Der Wald von Laurich wirkt erfrischend und wird vom Vater angepriesen. Er beschreibt den Wald als tolles Spielgebiet und als interessantes Abenteuergebiet an. Unterdessen empfindet das Kind den Vater als Belastung. Seine übertriebene Anpreisung sorgt für Unbehagen. Die kalten Bäume könnten auch in der verlassenen Heimat stehen. Die örtliche Veränderung ist offensichtlich unnötig. Für das Kind ist dieser Wald, diese Gegend sehr kalt, unsympathisch und ähnlich abweisend wie Gratte.
Da das Kind sich sehr zurückhaltend verhält und das Gespräch wenig vorankommt, nutzt der Vater die Möglichkeit sich über einen Rad fahrenden Jungen zu belustigen. Er breitet vor seinem Kind die Möglichkeiten von starken Jungen aus. Er versucht das Kind an Erwartungen zu binden, ein Idealbild als Vorbild zu erschaffen und einen emotionalen Kontakt zu dem fetten Jungen der auf dem Fahrrad sitzt und schwitzend fährt herzustellen. Dies schlägt fehl. Der dicke Junge erzeugt beim Kind nur Ekel und Abneigung. Das zeigen die Worte „fetter Junge, schwitzendes und bläuliches Gesicht, farblose Zunge“ sind der Eindruck den der Junge für das Kind verkörpert. Im Gegensatz dazu steht die Begeisterung des Vaters. Die Kommunikation der beiden ist weiter erheblich gestört.
Als Antwort des Kindes auf die Begeisterung des Vaters folgt erneut eine zurückhaltende Antwort („Ich weiß nicht“). Nach dieser Antwort merkt dass Kind, dass es scheinbar eine geringe Macht über den Vater hat. Dieser bekommt glasige Augen und bestätigt damit die große Distanz. Der Vater erinnert an die vermutlich verstorbene Mutter. Mit dem Ausspruch („…vergiss nicht die Liebe Deiner Mutter“) wird das Kind in eine defensive Haltung gedrängt.
In den nächsten Zeilen vergleicht der Vater sein Kind mit dem dicken Jungen und appelliert an Kameradschaft und Konkurrenz. Die Enttäuschung des Kindes über dieses Verhalten des Vaters ist erkennbar und wird durch eine schlaffe Körperhaltung begleitet. Im weiteren Verlauf der Kurzgeschichte wird das Reiseziel sichtbar. Es wird beschrieben, dass das Internat von der Abbildung in einem Prospekt abweicht. Erneut muss das Kind eine Enttäuschung ertragen und merkt, dass seine Vorstellung nicht unbedingt in der Realität vorhanden sein muss..
Das der Vater sich erneut mit Schönfärberei beschäftigt wird in der Zeile „49“ deutlich. In diesen Zeilen wird von den sportlichen Werten gesprochen. Das Kind bekommt zum ersten Mal ein männliches Wesen zugedacht.
Damit wird dem Leser bewusst, dass Gabriele Wohmann ein Kind für die Geschichte ausgewählt hat, dass schmächtig ist. An dieser Stelle wird zum ersten und einzigen mal ersichtlich, ob das Kind eine Junge oder Mädchen ist. Der Junge dürfte sehr zart und unjugendlich sein.
In den nächsten Zeilen wird die Wirkung eines Sportplatzes auf das Kind beschrieben. Der hohe Zaun, eine einheitlich schwarz wirkende Kindermasse und die planlose Bewegung der Kinder erzeugen eine dunkle Gefängnisatmosphäre.
Die Kinder spielen mit einem eiförmigen Ball. Dieser wird in der Phantasie des Kindes zu einem schwerfälligen, schwarzen Vogel. Dieser Vogel kann seine Schwerfälligkeit durch eine Veranlagung oder eine Krankheit erhalten haben. Der Ball erhält in dieser Phase eine besondere Bedeutung.
Es kann mit dem Vogel vor dem flüchten und dem erzieherischem Einfluss des Vaters und der Umgebung entfliehen.
Während das Kind gedanklich weiter mit dem Ball spielt bleibt der Vater in seinem Gesprächsmuster. Seine moralische Wortwahl („Behalte all das in Erinnerung", sagte der Vater. "All das Schöne und Liebe, das deine Mutter und ich dir zu geben versucht haben. Und wenn's mal trübe aussehen sollte, denk zum Beispiel an heut Nachmittag. Das war doch ein richtiger lustiger Ausflug. Denk immer an heut Nachmittag, hörst du? An alles, an die Wäffelchen, an Wicklers Schau, die Plattform, an den Jungen auf dem Fahrrad) erinnert an eine erzieherische Maßnahme. Erst als das Kind Begreift, dass es bislang eine sehr beschränkte Sicht auf die Situation des Vaters hatte erkennt es die Schwachpunkte der „Vater-Kind-Beziehung“. Sofern man dem Kind unterstellt, dass es durch das Wort „es“ begriffen hat, das der Vater nur einen positiven Lebensweg für sein Kind möchte und es geprägt hat und weiter prägen möchte kann man ergänzen, das dass Kind seine inferiore Rolle als lernende Rolle wahrnimmt. Ob es sich zu einem Mann im Sinne der Vorstellung von Muskeln und Kraft entwickelt bleibt offen. Sofern es diesen Weg nicht nimmt bleibt es in seiner Unförmigkeit ein egozentrisches „es“. So bald eine Veränderung des Kindes stattfindet wird sich auch die Vater-Kind-Beziehung zu einer Vater-Sohn-Beziehung verändern. Diese Kurzgeschichte folgt einem kurzen und schnörkellosen Erzählstrang. Dieser lässt zwar verschachtelte Sätze zu, hält diese aber in einem kleinen Rahmen.
