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Lernziele der Unterrichtsstunde:
Die Schülerinnen und Schüler 1 sollen aktiv in die Vorbereitung einbezogen werden und in einer Gruppenarbeit Fragen formulieren, die dem Landwirt bei der Betriebserkundung gestellt werden sollen. Die Schülerinnen und Schüler erfahren die Vorbereitung einer Erkundung
entnehmen gezielt Informationen aus einem Text
formulieren gemeinsam in der Gruppe Fragen an den Landwirt, die zur Erstellung eines
Fragebogens dienen präsentieren die Fragen an der Tafel.
Lernvoraussetzungen der Schüler
Die Schulklasse 5a setzt sich aus 24 SuS im Alter von durchschnittlich 11 Jahren zusammen. Darunter sind 14 Mädchen und 10 Jungen. Die Lerngruppe hat bei Herrn X . zwei Stunden wöchentlich Erdkundeunterricht und kennt mich, als Referendarin, seit Anfang Februar. Herr X. hat bereits mit der Unterrichtseinheit „Landwirtschaft in
Deutschland“ begonnen und ich habe zunächst einige Stunden hospitiert, bevor ich dann mit seiner Unterstützung den Unterricht übernommen habe.
Bei dieser Klasse handelt es sich um eine durchschnittliche und heterogene Lerngruppe, die sich stets interessiert und motiviert neuen Themen gegenüber zeigt. Insbesondere bei der mündlichen Mitarbeit sind viele Schüler sehr engagiert dabei, was teilweise bis zum Hineinrufen in die Klasse führt. Dies ist vor allem bei den Jungen L., V. und T. der Fall, die mit ihren unangekündigten Bemerkungen für Unruhe sorgen, dessen Beiträge aber meist von Wert sind. Einige wenige Schüler sind im mündlichen Bereich eher zurückhaltend. Im Rahmen der Schwerpunkttage der Realschule wurden die SuS bereits mit den Regeln zur Gruppenarbeit bekannt gemacht. Während des Unterrichtsbesuchs werden in der Gruppenarbeit fünf Jungen absichtlich separiert und unterschiedlichen Gruppen zugeteilt, da es sonst zu Störungen kommen könnte. In den vorangegangen Stunden sind die SuS mit verschiedenen Themenbereichen der Landwirtschaft vertraut gemacht worden, so dass ihnen bereits Fachbegriffe bekannt sind.
1 Im Folgenden abgekürzt durch SuS
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Didaktisch - methodische Überlegungen:
Sachanalyse:
Die Methode „Erkundung“ wird in besonders hohem Maße dem Prinzip der Handlungsorientierung gerecht. Auch der Lehrplan fordert den Besuch von außerschulischen Lernorten. Eine Erkundung dient in erster Linie der Veranschaulichung und eine Befragung liegt dieser zugrunde. Doch gezielt zu befragen ist mit großer Anstrengung verbunden. Somit verlangt diese Tätigkeit eine vorbereitende systematische Auswahl und Auswertung. Die Methode der Erkundung trägt wichtigen Lernprinzipien des Erdkundeunterrichts Rechnung und forschend - entdeckende Unterrichtsverfahren sollten ihren festen Platz im Schulprogramm haben.
Das Thema „Landwirtschaft“ bietet sich besonders an, dieser methodischen Forderung nachzukommen, denn eine zunehmende Entfremdung von Landwirtschaft lässt sich festmachen und das, obwohl alle SuS täglich mit landwirtschaftlichen Produkten in Berührung kommen und durch diese versorgt werden. Der Besuch eines landwirtschaftlichen Betriebes ist in diesem Sinne ein denkbares Objekt, denn insbesondere durch reale Begegnungen mit Tieren, Pflanzen und Maschinen können die SuS einen wirklichen Eindruck von der Landwirtschaft bekommen. (vgl. Brakweh et al. 2003, S. 41)
Darstellung der didaktischen und methodischen Schwerpunkte:
Um das Lernen an außerschulischen Lernorten effektiv gestalten zu können, darf die Erkundung nicht losgelöst vom Unterricht in der Klasse betrachtet werden, sondern muss ein Teil davon sein. Insbesondere im vorbereitenden Unterricht sollen die SuS aktiv und selbstständig die Grundlagen für die Erkundung auf dem landwirtschaftlichen Betrieb erarbeiten, denn umso intensiver sind sie voraussichtlich bei der Sache und ein Lernerfolg ist wahrscheinlicher.
