Zwischenhandel teilweise ausgeschaltet werden und die Kostenersparnis damit dem Kunden weitergegeben werden. Für den Kunden steht neben der Kostenreduzierung der eingekauften Güter eine größere Transparenz in Hinsicht auf Lieferfristen, Verfügbarkeit und Preis der verschiedenen Produkte als Vorteil im Vordergrund.
3.2 Buy-Sites
Im Gegensatz zu Sell-Sites versuchen Buy-Sites die Kosten eines oder mehrerer Unternehmen durch Bündelung von Beschaffungen und Reduktion von Prozesskosten zu verringern. Sie ermöglichen die Ausschreibung von benötigten Produkten für eine größere Anbierterplattform und reduzieren durch den dadurch entstehenden Wettbewerb die Kosten des gesuchten Produkts erheblich. Zu einem großen Teil wird dies durch die Automobilindustrie genutzt die über den Marktplatz im Internet unter anderem Produktionsteile, Werkzeuge und Büromaterial einfacher bestellen und damit die Geschäftsprozesse optimieren will. Eine große Fusion der Marktplätze von GM, Ford und DaimlerChrysler mit dem des VW Konzerns war letzten April fehlgeschlagen.
3.3 B2B 2 - Portale
Im Gegensatz zu den beiden bisher betrachteten Ansätzen von Sell- und Buy-Sites haben Portale den Anspruch eine mehr oder weniger vollständige Aufstellung von Lieferanten und Handelsplattformen anzubieten. Man kann zwischen Portalen, die eigenstädig mehrere Warengruppen abdecken und Portalen, die eine Sammlung von Vertriebsplattformen anbieten.
4. Realisierungsformen:
Darunter versteht man Formen von virtuellen Marktplätzen, wie sie im Internet zu finden sind. Die folgenden Formen treten sowohl isoliert als auch in Mischformen auf. Sie treffen auf alle drei der oben genannten Arten von E-Commerce Seiten zu.
4.1 Schwarze Bretter
Sie stellen eine einfache Form der Anbahnung von Geschäften dar. Unterteilt nach Produkten und Produktgruppen können Käufer und Verkäufer Ausschreibungen und Angebote veröffentlichen. Sie sind vergleichbar mit den Ausschreibungen in Tageszeitungen. Die gehandelten Güter sind häufig nicht katalogisierbar. Eine klare Trennung von Käufer und Verkäufer entfällt da jeder in jede Rolle schlüpfen kann. Die eigentliche Abwicklung des Handels findet abgekoppelt von der Plattform statt. Die Betreiber solcher schwarzen Bretter erzielen ihre Einnahmen durch Schaltung von Werbungen und durch eine Veröffentlichungsgebühr der Anzeige. Häufig bieten „Kataloge“ schwarze Bretter als Nebenleistung an.
4.2 Kataloge
Eine weitverbreitete Form von elektronischen Marktplätzen sind katalogisierte Dienste. Die veröffentlichten Kataloge setzen sich aus dem Angebot mehrerer Anbieter zusammen. Der Käufer hat die Möglichkeit nach Kategorien zu suchen und ähnliche Produkte einer Kategorie zu vergleichen.. Die Preise werden durch die Verkäufer bestimmt. Vergleichbar mit katalogbasierten Diensten sind E-Sales-Lösungen einzelner Unternehmen. Katalogbasierte
2 Business to Business
Dienste tragen zur Marktransparentz bei, da identische und ähnliche Produkte verglichen werden können. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Personalisierung verschiedener Kunden. So werden bei längeren Handelsbeziehungen oder größeren Bestellungen oft Sonderkonditionen ausgehandelt.
4.3 Börsen
Die Börse ist im Prinzip eine Erweiterung des schwarzen Brettes wobei der Hauptunterschied in der Anonymisierung des Handelsprozesses liegt. Weder Verkäufer oder Käufer sind während oder nach dem Handel der jeweils anderen Partei bekannt. Die hauptsächlich gehandelten Güter an den Börsen sind schwer oder nicht verkäufliche Restmengen oder Überkapazitäten, die früher oft nicht genutzt werden konnten oder aufgrund fehlender Anonymität gar nicht erst in den Handel gelangten.
4.4 Auktionen
Börsen und Auktionen ähneln sich zwar in vielen Punkten, doch liegt der Hauptunterschied in der Art der gehandelten Güter. Während über Börsen meist schwer beschreibbare nichtstandardisierte Güter gehandelt werden, vermitteln Auktionen gut beschreibbarer Güter und Dienstleistungen. Dem Teilnehmer an Auktionen bietet sich der Vorteil des Preisfindungsprozesses, dem Anbieter die Möglichkeit der Ermittlung eines Marktpreises für seine Produkte.
