Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Allgemeines zu den Klitika 3
1.1. Definition von Begrifflichkeiten 3
1.2. Das Inventar der Klitika im Modernen Spanisch (MS) 4
1.3. Die Herkunft der Klitika 5
1.4. Die Stellung der Klitika im MS 5
1.5. Der Status der Klitika handelt es sich um Affixe? 6
2. Die Klitika im AS 6
2.1. Syntaktische Regelung der Klitikadistribution 6
2.2. Die pragmatische Sichtweise 6
2.3. Interpolation 10
2.4. Status der Klitika im AS 10
3. Das Korpus 11
3.1. Korpusanalyse 11
3.1.1. Die Konjunktion e als Auslöser für Rechtsstellung 10
3.1.2. Verhältnis von finiten und infiniten Verbalformen 12
3.1.3. „Besondere“ Enklisen 14
3.1.4. Starkes Auftreten von Proklise im Brief der Dido 15
3.2. Kritik am Korpus 15
4. Bevorzugte Linksstellung im MS 15
Zusammenfassung 17
Bibliografie 18
Appendix 19
Aufschlüsselung der Ergebnisse 19
Korpus Primera Crónica General de España 20
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Einleitung
In dieser Arbeit soll die Stellung der Klitika sowohl im Modernen Spanisch, als auch im Altspanisch – insbesondere der im 13. Jahrhundert – dargestellt werden. Dabei liegt aber das Hauptaugenmerk auf historischer Seite, und nach ebendiesem Kriterium wurde auch das Korpus Primera Crónica General de España ausgewählt.
Zunächst wird die Arbeit Einblicke in theoretische Aspekte, die Klitikastellung des Modernen Spanisch betreffend, geben bzw. auch kurz die Herkunft der Klitika erläutern. Danach wird auf die Klitikastellung des Altspanischen eingegangen und unterschiedliche Ansätze aus der Fachliteratur werden einander gegenübergestellt; dazu wird aber auch auf die Fragestellung des Status der Klitika eingegangen und es wird versucht weitgehend selbstständig zu argumentieren.
Die vorgestellten Theorien werden größtenteils im empirischen Teil hinterfragt und untersucht. Es ist hier noch anzumerken, dass ein besonderer Schwerpunkt auf der quantitativen Analyse der Klitikastellung liegt.
1. Allgemeines zu den Klitika
1.1. Definition von Begrifflichkeiten
Der Begriff Klitikon lässt sich vom altgriechischen (en)klinein, was sich neigen bzw. anlehnen bedeutet, ableiten. Die Wahl dieses Begriffs erklärt sich durch die Verbundenheit der Klitika zu einem anderen Wort – im Modernen Spanisch das Verb. Man spricht hierbei von einer klitischen Bindung.
Klitika unterscheiden sich von den Pronomen dahingehend, dass sie keinen Wortakzent tragen; so verwendet man im Spanischen neben dem Begriff clítico auch pronombre átono oder forma inacentuada, zur Bezeichnung dieselben, als synonyme Begriffe. Pronomen können in der Syntax als Subjekt, als direktes bzw. indirektes Objekt, oder auch in Kombination mit Präpositionen gebraucht werden. Klitische Pronomen hingegen, fungieren vorwiegend als Objekte. In Verbindung mit Präpositionen können sie nicht gebraucht werden und als Subjekt treten sie, bis auf das unpersönliche se, das dem deutschen man entspricht, nicht auf. Unterschieden wird zwischen Proklitika und Enklitika; wobei sich ein Proklitikon stets an das folgende Wort anlehnt, im Spanischen also links vom Verb steht und ein Enklitikon an das vorangegangene Wort hinzugefügt wird, folglich die Position rechts vom Verb einnimmt. Klitika haben also, wie Pronomen, Präpositionen, Hilfsverben und Konjunktionen, eine vorwiegend grammatikalische Bedeutung.
