5) Aburteilung und Bestrafung der Kriegsverbrecher.
6) Entschädigungen von der deutschen Regierung an die Opfer des Nationalsozialismus.
Deutschland lebte eine schwierige Situation des staatlichen Zusammenbruchs und des nötwendigen Neubeginns - die sogenannte «Stunde Null». 1945 bedeutete für die Deutschen einen radikalen Bruch: nicht nur waren die nationalsozialistichen Ideologien und System verschwunden, sondern auch viele Traditionen und Wertvorstellung der Deutschen. Es gab einen Hintergrund von Zerstörung (Wohnungen, Verkehrsverbindungen, Gebäude, Versorgungsschwierigkeiten...) , der eine Verschärfung des Zustroms von Millionen von Flüchtlingen aus den Ostgebieten verursachte.
Grundsätzlich hatten die Siegermächte die Absicht, einen demokratischen Neuaufbau Deutschlands zu gründen, wobei sie ihre unterschiedlichen Vorstellungen über Demokratie zunächst ausklammerten, aber das dauerte nicht lange. Der Beschlu_, ganz Deutschland als wirtschaftliche Einheit zu behandeln , wurde in der Folgezeit nicht verwirklicht. Die vier Mächte hatten als oberste Instanz den Alliierten Kontrollrat mit Sitz in Berlin errichtet, der nur bei einstimmiger Beschlu_fassung handeln konnte.Die Besatzungsmächte hatten festgelegt, da_ sie ihre Reparationsansprüche zunächst aus ihren eigenen Besatzungszonen befriedigen sollten.
Aber das Bündnis der Mächte zerbrach bereits in der frühen Nachkriegszeit. Aus dem Zeiten Weltkrieg waren die USA und die Sowjetunion als die beiden Weltmächte hervorgegangen, denn Gro_britannien ihre Einflu_ mit dem Verfall ihres Reiches verloren hatte.Jetzt war die Welt in zwei Beeinflu_zonen geteilt :eine gehörte zu den Vereinigten Staaten, die den Liberalismus durch ökonomische Hilfe in Europa einrichten wollten , und die andere gehörte zu der Sowjetunion, die den Kommunismus verbreiten wollte.Sie glaubte, da_ man eine gleichberechtigte Gesellschaft durch Sozialismus bauen konnte.Bald erschienen Gegensätze in der inneren Struktur und in ihren weltpolitischen Zielsetzungen, die zu Konflikten an viele Orten der Welt führten. Die Sowjetunion hatte Angst vor einem expansiven auftretenden Kapitalismus der USA und die USA hatte Angst vor dem Vorgehen der Sowjetunion in Mittel und Osteuropa. Es gab Mi_trauen zwischen den beiden Siegermächte, einen «Kalten Krieg», der sich in unz.ahligen regionalen Konflikten manifestierte, wie zum Beispiel, die Berliner Blockade.
III.Die Berliner Blockade und die Gründung der DDR und der BRD
Deutschland war eines der Hauptfeldes dieses «Kalten Kriegs» wegen der Einbeziehung der Westzonen in die Marshallplanhilfe, die die USA zum Aufbau der europäischen Wirtschaft und zur Abwehr des Kommunismus aufgelegt hatte.
Während die Westmächte die Absicht hatten, die deutsche Wirtschaft in der Westzonen anzuregen, infolge der Angst vor komunistischer Ansteckung in einer armen und mutlosen Gesellschaft, die Sowjetunion andererseits wollte Ost-Deutschland in einer Landwirtschaft zu entwickeln, von einem sozialistischen System geführt, als auch die industrielle Sektoren zu entaktivieren. Deshalb sahen die Sowjets West-Deutschland als eine Bedröhung für ihre kommunistischen Plänen.
Die Voraussetzung für die Wirksamkeit der Marshallplanhilfe war die Neuordnung der Währungsreform, die in allen Westzonen am 20. und 21. Juni 1948 durchgeführte wurde und zusammen mit der Aufhebung der Zwangswirtschaft zum wirtschaftlichen Aufbau führte. Die sowjetische Antwort war eine eigene Währungsreform in ihrer Zone. Aber die Einführung der Westzonenwährung in den Westsektoren Berlins wurde von der Sowjetunion als eine Beleidigung interpretiert und am 24. Juni 1948 verhängte sie eine totale Sperre der Schienen- und Sta_enwege und später der Wasserwege. Auf diese Weise waren die Westsektoren von der Stromlieferung aus dem Ostsektor und der Zufuhr von Frischmilch und anderen Lebensmitteln aus der sowjetischen Zone abgeschnitten. Das war die Berliner Blockade, die bis 12. Mai 1949 dauerte. Sie wollten durch Aushungern die West-Berliner Völkerung murbe machen und die westlichen Besatzungsmächte zur Aufgabe ihrer Position in Berlin zwingen, das hei_t, die Bildung eines gegen die Sowjetunion gerichteten westdeutschen Teilstaates zu verhindern. Au_erdem strebten sie an, die Einbindung West-Deutschlands und West-Berlins in das westliche Staatenbündnis zu verhindern.
Dagegen reagierten die Amerikaner und Briten mit der Einrichtung einer Luftbrücke. Nachdem die Sowjets erkannten haben, da_ sie ihre Ziele nicht durchsetzen konnten, gaben sie aus und beendeten sie mit dem Abkommen der vier Mächte am 12. Mai 1949. Tatsächlich hat die Berliner Blockade , der erste Höhepunkt des Kalten Kriegs , den Proze_ der westdeutschen Staatsbildung beschleunigt , die nun starker unter antikommunistischen Vorzeichen stand.
Dieser Konflikt war sehr wichtig, denn er setzte der Zusammenheit der vier Mächte sowie der Einheit Deutschlands und Berlins ein Ende.Einerseits haben die USA, Gro_britannien und Franfreich die Bundesrepublik Deutschland mit Hauptstadt in Bonn begründet.Andererseits haben die Kommunistischen die Deutsche Demokratische Republik am 7. Oktober 1949, mit
Hauptstadt in Ost-Berlin, begründet. Nun gab es zwei deutlichen Verwaltungen in Deutschland mit zwei unterschiedlichen Lebensweisen.
