Inhaltsverzeichnis I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
1 Problemstellung und Gang der Arbeit 1
2 Grundlagen und Einflussfaktoren der ökonomischen Währungsrisiken 3
2.1 Wechselkursrisiko 3
2.1.1 Wechselkurs 4
2.1.2 Wechselkursprognosen 5
2.1.2.1 Das Kaufkraftparitätentheorem 5
2.1.2.2 Das Zinsparitätentheorem 7
2.1.2.3 9 Verknüpfung der Kaufkraft und Zinsparität Fisher-Effekt
2.1.2.4 Random Walk Modell 10
2.1.2.5 Weitere Prognosemodelle 11
2.2 Währungsexposure 12
2.2.1 Konversionsexposure 12
2.2.2 Transaktionsexposure 13
2.2.3 Ökonomisches Exposure 14
3 Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos 17
3.1 Verschiedene Ansätze und Methoden zur Quantifizierung des
ökonomischen Währungsexposure 17
3.2 Analyse des ökonomischen Währungsexposure 21
3.2.1 Die Geschäftsstruktur und ihr Einfluss auf das
Währungsmanagement 21
3.2.2 Portfolioanalyse und die Bestimmung der relevanten Wechselkurse
und Exposures 24
3.2.3 Branchen und Wettbewerbsanalyse 27
3.2.3.1 Rivalität unter Mitbewerbern 29
3.2.3.2 Marktmacht der Lieferanten 30
3.2.3.3 Marktmacht der Abnehmer 30
3.2.3.4 Markteintritt 31
3.2.3.5 Substitutionsprodukte 32
3.2.4 Marktpreis und Kostenelastizitäten 32
3.2.4.1 Preisabsatzfunktion 33
3.2.4.2 Kostenreagibilität 35
Inhaltsverzeichnis II
3.2.4.3 Sensitivität der Margen 39
3.2.5 Aggregation zu einem Gesamtexposure 42
4 Management ökonomischer Währungsrisiken 43
4.1 Währungsmanagement als Teil des Finanzmanagements 43
4.2 Formulierung einer Zielstrategie 44
4.3 Absatzwirtschaftliche Maßnahmen 46
4.3.1 Marktauswahl 46
4.3.2 Produkt und programmpolitische Maßnahmen 47
4.3.3 Ermittlung der optimalen Preisanpassung 49
4.4 Beschaffungswirtschaftliche Maßnahmen 51
4.4.1 Vereinbarungen bezüglich Fakturierungswährung und
Währungsklauseln 51
4.4.2 Veränderung der Währungsstruktur der Beschaffung 52
4.5 Produktionswirtschaftliche Maßnahmen 54
4.5.1 Verlagerung der Produktion in Absatzmärkte 54
4.5.2 Operating Flexibility 56
4.6 Vereinbarung spezieller Kontrakte und M A-Aktivitäten 57
4.7 Finanzwirtschaftliche Maßnahmen 58
4.7.1 Veränderung der Währungsstruktur der finanzwirtschaftlichen
Zahlungsströme 58
4.7.2 Risikoreduktion durch finanzwirtschaftliche
Absicherungsmaßnahmen 59
5 Schlussbetrachtung 62
Literaturverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis
Abs. Absatz
AG Aktiengesellschaft
Aufl. Auflage
a. M. am Main
Bd. Band
bzw. beziehungsweise
ca. circa
DPO Diplomprüfungsordnung
erw. erweiterte
f und die folgende Seite
ff und die folgenden Seiten
gem. gemäß
H. Heft
Hrsg. Herausgeber
inkl. inklusive
Jg. Jahrgang
Jr. Junior
M&A Mergers and Acquisitions
No. Number
Nr. Nummer
OECD Organisation for Economic Cooperation and Development
PPP Purchasing Power Parity
S. Seite
u. und
überarb. überarbeitete
U.S. United States
USA United States of America
usw. und so weiter
vgl. vergleiche
Vol. Volume
z.B. zum Beispiel
Abbildungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Portfolioanalyse: Gewinnkorrelation (in Lokalwährungseinheiten)
gegenüber realen Wechselkursveränderungen 25
Abbildung 2: Spannungskräfte des Wettbewerbs 28
Abbildung 3: Verschiedene Preisabsatzfunktionen 34
Abbildung 4: Die Wertekette 35
Abbildung 5: Analyse der Kosten und Aktiva 38
Abbildung 6: Absatzsegmentrechnung 40
1
Problemstellung und Gang der Arbeit
1 Problemstellung und Gang der Arbeit
Die ungebrochene Aktualität des Währungsmanagements für Unternehmen lässt sich nicht zuletzt durch einen Blick auf die Schwankungen des Euro/Dollar- Wechselkurses der jüngeren Vergangenheit erahnen. Eine kontinuierlich steigende Volatilität der Wechselkurse ist allgemein seit Beginn der siebziger Jahre, nach Zusammenbruch des Systems von Bretton-Woods zu beobachten.
Das freie Floaten im Zusammenspiel mit der voranschreitenden Globalisierung führt zu einer noch immer wachsenden Bedeutung des Währungsmanagements als Teil des unternehmerischen Risikomanagements. Diese beiden Tatsachen führen aber auch zu einer Verschärfung der Wettbewerbssituation und einem Sinken der Margen. Am Beispiel der Siemens AG lässt sich die immense Bedeutung dieser Problematik veranschaulichen. Das Unternehmen mit einem hohen Internationali- sierungsgrad erwirtschaftete im Jahr 2004 eine Nachsteuerumsatzrendite von ca. 4,4%. Im selben Jahr verlor der US-Dollar innerhalb von nur einem Monat in gleicher Höhe an Wert gegenüber dem Euro.
Diese Arbeit betrachtetet ökonomische Währungsrisiken, welche insbesondere der Verschiebung der Wettbewerbssituation durch reale Wechselkursveränderungen Rechnung tragen.
Allgemein werden sie als die Sensibilität des langfristigen Unternehmenserfolgs gegenüber unvorhergesehenen realen Wechselkursveränderungen definiert. Wettbewerbseffekte führen auch dazu, dass selbst Unternehmen davon betroffen sind, die keinerlei Außenhandel betreiben.
Damit muss ein Konzept zum Management der ökonomischen Währungsrisiken viel umfassender als das, gemeinhin als Währungsmanagement postulierte, Trans- aktionsrisikomanagement sein, welches sich ausschließlich mit der Absicherung bereits bekannter Fremdwährungsbeträge befasst. Aufgrund des ausgesprochen langfristigen Betrachtungshorizonts der ökonomischen Währungsrisiken sind auch die Positionen in Fremdwährung unsicher. Eine Absicherung mit Hilfe der gängi- gen Hedging-Instrumente ist damit zumeist nicht möglich. 1 Dies führt zu einer besonderen Bedeutung des Leistungsbereichs einer Unternehmung für das Mana- gement der ökonomischen Währungsrisiken.
1
Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991; S. 5; Vgl. Roth, A., 1997, S. 3.
2
Problemstellung und Gang der Arbeit
Das Ziel dieser Arbeit ist es, dem Leser ein Verständnis für dieses sehr spezielle Konzept zu vermitteln und ihm Möglichkeiten zum Umgang mit diesem aufzuzei- gen.
In Kapitel 2 gilt es, die einzelnen Bestandteile der ökonomischen Währungsrisi- ken zu identifizieren und darüber hinaus zu prüfen, welche Einflussfaktoren auf sie einwirken. Dabei ergibt sich eine Aufteilung des Risikos in die Komponenten Wechselkursrisiko und Währungsexposure. Zur Untersuchung des Faktors Wech- selkursrisiko wird in dieser Arbeit auf die Untersuchung verschiedener Progno- semodelle eingegangen. Im Bereich der Exposures werden zunächst die verschie- denen Konzepte gegeneinander abgegrenzt.
Aufbauend auf den, aus dem vorigen Kapitel gewonnen Erkenntnissen, wird in Kapitel 3 versucht, das ökonomische Währungsrisiko zu messen. Dabei fällt der Ermittlung des Exposure eine besondere Bedeutung zu. Das Exposure ist die dem Wechselkursrisiko ausgesetzte Position. In einem ersten Schritt werden verschie- dene Verfahren zur Quantifizierung vorgestellt. In einem zweiten findet eine de- taillierte Analyse des ökonomischen Währungsexposure mit Hilfe eines dieser Ansätze statt. Es wird insbesondere versucht, auf die wettbewerbsbedingten Zu- sammenhänge einzugehen und deren Bedeutung hervorzuheben.
Kapitel 4 beleuchtet den Aufbau, die Ziele und die Möglichkeiten eines Manage- ments der ökonomischen Währungsrisiken. Dabei soll gezeigt werden, wie vielfältig die Ansatzmöglichkeiten für das Management sind. An dieser Stelle wird auch die zuvor angekündigte Hervorhebung der Rolle des Leistungsbereichs en. des Unternehmens für das Währungsmanagement stattfind Zum Abschluss dieser Arbeit wird in Kapitel 5 nochmals die Problematik dieses Konzeptes beleuchtet. Im Mittelpunkt steht jedoch die Zusammenfassung der ge- wonnen Ergebnisse und die damit verbundene Handlungsempfehlung.
3 Grundlagen und Einflussfaktoren der ökonomischen Währungsrisiken
2 Grundlagen und Einflussfaktoren der ökonomischen
Währungsrisiken
Um das Verständnis der späteren Ausführungen zu erleichtern, werden an dieser Stelle zunächst die wichtigsten Grundlagen erläutert und Einflussfaktoren auf die ökonomischen Währungsrisiken bestimmt.
Von besonderer Bedeutung ist hierbei die genaue Definition des Begriffs Wäh- rungsrisiko. Hinter diesem verbirgt sich die Chance auf einen Währungsgewinn bzw. das Risiko eines Währungsverlustes. Dabei setzt es sich aus dem Produkt des Währungsexposure 2 und des Wechselkursrisikos zusammen. Diese beiden Fakto- ren werden in der Folge jeweils ausführlich vorgestellt.
2.1 Wechselkursrisiko Das Wechselkursrisiko entsteht durch unvorhergesehene Schwankungen des Wechselkurses. 3 Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass vorhersehbare oder erwartete Wechselkursschwankungen kein Risiko darstellen, sondern ausschließ- lich unerwartete. 4 In der Literatur werden im Wesentlichen drei Arten von Wechselkursrisiken un- terschieden. 5 Das älteste und damit auch am längsten betrachtete Risiko stellt das stichtagsbezogene Währungskonversionsrisiko (Translation Risk) dar. Für den Fall, dass eine Unternehmung Bilanzpositionen aufweist, die nicht ihrer Bilanz- währung entsprechen, müssen diese zum Ende des Geschäftsjahres zu Konsolidie- rungszwecken umgerechnet werden. Dies gilt im Speziellen auch für die Gewinne von Tochterunternehmen. Es handelt sich dabei nicht um güterwirtschaftliche Transaktionen, sondern vielmehr um eine buchhalterische Anpassung der ver- schiedenen Bilanzpositionen. 6 Das Währungskonversionsrisiko steht damit für die Wirkung einer Wechselkursänderung auf buchhalterische Jahresabschlusszahlen. Das Währungstransaktionsrisiko (Transaction Risk) betrachtet die Gefahr einer Wechselkursänderung auf, in Höhe und Fälligkeitszeitpunkt bekannte, bereits kontrahierte Zahlungsströme. Das heißt, dass sich der Kurs zwischen Vertragsab- schluss und der Begleichung der Forderung bzw. Verbindlichkeit oder der Um-
2 Im Deutschen wird dieser Begriff auch als Währungsrisikoposition bezeichnet. Wörtlich über-
setzt heißt Exposure „das Aussetzen“ oder auch „das Engagement“.
3
Vgl. Dichtl, E. / Issing, O., 1994, S. 3264.
4
Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 7.
5
Im Wesentlichen sind die Definitionen der Autoren gleich, innerhalb dieser Überbegriffe gibt
es im Detail jedoch leichte Abweichungen.
6
Vgl. Bartram, S. M., 1999a, S. 12.
4
Grundlagen und Einflussfaktoren der ökonomischen Währungsrisiken
wechslung dieser in Heimatwährung ändert. Bei dem sich dahinter verbergenden Risiko handelt es sich um ein reines Preisrisiko.
7
Wie schon anhand des Titels deutlich wird, ist das eigentliche Thema dieser Ar- beit jedoch das langfristige ökonomische Währungsrisiko (Economic Risk). Es beschreibt das Risiko der Auswirkungen einer Wechselkursänderung auf die noch nicht kontrahierten Zahlungsströme. Diese sind sowohl von der Entstehung, als auch in ihrer Höhe unsicher und bergen damit neben dem Preis- auch ein Mengen- risiko.
8
Die Tatsache, dass dieses Risiko nicht mit einzelnen, leicht identifizierba- ren, sondern mit einem ganzen Bündel ungewisser Zahlungsströme zusammen hängt, unterstreicht seinen strategischen Charakter. Ebenso, dass der betroffene Zeithorizont, den von konventionellen Absicherungsinstrumenten bei weitem ü- berschreitet.
9
Das Economic Risk beinhaltet daher auch das schwer greifbare, aber unweigerlich vorhandene Risiko einer Verschiebung der Wettbewerbsposition aufgrund von Wechselkursänderungen.
2.1.1 Wechselkurs Bei der Auseinandersetzung mit dem Wechselkurs bzw. mit Wechselkursände- rungen muss folgendes beachtet werden. Grundsätzlich ist der Wechselkurs der Wert einer Währung, ausgedrückt in Einheiten einer anderen Währung. 10 Er lässt sich jedoch auf verschiedene Weisen darstellen. Unterschieden werden die Preis- notierung (direct quotation) und die Mengennotierung (indirect quotation). War die Deutsche Mark früher preisnotiert, so wird der Wert des Euro heutzutage mit Hilfe der Mengennotierung festgestellt. Der Kurs bei der Mengennotierung gibt an, wie viele Einheiten ausländischer Währung für eine Einheit inländischer Wäh- rung zu entrichten sind. 11 Die Umrechnung dieser beiden Notierungen ist zwar trivial, 12 um so wichtiger ist es jedoch in der Praxis darauf zu achten, in welcher Notierung eine Währung angegeben wird. 13 Dies gilt in ganz besonderem Maße bei der Betrachtung älterer Literatur des Euroraumes.
Der Handel von Währungen findet entweder auf Kassa- oder Terminmärkten statt. Kassamärkte zeichnen sich dadurch aus, dass der Vertragsabschluß und die Ver-
7
Vgl. Gamper, P. Ch., 1995, S. 20.
8
Vgl. O´Brien, Th. J., 1994, S. 4.
9
Vgl. Grant, R. / Soenen, L., 2004, S. 53f.
10 Vgl. Brunner, M., 2003, S. 6.
11 Vgl. Brunner, M., 2003, S. 6.
12 Die Preisnotierung entspricht der Inversen der Mengennotierung und umgekehrt. 13 Vgl. Stocker, K., 2001, S. 6 ff.
5
Grundlagen und Einflussfaktoren der ökonomischen Währungsrisiken
tragserfüllung unverzüglich stattfinden, wobei die tatsächliche Lieferung der Währung zwei Geschäftstage nach Abschluss erfolgt.
14
Auf den Terminmärkten ist die Zeit zwischen dem Vertragsabschluß und der Erfüllung des Geschäftes, in Form von Lieferung der Währung, länger. Es wird heute vereinbart, dass zu einem bestimmten zukünftigen Zeitpunkt Währungen, zu einem heute festgelegten Ter- minkurs, getauscht werden.
15
2.1.2 Wechselkursprognosen Wie schon im obigen Abschnitt erläutert, rührt ein wesentlicher Risikofaktor aus der Unsicherheit der Wechselkursentwicklung. Wäre es möglich diese Unsicher- heit durch zuverlässige Prognosen zu eliminieren, bestände keinerlei ökonomi- sches Währungsrisiko. Dies lässt sich auch logisch bzw. mathematisch nachvoll- ziehen. Zuvor wurde das Währungsrisiko als Produkt von Exposure und Wechsel- kursänderung definiert. 16 Ist nun einer dieser beiden Faktoren Null, so wird das ganze Produkt Null und es besteht kein Risiko.
Aufgrund dieser Tatsache kommt den Wechselkursprognosen in der Wissenschaft auch eine entsprechend große Bedeutung zu. Die Währungstheorien betrachten dabei den Einfluss verschiedener volkswirtschaftlicher Größen auf die Wechsel- kursbildung. Als Haupteinflussgrößen werden in der kurzen Frist das Zinsniveau und mittel- bis langfristig Preisniveau, Geldmengen sowie Zahlungsbilanzsalden identifiziert. 17 In diesem Kapitel sollen einige Prognosetheorien vorgestellt wer- den. 18 In ihrer Wirksamkeit bzw. ihrem Erklärungsgehalt unterscheiden sie sich wesentlich, insbesondere in Bezug auf den Betrachtungszeitraum.
2.1.2.1 Das Kaufkraftparitätentheorem
Das Kaufkraftparitätentheorem (Purchasing Power Parity) gehört zu den ältesten Wechselkurstheorien. 19 Wie alle Paritätentheorien begründet sich die PPP mit Hilfe von einsetzenden Ar- bitrageprozessen. Sie stellt dazu einen Zusammenhang zwischen den Devisen-
14 Vgl. Fischer-Erlach, P., 1995, S. 16.
15 Vgl. Brunner, M., 2003, S. 6.
16 Siehe Kapitel 2.
17 Vgl. Zimmerer, T., 1997, S. 120.
18 Aufgrund des beschränkten Umfangs einer Diplomarbeit und der Vielfalt an Theorien ist es leider nicht möglich alle zu erläutern. Selbst bei den Vorgestellten ist es nötig, sich auf die we- sentlichen Charakteristika zu beschränken.
19 Die Anfänge der Kaufkraftparitätentheorie oder kurz PPP, lassen sich bis ins 19. Jahrhundert auf Ricardo und Wheatley zurückverfolgen.
6
Grundlagen und Einflussfaktoren der ökonomischen Währungsrisiken
und den Gütermärkten her.
20
Auch für dieses Modell gelten die gängigen verein- fachenden Annahmen.
21
Das
Law of One Price
besagt, dass gleiche Güter nicht zu unterschiedlichen Prei- sen gehandelt werden können. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass der Nach- frageüberschuss nach dem identischen aber billigeren Gut, zu einer Preisanpas- sung an das vormals teurere Gut führt und sich somit eine Gleichgewichtssituation einstellt. Die absolute Form der Kaufkraftparität leitet daraus ab, „dass der inlän- dische Preis für handelsfähige Güter mit dem Produkt aus ausländischem Preis für handelfähige Güter und dem Wechselkurs identisch sein muss.“
22
Gemäß dieser Theorie muss also die Kaufkraft in beiden Ländern gleich groß sein. Nivelliert wird diese Beziehung über den Wechselkurs, der sich aufgrund des entstehenden Zahlungsbilanzdefizits und dem damit verbundenen Nachfrageüberhang nach der Währung des Landes mit dem niedrigeren Preisniveau anpasst.
23
Die Kaufkraftparität bezieht sich dabei auf die Wirkungszusammenhänge des
Law of One Price,
verwendet anstatt eines einzelnen Gutes jedoch einen repräsentati- ven Warenkorb einer Ökonomie.
24
Unabhängig von der empirischen Evidenz die- ses Konzeptes werden im Schrifttum dazu zwei Kritikpunkte aufgeführt. Zum einen setzt eine exakte Erfüllung der Theorie voraus, dass sich die Indizes
25
der beiden Länder in ihrer Zusammensetzung entsprechen, beide Länder also gleiche Konsumpräferenzen besitzen. Des Weiteren werden diese Indizes unvermeidlich nicht handelbare Güter wie Serviceleistungen enthalten, für die kein Arbitrage- prozess möglich ist.
26
Aufgrund dieser Kritik und aus der Erkenntnis erster empirischer Untersuchungen wurde die relative Form der Kaufkraftparität entwickelt. Sie besagt, „dass die Än- derungsrate des Wechselkurses der Differenz der Änderungsrate des inländischen Preisindizes und des ausländischen Preisindizes bzw. der Differenz der Inflations- raten der beiden Länder entspricht.“
27
Damit ist die weniger strenge relative Form
20 Vgl. Bernhard, W., 1992, S. 27.
21 Devisenmarkt: unendlich viele Käufer und Verkäufer, keine Steuern, keine Informations- und Transaktionskosten, keine Regulierungen.
Gütermarkt: unendlich viele Käufer und Verkäufer, keine Transportkosten und -zeiten, keine Handelsbarrieren, homogene Güter.
22 Poddig, T., 1996, S. 245.
23 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 49.
24 Vgl. Brunner, M., 2003, S. 8.
25 Bzw. Warenkörbe.
26 Vgl. Aggarwal, R. / Soenen, L. A., 1989, S. 62.
27 Gamper, P. Ch., 1995, S. 79.
7
Grundlagen und Einflussfaktoren der ökonomischen Währungsrisiken
des PPP eine notwendige aber nicht hinreichende Voraussetzung für die absolute Form des PPP.
28
Die Diskussion bezüglich der empirischen Evidenz der Kaufkraftparität scheint kein Ende zu nehmen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die überwältigen- de Mehrheit derzeit von einem kurz- bis mittelfristigen Versagen der Theorie aus- geht. Langfristig halten sie aber sehr viele Ökonomen zum aktuellen Zeitpunkt für einen brauchbaren Ansatz zur Erklärung eines Gleichgewichtswechselkurses.
29
Sprechen
Adler, M. / Dumas, B. (1983)
der Kaufkraftparität, mit Bezug auf ver- schiedene Untersuchungen, sogar die langfristige Gültigkeit ab, kommen
Taylor, M. P. (2003)
und verschiedene andere Autoren mit Blick auf längere Datenreihen aus der Zeit floatender Wechselkurse und weiterentwickelter ökonometrischer Erkenntnisse, zu einem gegenteiligen Ergebnis. Sie sind der Auffassung, dass die- se, wenn auch mit zwischenzeitlichen Abweichungen von einigen Jahren, lang- fristig Gültigkeit besitzt.
30
Dass ein Ende dieser Diskussion dennoch nicht in Sicht sein dürfte, lässt sich beispielsweise anhand des Monatsberichts Juni 2004 der Deutschen Bundesbank erahnen.
31
Hier wird die preisliche Wettbewerbsfähigkeit unter anderem mit Hilfe der Kaufkraftparität analysiert. Dabei werden Beispiele angeführt, die die langfristige, empirische Evidenz bestätigen, genauso jedoch Artikel, die diese bezweifeln. Interessant ist dieser Bericht aber auch, weil er für seine Berechnungen auf Daten der Weltbank zurückgreift. „Bei der Preiserfassung wird [...] sowohl auf Repräsentativität als auch auf internationale Vergleichbarkeit der Waren und Dienstleistungen geachtet.“
32
Die Verwendung eines solchen Indi- zes schützt zumindest teilweise vor der allgemein geäußerten Kritik an der PPP, sie verwende nicht vergleichbare Preisindizes.
2.1.2.2 Das Zinsparitätentheorem
Während sich die Kaufkraftparitätentheorie auf Prozesse an Gütermärkten bezog und Kapitalbewegungen ausgeblendet hat, sind gerade diese die Grundlage der Zinsparitätentheorie.
28 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 51; Gamper, P. Ch., 1995, S. 79.
