Inhaltsverzeichnis
1. Ausgangslage 3
2. Vorstellung des Kontext 4
3. Projektvorbereitung 5
3.1. Projektidee und Projektthema 5
3.2. Ist-Analyse zur Biografiearbeit im Untersuchungsfeld 6
4. Bezüge und Grundlagen des Projekts 7
4.1. Biografiearbeit in der Altenpflege 7
4.2. Gesundheitsförderung von Mitarbeitern 10
5. Projektplanung 11
5.1. Planung der Ziele 11
5.2. Planung der Zielgruppe 12
5.3. Die Projektgruppe 13
5.4. Planung der Teilaufgaben 14
5.4.1. Definition der Lernziele 15
5.4.2. Definiton der Lerninhalte 16
5.4.3. Definition der Lernmethoden 17
5.4.4. Definition der Rahmenbedingungen des Curriculums 18
5.4.5. Erstellung des Projektstrukturplanes 18
5.5. Planung der Termine 21
5.6. Planung der Ressourcen und Kosten 21
5.7. Planung der Information und Dokumentation 22
5.8. Planung der Erfolgskontrolle 23
5.9. Planung der Risikoeinschätzung 24
6. Projektauslösung 25
7. Fazit 26
Literaturverzeichnis 27
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1. Ausgangslage
Die demografische Entwicklung mit einer deutlich zunehmenden Anzahl alter Menschen, einhergehend mit einer Zunahme Demenzerkrankter, fordern von Pflegepraktikern profunde Fachkenntnisse die eine personenzentrierte Pflege ermöglichen. Diese Fachkenntnisse erstrecken sich nicht nur auf fundiertes pflegepraktisches Wissen, sondern vor allem auch auf eine Pflege, die Beziehungsarbeit ist mit grundlegenden Aspekten von Wahrung der Identität und des Personseins des Alten.
Um Identität zu erhalten, ist es von essentieller Bedeutung, „....einigermaßen detailliert über die Lebensgeschichte einer Person Bescheid zu wissen....“(Kitwood 2005, S.125). Wahrung oder Wiederherstellung von Identität als eines der Grundbedürfnisse jedes Menschen erhöht nicht nur das Selbstwertgefühl, sondern verbessert auch die Lebensqualität des alten Menschen.
Kenntnisse der individuellen Lebensgeschichte als Basis richtiger Deutung gesendeter Signale und Akzeptanz bestimmter Verhaltensweisen werden durch eine fundierte Biografiearbeit gewonnen.
In vielen Einrichtungen der stationären Altenpflege beschränkt sich der konzeptionelle Rahmen der Biografiearbeit allerdings auf Angaben in einem halbherzig bearbeiteten Biografiebogen, der kaum als Basis fundierter Biografiearbeit dienen kann. Jede Person in ihrer Einzigartigkeit wahrzunehmen und Biogrfiearbeit frei von Tendenzen des Stereotypisierens zu sehen ist damit nicht möglich (Kitwood 2005,S.173). Somit sind ein Großteil der existierenden Biografiebögen, die sich auf ein Erheben von chronologischen Eckdaten konzentrieren, kein praxistaugliches Instrument der Biografiearbeit.
Resultierend sind Pflegepraktiker wenig motiviert Biografiebögen in ihrer Praxis zu integrieren. Es kommt zu negativen Einflüssen sowohl im Rahmen der Biografiearbeit als auch im Rahmen der Mitarbeitermotivation.
Mit der Zielsetzung der Verbesserung der Lebensqualität der Bewohner von Altenpflegeeinrichtungen und der Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter dieser Einrichtungen soll das im folgendem beschriebene Projekt initiiert werden.
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2. Vorstellung des Kontext
Die Einrichtung verfügt über 132 vollstationäre Plätze zur Dauerpflege und über 4 Kurzzeitpflegeplätze.
Die Unterbringung der Bewohner erfolgt überwiegend in Einzelzimmern mit separater Naßzelle.
Die meisten Bewohner sind der Pflegestufe 2 zugeordnet. Der Anteil der Demenzerkrankten ist durchschnittlich hoch, daher verfügt die Einrichtung über keinen speziellen Bereich für diese Bewohner.