IV.Das Leben in der DDR und die politischen Schützma_nahmen
Während in der BRD die deutsche Wirtschaft durch den Marshallplan mit Erfolg wachste,war das Leben in der DDR unter kommunistischer Diktatur sehr arm und grau.Es gab Versorgungsschwierigkeiten, wenige industrielle Produkte, Militärzensur, keine privaten Vermögen, keine Landsbesitzt; Lebensmittel waren rationiert und die meisten Leute träumten von dem Westen, deshalb fingen die DDR-Bürger in den West-Berlin zu fliehen an . 1952 hat die Ostregierung die Interzonengrenze zwischen West- und Ostdeutschland geschlossen und verschiedene Ma_nahmen ergriffen, mit dem Ziel, West-Berlin abzuschnüren und die massive Abwanderung ihrer eigener Bevölkerung zu verhindern. Deshalb,
-sperrte 200 von Ost- nach West-Berlin führende Stra_en ab;
-richtete an den verbliebenen 81 weiteren Zufahrten Kontrollpunkte ein;
-Die Züge der Ostdeutschen Reichsbahn führten nicht mehr durch West-Berlin.
-Eine Sperrgürtel wurde zwischen West-Berlin und der DDR eingerichtet;
-Die Telefonverbindungen wurden unetrbrochen: bis zum Fall der Mauer verbanden lediglich ca. 20 Leistungen die beiden Teile der Stadt.
-Die Bus- und Stra_en bahnlinien endeten an der Sektorengrenze; lediglich S-Bahn (Stadt- Bahn) und U-Bahn verkehrten weiter durch ganz Berlin.Die S-Bahn fuhr von Grünau( Ost) bis Wannsee (West) und von Pankow (Ost) nach Zehlendorf (West).
-West-Berliner konnten nur in Ausnahmefällen mit einer Sondergenehmigung in die DDR reisen;
-ab 1953 benögtigten die West-Berliner einen von den Ostdeutschen Behörden ausgestellten Passierschein, um in den Ostsektor zu gelingen.
Jedoch waren die Kontrollen beider Seiten minimal.Wie sonst hätten viele Flüchtlinge ihren Hausrat über die Grenze transportieren können? Au_erdem ,die Sektorengrenze war der einzige Platz, wo sich die Menschen in Berlin noch relativ ungehindert treffen konnten, da die
Zonengrenze 1952 von der DDR geschlossen worden war. Es gab viele Grenzgänger damals. Ost-Berliner arbeiteten im Westen und West-Berliner arbeiteten im Osten. West-Berliner gingen völlig legal zu billigen Preisen in die Theater des anderen Staatteils. Ost-Berliner konnten für ihr DDR-Geld die Theater und Kinos im Westen besuchen. Sie bekamen die Westzeitungen am nächsten Kiosk hinter der Grenze für Ost-Geld! Es wird nicht so überraschend sein, wenn man sich vorstellt, da_ erst 16 Jahre seit der teilung der Stadt unter die Besatzungsmächte vergangen waren.Au_erdem nahezu jede Berliner Familie besa_ Verwandte und Bekannte verstreut über das ganze Gemeinwesen.
V. Die Flüchtlinge
Seit dem Ende des Kriegs, besonders nach der Gründung der DDR, gab es eine starke Fluchtbewegung der Bevölkerung aus den mitteldeutschen sowjettichen besetzten Gebiete in das westliche Deutschland. Diese «Abstimmung mit den Fü_en» betraf vor allem die im arbeitsfähigen Alter stehenden DDR-Bürger: 50% der Flüchtlinge waren Jugendliche unter 25 Jahren und fast 60% waren erwerstätig , während weniger als 10% standen im Rentenalter. Sie wollten der Zwangskollektivierung der Landwirtschaft, der Versorgungsschwierigkeiten, dem Polizeistaat und der Zurückdrängung des privaten Handwerkes entgehen und ein besseres Leben im Westen finden. Die meisten von ihnen kamen über die Berliner Sektorengrenze in den Westen der Stadt, von wo sie nach Registrierung in den Flüchtlingslagern in die BRD aufgeflogen wurden.
Schon im Jahre 1949 wurde in den Notaufnahmelagern in West-Berlin und in der BRD die Zahl von fast 130 000 Flüchtlinge registriert. 1953 war der Höhepunkt von über 330 000 Flüchtlinge, bedingt durch den Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953 und die darauffolgende Verhaftungs- und Terrorwelle. Obwohl die DDR-Führung in den ersten Jahren erklärte, da_ nur die Klassenfeinde das Land verlassen würden, hat das die Situation nicht aufgelöst, denn die Leute hörten nicht zu. Deshalb 1957 wurde der Reiseverkehr beschränkt und der Staftatbestand der «Republikflucht» eingeführt.
Wegen der Gerüchte, da_ der Flüchtweg über West-Berlin nicht mehr lange bestehen bleiben würde ( besonders wegen der Chruschtschows Drohung eines Friedenvertrags mit der DDR), stiegen die Fluchtlingszahlen 1961 weiter bis den Bau der Mauer ab.
Von 1949 bis zum 13. August 1961 flohen 2 686 942 Menschen ( davon 3400 Ärzte, 170 000 Lehrer und 17 000 Ingenieure) in den Westen ( das war etwa ein Siebtel der Gesamtbevölkerung).Mehr als 1 600 000 wählten den Weg über West-Berlin. Berlin war das
einzige Schlupfloch in dem Westen noch offen, wo täglich 500 0000 Menschen (Grenzgänger, Studenten und Flüchtlinge) die Sektoren überquerten.
VI. 1958 Chruschtschows Ultimatum
Zehn Jahre nach der Berliner Blockade war Berlin ab dem 17. November 1958 wieder Schauplatz einer internationalar Krise, wegen derselben Grunden, als Nikita Chruschtschow , der sowjetische Ministerpräsident und Parteichef, den drei Westmächten ein Ultimatum stellte: er befordete, da_ die Westalliierten Truppen aus West-Berlin abziehen sollten und West-Berlin innerhalb von sechs Monaten zu einer « entmilitarisierten freien Stadt» gemacht werden sollte. Wenn innerhalb von sechs Monaten kein Abkomen mit den Westmächten über Berlin zustandekäme, würden die UdSSR und die DDR die Kontrolle des Zugangswegs einschlie_lich der Luftwege ( wie bis dahin schon des Eisenbahn- und Stra_enverkehrs) übergehen. Auf diese Weise, nicht nur DDR-Bürger, sondern auch West-Berliner, Bundesbürger und die westlichen Alliierten hätten die einzige freie Verbindung zwischen dem Westen und Berlin verloren.