29 Vgl. Brunner, M., 2003, S. 10f; Bernhard, W., 1992, S. 61.
30 Einen Überblick über die verschiedenen Auffassungen gegenüber der PPP im Zeitablauf, von der Überzeugung einer ausschließlich langfristigen Relevanz des PPP, bis hin zu der Behaup- tung einer kurzfristigen Glaubwürdigkeit gibt Taylor, M. P., 2003.
31 Vgl. Deutsche Bundesbank, 2004, S. 29ff.
32 Deutsche Bundesbank, 2004, S. 37.
8 Grundlagen und Einflussfaktoren der ökonomischen Währungsrisiken
Hinsichtlich der involvierten Kapitalmärkte
33
gelten die gängigen Vorraussetzun- gen für vollkommene Märkte. Hervorzuheben ist an dieser Stelle besonders die Annahme vollkommener Kapitalmobilität, wie auch die Abwesenheit von Risiko- prämien.
34
Die ständige Zunahme der Handelsvolumina auf den Devisenmärkten und die Tatsache, dass diesen Güterbewegungen in nicht annähernd gleicher Höhe gegenüberstehen,
35
lässt auf einen starken Einfluss dieser Theorie schließen. In der Literatur lassen sich verschiedene Formen der Zinsparität unterscheiden. Die wohl am weitesten verbreitete ist die gedeckte Zinsparität (covered interest parity). Sie „[...] resultiert aus einer Arbitrageüberlegung zwischen Kassa- und Terminmärkten eines Wechselkurses, die genau dem Zinsunterschied der beiden zugrundegelegten Währungen entsprechen muss.“
36
Ein Gleichgewicht für das Beispiel Deutschland/USA herrscht also, wenn folgende Bedingung erfüllt ist:
37
USD
) r + (1 K
mit: r
T
= Terminkurs EUR/USD
Eine Anlage im Inland zum inländischen Zins muss demnach den gleichen Ertrag erwirtschaften, wie eine verzinsliche Anlage des gleichen Betrages in Fremdwäh- rung im Ausland, wobei der Rückzahlungsbetrag inklusive Zinsen per Terminkurs zum Fälligkeitszeitpunkt gesichert wird.
Durch Umformung der obigen Gleichgewichtsbedingung lässt sich weiter zeigen, dass „das Verhältnis zwischen dem ausländischen und dem inländischen Zinsfak- tor bei Vernachlässigung von Transaktionskosten mit der Relation zwischen Ter- min- und Kassawechselkurs übereinstimmt.“ 38 Zahlreiche Untersuchungen haben ergeben, dass insgesamt von der Gültigkeit der gedeckten Zinsparität ausgegangen werden kann. 39 Obwohl ein empirischer Test der Deutschen Bundesbank zum Teil beobachtbare Abweichungen von der Parität
33 Zur Vereinfachung wird hier nicht zwischen Geld- und Kapitalmärkten unterschieden.
34 Vgl. Blundell-Wignall, A. / Browne, F., 1991, S. 9.
35 Vgl. Deutsche Bundesbank, 2005, S. 30.
36 Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 59.
37 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 59; Die Ausführung wurde in EUR und auf Mengennotie-
rung umgestellt.
38 Deutsche Bundesbank, 2005, S. 34.
39 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 60.
9
Grundlagen und Einflussfaktoren der ökonomischen Währungsrisiken
aufgezeigt hat, geht sie doch in ihrem Monatsbericht Juli 2005 von der Gültigkeit des Theorems aus. In der Begründung werden die Abweichungen eher auf Date- nunvollkommenheiten als auf Marktineffizienzen zurückgeführt.
40
Unter Vernachlässigung weiterer Varianten der Zinsparität soll an dieser Stelle abschließend noch die ungedeckte Zinsparität (uncovered interest parity
41
) erläu- tert werden.
42
Diese lässt sich aus der gedeckten Zinsparität ableiten, indem in der zuvor erläuterten Gleichung der Terminkurs durch den Erwartungswert des künf- tigen Kassakurses am Ende des Betrachtungszeitraums ersetzt wird.
43
Die Ter- minsicherung wird hier durch die Erwartung ersetzt, dass eine Abwertung der Inlandswährung annähernd einer entsprechend höheren Inlandsverzinsung im Vergleich zur Auslandsverzinsung gegenübersteht.
44
Aus der Annahme der Gül- tigkeit sowohl der gedeckten, als auch der ungedeckten Zinsparität, lässt sich die weit verbreitete Auffassung ableiten, dass der Terminkurs ein unverzerrter Schät- zer des zukünftigen erwarteten Kassakurses ist.
45
Untersuchungen zur Gültigkeit der ungedeckten Zinsparität stellen sich ausge- sprochen schwierig dar. Dies ist vor allem auf die dazu benötigte Kenntnis der ex ante Erwartungen der Markteilnehmer über den zukünftigen zu erwartenden Kas- sakurs zurückzuführen. Hinzu kommt, dass jeder Test auf Gültigkeit der unge- deckten Zinsparität gleichzeitig auch einen Test auf die Effizienz der Devisen- märkte darstellt.
46
2.1.2.3 Verknüpfung der Kaufkraft- und Zinsparität - Fisher-Effekt
Irving Fisher stellte 1930 zum ersten Mal die Hypothese auf, dass sich der Nomi- nalzins aus der Summe eines Realzinses und einer erwarteten Inflationsrate zu- sammensetzt. 47 Dieser Zusammenhang ist seither als Fisher-Gleichung bekannt. Wenn aufgrund von Arbitrageüberlegungen von einer langfristigen Konstanz des Realzinses ausgegangen wird, so wirken sich Veränderungen der erwarteten Infla- tionsraten direkt auf den Nominalzins aus. Dieser Zusammenhang in Verbindung mit der Erkenntnis aus der Kaufkraftparität, dass die erwartete Änderung des Wechselkurses der Differenz der erwarteten Veränderungen der Inflationsraten
40 Vgl. Deutsche Bundesbank, 2005, S. 36.
41 Abkürzung: UIP.
42 In der Literatur sind darüber hinaus Ausführungen zu den Varianten geschlossene Zinsparität (closed interest parity) sowie der Realzinsparität (real interest parity) zu finden.
43 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 60.
44 Vgl. Deutsche Bundesbank, 2005, S. 31.
45 Vgl. Poddig, T., 1996, S. 263; Blundell-Wignall, A. / Browne, F., 1991, S. 27.
46 Vgl. Blundell-Wignall, A. / Browne, F., 1991, S. 10.
47 Vgl. Cooray, A., 2003, S. 135.
10 Grundlagen und Einflussfaktoren der ökonomischen Währungsrisiken
beider Länder entspricht sowie, dass die erwartete Änderung des Wechselkurses die Differenz zwischen den beiden Nominalzinsen wiederspiegelt (Zinsparität), gilt die sogenannte Fisher-Open-Bedingung:
48
e e
π - i = π - i
i
mit: = nominaler Marktzinssatz e
π
= erwartete Inflationsrate
I,A
Diese Gleichung besagt, „dass die Differentiale der Nominalzinssätze und damit auch die erwarteten Wechselkursschwankungen (UIP) ausschliesslich auf unter- schiedliche Inflationsschwankungen (relative Kaufkraftparität) zurückzuführen sind und damit letztendlich durch das Geldmengenwachstum bestimmt werden (Fisher-Gleichung).“ 49 Zur Untersuchung der empirischen Evidenz des Fisher Effekts sei auf Cooray, A. (2003) verwiesen: ”Despite the positive relationship observed between interest rates and inflation, the majority of empirical studies have not conformed to the Fisher hypothesis in its strictest form.” 50 In der Folge werden einige Gründe dafür vorgestellt und getestet. Mit dem Ergebnis, „they too, have failed to yield a defi- nite answer.” 51 Für die Gültigkeit der Fisher-Open-Bedingung ist anzuführen, dass schon allein die implizite Forderung der Abwesenheit von Risikoprämien äußerst unrealistisch ist. Darüber hinaus gilt, wie auch für die anderen Paritätentheorien, dass die ihnen zugrundeliegenden Annahmen sehr restriktiv sind und in der Realität Abweichun- gen von diesen sehr wahrscheinlich sind.
2.1.2.4 Random Walk Modell
Die Markteffizienzhypothese ist Grundlage der Theorie einer zufälligen Wechsel- kursentwicklung gemäß eines Random Walks. Nach Fama, E. F. (1970) gilt: ”A market in which prices always ´fully reflect´ available information is called ´efficient´.” 52 Ob es sich dabei um eine schwache, halbstrenge oder strenge Form
48 Vgl. Gamper, P. Ch., 1995, S. 83.
49 Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 62.
50 Cooray, A., 2003, S. 145.
51 Cooray, A., 2003, S. 145.
52 Fama, E. F., 1970, S. 383; Die Worte in ´´ sind im Original auf gleiche Weise hervorgehoben.
11 Grundlagen und Einflussfaktoren der ökonomischen Währungsrisiken
der Markteffizienz handelt, wird an dieser Stelle nicht ausgeführt. Weiter wird davon ausgegangen, dass „alle preisrelevanten neuen Informationen zufällig und unabhängig von den früheren Informationen eintreffen.“
53
Angewandt auf den Devisenmarkt bedeutet dies, dass der aktuelle Kassakurs bereits alle relevanten und zu diesem Zeitpunkt bekannten Informationen verarbeitet hat. Jede Kursände- rung muss somit als unerwartet angesehen werden.
54
Formal ausgedrückt folgt daraus:
ε + K = K
K
mit: = Wechselkurs
ε
= normalverteilte Zufallsvariable mit einem Erwartungswert von
Das bedeutet, dass wenn alle eintreffenden Informationen zufällig und unerwartet sind, der Verlauf eines Wechselkurses einem Zufallsprozess entspricht und nicht prognostizierbar ist. Daher ist der gegenwärtige Kassakurs die aussagekräftigste Größe bezüglich des zukünftigen Verlaufs des Wechselkurses. 55
2.1.2.5 Weitere Prognosemodelle
Bei den ersten beiden vorgestellten Theorien handelt es sich um fundamentalana- lytische Ansätze. Da sie jeweils nur einen Wirkungszusammenhang betrachten, handelt es sich um partialanalytische Ansätze einer Fundamentalanalyse. Auf- grund ihrer umstrittenen Evidenz wurden in den letzten Jahrzehnten neuere Kon- zepte der Wechselkursprognose erforscht. Hierzu zählen strukturell ökonomische Modelle wie das monetäre Modell, die Theorie des Overshooting, das Portfolio- modell aber auch technische Analysetheorien wie die Chartanalyse. Einen beson- ders interessanten Ansatz stellt die Verwendung neuronaler Netze zur Bestim- mung der Wechselkursentwicklung dar. Leider kann aber auch sie keine vollstän- dige Erklärung der Wechselkursentwicklung liefern. Insgesamt muss festgestellt werden, dass auch die Aussagekraft dieser Theorien nicht zweifelsfrei bewiesen ist.
53 Gamper, P. Ch., 1995, S. 72.
54 Vgl. Brunner, M., 2003, S. 14.
55 Vgl. Mayrhofer, H. H., 1992, S. 50.
12
Grundlagen und Einflussfaktoren der ökonomischen Währungsrisiken
Bei Versagen der verschiedenen Modelle wird häufig der Schluss gezogen, dass das Random Walk Modell die Entwicklung des Wechselkurses am besten er- klärt.
56
2.2 Währungsexposure Obwohl die zuvor erläuterten Theorien für den langfristigen Betrachtungszeitraum befriedigende Ergebnisse geliefert haben, wird deutlich, dass sie trotz allem ein zu unsicheres Maß darstellen um ein Risikomanagement nach ihnen auszurichten. Daher soll in der Folge der zweite Risikofaktor des Währungsrisikos, das Wäh- rungsexposure, erläutert werden. Dieses beziffert betragsmäßig die Größen eines Unternehmens, die dem Währungsrisiko ausgesetzt sind. 57 Aufgrund der großen Bedeutung der Währungsexposures für das Währungsmana- gement sollte mit einer genauen Definition und Identifikation dieser begonnen werden. 58 Eine Definition verschiedener Arten von Exposures lässt sich in Analo- gie zu der bereits erläuterten Einteilung der Wechselkursrisiken vornehmen. Die nachfolgenden Ausführungen erheben nicht den Anspruch auf Vollständig- keit. Nach Ansicht des Autors ist jedoch ein grundsätzliches Verständnis von Wechselkursentwicklungen und eine zumindest kompakte, die wesentlichen Ei- genschaften betreffende Erläuterung aller Exposurearten wichtig, um die Bedeu- tung des ökonomischen Währungsmanagements zu verstehen, bzw. dieses Kon- zept gegenüber den anderen exakt abgrenzen zu können.
Konversionsexposure 59
2.2.1 Die Berechnung des Konversionsexposure ist ein vergangenheitsorientiertes Kon- zept. Es erfasst die Risikopositionen anhand von Jahresabschlussdaten. Dieses Risiko entsteht aus der Tatsache, dass sich der Kurs von Fremdwährungspositio- nen zwischen zwei Jahresabschlussterminen ändern kann. Damit ist es, im Gegen- satz zu den beiden anderen zahlungsstromorientierten Ansätzen, rein buchhalteri- scher Natur. Es kann sowohl bei Einzelabschlüssen auftreten, die Fremdwäh- rungspositionen enthalten, als auch bei der Konsolidierung von Konzernabschlüs-
56 Vgl. Brunner, M., 2003, S. 14.
57 Vgl. Fastrich, H., 1990, S. 105.
58 Vgl. Soenen, L. A., 1979, S. 12.
59 In der Folge werden der deutsche Begriff Konversionsexposure und der englische Begriff Translation Exposure synonym verwendet. Darüber hinaus lassen sich in der englischen Litera- tur dafür auch die Begriffe Accounting beziehungsweise Book Exposure finden.
13
Grundlagen und Einflussfaktoren der ökonomischen Währungsrisiken
sen, wenn die Denominationswährungen der Töchter nicht mit denen der Mutter übereinstimmen.
60
Dabei stellt sich die Frage zu welchem Kurs die Umrechnung erfolgen soll. Im Wesentlichen wird zwischen der Verwendung von einheitlichen und differenzier- ten Kursen unterschieden.
61
Dem Translation-Exposure-Konzept wird im allge- meinen die Fähigkeit abgesprochen, ökonomische Auswirkungen von Wechsel- kursschwankungen auf das Ergebnis eines Unternehmens richtig erfassen zu kön- nen.
62
Die Begründung dafür liegt in seinen großen Schwachstellen, wie der Ver- gangenheitsorientierung und der starken Abhängigkeit von Bewertungsvorschrif- ten, die oftmals wenig mit den tatsächlichen ökonomischen Werten zu tun ha- ben.
63
Darüber hinaus lässt sich feststellen, dass eine Absicherung des Accounting Exposure nicht nur nicht empfehlenswert, sondern strikt abzulehnen ist, weil da- mit nicht zahlungswirksame Effekte durch zahlungswirksame Gegenmaßnahmen kompensiert würden.
64
Nichtsdestotrotz wird das Umrechnungsrisiko in der Praxis relativ häufig abgesi- chert.
Bernhardt, W. (1992)
erklärt dies mit der Angst vor falschen Signalen am Kapitalmarkt sowie als Reaktion auf eine progressive Unternehmensbesteuerung. Seines Erachtens ist auf wechselkursbedingte Veränderungen der Jahresab- schlusszahlen jedoch nicht mit einer Hedgeposition sondern vielmehr mit einer entsprechenden Informationspolitik gegenüber Aktionären und Gläubigern zu reagieren.
65
Allgemein ist sich die Wissenschaft einig, dass dieses Risiko nicht abgesichert werden sollte.
66
Transaktionsexposure 67
2.2.2 Das Transaktionsexposure beziffert das Währungsrisiko, das aus zukünftigen, zum Zeitpunkt der Betrachtung bereits kontrahierten, Fremdwährungs-Cashflows und Fremdwährungsbeständen entsteht. Damit resultiert der Großteil aus entspre- chenden Liefer- und Leistungsbeziehungen, Fremdwährungskrediten und Wertpa-
60 Vgl. Brunner, M., 2003, S. 21.
61 Einen Überblick über die Umrechnungsmethoden findet der interessierte Leser in der einschlä- gigen Rechnungslegungs- beziehungsweise Bilanzierungsliteratur. Aufgrund der laufenden Aktualisierungen dieser Literatur soll hier kein spezielles Werk angegeben werden. 62 Vgl. Oxelheim, L. / Whilborg, C. G., 1995, S. 241.
63 Vgl. Brunner, M., 2003, S. 23f.
64 Vgl. Henk, A., 2003, S. 92.
65 Vgl. Bernhard, W., 1992, S. 27.
66 Vgl. Dhanani, A., 2004, S. 319.
67 In der Folge werden die deutschen Begriffe Transaktionsexposure, Umrechnungsexposure und der englische Begriff Transaction Exposure synonym verwendet.
14
Grundlagen und Einflussfaktoren der ökonomischen Währungsrisiken
pierbeständen.
68
Des Weiteren erfasst es Zahlungsereignisse, für die bereits ein Vertragsabschluß erzielt wurde, die jedoch noch nicht zu in Höhe und Fälligkeit genau bekannten Forderung oder Verbindlichkeit geworden sind. Dies kann bei der Quantifizierung zu erheblichen Problemen führen. Ähnlich verhält es sich mit den ebenfalls meist dem Transaction Exposure zugeordneten Eventualgeschäften. Beispielhaft werden hierfür oft internationale Ausschreibungen angeführt. Dabei ist zum Zeitpunkt der Exposurebestimmung nicht klar, ob das Geschäft überhaupt zustande kommt. Deshalb kann es entweder gar nicht, teilweise oder voll ange- rechnet werden.
69
Das Transaction Exposure ist das in der Praxis derzeit am meisten angewandte Konzept.
70
Dies resultiert aus der Möglichkeit seiner einfachen Quantifizierung. Es ergibt sich aus einer Gegenüberstellung bzw. einem Netting
71
aller zukünftiger, vertraglich fixierter Cashflows. Der errechnete Betrag stellt gleichzeitig die abzu- sichernde Hedgeposition dar. Das Transaction Exposure wird in internationalen Konzernen sehr intensiv und auf hohem Niveau von zentralen Clearingstellen gemanagt. Durch die Verwendung von nur in ausländischer Währung denominier- ten und bereits kontrahierten Beträgen, deckt dieses Konzept jedoch nur einen Teil der Cashflows einer Unternehmung ab und greift aus wissenschaftlicher Sicht zu kurz, um als Grundlage für ein unternehmensweites Wechselkursrisiko- Management zu dienen.
72
Ökonomisches Exposure 73
2.2.3 Die beiden vorgestellten Exposure- bzw. Risikokonzepte greifen in der Realität, wie bereits erläutert, oft zu kurz. Das ökonomische Exposurekonzept weitet daher den Betrachtungshorizont aus und betrachtet alle zukünftigen und zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht kontrahierten Zahlungsströme. 74 Schon bei einem Vergleich
68 Vgl. Brunner, M., 2003, S. 26.
69 Vgl. Mayrhofer, H. H., 1992, S. 17.
70 Vgl. Glaum, M., 2000, S. 41.
71 Unter Netting wird das Aufrechnen von gegenläufigen Zahlungsströmen verstanden. Existiert zu einem Fälligkeitstermin eine Forderung und gleichzeitig eine Verbindlichkeit in gleicher Höhe, so gleichen sich diese beiden Positionen aus Sicht des Umwechslungsrisikos aus. 72 Vgl. Brunner, M., 2003, S. 28f.
73 In der Folge werden der deutsche Begriff ökonomisches Exposure und der englische Begriff Economic Exposure synonym verwendet.
74 In der Literatur finden sich unterschiedliche Abgrenzungen des ökonomischen Exposure. In jüngerer Zeit wird das Transaktionsexposure oft als Teilmenge des ökonomischen Exposure definiert. Erst zusammen mit dem sogenannten Operating Exposure ergibt es bei dieser Defini- tion das ökonomische Exposure. Diese Arbeit hält sich jedoch an die traditionelle Einteilung in Konversionsexposure, Transaktionsexposure und ökonomisches Exposure. Die Autoren, die sich für die Verwendung anderer Definitionen entschieden haben, benutzen für den in dieser Arbeit als ökonomisches Exposure bezeichneten Sachverhalt die Begriffe competitive exposu-
15
Grundlagen und Einflussfaktoren der ökonomischen Währungsrisiken
der jeweils betrachteten Zeiträume wird schnell deutlich, dass das ökonomische Exposure ein viel umfassenderes Konzept darstellt.
Im Gegensatz zum Transaktionsexposure ist dabei nicht nur die Höhe des Hei- matwährungsbetrages, sondern auch die Höhe des Fremdwährungsbetrages unsi- cher. 75 Zusätzlich zum Preisrisiko ist das ökonomische Exposure damit auch dem Mengenrisiko ausgesetzt. Dies und die Tatsache, dass hier die realen und nicht wie bei den beiden anderen Konzepte die nominalen Wechselkursänderungen be- trachtet werden, führt dazu, dass es ein Maß für die Auswirkungen auf die Wett- bewerbsfähigkeit einer Unternehmung darstellt. 76 Es deckt somit langfristige, strukturelle Gefahren aus der Währungszusammensetzung von Umsätzen und Kosten und damit dem operativen Ergebnis auf.
Diese Sachverhalte lassen sich gut anhand des folgenden Beispiels verdeutlichen. Ein deutsches Unternehmen, das seine in Deutschland produzierten Produkte auf dem US-amerikanischen Markt absetzt, weist ein großes ökonomisches Exposure auf. Es kennt nur die Rückflüsse aus bis zum heutigen Tag abgeschlossenen Lie- ferverträgen. Alles was darüber hinausgeht ist unsicher. So können auch keine genauen Aussagen über den zukünftigen Umsatz getroffen oder der Umtausch dieser Rückflüsse in Heimatwährung abgesichert werden.
Weiter ist zu beachten, dass diese zukünftigen Erträge nicht nur vom Euro/Dollar- Wechselkurs abhängig sind. Sieht sich dieses Unternehmen auf dem amerikani- schen Markt beispielsweise der Konkurrenz eines japanischen Mitstreiters ausge- setzt, so ist das Unternehmen zusätzlich von Änderungen des Euro/Yen- Wechselkurses betroffen. Diese Veränderungen haben wesentlichen Einfluss auf die Kostenstruktur der Wettbewerber und damit auf die relative Wettbewerbsposi- tion im Markt. Es entsteht also ein ökonomisches Exposure gegenüber dem Yen. Dieses Beispiel beschreibt die Situation, in welcher sich deutsche Automobilun- ternehmen in den 70er Jahren befunden haben. Die Deutsche Mark wertete damals sehr stark gegenüber dem Dollar auf. Zwar sahen sich auch die japanischen Au- tomobilhersteller einer Yen-Aufwertung ausgesetzt, dies jedoch in einem wesent- lich geringeren Maße als die Deutschen. Somit veränderten sich schon allein aus der Tatsache einer Wechselkursverschiebung die Wettbewerbspositionen auf dem
re, operating exposure oder auch non-contractual exposure.
75 Vgl. Srinivasulu, S. L., 1981, S. 15.
76 Analog zu den Ausführungen aus Kapitel 2.1.2.3 ist der reale Wechselkurs der um die Inflati- onsrate korrigierte nominale Wechselkurs. Da der Wechselkurs ein Austauchverhältnis von zwei Währungen ist, wird bei der Korrektur auf die Veränderung der Inflationsraten beider Länder abgestellt.
16
Grundlagen und Einflussfaktoren der ökonomischen Währungsrisiken
amerikanischen Automobilmarkt, ohne die Betrachtung produktionswirtschaftli- cher Belange.