5. Gegenwärtiger Status
Momentan befindet sich keine Branche
in größerem Wachstum als der Handel über das Internet.
amerikanische Marktforschungsinstitut IDC (International Data Corporation) dem E -Commerce in Europa jährlich ein rasantes Wachstum von bis zu 100%. Als Gründe werden der Euro und das rasch wachsende Interesse der Benutzer genannt. Österreich befindet sich in einer zwiespältigen Situation dieses Ressort betreffend. So meint Univ.-Prof. Hannes
Wirtschaftsinformatiker und E -Commerce-Experte an der WU Wien, Österreich liege drei Jahre hinter der internationalen Entwicklung zurück. Die Unternehmen befänden sich noch in einem „Dornröschenschlaf“ und verpassen den Anschluß an das Ausland. Dies hat zur Folge daß die Österreicher selbst schon fleißig am Einkaufen über das weltweite Datennetz (prozentuell mehr als unsere deutschen Nachbarn), jedoch ihre Einkäufe meist im
Ausland tätigen wodurch österreichische Firmen kaum profitieren. Gründe für das „Schlafen“ der Unternehmen werden hauptsächlich in der heimischen Unternehmenskultur, die Veränderungen scheut, geortet. Derzeit wird das Internet von heimischen Unternehmen hauptsächlich für E-Mails (87%) und die Präsentation des Unternehmens über eine Homepage (55%) genutzt. Nur etwa 17% bieten konkrete Bestellmöglichkeiten für ihre Kunden an. Obwohl
neue Marketingkonzepte dringend nötig wären, ignorieren 60% der Unternehmen die Herausforderungen des Marktes.
6. Die Zukunft
E-Commerce gewinnt immer mehr an Bedeutung für die Wirtschaft der Länder. So veröffentlichte die Weltbank vor kurzem ein Schreiben, in dem sie den EU-Osterweiterungskanditaten empfiehlt ihren E-Commerce Sektor erheblich zu vergrößern und auch das Internet mehr zu verbreiten.
Die Weltbank geht davon aus, dass der E-Commerce wirkt und den zwischenstaatlichen Handel begünstigt; Länder, die sich daran nicht beteiligen, bleiben im Abseits. Es gibt heute weltweit rund 170 Millionen Internet-Benutzer, und diese Zahl wird bis zum Jahr 2005 wahrscheinlich ansteigen (IDC Research). Zur Zeit befinden sich allein in Europa mehr als 42 Millionen Benutzer, und in Großbritannien zieht das Internet jährlich fast 11.000 neue Benutzer an.
Infolge dieser Steigerung der Internet-Nutzung verdoppeln sich die Internet-Einnahmen alle 3 bis 4 Monate.
Der Online-Einkauf ist der am schnellsten wachsende Bereich der Internet-Nutzung in diesem Jahr. Es wird geschätzt, daß 30% aller Websites für den Handel genutzt werden, anstatt nur für Werbungszwecke. Laut Giga werden im Jahr 2002 auch 20% aller Handelseinnahmen über das Internet erfolgen, und Forrester prognostiziert, daß allein die US-Einnahmen in dem Jahr $300 Milliarden übersteigen werden. Für 2004 sagt das Institut einen europäischen E-Commerce-Umsatz von 1,6 Billionen Euro oder 6,3 % des Gesamthandelsvolumens voraus. Damit, so Forrester, hole allerdings nur Nordeuropa den Rückstand zu den USA auf, während die südlichen EU-Länder den Anschluß verlören. Diese Statistiken sind durchaus glaubwürdig, wenn man bedenkt, daß 30% aller gegenwärtigen Internet-Benutzer bereits Waren online einkaufen. Es ist ganz selbstverständlich, daß bei einer so großen Kundenbasis wie dem Internet, bei dem gegenwärtigen wachsenden Interesse an diesem neuen Einkaufsmedium und den reduzierten Kosten in Verbindung mit dem Online-Handel das Internet eindeutig der richtige Ansatz für neue Unternehmen ist oder solche, die ihre Aktivitäten erweitern möchten. Es besteht kein Zweifel. Die Zukunft gehört dem E-Commerce. Doch ob er sich noch zu einer Horrorvision ,durch die Preistransparentz und den dadurch härteren Wettbewerb, entwickelt, wie einige Experten befürchten, oder ob sich alles ganz anders entwickelt wird die Zukunft zeigen.
Arbeit zitieren:
Florian Fink, 2001, E-Commerce, München, GRIN Verlag GmbH
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