Das Ultimatum traf die Westmächte nicht unvorbereitet, denn schon am 27. Oktober hatte Walter Ulbricht erklärt, da_ « ganz Berlin auf dem Territorium der DDR» liege und diese auch die Kontrolle über die Zufahrtsweg nach Berlin ausüben musse. Später, am 10. November desselben Jahres, hatte auch Chruschtschows seine Meinung ausgedrückt, da_ « die Staaten , die das Potsdamer abkommen unterzeichnet haben, die Überreste des Besatzungsregimes in West-Berlin ablehnen und damit ermöglichen, eine normale Lage in der Hauptstadt der DDR herbeizuführen».
Aber sowohl die west-berliner Bevölkerung , als auch die Bundesregierung, die drei Westmächte und die übrigen Nato-Staaten lehnten die sowjetischen Forderungen ab. Es folgte eine längere Periode komplizierter Verhandlungen, in derer Verlauf Chruschtschow den Abschlu_ eines separaten Friedensvertrags mit der DDR androhte als Antwort auf die Ablehnung des Ultimatums, aber er schob die Friste zugunsten neuer Verhandlungen immer wieder hinaus.
Die Westmächte boten einige Zugeständnisse an, aber die Sowjetunion lehnte sie ab. Ein ungewisses, bedrohliches Shicksal stand vor den DDR-Bürger, die von dem Westen Träumten und die Zahl der Fluchtbewegung stieg immer weiter ab. In der DDR kam es im Fruhjahr 1960 zu einer Verschärfung der innenpolitischen Lage durch die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft und neuen Druck auf die verbliebenen selbstständigen Handwerker und Gewerbetreibenden, die zusammen mit der sowjetischen
Drohung eines Friedensvertrages auch zu einem sprunghaften Anstieg der Flüchtlingszahl führte. Während im Januar 1960 erst 9905 DDR-Bürger ihren Heimat den Rücken kehrten, waren es im Mai 1960 bereits 20 285.
Im Januar 1961 traf der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, John F. Kennedy, sein Amt an. Jedoch befreite er sich Anfang März aus den Verstrickungen der Berlin-Verhandlungen, erneuerte die amerikanischen Berlin-Garantien und formulierte die folgenden drei Essentials, die ausdrücklich auf West-Berlin beschränkt waren.
-Präsenz der Westmächte
-Freiheit des Zugangs
-Freiheit und Lebensfähigkeit der Bevölkerung
Die Signale des amerikanischen Präsidenten wurden von Chruschtschow wie seinem Politbüro im Kreml verstanden.Die Grenzen des Spiel waren abgesteckt und die Sowjetunion mu_te seine Taktik umwandeln, aber leider hatte sie wenige übrigen Möglichkeiten , um ihr Problem aufzulösen.
Ende März 1961 tagte in Moskau der Warschauer Pakt , worauf Walter Ulbricht eine dramatische Beschreibung der Flüchtlingszahlen gab : seit 1960 stiegen sie wieder an .In den ersten drei Monaten des Jahres 1961 hatten sich über 46 000 Flüchtlinge in den West-Berliner Notaufnahmestellen gemeldet. Ulbricht wollte eine Lösung in seinem Sinne zu erwirken, und deshalb schlug vor, neben verschärften Grenzkontrollen rund um Berlin, eine Stacheldrahtbarriere längs der 45 Km langer Sektorengrenze mitten durch die Stadt zu errichten, aber die Ostblockführer schreckten sich vor dem Risiko eines offenen Konflikts mit dem Westmächten zurück und gaben ihm keine Ermächtigung. Sogar Chruschtschow war gegen Ulbrichts Pläne , denn er hatte keine Klarheit über die neue amerikanische Administration Kennedy.
Das war der Hintergrund für Ulbrichts überraschende Antwort während einer Presserkonferenz am 15. Juni auf die Frage , ob er eine Staatsgrenze am Brandenbürger Tor errichten wollte :
«Ich verstehe ihre Frage so, da_ es in West-Deutschland Menschen gibt, die wünschen, da_ wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR dazu mobilisieren, eine Mauer aufzurichten.Mir ist nicht bekannt, da_ eine solche Absicht besteht. Die Bauarbeiter unserer Hauptstadt
beschäftigen sich hauptsächlich mit Wohnungsbau, und ihre Arbeitskraft wird dafür voll eingesetzt.Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.»
In der Tat, , im Westen hatte niemand an eine wirkliche Mauer gedacht, obwohl die Westmächte von den sowjetischen Plänen wu_ten, aber in Ostberlin gab es detaillierte Pläne für eine Abriegelung des Ostsektors durch eine Mauer aus Beton schon seit 1951! Am 3. und 4. Juni trafen sich Nikita Chruschtschow und John Kennedy in Wien.Chruschtschow erklärte, wenn der Westen nicht zu einem Übereinkommen bereit, werde er im Dezember einen separaten Friedensvertrag mit der DDR unterzeichnen und das bedeutete, da_ der Zugang nach Berlin blockiert werden würde. Aber Kennedy hat seine meinung nicht geändert.
Nach dem Wiener Treffen hat sich die Situation schnell entwickelt.Am 15. Juni drohte Chruschtschow öffentlich, den separaten Friedensvertrag mit der DDR « noch in diesem Jahr» abzuschlie_en, und Ulbricht erklarte auf einer internationalen Konferenz, welche Folgen das für West-Berlin haben würde:
-die Flüchtlinfslager in West-Berlin würden geschlossen werden;
-Die Personnen , die sich mit dem Menschhandel beschäftigten, hätten West-Berlin verlassen müssen;
-Alle Verbindungen nach West-Berlin würden unterbrochen.
Er reklamierte West-Berlin als Gebiet, das auf dem Territorium der DDR lag und deshalb zur DDR gehörte.