77
Anhand dieses Beispiels ist zudem ersichtlich, dass das Economic Exposure in zwei Teileffekte aufgeschlüsselt werden kann. Zum einen in den Umwechslungs- effekt (conversion effect), welcher das ständig wiederkehrende Transaktionsexpo- sure beschreibt, und den Wettbewerbseffekt (competitive effect). Er drückt die Sensitivität von realen Wechselkursveränderungen auf die operativen Zahlungs- ströme in lokaler Währung aus.
78
Neben dem Preiseffekt tritt also auch der schon mehrfach erwähnte Mengeneffekt auf, was letztlich zu einer Veränderung der op- timalen Preis-Mengen-Kombination führt.
79
Das Preisrisiko bezieht sich hier auf die unsichere Höhe des Wechselkurses, wohingegen das Mengenrisiko für die Unsicherheit des Zahlungsstroms in Fremdwährung steht.
80
Der Wettbewerbseffekt liefert auch den Grund, warum selbst Unternehmen, die ihre Geschäfte ausschließlich auf dem Heimatmarkt tätigen, einem Fremdwäh- rungsexposure ausgesetzt sein können. Dieses kann beispielsweise aus der Im- portkonkurrenz mit ausländischen Mitbewerbern resultieren.
81
Selbst wenn diese nicht gegeben ist, kann ein Exposure immer noch aus der extremen Wechselkurs- abhängigkeit eines Kunden des Unternehmen herrühren.
82
Die Ausführungen sollen verdeutlichen, wie wichtig ein Management des ökono- mischen Währungsrisikos und dabei vor allem des ökonomischen Exposure ist. Dabei sind jedoch auch Wechselwirkungen mit den anderen Exposures zu beach- ten. So kann eine Absicherung des Transaktionsexposure unter Vernachlässigung des ökonomischen Exposure sogar zu einer Vergrößerung des Gesamtexposure führen.
83
Ein Beispiel hierfür ist die Absicherung einer Verbindlichkeit in US- Dollar, obwohl ein Großteil der laufenden Erträge der Unternehmung in US- Dollar anfallen. Diese Verbindlichkeit könnte gerade mit den Rückflüssen in der gleichen Währung beglichen werden.
77 Vgl. Srinivasulu, S. L., 1981, S. 15.
78 Vgl. Flood, E. Jr. / Lessard, D. R., 1986, S. 26.
79 Vgl. Brunner, M., 2003, S. 30.
80 Vgl. Büschgen, H. E., 1980, S. 26.
81 Vgl. Rehkugler, H. / Schindel, V., 2004a, S. 347.
82 Vgl. Adler, M. / Dumas, B., 1984, S. 41.
83 Vgl. Lessard, D. R. / Lightstone, J. B., 1986, S. 108.
17
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
3 Quantifizierung und Analyse des ökonomischen
Währungsrisikos
Als Grundlage für ein fundiertes Management des ökonomischen Währungsrisi- kos ist es wünschenswert, eine möglichst genaue Vorstellung von diesem Risiko zu haben. Es soll versucht werden, dieses so genau als möglich zu messen. Wäh- rend der Ausführungen in Kapitel 2 wurde das Währungsrisiko in seine Bestand- teile Wechselkursrisiko und Währungsexposure zerlegt. Dabei sollte gezeigt wer- den, dass ein Währungsmanagement anhand der Steuerung des Wechselkursrisi- kos nicht möglich ist. Zum einen kann weder der Verlauf des Wechselkurses durch das Unternehmen beeinflusst werden, noch sind verlässliche Aussagen an- hand von Schätzungen darüber möglich.
Aus diesem Grund fokussiert diese Arbeit den zweiten Aspekt, nämlich den des Exposuremanagements. Daher wird im folgenden Kapitel zur Quantifizierung des Risikos auch versucht das Exposure zu bemessen.
3.1 Verschiedene Ansätze und Methoden zur Quantifizierung des ökonomischen Währungsexposure Dieser Abschnitt soll zeigen, dass auch eine sinnvolle exakte Erfassung des öko- nomischen Exposure aus betriebswirtschaftlich anwendungsorientierter Sicht aus- gesprochen schwierig ist. Stellvertretend für diese Auffassung sei das folgende Zitat von Henk, A (2003) aufgeführt: „Aufgrund der vielfältigen, interdependenten direkten und indirekten Wirkungseinflüsse von Wechselkursrisiken auf den Un- ternehmenswert ist jedoch bei Industrie- und Handelsunternehmen lediglich eine Approximation des Economic Exposure, nicht jedoch dessen absolut exakte Be- rechnung möglich.“ 84 Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass zur vollstän- digen Abbildung des ökonomischen Risikos die Kenntnis unternehmensinterner Informationen notwendig ist. Gestaltet sich die Erhebung dieser Informationen für das eigene Unternehmen mitunter schon schwierig, so ist es nahezu unmöglich, diese über Mitbewerber zu erhalten. Für eine vollständige Erfassung sind diese Kenntnisse jedoch unerlässlich. 85
84 Henk, A., 2003, S. 94. Dabei definiert Henk das Economic Risk schon weitläufig, also inklusi-
ve des verhältnismäßig leicht zu ermittelnden Transaction Exposure.
85 Vgl. Henk, A., 2003, S. 91.
18
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
Im Schrifttum werden zur Berechnung des Economic Exposure eine wirkungsbe- zogene und eine ursachenbezogene Herangehensweise unterschieden.
86
Die Gruppe der Autoren, die sich für eine wirkungsbezogene Bearbeitung ent- schieden hat, bedient sich der Hilfe der Regressionsanalyse und ermittelt anhand historischer Kapitalmarktdaten Zusammenhänge zwischen Wechselkursen und Unternehmenswert. Diese Wirkungsweisen übertragen sie auf zukünftige Ent- wicklungen.
87
Innerhalb dieser Gruppe, lassen sich wieder zwei grundlegende Herangehenswei- sen unterscheiden. Stellvertretend für diese seien die Arbeiten von
Adler, M. / Dumas, B. (1984)
und
Garner, C. K. / Shapiro, A. C. (1984)
angeführt. Erste definieren in ihrem Aufsatz, „der als grundlegend für die weitere Diskussion zur Wechselkursrisiko-Thematik angesehen werden kann [...]“
88
, das Exposure als Betrag in Fremdwährung, der für die Sensitivität des zukünftigen Barwerts einer Anlage auf zufällige Veränderungen des zukünftigen Wechselkurses steht. Das Exposure stellt also den Teil des zukünftigen Barwerts einer Unternehmung dar, der mit einer Veränderung der zukünftigen Austauschrate schwankt. Über diesen Zusammenhang werden Wechselkursänderungen und zukünftiger Marktwert mit Hilfe der linearen Regression in Verbindung gebracht. Im vereinfachten Zweilän- derfall entspricht das Exposure gerade dem Steigungsparameter einer linearen Einfachregression.
89
Eine Anwendung der Regressionsmethode setzt allerdings die Prämissen eines perfekten Kapitalmarkts voraus, das bedeutet, dass die uner- warteten Wechselkursänderungen effizient verarbeitet werden und sich unmittel- bar im Kurs der Anlage niederschlagen.
90
Die Definition der Autoren bedeutete damals die erste Abkehr von der zuvor gängigen Praxis, das Exposure aus den Unterlagen des Finanz- und Rechnungswesens der Unternehmung zu ermitteln.
91
In ihrem ebenfalls 1984 erschienenen Aufsatz analysieren auch
Garner, C. K. / Shapiro, A. C. (1984)
das Exposure des amerikanischen Unternehmens Vulcan Materials Company mit Hilfe einer Regressionsanalyse.
92
Dabei stellt der Dollar- wert der Cashflows vergangener Perioden die erklärte Variable und der durch- schnittliche Wechselkurs der entsprechenden Periode die erklärende Variable
86 Vgl. Henk, A., 2003, S. 94.
87 Vgl. Henk, A., 2003, S. 94.
88 Roth, A., 1997, S. 40.
89 Vgl. Adler, M. / Dumas, B., 1984, S. 41ff.
90 Vgl. Bartram, S. M., 2000, S. 1272.
91 Vgl. Roth, A., 1997, S. 41.
92 Vgl. Garner, C. K. / Shapiro, A. C., 1984, S. 71ff.
19
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
dar.
93
Der wesentliche Unterschied in der Methodik zu
Adler, M. / Dumas, B (1984)
ist zum einen die Tatsache, dass sie an Stelle von Kapitalmarktdaten un- ternehmensinterne Cashflow-Werte verwenden. Darüber hinaus sagt der von
Gar- ner, C. K. / Shapiro, A. C. (1984)
errechnete Regressionskoeffizient etwas ganz anderes aus, nämlich um wie viel sich die Cashflows in absoluten Zahlen ändern wenn sich der Wechselkurs um eine Einheit bewegt.
94
Der große Vorteil des Ansatzes von
Adler, M. / Dumas, B. (1984)
ist die Tatsache, dass es sich bei dem von ihnen errechneten Exposure um einen Wert in der Zu- kunft handelt. Durch das Eingehen einer gegenläufigen Position in gleicher Höhe lässt sich das Risiko eliminieren.
95
Diese ausgesprochen praktische Tatsache und die ausführliche und formal exakte Herleitung des Verfahrens von
Adler, M. / Dumas, B (1984)
sind auch ein Grund, weshalb das Konzept von
Garner, C. K. / Shapiro, A. C. (1984)
weit weniger Beachtung gefunden hat.
96
Letztlich gilt aber für beide Konzepte das schwerwiegende Problem, dass die sta- tistische Regressionsanalyse immer einen anhand von Vergangenheitsdaten ermit- telten Zusammenhang in die Zukunft projiziert.
97
Dies ist aber aufgrund vielseitiger Veränderungen sowohl der Unternehmensstruk- tur als auch des ökonomischen Umfelds kritisch zu beurteilen.
98
Zu häufig sind Strukturbrüche zu beobachten, die dazu führen, dass solche Zusammenhänge für die Zukunft nicht oder nicht in der selben Weise gelten. Darüber hinaus betrachte- ten die vorgestellten Ansätze nur einzelne Währungen. Sobald jedoch mehrere betrachtet werden sollen, wird aus der Einfachregression eine multivariate Analy- se. Diese birgt zusätzliche Probleme bezüglich der Multikollinearität.
99
Die soeben vorgestellte wirkungsbezogene Herangehensweise für die Quantifizie- rung des ökonomischen Exposure hält der Autor auch aus diesen Gründen für nur begrenzt geeignet. Darüber hinaus zeigt die Regressionsanalyse während des Er- mittlungsprozesses keinerlei Ansatzpunkte für ein Währungsmanagement auf. Das Gegenteil ist bei einer ursachenbezogenen Bearbeitung des Themas der Fall.
93 Vgl. Garner, C. K. / Shapiro, A. C., 1984, S. 71f.
94 Vgl. Roth, A., 1997, S. 47.
95 Vgl. Vgl. Adler, M. / Dumas, B., 1984, S. 42.
96 Vgl. Roth, A., 1997, S. 46 f; beispielhaft hierfür ist auch das Ergebnis einer Eingabe der beiden Aufsätze auf der Internetseite http://scholar.google.com, einem Ableger der bekannten Inter- netsuchmaschine, die ausschließlich akademische Treffer liefert. Für den Aufsatz von Adler und Dumas werden 113 Zitationen gezählt, der von Garner und Shapiro erbringt lediglich 6 Treffer. (Stand: 15.11.2005).
97 Vgl. Bernhard, W., 1992, S. 13.
98 Vgl. Henk, A., 2003, S. 114.
99 Vgl. Adler, M. / Dumas, B., 1984, S. 48; für die Probleme der Multikollinearität auch Back- haus, K. / Erichson, B. / Plinke, W. / Weiber, R., 2000, S. 41ff.
20
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
Hier wird in einem ersten Schritt eine statische Bestandsaufnahme des ökonomi- schen Exposure durchgeführt. Darüber hinaus werden die Wirkungskanäle von Wechselkursänderungen untersucht. Aufgrund mangelnder Verfügbarkeit objekti- ver Werte, wird sich in diesem Zusammenhang die Schätzung vieler Zusammen- hänge nicht vermeiden lassen. Aus diesem Grund steht bei diesem Ansatze eher die Schaffung eines Verständnisses für die Zusammenhänge der Wirkungsketten, als eine exakte Quantifizierung im Vordergrund. In den nächsten Schritten findet eine starke Würdigung der Wettbewerbsposition der Unternehmung sowie der Unternehmensstruktur statt.
100
Weil diese Belange nach Auffassung des Autors im Mittelpunkt eines jeden öko- nomischen Währungsmanagements stehen sollten und weil dieser Ansatz schon während der Quantifizierung bzw. Analyse sehr gute Ansätze für ein Management offen legt, wird im nächsten Kapitel, stellvertretend für die ursachenbezogenen Ansätze, näher auf die Arbeit von
Fastrich, H. / Hepp S. (1991)
eingegangen. Aufgrund der erwähnten Bevorzugung analytischer Ansätze vor einer exakten Quantifizierung des Gesamtexposure wird daher auch in der Folge eher von einer Analyse als von einer Quantifizierung gesprochen. Das bedeutet aber nicht, dass im Zuge der Analyse kein Gesamtexposure errechnet wird.
Diese analytischen Ansätze sollen es der Führung eines Unternehmens ermögli- chen, wesentliche Währungsexposures zu erkennen und diese zu managen. Im Gegensatz zu vielen Autoren, die sich oftmals sogar von Anfang an auf genettete Positionen konzentrieren, arbeiten sie nicht mit aggregierten Cashflows. Diese Konzentration von Informationen ist für eine exakte Quantifizierung als vereinfa- chende Annahme zwar sehr hilfreich, jedoch bleibt damit eine Vielzahl an Informationen ungenutzt. Vielmehr wird sich einer disaggregierten Cashflow- Analyse bedient, die den großen Vorteil aufweist, dass bei der Betrachtung dieser Cashflows eine viel bessere Einsicht in die Ursachen der Entstehung des Exposure möglich ist. Hilfsmittel für diese detaillierte Analyse sind dabei unter anderem die Portfoliotheorie, Wettbewerbsanalysen, Schätzungen von Preisabsatzfunktionen und die Erstellung von Planbudgets. 101
100 Vgl. Henk, A., 2003, S. 113.
101 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 174.
21
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
3.2 Analyse des ökonomischen Währungsexposure
3.2.1 Die Geschäftsstruktur und ihr Einfluss auf das Währungsmanage- ment Der hier vorgestellte Ansatz wird versuchen eine individuelle Analyse für die je- weilige Unternehmung zu ermöglichen.
Wenn davon ausgegangen wird, dass ein Management des Währungsrisikos durch die Unternehmung wertsteigernd und sinnvoll ist, 102 muss in einem ersten Schritt festgestellt werden, welche Geschäftsstruktur ein Unternehmen aufweist. Diese ist ursächlich dafür, auf welcher Ebene die Quantifizierung und Analyse des Exposure einsetzen soll. Daher kann die Analyse zweier Unternehmen am Ende auch zu unterschiedlichen Aggregationsniveaus führen.
Begründbar ist das mit dem Sachverhalt, dass sowohl die Quantifizierung als auch das Management nur an der Stelle sinnvoll ist, an der sich die Analyse- und die Entscheidungsebene entsprechen. Dies ist zumeist die Stelle an der das Risiko entsteht. 103 Beispielsweise sollte eine Finanzholding ihr Währungsexposure nicht auf Ge- samtkonzernebene bestimmen und analysieren, wenn sich diese Gesamtheit aus selbstständigen Einzelunternehmen zusammensetzt. Das Management und die Erfassung eines Exposure sollte immer von den verantwortlichen Entscheidungs- trägern erfolgen. Diese sind in dem erläuterten Beispiel aber nicht im Konzern, sondern auf der Ebene der Tochtergesellschaften anzutreffen. 104 Aufgrund der Tatsache, dass es sich beim ökonomischen Währungsmanagement weniger um ein finanzwirtschaftliches als vielmehr ein operatives Konzept handelt, sollten die entsprechenden Analysen und Entscheidungen auch von den operativen Einheiten getroffen werden. Dies bedeutet einen Einbezug von Abteilungen wie Beschaf- fung, Produktion, Marketing und Verkauf. 105 Für ein vorrangig dezentral angeleg- tes Management spricht dabei die Nähe der Entscheidungsträger zu diesen Einhei- ten.
102 Im Zuge des Risikomanagements wird häufig über die Frage diskutiert, wer sinnvoller Weise die Absicherungsentscheidung der Risiken zu treffen hat, die Eigentümer oder das Manage- ment des Unternehmens. Der Autor vertritt die Auffassung, dass aus verschiedenen Gründen, ein Risikomanagement der Unternehmung unverzichtbar ist. Eine ausführliche Diskussion die- ses Themas findet der interessierte Leser bei Dufey, G. / Srinivasulu, S. L., 1983, S. 57ff; Grant, R. / Soenen, L., 2004, S. 56.
103 Vgl. Henk, A., 2003, S. 217.
104 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 171.
105 Vgl. Cornell, B. / Shapiro, A. C., 1983, S. 54; Flood, E. Jr. / Lessard, D. R., 1986, S. 117.
22
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
Gegen ein dezentralisiertes Exposuremanagement spricht die Erfahrung, dass ein- zelne Tochtergesellschaften oftmals gegenläufige Exposure aufweisen und sich dadurch bei einer Gesamtbetrachtung mitunter beträchtliche Diversifikationspo- tentiale ergeben. Diese lassen sich ähnlich wie die Diversifikationspotentiale bei Anlagen begründen.
106
Bei einem Exposuremanagement auf untergeordneter Ebe- ne bleiben diese ungenutzt.
Unabhängig von der Tatsache auf welcher Ebene die Berechnung und das Mana- gement der Exposures, angesiedelt ist, werden die benötigten Informationen, bei denen es sich oftmals um Marktkenntnisse handelt, immer aus den verschiedenen operativen Einheiten kommen müssen. Daraus kann ein erhebliches Principal- Agent-Problem entstehen. Die Zentrale ist darauf angewiesen, objektive Informa- tionen zu bekommen. Diese Informationsabhängigkeit der Zentrale ermöglicht es den beurteilenden Stellen jedoch, die Lage für sich selbst bestmöglich darzustel- len. Ist die Berichtswährung beispielsweise die des Mutterkonzerns, so kann eine Reduzierung der berichteten Kosten einer Unternehmenseinheit einerseits auf die tatsächliche Realisierung von Einsparpotentialen zurückzuführen sein, anderer- seits könnte aber auch eine Wechselkursänderung dazu führen, dass die in lokaler Währung gleichbleibenden Kosten als Einsparung deklariert werden. Darüber hinaus wird die Einheit auch die für die Exposureanalyse notwendigen Informati- onen über die Märkte bereitstellen. Entwickeln sich diese nicht vorteilhaft, so be- einträchtigt dies die Stellung der Tochter in erheblichem Maße. Zwar werden die Einheiten diese Tatsache nicht auf Dauer verschleiern können, aber schon eine Verzögerung dieser Erkenntnis bedeutet einen Verlust für die Zentrale. 107 Diese Probleme treten bei den verschiedenen Organisationsformen in unterschied- licher Intensität auf. Dabei lassen sich jeweils Argumente für eine Zentralisierung aber auch für eine Dezentralisierung finden. Zumeist wird eine Ansiedelung der Quantifizierung und des Managements des Exposure zwischen den beiden Extre- men gewählt werden.
Eine eher zentralisierte Erfassung bietet sich bei den Organisationsformen der funktionalen und der regionalen Gliederung an. Aufgrund der organisatorischen Nähe der Zentrale zu den operativen Einheiten und der klaren Reporting- und Weisungsstruktur sind die geschilderten Probleme einer zentralen Erfassung nicht so erheblich. Dafür wird aber die Möglichkeit geschaffen, die Diversifikations-
106 Vgl. Rudolf, M. / Zimmermann, H., 1998, S. 914.
107 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 172.
23
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
effekte der Exposures voll zu berücksichtigen. Diese Strukturen sind vorrangig bei mittleren Exportunternehmen und Großunternehmen mit bedeutendem Um- satzanteil im heimischen Markt anzutreffen.
Bei Unternehmen mit einer Sparten- bzw. Produktbereichsgliederung und bei Fi- nanzholdings handelt es sich um Organisationsformen mit besonderem Komplexi- tätsgrad. 108 Dabei wäre auch hier der Einsatz der Portfolioanalyse mit dem Ziel einer Nutzung der Diversifikationseffekte der Einzelexposures möglich. Dank der heutigen Instrumente würde die Bewältigung des hohen Komplexitäts- grades auch kein Problem darstellen. Viel kritischer zu beurteilen wäre dagegen die Inkongruenz zwischen Entscheidung und Erfassung. 109 Daher sollten die ent- sprechenden Unternehmen auch ein tendenziell dezentralisiertes Risikomanage- ment bevorzugen.
Eine deutliche Qualitätssteigerung der dezentralen Exposureerfassung ist durch den Einbezug einer Stabsabteilung möglich. Diese Abteilung sollte sich aus Spe- zialisten auf dem Gebiet des Währungsmanagements zusammensetzten. Dadurch wäre eine Zusammenführung von Spezialistenwissen und bestmöglicher Informa- tionsqualität gewährleistet. 110 Die Ermittlung bzw. Analyse der Wettbewerbssituation einer Unternehmung ist für das Exposuremanagement von größter Bedeutung. Sie ist mitunter äußerst komplex und erfordert sehr detaillierte Kenntnisse. Elementar ist dabei, dass die Betrachtung, sowohl die Situation auf dem speziellen Markt, als auch die des be- troffenen Produktbereichs beleuchtet. Die Wettbewerbsposition ist eine Kombina- tion aus Produkt- und Markteinflüssen. So kann ein und das selbe Produkt auf dem einen Markt über eine hervorragende Wettbewerbsposition verfügen, auf einem anderen dagegen eine völlig untergeordnete Rolle spielen. Das Manage- ment der Exposures sollte in diesem Fall durch die operative Ebene erfolgen, da diese als einzige sowohl die Einflussfaktoren der Produkte als auch der Märkte kennt.
Die vorangegangenen Erläuterungen dienten nochmals der Verdeutlichung, dass das Währungsmanagement bei Sparten- bzw. Produktbereichsgliederung eher in den Händen des lokalen Managements liegen sollte. Damit trägt dieses zwar ei- nerseits das volle Währungsrisiko, hat andererseits aber auch die Möglichkeit von positiven Wechselkursentwicklungen bzw. guten Absicherungsentscheidungen zu
108 Die betroffenen Unternehmen sind zumeist multinationale Konzerne und finanziell orientierte
Unternehmensverbünde.
109 Vgl. Dhanani, A. / Groves, R., 2001, S. 277.
110 Vgl. Henk, A., 2003, S. 284.
24
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
profitieren.
111
Als weiterer Vorteil kann auch die Vermeidung eines bürokrati- schen Prozesses angeführt werden, wie er durch die Implementierung eines zent- ralen Währungsmanagements mit Informationsflüssen durch das ganze Unter- nehmen bei großen Konzernen mit relativ verkrusteten Strukturen auftreten wür- de.
3.2.2 Portfolioanalyse und die Bestimmung der relevanten Wechselkurse und Exposures Nachdem die Aufgabe des vorigen Kapitels darin bestand, zu klären, wer die in der Folge diskutierte Erfassung und das Management des ökonomischen Wäh- rungsexposure durchzuführen hat, beschäftigt sich der folgende Abschnitt mit dieser selbst.
