Kommen wir zum Extrempunkt OLP zurück, denn ab da beginnt mit weiter steigendem Stimulationsniveau der Stimmungsspiegel des normalen Menschen zu fallen. Auch auf dieser abfallenden Strecke schneidet sie wieder die Linie des Indifferenz - Niveaus ( hier hat die Person weder eine positive noch eine negative Stimmung) , wobei sie sich diesmal von positiver in negative Stimmung bewegt. Auch hier scheidet sie eine Gerade mit x = B wobei wir den Schnittpunkt B P noch zu Vergleichen benötigen werden. Mit weiter steigendem Stimulationsniveau wird die Stimmung immer schlechter und der Schmerz nimmt unaufhörlich zu. Hier lässt sich sicherlich ein Ende finden, denn ab einem gewissen Schmerzgrad antwortet der Körper mit der Schutzeinrichtung Schock, der eigentlich bei Introvertierten eher und bei Extravertierten später eintreten müsste als bei „Normalen“. Vielleicht ist das auch etwas zu vage formuliert, auf jeden Fall kann man am Diagramm erkennen, dass Introvertierte einem gewissen Grad von Schmerz mit einem negativeren Stimmungsniveau als zum Beispiel Extravertierte gegenübertreten. Kommen wir nun zur Kurve des introvertierten Menschen. Sie hat eine ähnliche Verlaufsform wie die des normalen Menschen, ist aber auf der x-Achse etwas nach links verschoben, die beiden „x-Achsen-Näherungen“ bleiben dabei allerdings erhalten.
Der Verlauf der Kurve ist etwas verändert. Sie steigt auf jeden Fall rascher an, als die des Normalen, was bedeutet, dass der Introvertierte schon bei geringeren Stimulationsniveau, ein höheres Stimmungsniveau hat. Daraus folgt auch, dass der Introvertierte sein optimales Stimulationsniveau OLT früher, das heißt mit weniger äußeren Reizen, als der Normale erreicht. Das hat nun aber wieder zur Folge, dass schon ab einem relativ geringen Stimulationsniveau die Stimmung fällt. Im Vergleich zu den anderen beiden Kurven, wechselt der Introvertierte seine Stimmung von positiv zu negativ als erstes, also beim geringsten Stimulationsniveau.
Der Bereich um den OLT lässt nur geringe Stimulationsschwankungen zu (auf jeden Fall bei geringeren Stimulationen) , jedenfalls im Vgl. mit den anderen Kurven, was wahrscheinlich bedeuten könnte, das Introvertierte in ihrer Stimmung schwankender sind als Extravertierte oder Normale, denn bei denen, senkt sich die Kurve um den OLE oder OLP nach links und recht viel gleichmäßiger und gemäßigter. Auch der Schnittpunkt zwischen den Kurven des Introvertierten und des Extravertierten ist interessant. Während bei gleichen Stimulationsniveau die Stimmung des Introvertierten schon längst begonnen hat sich zu senken, hat sie beim Extravertierten noch gehörige Steigerungsmöglichkeiten. ( ---> Bezugspunkt zum späteren Vgl. werden hier als A I und B I bezeichnet )
Nun noch die Kurve des Extravertierten. Sie ist zur Kurve des Normalen ein wenig nach rechts verschoben, wobei sich auch hier die „Nullstellen“ gleichen.
Diese Kurve steigt eindeutig langsamer als die beiden anderen Kurven an, sie hat auch als einzige eine längere Ansteigphase als Abfallphase.
Demnach wird auch das optimale Stimulationsniveau OLE am aller spätesten erreicht. Es befindet sich dort, wo der Introvertierte schon fast wieder das Indifferenz - Niveau erreicht hat. Die Kurve fällt nach dem Erreichen de OLE sehr rasch ab, was für die extravertierte Person bedeutet, dass sie in diesem Gebiet des Niveaus der äußeren Reize relativ angreifbar für starke Stimmungsschwankungen ist. Die beiden Indifferenz - Werte erreicht die Kurve jeweils als letztes (im Vgl. mit den anderen beiden), was bedeutet der Extravertierte braucht in beiden Fällen das größte Stimulationsniveau, um eine neutrale Stimmung zu haben. Weitere Vergleiche mit den anderen Kurven finden sich in den jeweiligen Beschreibungen. ( ---> Bezugspunkt zum späteren Vgl. werden hier als AE und BE bezeichnet )
Vergleich der Bezugspunkte A und B
Die beiden Punkte A und B , und die daraus resultierenden senkrechten Geraden, geben das Stimulationsniveau an, bei dem ein Normaler eine indifferente, also neutrale Stimmung empfindet. Beginnen wir mit dem Punkt A. An dieser Stelle ändert sich die Stimmung des Normalen von negativ zu positiv. Den selben x-Wert hat der Punkt A I des Introvertierten, doch sein dazugehöriger y-Wert unterscheidet sich doch stark, er ist eindeutig höher. Das bedeutet, dass die Stimmung des Introvertierten trotz
gleichem Stimulationsniveau beim Punkt A höher (positiver) ist, das Indifferenz - Niveau erreicht er schon bei einem geringeren Stimulations- Niveau. Genau andersherum stellt sich die Situation beim Extravertierten dar. Er hat bei seinem Punkt A E , eine viel schlechtere Stimmung als der Normale. Er erreicht das Indifferenz - Niveau ein Stück später als der Ambivertierte.