Die alamierte Bevölkerung der DDR reagierte mit einer Torschlu_panik. Die Flühtlingszahlen des Sommers 1961 zeigen einen klaren Zusammenhang mit der massiven Drohungen aus Moskau und Ost-Berlin, den letzten Schlupfweg zu blockieren:
-Mai:17 700
-Juni: 19 100 -Juli:30 400 -August: 47400
Ab 11. Juli kamen täglich zwischen 1000 und 2000 Menschen, oft ganze Familien, nur mit dem Notdürftigsten Handgepäck scharenweise über die Sektorengrenze. Vom 3. Bis 5. August tagte in Moskau erneut der Warschauer Pakt.Ulbricht schilderte die Auswirkungen der Fluchtbewegung auf die Wirtschaft der DDR und erklärte, wenn nicht
schnell gehandelt werde , könne die DDR ihre Verpflichtungen gegenüber den Comecon nicht mehr erfüllen. Das war genug , um die Angst unter der Verbündeten zu erregen und er gewann ihre Zustimmung zur Schlie_ung der Sektorengrenze durch den Bau einer Mauer, aber mit einer Bedingung: die Sperrma_nahmen durften nicht auf west-berliner Gebiet stattfinden, um die Westmächte nicht zu provozieren. Deshalb stand die Mauer einige Meter hinter der Grenze. Die östliche Seite rechnete nicht mit westlichen Gegenma_nahmen, weil sie wu_te, alle amerikanischen Garantien nur auf West-Berlin bezögen.
Am 7. August erklärte Chruschtschow in einer Rundfunkansprache, das « bequeme Schlupfloch» nach West-Berlin müsse unbedingt gestopft werden.Eine neue Flüchtlingswelle löste aus: mehr als 4000 allein am 12. August!
VII. Der Augenblick der Wahrheit : der Mauerbau
Nach allen diesen Zwischenfälle, hat die Welt endlich beigewohnt, was die Sowjetunion im Geist beabsichtigt hatte. Alle wu_ten, da_ sie etwas, um ihre Probleme aufzulösen, irgendwann tun würde, besonders nach Chruschtschows Ultimatum. Die Kommunistischen hatten verzweifelt versucht, West-Berlin unter sowjetischer Herrschaft zu bringen, um die Fluchtsbewegung zu stoppen, aber die Westmächte lehnten die Forderung ab.Deshalb hatten sie ihre Strategie umwandeln müssen, und zweifellos hätten sie viel mehr als jeden Ausweg zu blockieren tun können. Jedoch, obwohl die Westalliierten schon durch Geheimdienstberichte über mögliche Sperraktionen informiert worden war, hatte niemand an eine wirkliche Mauer aus Beton gedacht, denn die Idee klang zu unsinnig ; für die Sowjets auch, aber sie sahen keine andere übrige Möglichkeit, um die ökomische Lage der DDR zu stabilisieren.
Die Operation «Chinesische Mauer» wurde heimlich von Walter Ulbricht beschlossen und von Erich Honecker , Sekretär des Zentralkomitees der SED, vorbereitet. Ihre Durchführung begann am 12. August gegen 16 Uhr, als Ulbricht den Befehl zur Schlie_ung der Grenze unterzeichnete und an Honecker weiterleitete.
In Vorbereitung dieser Operation wurden 40 Km Stacheldraht und Tausende von Betonpfählen in Kasernen gelagert. Die Polizei und die nach dem Juni-Aufstand von 1953 geschaffenen Kampfgruppen wurden in Einsatzbereitschaft versetzt. Der Innenminister gab bekannt, da_ Bürger der DDR für das Überschreiten der Grenze nach West-Berlin nunmehr einer besonderen Bescheinigung bedürften. Um Mitternacht wurden die Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft versetzt. Einheiten der Nationaler Volksarmee (NVA) fuhren überall in Ostberlin auf. 25 000 schwerbewaffnete Angehörige der Kampfgruppen und der Volkspolizei
bezogen im Abstand von zwei Meter entlang der Demarkationslinie. Alles war vorsichtig vorbereitet. Die Geschichte der Mauer fang um 0:00 Uhr pünktlich an. Der Allgemeine Deutsche Nachrichtendienst (ADN) meldete, die Staaten des Warschauer Pakt hätten die Ostdeutsche Regierung aufgefordert eine wirksame Kontrolle um und in zu gewährleisten.Binnen einer Stunde waren 67 der 81 Grenzübergänge abgeriegelt; sieben weitere waren kurze Zeit später dicht. Der Verkehr zwischen der DDR und West-Berlin war unterbrochen. Der bisher noch durchgehende U- und S-Bahnverkehr zwischen den beiden Teilen der Stadt wurde eingestellt.Bewohnern Ost-Berlins und der DDR wurde das Betreten West-Berlins verboten und darunter 60 000 Berufspendlern. In den frühen grauen Morgenstunden hatten die SED Kampfgruppen, Volkspolizei und Nationale Volksarmee schon die Sektorengrenze besetzten und fingen an sie mit Stacheldraht und spanischen Reitern abzuriegeln. Stra_en wurden aufgerissen und Barrikaden aus Pflastersteinen und Panzer errichtet. An zentralen Punkten fuhren Panzer auf. Gleichzeitig führte die DDR an allen Grenzen nach West-Berlin und zur BRD scharfe Kontrolle ein.Stra_en, Häuser, Familien, wurden plötzlich getrennt. Nicht nur die Berliner, sondern auch das ganze Deutschland wurden ein unerwarteten Schlag bekommen. Binnen weniger Stunden war die gesamte West- Berlin umschlie_ende Grenze unter Kontrolle.
VIII. Reaktionen
Die Alliierten wiesen den West-Berliner Senat an, für Ruhe und Ordnung an der Grenze zu sorgen. Die West-Berliner Polizei mu_te, um Zwischenfälle zu verhüten, die Mauerbauer von der Berliner schützen.
Das Fernsehen übertrug den Schock der Berliner auf die Westdeutschen, die zum ersten Mal die physische Gewalt der MP-bewaffneten Kampfgruppen und der NVA-Panzer spürten, ebenso den hilflose Zorn der West-Berliner, die laut und vergeblich nach Gegenma_nahmen schrien. Am 16. August besclossen sie, als Protest gegen den Mauerbau den Boykott der S- Bahn, die auch im Westen der Stadt von der Reichsbahn verwaltet wurde und somit ostdeutscher Kontrolle unterstand.