Am Anfang eines systematischen Managements des ökonomischen Währungsex- posure steht die Bestimmung der relevanten Wechselkursverhältnisse. Dabei wird ermittelt, auf welche Veränderungen des realen Austauschverhältnisses die Wett- bewerbs- bzw. Gewinnsituation reagiert. 112 In einem ersten Schritt sollte geprüft werden, welche Währungen einen Einfluss auf die Cashflows haben, 113 in welchen Währungen also die Aufwendungen und Erträge generiert sind. 114 An dieser Stelle ist es jedoch wichtig festzuhalten, dass oftmals gar nicht die Rechnungswährung ausschlaggebend ist, sondern die Währung, die den Preis de- terminiert. Daher wird sie auch als Determinationswährung bezeichnet. 115 Aus dieser Feststellung ergibt sich, dass es nötig sein kann, Währungen einzubeziehen, in denen nominal zwar kein Geschäft getätigt wird, die aber trotzdem einen Ein- fluss auf die Cash Flows der Unternehmung haben. So sind auch bei der Betrach- tung der Exposures eines Konkurrenten nicht dessen Fakturierungswährungen, sondern die Determinationswährungen der Märkte ausschlaggebend, in denen er tätig ist. 116 In einem zweiten Schritt ist zu klären, in welcher Wirkungsrichtung diese Abhän- gigkeitsbeziehung herrscht. Hat der Kursanstieg einer Währung einen positiven, einen negativen oder eventuell einen neutralen Einfluss auf die Situation der Un- ternehmung. Die hier vorgenommene dreiteilige Einordnung macht deutlich, dass
111 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 172.
112 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 176.
113 Vgl. Henk, A., 2003, S. 53.
114 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 171.
115 Vgl. Bartram, S. M., 1999a, S. 79.
116 Vgl. Fels, G., 1988, S. 140.
25
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
im ersten Schritt auch Währungen aufgenommen werden, bei denen zum jetzigen Zeitpunkt eine Änderung des Wechselkurses aus verschiedenen Gründen zu kei- ner Wirkung führt. Diese Tatsache kann sich im Zeitablauf jedoch ändern.
Fastrich H. / Hepp, S. (1991)
schlagen in ihrer Arbeit einen ähnlich gearteten An- satz vor.
117
Sie lassen in einem fiktiven Beispiel das Management verschiedener Branchen sowie das Finanzmanagement der Mutterunternehmung die Korrelation zwischen realer Wechselkursänderung und dem Gewinn schätzen. Das Ergebnis dieser Schätzung ist in Abbildung 1 dargestellt.
Abbildung 1: Portfolioanalyse: Gewinnkorrelation (in Lokalwährungsein-
Quelle: Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 177.
Eine Korrelation von Eins bedeutet, dass eine Aufwertung in der betreffenden Fremdwährung zu einem Anstieg des Gewinns in gleicher Höhe führt, umgekehr- tes gilt für die negative Korrelation. Die Auswahl der aufgeführten Währungen ist, ähnlich wie auch in dieser Arbeit vorgeschlagen wird, durch die Hauptkosten- und Absatzwährungen bestimmt. Durch den Verzicht auf eine Unterscheidung in
117 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 176f.
26
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
In- und Auslandsgeschäft ist es darüber hinaus möglich, die Auswirkung einer Wechselkursänderung auf den inländischen Absatz zu berücksichtigen.
118
An- schließend wird mit Hilfe einer Umsatzgewichtung die Gewinnreagibilität des Gesamtunternehmen dargestellt.
Anhand dieser Grafik bzw. der sich dahinter verbergenden Vorgehensweise lässt sich sehr gut zeigen, dass eine Ermittlung der Reagibilität durch die dezentralen Einheiten 119 zur Schaffung eines Bewusstseins für die Abhängigkeiten sehr dien- lich ist. Obwohl die Gewinnreagibilität sowohl von Sparte A als auch von Sparte
B auf Veränderungen des britischen Pfund sehr stark positiv ist, wird dieser Effekt
für die Gesamtunternehmung aber von der negativen Korrelation der Sparte C überlagert. Bei der Aggregation auf Gesamtunternehmensebene führt dies zu einer leicht negativen Abhängigkeit vom Pfund.
Ob eine Aggregation auf Gesamtunternehmenssicht überhaupt sinnvoll ist, sollte anhand der Kriterien aus dem Vorkapitel bereits geprüft worden sein.
Auf den zweiten Schritt der Ermittlung der Korrelationsrichtung folgt eine sinn- volle Gewichtung der Einzelschätzungen. Wenn die Entscheidung zugunsten einer Aggregation gefallen ist, muss für diese Gewichtung ein Gewichtungskriterium ausgewählt werden. Die Wahl einer Umsatzgewichtung wie sie Fastrich, H. / Hepp, S. (1991) für ihr Beispiel vornehmen, ist dabei auch nach Ansicht des Au- tors am sinnvollsten. Es sollte dabei aber nicht vergessen werden, dass dies eine Vereinfachung darstellt, da die Gewinnreagibilität sowohl vom Umsatz als auch von den Kosten abhängt. Darüber hinaus sollte in Erinnerung behalten werden, dass die Korrelationen in diesem Stadium der Analyse nur eine subjektive Schät- zung darstellen. Um eine Aussage darüber treffen zu können, wie stark eine pro- zentuale Veränderung des Wechselkurses Einfluss auf die Gewinnreagibilität nimmt, ist die Kenntnis komplizierter Zusammenhänge nötig, die aufgrund ihres Komplexitätsgrades erst im Laufe dieser Arbeit ausführlich analysiert werden. Grundlage der gerade vorgestellten Vorgehensweise ist dabei ein bewährtes In- strument des strategischen Managements, die Portfolioanalyse.
Seinen Ursprung hat das strategische Management mit Hilfe von Matrizen in der von der Boston Consulting Group entwickelten Portfolio-Matrix. 120 Diese identi-
118 Diese kann beispielsweise dadurch hervorgerufen werden, dass sich die Kostenstruktur eines Mitbewerbers verschiebt und dies die betrachtete Unternehmung über eine Veränderung der Wettbewerbssituation beeinflußt.
119 In diesem Beispiel stellt eine Einheit eine Sparte dar.
120 Da dieser Ansatz sehr große Beachtung gefunden, entwickelte in der Folge jede größere Bera- tungsgesellschaft eine eigene Matrix.
27
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
fiziert mit Hilfe der beiden Achsen Marktwachstum und relativer Marktanteil vier Produkttypen, “Question Marks“, “Stars“, “Cash-Cows“ und “Dogs“. Der Idee dieses Konzepts zufolge durchläuft ein Produkt während seines Lebenszyklus meist alle diese Phasen.
121
Die Matrix stellt dabei besonders auf die Cashflow-Wirkungen dieser Phasen ab. Zuerst muss in ein Produkt investiert werden und es entstehen negative Cashflows (“Question Marks“). In der Folge gewinnt das Produkt an Bedeutung und die Cashflows werden ausgeglichener (”Stars”). Idealerweise folgt diesem Schritt eine lange Phase, in der die positiven Cashflows aus dem Produkt so hoch sind, dass mit ihrer Hilfe Produkte in anderen Phasen unterstützt werden können („Cash-Cows”). Am Schluss steht die Reifephase eines Produktes, die Umsätze sind ebenso wie die Cashflows rückläufig (“Dogs“).
122
Obwohl es sich dabei um ein ganzheitliches Konzept handelt, ist es auch für das Währungsmanagement sehr wichtig, in welcher Klasse sich das betrachtete Pro- dukt gerade befindet. Ist die Betrachtung der Währungseinflüsse der großvolumi- gen und für das gesamte Unternehmen sehr bedeutenden Cash-Cows besonders wichtig, so kann dagegen in Erwägung gezogen werden, die Cashflows der sowie- so rückläufigen „Dogs“ bei der Betrachtung der Exposures außen vor zu lassen.
Fastrich, H. / Hepp, S. (1991)
haben bereits bei Erhebung der Daten eine Be- schränkung auf die Hauptkosten- und Absatzwährungen vorgenommen. Betref- fend der Relevanz für das Gesamtunternehmen ist dies sinnvoll. Abschließend sei jedoch angemerkt, dass die dezentralen Einheiten die Aufgabe übernehmen soll- ten, die Entwicklung der Währungen zu beobachten, die zu diesem Zeitpunkt eine untergeordnete Rolle spielen.
Darüber hinaus müssen für ein ganzheitliches und nachhaltiges Währungsmana- gement die einzelnen Schritte in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.
3.2.3 Branchen- und Wettbewerbsanalyse Zur genauen Analyse der Wirkungsweise von Wechselkursänderungen und damit der Berechnung des Exposure, ist die Anwendung einer Branchen- und Wettbe- werbsanalyse unverzichtbar. Erst durch sie wird es möglich zu beurteilen, mit welchen Voraussetzungen ein Unternehmen auf einem Markt konfrontiert wird und diese entscheiden über die Höhe des Exposure. In der Literatur werden die beiden Extreme eines vollständigen Pass-Through und eines reinen Pricing-to-
121 Vgl. Wagner, S., 1984, S. 76.
122 Vgl. Schulz, P., 1988, S. 55.
28
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
Market unterschieden. Der Pass-Through steht für die Weitergabe der negativen Auswirkungen einer Wechselkursänderung an den Käufer eines Produktes.
123
Bei einem Pricing-to-Market bestimmt der Markt den Preis.
124
Das Unternehmen hat also nach einer negativen Wechselkursänderung keinerlei Preisanpassungsspiel- raum. Damit wirkt sich die Änderung direkt auf die Marge und den Gewinn aus. Wie fast alle Arbeiten, die den Bereich der Branchen- und Wettbewerbsanalyse behandeln, geht auch die folgende Ausarbeitung auf
Porter, M. E. (1988)
zurück. Darin identifiziert er die in der Folge näher ausgeführten Faktoren als maßgeblich für die Wettbewerbsintensität einer Branche. Abbildung 2 zeigt diese Spannungs- kräfte des Wettbewerbs, die auf eine Branche wirken.
Abbildung 2: Spannungskräfte des Wettbewerbs
Quelle: In Anlehnung an Porter, M. E., 1989, S. 26.
Nach Ansicht des Autors kommt den, in der Folge erarbeiteten Zusammenhängen
der Wettbewerbsanalyse aufgrund der Tatsache, dass sie maßgeblich die Höhe des
Exposure bestimmen eine besondere Bedeutung zu.
Die Tatsache, dass diese Zusammenhänge inhaltlich so weit vom Währungsmana-
gement entfernt zu sein scheinen und doch einen direkten kausalen Zusammen-
hang aufweisen, beweißt auf ein Neues die Problematik des Konzeptes des öko-
nomischen Währungsrisikos.
123 Vgl. Brunner, M., 2003, S. 34.
124 Vgl. Menon, J., 1995, S. 197.
29
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
3.2.3.1 Rivalität unter Mitbewerbern
Für die Rivalität der Mitbewerber einer Branche ist ihre Anzahl, sowie ihre Posi- tion zueinander entscheidend. Wie reagieren die Wettbewerber auf Maßnahmen eines anderen? Bei sehr vielen Marktteilnehmern ist die Wahrscheinlichkeit grö- ßer, dass einer Maßnahmen ergreift, beispielsweise eine Wechselkursänderung weiterreicht, ohne dass es die anderen bemerken.
Eine gute Position innerhalb des Marktes ist die eines Preisführers. Diese versetzt ein Unternehmen in die Lage, die Preise einer Branche zu bestimmen. Die ande- ren Marktteilnehmer orientieren sich in der Folge an diesem Preissetzungs- bzw. Pass-Through-Verhalten. Ist das Unternehmen nicht selbst Preisführer, so ist es für den wettbewerbspolitischen Aspekt des Währungsmanagements entscheidend wer diese Position inne hat. 125 Denkbar ist auch, dass ein Marktführer die Fakturierung in der von ihm ge- wünschten Währung durchsetzt. 126 Damit delegiert er zwar das komplette Preisri- siko, ist aber nach wie vor dem Mengenrisiko ausgesetzt. Dies bedeutet, dass der Kunde zwar den geforderten Preis bezahlt, die unsichere Größe bleibt aber die Nachfragemenge. Selbst wenn die Marge gleich bleibt, kann die Ertragslage eines Unternehmens aufgrund eines starken Umsatzrückgangs einbrechen.
Dieses Mengenrisiko verbleibt selbst wenn sich die Wettbewerber gleichen oder zumindest sehr ähnlichen Währungsstrukturen der Kosten gegenüber sehen. Da- durch, dass alle ihre Preise in ähnlicher Art und Weise anpassen, verbleibt jedoch nur ein verhältnismäßig geringes Exposure. 127 Porter, M. E. (1995) betont aber auch, dass die Kostenführerschaft nicht die ein- zige erstrebenswerte Marktposition gegenüber seinen Mitbewerbern darstellt. Dar- über hinaus spricht er von der Möglichkeit der Differenzierung. Dabei geht es darum, sich über Qualität und Service von den Konkurrenten abzuheben. Diese Konzepte werden später im Rahmen der Absicherungsmaßnahmen explizit be- handelt.
Darüber hinaus ist aber auch zu beachten, dass beispielsweise in stark wachsenden Branchen oftmals ein erbitterter Kampf um die Marktanteile ausgetragen wird. Dieser und die ebenfalls stark wachsenden Exposures führen zu einer großen Be- deutung des Währungsmanagements. 128 Auch hohe Fix- und Lagerkosten führen in der Regel zu starker Rivalität. Die Unternehmen neigen dazu, diese auf mög-
125 Vgl. Lessard, D. R. / Lightstone, J. B., 1986, S. 111.
126 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 179.
127 Vgl. Lessard, D. R. / Lightstone, J. B., 1987, S. 69.
128 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 181.
30
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
lichst viele Stückzahlen verteilen zu wollen und weiten ihre Kapazitäten aus. Dies führt wiederum zu einem Preiskampf, der am Ende sämtliche Spielräume für wechselkursbedingte Preisanpassungen vernichtet.
129
3.2.3.2 Marktmacht der Lieferanten
Auch für Zulieferer gilt, dass eine sehr gute Stellung am Markt Möglichkeiten schafft, Wechselkursschwankungen direkt weiterzugeben oder die Fakturierungs- währung zu bestimmen. Hierbei handelt es sich jedoch wieder nur um die Delega- tion des Preisrisikos. Besonders zu beachten ist dabei, dass die Weitergabe des Wechselkursrisikos nicht nur durch Anpassung des Preises möglich ist, sondern auch über Veränderungen der Qualität oder des Service. 130 Ein hohes Gefahrenpotential birgt für jede Branche der Umstand, dass die Bran- che der Zulieferer ein höheres Konzentrationsmaß aufweist als die eigene. Genau- so ungünstig sind einseitige Abhängigkeiten, wenn ein Unternehmen beispiels- weise ein Produkt oder einen Rohstoff nur von einem bestimmten Zulieferer be- ziehen kann. Aus diesen beiden Gründen ist das Thema der Marktmacht der Lie- feranten gerade auch für die Automobilindustrie von größtem Interesse. Durch Ausspielen ihrer Macht hat sich die Anzahl der Zulieferer in den letzten Jahren deutlich reduziert und damit auch eine Art Gegenmacht provoziert.
Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt sind auch die Mitarbeiter, die als Liefe- ranten ihrer Arbeitskraft angesehen werden müssen. In der Realität ist zu beo- bachten, dass ein hoher Organisationsgrad und eine starke Verhandlungsposition von Arbeitnehmern in Tarifverhandlungen die Rentabilität von Branchen deutlich schmälern kann. Für das Währungsmanagement ist diese Position besonders wich- tig, weil sie einen großen Teil der lokalen Wertschöpfung ausmacht.
Die Diskussion bezieht sich letztlich auf eine Analyse der Wettbewerbsposition der Zulieferer. Für das Währungsmanagement wird damit deutlich, dass das Ex- posure einer Unternehmung nicht nur vom Exposure seiner Mitbewerber sondern auch von dem seiner Zulieferer abhängt. Gleiches gilt für das Exposure der im nächsten Kapitel behandelten Abnehmer. 131
3.2.3.3 Marktmacht der Abnehmer
Der Gesichtspunkt der Marktmacht der Abnehmer ist schon einmal im Zuge des
129 Vgl. Porter, M. E., 1995, S. 43.
130 Vgl. Porter, M. E., 1995, S. 54.
131 Vgl. Bartram, S. M., 1999a, S. 15.
31
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
Beispiels der Automobilindustrie angesprochen worden. Dies macht deutlich, dass im Wesentlichen die Aspekte der Marktmacht der Lieferanten in entgegengesetz- ter Richtung für die Marktmacht der Abnehmer gelten.
Entscheidend dafür, ob die Abnehmer jedoch überhaupt Gebrauch von ihrer even- tuell vorhandenen Macht machen, ist ihre Preissensitivität. Ist ein Käufer sehr preissensitiv, wird er keine Mittel scheuen, den Preis zu drücken und damit das Wechselkursrisiko abzuwälzen oder ein vergleichbares Produkt auf andere Weise, bzw. in einem anderen Währungsraum zu beschaffen. Spielt das Produkt sowohl vom Preis als auch von den Qualitätsanforderungen eine untergeordnete Rolle, so wird er den Preis als gegeben akzeptieren. 132 Außerdem spielt der Informationsstand des Abnehmers über die Kostenstrukturen des Lieferanten eine besondere Rolle. Wenn er diese gut kennt, verfügt er in Ver- handlungen bezüglich der Weiterreichung einer Wechselkursänderung über eine bessere Verhandlungsposition. Auch die Kenntnis über das Ausmaß des Wäh- rungsmanagements des Lieferanten kann sehr hilfreich sein.
Wie groß der Einfluss von Abnehmern sein kann, zeigt das Beispiel eines Ener- gieunternehmens, welches keinerlei Geschäfte in Fremdwährung kontrahiert, aus- schließlich am inländischen Markt tätig ist und auch darüber hinaus nicht in Wett- bewerbsbeziehung zu ausländischen Anbietern steht. Aufgrund der Tatsache, dass dessen Kunden jedoch sehr stark von Wechselkursänderungen betroffen sind und in Folge dessen ihre Nachfrage anpassen, weist auch dieses Unternehmen ein Ex- posure auf. 133
3.2.3.4 Markteintritt
Die Gefahr eines Markteintritts diszipliniert die etablierten Marktteilnehmer. A- giert ein Unternehmen dagegen auf einem Markt, der durch die fünf im Folgenden erläuterten Markteintrittbarrieren geschützt ist, kann es leichter Wechselkursver- änderungen weitergeben.
Eine der häufigsten Markteintrittsbarrieren sind Skalenerträge. Die Unternehmen machen sich dabei zu nutze, dass die Stückkosten bei steigendem Output pro Zeit- einheit sinken. 134 Eine weitere, besonders für das Währungsmanagement wichtige Barriere ist die Produktdifferenzierung. Etablierte Unternehmen hatten in der Vergangenheit be-
132 Vgl. Porter, M. E., 1995, S. 52.
133 Vgl. Adler, M. / Dumas, B., 1984, S. 41.
134 Vgl. Porter, M. E., 1995, S. 29f.
32
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
reits die Möglichkeit, ihre Kunden an sich zu binden. Um diesen Nachteil aufzu- holen, müssen Marktneulinge beträchtliche Mittel aufwenden.
Branchen wie die Automobilindustrie, in denen ein besonders hoher Kapitalbe- darf besteht, werden oftmals gerade dadurch vor Marktneulingen geschützt. Der Einsatz von gebundenem Kapital erhöht das Risiko für die Neulinge. Erhöhtes Risiko bedeutet dabei zudem höhere Kapitalkosten.
Umstellungskosten entstehen beim Wechsel eines Zulieferers. Da diese Kosten mit in das Kalkül des Abnehmers eingehen, muss der neue Lieferant deutlich günstiger oder besser sein als der ursprüngliche.
Außerdem ist für den Markteintritt entscheidend, in welcher Phase des Lebens- zyklus sich ein Produkt gerade befindet. Ist die Motivation für einen Markteintritt in einem frühen Stadium sehr hoch, wird sie dagegen gegen Ende eines Produkt- lebenszyklus nahe Null liegen. 135
3.2.3.5 Substitutionsprodukte
Genauso wie die einzelnen Mitglieder einer Branche konkurrieren, existiert auch für die meisten Produkte eine Konkurrenzbranche. Die Produkte der einen Bran- che sind dabei in der Lage, die der anderen zu ersetzen. Damit disziplinieren sie sich gegenseitig. Es wird unterstellt, dass die Mitglieder der Branche zusammen gegen die Konkurrenzbranche arbeiten. Dies ist jedoch nicht selbstverständlich, da sich die einzelnen Marktteilnehmer höchstwahrscheinlich in unterschiedlichem Maße bedroht fühlen werden und zudem die Konkurrenz innerhalb der Branche fürchten. Am besten ist es für eine Branche jedoch, wenn sie sich zu einem
136
kollektiven Handeln gegen die Konkurrenzbranche einigen kann.
3.2.4 Marktpreis- und Kostenelastizitäten Es sei an dieser Stelle erneut darauf hingewiesen, dass diese Arbeit eine Betrach- tung mit Hilfe eines Cashflow-orientierten Ansatzes verfolgt und daher eine Un- tersuchung sowohl der Erlös- wie auch der Kostenstruktur notwendig macht. Die Beschaffenheit und das Verhältnis dieser beiden Faktoren ist ausschlaggebend für den Erfolg einer Unternehmung. Für ein erfolgreiches Management des ökonomi- schen Währungsrisikos ist dabei im Speziellen die Währungsstruktur der einzel- nen Posten zu betrachten.
Zunächst soll aber, wie auch beim aggregierten Cashflow-orientierten Ansatz, das Verhältnis der Erträge in einer Währung mit den Aufwendungen in der selben
135 Vgl. Lessard, D. R. / Lightstone, J. B., 1986, S. 112.
136 Vgl. Porter, M. E., 1995, S. 50.
33
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
Währung untersucht werden. Stehen diese beiden Positionen in einem akzeptablen Verhältnis zueinander, ergibt sich für das Unternehmung zunächst in diesem Be- reich kein Handlungsbedarf. Was dabei als akzeptabel gilt, muss zuvor vom Un- ternehmen festgelegt werden. Sollte sich herausstellen, dass die Diskrepanz zu groß ist, muss die Analyse mit Hilfe der Werkzeuge des disaggregierten Cash- flow-orientierten Ansatzes erfolgen.
Hierbei wird die Währungsstruktur und damit die Währungsreagibilität der Erträ- ge und Aufwendungen genauer beleuchtet. Nach der Bestimmung der Preisabsatz- funktion für die Elastizität der Erträge wird eine Analyse der Kostenreagibilität durchgeführt.
3.2.4.1 Preisabsatzfunktion
Die Reagibilität der Erträge ist entscheidend von der Reaktion der Käufer auf Preisveränderungen abhängig. Die verschiedenen Marktpreiselastizitäten lassen entsprechend mehr oder weniger Spielraum für wechselkursbedingte Preisanpas- sungen der Unternehmen. Führt eine kleine Erhöhung der Preise in der einen Situ- ation nur zu kaum merklichen Mengenanpassungen, so kann die selbe Anpassung bei Überschreiten eines gewissen Signalpreises eine enorme Abwanderung zu anderen Mitbewerbern oder Substitutionsprodukten auslösen. 137 Aufgrund der komplexen Zusammenhänge, die sich dahinter verbergen, ist die genaue Berechnung einer Preisabsatzfunktion für ein Unternehmen daher nicht möglich. Umso wichtiger ist es jedoch, die Ergebnisse der vorangegangenen Wettbewerbsanalyse bei der Schätzung der Preisabsatzfunktion zu berücksichti- gen.
