Inhaltsangabe
1. Einleitung S.2
2. Autor und Werk S.2
3. Morphologie und Syntax
3.1 Allgemein S.3
3.2 Wortstellung S.3/4
3.3 Verben und Zeitformen S.4
3.3.1 Indikativ S.5/6
3.3.2 Konjunktiv S.6/7
3.3.3 Infinitiv S.7
3.3.4 Das Gerundium S.7-9
3.3.5 Gebrauch der Hilfsverben S.9
3.3.6 reflexive Verben S.9/10
3.3.7 Modalverben S.10
3.3.8 Das Passiv S.10
3.4 Subjekt- Personalpronomina S.10/11
3.5 Possessivpronomina S.11/12
3.6 Adjektive S.12/13
3.7 Komparativ und Superlativ S.13-15
3.8 Präpositionen S.15/16
3.9 Negation S.16/17
4. Schluss S.18
5. Bibliographie S 19
1. Einleitung
Das Thema dieser Seminararbeit soll die Gegenüberstellung eines deutschen Textes und seiner italienischsprachigen Übersetzung sein, wobei hier Die Geschichte mit dem Hammer aus Paul Watzlawicks Buch Anleitung zum Unglücklichsein 1 gewählt wurde. Zum Vergleich dient die Übersetzung von Franco Furso, Istruzioni per rendersi infelici (S. 29-36), erstmals 1997 in den ’Universale Economica’ des Verlages Feltrinelli erschienen. Ziel soll es dabei sein, die sprachlichen Unterschiede, Übersetzungsmöglichkeiten, sowie mögliche Probleme aufzuzeigen. Dabei wird von den unterschiedlichen ausgewählten Aspekten- Wortstellung, Verben und Zeitformen (nach mehreren Teilaspekten), Subjekt-Personalpronomina, Possessivpronomina, Adjektive, Komparativ und Superlativ, Präpositionen und Negation in genannter Reihenfolge- ausgegangen, welche in den folgenden Kapiteln systematisch untersucht und vom deutschsprachigen Text ausgehend allgemein und anhand konkreter Textbeispiele gegenüber gestellt werden.
2. Autor und Werk
Paul Watzlawick, 1921 in Villach/ Kärnten geboren, studierte Philosophie und Sprachen. Des Weiteren war er verschiedentlich im Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie tätig. Erschienen sind von ihm sowohl unterhaltsame als auch wissenschaftliche Werke. Das hier verwendete Buch Anleitung zum Unglücklichsein behandelt Probleme der Kommunikation in Alltagssituationen und ermöglicht es dem Rezipienten sich selbst in den zynisch- süffisant geschilderten Szenen wieder zu entdecken. Wie Walter Kindermann sagt: „Schon der Grundgedanke ist faszinierend. Nicht - wie so viele Autoren (…) - wohlfeile Gebrauchsanweisungen zu liefern, sondern uns den Spiegel vorzuhalten und zu zeigen, was wir alltäglich alles selbst gegen unser mögliches Glück tun.“ 2
3. Morphologie und Syntax
3.1 Allgemein
Allgemein gleichen sich das Deutsche und das Italienische in den wesentlichen syntaktischen Kategorien wie Nomen, Verben, Adjektive etc. Bedeutsam ist im Deutschen die Unterscheidung von drei Genera - Maskulinum, Femininum und Neutrum - von denen das Italienische nur erstere besitzt. Große Unterschiede finden sich im Kasussystem: die im Deutschen übliche Kasusflexion und Kasuskongruenz der Satzglieder fehlt im Italienischen. Die Kasuszugehörigkeit wird hingegen durch präpositionale Gefüge ausgedrückt, im Allgemeinen mit der Präposition di (vgl. Kapitel.3.8).
3.2 Wortstellung
Die Stellung der Satzglieder bedeutet im Deutschen ein syntaktisches Signal- besonders die Stellung des finiten Verbs, welche die Art der Aussage angibt: steht das finite Verb an erster Stelle handelt es sich um einen Fragesatz bzw. um einen Ausruf, im Hauptsatz hingegen muss es stets an zweiter Stelle stehen. Nebensätze werden im Deutschen gewöhnlich durch ein Komma abgetrennt und das Verb steht an letzter Stelle. Im Vergleich dazu sind im Italienischen die Struktur von Haupt- und Nebensatz identisch, im Aussagesatz kann das finite Verb auch an erster Stelle stehen, was im Deutschen grammatikalisch unmöglich ist. Auch kann ein Fragesatz dieselbe Struktur wie ein Hauptsatz aufweisen und wird lediglich durch die Interpunktion (bzw. in gesprochener Sprache durch Intonation) als solcher kenntlich; direkte und indirekte Fragesätze gleichen sich in der Struktur. Im Deutschen folgt der indirekte Fragesatz auf einen Hauptsatz und wird mit einem Interrogativpronomen eingeleitet. Die Stellung einer Nominalphrase im Satz ist im Italienischen weniger festgelegt, wodurch sich mehr Möglichkeiten zur Variation innerhalb eines Satzes ergeben, ohne dessen semantischen Inhalt zu verändern. Das Deutsche bietet dabei vergleichsweise weniger Möglichkeiten.