Ein Journalist aus München, auf Urlaub in der DDR, registrierte in seinem Tagebuch das Gespräch mit seinem Gastgebern, der sagte, die Westmächte und die Nato könnten die West- berliner nicht allein lassen, denn sie hätten es vorher gesprochen. Er drückt seine Enttäuschung aus, da_ sie , statt nach Berlin zu reisen, blieben alle in Urlaub. « Mein Gott, sie fahren in die Freiheit, und wir müssen hier zurückbleiben - im Gefängnis». Und er hatte Recht. In der Tat, waren die verantwortlichen Staatsmänner des Westens an diesem
strahlenden Augusttag alle fern von ihren Hauptstädten .Der britische Premierminister Macmillan und sein Au_enminister Home machten Ferien in Schottland;De Gaule fand sich auf seinem Landsitz in der Champagne und Kennedy verlebte das Wochenede in Gesellschaft seiner Familie mit dem Kabinenkreuzer «Marlin» auf See, als er die Nachricht über Berlin bekam.Er kehrte um und in eienem Gespräch mit Au_enminister Rusk in Washington, vergewisserte er sich ,da_ weder West-Berlin noch die Zugangswege bedroht seien.Dann entschied er für Abwarten und kehrte auf die «Marlin» zurück, während Rusk zum Baseballspiel ging! Der Bundeskanzler Adenauer reagierte so Kühl und zurückhaltend wie Kennedy. Seiner Meinung nach, Ruhe war die erste Bürgerpflicht. Obwohl er sich um Berlin sorgte, führte er den Bundeswahlkampf weiter, als wäre nichts gewesen.Erst am 22. August reiste er nach West-Berlin nach des Mauerbaus.Andereseits,sein Gegenskandidat Willy Brandt kehrte sofort von der Wahlkampfsreise nach Berlin zurück, erstens , weil er der Bürgermeister von Berlin war und zweitens , weil er in einer Reihe von Krisen zuvor erlebt hatte, und wollte ernste Zwischenfälle verhindern. Gleich am Vormittag des 13. August hatte er erfolglos die westlichen Stadtkommandanten etwas zu tun, beschworen. Er befahl sie Patrouillen an die Sektorengrenze zu schicken, um dem Gefühl der Unsicherheit zu begegnen und den Westberlinern zu zeigen, da_ sie nicht gefährdet seien. Am 16. August warnte Willy Brandt in einem Brief Präsident Kennedy vor den politisch-psychologischen Gefahren einer Vertrauenskrise und fordete politische Initiativen von den Westmächten. Kennedy antwortete brieflich am 18.August, da_ der Vizepräsident Johnson und der Luftbrücken General Clay bald West-Berlin besuchen würden. Also , die Westmächte reagierten verhaltend, da die drei Essentials der amerikanischen Berlin-Politik nicht ausgelastet wurden. Aber das war der Schock der Deutschen, vor allem der Berliner: auf eine brutale Weise wurde ihnen bewu_t gemacht, da_ der Westen die kommunistische Herrschaft im Ostsektor Berlins und in der DDR als Dauerzustand akzeptiert hatte.
Andererseits feierte die DDR den Bau der Mauer - in der Sprache der SED -Propaganda «antifaschistischer Schutzwall» - als Sieg des Kommunismus über den westlichen Imperialismus. Die UdSSR verzichtete ihrerseits auf den Absclu_ eines Friedensvertrages mit der DDR und der Viermächte-Status Berlins blieb erhalten.
Vom damaligen Botschafter der BRD in Moskau, Hans Kroll, ist die Begründung Chruschtschows überliefert, da_ er wisse, da_ die Mauer eine hä_liche Sache sei aber sie würde auch eines Tages wieder verschwinden. Der Mauerbau sei nötig gewesen, denn mehr als 30 000 Menschen ,viele sehr nötig und unerlä_lich für die DDR, verlie_en im Monat Juli
das Land, und auf diese Weise brächten die ostdeutsche Wirtschaftsentwicklung in Gefahr.Er verteidigt sich , da_ es nur zwei Gegenma_nahmen gäbe: die Luftsperre oder die Mauer. Da die erste schon die Deutschen in einen ernsten Konflikt mit den Vereinigten Staaten gebracht hätte, blieb nur die Mauer übrig.Er war auch überzeugend,da_ die Mauer eines Tages wieder verschwinden würde, aber erst wenn die Gründe für ihre Einrichtung fortgefallen würden.Tatsächlich, das war die allgemeine Meinung zwischen den beiden Mächte. Willy Brandt betraf Berlin als die « deutsche Hauptstadt in Wartestand», während Stalin behauptete « die Hitler kommen und gehen, aber das deutsche Volk, der deutsche Staat bleibt».
IX. Die totale Abriegelung
Erst nachdem die DDR sicher war , da_ die Schlie_ung der Grenze nur formalen Protest aus der westlichen Seite hervorrufen würde, wurde am 15. August wirklich begonnen,die massive Mauer zu ersetzen. Inzwischen haben Tausende Ostdeutsche die Chance zur Flucht nach West-Berlin genutzt: so gelangten zwischen dem 13. und dem 14. August noch 6904 Menschen über die Grenze. Am 19.August verbarrikadierten Polizei und Kampfgruppen Haustüren und Kellereingänge in der Schweder Stra_e und der Brunnenstra_e.Zwei Tage später wurden die Bewöhner, deren Häuser an der Grenze lagen, zwangsevakuiert.Gullys wurden zubetoniert und mehr als 50 Häuser, 37 Geschäfte und 1253 Fenster der Bernauer Stra_e wurden zugemauert.Binnen eines Monats mu_tem 2000 Einwohner ihre Wohnungen räumen.Ab dem 23.August durften West-Berliner Bürger Ost-Berlin ohne Aufenhaltsgenehmigung in den Osten betreten.
