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Hauptseminararbeit, 1999, 12 Seiten
Autor: Daniela Bröske
Fach: Psychologie - Entwicklungspsychologie
Details
Institution/Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin (Rehabilitationswissenschaften)
Tags: Persönlichkeits-, Entwicklungstheorie, Freud, Seminar, Entwicklungspsychologie, Kindern
Jahr: 1999
Seiten: 12
Literaturverzeichnis: ~ 8 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-17970-6
ISBN (Buch): 978-3-638-75758-4
Dateigröße: 163 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Die grundlegenden Annahmen der psychoanalytischen Entwicklungstheorie gehen fast ausschließlich auf Sigmund Freud zurück. Die Psychoanalyse, die um die Jahrhundertwende von Sigmund Freud begründet wurde, stellt vor allem eine Lehre von bewußten und unbewußten psychischen Vorgängen dar: Gefühle, Wünsche, Träume, Denkprozesse etc. An entwicklungspsychologischen Problemen war Freud nicht primär interessiert, seine entwicklungspsychologischen Vorstellungen entstanden erst im Rahmen klinischer Fragestellungen. Er war nicht in erster Linie ein Entwicklungspsychologe, sondern ein Therapeut und Persönlichkeitspsychologe, der die Zustände der Erwachsenenpersönlichkeit verstehen wollte und so zur Entwicklungspsychologie kam. Er sah sich bei der Behandlung neurotischer Erwachsener dazu aufgefordert, bei seinen Patienten die Entwicklungsgeschichte bis in die frühe Kindheit zurückzuverfolgen, um die beobachteten psychischen Störungen zu verstehen. Zwangsläufig mußte er sich auch mit der frühkindlichen Sexualität beschäftigen, denn neurotische Symptome waren für ihn ein Ausdruck von inadäquater Verarbeitung sexueller Triebregungen. So erkannte er auch, daß die sexuelle Entwicklung nicht erst mit der Pubertät beginnt, sondern daß bereits in den ersten Lebensjahren bei Kindern sexuelle Regungen beobachtet werden können. Außerdem erkannte er, daß die frühkindliche Entwicklung für die gesamte Persönlichkeitsentwicklung eine herausragende Bedeutung hat. Im Laufe der ersten sechs Lebensjahre sind nach Freud alle Grundthemen des menschlichen Zusammenlebens, wie Liebe, Gehorsam, Besitz usw. angeklungen, und die erste Vereinigung aller Sexualtriebe ist bis dahin erfolgt. Die Richtung der weiteren Persönlichkeitsentwicklung ist somit vorgegeben. Neben seiner Phasentheorie der psychoanalytischen Entwicklung hat er unter anderem eine Persönlichkeitstheorie aufgestellt, um das Verstehen der Entwicklungstheorie zu gewährleisten.
Textauszug (computergeneriert)
Daniela Krönke
Diplom - Rehabilitationspädagogik
5. Semester
Seminar: Entwicklungspsychologie bei verhaltensgestörten Kindern
Sigmund Freud: Orale Phase
INHALTSVERZEICHNIS
1 EINLEITUNG 3
1.1 DEFINITION: LIBIDO 3
1.2 DEFINITION: SEXUALITÄT 4
1.3 DEFINITION: TRIEB 4
2 DIE PSYCHOANALYTISCHE PERSÖNLICHKEITSTHEORIE NACH FREUD 5
2.1 DAS ES 5
2.2 DAS ICH 5
2.3 DAS ÜBER-ICH 6
3 DIE PSYCHOANALYTISCHE ENTWICKLUNGSTHEORIE NACH FREUD 6
3.1 KURZBESCHREIBUNG DER PSYCHOSEXUELLEN PHASEN 7
3.2 DIE ORALE PHASE 8
4 DIE ENTWICKLUNG NACH MARGARET MAHLER: LOSLÖSUNG UND INDIVIDUATION 10
LITERATUR 12
1 Einleitung
Die grundlegenden Annahmen der psychoanalytischen Entwicklungstheorie gehen fast ausschließlich auf Sigmund Freud zurück. Die Psychoanalyse, die um die Jahrhundertwende von Sigmund Freud begründet wurde, stellt vor allem eine Lehre von bewußten und unbewußten psychischen Vorgängen dar: Gefühle, Wünsche, Träume, Denkprozesse etc. An entwicklungspsychologischen Problemen war Freud nicht primär interessiert, seine entwicklungspsychologischen Vorstellungen entstanden erst im Rahmen klinischer Fragestellungen. Er war nicht in erster Linie ein Entwicklungspsychologe, sondern ein Therapeut und Persönlichkeitspsychologe, der die Zustände der Erwachsenenpersönlichkeit verstehen wollte und so zur Entwicklungspsychologie kam. Er sah sich bei der Behandlung neurotischer Erwachsener dazu aufgefordert, bei seinen Patienten die Entwicklungsgeschichte bis in die frühe Kindheit zurückzuverfolgen, um die beobachteten psychischen Störungen zu verstehen. Zwangsläufig mußte er sich auch mit der frühkindlichen Sexualität beschäftigen, denn neurotische Symptome waren für ihn ein Ausdruck von inadäquater Verarbeitung sexueller Triebregungen. So erkannte er auch, daß die sexuelle Entwicklung nicht erst mit der Pubertät beginnt, sondern daß bereits in den ersten Lebensjahren bei Kindern sexuelle Regungen beobachtet werden können. Außerdem erkannte er, daß die frühkindliche Entwicklung für die gesamte Persönlichkeitsentwicklung eine herausragende Bedeutung hat. Im Laufe der ersten sechs Lebensjahre sind nach Freud alle Grundthemen des menschlichen Zusammenlebens, wie Liebe, Gehorsam, Besitz usw. angeklungen, und die erste Vereinigung aller Sexualtriebe ist bis dahin erfolgt. Die Richtung der weiteren Persönlichkeitsentwicklung ist somit vorgegeben.
Neben seiner Phasentheorie der psychoanalytischen Entwicklung hat er unter anderem eine Persönlichkeitstheorie aufgestellt, die im folgenden Kapitel dargestellt wird, um das Verstehen der Entwicklungstheorie zu gewährleisten.
Vorher sollen noch einige wichtige Begriffe erklärt werden:
1.1 Definition: Libido
Der Ausdruck Libido bezeichnet im Lateinischen Lust, Wunsch. Die Libido besitzt vier funktionale Charakteristika:
- Sie entspringt somatischen Prozessen, die als innere Reize in Erscheinung treten.
- Sie äußert sich als Impuls, das heißt ihr ist ein motorisches Element beigestellt, dessen Intensität von der Stärke der inneren Reize abhängt.
- Sie ist zielgerichtet, wobei das Ziel die Funktion der Triebbefriedigung besitzt (durch entsprechende Reize, die es liefert).
- Sie ist an ein Objekt gebunden, das geeignet ist, ein Triebziel zu bieten und Befriedigung zu gewährleisten.
Die Libido schließt sowohl das Verlangen nach Sinnen- und Körperlust als auch das Bedürfnis nach persönlicher Zuneigung und nach Geborgenheit ein. Das Verlangen gilt ursprünglich der eigenen Person (Narzißmus), diese Beziehung bleibt ungenügend, und die Libido richtet sich auf andere und anderes, z.B. Personen des anderen und des eigenen Geschlechts, aber auch auf eine Gemeinschaft, ein Arbeitsziel oder eine Idee. Wenn das Verlangen dort enttäuscht wird, erfolgt ein Rückzug auf das eigene ICH.
Definition: Sexualität
[...]
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