Beim Punkt B erfolgt die Stimmungsänderung von positiv zu negativ. Hier hat der Extravertierte die eindeutig bessere Stimmung (leicht positiv) als der Normale. Und die Stimmung des Introvertierten ist an dieser Stelle negativer als die des Normalen.
òHieraus lässt sich folgendes schlussfolgern:
In gleichen Situationen können Menschen aufgrund ihrer Extraversions-Ausprägung völlig unterschiedliche Stimmungen haben und auch vollkommen anders weiterhandeln, denn die Stimmung beeinflusst nachhaltig das folgende Verhalten. Extravertierte werden immer mehr äußere Reize brauchen um sich wohl zufühlen, sie werden förmlich danach suchen. Introvertierte werden hingegen versuchen das Stimulationsniveau möglichst gering zu halten, um sich ihrerseits besonders wohl zu fühlen.
Hieran müsste deutlich werden wie schwer es sein kann, es allen Menschen recht zu machen, z.B. bei irgendwelchen Partys - was nun ,mehr Action oder mehr Entspannung ?
Des weiteren treten Probleme und Unterschiede in der Partnerschaft und der Sexualität zwischen Introvertierten und Extravertierten auf , die ich hier noch etwas näher erläutern möchte. Überhaupt spielt dieser Unterschied zwischen Extravertierten und Introvertierten im ganzen menschlichen Zusammenleben eine relativ große Rolle.
Allgemeine Schlussfolgerungen und speziell in Bezug auf das Thema Sexualität
Voraussagen von Wissenschaftlern enthielten folgende Punkte:
- Extravertierte benötigen stärkere sexuelle Stimulation (eine der stärksten sensorischen Erfahrungen) als Introvertierte
- auf Grund der Stärke der Stimulation beim sexuellen Kontakt werden Introvertierte ihm eher vorsichtig begegnen, da sie auch im allgemeinen starke Reize meiden
- Extravertierte werden diese starken Reize geradezu suchen, dass heißt öfters sexuelles Verhalten an den Tag legen
- Introvertierte sind auf Grund ihres höheren kortikalen Erregungsgrades leichter zu konditionieren und legen dank der Pawlowschen
Konditionierung ein stärkeres Sozialisationsverhalten an den Tag --> Sex ist teilweise als pervers und schmutzig verschrien, also geben sich
Extravertierte ihm eher hin, da sie nicht so stark sozialisiert sind (Eysenck) - Extravertierte haben mehr und früher Geschlechtsverkehr, mit mehr Partner Geschlechtsverkehr und das in mehr Variationen, längeres Vorspiel
- Extravertierte werden neue Reize schneller als langweilig empfinden als Introvertierte und werden sich danach schneller neue Reize suchen
Alle diese Vorhersagen wurden später in Versuchen und Umfragen bestätigt. Giese und Schmidt untersuchten 1968 das sexuelle Verhalten von hauptsächlich Studenten und Studentinnen. Nelson untersuchte, wie sehr Extravertierte dafür prädisponiert sind, die gleichen Reize schneller als langweilig zu empfinden (--> mit Hilfe eines Penis - Plethysmographen --> Volumenmessung ).
Es ist schon ziemlich interessant, für wie viele Unterschiede eines Menschen lediglich die unterschiedliche Ruhegeschwindigkeit des Gehirn verantwortlich ist, denn allein der genetisch vorgegebene Erregungszustand des Kortex, sorgt für verschiede Ausprägungen der Persönlichkeitseigenschaft Extraversion und die damit verbundenen Verhaltensunterschiede.
Quelle: Eysenck
Arbeit zitieren:
Jule, 2001, Auswertung und Analyse eines Diagramms zu Unterschieden des Erregungsniveaus bei Extravertierten und Introvertierten, München, GRIN Verlag GmbH
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