Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Allgemeines zum Expressionismus 1
3. Allgemeines zur expressionistischen Buchgestaltung 3
4. Die Künstlergemeinschaft „Brücke“ 4
4.1. Ernst Ludwig Kirchner 5
4.2. Erich Heckel 7
4.3. Max Pechstein 8
4.4. Karl Schmidt-Rottluff 9
5. „Der Blaue Reiter“ 10
5.1. Wassily Kandinsky 11
5.2. Paul Klee 12
6. Weitere wichtige Buchgestalter 13
6.1. Oskar Kokoschka 13
6.2. Ludwig Meidner 14
6.3. Max Beckmann 15
7. Wichtige Verlage 17
8. Zusammenfassung 19
9. Literaturverzeichnis 21
1. Einleitung
„Der Expressionismus ist der bedeutendste Beitrag, den deutsche Künstler bisher zur Malerei des 20. Jahrhunderts geleistet haben.“ 1 Auch wenn die meisten bildenden Künstler des Expressionismus vorrangig Maler waren und als solche bekannt wurden, so blieb ihr Wirkungsbereich doch nicht nur auf die große Leinwand beschränkt. Neben Zeichnungen und Aquarellen entstanden auch zahlreiche Graphiken. Die Meister der expressionistischen Kunst hatten engen Kontakt zur Literatur und zu Literaten. Man traf sich in Cafés, Ateliers und bei Lesungen, es gab gemeinsame Ideen und wohl auch eine einander verbindende Ahnung von kommenden Katastrophen die verband. So wurden einerseits Schriftsteller von Bildern ihrer Ma-lerfreunde angeregt, andererseits ließen sich diese von deren Dichtungen inspirieren. Oft wurden aus diesen Inspirationen Illustrationen zur Literatur. 2
Ziel dieser Arbeit ist es, die Meister des Expressionismus als Buchillustratoren und -gestalter zu zeigen. Im Blickpunkt stehen hier vor allem die Künstler der „Brücke“ und des „Blauen Reiter“. Natürlich gab es noch zahlreiche andere Künstler, die Bücher expressionistisch illustrierten, immerhin war der Expressionismus ab 1919 eine regelrechte Modeerscheinung ge-worden. Einige Dichter versahen ihre Werke auch eigenhändig mit expressionistischen Zeichnungen (so zum Beispiel Walter Mehring und Else Lasker-Schüler). Da es den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, auf jeden Künstler, der einmal expressionistisch illustriert hat, sei es auch nur um dem Zeitgeschmack Rechnung zu tragen, näher einzugehen, möchte ich mich auf die bedeutendsten Vertreter konzentrieren.
Wichtig erscheint mir auch, zu zeigen welche Verlage bereit waren, diese im Anfangsstadium doch sehr unkonventionelle Kunst im Zusammenhang mit Literatur zu verlegen. Auch hier möchte ich mich auf die großen Verlage beschränken. Zwar haben sich auch einige kleine Verlage um die Verbreitung expressionistischer Buchkunst verdient gemacht, auch hier war bei vielen das Engagement jedoch nur Tribut an eine Mode.
2. Allgemeines zum Expressionismus
Der deutsche Expressionismus gründete sich auf die historische Utopie, daß das Ende der bürgerlichen Welt unumgänglich sei und unmittelbar bevorstünde. Es war eine Kunst des Aufschreis und der Empörung gegen die bourgeoise Wirklichkeit. Seinen historischen Hinter-
1 Richter,Horst: Geschichte der Malerei im 20. Jahrhundert. Köln. 1974, S. 15
2 vgl. Lang, Lothar: Expressionismus und Buchkunst in Deutschland 1907-1927. Leipzig. 1993, S. 30
grund bildeten der erste Weltkrieg, die russische Oktoberrevolution 1917 und die deutsche Novemberrevolution 1918. 3
Der Expressionismus war „eine sich um 1905/06 durchsetzende Stilrichtung, vor allem in bildender Kunst und Literatur, gekennzeichnet durch die Abkehr von der objektiven Weltdarstellung zugunsten einer subjektiven Ausdruckssteigerung. Kunst wird verstanden als Aufschrei aus der inneren Not des Menschen. Der Expressionismus kann als Reaktion auf Naturalismus und Impressionismus gedeutet werden. An die Stelle von Harmonie und Schönheit tritt die Stärke des Ausdrucks.“ 4
