender Frauen zu erhalten und zu erweitern. Dazu wird im ersten Teil dieser Arbeit zunächst die Bedeutung sozialer Netzwerke und sozialer Unterstützung beleuchtet. Es zeigt sich, dass die Wahrnehmung einer angemessenen sozialen Unterstützung die Bewältigung von Belastungen unterstützen kann. Im zweiten Teil der Arbeit wird die Lage alleinerziehender Frauen in Deutschland betrachtet. Es wird insbesondere auf die soziale Lage und die Einbindung alleinerziehender Frauen in soziale Netzwerke fokussiert. Daran anschließend wird auf der Grundlage der skizzierten Problemlagen und Ressourcen alleinerziehender Frauen ein Kursprogramm entwickelt. In zehn Kursbausteinen sollen insbesondere isolierte alleinerziehende Frauen befähigt werden, vorhandene soziale Ressourcen zu nutzen, ihr soziales Netzwerk zu aktivieren, zu erhalten und zu erweitern.
In dieser Arbeit werden die folgenden Abkürzungen verwendet:
HA = Hausaufgabe, - KL= Kursleiter, - TN= Teilnehmerin, -
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2. Die Bedeutung sozialer Ressourcen für die Gesundheit
Gesundheit scheint, zumindest konzeptionell, in hohem Maß mit der Verfügbarkeit sozialer Ressourcen verbunden zu sein. Hurrelmann (1990) definiert Gesundheit: „...als (einen, Anm.) Zu-stand des objektiven und subjektiven Befindens einer Person, der Gegeben ist, wenn diese Person sich in den physischen, psychischen und sozialen Bereichen ihrer Entwicklung in Einklang mit den eigenen Möglichkeiten und Zielvorstellungen (...) befindet.“ Der selbe Autor hält Ge-sundheit nur dann für gegeben, „...wenn eine Person konstruktiv Sozialbeziehungen aufbauen kann (und, Anm.) sozial integriert ist...“ (Hurrelmann, 1988, zitiert in ebd.).
Soziale Ressourcen beinhalten sowohl strukturelle als auch funktionale Anteile. Zu den strukturellen Aspekten zählt die Anzahl und die Arten von Beziehungen zwischen Menschen (soziale Netzwerke). Funktionale Aspekte beziehen sich auf die Qualität sozialer Beziehungen und die Inhalte der sozialen Interaktion (soziale Unterstützung) (vgl. Keupp, 1987, Röhrle & Stark 1987, Schwarzer, Leppin, 1990, Baumann, u.a., 1998). Sozialen Ressourcen wird a) ein Puffereffekt auf den Zusammenhang zwischen Belastungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen und b) eine Bedeutung als Bewältigungsressource zugeschrieben. Im salutogenetischen Modell von Gesundheit wird soziale Unterstützung als generalisierte Widerstandsressource diskutiert (Antonovsky, 1997).
2.1 Soziale Netzwerke und Soziale Unterstützung
Soziale Unterstützung gelingt mit der Mobilisation sozialer Ressourcen aus sozialen Netzwerken. Der Netzwerk-Begriff kennzeichnet dabei das quantitative Maß sozialer Beziehungen, über die ein Mensch verfügt. Soziale Netzwerke können dabei anhand folgender Kriterien erfasst werden:
Interaktion im sozialen Netzwerk (Bewertung der Inhalte von Transaktionen, Austauschmedien, Eigenschaften der Verbindung),
Struktur des Netzwerkes (Größe, Cluster, Cliquen, Verbundenheit, Dichte, Stabilität, Re- - ziprozität),
Kommunikationsrollen innerhalb des Netzwerkes (Stars - zentrale Positionen, Brücken- - funktionen,„Gatekeeper u.a.) (Schenk, 1984 nach Keupp, 1987).
Soziale Netzwerke und soziale Unterstützung wurden vielfach als synonyme Begriffe verwendet. Allerdings beziehen sich beide Begriffe auf unterschiedliche Aspekte sozialer Ressourcen. Beispielsweise ist die Suche nach Unterstützungs- und Solidaritätspotentialen - auch in großen und dichten sozialen Netzwerken - nicht immer erfolgreich. Für die Einschätzung, ob soziale Netz-
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werke unterstützend sind oder nicht, wie und von wem Unterstützungsleistungen erbracht werden, scheint eine differenzierte Betrachtung beider Begriffe notwendig zu machen (Keupp, 1987). Von Kardorff (1989) fasst soziale Netze als ein System von Transaktionen, in dem Ressourcen getauscht, Informationen übertragen, Koalitionen gebildet, Aktivitäten koordiniert, Einfluss und Autorität ausgeübt werden, Unterstützung mobilisiert, Vertrauen aufgebaut wird oder durch Gemeinsamkeiten Sentiments gestiftet werden auf.