Da sich die Informationen des einzelnen Unternehmens nicht einfach zu einer Preisabsatzfunktion aggregieren lassen, muss darüber hinaus auf Schätzungen von Branchenverbänden oder Informationen ähnlicher Branchen zurückgegriffen wer- den. 138 Diese Kombination stellt dann eine Grundlage zur Analyse der Erträge dar. Abbildung 3 zeigt verschiedene Preisabsatzfunktionen. Sie geben Aufschluss darüber, inwieweit ein Wechselkurs-Pass-Through möglich ist.
137 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 183.
138 Fastrich, H. / Hepp (1991) schlagen an dieser Stelle auch die Schätzung mit Hilfe einer Regres-
sionsanalyse vor.
34
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
Abbildung 3: Verschiedene Preisabsatzfunktionen
Quelle: Eigene Darstellung.
Die Situation einer elastischen Nachfrage ist die denkbar schlechteste Vorausset- zung für einen Pass-Through von Wechselkursschwankungen. Diese Weitergabe entspricht einer Preiserhöhung, was bei dem Verlauf der Preisabsatzfunktion zu großen Mengeneinbußen führt.
Eine steile Preisabsatzfunktion, die eine unelastische Nachfrage darstellt, führt dagegen bei einer Veränderung des Preises nur zu kleinen Mengenanpassungen und lässt mehr Raum für wechselkursbedingte Preisanpassungen. Differenzierter ist das Bild bei einer uneinheitlichen Nachfrage, wie sie die dritte Darstellung in Abbildung 3 zeigt. Bei kleinen Absatzmengen ist die Nachfrage unelastisch, ver- kauft das Unternehmen jedoch sehr große Stückzahlen, so sieht es sich mit den ungünstigeren Gegebenheiten einer elastischen Preisabsatzfunktion konfrontiert. Aufgrund des fortschreitenden globalen Wettbewerbs ist damit zu rechnen, dass viele Bereiche mit einer zunehmend elastischeren Nachfrage konfrontiert werden. Weiterführend wäre es aber wünschenswert, die gesamte Auswirkung der Preis- und Mengenveränderung zu errechnen oder zu schätzen. Führt beispielsweise der Erhalt der Marge aufgrund von Nachfragerückgängen zu einem Sinken der Erträ- ge?
Anhand der Analyse der Preisabsatzfunktionen sollen Unternehmensbereiche i- dentifiziert werden, die als kritisch angesehen werden und bei denen eine weitere Untersuchung der Währungssensibilität der Kostenstruktur nötig erscheint.
35
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
3.2.4.2 Kostenreagibilität
Zur Analyse der Währungsstruktur der Kosten und ihrer Reagibilität auf Wech- selkursschwankungen soll wieder ein Konzept von Porter, M. E. (1989) zu Hilfe gezogen werden. Die erneute Verwendung eines Konzeptes dieses Vorreiters auf dem Gebiet der Wettbewerbsstrategie unterstreicht den wettbewerbspolitischen Aspekt des ökonomischen Exposure bzw. ökonomischen Währungsmanagements. Grundlage dieses Ansatzes ist das Modell einer Wertekette wie sie in Abbildung 4 zu sehen ist.
Abbildung 4: Die Wertekette
Quelle: Porter, M. E., 1989, S. 62.
Ihr liegt die Idee zugrunde, dass ein „Unternehmen [...] eine Ansammlung von Tätigkeiten [ist, Anm. d. Verf.], durch die ein Produkt entworfen, hergestellt, ver- trieben, ausgeliefert und unterstützt wird.“ 139 Dabei bildet die Wertekette den ge- samten Ablauf der Unternehmenstätigkeit ab und besteht aus den Wertaktivitäten und der Gewinnspanne. In den einzelnen Elementen dieser Kette liegt die Mög- lichkeit sich von anderen Mitbewerbern abzusetzen. So werden unterschiedliche Unternehmen zumeist auch unterschiedliche Werteketten aufweisen. 140 Zunächst wird eine Unterteilung in primäre Aktivitäten, die sich im unteren Teil der Grafik befinden und unterstützende Aktivitäten, die im oberen Bereich aufge-
139 Porter, M. E., 1989, S. 63.
140 Vgl. Porter, M. E., 1989, S. 63ff.
36
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
führt werden, vorgenommen. Auch wenn die Einteilung in bzw. Zuordnung zu den verschiedenen Tätigkeiten zunächst aus Währungsgesichtspunkten nicht son- derlich wichtig erscheint, soll an dieser Stelle trotzdem kurz darauf eingegangen werden. Auch hier ist eine genaue Kenntnis der Entstehung und vor allen Dingen der Struktur hilfreich und sinnvoll für das Währungsmanagement.
Die fünf primären Aktivitäten sind Eingangslogistik, Operationen, Marketing und Vertrieb, Ausgangslogistik sowie Kundendienst. 141 Wie ausgeprägt die einzelnen Aktivitäten bei einem Unternehmen sind, bzw. welches Volumen sie annehmen, unterscheidet sich in besonderem Maße zwischen verschiedenen Branchen. So wird im produzierenden Gewerbe der größte Teil der Kosten im Bereich der Pro- duktion entstehen, wohingegen der Schwerpunkt bei Handelsunternehmen eher im Bereich der Logistik zu finden sein wird. Gerade in diesen Unterschieden liegt der Schlüssel eines Wettbewerbsvorteils oder Wettbewerbnachteils. 142 Für das Währungsmanagement bedeutet dies, dass der Schwerpunkt der Analyse der Währungsstrukturen in unterschiedlichen Bereichen stattzufinden hat. An die- ser Stelle sei betont, dass der Aufbau einer strategischen Währungsposition aber auch gerade in einem Bereich sinnvoll sein kann, der nicht im allgemeinen Mit- telpunkt der Betrachtung steht.
Bei der Ermittlung der unterstützenden Aktivitäten gilt es, die Begriffe möglichst weitreichend auszulegen.
Erklärt sei diese Vorgehensweise beispielhaft mit Hilfe der Beschaffung. In der Regel wird unter Beschaffung ausschließlich der Einkauf von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen verstanden. Diese Definition greift zu kurz, da in allen Bereichen der Primäraktivitäten, sowie den anderen unterstützenden Aktivitäten Anschaf- fungen getätigt werden. Ähnlich verhält es sich auch mit der Aktivität der Techno- logieentwicklung. Diese könnten zwar einfach als Forschung und Entwicklung bezeichnet werden, vielmehr sind hier jedoch die Entwicklungen und Verbesse- rungen in allen Bereichen gemeint. Der Bereich der Personalwirtschaft ist beson- ders wichtig, weil diese Kosten einen großen Teil der Wertschöpfung ausmachen und zudem eine relativ unflexible Position darstellen. Auf die Rolle der Wert- schöpfung im Bereich des Managements der Währungsrisiken wird an späterer Stelle genauer eingegangen. Die Unternehmensinfrastruktur umfasst alle verblei- benden Abteilungen wie „die Gesamtgeschäftsführung, Planung, Finanzen, Rech-
141 Da diese Begriffe, ausgenommen dem der Operationen, selbsterklärend sind, wird auf eine
weitere Erläuterung verzichtet. Operationen ist hier gleichbedeutend mit Produktion verwen-
det. Weiterführende Angaben findet der interessierte Leser bei Porter, M. E., 1989, S. 66.
142 Vgl. Porter, M. E., 1989, S. 67.
37
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
nungswesen, Rechtsfragen, Kontakte zu Behörden und staatlichen Stellen und Qualitätskontrollen“
143
.
Für das Währungsmanagement zielt die Diskussion über eine engere oder weitere Auslegung darauf ab, dass bei der Untersuchung der Wechselkurssensibilität nicht nur die direkt umgelegten Kosten betrachtet werden müssen, sondern auch diese, die sich hinter den Gemeinkosten verbergen.
Die nun folgende Analyse der Reagibilität der Kosten auf Wechselkursänderun- gen mit Hilfe von Porters Wertekette hat den besonderen Vorteil, dass sie die ge- samten Strukturen des Unternehmens einschließt. Genauso wie früher viele Un- ternehmen ihre Anstrengungen zu Kostensenkungen auf die Kernbereiche kon- zentriert haben und dabei erhebliche Einsparpotentiale beispielsweise in den Be- reichen Personal oder Marketing verschenkt haben, könnte ein Währungsmana- gement auch den Fehler machen, diese Bereiche zu vernachlässigen. 144 Nachdem nun die Wertaktivitäten ermittelt wurden, muss in einem nächsten Schritt eine Zuordnung der Kosten und Aktiva zu ihnen vorgenommen werden. Die Zuordnung der Betriebskosten stellt dabei kein Problem dar. Aufgrund der mancherorts abweichenden Definitionen der Wertekette und der Buchhaltung wird aber oftmals eine Neuordnung der Buchhaltungsunterlagen nötig sein. Die Zuordnung der Aktiva gestaltet sich dagegen schwieriger. So muss schon im Voraus festgelegt werden wie der anzusetzende Wert zu ermitteln ist. Zur Aus- wahl stehen Buchwerte, Wiederbeschaffungswerte und Marktwerte. 145 Ist diese Zuordnung zu den Elementen der Wertekette schließlich erfolgt, ist die Grundlage für eine währungspolitische Betrachtung geschaffen.
Nachdem im vorigen Kapitel mit Hilfe der Preisabsatzfunktionen die kritischen Währungen bestimmt wurden, sollen nun die dazu entsprechenden Kostenstruktu- ren analysiert werden.
Wurde beispielsweise festgestellt, dass der US-amerikanische Absatz eines Pro- duktes mit einer preiselastischen Nachfrage konfrontiert ist, sollte in der Folge der US-Dollar-Anteil der laufenden Kosten und der Aktiva des betreffenden Gutes näher betrachtet werden.
Für den Fall dass alle Erträge und auch alle Kosten in Fremdwährung anfallen, wäre die Marge in lokaler Währung konstant. Ausschließlich der Umtausch in
143 Porter, M. E., 1989, S. 70.
144 Vgl. Porter, M. E., 1989, S. 93.
145 Für die Entscheidung welcher dieser Werte vom Unternehmen angewendet werden soll, wird
auf die einschlägige Fachliteratur verwiesen.
38
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
Heimatwährung würde zu Schwankungen führen.
146
Ist dies allerdings nicht der Fall, schwankt auch die Marge in Lokalwährung. Diese Schwankungen stellen dabei sowohl ein Risiko, als auch eine Chance dar. Die Angleichung der Wäh- rungsstruktur der Auszahlungen an die der Einzahlungen ist also nur eine mögli- che Handlungsalternative.
Die beispielhafte Aufstellung einer fiktiven Unternehmung in Abbildung 5 zeigt welche Anteile an der Wertschöpfung die verschiedenen Kettenglieder aufweisen und wie hoch der jeweilige US-Dollar-Anteil ist.
Abbildung 5: Analyse der Kosten und Aktiva
Quelle: In Anlehnung an Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 186.
146 Dieser Umtausch könnte aber auch hinausgezögert werden, bis die Kurssituation wieder positi-
ver für das Unternehmen ist.
39
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
Dieses Beispiel zeigt deutlich wo die Ursachen für das Exposure dieses Produkts auf dem amerikanischen Markt liegen. Der Hauptteil der Wertschöpfung entsteht im Bereich der Produktion. Dieser weist aber, abgesehen von der Infrastruktur, den niedrigsten Anteil an Lokalwährung auf. Die Kombination aus einem großem Anteil an der Wertschöpfung und sehr niedrigen lokalen Kostenanteilen verur- sacht ein hohes Exposure und damit eine große Schwankungsanfälligkeit.
3.2.4.3 Sensitivität der Margen
Wurden im Vorfeld über eine Analyse der Preisabsatzfunktionen potentielle Ge- fahren identifiziert, die anschließend mit Hilfe der Kostenreagibilität genauer spe- zifiziert wurden, so soll an dieser Stelle mit Hilfe einer Analyse der Sensitivität der Margen versucht werden, beide Analyseschritte zusammenzuführen. Dies ist unverzichtbar, weil das Exposure und damit auch die Gefahr aus Wechselkursän- derungen gleichzeitig von der Struktur der Erträge und der Kosten abhängt. 147,148 Das geeignete Instrument hierfür ist die Absatzsegmentrechnung für ein bestimm- tes Produkt auf verschiedenen Märkten. 149 Die Tatsache, dass damit die Analyse gleichzeitig auf verschiedene Märkte ausgedehnt werden kann, stellt einen zusätz- lichen Vorteil dar.
Das folgende Beispiel einer Absatzsegmentrechnung in Abbildung 6 soll die Zu- sammenhänge verdeutlichen.
147 Vgl. Dhanani, A., 2004, S. 320.
148 Die Einflüsse aus den Unterschieden der Kostenstrukturen zwischen Mitbewerbern und damit einer Würdigung der relativen Exposure, sollen hier durch die Anwendung der Wettbewerbs- analyse zur Berechnung der Kostenreagibilität abgegolten sein.
149 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 187.
40
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
Abbildung 6: Absatzsegmentrechnung
Quelle: Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 188.
Unter der Annahme, dass das Unternehmen jeweils in Landeswährung fakturiert, entspricht diese Analyse der einer des deutschen, US-amerikanischen und kanadi- schen Marktes. Die Kosten auf einem Markt können dabei im Gegensatz zu den Erlösen in verschiedenen Währungen anfallen.
Aufgrund der Aufschlüsselung, in die verschiedenen Kategorien - variable Kos- ten, Fixkosten der Produktion und Fixkosten der Unternehmung - auf der einen Seite und der Aufteilung in Heimat- und Fremdwährung andererseits, lässt sich anhand dieser Aufstellung sehr genau analysieren, wo die entsprechenden Prob- lembereiche der Währungsstruktur der Cashflow-Komponenten liegen. Diese Dreiteilung ermöglicht aber auch eine genaue Untersuchung der einzelnen Teilbereiche. Wegen ihres großen Anteils an den Gesamtkosten ist es wichtig, dass schon die Analyse der Zusammensetzung der variablen Kosten und des De- ckungsbeitrags 1 ein befriedigendes Ergebnis liefert.
Die Analyse des Deckungsbeitrags 2 gibt in der Folge genaueren Aufschluss über die Währungseinflüsse auf die produktspezifischen Fixkosten und damit die Struktur der Anlageinvestitionen.
41
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
Der letzte Schritt ist die Analyse der Gemeinkosten, die auf das Produkt entfallen. Aufgrund der verschiedenen Maßnahmen, welche zur Reduktion der Exposures zu treffen sind, sollte jedoch auf eine genauere Aufschlüsselung dieser nach Kosten- stellen verzichtet werden.
150
Ein großes Exposure in diesem Bereich deutet darauf hin, dass die Zusammensetzungen der Bilanz und des Marktportfolios aus Wäh- rungsgesichtspunkten ein strukturelles Missverhältnis aufweisen. Die in diesen Fällen häufig beobachtete währungstechnische Diskrepanz zwischen Investitionen und ihrer entsprechenden Fremdfinanzierung führen dabei nicht nur zu Wertbe- richtigungen, sondern bei unterschiedlicher Zusammensetzung der Deckungsbei- träge und der Finanzierung auch zu Schwankungen der Kapitalkosten.
151
An dieser Stelle wird deutlich, dass eine Betrachtung der gesamten Kostenstruktur vorgenommen werden muss. Diese ganzheitliche Betrachtung ist besonders rele- vant, wenn das Exposure von den dezentralen operativen Einheiten ermittelt wird. Auch wenn diese keinen direkten Einfluss auf die Währungsstruktur aller Ge- meinkosten haben, so bedeutet das nicht, dass sie die Analyse in diesem Bereich vernachlässigen dürfen. Ihnen fällt die Aufgabe zu, eventuelle Missstände den entsprechenden Stellen anzuzeigen und zu notwendigen Maßnahmen anzuregen. Hat die bisherige Analyse der absoluten Beträge im Zuge der Absatzsegmentre- chung nochmals gut die Entstehung der Exposures verdeutlicht und die entspre- chenden Reaktionen erahnen lassen, so wird die Reagibilität der einzelnen Positi- onen auf Veränderungen der Wechselkurse durch Variation der zugrundegelegten Wechselkurse noch deutlicher.
Weitergehend lässt sich durch Simulation verschiedener Kurse leicht und schnell errechnen, ob das Unternehmen nach der Veränderung noch profitabel wirtschaf- ten würde. Als Grundlage für solche Wechselkursvariationen können beispiels- weise vom Unternehmen für die Zukunft erwartete Austauschraten dienen. Dabei geben auch besonders die Veränderungen innerhalb der einzelnen Positionen und den Deckungsbeiträgen Aufschluss über Gefahren und Chancen, die sich hinter der Währungsstruktur verbergen.
Ausgesprochen wichtig ist die Tatsache, dass bei einer Simulation verschiedener Wechselkurse nicht vergessen werden darf, die Wettbewerbswirkungen dieser Veränderungen zu berücksichtigen. Damit sind die bereits bekannten Mengenef- fekte angesprochen, die auch Auswirkungen auf Zahlungsströme in Lokalwäh- rung haben.
150 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 189.
151 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 189f.
42
Quantifizierung und Analyse des ökonomischen Währungsrisikos
Durch die Variation verschiedener Wechselkurse können darüber hinaus kritische Austauschraten ermittelt werden, bei denen die Profitabilität des Unternehmens nicht mehr gewährleistet ist. Sollte festgestellt werden, dass dies schon bei Kursen der Fall ist, deren Eintreten für wahrscheinlich gehalten wird, muss zur Bestim- mung der Absicherungsentscheidung wieder eine Analyse anhand der Währungs- reagibilität der Kosten aus dem vorangegangen Kapitel vorgenommen werden. Gerade in der Bestimmung dieser „kritischen“ Wechselkurse liegt der Vorteil der angewandten disaggregierten Analysemethode. Des Weiteren ist es mit deren Hil- fe möglich, eine Art Frühwarnsystem zu installieren, das beispielsweise bei Errei- chen eines bestimmten Wechselkurses, z.B. des „kritischen Wechselkurses“ kor- rigiert um einen Sicherheitszuschlag bzw. -abschlag, einen festgelegten Prozess auslöst.
152
3.2.5 Aggregation zu einem Gesamtexposure Nach Ansicht des Autors steht die Tatsache, dass jede operative Unternehmens- einheit ihr eigenes Exposure zu berechnen und auch zu verantworten hat, unwei- gerlich im Vordergrund. Daneben lässt sich jedoch auch die Tatsache, dass ein Exposure auf übergeordneter Ebene ermittelt werden muss, nicht bestreiten. Schließlich wird zum einen auch diese übergeordnete Ebene Rechenschaft über den Gesamtverbund abgeben müssen und zum anderen sind die Kompensations- wirkungen der einzelnen Exposures zu groß, um sie vernachlässigen zu können. 153 Nichtsdestotrotz wird die Bedeutung der Einzelverantwortung der Einheiten a- bermals von der Tatsache unterstrichen, dass in diesem Verbund auf Dauer keine Einheit geduldet werden dürfte, die nicht in der Lage ist, ihren Beitrag zum Gan- zen zu leisten. Sei dies aufgrund währungspolitischer Gesichtspunkte oder ande- rer. Für die Wahl der angesprochenen Aggregationsebene ist dabei die, im Vor- feld bereits behandelte, Organisationsstruktur des Unternehmens entscheidend. 154 Anhand der aus der disaggregierten Analyse gewonnen Erkenntnisse, sowie der aus der Unternehmensplanung gewonnen Informationen ist abschließend ein Ge- samtexposure zu berechnen.
Trotz des sehr langfristigen Betrachtungshorizonts des ökonomischen Exposure- konzeptes, wird dazu wahrscheinlich auf Daten der mittel- und langfristigen Pro- jektion der Exposures zurückgegriffen werden müssen.
152 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 393.
153 Vgl. Henk, A., 2003, S. 290.
154 Eine Analyse der Organisationsstruktur und ihres Einflusses hat bereits in Kapitel 3.2.1 „Die
Geschäftsstruktur und ihr Einfluss auf das Währungsmanagement“ stattgefunden.
43
Management ökonomischer Währungsrisiken
Bei der Verwendung dieser aggregierten Größe sollte jedoch nicht vergessen wer- den, welche vereinfachenden Annahmen der Aggregation zugrunde liegen.
4 Management ökonomischer Währungsrisiken
Bereits im Verlaufe der bisher durchgeführten qualitativen Analyse des ökonomi- schen Währungsexposure wurden einige Ansatzpunkte für sein Management auf- gezeigt. In der Folge wird dieser Aspekt vertieft und eine umfassende Abhandlung der Handlungsalternativen des ökonomischen Währungsmanagements vorge- nommen.
Welch erhebliche Probleme insbesondere mit der langfristigen Konzeption des Managements ökonomischer Währungsrisiken verbunden sind, zeigt die Feststel- lung von Grant, R. / Soenen, L. (2004), wonach Absicherungsinstrumente nicht zu gebrauchen sind, wenn deren Laufzeit kürzer ist als der Planungshorizont der ab- zusichernden Position. 155
4.1 Währungsmanagement als Teil des Finanzmanagements Welch große Bedeutung der Existenz eines Währungsmanagements im Allgemei- nen und der eines Managements des ökonomischen Währungsrisikos im Speziel- len zukommt, wurde in der Arbeit bereits deutlich.
Trotz dieser Bedeutung hängen die Entscheidungen des ökonomischen Wäh- rungsmanagements unglücklicherweise zumeist mit sehr vielen und sehr wichti- gen anderen Aspekten des betriebswirtschaftlichen Entscheidungsprozesses zu- sammen, weshalb sie sich in der Regel auch den strategischen Entscheidungen der Gesamtunternehmung unterordnen müssen. 156 Deutlich wird dies auch durch den Kreis der Beteiligten. Für dieses Thema eher ungewöhnlich, herrscht im Schrifttum allgemeine Übereinstimmung darüber, dass das Management des ökonomischen Währungsrisikos anders, als das Transakti- ons- oder Konversionsrisiko, keinesfalls nur in der Finanzabteilung einer Unter- nehmung angesiedelt werden darf, sondern vielmehr durch alle Funktionsbereiche getragen werden soll. 157 Dabei mag die Tatsache, dass sich die Umsetzung dieser Forderung in die Praxis recht schwierig darstellt, ein Grund dafür sein, dass auf diesem Gebiet eine be- sonders große Abweichung zwischen Theorie und Praxis zu beobachten ist.
155 Vgl. Grant, R. / Soenen, L., 2004, S. 55.
156 Vgl. Brunner, M., 2003, S. 112.
157 Vgl. Srinivasulu, S. L., 1981, S. 14; Lessard, D. R. / Lightstone, J. B., 1986, S. 112; Cornell, B.
/ Shapiro, A. C., 1983; S. 44; Glaum, M., 1990, S. 69ff.
44
Management ökonomischer Währungsrisiken
Genauer gesagt sind sich die Unternehmen zwar größtenteils des Economic Risk bewusst, fühlen sich jedoch nicht in der Lage dieses aktiv zu managen.
158
Diese Erfahrung hat auch der Autor selbst in Gesprächen mit verschiedenen Vertretern aus der Industrie gemacht.