Die Pflegefachkraftquote beträgt zur Zeit 54%,mit Fachkräften sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeitbeschäftigung.
In jedem der vier Wohnbereiche sind zudem ein bis zwei Altenpflegeschüler/in und Pflegemitarbeiter unterschiedlicher Berufsgruppen tätig. Zur Betreuung der Bewohner wird das Konzept der Bezugspflege praktiziert. Hierdurch erfolgt eine Zuordnung der Bewohner zu einer Pflegefachkraft. Intensive Beziehungsarbeit unter Beachtung der Individualität wird auf diese Weise machbar, wenn die individuelle Lebensgeschichte Beachtung findet.
Im hier beschriebenen Kontext beschränkt sich Biografiearbeit jedoch auf das Erheben chronologischer Eckdaten mit dem Hauptaugenmerk auf besondere Vorlieben und Gewohnheiten gerichtet.
Vorhandene Biografiebögen werden halbherzig bearbeitet in Akten abgeheftet und geraten in Vergessenheit ohne in die Betreuung einzufließen.
Dieses von den oberen Hierarchieebenen verordnete Instrument erfreut sich daher bei den Mitarbeitern einer nur geringen Akzeptanz.
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3. Projektvorbereitung
3.1. Projektidee und Projektthema
Von der Autorin als Beteiligte des Feldes wurde beobachtet, daß Biografiearbeit zwar als grundlegender Eckpfeiler der Pflegepraxis im ........ definiert wird, der notwendige Praxisbezug jedoch kaum besteht.
Biografiearbeit beschränkt sich auf das ausfüllen eines Biografiebogens, der wenig aussagekräftiges Datenmaterial liefert und daher achtlos abgeheftet wird. Nur wenige Daten sind brauchbar, um in der individuellen Pflegeprozessplanung Berücksichtigung zu finden.
Dem zu Folge ist die Pflegepraxis weiterhin mehr orientiert an den gegebenen Rahmenbedingungen, als an der Individualität des Bewohners.
Lebensgeschichte, als subjektive Interpretation des Erlebten bleibt weitest gehend unbekannt. Förderung bzw. Wahrung der Identität des alten Menschen hat kaum Relevanz. Wenn Biografie jedoch weitest gehend unbekannt bleibt, oder sich auf chronologische Eckdaten bezieht, können Verhaltensweisen und gesendete Signale des Bewohners nicht individuell gedeutet werden. Hierdurch wird es nicht möglich, Biografiearbeit als sinnvolles Instrument der Pflegepraxis einzusetzen.
Solch ein wenig relevantes Instrument findet bei den Pflegepraktikern wenig Akzeptanz und wird hauptsächlich als zeitraubend und eher überflüssig betrachtet. Da Biografiearbeit jedoch in keinem Konzept zur Betreuung alter Menschen fehlen sollte, sind sich die Pflegefachkräfte nach eigenen Aussagen einig darüber, daß der zur Zeit verwendete Biografiebogen zwingend modifiziert werden sollte. Um dem Wunsch der Mitarbeiter und dem Anspruch der Einrichtung gerecht zu werden, wird anberaumt, in absehbarer Zeit ein Projekt zur Modifizierung des Biografiebogens auszulösen. Um die Mitarbeiter zu involvieren und von ihrem Wissen zu profitieren, wurde im Vorfeld eine Mitarbeiterbefragung zum Biografiebogen durchgeführt.
Die Auswertung der Studie bestätigte eine Abweichung vom gewünschten Sollzustand. Um sich den Sollzustand zu nähern, gab es verschiedene Aspekte zu beachten, welche einen unterschiedlichen Ansatz zur Verbesserung der gegebenen Situation haben.
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Diese Ansätze sollten sein:
N Erstellung eines Konzepts zum Umgang mit dem Biografiebogen N Modifizierung des vorhandenen Biografiebogens N Schaffen einer fundierten Wissensbasis zum Thema Biografie
Da der zuletzt genannte Punkt als Basis betrachtet wird, auf der die anderen Punkte aufbauen, ist die Projektidee zur Entwicklung eines Curriculums zum Thema Biografiearbeit entstanden.