Soziale Integration beschreibt die Zugehörigkeit zu formellen und informellen Gruppen sowie den mehr oder weniger leichten Zugang zu Ressourcen und in welchem Ausmaß Werten und Orientierungen von Gemeinschaften geteilt werden. Schwarzer und Leppin (1990) zufolge steht soziale Integration nicht direkt in Verbindung zur Gesundheit, sondern eher mit wahrgenommener Unterstützung (s.o.) und Bewältigungsverhalten. Die Autoren unterscheiden unter dem Oberbegriff soziale Ressourcen, soziale Netzwerke und soziale Unterstützung und soziale Integration. Soziale Integration umschreibt dabei die Quantität und Existenz von Sozialbeziehungen und die strukturellen Merkmale des sozialen Netzwerkes.
Soziale Unterstützung wird als das Maß der erhaltenen, gegebenen und erlebten Unterstützung in sozialen Netzwerken verstanden und bildet den qualitativen Aspekt sozialer Ressourcen (Beerlage, 2001). Dabei kann unterschieden werden, ob sich die Unterstützung direkt auf die Bewältigung einzelner Belastung (belastungsbezogene Unterstützung) oder auf einen insgesamt belastenden Alltag (Alltagsunterstützung) bezieht. Neben dem Angebot an sozialer Unterstützung muss zudem die Wahrnehmung des hilfesuchenden Menschen berücksichtigt werden. Unterschieden werden kann dabei in subjektiv wahrgenommene (erwartete) Unterstützung und tatsächlich erhaltene Unterstützung sowie zwischen verschiedenen Inhalten bzw. Bereichen sozialer Unterstützung (instrumentell, psychisch, emotional, kognitiv u.a.). Tatsächlich erhaltene Unterstützung bezieht sich auf den in der Vergangenheit tatsächlich transportierten Support aus dem eigenen sozialen Netzwerk. Wahrgenommene (erwartete) Unterstützung umschreibt eher die subjektive Einschätzung einer Person, wenn nötig über soziale Unterstützung verfügen zu können (Schröder, Schwarzer, 1997 nach Viehhauser, 2000).
Die Einbindung in soziale Netzwerke und das Wahrnehmen sozialer Unterstützung, muss nicht zwangsläufig positive Effekte haben. Werden Netzwerke vornehmlich als soziale Stützsysteme begriffen, nimmt man das engere Umfeld einer Person nicht auch als Quelle für psychische Belastungen wahr (Röhrle, Stark, 1985). So kann z.B. ein besonders dichtes homogenes soziales Netzwerk seine Mitglieder lange von professioneller Hilfe abhalten, vermag aber selber nicht situations- und problemangemessen zu reagieren (Perrucci & Targ, 1982a, b zit. in Röhrle & Stark, 1985). Auch die soziale Unterstützung aus einem sozialen Netzwerk kann Nebenwirkun-
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gen für das unterstützte Mitglied haben, denn sie kann in bestimmten Interaktionssituationen zu Gefühlen der Kompetenz- und Hilflosigkeit sowie Verpflichtetheit führen (Fisher u.a. nach ebd.).
Personale Voraussetzungen für die Wahrnehmung sozialer Unterstützung. Als wichtige Voraussetzung für soziale Unterstützung, wird nicht nur das Netzwerk und der Unterstützungstransfer gewertet, sondern auch die Merkmale der nach Unterstützung suchenden Person. Diese auch als soziale Kompetenz bezeichneten personalen Ressourcen können unter soziale Kognition (u.a. Interpretation einer (Inter-)Aktion als Unterstützung), soziale Fertigkeiten (u.a. die Kompetenz ein Netzwerk zu bilden oder an einem solchen teilzuhaben, Bereitschaft und Fähigkeit sich in Belastungssituationen zu einem Problem zu bekennen), soziale Selbstwahrnehmung (u.a. Schwelle, mit einer sozialen Unterstützung zufrieden zu sein - Frustrationstoleranz) und die soziale Gerichtetheit (Intro- vs. Extroversion) zusammengefasst werden (Beerlage, 2001).
