Rechtsgrundlagen zum Parteienverbot gem. Art. 21 GG
Ablauf des Verbotsverfahrens
Der Verbotsantrag der Bundesregierung vom 30.01.2001
Angriffe der NPD gegen die freiheitliche Grundordnung insgesamt
Abkehr vom Grundsatz der Völkerverständigung
Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus
Strategische Konzepte:
-"Drei Säulen"-Konzept
-"Befreite Zonen"
Systematische Schulungen
Sprachliche Militanz
Einstellung zur Gewalt als Mittel im politischen Streit
Strafbares Verhalten von Mitgliedern und Anhängern der NPD
Inhaltsverzeichnis
A) Einführung
B) Hauptteil
I) Rechtsgrundlagen zum Parteienverbot
1) Art. 21 GG (Grundgesetz)
2) Das Verbotsverfahren
a) Antragsstellung
b) Vertretung
c) Vorverfahren
d) Parteienverbot
II) Verbotsantrag der Bundesregierung
1) Verfassungsfeindlichkeit der Ziele und Aktivitäten der NPD
a) Angriffe der NPD gegen die freiheitliche Grundordnung insgesamt
b)Äußerungen gegen einzelne Merkmale der freiheitlich demokratischen Grundordnung
aa) Völkischer Kollektivismus
bb) Antisemitismus
cc) Rassismus/Fremdenfeindlichkeit
c) Abkehr vom Grundsatz der Völkerverständigung
d) Wesenverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus
2) Aktiv-kämpferische, aggressive Grundhaltung der NPD
a) Strategische Konzepte
aa) Drei-Säulen-Konzept
bb) Befreite Zonen
b) Systematische Schulungen
c) Sprachliche Militanz
d) Einstellung zur Gewalt als Mittel im politischen Streit – Strafbares Verhalten von Mitgliedern/Anhängern
3) Verhältnismäßigkeit
a) Gefahr, die von der NPD ausgeht
b) Geeignetheit
c) Erforderlichkeit
d) Angemessenheit
e) Ergebnis
C) Schlussteil
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert die juristischen und politischen Hintergründe des NPD-Verbotsverfahrens in Deutschland, prüft die verfassungsrechtliche Zulässigkeit und untersucht kritisch die Erfolgsaussichten sowie die potenziellen Konsequenzen einer Parteiauflösung.
- Rechtliche Rahmenbedingungen eines Parteiverbots gemäß Art. 21 GG.
- Analyse der verfassungsfeindlichen Bestrebungen der NPD und ihrer Wesensverwandtschaft zum Nationalsozialismus.
- Untersuchung der aktiv-kämpferischen Strategien der Partei, einschließlich des „Drei-Säulen-Konzepts“.
- Bewertung der Verhältnismäßigkeit des Verbots unter Berücksichtigung von Gefahr, Geeignetheit und Erforderlichkeit.
- Kritische Diskussion der V-Mann-Problematik und der praktischen Wirksamkeit eines Verbots.
Auszug aus dem Buch
aa) Völkischer Kollektivismus
Die hier gemachten Äußerungen weisen eindeutige Parallelen zu der von der NSDAP propagierten Blut- und Schicksalsgemeinschaft auf, in der die Interessen des Einzelnen bedingungslos der Gemeinschaft der Volksgenossen untergeordnet wurden. In einer Rede auf einer Schulungsveranstaltung der NPD 1999 erläuterte ein hoher JN-Funktionär, Volk sei ein biologischer Begriff und bedeute deshalb auch „Volksgemeinschaft“. Dieser Gemeinschaft könne man nur durch Geburt angehören. Das Individuum sei also „eingebunden in den Blutstrom“, es könne sich diesen „nur blutmäßig aneignen“. Als Individuum wachse das Individuum „nur aus der Gemeinschaft heraus“.
Kapitelzusammenfassungen
A) Einführung: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über Parteienverbote in der Bundesrepublik Deutschland und skizziert die aktuelle Zunahme rechtsextremistischer Straftaten sowie die Einleitung des NPD-Verbotsverfahrens.
B) Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der verfassungsrechtlichen Grundlagen, die Analyse der Verbotsbegründung der Bundesregierung und eine detaillierte Prüfung der Verhältnismäßigkeit.
I) Rechtsgrundlagen zum Parteienverbot: Hier werden der Artikel 21 des Grundgesetzes und das Verbotsverfahren nach dem Bundesverfassungsgerichtsgesetz erläutert, inklusive der Anforderungen an die Antragsstellung und Vertretung.
II) Verbotsantrag der Bundesregierung: Dieser Abschnitt analysiert detailliert die verfassungsfeindliche Programmatik der NPD, ihre aggressive Rhetorik und ihre strategische Orientierung am historischen Nationalsozialismus.
C) Schlussteil: Der Schlussteil reflektiert die Erfolgsaussichten und die politische Sinnhaftigkeit eines NPD-Verbots unter Einbeziehung der problematischen Rolle staatlicher V-Männer.
Schlüsselwörter
NPD, Parteienverbot, Bundesverfassungsgericht, Art. 21 GG, Rechtsextremismus, Verfassungsfeindlichkeit, Wesensverwandtschaft, NSDAP, Völkischer Kollektivismus, Antisemitismus, Verhältnismäßigkeitsprüfung, Streitbare Demokratie, V-Männer, Politische Willensbildung, Deutschland
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der juristischen und politischen Debatte rund um das angestrebte Verbot der rechtsextremistischen NPD durch die Bundesrepublik Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die verfassungsrechtliche Stellung von Parteien, die Verfassungsfeindlichkeit der NPD-Ziele sowie die Strategien der Partei, wie sie im offiziellen Verbotsantrag der Bundesregierung dargelegt wurden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die rechtlichen Grundlagen für ein Parteienverbot zu erläutern und kritisch zu bewerten, ob die NPD die Voraussetzungen für ein solches Verbot erfüllt und ob dieses politisch sinnvoll ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine rechtswissenschaftliche Analyse von Gesetzestexten (GG, BVerfGG) und setzt diese in Bezug zu den dokumentierten Aktivitäten, Programmen und Reden der NPD sowie deren medialer Rezeption.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine tiefgehende Analyse der Verbotsbegründung der Bundesregierung, prüft die Verfassungsfeindlichkeit der NPD-Ziele, beleuchtet ihre "aktiv-kämpferische" Grundhaltung und untersucht die Verhältnismäßigkeit eines potenziellen Verbots.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Parteienverbot, Art. 21 GG, Rechtsextremismus, Verfassungsfeindlichkeit, Wesensverwandtschaft zum Nationalsozialismus und Verhältnismäßigkeitsprüfung definiert.
Welche Rolle spielt das "Drei-Säulen-Konzept" in der Argumentation der NPD?
Das Drei-Säulen-Konzept (Programmatik, Massenmobilisierung, Wahlteilnahme) dient als zentrales strategisches Instrument der NPD, um den Kampf "um die Straße" und "um die Köpfe" zu priorisieren, was im Verbotsantrag als Beweis für die aktiv-kämpferische Haltung angeführt wird.
Wie wird das Problem der "V-Männer" im Schlussteil bewertet?
Der Autor weist darauf hin, dass der Einsatz von verdeckten Ermittlern (V-Männern) innerhalb der NPD das Verbotsverfahren massiv gefährdet, da Kritiker argumentieren, der Staat habe die Partei durch die hohe Zahl an Informanten in Führungspositionen teilweise selbst gestützt.
- Arbeit zitieren
- Frank F. Maier (Autor:in), 2002, Aktuelle Diskussion zum NPD-Parteienverbot, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/9746