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1.2. Das Inventar der Klitika im Modernen Spanisch (MS)
Im Folgenden wird kurz auf das Inventar der klitischen Pronomen eingegangen; zur besseren Veranschaulichung soll eine Tabelle dienen. Es werden die Merkmale Reflexivität, Person, Numerus, Kasus, Genus und Belebtheit berücksichtigt. Unter der Kategorie Belebtheit versteht man die Referenz eines Klitikons auf eine Person.
Für die erste Person stehen die Formen me und nos, für die zweite te und os. Der dritten Person entsprechen lo, la, le und se und im Plural los, las, les und se. Bei se handelt es sich um die reflexive und unpersonale Form.
Die Pronomina der ersten und zweiten Person drücken den Dativ und den Akkusativ aus und sind auch als Reflexivpronomen gebräuchlich. Außerdem referieren sie stets auf Personen, doch ist die Referenz von der Sprecherperspektive abhängig. (Es handeln sich jedoch immer um anwesende Personen und das Genus ist aus dem Kontext erschließbar.) Die Pronomina der dritten Person können alle, bis auf das se, nicht reflexiv gebraucht werden. lo / los und la / las stehen für den Akkusativ Singular und Plural, maskulin und feminin, le / les für den Dativ Singular und Plural. Mit den klitischen Pronomina der dritten Person ist eine Referenz auf nicht Anwesendes möglich, so verweisen le / les wie etwa me / te eindeutig auf Personen. (So kann anstatt des lo bei Personen auch das le verwendet werden.) Das Klitikon se hat drei verschiedene Funktionen: Einerseits ist es das Reflexivpronomen der dritten Person Singular und Plural, andererseits ersetzt es den Dativ le / les in Verbindung mit dem Akkusativ und außerdem wird es auch noch als unpersönliches se gebraucht, in dessen Fall es dem deutschen man entspricht.
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1.3. Die Herkunft der Klitika
FERNANDEZ-SORIANO schreibt, dass sich die Entwicklung der spanischen Klitika recht eindeutig auf ihren lateinischen Ursprung zurückführen lässt. Die erste und zweite Person stammt von den lateinischen Personalpronomen im Akkusativ; die dritte Person hingegen lässt sich von lateinischen Demonstrativpronomen im Akkusativ bzw. Dativ ableiten. Dies lässt sich dadurch erklären, dass im Lateinischen keine Personalpronomen der dritten Person vorhanden waren. (vgl. FERNANDEZ-SORIANO 1993: 15)
Es ist an dieser Stelle anzumerken, dass diese lateinischen Pronomen betont waren, aber die Sprachwandelprodukte ihren Wortakzent verloren haben.
1.4. Die Stellung der Klitika im MS (vgl. RAE 1974: 421ff)
Es wird im folgenden Teil überblicksmäßig die Stellung der Klitika im Gegenwartsspanisch dargestellt:
Generell gilt die Regel Proklise bei finiten Verben (1) und Enklise bei infiniten Verben (2). Wenn aber die Infinitiv- bzw. Gerundiumsform einem finiten Verb untergeordnet ist, können sich die enklitischen Pronomen von ihnen trennen und eine Linksposition einnehmen (3).
(1) Te lo pregunto.
(2) Voy a preguntártelo. (3) Te lo voy a preguntar
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Bei positiven Befehlsformen wird das Klitikon dem Verb enklitisch hinzugefügt (4), bei negativen proklitisch (5).
(4) Ayúdame!
(5) ¡Que no me ayudes!
Außerdem ist auch die Zahl der Klitika, die dem Verb „angelehnt“ werden können, streng geregelt. So sind es laut RAE zwei, oder sogar drei; Genau beachtet werden muss aber, dass entweder alle unbetonten Pronomen proklitisch oder enklitisch zum Verb stehen. Treffen nun mehrere Klitika aufeinander gibt es eine Art „Rangordnung“: So wird se den anderen ausnahmslos vorangestellt, die zweite Person steht immer vor der ersten (6) und die dritte Person ist stets der ersten und zweiten nachgestellt (7).
