1. Geschichtlicher Hintergrund
- Gegenwart: Hochkonjunktur der Schlagwörter „Selbstorganisation, Selbststeuerung oder Selbstentwicklung“
- Aber stehen sie tatsächlich für umwälzende neue Ideen oder Konzepte, oder werden hier nur neue Synonyme benutzt…?
- …so neu sind diese Gedanken tatsächlich nicht!
Fazit:
à Prägung der heutigen Kultur- und Bildungsideale durch diese historischen Vorbilder à Folglich: Bezugnahme der o.g. Schlagwörter auf das Ideal einer selbstbestimmten und möglichst freien Entwicklung eines jeden Individuums in der Gesellschaft
à diese Konzepte sind demzufolge nicht grundlegend neu, dennoch haben die „alten“ Kleider einen „neuen, zeitgemäßen“ Schnitt bekommen (Greif, 1996, S. 21 ff.)
2. Definitionen
2.1 Selbstorganisiertes Lernen
… lässt sich durch das Ausmaß beschreiben, in dem die Lernenden in Gruppen bzw. allein in individuellen Lernphasen selbst entscheiden können, was und wie sie lernen. (vgl. Greif, 1996, S. 27)
wichtige Bereiche der Selbstbestimmung:
2.1.1. Selbstorganisation
…Der Menschen ist ständigen Anpassungsprozessen an seine Umwelt unterworfen - er verändert sich. Gleichzeitig determinieren ihn aber auch seine biologisch vorgegebenen Strukturen. Die Betonung liegt nun in der Assoziation beider Sachverhalte:
à Selbstorganisation = eine partiell autonome und selbstständige Strukturierung, d.h. er kann durch aktive Auseinandersetzung auf seine Entwicklung Einfluss nehmen (vgl. Greif, 1996, S. 157)
2.1.2 Lernen
…Prozess der zu relativ stabilen Verhaltensänderungen führt und auf Erfahrungen aufbaut à beruht auf Wahrnehmung und Gedächtnisleistung (vgl. Zimbardo, 1999, S. 206)
Der Begriff Selbstorganisation bezieht sich auf die aktive, eigenständige Strukturierung und Ordnung beim Lernen.
Die Selbstorganisation des Lernens zielt darauf ab, die Verantwortung für viele Aspekte des Lernens zurück in die Hand der Lernenden zu geben.
à eigenverantwortliches Lernen
3. Selbstorganisiertes Lernen
- von Stufe zu Stufe verändert sich die Rolle der Lehrenden und Lernenden
- auf der 4. Stufe stehen die Lernenden mit Ihren Zielen, Erfahrungen und Wünschen im Mittelpunkt und übernehmen selber die Verantwortung für ihr Lernen
- eigene Auswahl und Vorbereitung der Lernaufgaben und deren selbstständige und eigenverantwortliche Bearbeitung (Greif, 1996, S. 115)
3.2 Vergleiche zwischen selbstorganisierten Lernen und traditionellen Lernmethoden
Klassische Weiterbildung: Selbstorganisiertes Lernen:
3.3 Rahmenbedingungen für selbstorganisiertes Lernen
- Unternehmen muss notwendige Lernumgebung u. Transfermöglichkeiten schaffen
- selbstorganisiertes Lernen ist immer zu betreuen, z.B. Lernberater
- Anreize des Unternehmens, z.B. berufl. Aufstieg
- Vorbereitung, Akzeptanz und Motivation des MA
- vorhandenes Wissen und Fähigkeiten feststellen
- Selbstverantwortlichkeit
3.4 Anforderungen an Selbstlernmedien
Mindestanforderungen an das Lernmedium:
- Korrektheit der inhaltlichen Materialien z.B. Aktualität
- eindeutige Definition von Zielgruppe und Lerninhalten z.B. expliziter Lernstoff
- angemessene und zielgruppengerechte Vermittlung der Inhalte
- Praxisorientierte Auswahl der Inhalte
- Benutzerfreundlichkeit der Selbstlernmedien
3.5 Die Notwendigkeit
Fazit:
Integration des kontinuierlichen Lernprozesses des MA als Voraussetzung für die Etablierung des Unternehmens
à somit haben die Ideale vergangener Epochen einen „neuen Schnitt“ bekommen!
4. Methoden
4.1 Heuristische Regel
- ______________________
- ______________________
4.2 Leittextmethode
4.2.1 Entstehung
- in den 70er Jahren bei Daimler Chrysler/ Gaggenau zu Ausbildungszwecken
4.2.2 Ziel
à Leittexte zur Vorbereitung und Unterstützung der praktischen Lerntätigkeit
- Vermittlung von fachlichen Wissen und Fertigkeiten
- Förderung von Problemlösefähigkeiten und sozialen Kompetenzen
4.2.3 Grundprinzip
• Gliederung einzelner Aufgabenschritte als heuristische Regeln
• Entwicklung von „geistigen Probehandeln“ und „Durchdenken“
• selbstständige Bearbeitung von Aufgaben oder Projekten
• Verfügbarkeit vielfältiger Ausbildungsmaterialien und Medien zu Vor- und Nachbereitung
• Ausbilder fungiert als Berater
• Hilfestellungen nur bei auftretenden Lernschwierigkeiten der Azubis
4.2.4 Kritik
• Schwierigkeiten und Rollenkonflikte bei Ausbildern
• Lernsituation kann die Lernenden überfordern
4.3 Minimale Leittexte
à dienen zur Handlungsorientierung
- Kern ist die Beschreibung der Schritte (Was soll ich tun?) und Regeln (Wie soll ich es tun?)
- Lernende sollen sich nicht strikt an den Anleitungen orientieren, sondern eigenständig und kritisch reflektiert überprüfen und erproben
à LM vermittelt inhaltliche Basis für berufliche Ausbildung/Fachwissen
überfachlichen Bereich (Methoden-, Soziale-, Kreativitätskompetenzen…)
- beide Ansätze haben viele Gemeinsamkeiten und es würde sich eine Kombination beider Konzepte anbieten
4.4 Lernberater
- Verantwortung für Lernprozess:
-Verantwortung für Lernkonzept:
-Prozessbeobachter, fällt keine Entscheidungen:
5. Kritik am selbstorganisierten Lernen
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Arbeit zitieren:
Thomas Kuthe, 2003, Selbstorganisiertes Lernen, München, GRIN Verlag GmbH
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