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Untertitel: Was? Welche? Wie? Eine Informationsbroschüre zu ausgewählten Sprachstörungen
Seminararbeit, 2008, 24 Seiten
Autoren: André Lach, Nils Freund, Thomas Lemme
Fach: Psychologie - Diagnostik
Details
Institution/Hochschule: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (Institut für Psychologie)
Tags: Sprach-, Sprechschwierigkeiten, Kindern, Jugendlichen, Hauptseminar, Besonderheiten, Feld, Lern-, Verhaltensschwierigkeiten
Jahr: 2008
Seiten: 24
Note: 1,7
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-29348-3
ISBN (Buch): 978-3-640-29372-8
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Zusammenfassung / Abstract
Da ein Kind nicht von Anfang an über Sprache verfügt, kann davon ausgegangen werden, dass „die entscheidenden Faktoren [für den Beginn] der Sprachentwicklung […] nicht im äußeren Milieu des Kindes [liegen], sondern in den Reifungsprozessen des wachsenden Organismus (anlagebedingt) zu suchen sind. Es handelt sich bei den sprachlichen Abläufen um arttypische motorische Koordinationen, d.h. um Erbkoordinationen“ (Wirth, 1994, S.89). Da deren genauere Betrachtung nicht Ziel dieser Arbeit ist und darüber hinaus den Rahmen dieser sprengen würde, werden sie im folgenden Kapitel nur am Rande erwähnt, so dass man sich mehr mit den Grundlagen der kindlichen Sprachentwicklung befassen kann, wobei auch hier aufgrund der Literaturfülle das Thema auf die wesentlichen Merkmale eingegrenzt wurde. Im darauf folgenden Kapitel soll der Begriff ‚Sprach- bzw. Sprechstörungen’ (allgemein) er-läutert werden, worauf ein Überblick über deren Systematik (und Ursachen) erfolgt, so dass die sich anschließenden Kapitel 4 und 5 mit den Sprachstörungen ‚Stottern’ bzw. ‚Lispeln’ spezieller befassen. Am Ende eines jeden speziellen Kapitels soll versucht werden, Anregungen und Tipps zur Hilfestellung bei der Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen zu geben. Letztendlich erhoffen wir uns mit der vorliegenden Broschüre, dass Sie (als Zielgruppe) am Ende ein erstes Wissen und erste Kenntnisse über Sprachstörungen erwerben konnten, um ggf. rechtzeitig solche zu erkennen, mit fachlicher Hilfe zu entscheiden, ob es sich um eine Störung handelt, bei der eine individuelle Behandlung des Kindes notwendig wird, und eine (gezielte) Sprachförderung in Gang setzen zu können.
Textauszug (computergeneriert)
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Fakultät für Geistes-, Sozial- und
Erziehungswissenschaften
Institut für Psychologie
Pädagogische Psychologie
HS: ,,Besonderheiten im pädagogischen Feld
Lern- und Verhaltensschwierigkeiten (LVS)"
Sommersemester 2007
vorgelegt am 05.05.2008
Sprach- und Sprechschwierigkeiten
bei Kindern und Jugendlichen
WAS? WELCHE? WIE?
Eine Informationsbroschüre zu ausgewählten Sprachstörungen
Verfasser:
Nils Freundl
André Lach
Thomas Lemme
Vorwort
Immer mehr Kinder im Vorschulalter haben Schwierigkeiten beim Sprechen,
reden undeutlich oder verwaschen, können bestimmte Laute nicht bilden, sich
oft gar nicht richtig ausdrücken, sie stottern oder verweigern völlig die Kommu-
nikation. Entwickeln sich die oben genannten Sprachauffälligkeiten zu einer Epi-
demie?