(6) Te me proponían para la oficina.
(7) Me lo regalaron.
1.5. Der Status der Klitika – handelt es sich um Affixe?
Dieser Abschnitt bezieht sich hauptsächlich auf das MS, die Fragestellung in Bezug auf das AS, insbesondere des Spanisch im 13. Jahrhunderts wird gesondert in einem späteren Kapitel behandelt.
Wo sind nun die Klitika einzuordnen? Tragen sie bloß Affixcharakter wie etwa die Tempus-, Modus-, Person- und Numerusaffixe, oder weisen sie über sich hinaus und beinhalten doch gewisse semantische Inhalte?
Einerseits vertritt man in der Fachliteratur (vgl. FERNANDEZ-SORIANO 1993: 22f) die Ansicht, dass es sich bei den Klitika eindeutig um Affixe handeln muss, aber andererseits lassen sich dennoch Beispiele finden, die dieser Sichtweise vieles an ihrer Eindeutigkeit nehmen. Wie bereits erwähnt tragen die pronombre átonos bzw. pronombres inacentuados keinen Wortakzent und sind somit, im MS, gebunden an das Verb. Die Klitika können folglich im Satz weder isoliert stehen, noch Antwort auf eine Frage sein (8).
(8) a. ¿Quieres vino o cerveza? – Vino.
b. ¿Lo quieres o la quieres? – *lo.
Ein weiteres Argument die unbetonten Pronomen als Affixe einzustufen, ist etwa auch ihre Unfähigkeit zu koordinieren (9).
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(9) a. Pepe trajo el vino y la cerveza. b. *Pepe lo y la trajo.
Wie es in den Beispielen veranschaulicht wird, nehmen die Klitika nach dieser Sichtweise eindeutig einen Affixstatus ein und werden somit auch nur morphologisch gedeutet. Durch klitische Verbindungen kann es aber auch zu einer Verschiebung des Wortakzents kommen (10), was wiederum die Silbenstruktur des Wortes verändert und die unbetonten Pronomen im phonologischen Bereich eine große Rolle spielen lässt.
(10) a. Me está escribiendo una carta.
b. Está escribiéndomela.
Außerdem könnte man auch die Vermutung aufstellen, dass es sich bei den Klitika um syntaktische Elemente handelt, da sie bei Nominal- und Pronominalphrasen im Dativ bzw. Akkusativ durch die Verbindung mit dem finiten Verb als eine Art „Signal“ für die Fallbestimmung des Objekts fungieren (11).
(11) Le duele la cabeza a María.
Ferner referieren Klitika auf etwas bzw. stellen einen Platzhalter dar, und sind somit in gewisser Hinsicht auch eine semantische Einheit. Dies soll mit folgendem Beispiel veranschaulicht werden:
(12) a. ¿María anhela una pausa?
b. Si, es lógico *[que anhele].
Neben diesen Aspekten sollte auch noch die formale Erscheinung der unbetonten Pronomen unter Betracht gezogen werden. Sie stehen – außer bei den infiniten Verbalformen und dem Imperativ – getrennt vom Verb und sind nun, in formaler Hinsicht, nicht als Präfix erkennbar. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Klitika zwar wesentliche Züge von Verbalmorphemen tragen und vieles für eine Kategorisierung als Affix spricht, dennoch haben sie im Lauf der Grammatikalisierung in manchen Fällen ihren Status als phonologische, syntaktische und semantische Informationsträger bewahrt.
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Arbeit zitieren:
Theresa Zuschnegg, 2007, "lo fizo, fizo lo, fizol" - Die Stellung der Klitika im 13. Jahrhundert und der Gegenwart, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Vor-und Nachteile einer frühen zweisprachigen Erziehung
Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache
Seminararbeit, 15 Seiten
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Seminararbeit, 13 Seiten
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