X. Die Mauer in Zahlen und die «Todesstreifen»
In Laufe der Jahre wurde die Mauer immer wieder perfekter ausgebaut und damit zu einem immer unüberwindbaren Hinderis.Insgesamt wurde sie viermal verändert.Ursprünglich bestand sie aus 12 Km Betonplatten und 137 Km Stacheldraht, 116 Beobchtungstürmen, davon 32 an der innerstädtischen Grenze. Ab Oktober 1964 wurde sie allmählich verstärkt durch eine zweite Mauer und die Sperranlagen wurden zu einer «modernen Grenze» ausgebaut, die ab 1979-1980 ihre endgültige Form erreichte.Diese war als «Todesstreifen» bekannt, weil viele leute ihr Leben dort verloren haben.
Die Grenze West-Berlins zu Ost-Berlin und zur DDR war 166Km lang und mit einem tiefgestaffeten System von Sperranlagen versehen.Auf etwa 155 Km davon stand die Mauer: 43,1Km die Berlin in zwei Teile trennten und 112Km zwischen der DDR und West-Berlin.
Die Mauer in Zahlen
-Gesamtlänge :155 Km
-Innerstädtische Länge : 43,1 Km -Länge zwischen Berlin und der DDR :112 Km -Durch Wohngebiete führende Mauer :37 Km -Durch Industriegebiete führende Mauer :17 Km -Durch Waldgebiete führende Mauer :30 Km -Länge der Mauer in Gewässer :24 Km -Länge der Betonsperrmauer (4 m hoch) :107,3 Km -Metallgitterzäune (3-4 m hoch) :65,3 Km -Panzergräben (5m tief) :0,9 Km -Kfz-Sperrgräben (2,50m tief) :105,5 Km -Elektrische Signalzäune . 127,5 Km -Kolonnenwege (6-7 m breit) .124 Km -Hundelaufanlagen :259 -Anzahl der Hunde :6000 -Beobachtungsbunker :22 -Grenzsoldaten :14 000 -Anzahl der von Grenzsoldaten abgefeuerten Schüsse: 1 693 -Einschusse im Westen: 456 -Anschläge auf die Mauer :35 -Anzahl der gelungen Fluchtversuche :5 043 -davon Volksarmisten :574 -An der Mauer festgenommene Personnen :3 221 -Ermordete Flüchtlinge :239 -Getötete Polizei- und Armeeangehörige :27 -Verletzte: 260
Beschreibung einer « modernen Grenze»
Die ausgebauten Grenzanlagen boten in etwa das folgende Bild : es begann mit einer etwa 4 m hohen Betonplattenwand, die normallerweise mit einer Betonröhre gekrönt war. Auf ostlicher Seite verlief ein beleuchteter Kontrollstreifen, der sogenannte «Todesstreifen», weil die Flüchtlinge, die ihn bereits erreicht hatten, ohne Vorwarnung beschossen wurden. Es
folgte ein Graben, der den Durchbruch von Fahrzeugen verhindern sollte. Danach kamen ein Patrouillenweg, Hundelaufanlagen, Wachtürme, Schutzbunker und schlie_lich eine zweite Mauer. Diese war eine hellgraue gestrichene Betonstruktur, die aus 3,50 bis 4,20 hohen und
15 cm dicken Bettonplatten bestand. Jede dieser Platten hatte ein Gewicht von 2,6 Tonnen
und hielt dem Aufprall schwerer Fahrzeuge stand.Auf der Mauer befand sich eine glatte Röhre aus Asbestzement, an der die Hande der Flüchtlingen oder auch Wurfhaken keinen Half finden konnten.
Die Mauer trennte 192 Stra_en (97 zwischen den beiden Teilen der Stadt und 95 zwischen West-Berlin und der DDR) , 32 Eisenbahnlinien, 8 S-Bahn- und 4 U-Bahnlinien, 3 Autobahnen, mehrere Flüsse und Seen. Auf den Gewässern, die durch versenkte Metallgitterzäune abgesperrt waren, patrouillierten ständig Schnellboote der Grenztruppen. Nur 12 Grenzübergänge bestanden in der geteilten Stadt :
-4 zwischen West-Berlin und der DDR,
*Heiligensee/Stolpe im Nordwesten;
*Staaken im Westen;
*Dreilinden/Drewitz im Südwesten;
*Waltersdorfer Chaussee im Süden, ausschlie_lich für westliche Fluggäste auf dem Weg zum ostdeutschen Flughafen Schönefeld bestimmt.
-und 8 zwischen West-Berlin und Ostberlin:
*Chausseestra_e, Invalidenstra_e, Oberbaumbrücke, Sonnenallee, die allein für Bewohner der Westsektoren bestimmt waren;
*Heinrich-Heine-Stra_e, Bornholmer Stra_e nur f.ur Bürger der BRD; *Checkpoint Charlie für Angehörige der westlichen Schutztruppen, Diplomaten und ausländische Besucher;
*Bahnhof Freidrichstra_e : Sämtliche Ostberliner U-Bahnhöfe, die sich auf einer Strecke befanden, die durch beide Teile der Stadt führte,waren geschlossen und von bewaffneten Grenzposten bewacht. Nur der Bahnhof Friedrichstra_e blieb zugänglich, denn er bildete einen zusätzlichen Grenzübergang Friedrichstra_e existiert auch heute noch; nach seinem Umbau wird er heute als Konzerthalle mitdem bezeichnenden Namen «Tränenpalast» genutzt.
Da sie meistens hinter der Demarkationslinie errichtet wurde ( wie zum Beispiel in den Stadtbezirken Tiergarten und Kreuzberg sowie im Süden der Stadt), wies ein Schild auf westlicher Seite der Mauer auf den genauen Grenzverlauf hin. Wer also im Westen bis an die Mauer heranging, befand sich eigentlich schon «drüben» und lief Gefahr, von den ostdeutschen Grenzposten verhaftet zu werden, die plötzlich durch Eisentüren in der Mauer auftauchen konnten.
Bis zum Viermächte-Abkommen von 1971 und dem Transitabkommen zwischen den beiden deutschen Staaten (17. Dezember) war der Personen- und Güterverkehr zwischen der BRD und West-Berlins auf dem Land- und Wasserwege sehr schlecht. In der 70er-80er Jahren wurden die Stra_en- und Schienenwegs nach West-Berlin verbessert und ausgebaut. Nun bestanden Eisenbahn- und Autobahnverbindungen nach Hamburg, Hannover und Frankfurt am Main. Jedoch die Luftverbindungen waren von den Westmächten festgelegt worden: drei Luftkorridore verbanden Hamburg, ,Hannover und Frankfurt am Main, denen die Stadt 1948- 1949 das Überleben verdankt.