3.3 Verben und Zeitformen (il sistema verbale)
Im Deutschen werden grundsätzlich starke und schwache Verben unterschieden: starke Verben zeichnen sich aus durch die Veränderung des Stammvokals in der Konjugation
3
und die Bildung des Partizips auf die Endung -n, schwache Verben, welche zahlreicher vertreten sind, bilden das Partizip auf die Endung -t und benötigen zur Bildung des Präteritums den Suffix -te. Gemeinsam ist beiden Typen von Verben die Präfigierung mit ge- zur Bildung des Partizips Perfekt (Ausnahme: Verben auf -ieren). Bsp.1: starkes Verb: anweisen - angewiesen schwaches Verb: vorschützen - vorgeschützt 3
Das Italienische nimmt hingegen eine Einteilung der Verben nach Konjugationsschemata vor, wobei man die drei Konjugationen auf -are, -ere und -ire unterscheidet. Bsp.2: -are : prestare, salutare, rifiutare -ere : appendere, descrivere, convincersi -ire : riuscire, venire, sentire
Des Weiteren gibt es eine Anzahl unregelmäßiger Verben, die von den regulären Konjugationsschemata abweichen, wie zum Beispiel essere, avere und andare. Das Italienische unterschiedet bei den Verben fünf Modi: indicativo, congiuntivo, condizionale, imperativo und infinitivo, wobei das condizionale als solches im Deutschen nicht vorhanden ist.
3.3.1 Indikativ
Das Präsens beschreibt (presente) in beiden Sprachen den Ablauf einer Handlung, eine Gewohnheitshandlung oder etwas, das gerade geschieht (wobei das Italienische hier häufig auf die Konstruktion stare+ gerundio zurückgreift, vgl. S.8). Bsp.3: Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet,(...) E così si precipita di là, suona, il vicino apre,(...) 4
Das Deutsche nutzt, häufiger als das Italienische, das Präsens auch zum Ausdruck einer zukünftigen Handlung 5 .
Im Deutschen gibt weiterhin drei Vergangenheitsformen - Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt -, wogegen das Italienische insgesamt fünf Möglichkeiten zur Bildung des passato kennt: passato remoto, imperfetto ( beides einfache Zeitformen), passato prossimo, trapassato prossimo und trapassato remoto (jeweils zusammengesetzte Verbformen mit entsprechender Form der Hilfsverben avere oder essere).
Dem Deutschen Präteritum entsprechen in der Regel das passato remoto oder das imperfetto, in seltenen Fällen auch das passato prossimo(Bsp.4), wobei das Italienische hier keine temporale Differenzierung trifft, sondern nach Handlungsart bzw. -aspekt unterscheidet: so beschreibt das passato remoto eine in der Vergangenheit abgeschlossene Handlung, die nur einmal geschehen ist, das imperfetto beschreibt eine Handlung, die gleichzeitig zu einer anderen Handlung in der Vergangenheit abläuft (bzw. ablief) oder eine wiederholte, kontinuierliche Handlung(Bsp.5). Bsp.4: Entsprechung von Präteritum und passato prossimo: Seine Verwirrung, Bestürzung (...) sind für Sie die endgültigen Beweise,
Il suo sconcerto, il suo sgomento (...) sono per voi la prova
inconfutabile che avete ragione, che avete accordato la vostra benevolenza a chi non lo meritava(...). 6
Bsp.5: A un suo amico sposato riuscì però il tentativo di dare a questa situazione archetipica una nuova svolta, ribaltando la situazione. Sedeva nel suo studio, quando sua moglie ad alta voce chiese(...). Die (nur einmal) erfolgte Handlung wird im passato remoto beschrieben, der länger andauernde Zustand des Sitzens im imperfetto (sedeva). Das Deutsche benutzt an dieser Stelle durchgängig das Präteritum:
Einem ihm befreundeten Ehemann gelang es aber, dieser archetypischen Situation einen neuen Dreh zu verleihen, indem er den Spieß umkehrte. Er saß in seinem Studierzimmer, als seine Frau quer durch das Haus rief(...). 7
3.3.2 Konjunktiv
Der Modus des Konjunktivs wird in beiden Sprachen immer weniger genutzt. Der deutsche Modus des Konjunktiv korrespondiert im Italienischen hinsichtlich der Bedeutung mit dem congiuntivo, formal mit dem condizionale, hat jedoch im Deutschen eine andere Funktion. Die deutsche Sprache nutzt ihn vor allem in der Literatursprache in der indirekten Rede, wo das Italienische wiederum meist den Indikativ benutzt. Das Italienische unterscheidet weiterhin vier konjunktivische Tempora:
Arbeit zitieren:
Anne Smolka, 2003, Italiano-Tedesco: un confronto linguistico, München, GRIN Verlag GmbH
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