Störungen des Sprechens und der Sprache sind in den letzten Jahren stark in
den Vordergrund des allgemeinen Interesses gerückt, was durch den ein-
helligen Tenor der Schlagzeilen vieler Printmedien und vieler Radio- und Fern-
sehberichterstattungen widergespiegelt wird: Bei etwa jedem fünften Vorschul-
kind bzw. Schulanfänger in Deutschland stellen Ärzte heute Sprachstörungen
fest1. Waren Mitte der 70er Jahre gerade einmal 4-5% einer Jahrgangspopu-
lation sprachentwicklungsgestört, so sollen heutzutage ca. 20-25% einer Jahr-
gangspopulation Sprachauffälligkeiten aufweisen. Dies mag damit zusammen-
hängen, dass solche Sprachstörungen an Häufigkeit zugenommen haben,
deren Zunahme eventuell aber auch auf bessere Erkennungsmethoden und
verbreitete statistische Erhebungen zurückzuführen ist.
Dennoch lässt sich die Tatsache, dass Kinder, die im Vorschulalter sprachliche
Auffälligkeiten aufweisen, ein erhöhtes Risiko für einen erschwerten Schrift-
spracherwerb und daraus resultierend weitere schulische Probleme haben,
nicht von der Hand weisen, so dass die Ergebnisse der statistischen Erhe-
bungen alarmierend genug sein sollten, um sich dem Themenfeld der Sprach-
entwicklung und -förderung von Kindern aber auch Jugendlichen gezielt zu
widmen.
Das vorliegende Material als Informationsbroschüre ist vorrangig an Eltern,
Familienangehörige, Schüler und Studenten gerichtet, um eventuell einen
(kleinen) Beitrag zur Prävention und Früherkennung von Sprachstörungen
leisten zu können.
1 vgl. dazu: Der Tagesspiegel, 13.09.2003; Der Tagesspiegel, 22.04.2004; Die Tageszeitung,
19.02.2007.
2
Titelblatt
Vorwort
2
Inhaltsverzeichnis
3
1 Einleitung
4
2
Kindliche Sprachentwicklung Grundlagen
5
3 Sprachstörungen
im
Überblick
8
4
Stottern
9
4.1 Definitionen,
Merkmale und begriffliche Ab-
grenzungen des Stotterns
4.2
Erscheinungsformen sowie Symptome des Stotterns
11
4.3
Aspekte zur Epizootiologie des Stotterns
13
4.4
Hinweise für Erzieher und Lehrer im Umgang mit stot-
ternden
Kindern
14
5
Sigmatismus
16
5.1 Wesen von Sigmatismen
16
5.2
Übersicht der Arten von Sigmatismen
17
5.2.1
Psychisch
bedingte
Sigmatismen
19
5.3 Schlussfolgerungen
aus
pädagogischer
Sicht
20
6 Literaturverzeichnis
22
3
1 Einleitung
Die Fähigkeit, Sprache2 verstehen und als Kommunikationsmittel nutzen zu
können, ist eine faszinierende und komplexe Leistung allen voran in der Ent-
wicklung der Kinder. Da heutzutage sprachliche Kompetenzen die Grundlage
für schulische Leistungen und die Chancen bilden, sich überhaupt an Bildung
zu beteiligen, ist es zum einen wichtig über eine belastbare Stimme zu
verfügen, um die Grundvoraussetzung für alle Berufe zu besitzen, in denen viel
gesprochen werden muss, zum anderen aber vielleicht mehr für die erfolgreiche
Kommunikation und soziale Interaktion (Kooperation) mit anderen Menschen
und der damit verbundenen gesellschaftlichen Integration.
Da ein Kind nicht von Anfang an über Sprache verfügt, kann davon ausge-
gangen werden, dass ,,die entscheidenden Faktoren [für den Beginn] der
Sprachentwicklung [...] nicht im äußeren Milieu des Kindes [liegen], sondern in
den Reifungsprozessen des wachsenden Organismus (anlagebedingt) zu
suchen sind. Es handelt sich bei den sprachlichen Abläufen um arttypische
motorische Koordinationen, d.h. um Erbkoordinationen" (Wirth, 1994, S.89). Da
deren genauere Betrachtung nicht Ziel dieser Arbeit ist und darüber hinaus den
Rahmen dieser sprengen würde, werden sie im folgenden Kapitel nur am
Rande erwähnt, so dass man sich mehr mit den Grundlagen der kindlichen
Sprachentwicklung befassen kann, wobei auch hier aufgrund der Literaturfülle
das Thema auf die wesentlichen Merkmale eingegrenzt wurde. Im darauf fol-
genden Kapitel soll der Begriff ,Sprach- bzw. Sprechstörungen′ (allgemein) er-
läutert werden, worauf ein Überblick über deren Systematik (und Ursachen)
erfolgt, so dass die sich anschließenden Kapitel 4 und 5 mit den Sprach-
störungen ,Stottern′ bzw. ,Lispeln′ spezieller befassen.
