Geschichte der RAF
Zunächst einmal stellt sich die Frage, was die RAF eigentlich ist. RAF bedeutet Rote Armee Fraktion. Sie entstand vor fast 29 Jahren am 14. Mai 1970 in einer Befreiungsaktion und hatte die Absicht die Gesellschaftsordnung der BRD zu zerstören. 
Wichtige Mitglieder der linksgerichteten Terroristengruppe waren Gudrun Ensslin, Andreas Baader, Holger Meins, Manfred Grashof, Jan-Carl Raspe und die zuletzt gefasste Ulrike Meinhof. Durch die Festnahme dieser Personen im Juni 1972 schien der Krieg der ,,6 gegen 60 Millionen" , wie Heinrich Böll es ausdrückt, vorüber zu sein. Doch die schlimmsten RAF-Terrorjahre - verübt durch die Nachfolge-Generation - lagen noch vor der Bundesrepublik. Sie fanden 1977 mit der Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback, des Bankiers Jürgen Ponto, sowie dem Mord an Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer und der Entführung der Lufthansa-Maschine ,,Landshut" ihren Höhepunkt.
Vorläufer der RAF war die Baader-Meinhof-Gruppe, die nach der Studentenrevolte Ende der 60er Jahre die Polizei in Atem hielt. Begonnen hatte alles 1968 in Frankfurt, als Baader und Ensslin mit 2 Komplizen in der Nacht zum 3. April mit primitiven selbstgebauten Brandsätzen in einem Kaufhaus Feuer legten, um ein Zeichen gegen den Vietnam-Krieg zu setzen. Im Oktober wurden sie wegen versuchter menschengefährdender Brandstiftung zu 3 Jahren Haft verurteilt. Im Juni 1969 kamen sie auf freien Fuß - Baader wurde zunächst eine Haftverschonung zuerkannt. Er entzog sich aber der Reststrafe und wurde im April `70 in Berlin erneut gefasst. Gut 5 Wochen darauf wurde er unter anderem von der Journalistin Ulrike Meinhof befreit. Kurze Zeit später beginnt unter Führung von Baader und Meinhof der Aufbau der RAF. Dies war der Beginn des ,,bewaffneten Kampfes", der sich vor allem gegen das ,,imperialistische System" in der BRD, gegen die NATO und gegen den ,,Militärischen Komplex" richtete.
Politischen Nährboden fand die RAF anfangs bei der außerparlamentarischen Opposition. Sie machte nach dem Tod von Benno Ohnesorg im Juni `67 sowie dem Anschlag auf Rudi Dutschke Ostern ′68 keinen Unterschied mehr zwischen der ,,Gewalt gegen Sachen" und der ,,Gewalt gegen Personen". Im April ′70 wurde das Arbeitszimmer des Berliner Kammergerichtspräsidenten Günter von Drenkmann in Brand gesteckt. Auf dem Plakat, das die Brandstifter neben Fotos von Baader zurückließen, prangte der Satz: ,,Macht kaputt, was euch kaputt macht." Im Juni ′72 wurden Baader, Meinhof und Ensslin verhaftet, was die RAF lähmte.
Nachdem der ,,harte Kern" der RAF mit Meinhof, Ensslin, Raspe und Meins festgenommen worden war, trat bei der 2. Generation die Befreiung der Gesinnungsgenossen und der Kampf gegen das System der Bundesrepublik in den Vordergrund. Im April ′75 überfiel ein ,,Kommando" die Deutsche Botschaft in Stockholm, um ihren Führungskader freizupressen. 2 RAF-Mitglieder und 2 Botschaftsangestellte werden durch einen Sprengsatz getötet, als die Forderung nicht erfüllt wurde. Am 8. Mai `76 wurde Ulrike Meinhof in ihrer Zelle tot aufgefunden. Man vermutete Selbstmord.