159
Dabei stimmten die Aussagen weitestgehend über- ein, dass aufgrund der besonderen Komplexität, der sich ständig ändernden Ein- flussfaktoren und vor allem der starken Abhängigkeit von anderen Entscheidun- gen, ein direktes Management des ökonomischen Währungsrisikos zumeist nur intuitiv stattfindet,
160
bzw. seine Effekte als besonderer Bonus im Zuge anderer Entscheidung betrachtet werden. Darüber hinaus wurde dem Autor bestätigt, dass speziell das Management eines relativen Exposure gegenüber einem Mitbewerber als zu spekulativ erachtet wird.
Umso wichtiger ist es daher, alle Managementmöglichkeiten aufzuzeigen und deren Nutzten und Vorteile herauszustellen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass ein Währungsmanagement immer nur ein Teilaspekt eines ganzheitlichen Finanzmanagements sein kann. 161
4.2 Formulierung einer Zielstrategie Der systematische Managementprozess des Währungsrisikos beginnt mit einer umfassenden Analyse des Risikos wie sie im Laufe dieser Arbeit durchgeführt wurde.
Hierbei wird der Ist-Zustand, zum einen des Währungsmanagements an sich, also der funktionale Umgang mit diesem Thema innerhalb des Unternehmens betrach- tet, zum anderen findet aber auch eine Ermittlung der zu betrachtenden Positionen und ihrer Höhe statt. Es wird geprüft, welche Exposures bestehen und welche Werte sie aufweisen.
Dieser Ist-Zustand muss in der Folge mit einer gewünschten Zielstrategie vergli- chen werden. Auch hier gilt, dass ein Management umso einfacher und besser möglich ist, je präziser diese Ziele festgelegt und formuliert sind. Das Management des ökonomischen Währungsrisikos sieht sich jedoch auch hier mit dem Problem konfrontiert, dass eine exakte Formulierung der Ziele fast nicht möglich ist. Können im Bereich des Transaktionsrisikos Ziele wie eine vollstän- dige Absicherung des Transaktionsrisikos oder das Eingehen einer offenen Positi-
158 Vgl. Bartram, S. M., 1999b, S. 74.
159 Aus Gründen der Vertraulichkeit, können die Namen der Unternehmen bzw. Gesprächspartner
hier nicht angegeben werden.
160 Vgl. hierzu auch Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 381.
161 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 382.
45
Management ökonomischer Währungsrisiken
on sehr präzise festgelegt und auch erreicht werden, ist dies im Bereich der öko- nomischen Risiken nicht möglich. Die Formulierungen sind dabei weit offener gehalten und betreffen Fragen wie die Erhaltung der Margen in lokalen Wäh- rungseinheiten, Reduktion der Währungsexposures des Gesamtunternehmens, Diversifikation und Angleichung von Kosten- und Ertragsstruktur in Fremdwäh- rungen sowie Aspekte der Überwälzung von Währungsrisiken auf Dritte.
162
Nach Auffassung des Autors kommt zur Erreichung dieser Ziele im Wesentlichen nur ein Management der Exposures in Frage.
Die Tatsache, dass kein Unternehmen über einen Einfluss auf die Wechselkurs- entwicklung verfügt und darüber hinaus auch die Möglichkeiten einer verlässli- chen Voraussage dieser sehr beschränkt sind, muss das Management des ökono- mischen Währungsrisikos auf diesen Bereich nahezu völlig verzichten. Ganz entscheidend für die Art der Ausgestaltung der Zielformulierung ist die Struktur der Geschäftsfelder bzw. der Märkte eines Unternehmens. Hierzu wird häufig die folgende Unterteilung vorgenommen: Unternehmen mit gelegentlichen Importen und Exporten, import- und exportorientierte Unternehmen, Unterneh- men mit ausländischen Tochtergesellschaften, sowie multinationale Unterneh- men. 163 Für das Economic Risk müssen an dieser Stelle natürlich auch die aus- schließlich national agierenden Unternehmen mit Importkonkurrenz und die rein national tätigen Unternehmen, deren Kunden und damit deren Nachfrage sehr wechselkurssensitiv sind, ergänzt werden. 164 Die Einstellung gegenüber einem Währungsmanagement unterscheidet sich zwischen den Unternehmen der ver- schiedenen aufgeführten Klassen sehr und hängt mit der Stärke des Einflusses von Währungsschwankungen zusammen. 165 Die Umschreibungen reichen dabei von einer fatalistischen Hinnahme der Tatsache von Schwankungen, bis hin zu der Einstellung, diese als Chance zu verstehen. 166 Hier wird deutlich, dass nicht immer eine völlige Immunisierung der Exposures angestrebt werden muss. Die Unternehmung kann eine offene Position auch be- wusst als Chance verstehen, sollte dabei aber in der Lage sein, das daraus resultie- rende Risiko tragen zu können.
162 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 399.
163 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 383; Gamper, P. C., 1995, S. 182.
164 Vgl. Adler, M. / Dumas, B., 1984, S. 41.
165 Vgl. Gamper, P. C., 1995, S. 182f.
166 Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 395.
46
Management ökonomischer Währungsrisiken
Keinen Unterschied gibt es dagegen bei der Tatsache, dass Absicherungsmaß- nahmen mit Kosten verbunden sind. Wirkungen auf zukünftige Cashflows lassen sich demzufolge in einen Risikoaspekt und einen Renditeaspekt aufteilen. Der Risikoaspekt steht für die Einschätzung inwieweit der Einsatz eines Instru- ments die Volatilität der Cashflows verringert.
167
Der Renditeaspekt hingegen betrachtet damit verbundene Kosten, einschließlich Opportunitätskosten.
168
Die Entscheidung für die jeweilige Absicherungsmaßnahme wird damit auch von dem Ergebnis einer Kosten-Nutzen-Analyse abhängen. Die Nutzenpotentiale, die Un- ternehmen aus der Reduktion der Volatilität ihrer Cashflows ziehen können sind vielfältig und reichen von einer Reduktion der Steuerlast bei progressiven Besteu- erungssystemen bis hin zu einer Verringerung der Finanzierungskosten aufgrund verbesserter Bonität.
169
Die folgenden Kapitel werden die verschiedenen Maßnahmen und Instrumente, die einem Unternehmen für das Management zur Verfügung stehen, erklären und unter verschiedenen Gesichtspunkten näher beleuchten.
4.3 Absatzwirtschaftliche Maßnahmen
4.3.1 Marktauswahl Der Aspekt der Marktauswahl umfasst zweierlei Handlungsmöglichkeiten. Es kann bedeuten, dass ein Unternehmen einen neuen Markt erschließt den es bisher noch nicht bediente, oder aber es verlässt einen Markt auf dem es bisher tätig war. 170 Bevor auf die weiteren Beweggründe eingegangen wird, die ein Unternehmen zu solchen Schritten bewegen, sei angemerkt, dass diese Maßnahmen besonders gute Beispiele für die untergeordnete Stellung des Währungsaspektes innerhalb eines betriebswirtschaftlichen Entscheidungsprozesses sind. Zwar kommt es in der Rea- lität nicht selten vor, dass Unternehmen Märkte verlassen oder neu ergründen, dies geschieht jedoch nie aus rein währungspolitischen Gesichtspunkten. Aus währungspolitischer Sicht dürfte das wichtigste Kriterium für die Entschei- dung die Wechselkurssensitivität des Marktes sein. Zu einer Senkung des unter- nehmerischen Währungsrisikos ist also die Auswahl eines Marktes nötig, dessen
167 Die Volatilität ist nur eine Form der Risikomessung unter vielen. Sie ist dabei aber sehr ver-
breitet und einfach zu ermitteln.
168 Vgl. Roth, A., 1997, S. 176f.
169 Vgl. Dufey, G. / Srinivasulu, S. L., 1983, S. 57 u. S.59; Flood, E. Jr., 1986, S. 169.
170 Vgl. Roth, A., 1997, S. 181.
47
Management ökonomischer Währungsrisiken
Determinationswährung entweder sehr stark mit der Heimatwährung korreliert,
171
oder andere bereits vorhandene Währungsrisiken aus Fremdwährungserlösen di- versifiziert.
172
Ersteres würde seine weniger kraftvolle währungspolitische Wir- kung, vor allem aus wettbewerbspolitischer Sicht, nämlich einer verstärkten Ver- handlungsposition gegenüber den bisherigen inländischen Abnehmern entfalten. Die Abhängigkeit von neuen Abnehmern, wie auch die Höhe des ökonomischen Exposure wird wesentlich durch die Preisabsatzfunktion des lancierten Produktes auf dem neuen Markt bestimmt.
Zumeist sollten aus währungspolitischer Sicht eher diversifizierende als korrelier- te Währungen ausgewählt werden, weil der direkte Diversifizierungseffekt und der damit verbundene Abbau von Klumpenrisiken, 173 stärker anzusehen ist. 174 So kann ein starker Euro beispielsweise zumindest partiell durch einen schwachen US-Dollar kompensiert werden. 175 Die Kosten eines Eintritts in einen neuen Markt werden eine nicht zu vernachläs- sigende Dimension annehmen. Diese reichen von Ausgaben für die Auslands- marktforschung, die für die Entscheidung des Beitritts benötigt wird, bis hin zu den immensen Kosten für den Aufbau eines neuen Vertriebsnetzes. 176 Anzumer- ken ist auch, dass eine Entscheidung über die Erschließung komplett neuer Märkte nicht immer im Kompetenzbereich der lokalen Einheiten liegen wird, sondern vielmals in der Unternehmens- bzw. Konzernleitung. Somit ist dieses Instrument zwar nicht immer direkt zugänglich, trotzdem können diese Einheiten aber die Nutzung an entsprechender Stelle vorschlagen. Falls die Unternehmen bereits auf vielen Märkten tätig sind, kann es vorkommen, dass das Potential der Marktaus- wahl bereits stark ausgeschöpft ist. 177
4.3.2 Produkt- und programmpolitische Maßnahmen Die produkt- und programmpolitischen Maßnahmen zielen darauf ab, die Umsätze des Unternehmens sowohl in Fremd- als auch in Heimatwährung von Verände- rungen des Wechselkurses unabhängiger zu machen. 178 Grundsätzlich handelt es sich dabei um die gleichen Maßnahmen, die im Zuge eines allgemeinen strategi- schen Managements zur Verringerung der Preissensitivität eingesetzt werden.
171 Vgl. Henk, A., 2003, S. 263.
172 Vgl. Roth, A., 1997, S. 183.
173 Vgl. Gamper, P. C., 1995, S. 213.
174 Vgl. Bernhard, W., 1992, S. 117f.
175 Vgl. Dhanani, A., 2004, S. 329.
176 Vgl. Roth, A., 1997, S. 186.
177 Vgl. Dhanani, A. / Groves, R., 2001, S. 281.
178 Vgl. Roth, A., 1997, S. 188.
48
Management ökonomischer Währungsrisiken
Eine weitergereichte Wechselkursänderung stellt nichts anderes als eine Preisver- änderung dar.
Zur Erreichung einer starken Wettbewerbsposition unterscheidet Porter zwischen den drei Strategien der Kostenführerschaft, der Differenzierung und der Konzent- ration auf Schwerpunkte. 179 Die Kostenführerschaft stellt die am weitesten verbreitete Wettbewerbsstrategie dar. Bei ihr ist das Handeln von dem Bewusstsein geprägt, dass das Unternehmen mit den niedrigsten Kosten die größten Spielräume für Preisanpassungen hat bzw. am längsten auf eine wechselkursbedingte Preisanpassung verzichten kann. Das unterscheidende Merkmal zum Markt ist hier also der Preis. Zu erreichen ist diese Strategie durch Ausnutzung von Skalenerträgen, strenger Kostenkontrolle, Pro- duktivitätsfortschritten sowie der Einführung oder sogar Entwicklung innovativer Produktionstechniken. 180 Sie erreicht dabei aber keinerlei Verringerung der Preis- elastizität.
Das Ziel einer Differenzierungsstrategie ist es dagegen, ein Produkt so einzigartig zu gestalten, dass Käufer dieses selbst nach Preiserhöhungen oder der Weiterrei- chung einer Wechselkursveränderung, anderen vorziehen. Dabei handelt es sich um eine tatsächliche Verringerung der Preiselastizität der Nachfrage. 181 Aus die- sem Grund ist sie der Kostenführerschaft vorzuziehen. 182 Differenzierungspotentiale entstehen dabei in den Bereichen physikalische und funktionale Produkteigenschaften, ästhetische Produkteigenschaften, symbolische Produkteigenschaften, sowie Zusatzleistungen. 183 Diese Potentiale lassen sich nicht bei allen Produkten gleich gut ausschöpfen. So wird es für einen Hersteller von Baumaschinen problematisch sein, sein Produkt mit Hilfe einer besonderen Farb- und Formgebung oder gar Verpackung von an- deren abzugrenzen. Sehr gut möglich ist das dagegen über Qualität und Zusatz- leistung. Die Absicherungskosten durch eine Differenzierung sind damit bei- spielsweise Mehrausgaben für höherwertige Materialien und Verpackungen oder den Aufbau eines besonderen Kundendienstnetzes. 184 Erfolgreich ist eine Differenzierungsstrategie, wenn der Nutzen aus ihr größer ist als die Kosten. Das heißt, die positiven Effekte aus der Verminderung der Preis-
179 Vgl. Porter, M. E., 1995, S. 62ff.
180 Vgl. Henk, A., 2003, S. 250.
181 Vgl. Roth, A., 1997, S. 188.
182 Vgl. Roth, A., 1997, S. 189.
183 Vgl. Meffert, H., 1986, S. 396f.
184 Vgl. Porter, M. E., 1989, S. 174ff.
49
Management ökonomischer Währungsrisiken
sensitivität, also die Möglichkeit der Wechselkursweitergabe, müssen größer sein als die Investitionen.
185
Die Strategie
Konzentration auf Schwerpunkte
schiebt der Entscheidung über die Auswahl einer Strategie der Kostenführerschaft oder der Differenzierung Ein- schränkungen im Bereich der Produktpalette, der Käufergruppe oder der geogra- phischen Präsenz voraus. „Für das Währungsmanagement ergeben sich damit die gleichen Implikationen wie für die beiden [anderen, Anm. d. Verf.] Strategien [...].“
186
Die Steuerung der Programmpolitik aus Währungsgesichtspunkten verfolgt eben- falls das Ziel, die Sensitivität der Erlöse zu vermindern. Sie stellt dazu jedoch auf die Aufnahme bzw. Streichung von Produkten aus dem Sortiment eines Unter- nehmens ab. Aufgenommen werden Produkte und Leistungen mit geringer Wech- selkursreagibilität, gestrichen die mit hoher.
187
Auch hier lässt sich anführen, dass diese Maßnahmen nicht aus rein währungspolitischen Aspekten getroffen werden. Trotzdem sind ihre Auswirkungen für das Währungsmanagement bedeutend. Eine Maßnahme, die sich sowohl in den Bereich der Differenzierung als auch der Programmpolitik einordnen lässt, ist ein starkes Engagement in Forschung und Entwicklung. Patentierte Innovationen verschaffen Unternehmen zumindest vorü- bergehend eine Quasimonopolstellung.
188
Diese versetzt das Unternehmen in die ausgesprochen angenehme Position, Wechselkursänderungen an die Abnehmer weitergeben zu können.
4.3.3 Ermittlung der optimalen Preisanpassung Die Ausführungen aus dem vorigen Kapitel befassten sich damit, wie Reaktionen der Abnehmer auf Preisänderungen beeinflusst und negative abgewendet werden können. Beim preispolitischen Aspekt des Währungsmanagements geht es darum, Margeneinbusen in Heimatwährung, die aus Wechselkursveränderungen erwach- sen, durch Preiserhöhungen in Fremdwährung entgegen zu wirken. Dabei handelt es sich um den bereits angesprochenen Pass-Through von Wechselkursverände- rungen. An dieser Stelle soll versucht werden den Pass-Through zu finden, der die Kombination aus Preis- und Mengeneffekt optimiert und damit den Gewinn des
185 Vgl. Porter, M. E., 1989, S. 165.
186 Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 409.
187 Vgl. Roth, A., 1997, S. 193.
188 Die Dauer der Wirksamkeit dieser Maßnahme ist begrenzt, weil Patente nur für eine gewisse Laufzeit gelten und darüber hinaus Konkurrenten Anstrengungen unternehmen werden, ver- gleichbare Produkte bzw. Technologien zu entwickeln.
50
Management ökonomischer Währungsrisiken
Unternehmens maximiert. Beispielhaft für ein solches Modell sei die Vorgehens- weise von
Simon, H. (1992)
vorgestellt.
189
Bei Unterstellung einer linearen Preisabsatzfunktion und eines linearen Kosten- verlaufs erhält er durch Ableitung und Umformung, unter der Bedingung Grenzer- lös gleich Grenzkosten und der Berücksichtigung des Wechselkurses, eine optimale Preisreaktion auf die Wechselkursveränderung von:
190
dp
k
mit:
e
Damit wird gezeigt, dass auf eine Abwertung der Fremdwährung mit einer Anhe- bung des Fremdwährungspreises zu reagieren ist. Gewinnoptimal ist diese jedoch nur, wenn sie unterproportional zur Abwertung vorgenommen wird. Eine ähnliche Berechnung lässt sich auch für Preisanpassungen im heimischen Markt durchführen. Der Impuls für die Preisänderung entsteht dabei aus der Wir- kung von Wechselkursveränderungen auf die Importkonkurrenz. Beide Modelle sehen sich jedoch der Kritik ausgesetzt, dass sie lediglich eine Pe- riode betrachten und damit die Tatsache vernachlässigen, dass durch eine Preiser- höhung abgewanderte Kunden mitunter mit dem Konkurrenzprodukt sehr zufrie- den sind und nur unter sehr hohen Kosten wieder zurück gewonnen werden kön- nen. 192 Preisanpassungen sind für nahezu alle Unternehmen in einer Marktwirtschaft möglich. Eine Ausnahme bilden hier nur bestimmte wettbewerbsrechtliche Regu- lierungen. 193 Die Kosten für preispolitische Anpassungen sind dabei außer den eventuell anfallenden Opportunitätskosten für die Umsatzrückgänge aufgrund eines negativen Mengeneffekts, vergleichsweise geringe Menükosten 194 für die Erstellung neuer Preislisten. 195
189 Vgl. Simon, H., 1992, S. 468ff.
190 Die vollständige Herleitung kann der interessierte Leser nachlesen in Simon, H., 1992, S. 468ff.
191 Hier in Preisnotierung. Zu beachten ist, dass Euro-Wechselkurse in Mengennotierung angege- ben werden.
192 Vgl. Shapiro, A. C., 1996, S. 310.
193 Vgl. Roth, A., 1997, S. 200f.
194 Vgl. Mankiw, N. G., 2000, S 201.
195 Vgl. Roth, A., 1997, S. 201.
51 Management ökonomischer Währungsrisiken
4.4 Beschaffungswirtschaftliche Maßnahmen
4.4.1 Vereinbarungen bezüglich Fakturierungswährung und
sklauseln Währung
Die aus dem Transaktionsrisikomanagement bekannte Maßnahme der Änderung der Fakturierungswährung ist nur sinnvoll, wenn der Zulieferer die dazu passende Währungsstruktur der Kosten aufweist.
Ist dies nicht der Fall, so wird er bei Wechselkursveränderungen auch nicht auf Preisanpassungen verzichten, womit dies ein ungeeignetes Instrument für das ö- konomische Währungsmanagement darstellt.
Darüber hinaus zeigt die Praxis, dass Zulieferer sich die Übernahme dieses Risi- kos durch einen zusätzlichen Aufschlag vergüten lassen. 196 Erfüllen jedoch die Lieferanten die Forderung einer entsprechenden Währungs- struktur der Kosten, so wird dadurch erreicht, dass nicht der nominale, sondern der für das ökonomische Währungsmanagement relevante reale Wechselkurs aus- schlaggebend ist.
Ein ähnliches Instrument ist die Vereinbarung von Währungsklauseln beim Ab- schluss von Verträgen. Diese verteilen das Währungsrisiko zwischen den beiden Vertragsparteien. 197 Da diese Klausel ein Bestandteil des Vertrags ist, entspricht die Laufzeit ihrer Wirkungsdauer auch der des Vertrags. Für ein Management des ökonomischen Risikos greift sie damit zu kurz. Trotzdem gibt es Autoren, die behaupten, dass diese auch zum Management des ökonomischen Risikos geeignet sei, falls „eine einmal vereinbarte Währungsklausel auch in allen künftigen Ver- trägen zwischen Abnehmern und Zulieferern Verwendung findet.“ 198 Diese Auf- fassung teilt der Autor nicht, weil die Haltbarkeit einer solchen Regelung in der Praxis doch zumindest angezweifelt werden kann.
Ein Unternehmen, das durch eine Risikoübernahme in Zeiten länger anhaltender und starker Abweichung des Wechselkurses in seiner Existenz gefährdet ist, wird alles versuchen sich dieses Risiko zu entledigen. Selbst wenn ihm das nicht ge- lingt, wird es nach einem Konkurs seinen Verpflichtungen nicht nachkommen können.
Diese Tatsache ist nur zu umgehen, indem der Lieferant seine Währungsstruktur der Kosten dieser Situation anpasst.
196 Vgl. Dhanani, A., 2004, S. 327.
197 Vgl. Gamper, P. Ch., 1995, S. 275.
198 Roth, A., 1997, S. 203.
52
Management ökonomischer Währungsrisiken
4.4.2 Veränderung der Währungsstruktur der Beschaffung Die wahrscheinlich effektivste Methode zur Reduzierung eines Exposure ist die Angleichung der Währungsstruktur der Auszahlungen an die der Einzahlungen. Die Beschaffung im Land des Absatzmarktes bewirkt dabei, dass Wechselkurs- veränderungen auf beide Positionen in gleicher Richtung wirken und damit eine Risikokompensation erreicht wird. 199 Eine hundertprozentige Risikodeduktion wird jedoch nur erreicht werden, wenn beide Cashflows über die gleiche Wech- selkurssensibilität verfügen. 200 Da auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten oft sehr unterschiedliche Bedingungen herrschen, ist diese vollständige Risikokom- pensation aber zumeist nicht zu erzielen. Ein Beispiel hierfür ist die Beschaffung von Rohstoffen, die zu Weltmarktpreisen gehandelt werden. 201 Hier hat die De- terminationswährung nichts mit der Lokalwährung zu tun und eine Exposuremin- derung ist trotz lokaler Beschaffung nicht zu erreichen.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass über eine entsprechende Anpassung auch die Generierung eines strategisch gewünschten Exposure zu Absicherungszwecken erreicht werden kann.
Ein zusätzlicher positiver Effekt neben der Minderung des Währungsrisikos lässt sich dagegen mit Kosteneinsparungen aus sogenannten Cross-Hedging- Aktivitäten erzielen. Dabei wird auf einem Markt mit niedrigerem Kostenniveau als dem des alternativen Beschaffungsmarktes eingekauft. Trotzdem gilt dort des- sen Währung als Determinationswährung oder die beiden Währungen sind zu- mindest eng aneinander gekoppelt. 202 Die Entscheidung über die Wahl der Beschaffung aus Währungsgesichtspunkten ist meist mit einem Lieferantenwechsel verbunden. 203 Im Zuge dieser sind ver- schiedene Voraussetzungen zu prüfen: Sind die Lieferanten aus dem gewünschten Währungsraum überhaupt in der Lage die Produkte in der benötigten Qualität und zu einem vergleichbaren Preis anbieten zu können? Ist eine eventuell notwendige Just-in-time-Lieferung möglich? Wie hoch sind die zusätzlichen Transportkosten? Sind die bisherigen Lieferverträge überhaupt kündbar? 204 Ist die Unternehmung vielleicht auf das Forschungs- und Entwicklungs-Know-How des Zulieferers an-
199 Vgl. Aggarwal, R. / Soenen, L. A., 1989, S. 65.
200 Vgl. Roth, A., 1997, S. 208.
201 Vgl. Glaum, M. / Roth, A., 1993, S. 1196.
202 Vgl. Dhanani, A., 2004, S. 328; Roth, A., 1997, S. 209.
203 Nur wenige Unternehmen stellen die gleichen Produkte in verschiedenen Ländern her, was eine Änderung der Beschaffungswährung ohne Lieferantenwechsel ermöglicht.