Am Ende eines jeden speziellen Kapitels soll versucht werden, Anregungen und
Tipps zur Hilfestellung bei der Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen
zu geben. Letztendlich erhoffen wir uns mit der vorliegenden Broschüre, dass
2 Sprache soll hier als System von Lauten (Phonologie), Wörtern (Morphologie) und Regeln für
die Bildung von Sätzen (Syntax) verstanden werden, das am erfolgreichsten als verbale Kom-
munikationsform des Menschen benutzt wird, neben nonverbalen Kommunikationsformen wie
z.B. der Körpersprache, um sich mit anderen zu verständigen.
4
Sie (als Zielgruppe) am Ende ein erstes Wissen und erste Kenntnisse über
Sprachstörungen erwerben konnten, um ggf. rechtzeitig solche zu erkennen,
mit fachlicher Hilfe zu entscheiden, ob es sich um eine Störung handelt, bei der
eine individuelle Behandlung des Kindes notwendig wird, und eine (gezielte)
Sprachförderung in Gang setzen zu können.
2 Kindliche
Sprachentwicklung
Die ,,normale" Sprachentwicklung3 eines Kindes verläuft über Jahre, allerdings
können markante Eckdaten in dieser Entwicklung nachgewiesen werden. So
stellt beispielsweise das erste Schreien eines Säuglings den Beginn der
Sprachentwicklung dar.
Um Ihnen die (kindliche) Sprachentwicklung in ihren Grundzügen näher zu
bringen, möchte ich mich auf den ,,Sprachbaum" von Wendlandt (1992) be-
ziehen, da ich denke, dass diese Metapher die vier ihr zugrunde liegenden
Denkrichtungen des kindlichen Spracherwerbs Nativismus, Behaviorismus,
Kognitivismus und Interaktionismus (mit seinem Verlauf und seinen wesent-
lichen Merkmalen) zusammengefasst mit am besten und verständlichsten dar-
stellt.
Man stelle sich nun einen Baum vor, dessen Wurzeln, die dem ,,Zögling" Halt,
Kraft und Sicherheit in einer wachstumsfördernden Umwelt geben, die drei Be-
reiche der grundlegenden Entwicklungsprozesse symbolisieren, die ein Kind
durchlaufen muss, um später über die Fähigkeit zu verfügen, Sprache (über-
haupt) erwerben und (situationsgerecht) anwenden zu können. Darunter
werden die
sensomotorische
(Hören, Sehen, Tasten, Schreien bzw. Lallen,
Grob-/Feinmotorik),
sozialemotionale
(Beschäftigung, Fürsorge, Interaktion,
Kontakt) und die
geistige Entwicklung
(Wiedererkennen, Erinnern, Unter-
scheiden, Zuordnen, Erfassen) des Kindes verstanden. Erst wenn die oben
3 ,,die Entwicklung der Fähigkeit, die Beziehungen sprachlicher Zeichen untereinander richtig zu
gebrauchen, damit nicht-sprachliche Realitäten zutreffend zum Ausdruck zu bringen und diese
Fähigkeit in kommunikativen Situationen angemessen zu verwenden (syntaktische, seman-
tische und pragmatische Dimension der Sprache)" (Eberle, 1989, S. 357).
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Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Autor: Claudia NickelHausarbeit, 2006 Als PDF-Datei downloaden für 4,99 EUR
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