XI. 21-6-1963 «Schutzstreifen»
Viele Leute sind bis 1963 trotz der Mauer geflohen: 1961 8507 sogenannten Sperrbrecher; 1962 5761 und 1963 3692 - ein Total von 17 960 Menschen.Deswegen hat der Minister für nationale Verteidigung der DDR am 21.6.1963 eine «Anordnung über die Einrichtung eines Grenzgebietes an der Staatsgrenze der DDR zu West-Berlin» erlie_. Danach wurde innerhalb Ost-Berlin an der Sektorengrenze ein 100 Meter breiter «Schutzstreifen» gezogen, dessen Bewohner sich registrieren lassen mu_ten.
XII. Strafen
Das Versuch von Flucht wurde mit Gefängnis bis zu 2 Jahren und mit Geldstrafe bis zu 2000 DM bestraft. Wer die Sperranlagen zerstörte, in den Grenzgebiet eintrat und photographierte oder filmte, wurde mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder auf Geldstrafe bis zu 1000 DM bestraft.60 000 Menschen wurden wegen «Republikflucht» oder nur «Vorbereitungen» verurteilt. Lebenslänglicher Freiheitsentzug stand auf organisierte Fluchthilfe.
XIII. Passierscheinabkommen
Die Berliner Mauer war nicht immer eine undurchlässige Grenze für die West-Berliner. Da mit dem Mauerbau den West-Berlinern die Möglichkeit, ihre Verwandten und Bekannten im
Ostsektor der Stadt zu besuchen, genommen wurde und viele Bewohner Ostberlins und der DDR ihre Arbeitsplätzen verloren haben, versuchte der Senat von West-Berlin in Verhanlungen mit der DDR wenigstens in der Weinachtszeit 1963, die Mauer durchlässiger zu machen. Dieser Versuch von dem West-Berliner Senator Horst Korber und dem DDR- Senätssekretär Erich Wedt führte zum ersten Passierscheinabkommen am 17. Dezember 1963.Damit hatten die West-Berliner die Möglichkeit, ihre Verwandten im Ostsektor in der Zeit zwischen dem 19. Dezember 1963 und dem 5. Januar 1964 zu besuchen. Jedoch, um einen zu bekommen, mu_te man verschiedene Kriteriums erfüllen : man mu_te nur Eltern, Kinder, Gro_eltern, Enkeln, Geschwister, Tanten, Onkeln, Nichten, Veften und Ehepartner besuchen. Au_erdem mu_te man nicht gegen die Regierung der DDR sein. Während dieser achzehn Tagen haben 1,2 Millionen Menschen den Ostteil der Stadt besucht.Es gab zwei weitere Passierscheinabkommen, von Oktober und November 1964 zu den Jahreswechseln 1964/65 und von1965/66 bis Oster und Pfingsten 1966.4,3 Millionen Menschen haben diese Möglichkeit benutzt. Nach 1966 gab es keine mehr. Erst während des Viermächteabkommens über Berlin erfolgte 1972 eine verbesserte Regelung des Besucherverkehrs von West-Berlin nach Ost-Berlin.
XIV. Gelungene Fluchtversuche
Obwohl die Flucht über die Mauer sehr gefährlich und fast unmöglich schien, haben viele Ostdeutschen durch verschiedene ingeniösen und unglaubliche Arten es gelungen. Insgesamt waren 5043 Mauerbrecher.Darunter waren 574 Volksarmisten. Der erste von ihnen war Conrad Schuman, der bereits am 15.August 1961 über den Stacheldraht sprang. Der grö_te Teil dieser Fluchtaktionen fand in den ersten Monaten nach dem Mauerbau statt, solange die Grenze noch nicht hermetisch abgeriegelt war.Die Flüchtlinge benutzten vielfältige Mittel und Wege, um ihr Ziel zu erreichen. Im ersten Jahr wurde die Mauer vierzehnmal mit Lastwagen durchbrochen.Im Dezember 1961 durchbrach ein Zug mit 24 Flüchtlinge die Mauer. Im Juni 1962 bemächtigten sich 14 Berliner eines Schiffes, nachdem sie den Kapitän betrunken gemacht und gefesselt haben.Dann gelang es ihnen im Kugelhagel, die Spree mit Volldampf zu überqueren. Die spektakulärste Flucht gelang 57 Ostberlinern im Oktober 1964 unter der Mauer hinweg! Seit April hatten 37 West-Berliner Studenten und Verwandte der Flüchtlinge in 13 Metern Tiefe einen 145 Meter langen und 70 Zentimeter hohen Tunnel ausgehoben, der eine Bäckerei in der Bernauer Stra_e mit einem Hinterhof Klosett der Strelitzer Stra_e im Osten verband.In zwei Tagen, vom 3. Bis 5. Oktober, legten 31 Frauen, 23 Männer und 3 Kinder den Weg durch diesen engen Tunnel zurück. Ihre Flucht endete mit einer Schie_erei,
bei der ein ostdeutscher Soldat ums Leben kam. In der Nacht des 28. Juli 1965 hat sich Hinz Holzapfel, ein Ökonomist aus Leipzig mit seiner Frau und seinem neunjährigen Sohn im Badezimmer des Ministeriumshauses, ein des höchsten Gebäudes von Ostberlin versteckt. Nachts, mit der Hilfe von Verwandten, die in West-Berlin wohnten, hat ein Kabel aus Stahl von dem Gebäude bis dem anderen Teil der Mauer gespannt.Mit einem Gürtel sind er und seine Familie in den Westen Hinuntergeglitten. Peter Streilzyk, seine Frau, ein anderer Ehepaar und 4 Kinder haben die Mauer in einem Hei_luftballon überquert.