204 Vgl. Bernhard, W., 1992, S. 110.
53
Management ökonomischer Währungsrisiken
gewiesen oder arbeitet in diesem Bereich mit ihm zusammen? Ein praktisches Beispiel zu diesen Aspekten liefert
Dhanani, A. (2004)
in einer Fallstudie.
205
Aufgrund verschiedener Gegebenheiten, wie langfristiger Lieferverträge und Ab- hängigkeiten im Bereich der Forschung und Entwicklung, war es im Zuge einer Anpassung der Währungsstruktur der Beschaffungs- an die der Absatzaktivitäten nicht möglich alle Lieferanten so zu wechseln wie es aus Währungsgesichtspunk- ten wünschenswert gewesen wäre. In der Folge erarbeitete das Unternehmen zu- sammen mit diesen Zulieferern eine Strategie, die es trotzdem ermöglichte, das Währungsrisiko zu senken. Erreicht wurde dies dadurch, dass der Zulieferer wie- derum seine Zulieferer im Sinne des Unternehmens gewechselt, das heißt die Währungsstruktur seiner Kosten verändert hat. Den in der Folge für den Zulieferer in Fremdwährung anfallenden Anteil der Kosten begleicht das Unternehmen in der jeweiligen Fremdwährung. Für in Heimatwährung angefallene Kosten wird weiterhin in dieser bezahlt. Bezeichnet wird diese Methode als ´dual payment policy´.
Die Tatsache, dass diese Maßnahmen struktureller Natur sind und einen erhebli- chen Aufwand erfordern, verdeutlicht den schwierigen Charakter von Verände- rungen im Beschaffungsbereich.
Unter der Voraussetzung, dass bereits aus verschiedenen Währungsräumen be- schafft wird, lässt sich auch ohne den Abschluss neuer oder der Kündigung alter Lieferbeziehung eine Verbesserung für die Unternehmung aus Währungsgesicht- punkten erzielen. Sofern die abgenommenen Mengen flexibel anpassbar sind, werden in Zeiten der Schwäche einer Währung besonders viele Erzeugnisse aus diesem Währungsraum bezogen und umgekehrt, der Bezug aus starken Wäh- rungsräumen vermieden. Hierbei handelt es sich um die Flexibilisierung der Be- schaffungsausgaben, welche erhebliche Gewinnpotentiale durch die aktive Aus- nutzung von Wechselkursänderungen in sich birgt. 206 Die Erzielung einer risikokompensierenden Wirkung durch geographische Diver- sifizierung, wie sie sich im Bereich der Erlöse erzielen lässt, ist auch mit den Be- schaffungsaktivitäten möglich. 207 Wie bereits erwähnt, ist die Veränderung der Währungsstruktur der Beschaf- fungsausgaben nach Auffassung des Autors eines der besten Instrumente des Währungsmanagements. Aufgrund der Dominanz vieler anderer Aspekte der Be-
205 Vgl. Dhanani, A., 2004.
206 Vgl hierzu auch Kapitel 4.5.2 Operating Flexibility.
207 Vgl. Roth, A., 1997, S. 209; Dhanani, A., 2004, S. 326.
54
Management ökonomischer Währungsrisiken
schaffungspolitik und wegen des großen Aufwands eines damit verbundenen Lie- ferantenwechsels, besonders bei langjährigen Geschäftsbeziehungen, sind die Vorbehalte gegen eine aktive Nutzung allerdings relativ groß.
Eine Aufnahme des Währungsmanagementaspekts in die Einkaufsstrategie eines Unternehmens wie sie Dhanani, A. (2004) beschreibt ist demnach, wenn sie nicht nur auf dem Papier existiert, sondern auch wirklich berücksichtigt wird, ein gro- ßer Fortschritt. 208 Ausgesprochen interessant ist auch die in der selben Arbeit vorgeschlagene Beru- fung eines Verbindungsmannes zwischen der Einkauf- und der Finanzabtei- lung. 209 Dessen Aufgabe ist es, zwischen beiden Abteilungen zu vermitteln. Diese Vermittlung ist bei der Anwendung einer Flexibilisierung der Währungsstruktur besonders wichtig. Zum einen müssen die Einschätzungen, welche Währungen gerade stark und welche schwach sind, von der Finanzabteilung an die Einkaufab- teilung vermittelt werden. Darüber hinaus prüft der Mittler ob die Einkaufabtei- lung im Sinne der Währungspolitik richtig handelt.
4.5 Produktionswirtschaftliche Maßnahmen
4.5.1 Verlagerung der Produktion in Absatzmärkte Wie schon bei der Beeinflussung der Währungsstruktur der Beschaffungsmaß- nahmen, kann auch durch den Aufbau von Produktionsstätten im Währungsraum eines Absatzmarkts eine deutliche Risikominderung herbeigeführt werden. 210 Da beide Maßnahmen auf eine Angleichung der Währungsstruktur der Ausgaben an die der Einnahmen abzielen, vollzieht sich die Risikominderung analog. Aufgrund des noch bedeutend größeren Aufwands der Errichtung einer Produkti- onsstätte im Ausland, dürfte dies allerdings zumeist erst in Erwägung gezogen werden, wenn die Potentiale der Beschaffungsstruktur erschöpft sind. 211 Im Gegenzug verringert der Aufbau von Produktionsanlagen vor Ort auch die Transportwege. Für transportkostenintensive Branchen kann dies einen nicht zu vernachlässigenden Effekt darstellen. 212 Unabhängig von den durch das Währungsmanagement motivierten Aspekten, gilt es zunächst vor Eröffnung eines neuen Werkes verschiedene allgemeine Kriterien
208 Vgl. Dhanani, A., 2004, S. 329.
209 Vgl. Dhanani, A., 2004, S. 329.
210 Vgl. Srinivasulu, S. L., 1981, S. 16f.
211 Vgl. Roth, A., 1997, S. 212.
212 Ob die Transportkosten aus währungspolitischer Sicht ein Entscheidungskriterium darstellen, hängt von der Währungsstruktur dieser ab. Unabhängig davon dürfte dieser Aspekt in die all- gemeine betriebswirtschaftliche Beurteilung der Investition einfließen.
55
Management ökonomischer Währungsrisiken
wie vorhandene Infrastruktur, qualifiziertes Personal usw. zu prüfen.
213
Hierzu dürfte auch ein kalkulatorischer Vergleich der Kosten der Unternehmung vor und nach der Maßnahme durchgeführt werden. Dies sollte auch Aufschluss darüber geben, ob die Aufgabe eventueller Skalenerträge lohnend ist.
214
Bei dieser Analy- se ist aber zu bedenken, dass sie nicht isoliert durchgeführt werden sollte, da ne- ben dem Währungsgesichtspunkt auch andere interdependente Faktoren Einfluss nehmen.
215
Zur Senkung des Währungsrisikos mit Hilfe der Eröffnung, oder dem Kauf einer Produktionseinheit im Ausland,
216
ist darüber hinaus die Fertigungstiefe entschei- dend. Wenn im lokalen Markt eine große Wertschöpfung erbracht wird, kann eine deutliche Risikoreduktion erreicht werden.
217
Die Eröffnung einer Vertriebsein- heit ist dagegen, aufgrund mangelnder Wertschöpfung aus Währungsgesichts- punkten, wenig erfolgsversprechend.
Die Wahl des Produktionslandes kann aber nicht nur auf die Währungsstruktur der Kosten wirken. Unter Umständen kann sie auch Auswirkungen auf die Erlöse einer Gesellschaft haben. 218 Die Präsenz des Unternehmens am Ort des Absatz- markts verbessert dessen Gespür für diesen Markt und dessen Anforderungen. Unter Ausnutzung dieser Kenntnisse ist es möglich, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen. Potential für weitere positive Effekte bieten darüber hinaus Aspekte wie die Identifikation mit dem Unternehmen als Arbeitgeber oder Präsenz im sozialen und gesellschaftlichen Bereich. 219 Diese Effekte können entweder zu einer Aus- weitung des Absatzes und damit einer Erhöhung der Erträge in der entsprechen- den Währung führen, oder aber die Sensitivität der bestehenden Erlöse mindern. Negative Auswirkungen können Produktionsverlagerungen in Niedriglohnländer verursachen, wenn mit ihnen die Aufgabe eines Made-in-Effekts einhergeht. Um- so wichtiger wird es dabei für die Unternehmen ihr individuelles Made-by-Image zu pflegen. 220
213 Vgl. Bernhard, W., 1992, S. 111.
214 Vgl. Roth, A., 1997, S. 214f.
215 Vgl. Dhanani, A. / Groves, R., 2001, S. 283.
216 Der Kauf einer Produktionsstätte bringt die gleichen Effekte mit sich, dürfte in den meisten Fällen aber wesentlich günstiger sein.
217 Vgl. Flood E. Jr., 1986, S. 169.
218 Vgl. Roth, A., 1997, S. 215f; Bernhard, W., 1992, S. 121.
219 Besonders in den letzten Jahren hat sich in diesem Bereich viel durch die Einführung von Good Governance Kodices getan.
220 Vgl. Bernhard, W., 1992, S. 121.
56
Management ökonomischer Währungsrisiken
4.5.2 Operating Flexibility Die Bedeutung der Flexibilisierung der Kostenstruktur wurde bereits in Zusam- menhang mit der Beschaffung angesprochen. Im Bereich der Produktion war es Kogut, B (1985), der als erster auf die Möglichkeit hingewiesen hat, wechselkurs- bedingte internationale Kostendifferenzen gewinnbringend ausnutzen zu kön- nen. 221 Aus der Tatsache, dass ein Unternehmen seine Produktionsstätten weltweit verteilt, eröffnet sich diesem das Potential, seine jeweiligen Ausbringungsmengen aufgrund des Wechselkurses anzupassen. Verfügt ein Unternehmen beispielsweise über Produktionsstandorte in den USA und Deutschland, so werden zu Zeiten eines schwachen Euros die Kapazitäten im Euroraum aufgrund des relativen Kos- tenvorteils erhöht. Im Gegenzug wird das Werk in den USA nur noch den zur Stil- lung des Bedarfs nötigen Rest produzieren. 222 Hierzu ist jedoch zu beachten, dass die Kapazitäten zum einen nicht unendlich erweiterbar sind bzw. die Erweiterung erst durch den Bau neuer Anlagen und durch die, in der Folge entstehenden Leerkosten erkauft werden müssen. Ebenso wird sich die Kapazität eines Werkes nicht vorübergehend auf Null reduzieren lassen. Das größte Gewicht im Zusammenhang dieser Entscheidung fällt dabei dem Faktor Arbeit zu. Er und die verwendete Fertigungstechnologie bestimmen letztlich den Grad der Flexibilität. 223 Eine besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang dem Gleichge- wichtskurs zu. Das ist der Kurs, bei dem es aus währungspolitischer Sicht gleich- gültig ist, in welcher Produktionsstätte die Güter gefertigt werden. Aufgrund der Existenz von Umstellungskosten, die aus der Verlagerung der Kapazitäten entste- hen wird eine kritische Bandbreite durch einen Auf- bzw. Abschlag für die Um- stellungskosten errechnet. Bei Unter- bzw. Überschreiten der dadurch entstehen- den Grenzwechselkurse werden die Kapazitäten entsprechend verlagert. Mit der Bandbreite ergibt sich ein Spielraum in dem die Kapazitäten trotz Wechselsignal beibehalten werden, weil die Umstellungskosten zu hoch wären. 224 Das Zwei-Produktionsstätten-Beispiel, das hier zur Veranschaulichung des Sach- verhalts verwendet wurde, stellt eine grobe Vereinfachung dar. In der Realität handelt es sich um wesentlich mehr Standorte, was das verfügbare Potential um ein Vielfaches erhöht. Dies führt gleichzeitig aber zu dem Problem, dass eine
221 Vgl. Kogut, B., 1985, S. 31.
222 Falls die Kapazitäten in Deutschland nicht voll ausgelastet wären, wäre sogar eine Produktion
auf Vorrat vorstellbar.
223 Vgl. Roth, A., 1997, S. 219.
224 Vgl. Kogut, B., Kulatilaka, N., 1994, S. 128.
57
Management ökonomischer Währungsrisiken
Ausnutzung der Operating Flexibility nur bei globaler Koordination der Produkti- onsplanung, und damit letztlich auch tendenziell einer Zentralisierung des Expo- suremanagements möglich ist.
225
Dagegen kam die vorige Diskussion über die Ansiedlung des Exposuremanagements zu dem Schluss eine Dezentralisierung anzustreben.
4.6 Vereinbarung spezieller Kontrakte und M&A-Aktivitäten Eine weitere Möglichkeit, sich gegen unerwünschte Wechselkursentwicklungen abzusichern besteht in einem von Lessard, D. R. und Lightstone, J. B. (1984) vor- geschlagenen Instrument. Es handelt sich dabei um ein Hedge-Geschäft, bei dem zwei Unternehmen mit betragsmäßig gleicher, von der Wirkung aber entgegenge- setzter Wechselkursabhängigkeit 226 vereinbaren, alle zukünftigen von Realkurs- veränderungen verursachten Gewinnschwankungen gegenseitig auszuglei- chen. 227,228 Ein speziell auf Realkursveränderungen zugeschnittener Vertrag regelt dabei, dass die jeweiligen Gewinne und Verluste aus diesen ausgetauscht werden. Ein Sinken des ´normalen´ Jahresergebnisses wird also durch Gewinne aus dem Sicherungsvertrag ausgeglichen. Im Gegenzug verlieren die Unternehmen folglich auch die Chance auf zusätzliche Gewinne aus Realkursveränderungen, weil diese gegebenenfalls an das andere Unternehmen abzuführen sind.
Die daraus entstehenden Kosten sind gering und bestehen nur aus den Suchkosten für ein Unternehmen mit dem richtigen Exposure und den Kosten der Ausgestal- tung des Vertrags. Dadurch, dass damit nur Gewinnschwankungen vermieden werden und im Gegensatz zum Abschluss anderer Hedge-Geschäfte keine Partei ein Risiko im eigentlichen Sinne eingeht, muss auch keine Partei dafür entlohnt werden.
Ähnliche Wirkungsweisen auf das ökonomische Währungsrisiko können sich auch aus Mergers & Acquisitions-Aktivitäten ergeben. Durch den Zukauf von Unternehmungen 229 mit entsprechend gegenläufigen Währungsexposures kann das Währungsrisiko ebenso gesenkt werden. Auch hier gilt, dass der Währungsas- pekt nicht das vorrangige Entscheidungskriterium ist.
225 Vgl. Beck, M. S., 1989, S. 68.
226 Oder auch Exposure.
227 Die Gegenposition kann aber auch von einem Kreditinstitut oder einem anderen Vertragspart- ner eingegangen werden.
228 Vgl. Lessard, D. R. / Lightstone, J. B., 1987, S. 72.
229 Oder auch eine Fusion.
58
Management ökonomischer Währungsrisiken
4.7 Finanzwirtschaftliche Maßnahmen
4.7.1 Veränderung der Währungsstruktur der finanzwirtschaftlichen Zahlungsströme Haben die bisherigen Managementmaßnahmen den realwirtschaftlichen Güterbe- reich betroffen, so sollen jetzt finanzwirtschaftliche Absicherungsmaßnahmen vorgestellt werden.
Zunächst kann im finanzwirtschaftlichen Bereich ein ökonomisches Währungsri- siko aus der uneinheitlichen Währungsstruktur der Bilanz und damit der originä- ren Cashflows entstehen. Verursacht wird dies durch Finanzierungs- oder Anlage- positionen in Fremdwährung. Eine Minderung des Risikos lässt sich durch die Verminderung dieses Exposure erreichen, indem die Struktur der Währungsposi- tionen der Aktiva an die der Passiva bzw. umgekehrt angeglichen wird. 230 Die Aufnahme und Anlage von Fremdwährungsbeträgen stellt hierbei die Mög- lichkeit dar, Kosten bzw. Erträge in der Fremdwährung zu generieren, in der Er- träge bzw. Aufwendungen erwartet werden. Im Falle der Kreditaufnahme wird von einer währungskongruenten Finanzierung gesprochen. 231 Da die Finanzie- rungskosten in der Kalkulation den operativen Einheiten anteilig zugerechnet werden, kann die währungsstrukturelle Angleichung der Einzahlungen und Aus- zahlungen auch durch diesen Bereich unterstützt werden. Eine Verschlechterung der Wettbewerbsposition einer Unternehmung für den Ertragsbereich, verursacht durch eine Wechselkursänderung, wird dann durch eine Verminderung der Kosten aus dem Finanzierungsbereich ausgeglichen. 232 Die Höhe der zur Absicherung benötigten Fremdwährungsfinanzierung ist dabei von der Höhe der Wechselkurssensitivität und der Höhe der Zins- und Tilgungs- leistungen abhängig. 233 Bei den bisherigen Ausführungen war es für das Unternehmen nötig, neue Ver- bindlichkeiten aufzunehmen. Aufgrund des langfristig strategischen Charakters des ökonomischen Währungsmanagements spielt diese mangelnde Flexibilität zwar keine so bedeutende Rolle, dennoch ist es zu begrüßen, dass die gleiche Wirkung auch mit Hilfe von Swap-Geschäften erreicht werden kann, die eine be- deutend höhere Anpassungsgeschwindigkeit erlauben. 234
230 Vgl. Roth, A., 1997, S. 221.
231 Vgl. Roth, A., 1997, S. 221.
232 Vgl. Beck, M. S., 1989, S. 65.
233 Vgl. Cornell, B. / Shapiro, A. C., 1983, S. 58.
234 Vgl. Dhanani, A., 2004, S. 330.
59
Management ökonomischer Währungsrisiken
Der Einsatz eines Swaps ist bei der „Existenz zweier Partner, welche bezüglich der Laufzeit und des Betrags gleiche Interessen besitzen, jedoch gegensätzliche Währungsbedürfnisse aufweisen“
235
möglich. Dabei nimmt jedes Unternehmen in seinem Stammland durch einen Kredit oder die Begebung einer Anleihe, unter Ausnutzung seines Bekanntheitsgrades und seiner dortigen Bonitätsbeurteilung, Geld in Heimatwährung auf. Diese Beträge tauschen die Vertragsparteien, zumeist unter Einschaltung eines Kreditinstitutes als Intermediär, gegeneinander aus. Für die Zins- und Tilgungszahlungen wird vereinbart, dass das jeweils andere Unter- nehmen diese zu einem, bei Vertragsabschluß festgelegten Wechselkurs dem an- deren in dessen Währung bezahlt.
236
Waren Swaps früher eher großen und in diesem Bereich erfahrenen Unternehmen vorbehalten, sind sie heutzutage jedem zugänglich.
Wie anhand der Ausführungen bereits deutlich geworden ist, unterscheidet sich die Wirkung eines Swap-Geschäfts nicht von der einer Finanzierung in Fremd- währung. 237 Genauso wie im Beschaffungs- bzw. Produktionsbereich, ist es auch im Finanzbe- reich möglich, ein Cross-Hedging zu betreiben. 238 Jedoch wiegt hier das Argu- ment der Verfügbarkeit der anderen Währung stärker als der Kostenaspekt.
4.7.2 Risikoreduktion durch finanzwirtschaftliche Absicherungsmaßnahmen Aus theoretischer Sicht ist die Beurteilung der Eignung von den, für das Transak- tionsrisiko gängigen, Kurssicherungsinstrumenten wie Devisentermingeschäften, Währungsfutures oder Devisenoptionen für das Management des ökonomischen Währungsexposure eindeutig.
Da die Höhe der zukünftigen, risikobehafteten Positionen des Economic Risk zur Zeit der Absicherung noch nicht feststeht, entsteht die große Gefahr, entweder eine zu große oder eine zu kleine Position abzusichern, was ein zusätzliches Risi- ko bedeuten würde.
Aus diesem Grund halten die meisten Autoren ihren Einsatz im Rahmen eines strategischen Managements des ökonomischen Währungsrisikos für ungeeig-
235 Vgl. Gamper, P. Ch., 1995, S. 396.
236 Vgl. Beck, M. S., 1989, S. 66.
237 Vgl. Roth, A., 1997, S. 223f.
238 Vgl. Aggarwal, R. / Soenen, L. A., 1989, S. 65.
60
Management ökonomischer Währungsrisiken
net.
239
Zur Überbrückung der Anpassungszeit - bis die eingeleiteten operativen Maßnahmen greifen - werden sie jedoch oft akzeptiert.
240
Obgleich in der jüngeren Vergangenheit in einigen Arbeiten Modelle entwickelt wurden, die die Kalkulation der unsicheren Hedge-Größe so verbessern sollen, dass sie einen Einsatz im strategischen Bereich rechtfertigten,
241
sieht der Autor diese Entwicklungen eher skeptisch. Diese Konstrukte werden das Risiko höchs- tens verringern, nicht jedoch eliminieren können.
Darüber hinaus wird es mit finanzwirtschaftlichen Hedginginstrumenten nicht möglich sein eine Wechselkursentwicklung aufzuhalten. Im Sinne einer Auftei- lung des Economic Risk in einen Competitive Effect und einen Conversion Ef- fect 242 ist es nur möglich, sich für eine begrenzte Zeit des Conversion Effects zu entledigen. 243 Im Umgang mit Absicherungsinstrumenten 244 ist zudem in besonderem Maße zu beachten, dass daraus entstandene Risiken nicht mit denen aus dem operativen Geschäft kumuliert werden. 245 Eine Möglichkeit, dieses zu vermeiden, ist die Anwendung der von Rehkugler, H. / Schindel, V. (2004) vorgestellten ´Bewertungsorientierten Vorgehensweise´. „Bei der bewertungsorientierten Vorgehensweise ist Gegenstand der Analyse nicht die Veränderung der Wechselkurse, sondern ihre Höhe im historischen Ver- gleich.“ 246 Für ihre Analyse verwenden sie, wie für das ökonomische Währungs- management gefordert, Realkurse. Darüber hinaus machen sie sich die Erfahrung zu nutze, dass diese Kurse erstens nur innerhalb einer bestimmten Bandbreite um den langfristigen Durchschnitt schwanken, zweitens sich ihre Entwicklung nicht sprunghaft, sondern vielmehr entlang langfristiger Trends vollzieht und drittens eine Korrelation zwischen realen Wechselkursen und der Ergebnissituation von Unternehmen zu beobachten ist. 247 Durch die Verwendung eines auf Basis des Realkurses ermittelten langfristigen Gleichgewichtskurses, der sich als gewichteter gleitender Durchschnitt des selben errechnet, schaffen es die Autoren, verschiedene auch aus der Anwendung der
239 Vgl. Dhanani, A. / Groves, R., 2001, S. 276; Lessard, D. R. / Lightstone, J.B., 1990, S. 94f; Vgl. Fastrich, H. / Hepp, S., 1991, S. 5.