3.2. Ist-Analyse zur Biografiearbeit im Untersuchungsfeld
Am Anfang eines Projektes steht immer ein Problem bzw. eine Abweichung zwischen dem Ist-Zustand und einem erwünschtem Soll-Zustand (vgl. Steinbuch 2000, S. 47). Um die Ausgangssituation zu klären und konkret Ziele formulieren zu können, ist es notwendig, die gegebene Situation exakt zu klären (vgl. Berner 2004, Abschnitt 13). Auf Grundlage einer durchgeführten Studie wird möglicherweise eine Differenz der Ergebnisse und dem eigenen Anspruch einer Einrichtung im Umgang mit einem avisierten Problembereich deutlich.
Auf Basis dieser Ergebnisse lassen sich Ziele und Aufgabenstellung formulieren. Zum hier genannten Problembereich einer subjektiv empfundenen, wenig fundierten Biografiearbeit mit negativen Auswirkungen auf die Lebensqualität der Bewohner und er Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter, wurde im Februar 2007 eine Mitarbeiterbefragung zur Biografiearbeit durchgeführt.
Ziel dieser Fragebogenerhebung war es, den Stellenwert der zur Zeit im Maria-Hötte-Stift verwendeten Biografiebögen, daß Ausmaß an Hintergrundwissen zum Thema Biografiearbeit und Verbesserungspotentiale im Rahmen einer Modifizierung des vorhandenen Biografiebogens zu identifizieren.
Die Auswertung der hier genannten Studie, führte unter anderem zu folgenden Ergebnissen: N Die Individualität eines Bewohners wird in der Pflegepraxis nicht immer berücksichtigt. Hierdurch kann Identität verschwimmen und die Deutung gesendeter Signale wird erschwert.
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N Nur selten werden Daten im Biografiebogen ergänzt. Es fehlt an dem Verständnis, daß Biografie erzählte Lebensgeschichte ist, die erst im Laufe der Zeit zum Ganzen wird und mehr ist als das Erheben chronologischer Eckdaten.
N Im Rahmen der durchgeführten Studie konnte nicht geklärt werden, was nach Meinung der Mitarbeiter Individualität ausmacht. Es wurde der Eindruck erweckt, Individualität und das personale Selbst zeichnet sich durch besondere individuelle Vorlieben und Gewohnheiten aus.
N Unter den Mitarbeitern herrscht eine sehr differierende Wissensbasis zum Thema Biografie. Definitionen des Begriffes Biografie waren in der durchgeführten Studie sehr vielfältig und scheinen eher auf subjektive Einschätzungen und Wahrnehmungen zu beruhen, als auf fundiertem theoretischen Wissen.
Fazit der Erhebung kann daher nur sein, daß die Modifizierung des vorhandenen Biografiebogens auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden muß. Im Vordergrund des weiteren Vorgehens steht zunächst, fundiertes Hintergrundwissen zum Thema Biografie und Biografiearbeit zu schaffen, um die identifizierten Wissenslücken zu schließen.
Erst hierdurch wird es möglich, eine Basis zu schaffen, auf der in Zukunft aufgebaut werden kann.
4. Bezüge und Grundlagen des Projekts
4.1. Biografiearbeit in der Altenpflege
Wie weiter oben beschrieben, ist das Kernstück der Biographiearbeit nicht nur ein Erheben von Lebensdaten, Vorlieben und Abneigungen.
Um zu verstehen, was einen Menschen ausmacht und ihn zu dem werden läßt, was er ist, bedarf es eines Blickes sozusagen hinter die Kulissen.
Natürlich wird das Alter durch zahlreiche Veränderungsprozesse bestimmt, die individuell unterschiedlich gut oder weniger gut bewältigt werden.
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Arbeit zitieren:
Dipl. Pflegewirtin Beate Schlüter-Rickert, 2008, Entwicklung eines Curriculums zum Thema Biografiearbeit, München, GRIN Verlag GmbH
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