Lehrveranstaltung „Organisationspsychologie 1+2“ (ORP) Gruppen- und Teamarbeit
Wintersemester 2001/2002
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Yvonne Kasten
FB Wirtschaftspsychologie 5. Fachsemester 17.01. 2002
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2.1. Der Mobbing- Begriff. 3
2.2. Definition. 3
2.3. Mobbingursachen. 4
2.3.1. Phylo- und ontogenetische Ursachen in Mobbing- Opfern
und Mobbing- Tätern. 4
2.3.2. Spezielle Ursachen im Mobbing- Täter. 4
2.3.3. Spezielle Ursachen im Mobbing- Opfer. 5
2.4.4. Ursachen in den Rahmenbedingungen der Arbeitswelt. 5
2.4. Ansatzpunkte für Mobbing. 6
2.4.1. Eingriffe in die Arbeitsbedingungen. 6
2.4.2. Angriffe auf die Person. 7
2.4.3. Eingriffe in die sozialen Beziehungen. 8
2.5. Mobbingfolgen. 8
2.5.1. Folgen im Verlauf eines Mobbing- Prozesses. 9
2.5.2. Folgen aus der Perspektive der Streßforschung. 9
2.5.3. Folgen für Mobbing- Opfer. 10
2.5.4. Folgen für Mobbing- Täter. 10
2.5.5. Folgen für das Unternehmen. 10
2.6. Kosten. 11
2.7. Maßnahmen gegen Mobbing. 12
2.7.1. Präventive strukturelle Maßnahmen. 12
2.7.2. Personenspezifische Maßnahmen. 13
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3.1. Definition. 14
3.2. Einstufung von sexueller Belästigung. 15
3.2.1. Einstufung von Frauen. 15
3.2.2. Einstufung von Männern. 16
3.3. Häufigkeit des Auftretens sexueller Belästigung. 16
3.3.1. Frauen als Opfer. 16
3.3.2. Männer als Opfer. 17
3.4. Ursachen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. 17
3.4.1. Geschlechtsspezifische Arbeitsteilung. 18
3.4.2. Geschlechterrollen, Geschlechterverhältnisse
und männliches Konkurrenzverhalten. 18
3.4.3. Unterschiedliches Sexual- und Aggressionsverhalten. 19
3.5. Folgen sexueller Belästigung. 19
3.5.1. Für die Opfer. 19
3.5.2. Für die Täter. 20
3.6. Strategien und Maßnahmen. 20
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Mobbing ist kein neues Phänomen in der Arbeitswelt, es ist die Umschreibung des alten Sachverhaltes der Konflikteskalation im Berufsleben mit einem neuen Begriff. Somit kann diese Thematik neu beleuchtet ins Bewußtsein einer breiten Bevölkerungsschicht gelangen. Mobbingprozesse beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen maßgeblich und wirken sich auf unterschiedliche Lebensbereiche aus.
Mobbing und sexuelle Belästigung stehen im engen Zusammenhang miteinander. Die sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz konnte heute bereits einige Etappen im allgemeinen Problembewußtsein hinter sich bringen. Nach jahrzehntelanger Tabuisierung ist nunmehr die Einsicht gewachsen, daß sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz eine massive Einschränkung des persönlichen Wohlbefindens und der beruflichen Entwicklung der Frauen darstellt. Demzufolge ist es von großer Notwendigkeit Schutzmaßnahmen zu treffen.
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Der Begriff Mobbing wurde aus entwicklungsgeschichtlicher Sicht bereits 1958 vom Verhaltenswissenschaftler Lorenz angewendet. Von ihm wurde der englische Begriff Mobbing verwendet, um das Angriffsverhalten von Tieren gegenüber einem einzelnen Tier zu beschreiben. In den achtziger Jahren wurde dieser Begriff von dem schwedischen Abeitspsychologen und Betriebswirt Leymann erstmalig in seiner heutigen Bedeutung, als gezielten Psychoterror am Arbeitsplatz gebraucht (Kolodej 1999, S.19).
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„Mobbing beschreibt negative kommunikative Handlungen, die gegen eine Person gerichtet sind (von einer oder mehreren anderen) und die sehr oft oder über einen längeren Zeitraum hinaus vorkommen und damit die Beziehung zwischen Täter und Opfer kennzeichnen“ (Leymann 1993, S.21).
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Diese allgemeinen Definition ist allerdings auch kritisch zu betrachten. Die Einschränkung auf „gegen eine Einzelperson“ wird von Zuschlag für falsch gehalten. Seiner Ansicht nach kann Mobbing durchaus auch gegen mehrere Personen gerichtet sein, wie zum Beispiel gegen Ausländer, Frauen, Mitarbeiter einer defizitär arbeitenden Abteilung, Behinderte oder Lehrlinge. Des weiteren würde er auf die Einschränkung durch das Kriterium „kommunikativ“ verzichten, da seiner Ansicht nach jede Handlung auf einen kommunikativen Aspekt impliziert.
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Zuschlag gibt eine sehr übersichtliche und umfassende Ursachentabelle an, die im folgenden Abschnitt vereinfacht dargestellt wird. Diese ist in phylo- und
ontogenetische Ursachen in Mobbing- Opfern und Tätern, spezielle Ursachen im Mobbing- Täter, spezielle Ursachen im Mobbing- Opfer und in Ursachen in den Rahmenbedingungen unterteilt.
2.3.1. Phylo- und ontogenetische Ursachen in Mobbing- Opfern und in Mobbing-Tätern
- Phylogenetische Ursachen sind stammesgeschichtlich determinierende Ursachen, wie Triebe und Bedürfnisse nach Selbsterhaltung, Arterhaltung und Sicherheits- und Schutzbedürfnisse.
