Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung. 3
II. Die Sprache in Feridun Zaimoglus German Amok. 3
1. Komposita 3
1.1 Namen 3
1.2 Adjektive 4
1.3 Substantive 4
1.4 Sonderfälle 5
2. Idiomatische Wendungen 5
3. Kollokationen und Redewendungen 6
4. Gesprochene Sprache 7
4.1 Kosenamen 7
4.2 Interjektionen 8
4.3 Personenbezeichnungen 8
4.4 Weitere Ausdrücke. 8
5. Vulgäre Sprache 8
5.1 Komposita mit Drecks- 8
5.2 Personenbezeichnungen 9
5.3 Weitere Ausdrücke. 9
6. Gehobene Sprache. 9
7. Fremdwörter 10
III. Schlussgedanke 11
IV. Quellenangaben. 12
2
I. Einleitung
In seinem Vortrag Eingrenzung, Ausgrenzung, Grenzüberschreitung - Grundprobleme deutscher Literatur von Minderheiten kritisierte Norbert Mecklenburg den im Jahre 2002 erschienenen Roman German Amok des “Bürgerschreck[s] und postmigrative[n] Milieu-Autor[s]” Feridun Zaimoglu als “im Niveau noch weiter [als die Erträglichkeitsgrenze] herabgesunken” 1 . Einen nicht unwesentlichen Teil zu dieser Beurteilung dürfte die Sprache, die Zaimoglu in diesem Roman verwendet, beigetragen haben. In der nun folgenden Arbeit soll diese nun näher betrachtet werden, wobei diese Untersuchung nach unterschiedlichen Kriterien durchgeführt werden soll.
Zu Beginn soll die Sprache anhand morphologischer Kriterien untersucht werden. Um die Untersuchung in einem begrenzten Rahmen zu halten, werden dabei nur ausgewählte Beispiele für Komposita, idiomatische Wendungen, Kollokationen und Redewendungen innerhalb des Romans behandelt. Als nächster Schritt soll die Sprache stilistisch untersucht werden, d.h. Belege für gesprochene, vulgäre und gehobene Sprache analysiert werden. Da es sich bei Feridun Zaimoglu bekanntlich um einen interkulturellen Literaten handelt, soll abschließend noch ein Blick auf den Fremdwortanteil geworfen werden.
II. Die Sprache in Feridun Zaimoglus German Amok
1. Komposita
1.1 Namen
Betrachtet man die in German Amok verwendeten Namen genauer, fällt auf, dass anstatt üblicher, d.h. allgemein gebräuchlicher, Vornamen wie z.B. Clarissa oder Birgit(ta) zumeist speziellere, eher in die gesprochene Sprache passende und häufig auch nur auf die Sprache des Ich-Erzählers beschränkte Künstler- bzw. Kosenamen wie etwa Mongo-Maniac (31) 2 und Kunstfotze (11) verwendet werden. Diese Art von Namensgebung hat eine ambivalente Wirkung auf den Leser: Einerseits wirkt das Verwenden von Kosenamen zwar erfrischend ungezwungen und nah am Puls der Zeit, aufgrund der Vulgarität und Derbheit bestimmter Namenselemente (Mongo- oder -fotze etwa) wirkt das Ganze aber auch ziemlich übertrieben und irgendwie fast befremdlich. Erstaunlich ist aber, dass der Ich-Erzähler des Romans diese
1 Mecklenburg, Norbert: Eingrenzung, Ausgrenzung, Grenzüberschreitung - Grundprobleme deutscher
Literatur von Minderheiten. In: Durzak, Manfred und Kuruyazici, Nilüfer (Hrsg.): Die andere Deutsche
Literatur - Istanbuler Vorträge. Würzburg: Königshausen und Neumann, 2004, S. 23 - 30, hier: S. 27.
2 Diese und alle weiteren Seitenangaben in Klammern im laufenden Text verweisen auf folgende Textausgabe:
Zaimoglu, Feridun: German Amok. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2002.
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künstlich anmutenden, abschätzigen Namen fallen lässt, sobald ihm die betreffende Person wirklich etwas bedeutet. So spricht er etwa von seiner geistig-labilen und verrückt erscheinenden Nachbarin zunächst nur von Mongo-Maniac. Doch als er Gefühle für sie entwickelt und sich schließlich in sie verliebt, nennt er sie fortan zumeist bei ihrem tatsächlichen, bürgerlichen Namen Clarissa. Durch die Einführung dieses “negative[n] ‚Romeo und Julia’-Motiv[s]” beabsichtigte Zaimoglu nach Selbstaussage die Präsentation einer “besondere[n] Form von Dekadenz [...][, die] zu unserer Kultur [gehöre]” 3 .
1.2 Adjektive
Bei den zusammengesetzten Adjektiven handelt es sich zu einem großen Teil um sprachliche Neuschöpfungen, deren Grad der Verständlichkeit stark variiert. Während Begriffe wie duzfreundlich (15), schöngebügelt (32) und leidensgeil (62) noch halbwegs transparent sind und es sich noch erahnen lässt, was gemeint ist, so ist ein Begriff wie mutterwitzig (13) hingegen gänzlich undurchsichtig. Da auch der Kontext, in dem dieser Begriff verwendet wird, keinen wirklichen Anhaltspunkt zu dessen Bedeutung bereithält, kann der Leser diesbezüglich nur Vermutungen anstellen; letzlich kann aber nur der Ich-Erzähler selbst wissen, was mit mutterwitzig wirklich gemeint ist.
1.3 Substantive
Ähnlich verhält es sich mit den meisten der verwendeten Nominalkomposita. Während simple Zusammenrückungen wie Straßenköterblondhaar (16) oder Weibeswollust (66) zwar unkonventionell erscheinen, aber dennoch problemlos verständlich sind, verhält es sich mit Neubildungen wie Hungereule (21), Schlafgrotte (34, 36), Bruthöhle (35), Gossennuttentarife (119) oder Lumpenkontinent (136) schon anders. Während zwar die jeweiligen Bestandteile der einzelnen Komposita durchaus verständlich sind, so ist die Bedeutung des neu geformten Kompositums selbst dann doch nicht mehr ganz so transparent. Die vermutlich metaphorisch eingefärbte Schlafgrotte (16) etwa lässt sich zwar durchaus paraphrasieren mit ‚Grotte zum Schlafen’, doch trifft das die beabsichtigte Bedeutung wohl bestenfalls nur teilweise. Noch schwieriger zu entschlüsseln ist die Bedeutung von Hungereule, wo der Leser diesbezüglich nur Vermutungen anstellen kann.
3 Neumann, Olaf: Niemand wird geschont.
(http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_2002/42/35a.html; zuletzt besucht am 08.06.2006)
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Arbeit zitieren:
Tobias Zeitler, 2006, Die Sprache in Feridun Zaimoglus 'German Amok', München, GRIN Verlag GmbH
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