Im blutigsten Terrorjahr der RAF 1977 werden am 7. April Buback, sein Fahrer und ein Polizist auf offener Straße erschossen. Am 30. Juli stirbt Ponto, als er sich seiner Entfüh-rung widersetzt. Fünf Wochen später töten Terroristen vier Begleiter von Hanns Martin Schleyer und entführen ihn; die Forderung war, die Freilassung von 11 RAF-Mitgliedern. Als der Krisenstab unter Bundeskanzler Helmut Schmidt auch nach der Entführung einer Lufthansama-schine mit 91 Men-schen an Bord, welche dann durch die GSG 9 Einheit befreit wurden, nicht auf die Forderungen eingingen bedeutete das den Tod für Schleyer.
Darauf nahmen sich Baader, Ensslin und Raspe am 18. Oktober in ihren Zellen in Stammheim das Leben.
Der Tod ihres Führungskaders schwächt die RAF für Jahre. Weiter Attentate, wie etwa auf NATO-Oberbefehlshaber Alexander Haig und US-General Frederick Kroesen schlugen fehl. Und als 1982 Christian Klar, Brigitte Mohnhaupt und Adelheid Schulz gefasst wurden ging auch die Gewalt der 2. Generation zu Ende.
Der folgenden Generation legen die Behörden unter anderem die Morde am Vorstandsvorsitzenden des Rüstungskonzerns MTU, Ernst Zimmermann (1985), an Siemens-Manager Karl Heinz Beckurts (1986), an dem Diplomaten Gerold von Braunmühl (1986) sowie an dem Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen (1989), und an Treuhandchef Detlev Karsten Rohwedder (1991) zur Last.
Im April 1992 kündigte die RAF den vorläufigen Verzicht auf Anschläge gegen führende Repräsentanten aus Wirtschaft und Staat an. Mit dem Sprengstoffanschlag auf den Neubau der Justizvollzugsanstalt in Weiterstadt bei Darmstadt im März ′93 zeigte jedoch die RAF-Kommandoebene erneut ihre Aktionsbereitschaft. Mit dem Tod von Wolfgang Grams und der Verhaftung von Birgit Hogefeld im Juli ′93 in Bad Kleinen galt die Rote Armee Fraktion als zerschlagen.
Von 1971 bis 1993 kamen mindestens 30 Menschen bei RAF-Anschlägen ums Leben. In der Gesellschaft blieb die RAF immer isoliert. Nach mehr als 20 Jahren bewaffneten Kampfes hat die RAF nun im April 1998 in einem Brief an die Nachrichtenagentur in Bonn ihre Selbstauflösung bekannt gegeben - sich dabei Entschuldigt und Fehler eingestanden. 
,,Es ist uns nicht möglich, auf eine glatte und fehlerlose Geschichte zurück-zublicken", heißt es in dem achtseitigen Schreiben. Unterzeichnet ist es mit ,,Rote-Armee-Fraktion" und mit dem typischen Emblem - dem fünfzackigen Stern mit Maschinen-pistole. Es würdigt all die, die sich dafür entschieden hätten, ,,im bewaffneten Kampf alles zu geben und in ihm gestorben sind". Genannt werden unter Anderem die Führungsmitglieder der einstigen ,,Baader-Meinhof-Gruppe".
Durch den RAF-Terror bekam der Begriff ,,innere Sicherheit" eine neue Bedeutung, das Strafrecht hat sich seit der Zeit grundlegend verändert. Die Attentate der sich selbst als Stadtguerilla verstehenden Linksterroristen beeinflussten die Gesetzgebung und Justiz wie nie zuvor.
Bis zum heutigen Tag verbüßen noch mehrere RAF-Mitglieder zum Teil lebenslange Haftstrafen. Oft haben Freunde und Angehörige deren Freilassung gefordert - jedoch vergeblich. Denn die RAF war Staatsfeind Nr. 1.
By Julian Bodensteiner
Arbeit zitieren:
Julian Bodensteiner, 2001, Geschichte der RAF, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Definiton: Globalisierung und der komparativer Vorteil (nach Adam Smit...