Die Rhetorischen Fähigkeiten der Personen werden nicht konkret beschrieben. Es wird lediglich lesbar, dass die Gestik selten vorkommt und manchmal gestenlos gesprochen wird. Der Text ist in viele kleinere Absätze unterteilt wobei man in den Zeilen 1-8 von einer Zeitraffung sprechen kann. In den folgenden Zeilen wird dann die Fahrt beschrieben bis es dann ab Zeile 64 zu einer Zeitdehnung kommt, die bei Zeile 67 endet. Ab Zeile 76 kommt es zum Abschied zwischen Vater und Sohn. Diesen letzten Absatz kann man als Schluss einordnen
Mit einer Erzählzeit von rund 7 Minuten lässt sich diese Geschichte sehr schnell lesen. Sie ist leicht verständlich. Die Vielen Dialoge tragen dazu bei. Gabriele Wohmann lässt die Geschichte von einen auktorialen Erzähler in der Er-Form erzählen. Dialoge werden direkt wiedergegeben, es ist also eine Figurenrede.
Meiner Meinung nach geht es in dieser Geschichte darum, dass man nicht nur das eigene Leid sehen sollte, sondern auch andere würdigen und beachten sollte. Das Kind beachtet die Leiden des Vaters nicht, erst beim Abschied stellt es fest, „dass es noch nie daran gedacht hatte seinen Vater zu bedauern“
Arbeit zitieren:
Matze Mehling, 2005, Wohmann, Gabriele - Denk immer an heut Nachmittag - Interpretation, München, GRIN Verlag GmbH
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Geschichtskonstruktion in Umberto Ecos "Der Name der Rose"
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Philipp Lau hat den Text Wohmann, Gabriele - Denk immer an heut Nachmittag - Interpretation kommentiert
Chani Ahnefeld hat den Text Wohmann, Gabriele - Denk immer an heut Nachmittag - Interpretation kommentiert
Melina Hähnel folgt nun Wohmann, Gabriele - Denk immer an heut Nachmittag - Interpretation
Lisa
Interpretation.
Meiner Meinung nach wurden viele Aspekte richtig aufgegriffen, teilweise aber manchmal zu viel hinein interpretiert.
Die Zeilenangaben bei den Zitaten fehlen, letztere sind manchmal etwas zu lang.
Auf die Bedeutung des Titels und des letzten Satzes, der für die Person des Kindes bzw. Jungen wichtig ist, wird nicht wirklich eingegangen, zumindest wird nicht deutlich welches Leid der Vater hat.
In der Einleitung bzw. Inhaltsangabe wird schon z.T. interpretiert (...und die Erwartungen des Vaters erfüllen.) und unwichtige Details erwähnt (-halbstündige- Bahnfahrt)
Manche "Bindeformeln" sind etwas unglücklich, " In den nächsten Zeilen".
am Wednesday, September 27, 2006-
Jano
Kleine Berichtigung.
Die Kurzgeschichte ist von 1968, nicht von 1979 wie angegeben.
am Sunday, April 27, 2008-
Nancy
Mutter.
Die Mutter ist nicht vermutlich tot, sie ist tot.
Unter der Premisse sieht das Geschehen ganz anders aus und vieles hätte und habe ich anders interpretiert...
am Monday, June 23, 2008-
Lena
Analyse.
Ich finde genau wie Lisa, dass teilweise zu viel in verschiedene Aussagen und Verhaltensmuster hineininterpretiert wurde. Aber ansonsten finde ich gut, dass du so viele Aspekte aufgegriffen und gedeutet hast!
am Wednesday, September 03, 2008-
Moni S.
Ich finde der deutliche Wendepunkt des Geschehens und auch der Wendepunkt in dem das Kind einsieht das die Lage des Vater ebenso schlimm ist wie die eigene wird nicht hervorgebracht. Dieser Wendepunkt wurde mir persönlich ganz besonder bei der Geste des Vater, als dieser die Hand des Sohnes nahm, klar.
am Sunday, January 10, 2010-
Chani Ahnefeld
meiner Meinung nach hättest du auch erwähnen sollen, dass der Junge eher traurig ist, dass er fahren soll und der Koffer auch für den Abschied steht. Die Handschuhe, die abrutschen, stehen ebenfalls für eine Distanz, die ihn vor der Wirklichkeit schützen, und auch vor der Nähe des Vaters, die er direkt nicht ertragen kann, aber indirekt durch die Handschuhe genießt. Für den Jungen ist der Abschied in einer Weise schmerzhaft, jedoch ist er am Ende auch gegen seinen Willen gefasst, was für eine gewisse Gleichgültigkeit steht. Zudem ist das Verhältnis der Beiden gar nicht so distanziert, da der Vater die ganze Umgebung etc. nur als schön und positiv usw. bezeichnet um besser rechtfertigen zu können warum er den Jungen wegschickt.
am Monday, November 01, 2010-
Philipp Lau
Am Ende kommt fehlt ein Punkt.
Aber sonst eine Gute Analyse.
Hatte ungefähr das selbe in meiner Klausur geschrieben (Fast Genau die selbe Schlussfolgerung) leider hab ich dafür eine 6 bekommen (6/24 Punkten) :'(
am Sunday, November 21, 2010-