Trotz dieser doch recht präzisen Definition ist der Begriff Expressionismus in jeder Hinsicht vielschichtig und offen. Außerdem hat er mehrere geistige Väter. So ist überliefert, daß der Berliner Kunsthändler Paul Cassirer die Werke von Edvard Munch in den Gegensatz zum Impressionismus gestellt hat und als expressionistisch charakterisierte. 1911 bezeichnetet aber auch Lovis Corinth anläßlich der „XXII. Secessions-Ausstellung“ in Berlin die französischen Kubisten und Fauvisten als Expressionisten. 5 Karl Ludwig Schneider zufolge wurde der Begriff erstmals 1911 von Kurt Hiller und Wilhelm Worringer benutzt. 6 Fest steht jedoch, daß Deutschland das Zentrum des Expressionismus war. Auch die zeitliche Abgrenzung ist weniger schwierig. Das Gründungsjahr der Künstlergemeinschaft „Brücke“ 1905 in Dresden und das Ende der revolutionären Nachkriegsunruhen um 1920 werden im Allgemeinen als Eckpfeiler für Beginn und Ende der Bewegung in Deutschland genannt. 7 Lothar Lang präzisiert: „Um 1905/ 06 setzt der Expressionismus in der Malerei ein [...]. Der Frühexpressionismus ist 1914 überwunden; [...] Von 1918 an spricht man bereits vom Spätexpressionismus. Das ist die Zeit, da der Expressionismus allerorten Mode wird. Um 1920/21 tauchen die ersten Aufsätze auf, in denen vom Ende des Expressionismus gesprochen wird.“ 8 Während des gesamten Zeitraumes blieb der deutsche Expressionismus eine in sich sehr widersprüchliche Kunstbewegung. Einig waren sich die Künstler darin, daß sie Traditionen brechen wollten und die bürgerliche Gesellschaft verneinten. Schon die Nennung der verschiedenen Namen, mit denen sich im allgemeinen die Vorstellung vom Expressionismus in der bildenden Kunst verknüpft, zeigt, welche Gegensätze und Unterschiede sich in dieser Kunstrichtung vereinten. Da sind vor allem die Künstler der „Brücke“ und des „Blauen Reiters“, also Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein und Otto Mül-
3 vgl.ebd., S. 9
4 Das große illustrierte Lexikon. Band 1, A-Gewo. München., S 251
5 vgl. Elger, Dietmar: Expressionismus. Köln. 1994, S. 7
6 vgl. Schneider, Karl Ludwig: Zerbrochene Formen. Hamburg. 1967, S. 9 zit. nach Lang, S. 12
7 vgl. Elger, S. 8
8 Lang, S. 13
ler; Wassily Kandinsky, Franz Marc, August Macke und Paul Klee, außerdem noch Oskar Kokoschka, Emil Nolde, Ludwig Meidner und Max Beckmann. 9 Auch darüber, welche Künstler dem Expressionismus als typische Vertreter zuzuordnen sind, herrscht jedoch keine Einigkeit. 10 Und wie schon erwähnt: von einem einheitlichen, von typischen Merkmalen bestimmtem expressionistischem Stil kann auch bei den oben genannten Malern nicht gesprochen werden. „Und in der Tat erweist sich der Expressionismus eher als der Ausdruck des Lebensgefühls einer jungen Generation, die sich lediglich einig war in ihrer Ablehnung herrschender gesellschaftlicher und politischer Strukturen.“ 11
3. Allgemeines zur expressionistischen Buchgestaltung
Ganz im Gegensatz zum sonstigen Traditionshaß der Expressionisten wollten Künstler wie Wassily Kandinsky, Paul Klee und Ernst Ludwig Kirchner durchaus gut gestaltete „klassische“ Bücher machen. Durch ungünstige Verhältnisse erhielten sie allerdings nur wenig Gelegenheit ihre buchkünstlerischen Absichten zu realisieren. 12
Als die Expressionisten zwischen 1907 und 1910 ihre ersten Illustrationen schufen, trafen sie auf eine Illustrations- und Buchkunst von großer Bedeutung und Kultiviertheit; auf die Schöpfungen von Jugendstil und Impressionismus. Diese Kultiviertheit wurde von den ersten expressionistischen Zeichnungen regelrecht gesprengt. Die Pressen und die meisten Verlage waren der Meinung, etwas so Rohes, Barbarisches und Gewalttätiges, wie zum Beispiel Oskar Kokoschkas Zeichnungen zu seinem Drama „Mörder, Hoffnung der Frauen“, passe nicht in die seriöse Gepflegtheit des Buches. Auch Historiker und Buchkundler schätzten die expressionistische Buchillustration im allgemeinen gering. So konnten sich buchkünstlerische Ambitionen, wenn sie denn überhaupt Gelegenheit bekamen sich zu realisieren, nur in lächerlich niedrigen Buchauflagen bemerkbar machen. Bis 1917 wurden nur vereinzelt Verlagsausgaben illustriert; 1918 schnellte die Zahl der expressionistisch gestalteten Bücher sprunghaft in die Höhe, die Zunahme hielt bis 1924 an. Der Expressionismus war Mode geworden und wurde regelrecht ausgebeutet. Insgesamt blieb die deutsche expressionistische Illustration auf die Jahre zwischen 1907 und 1927 beschränkt.
Die Geschichte der expressionistischen Illustration begann mit Erich Heckels Holzschnitten zu Oskar Wildes „Ballade vom Zuchthaus zu Reading“. Obwohl bereits 1907 entstanden, wurde das Buch erst 1963 bei Ernest Rathenau in New York veröffentlicht. Bei Lothar Lang
10 vgl. Elger, S.7ff
11 ebd., S. 8
Arbeit zitieren:
Juliane Barth, 2000, Der Expressionismus in Abbildung und Buchgestaltung, München, GRIN Verlag GmbH
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