Bedeutung für die Gesundheit. Für das gesundheitliche Befinden eines Menschen spielen erhaltene und erwartete Unterstützung eine unterschiedliche Rolle. Leppin und Schwarzer (1989, nach Schwarzer, Leppin, 1990) unterschieden in ihrer Untersuchung wahrgenommene und tatsächlich erhaltene soziale Unterstützung. Wahrgenommene Unterstützung scheint dabei eher vor Gesundheitsbeschwerden zu schützen, tatsächlich erhaltene Unterstützung standen dagegen mit mehr Gesundheitsbeschwerden in Verbindung. Offenbar wirkt sich die Gewissheit (Erwartung) in kritischen Situationen ein unterstützendes soziales Netzwerk zu aktivieren günstig auf die Ge-sundheit aus. Der Zusammenhang zwischen tatsächlich erhaltener Unterstützung und Gesundheitsbeschwerden wird folgendermaßen erklärt: Soziale Unterstützung wird häufig in Notlagen gewährt, „...in (denen, Anm.) jemand deutlich Symptome präsentiert, die soziale Netzwerkmitglieder offenbar nicht ignorieren können.“ (Schwarzer & Leppin, 1990: 404). Zusammengefasst: Die Suche nach Unterstützung beginnt offensichtlich dann, wenn Belastungen bereits zu Beschwerden geführt haben. Der Zusammenhang zwischen erhaltener sozialer Unterstützung und hohen Gesundheitsbeschwerden sagt also nichts darüber aus, ob die Unterstützung angemessen war oder nicht. Soziale Unterstützung kann allerdings auch Quelle von Belastungen sein, wenn sie inadäquat erfolgt, also beispielsweise emotionale Unterstützung wahrgenommen wird, wenn materielle Unterstützung gewünscht ist oder wenn die Erwartungen an die Effekte von sozialer Unterstützung enttäuscht werden (zu viel oder zu wenig Unterstützung) (Baumann & Laireiter, 1995 nach Baumann u.a, 1998).
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2.2 Das Salutogenesemodell - soziale Ressourcen als generalisierte Widerstandsressource
Das Salutogenesemodell betrachtet Faktoren, die ungeachtet des Vorhandenseins „krankmachender“ Einflüsse zur Gesunderhaltung beitragen können, es geht zurück auf den israelischen Sozialpsychologen Aaron Antonovsky (1997). Ausgangspunkt war die Frage, wie Menschen es schaffen, trotz extremer Belastungen nicht krank zu werden und langfristig gesund zu bleiben. Die salutogenetische Sichtweise steht in Opposition zum zu den Annahmen des pathogenetischen, biomedizinischen Ansatzes, in dem die Bedeutung von Risikofaktoren für die Entstehung von Krankheiten diskutiert wird. Im Salutogenesemodell werden Gesundheit und Krankheit nicht als absolute Zustände gesehen, sondern als Endpunkte eines Kontinuums zwischen denen sich der aktuelle Gesundheitszustand von Menschen bewegen kann (Antonovsky, 1997). Zentrale Begriffe im Salutogenesemodells sind Kohärenzsinn, Gesundheits- und Krankheitskontinuum, Stressoren und Spannungszustände und generalisierte Widerstandsressourcen.
2.2.1 Bedeutung des Kohärenzsinns und generalisierter Widerstandsressourcen
Unter dem Kohärenzsinn (Sense of Coherence) versteht Antonovsky die allgemeine Grundhaltung eines Individuums gegenüber der Welt und dem eigenen Leben (Antonovsky, 1997). Diese Grundeinstellung wird mit ständig neuen Lebenserfahrungen konfrontiert und durch sie beeinflusst. Die Stärke des Kohärenzgefühls wird als unabhängig von den jeweiligen Umständen oder Situationen beschrieben. Lebenserfahrungen bestätigen in der Regel die Grundhaltung wodurch diese stabil und überdauernd wird (ebd.). Der Kohärenzsinn umfasst drei Komponenten:
Das Gefühl der Verstehbarkeit „...bezieht sich auf das Ausmaß, in welchem man interne und externe Stimuli als kognitiv sinnhaft wahrnimmt, als geordnete, konsistente, strukturierte und klare Informationen und nicht als Rauschen...“ (Antonovsky, 1997: 34), Als Gefühl der Handhabbarkeit wird als Gefühl beschrieben, mit dem eingeschätzt wird, - dassSchwierigkeiten lösbar sind. Es ist „...das Ausmaß, in dem man wahrnimmt, daß (sic) man geeignete Ressourcen zur Verfügung hat um den Anforderungen zu begegnen...“ (Antonovsky, 1997: 35, BzGA, 1998: 29),
Das Ausmaß, in dem man sein Leben als sinnhaft empfindet, bezeichnet Antonovsky als - Bedeutsamkeitoder Sinnhaftigkeit (ebd.).