240 Vgl. Vgl. Bernhard, W., 1992, S. 138; Henk, A., 2003, S. 278.
241 Vgl. Breuer, W., 1996, S. 518ff; Chowdhry, B., 1995, S. 1083ff; Kerkvliet, J. / Moffet, M. H., 1991, S.565 ff.
242 Vgl. Flood, E. Jr. / Lessard, D. R., 1986, S. 26.
243 Vgl. Roth, A., 1997, S. 232.
244 Beispielsweise im Rahmen des Transaktionsrisikomanagements.
245 Vgl. Rehkugler, H / Schindel, V., 2004, S. 348.
246 Vgl. Rehkugler, H / Schindel, V., 2004, S. 351f.
247 Vgl. Rehkugler, H / Schindel, V., 2004, S. 352.
61
Management ökonomischer Währungsrisiken
Kaufkraftparität bekannte Probleme, wie den Umgang mit Strukturbrüchen, zu beheben.
248
Indem zu Zeiten einer historischen Überbewertung (bzw. Unterbewertung)
249
die Kurse festgeschrieben werden und diese Festschreibung in Zeiten einer Unterbe- wertung (bzw. Überbewertung) vermieden wird, ist eine Verbesserung der Unter- nehmenssituation zu erreichen. Die daraus generierten Vorteile werden als Wind- fall-Profits bezeichnet. Entscheidungskriterium ist hierbei nicht die Erwartung über die Wechselkursentwicklung sondern vielmehr die Dauer der Festschreibung des aktuellen Kurses.
Der Grund, warum die Verwendung dieses Ansatzes hier vorgeschlagen wird, liegt darin begründet, dass eine Absicherung nur stattfindet, wenn sich der Wech- selkurs im Bereich der Windfall-Profits befindet. Damit führen Fehleinschätzun- gen nicht zu realen Verlusten, sondern nur zu Opportunitätskosten aus nicht voll ausgeschöpften Gewinnpotentialen. 250 Weil dies jedoch zu einer Verschlechterung der Wettbewerbssituation im Ver- gleich zu den Mitbewerbern führen kann, wäre bei strenger Auslegung, eine An- wendung dieser Technik im Zuge des ökonomischen Währungsmanagements nicht zu empfehlen. Nach Ansicht des Autors ist seine Anwendung als Ergänzung des bisher vorgestellten Managements aber trotzdem vorstellbar, weil er anders als bisher propagiert, nicht an einer Veränderung der Exposures ansetzt, darüber hinaus den realen Wechselkurs als Grundlage verwendet und das damit verbunde- ne Risiko überschaubar bleibt.
Da das Hauptgewicht eines Währungsmanagements der ökonomischen Wäh- rungsrisiken nach Auffassung des Autors unbedingt im Bereich des Managements des Exposure zu liegen hat, wäre ein Einsatz als Ergänzung dazu empfehlenswert. Nach Ausschluss des existenzbedrohenden Risikos im Bereich der Exposure, könnte die, im Rahmen der Analyse aus Kapitel 3 im letzten Schritt ermittelte aggregierte Exposuregröße mit Hilfe dieses Verfahrens gemanagt werden. Das Management dieses Exposure würde dann mit Hilfe der gängigen derivaten Sicherungsinstrumente stattfinden. Die Erträge daraus würden dem Finanzergeb- nis zugeschrieben. 251 Zu klären ist allerdings noch, ob der Bezug der Absicher-
248 Weil sich dieser Kurs mittelfristig den Strukturveränderungen beider Volkswirtschaften an- passt, verlieren über die Zeit auch Strukturbrüche an Bedeutung.
249 In welcher Situation die Kurse festgeschrieben werden hängt dabei vom Vorzeichen des Expo- sure ab.
250 Vgl. Rehkugler, H / Schindel, V., 2004, S. 353.
251 Vgl. Rehkugler, H / Schindel, V., 2004, S. 348.
62
Schlussbetrachtung
ungsentscheidung zum aggregierten Exposure des Unternehmens ausreicht, um die Instrumente nach dem Hedge Accounting zu bilanzieren. Nach Ansicht des Verfassers sollte dies aber gewährleistet sein.
5 Schlussbetrachtung
Bei der Auseinandersetzung mit ökonomischen Währungsrisiken zeigt sich, dass diesem Thema in der wissenschaftlichen Forschung große Beachtung entgegen gebracht wird. Dies schlägt sich auch in unzähligen Veröffentlichungen nieder. Es handelt sich dabei jedoch fast ausschließlich um volkswirtschaftlich ausgerichtete Betrachtungen, wohingegen diese Arbeit einen betriebswirtschaftlich, praxisbezo- genen Ansatz verfolgt.
Dies ist vermutlich auch der Grund dafür, dass dem Thema in der Praxis noch keine so große Bedeutung beigemessen wird. 252 Darüber hinaus mag dies aber auch an der schwierigen Rolle des Managements der ökonomischen Währungsrisiken liegen. Wie diese Arbeit gezeigt haben soll lässt sich ein entsprechendes Konzept nicht isoliert implementieren, sondern be- trifft aufgrund der vielen wechselseitigen Beziehungen vielmehr alle Bereiche eines Unternehmens. Außerdem können die meisten Absicherungsmaßnahmen nicht isoliert betrachtet werden, sondern sind zumeist ein Teil einer gesamtbe- triebswirtschaftlichen Entscheidung.
Diese Arbeit hat dabei versucht, die Thematik von Grund auf zu beleuchten. So wurde zu Beginn das Währungsrisiko in seine Bestandteile, nämlich das Wechselkursrisiko und das Währungsexposure zerlegt. Aufgrund der Feststellung, dass eine genaue Vorhersage der Wechselkursentwicklung es ermöglicht, das Wechselkursrisiko und damit auch das Währungsrisiko vollständig zu eliminieren, wurde eine Analyse der gängigsten Prognosemodelle vorgenommen. Mit dem Ergebnis, dass eine zuverlässige Vorhersage nicht möglich ist.
Damit war als Hauptansatzpunkt für die weitere Bearbeitung das Währungsexpo- sure, im Speziellen das ökonomische Währungsexposure, identifiziert. Um ein möglichst gutes und effizientes Währungsmanagement betreiben zu kön- nen, wurde in der Folge nach Möglichkeiten gesucht, das Risiko zu quantifizieren. Dazu wurden verschiedene Ansätze vorgestellt. Eine Anwendung der ursachenbe- zogenen Vorgehensweise mit Hilfe der Regressionsanalyse wurde, aufgrund man- gelnder Ansatzpunkte für ein Management und den mit der Regressionsanalyse
252 Vgl. Glaum, M. / Roth, A., 1993.
63
Schlussbetrachtung
verbundenen Problemen, abgelehnt. Stattdessen fand ein wirkungsbezogener An- satz Anwendung, der aufgrund der Verwendung einer disaggregierten Analyse der Cashflows sehr gute Einblicke in die Wirkungsweisen der Exposureentstehung geben kann. Durch die Einbindung einer Branchen- und Wettbewerbsanalyse soll- te hier auch eine spezielle Würdigung des Wettbewerbseffekts erreicht werden. Besonders zu betonen ist an dieser Stelle aber auch die ausgesprochen hilfreiche Eigenschaft dieser Vorgehensweise, dass durch die Variation verschiedener Wechselkurse kritische Austauschraten ermittelt werden können, bei denen die Profitabilität des Unternehmens nicht mehr gewährleistet ist.
Darüber hinaus wurde in diesem Kapitel die Empfehlung ausgesprochen, dass im Umgang mit dem ökonomischen Exposure auf die Kongruenz zwischen Analyse und Entscheidung geachtet wird. Daraus wird eine Tendenz zur Dezentralisierung abgeleitet, wobei der Grad dieser von den individuellen Gegebenheiten des Un- ternehmens abhängt.
Nachdem das Exposure in dieser Arbeit nicht nur quantifiziert wurde, sondern auch eine detaillierte Analyse der Wirkungsweisen stattgefunden hat, folgte im Anschluss eine ausführliche Darstellung der Handlungsmöglichkeiten eines Ma- nagements der ökonomischen Währungsrisiken.
Eingeleitet wurde dieser Abschnitt jedoch von der Diskussion über die Rolle des Währungsmanagements innerhalb des Finanzmanagements, sowie der Bedeutung einer Zielstrategie. Während der darauf folgenden Vorstellung der Management- maßnahmen mag sich der Leser an die Aussage aus der Problemstellung zu Be- ginn dieser Arbeit erinnert fühlen, dass diese hauptsächlich im Leistungsbereich stattzufinden haben.
Zu diesem Schluss kommt auch diese Arbeit. Im Detail werden dabei für den Hauptbestandteil des Managements des ökonomischen Währungsrisikos Maß- nahmen in den Bereichen Absatz, Beschaffung und Produktion vorgeschlagen. Neben der Möglichkeit eines Managements über spezielle Verträge und Mergers & Acquisitions-Aktivitäten wird unter Eingehung einiger Kompromisse versucht, auch das finanzwirtschaftliche Hedging in die Überlegungen einzubinden. Mit dessen Hilfe soll zum einen Zeit für Anpassungen in den operativen Bereichen gewonnen werden, zum anderen wird versucht durch die Nutzung von Windfall- Profits einen zusätzlichen Gewinn aus den bewusst „offen“ gelassenen Risikopo- sitionen des Gesamtexposure zu ziehen.
V
Literaturverzeichnis
Literaturverzeichnis
Adler, M. / Dumas, B. (1983): International Portfolio Choice and Corporation Finance: A Synthesis, in: The Journal of Finance, Vol. 38, Issue 3, S. 925- 984.
Adler, M. / Dumas, B. (1984): Exposure to Currency Risk: Definition and Meas- urement, in: Financial Management, Vol. 13, Issue 2, S. 41-50.
Aggarwal, R. / Soenen, L. A. (1989): Managing Persistent Real Changes in Cur- rency Values: The Role of Multinational Operating Strategies, in: Columbia Journal of World Business, Vol. 24, No. 3, S. 60-67.
Backhaus, K. / Erichson, B. / Plinke, W. / Weiber, R. (2000): Multivariate Analy- semethoden – Eine anwendungsorientierte Einführung, 9. überarb. u. erw. Aufl., Berlin, Heidelberg, New York.
Bartram, S. M. (1999a): Corporate Risk Management: Eine Empirische Analyse der Finanzwirtschaftlichen Exposures deutscher Industrie- und Handelsun- ternehmen, in: Rudolph, B. (Hrsg.): Reihe Risikomanagement und Finanz- controlling, Bd. 3, Bad Soden/Ts..
Bartram, S. M. (1999b): Die Praxis unternehmerischen Risikomanagements von Industrie- und Handelsunternehmen, in: Finanzbetrieb, Juni 1999, S. 71-77.
Bartram, S. M. (2000): Verfahren zur Schätzung finanzwirtschaftlicher Exposures von Nichtbanken, in: Johanning, L. / Rudolph, B. (Hrsg.): Handbuch Risi- komanagement, Bad Soden/Ts., S. 1267-1294.
Beck, M. S. (1989): Devisenmanagement: Wechselkursrisiken aus operativer und strategischer Sicht, in: Hagenmüller, K. F. / Engels, W. / Kolbeck, R. (Hrsg.): Schriftenreihe für Kreditwirtschaft und Finanzierung, Bd. 5, Wies- baden.
Bernhard, W. (1992): Management von Wechselkursrisiken – Ein Konzept zur Führung internationaler Unternehmen, Wiesbaden.
VI
Literaturverzeichnis
Blundell-Wignall, A. / Browne, F. (1991): Increasing Financial Market Integra- tion, Real Exchange Rates and Macroeconomic Adjustments, OECD De- partment of Economics and Statistics, Working Papers, No. 96, S. 1-65.
Breuer, W. (1996): Hedging von Wechselkursrisiken mit Termingeschäften, in: Schmalenbachs Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung, 48 Jg., H.
5, S. 515-529.
Brunner, M. (2003): Das Economic Exposure deutscher Unternehmungen, Frank- furt a. M..
Büschgen, H. E. (1980): Währungsrisiko und Währungsrisikopolitik im Rahmen internationalen Finanzmanagements, in: Wolfsburger Fachgespräche Nr. 3 vom 20.-21. Juni, Wolfsburg, S. 10-92.
Chowdhry, B. (1995): Corporate Hedging of Exchange Risk when Foreign Cur- rency Cash Flow is Uncertain, in: Management Science, Vol. 41, Issue 6, S. 1083-1090.
Cooray, A. (2003): The Fisher Effect: A Survey in: The Singapore Economic Re- view, Vol. 48, No. 2, S. 135-150.
Cornell, B. / Shapiro, A. C. (1983): Managing foreign Exchange Risks, in: Mid- land Corporate Finance Journal, S. 16-31. [zitiert nach dem Wiederabdruck in: Stern, J. M. / Chew, D. H. Jr. (Hrsg.) (1988): New Developments in In- ternational Finance, Oxford, S. 44-59].
Deutsche Bundesbank (2004): Die Kaufkraftparitätentheorie als Konzept zur Be- urteilung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit, in: Deutsche Bundesbank Monatsbericht Juni 2004, S. 29-43.
Deutsche Bundesbank (2005): Wechselkurs und Zinsdifferenz: jüngere Entwick- lungen seit Einführung des Euro, in: Deutsche Bundesbank Monatsbericht Juli 2005, S. 29-45.
Dhanani, A. (2004): The Management of Exchange-Rate Risk: A Case from the Manufacturing Industry, in: Thunderbird International Business Review, Vol. 46, Issue 3, May-June 2004, S. 317-338.
VII
Literaturverzeichnis
Dhanani, A. / Groves, R. (2001): The management of strategic exchange risk: evidence from corporate practices, in: Accounting and Business Research, Vol. 31, No. 4, S. 275-290.
Dichtl, E. / Issing, O. (Hrsg.) (1994): Vahlens Großes Wirtschaftslexikon, Bd. 4,
2. überarb. Aufl., München.
Dufey, G. / Srinivasulu, S. L. (1983): The Case for Corporate Management of Foreign Exchange Risk, in: Financial Management, Vol. 12, Issue 4, S. 54- 62.
Fama, E. F. (1979): Efficient Capital Markets: A Review of Theory and Empirical Work, in: The Journal of Finance, Vol. 25, No. 2, S. 383-417.
Fastrich, H. (1990): Strategisches Währungsmanagement international tätiger Un- ternehmen, Bamberg.
Fastricht, H. / Hepp, S. (1991): Währungsmanagement international tätiger Unter- nehmen, Stuttgart.
Fels, G. (1988): Zum Konzept der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, in: Jür- gensen, H. / Littman, K. / Rose K. (Hrsg.): Jahrbuch für Sozialwissenschaft, Bd. 39, S. 135-144.
Fischer-Erlach, P. (1995): Handel und Kursbildung am Devisenmarkt, 5. überarb. u. erw. Aufl., Stuttgart.
Flood E. Jr. (1986): Operating exposure to exchange rates: A synthesis, in: Zenoff, D. B. (Hrsg.): Corporate Finance in Multinational Companies, Lon- don, S. 165-171.
Flood, E. Jr. / Lessard, D. R. (1986): On the Measurement of Operating Exposure to Exchange Rates: A conceptual approach, in: Financial Management, Vol. 15, No. 1, 1986, S. 25-36.
Gamper, P. Ch. (1995): Währungs-Exposure Management – Bewirtschaftung von Währungsrisiken in international tätigen Unternehmen, Bern.
VIII
Literaturverzeichnis
Garner, C. K. / Shapiro, A. C. (1984): A Practical Method of Assessing Foreign Exchange Risk, in: Midland Corporate Finance Journal, S. 6-17. [zitiert nach dem Wiederabdruck in: Stern, J. M. / Chew, D. H. Jr. (Hrsg.) (1988): New Developments in International Finance; Oxford; S.71-82].
Glaum, M. (1990): Strategic Management of Exchange Rate Risks, in: Long Range Planning, Vol. 23, Issue 4, S.65-72.
Glaum, M. (2000): Finanzwirtschaftliches Risikomanagement deutscher Industrie- und Handelsunternehmen, Frankfurt a. M..
Glaum, M. / Roth, A. (1993): Wechselkursrisiko-Management in deutschen inter- nationalen Unternehmen Ergebnisse einer empirischen Untersuchung, in: Zeitschrift für Betriebswirtschaft, 63. Jg., H. 11, S. 1182-1207.
Google, scholargoogle, Internetsuchmaschine, die nur wissenschaftliche Arbeiten aufführt. Link: http://scholar.google.com, Stand: 15.11.2005.
Grant, R. / Soenen, L. (2004): Strategic Management of Operating Exposure, in European Management Journal, Vol. 22, No. 1, S. 53-62.
Henk, A. (2003): Strategisches Wechselkursrisiko-Management in Industrie- und Handelsunternehmen, in: Rolfes, B. / Schierenbeck, H. (Hrsg.): Schriften- reihe des Zentrum für Ertragsorientiertes Bankmanagement, Münster.
Kerkvliet, J. / Moffet, M. H. (1991): The Hedging of an Uncertain Future Foreign Currency Cash Flow, in: Journal of Financial and Quantitative Analysis, Vol. 26, Issue 4, S. 565-578.
Kogut, B. (1985): Designing Global Strategies: Profiting from Operational Flexi- bility, in: Sloan Management Review, Vol. 27, No. 1, S. 27-38.
Kogut, B. / Kulatilaka, N. (1994): Operating Flexibility, Global Manufacturing and the Option Value of a Multinational Network, in: Management Science, Vol. 40, Issue 1, S. 123-139.
IX
Literaturverzeichnis
Lessard, D. R. / Lightstone, J.B. (1986): Volatile exchange rates can put opera- tions at risk, in: Harvard Business Review, Vol 64, Issue 4, July-August 1986, S. 107-114.
Lessard, D. R. / Lightstone, J.B. (1987): Wechselkurse – Die unbekannten Gefah- ren, in: Harvard Manager , H. 2, 1987, S. 67-72.
Lessard, D. R. / Lightstone, J.B. (1990): Management of operating exposure, in: Boris, A. (Hrsg.): Management of Currency Risk, London, S. 89-96.
Mankiw, N. G. (2000): Makroökonomik, 4. überarb. Aufl., Stuttgart.
Mayrhofer, H. H. (1992): Methodenorientiertes Währungsmanagement, Bern.
Meffert, H. (1986): Marketing – Grundlagen der Absatzpolitik, 7. Aufl., Wies- baden.
Menon, J. (1995): Exchange rate pass-through, in: Journal of Economic Surveys, Vol. 9, Issue 2, S. 197-231.
O´Brien, Th. J. (1994): Corporate Measurement of Economic Exposure to Foreign Exchange Risk, in: Financial Markets, Institutions & Instruments, Vol. 3, No. 4, S. 1-60.
Oxelheim, L. / Whilborg, C. G. (1995): Measuring macroeconomic exposure: The case of Volvo cars, in : European Financial Management, Vol. 1, Issue 3, S. 241-263.
Poddig, T. (1996): Analyse und Prognose von Finanzmärkten, Bad Soden / Ts.
Porter, M. E. (1989): Wettbewerbsvorteile: Spitzenleistungen erreichen und be- haupten, Frankfurt a. M., New York, Sonderausgabe.
Porter, M. E. (1995): Wettbewerbsstrategie: Methoden zur Analyse von Branchen und Konkurrenten, 8. Aufl., Frankfurt a. M., New York.
X
Literaturverzeichnis
Rehkugler, H. / Schindel, V. (2004): Management von Währungsrisiken im Zei- chen der Globalisierung (I) – Definition vom Währungsrisiken und inhaltli- che Gestaltung des Währungsmanagements, in: Finanz Betrieb, H. 5, Mai 2004, S. 345-354.
Roth, A. (1997): Das ökonomische Wechselkursrisiko internationaler Unterneh- mungen, Dissertation, Gießen.
Rudolf, M. / Zimmermann, H. (1998): Diversifikationseffekte internationaler Branchenportfolios, in: Kleeberg, J. M. / Rehkugler, H. (Hrsg.): Handbuch Portfoliomanagement, Bad Soden /Ts..
Schulz, P. (1988): Die Portfolio-Analyse als Instrument der Strategischen Planung in industriellen Klein- und Mittelbetrieben – Möglichkeiten, Probleme und Lösungsansätze, Frankfurt a. M..
Shapiro, A. C. (1996): Multinational Financial Management, 5. Aufl., Boston.
Simon, H. (1992): Preismanagement, 2.Aufl., Wiesbaden.
Soenen, L. A. (1979): Foreign Exchange Exposure Management: A Portfolio Ap- proach, Alphen aan den Rijn.
Srinivasulu, S. L. (1981): Strategic Response to Foreign Exchange Risks, in: Co- lumbia Journal of world business, Vol. 16, No.1, 1981, S. 13-23.
Stocker, K. (2001): Wechselkursmanagement auf Euro-Basis, Wiesbaden.
Taylor, M. P. (2003): Purchasing Power Parity, in: Review of International Eco- nomics, Vol. 11, Issue 3, S. 436-452.
Vidal, M. (1996): Erfahrungskurve und Technologiediffusion, in: Das Wirt- schaftsstudium, H. 1, 1996, S. 43-46.
Wagner, S. (1984): Die Portfolio-Analyse als Grundlage der Unternehmenspla- nung – Eine kritische Betrachtung verschiedener Portfolio-Ansätze aus praktischer Sicht, Fulda.
Arbeit zitieren:
Matthias Schiestl, 2006, Ökonomische Währungsrisiken und Möglichkeiten ihres Managements, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Ein Vergleich der Gesamtbelastung von Fremdwährungskrediten der letzte...
BWL - Investition und Finanzierung
Diplomarbeit, 215 Seiten
Wechselkursrisikomanagement mit Devisenoptions- und Devisentermingesch...
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Hausarbeit, 19 Seiten
Management von Währungsrisiken in internationalen Unternehmen
BWL - Investition und Finanzierung
Seminararbeit, 21 Seiten
Währungsmanagement in international tätigen Unternehmen - Probleme und...
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Diplomarbeit, 97 Seiten
Unternehmensführung & Organisation
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Skript, 47 Seiten
Vertriebscontrolling: Ziele, Aufgaben und Instrumente
Hausarbeit, 25 Seiten
Analyse des Verlaufs des realen Wechselkurses
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Hauptseminararbeit, 21 Seiten
Grundrisse einer Monetären Zirkulativitätstheorie unter besonderer Ber...
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Diplomarbeit, 103 Seiten
Integral View of Core Competences and Core Processes in a Company
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 32 Seiten
Das Management von Währungsrisiken durch Finanzderivate
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Hausarbeit, 12 Seiten
Innerbetriebliche Konflikte aus der Perspektive der Principal-Agent-Th...
BWL - Personal und Organisation
Hauptseminararbeit, 20 Seiten
The Dell Company - A Strategic Analysis
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 27 Seiten
Volkswagen's Way East - Brownfield or Greenfield Investments
Business Location Decisions
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 23 Seiten
Auswirkungen von Wechselkursschwankungen auf den internationalen Hande...
BWL - Bank, Börse, Versicherung
Diplomarbeit, 75 Seiten
Bewertung von Beschaffungskooperationen in der Industrie
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Diplomarbeit, 48 Seiten
Möglichkeiten und Grenzen der Geldpolitik in der Europäischen Währungs...
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Seminararbeit, 29 Seiten
Matthias Schiestl hat den Text Ökonomische Währungsrisiken und Möglichkeiten ihres Managements veröffentlicht
Matthias Schiestl hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare