Ich habe in dieser Arbeit vor, die in der Schule am häufigsten auftretenden Angststörungen zu erfassen, Theorien und Erklärungsansätze zur Entstehung von Angststörungen darzulegen, sowie Möglichkeiten aufzuzeigen, wie insbesondere der Lehrer darauf Einfluss nehmen kann.
Im schulischen Kontext ist oft nur von Schulangst, also Angst in Leistungs- bzw. Prüfungssituationen die Rede. Diese spielt in unserer vom Wettbewerb geprägten und leistungsorientierten Gesellschaft ohne Zweifel eine große Rolle. Gerade im jüngeren Schulalter trifft man aber häufig auch auf Angststörungen mit Trennungsangst oder mit sozialer Angst.
Auf diese drei Erscheinungsbilder werde ich in meinen Ausführungen hauptsächlich eingehen, obwohl mir bewusst ist, dass es, auch im Kindesalter, weit mehr Angststörungen zu unterscheiden gibt.
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Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Was versteht man unter den Begriffen Angst, Ängstlichkeit und Angststörung
2.1 Angst als Zustand und als Disposition
2.2 Angststörung
3 Angsttheorien
3.1 Psychoanalytische Theorie von Freud
3.2 Behavioristische Theorien
2-Phasen-Lerntheorie von MOWRER
Trieb-Habit-Theorie von SPENCE & TAYLOR (1951, 1966)
3.3 Kognitive Theorien
Kognitiv- emotionales Prozessmodell von LAZARUS
4 Entwicklung von Angststörungen
4.1 Psychische Faktoren
Temperament
Kognitive Faktoren
Emotionale Faktoren
4.2 Soziale Faktoren
Merkmale der Eltern und ihr Interaktions- und Erziehungsverhalten
Kritische Lebensereignisse
Soziale Herkunft
5 Diagnostik
6 Angststörungen im jüngeren Schulalter
6.1 Störung mit Trennungsangst
6.1.1 Schulische Interventionen
6.2 Störung mit sozialer Angst
6.2.1 Schulische Interventionen
6.3 Leistungs- und Prüfungsangst
6.3.1 Schulische Interventionen
6.3.1.1 Baustein I: Lehrer- Schüler- Interaktion
6.3.1.2 Baustein II: Angst und Angstabbau
6.3.1.3 Baustein III: Angstabbau durch Veränderungen im Leistungsbewertungsprozess
6.3.1.4 Baustein IV: Lern- und Arbeitstechniken
7 Literaturnachweis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die im schulischen Kontext am häufigsten auftretenden Angststörungen im jüngeren Schulalter zu erfassen, deren Entstehungsursachen theoretisch zu fundieren und praktische Möglichkeiten für eine schulische Intervention durch Lehrkräfte aufzuzeigen.
- Theoretische Einordnung von Angst, Ängstlichkeit und pathologischen Angststörungen.
- Analyse psychologischer Angsttheorien (psychoanalytisch, behavioristisch, kognitiv).
- Untersuchung von Risikofaktoren für die Entwicklung von Angststörungen.
- Diagnostische Grundlagen für Lehrkräfte im schulischen Alltag.
- Interventionsmöglichkeiten bei Trennungsangst, sozialer Angst sowie Leistungs- und Prüfungsangst.
Auszug aus dem Buch
6.3.1 Schulische Interventionen
Von den hier beschriebenen Angststörungen lassen sich Interventionen im Bereich der Leistungs- und Prüfungsangst wohl am leichtesten in der Schule durchführen, da sie zum einen viele Kinder betreffen, wenn auch oft in leichterer Form, und zum anderen dadurch, dass deren Ursachen zum großen Teil im schulischen Kontext stehen.
Für die Lehrerhand am brauchbarsten, erscheint mir das Projekt und Training zur Schulangstreduktion von P.STRITTMATTER. Strittmatter führt in seinem Training vier Bausteine auf, durch deren Bearbeitung diese Ziele erreicht werden sollen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab und benennt die Konzentration auf Angststörungen bei Grundschulkindern sowie die Rolle der Lehrkraft bei der Intervention.
2 Was versteht man unter den Begriffen Angst, Ängstlichkeit und Angststörung: Dieses Kapitel differenziert zwischen Angst als situativem Zustand und Ängstlichkeit als Persönlichkeitsdisposition und definiert, ab wann eine pathologische Angststörung vorliegt.
3 Angsttheorien: Hier werden grundlegende theoretische Erklärungsansätze für die Entstehung von Angst aus psychoanalytischer, behavioristischer und kognitiver Sicht dargelegt.
4 Entwicklung von Angststörungen: Das Kapitel beleuchtet verschiedene biologische, psychische und soziale Einflussfaktoren, die zur Entstehung von Angststörungen beitragen können.
5 Diagnostik: Dieser Teil gibt einen Überblick über allgemeine diagnostische Methoden und verdeutlicht die Rolle der Lehrkraft bei der Beobachtung und ersten Einschätzung von Angst bei Schülern.
6 Angststörungen im jüngeren Schulalter: Das Hauptkapitel fokussiert auf Trennungsangst, soziale Angst sowie Leistungs- und Prüfungsangst und leitet daraus spezifische schulische Handlungsmöglichkeiten für Pädagogen ab.
7 Literaturnachweis: Das Literaturverzeichnis führt die wissenschaftlichen Quellen und Grundlagen der Arbeit auf.
Schlüsselwörter
Angststörung, Grundschule, Schulangst, Prüfungsangst, Trennungsangst, soziale Angst, Intervention, Pädagogische Psychologie, Lernprozesse, Stressbewältigung, Kognitive Verhaltenstherapie, Lehrer-Schüler-Interaktion, Angstentstehung, Diagnostik, Leistungsbewertung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und der schulischen Intervention bei Angststörungen im jüngeren Schulalter, insbesondere mit Blick auf die Rolle der Lehrkraft.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen der Angst, verschiedene Angsttheorien, Ursachenfaktoren für die Entstehung von Angststörungen sowie spezifische Interventionsstrategien für die Schule.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, Lehrkräften fundiertes Wissen über Angststörungen bei Kindern zu vermitteln und praktikable Ansätze aufzuzeigen, wie sie im Schulalltag intervenieren und die betroffenen Schüler unterstützen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Aufarbeitung einschlägiger psychologischer Theorien und klinischer Modelle, die auf den schulischen Kontext übertragen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf drei spezifische Angststörungen im Grundschulalter: Störung mit Trennungsangst, Störung mit sozialer Angst sowie Leistungs- und Prüfungsangst, inklusive jeweils zugehöriger Interventionsmöglichkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Angststörung, Grundschule, pädagogische Intervention, Trennungsangst, Prüfungsangst und Leistungsbewertung.
Wie unterscheidet sich Trennungsangst von Schulangst bei Kindern?
Trennungsangst bezieht sich primär auf die Angst vor dem Verlassen der Bezugspersonen, während Schulangst (im engeren Sinne) oft spezifisch mit Leistungs- oder Prüfungssituationen in der Schule verbunden ist.
Warum ist die Lehrer-Schüler-Interaktion bei Prüfungsangst so wichtig?
Eine vertrauensvolle Interaktion reduziert den Leistungsdruck und fördert ein Lernklima, in dem sich Schüler wertgeschätzt fühlen, was wiederum die angstbedingten Blockaden im Prüfungsprozess minimieren kann.
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- Steffanie Rosenhahn (Author), 2001, Angststörungen im jüngeren Schulalter und Möglichkeiten einer schulischen Intervention, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/3847