VWL - Wettbewerbstheorie, Wettbewerbspolitik
Ausarbeitung, 6 Seiten
Dantons Tod (Büchner, Georg) - Gesellschaftsanalyse und Revolutionsdeu...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hauptseminararbeit, 31 Seiten
Propaganda und Berichterstattung während der Olympischen Spiele 1936
Hausarbeit, 15 Seiten
Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
Referat (Handout), 10 Seiten
Otto Schily und der RAF-Prozess in Stammheim - Der Rechtsstaat auf der...
Gemeinschaftskunde / Sozialkunde
Facharbeit (Schule), 30 Seiten
Metaphorizität als Darstellungsmodus in "Der Nazi & der Frise...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 24 Seiten
Adam Smith: Das einfache System der natürlichen Freiheit
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Referat / Aufsatz (Schule), 8 Seiten
Der Holocaust und seine Folgen in satirischer Darstellung
Edgar Hilsenraths Roman "...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Magisterarbeit, 99 Seiten
Die Welthandelsorganisation und ausgewählte Problembereiche
Politik - Internationale Politik - Thema: Globalisierung, pol. Ökonomie
Seminararbeit, 19 Seiten
Jugend- und Studentenprotest der 68'er Jahre - noch aktuell?
Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
Facharbeit (Schule), 60 Seiten
Abweichendes Verhalten im Jugendalter - unter besonderer Berücksichtig...
Soziologie - Kinder und Jugend
Hausarbeit, 15 Seiten
Unterrichtsstunde: Keynes und Friedman – (K)Ein Widerspruch?!
Ein praktischer Vergleich der ...
BWL - Didaktik, Wirtschaftspädagogik
Unterrichtsentwurf, 9 Seiten
Geschichte Europa - Deutschland - 1848, Kaiserreich, Imperialismus
Referat / Aufsatz (Schule), 6 Seiten
Das GATT - Sozialdumping in der WTO
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
Hausarbeit, 14 Seiten
Die politischen Ziele und Feindbilder der Studentenbewegung
Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
Hauptseminararbeit, 25 Seiten
Politik, Revolution und Geschichte bei Georg Büchner und Heiner Müller
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Examensarbeit, 72 Seiten
Julian Bodensteiner hat den Text Geschichte der RAF veröffentlicht
Julian Bodensteiner hat einen neuen Text hochgeladen
Ich hat den Text Geschichte der RAF kommentiert
Maja
GUUT!.
Sehr aufschlussgebend für jemanden, der mit dem Thema nicht betraut ist.
am Sunday, June 10, 2001-
*
*.
nicht gerade objektiv, dann kann ich auch BILD lesen!
am Thursday, August 30, 2001-
Pierre
Ein guter Anfang.
Die Geschichte der RAf wird sehr anschaulich dargestellt. Mir persönlich fehlt dieser Arbeit jedoch der größere geschichtliche Zusammenhang, sowie eine bessere Recherche der Ideologie der RAF. Es sollte nicht reichen nur die schlagwörter stehen zu lassen, eigentlich gehören sie erklärt.
am Saturday, February 02, 2002-
Andreas
Geschichte der RAF.
Das Referat ist wirklich nicht objektiv, aber was soll man von einem Jungen erwarten, der im System großgeworden ist, dessen Eltern im System großgeworden sind, und die es alle gemeinsam nicht geschafft haben anders zu denken.
am Friday, September 27, 2002-
D0N
Inhaltlich klasse.
habe meine Facharbeit zu dem thema geschrieben.der vortrag fasst das wesentliche gut zsm
am Thursday, January 09, 2003-
Anna Steffi und die
Danke!!.
Du bist unser Gott, wir werden für dich beten!!
am Monday, April 07, 2003-
Ich
bischen mehr.
ich hatte mir Inhaltlich mehr von der entstehung der gruppe gewünscht. Trotzdem war es gut
am Thursday, December 18, 2003-