- Ontogenetisch bedeutet, daß diese Ursachen in der Lebensgeschichte durch Lernprozesse entstanden sind.
2.3.2. Spezielle Ursachen im Mobbing- Täter
Die Ursachen im Mobbing- Täter können auf möglichen Zielen und Ängsten von Führungskräften in bezug auf Mitarbeiter; von Mitarbeitern in bezug auf andere Mitarbeiter und von Mitarbeitern in bezug auf Führungskräfte beruhen. So kann beispielsweise die Führungskraft das Ziel verfolgen den Mitarbeiter disziplinär und geringfügig zu machen. Mitarbeiter können
Attacken gegen Akkord- Verderber durchführen oder auch mißliebige Führungskräfte diskreditieren, um ihre Ersetzung durch angenehme Führungskräfte zu bewirken.
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2.3.3. Spezielle Ursachen im Mobbing- Opfer
Ursachen im Mobbing- Opfer können durch folgende viktimologische Anreize ausgelöst werden:
- Leistungsprobleme;
- Gestörte Persönlichkeit;
- Soziale Anpassungsprobleme;
- Auffälligkeit der äußeren Erscheinung;
- Krankheiten.
2.3.4. Ursachen in den Rahmenbedingungen der Arbeitswelt Die Arbeitsbedingungen, das Rechtssystem und soziale Normen bilden die Rahmenbedingungen der Arbeitswelt. Auch hier können bestimmte Gegebenheiten, wie zum Beispiel unbefriedigende Tätigkeit, zahlreiche Ansatzpunkte im Arbeitsvertrag, um den Arbeitnehmer unter Druck zu setzen oder fremde Religionen in christlich dominierten Ländern, zur Entstehung von Mobbing führen (Zuschlag 1997, S. 53- 54).
Kolodej nimmt bei der Darstellung der Mobbingursachen eine andere Kate-gorisierung vor, welche sich mit den Erklärungsansätzen von Zuschlag weitgehend deckt. Sie unterscheidet gesellschaftliche, betriebliche und individuelle Mobbing-Ursachen. Als wichtigste gesellschaftliche und wirtschaftliche Begünstigungsfaktoren für Mobbing wird hier der gesellschaftliche Strukturwandel durch die Industrialisierung, die rezessive Wirtschaftslage und diskriminierende gesellschaftliche Normen genannt. Betriebliche Ursachen für Mobbing sind möglich, wenn sich die betrieblichen Rahmenbedingungen ungünstig für die Mitarbeiter gestalten. Dies kann in der Organisation der Arbeit, der Sozialstruktur oder der Führung der Mitarbeiter liegen. Ungünstige Umgebungsbedingungen, starre Organisationsstrukturen, ein wettbewerbsförderndes Beförderungssystem oder mangelnde Transparenz sind mögliche Ursachen, die in der Organisation der Arbeit auftreten können. Ursachen in der Sozialstruktur können durch Mangel an ethnischen Werten und Normen, schlechte Kommunikationsstrukturen oder mangelnde Streitkulturen entstehen. Das Führungsverhalten und Über- oder Unterbelastung können auch Ursachen für Mobbing- Attacken sein. Individuelle Ursachen sind darin zu suchen, wenn Mobbing
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als Folge von Streßsituationen auftritt. Mobbingauslösendes Verhalten kann im Individualbereich durch Neid, Frustration, Ängste und Antipathien auftreten (Kolodej 1999, S. 50- 68).
Ich persönlich finde die Unterteilung in gesellschaftliche, betriebliche und individuelle Ursachen von Kolodej sinnvoller und übersichtlicher, da hier der Bezug zu diesem Phänomen deutlicher wird. Auf phylo- und ontogenetische Ursachen wird in dieser Kategorisierung nicht eingegangen. Diese sind nicht explizit für dieses eine Phänomen ausschlaggebend, sondern prägen fast alle Entscheidungen und Verhaltensweisen im Laufe des Lebens.
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Im folgenden sollen nun die Ansatzpunkte für Mobbing- Aktivitäten im Arbeitsleben dargestellt werden. Diese können in den Arbeitsbedingungen, der Person des Arbeitnehmers oder den sozialen Beziehungen gelegen sein. Mobbing vollzieht sich unter den realen Rahmenbedingungen, die durch die Institution selbst und durch die in ihr arbeitenden Menschen geschaffen werden. Es soll nun auf die Mobbing-Ansatzpunkte und deren Einzelaspekte näher eingegangen werden.
2.4.1. Eingriffe in die Arbeitsbedingungen
Eingriffe in die Arbeitsbedingungen können durch Führungskräfte, Arbeitskollegen und Mitarbeiter stattfinden. Solche Eingriffe in gewohnte Arbeitsbedingungen sind oft das erste, was einen mobbing- gefährdeten Arbeitnehmer irritiert oder was er verärgert registriert. Oft ist es schwer erkennbar, ob es sich dabei um Dreistigkeit, Unerfahrenheit oder um absichtliche Mobbing- Initiativen handelt. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig das Geschehen am Arbeitsplatz kritisch zu betrachten, daraus die erforderliche Schlußfolgerung ziehen und gegebenenfalls sachgerechte (Gegen-) Maßnahmen einzuleiten. In die Arbeitsbedingungen kann durch eine Vielzahl von Maßnahmen eingegriffen werden. Folgend werden nun einige Möglichkeiten von Mobbing- Aktivitäten, die durch Eingriffe in die Arbeitsbedingungen charakterisiert sind, genannt. Dazu gehören:
- Veränderung des Arbeitsplatzes;
- Eingriffe in die Organisation der Arbeitsabläufe;
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Arbeit zitieren:
Yvonne Kasten, 2002, Mobbing und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, München, GRIN Verlag GmbH
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