Das Kohärenzgefühl entwickelt sich in der Kindheit und Jugend und wird von gesammelten (Lebens-)Erfahrungen geformt. Ob sich ein starkes oder schwaches Kohärenzgefühl entwickelt, hängt außerdem von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und der Verfügbarkeit von Wider-
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standsressourcen ab. Die Stärke des Kohärenzgefühls wiederum bestimmt, in wie weit dann Wi-derstandsressourcen für die Bewältigung von Spannungszuständen mobilisiert werden können (Antonovsky, 1997).
Generalisierte Widerstandsressourcen fassen körperliche Voraussetzungen, Intelligenz, Bewältigungsstrategien sowie soziale und kulturelle Faktoren (u.a. auch soziale Ressourcen und Unterstützung, kulturelle Stabilität, finanzielle Möglichkeiten) zusammen. Zwei Funktionen haben Wi-derstandsressourcen: Sie prägen kontinuierlich die Lebenserfahrungen und ermöglichen bedeutsame kohärente Lebenserfahrungen zu machen, die wiederum das Kohärenzgefühl formen (Antonovsky, 1997).
2.2.2 Stressoren und Spannungszustand
In der pathogenetischen Orientierung werden Stressoren generell als Risikofaktoren behandelt. Die psychologische Stressforschung und das Salutogenesemodell sieht Stressoren dagegen eher neutral und diskutiert sie als Reize, die Stress erzeugen können. Ein Stressor ist dabei eine von innen oder außen kommende Anforderung, die das Gleichgewicht des Organismus stören kann (Antonovsky, 1979, Lazarus, 1995). Die dabei entstehenden Spannungszustände können bewältigt werden. Gelingt die Spannungsbewältigung nicht, sind Beeinträchtigungen der Gesundheit zu erwarten. Sowohl Patho- als auch Salutogenese sehen in Stressoren also potenzielle Auslöser von Stress. Zur Stressbewältigung müssen Ressourcen aktiviert werden. Im Salutogenesemodell wird jedoch im Gegensatz zur pathogenetischen Sichtweise Anforderungen (Stressoren) auch Chancen und nicht nur Risiken zugeschrieben (Antonovsky, 1997).
Personen mit einem hohen Kohärenzsinn bewerten im Gegensatz zu Personen mit geringem Kohärenzsinn, Reize mit größerer Wahrscheinlichkeit als neutral (also nicht spannungsauslösend). Werden Reize als spannungsauslösend bewertet, können sie als Belastung, Herausforderung oder Verlust bewertet werden. Das Bewertungsergebnis ist auch abhängig von den verfügbaren Ressourcen, eine günstige Ressourcenausstattung kann eher dazu beitragen, von außen kommende Anforderungen als Herausforderung und eben nicht als Belastung zu sehen. In welchem Maß Stress erlebt wird hängt außerdem von der Eignung verfügbarer Ressourcen zusammen, die gestellten Anforderungen zu bewältigen. (Antonovsky, 1997; Lazarus, 1995).
Alleinerziehende Frauen sehen sich sehr wahrscheinlich häufiger Belastungen gegenüber, die sie im Unterschied zu den in Partnerschaft lebenden Müttern, allein bewältigen müssen. Sie benötigen für die Bewältigung der Belastungen soziale und personale Kompetenzen um notwendige soziale Unterstützung aus ihren sozialen Netzwerken aktivieren zu können.
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Arbeit zitieren:
Thomas Hering, 2001, Alleinerziehend aber nicht allein, München, GRIN Verlag GmbH
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