Als Stundeneinstieg werden der Klasse verschiedene landwirtschaftliche Erzeugnisse (z.B. Ei, Milch, Brot, Stroh) gezeigt und die SuS sollen diese beschreiben und deuten. Dieses geschieht einerseits, um die SuS auf die folgende Stunde neugierig zu machen und ihr Interesse zu wecken, andererseits, um den SuS eine erste Annäherung an die Erkundung auf dem landwirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass viele SuS schon allein durch die Ankündigung des Bauernhofbesuches motiviert werden, weil er eine Abwechslung zum üblichen Schulalltag darstellt.
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Die Hinführung findet zunächst in Einzelarbeit statt, indem die SuS eigenständig den Text „Der Alltag auf einem landwirtschaftlichen Betrieb“ lesen, um sich einen allgemeinen Überblick über das Leben und Arbeiten auf einem Bauernhof zu machen. Anschließend erfolgt die Erarbeitung und Formulierung der Fragen an den Landwirt in Gruppenarbeit. Ich nehme die Gruppeneinteilung vor, indem ich Motive aus der Landwirtschaft an die SuS verteile. Durch das Zusammensetzen der Puzzleteile sollen sie ihre Gruppe finden. Hiermit wird sichergestellt, dass bestimmte SuS nicht in einem Team sind. Die Form der Gruppenarbeit wird deshalb gewählt, da auch die Erkundung in Gruppen stattfindet. Somit können die SuS bereits in der Planung gemeinsam Fragen überlegen und in der Gruppe diskutieren. Aus zeitökonomischen Gründen werden arbeitsteilige Expertengruppen zu den Themen „Allgemeines zum landwirtschaftlichen Betrieb“, „Arbeiten des Bauern“, „Ausstattung des landwirtschaftlichen Betriebes“, „Tierhaltung und Ackerbau“ sowie „Früher und Heute“ gebildet. Diese Themen sollen später die Oberthemen des Fragebogens darstellen. Durch die Aufteilung der Gruppen nach differenzierten Arbeitsaufträgen sollen die SuS sich als Experten für ihr Thema fühlen. Innerhalb der Gruppentische sollen die SuS den Text „Der Alltag auf einem landwirtschaftlichen Betrieb“ zunächst noch einmal gründlich unter dem Aspekt ihrer Expertengruppe durchlesen und wichtige Informationen markieren. Das erneute Lesen und Markieren soll den SuS Themen aufzeigen, die ihnen im Anschluss bei der Formulierung der Fragen an den Bauern hilfreich sein könnten. Die Fragen sollen auf Kärtchen geschrieben werden. Dadurch, dass die Klasse intensiv in die Vorbereitung einbezogen wird und ihr eigenes Interesse äußern kann, erhöht sich der Aufbau einer motivierten Grundhaltung und die Wahrscheinlichkeit auf Mitarbeit.
Gesichert werden die Ergebnisse in Form einer Präsentation. Damit es keine Unstimmigkeiten in der Gruppe gibt, wird der Präsentierer von mir vorgegeben. Der Schüler, dessen Name als erstes im Alphabet steht, wird die Fragen an der Tafel vorstellen und festkleben. Das Vorstellen der Ergebnisse soll den SuS aufzeigen, welche Fragen sich die einzelnen Expertengruppen zu ihrem Spezialthema ausgedacht haben. Falls sich hieraus Diskussionsbedarf entwickelt, kann darauf eingegangen werden. Verbleibt am Ende der Stunde noch ein wenig Zeit, so verteile ich ein Fragebogenformular, in das die Schüler die selbst erstellten Fragen eintragen sollen. Reicht die Zeit nicht mehr, so sammle ich die Fragekarten ein. In der nächsten Stunde werden diese noch einmal zum Abschreiben aufgehängt, damit alle SuS den gleichen Fragebogen vorliegen haben und gut für die Erkundung vorbereitet sind. Als Hausaufgabe sollen sich die SuS Regeln überlegen, welche bei der Erkundung beachtet und eingehalten werden müssen.
Arbeit zitieren:
Irina Eversmeyer, 2008, Schüler (be)sucht Bauer: Vorbereitung für die Erkundung eines landwirtschaftlichen Betriebes, München, GRIN Verlag GmbH
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