Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Traumtheorie 4
2.1. Traumtheorie in der Aufklärung und Romantik 4
2.2. Traum und Traumtheorie in den Bergwerken zu Falun 7
2.2.1. Elis’ erster Traum 7
2.2.2. Elis’ zweiter Traum 10
3. Auf ein Wort zum Schluss 12
4. Literatur 13
4.1. Primärliteratur 13
4.2. Sekundärliteratur 13
2
1. Einleitung
„Wer wagt, durch das Reich der Träume zu schreiten, gelangt zur Wahrheit.“ 1
Der Traum genoss besonders in der Romantik eine große Wertschätzung. Ernst Theodor Amadeus Hoffmann war einer der großen Traumverehrer der Romantik. Dementsprechend empfand er auch den Traum als einen Weg zu ewigen Wahrheiten. Infolgedessen bemerkt Hoffmann im Roman „Die Elixiere des Teufels“, dass das, „was wir insgeheim Traum und Einbildung nennen, wohl die symbolische Erkenntnis des geheimen Fadens sein“ könne, „der sich durch unser Leben zieht“. 2 Ebenso lenkt in Hoffmanns 1819 erschienenen Werk „Die Bergwerke zu Falun“ ein Traum den entscheidenden Umbruch im Leben des Helden Elis Fröbom ein, denn der Begriff „Traum“ bezeichnet nach Alt die ins Extrem gesteigerte Entfremdung von der Wirklichkeit, in der eigentlich Freundschaftlichkeit erwartet wird, einen aber doch die Lemuren 3 der Nacht sehen lässt. 4 Ebenfalls die Namensgebung des Hauptprotagonisten ist präfigurierend für dessen Schicksal und wegweisend für die folgende Interpretation, da „vronberg“ im Mittelhochdeutschen „herrschaftliches Bergwerk“ bedeutet und aus Elis könnte sich aus dem Lateinischen „elisio“ ableiten, was soviel wie das Herausstoßen bzw. Auspressen ausdrückt. 5 Dieses Spätwerk Hoffmanns ist geprägt von einer biedermeierlichen Philisterstimmung und von Träumen, welche die Triebmächte der Hauptfigur auf starke Art und Weise beherrschen. Träume sind, wie Engel schreibt, faszinierend, irritierend zugleich und die vielleicht anthropologisch elementarste aller Dualismus-Erfahrungen, wobei eine Dualismus-Erfahrung erst durch das Zurückblicken im Wachen auf die Träume stattfindet. 6 Es wurde und wird versucht den Traum zu deuten, doch unmöglich ist dies Unterfangen, anders als bei literarischen Verarbeitungen von Träumen.
1 Zitat von E.T.A. Hoffmann.
2 Alt, Peter-André: Der Schlaf der Vernunft. Literatur und Traum in der Kulturgeschichte der Neuzeit. München:
Beck 2002. S.282.
3 Die Lemuren waren bei den Römern im Gegensatz zu den segensreichen Laren und Penaten Schadensgeister,
die als die Seelen friedlos Verstorbener umherirrten.
4 Alt, Peter-André: Der Schlaf der Vernunft. Literatur und Traum in der Kulturgeschichte der Neuzeit. München:
Beck 2002. S.281.
romantischen Literatur. In: Christine Ivanović/Jürgen Lehmann/Markus May (Hg.): Phantastik - Kult oder
Kultur? Aspekte eines Phänomens in Kunst, Literatur und Film. Stuttgart, Weimar: Metzler 2003. S.153.
3
Ziel dieser Arbeit ist die Vorstellung der Konzeption der Traumtheorie von der Aufklärung bis zur Romantik, die Verarbeitung Hoffmanns der Traumtheorie und die Interpretation der Träume nach sexuellen Gesichtspunkten in den Bergwerken zu Falun.
2. Die Traumtheorie
Das Verständnis des folgenden Zitats bildet die Grundlage, um die Entwicklung der Ansichten über Träume von der Aufklärung bis zur Romantik zu erfassen.
„Wer die Welt zu romantisieren versucht, hat sie zunächst einmal als gewöhnlich erfahren.“ 7
In der Aufklärung findet ein zunehmender Bedeutungsverlust übernatürlicher Träume statt, da göttliche Eingriffe auf die ehemalige Unmündigkeit der Menschen zurückzuführen sind und zur Zeit der Aufklärung nicht mehr benötigt wurden. 8 Des Weiteren wird in der Aufklärung versucht, alle Träume natürlich zu erklären. 9 Folglich wird der Traum im aufklärerischen Traumdiskurs als psychologisches Phänomen betrachtet, welches ein kurzzeitiges Versagen der Vernunft beinhaltet. 10 Der Traum geriet mit seiner vom Körper und von der sinnlichen Erfahrung unabhängigen Seelentätigkeit zum empirischen Beleg für eine dem Menschen eigene Tendenz, über die empirische Welt hinauszustreben. 11 Demzufolge impliziert der empirische Beleg eine partielle Unabhängigkeit von Körper und Seele. Dies wiederum widerspricht teilweise der aufklärerischen Anthropologie, welche vom Leitgedanken des ganzen Menschen definiert war in seiner Einheit von Leib und Seele. Nun halten die Romantiker an diesem Leitbild fest, doch es gibt einen
7 Pikulik, Lothar: Romantik als Ungenügen an der Normalität am Beispiel Tiecks, Hoffmanns, Eichendorffs.
Frankfurt am Main: Suhrkamp 1979. S.55.
8 Engel, Manfred: „Träumen und Nichtträumen zugleich“. Novalis’ Theorie und Poetik des Traumes zwischen
Aufklärung und Hochromantik. In: Uerlings, Herbert: Novalis und die Wissenschaften. Tübingen: Max
Niemeyer Verlag 1997. S.147.
9 Ebd.
10 Ebd. S.148.
11 Ebd. S.151.
4
Arbeit zitieren:
Katharina Ströhl, 2008, Traumtheorie in E.T.A. Hoffmanns "Bergwerken zu Falun", München, GRIN Verlag GmbH
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