Das Auto war ein sehr verwendetes Fluchtmittel.Der Flüchtling wurde unter dem Auto festgeschnallt oder im Kofferraum versteckt, weshalb der Benzintank verkleinert wurde.Neuen Personnen gelang nacheinander die Flucht in einer «Isetta», einem Kleinwager, der dem Fiat 500 ähnlich war.Darum waren Baterie und Heizung ausgebaut worden.Vier Männer in sowjetischen Uniformen, welche von ihrer Fluchtgefährtin geschneidert worden waren, fuhren über die Grenze und wurden respektvoll von den Wachposten gegru_t! Es galt alles : durch Tunnels unter dem Land, in die Seen und in den Berliner Flu_ durchscwimmen, oder sogar kleine Kinder in Saken mitbringen.
Obwohl einigen Menschen es gelungen haben, erfüllte die Mauer ihr Ziel; sie hat die Strom von Flüchtlinge abgedichtet.
Flüchtlinge nach dem 13. August 1961
XV. Maueropfer
In den 28 Jahren ihres Bestehens hat die Mauer mindenstens 239 Todesopfer, die von Grenzposten erschossen wurden, in der Spree oder in Seen ertranken, aus Fenster in den Tod sprangen.260 Menschen wurden verletzt und 3221 festgenommen und danach verurteilt. Die Grenzsoldaten, oft junge indoktrinierte Menschen hielten das Erschie_en eines Flüchtlings für eine patriotische Tat, für die sie belohnt wurden :Auszeichnungen, persönliche Belobigung durch den Minister für Staatsicherheit, Sonderurlaub in einem Ferienheim an der Ostsee...Aber sie liefen auch Gefahr :27 Polizei- und Armeeangehörige wurden insgesamt getötet.Nach dem Fall der Mauer wurden manche dieser Mauerschützer wegen Totschlags vor Gericht gestellt.
Das erste Opfer war Rudolf Urban, der am 19. August 1961 bei seinem Sprung aus einem Fenster in der Bernauer Stra_e ums Leben kam. Am 4. Oktober war diese Stra_e wieder Schauplatz eines tragischen Ereignisses : der junge Bernd Lünser sprang im Kugelhagel der
Grenzer aus einem Fenster im 4. Stock,aber verfehlte das Sprungtuch und starb.Am 17. August 1962 rief der tod des jungen Peter Fechter gro_e Erschütterung hervor , denn er lag fast eine Stunde lang verblutend am Fu_e der Mauer, schwerverwundet durch die Schüsse der Grenzposten,ohne da_ ihm jemand zu Hilfe kam.Der letzte an der Mauer ermordete Flüchtling war der junge Chris Gueffroy, der am 6. Februar 1989, ein paar Wochen vor Aufhebung des Schie_befehls, erscgossen wurde. Aber das letzte Maueropfer war Winfried Freudenberg, der drei Monate später mit seinem selbstdebauten Ballon am 8. Mai 1989 in Zehlendorf abstürtze.
XVI. Viermächteabkommen über Berlin
Die Situation West-Berlins innerhalb der sowjetischen besetzten Zone war immer unsichert und der Verkehr zwischen West-Berlin und die BRD war Während eines viertel Jahrhunderts einen des Hauptkonfliktpunkte in Deutschland. Obwohl die Luftverbindungen klar festgelegt worden waren, der Personnen- und Güterverkehr zwischen der BRD und West-Berlin auf dem Land- und Wasserwege war sehr schlecht. Um diesen Zustand aufzulösen, fingen Verhandlungen zwischen den Viermächten im März 1970 an, im Zuge der allgeminen Entspannungspolitik zwischen Ost und West. Nur mit dem Viermächteabkommen über Berlin am 3. September 1971 wurde es eine Zustimmung getroffen. Das Abkommen bestätigte, da_ « der Transitverkehr von Zivilen Personen und Gütern zwischen den Westsektoren Berlins und der BRD auf Stra_en, Schienen- und Wasserwegen durch das Territorium der DDR ohne Behinderungen sein wird,(...)erleichtert werden wird, damit er in der einfachsten und schnellsten Weise vor sich geht (...) ».
XVII. Zum Schluß ...
Während 28 Jahren hat die Mauer der Schande seine Mission mit Erfolg erfüllt, aber sie konnte die Perestroika nicht überleben und wurde endlich von dem deutschen Volk, das seine Angst verloren hatte, niedergerie_en. Seitdem wurden die europäischen politischen Karten verändert.
Catarina Santos
Paula Cristina Dias Vânia Isabel Silveira
Turma A I/A 2º Ano
Arbeit zitieren:
Vânia Silveira, Catarina Santos, Paula Cristina Dias, 2000, Die Mauer der Schande - Ursachen und Folgen des Berliner Mauerbaus., München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Hausarbeit, 12 Seiten
Unfreundliche Unternehmensübernahmen aus der Sicht von Vorstand, Aktio...
Seminararbeit, 19 Seiten
Diskussion Thomas Brussigs "Am kürzeren Ende der Sonnenallee&quo...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 13 Seiten
Eine Interpretation von Thomas Brüssigs Sonnenallee
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 39 Seiten
Die Tempusformen des Verbs und ihre semantischen Funktionen
Deutsch - Grammatik, Stil, Arbeitstechnik
Hauptseminararbeit, 19 Seiten
Die Verben und Verbformen im Ludwigslied
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 16 Seiten
Spracherwerb und Sprachstörung
Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)
Hauptseminararbeit, 19 Seiten
Bewertung mündlicher Leistungen in der Schule. Kriterien und Funktione...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 26 Seiten
Unterrichtsstunde: Der Werbung auf der Spur
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 13 Seiten
Jugend in der DDR - Alltagsleben Jugendlicher und Jugendpolitik
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Vordiplomarbeit, 24 Seiten
Unterrichtsstunde: „Du verstehst mich einfach nicht!“
Analyse von Kommunikationsstör...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 12 Seiten
Leistungsmessung an Schulen - Leitlinien des pädagogischen Handelns
Seminararbeit, 15 Seiten
Der Wandel der Liebeskonzepte vom frühen bis zum hohen Minnesang
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hauptseminararbeit, 28 Seiten
Die Handschriften S, P und K des Reinhart Fuchs
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit, 25 Seiten
Tendenzen des Gegenwartsdeutschen am Beispiel der Verben
Hauptseminararbeit, 15 Seiten
Bildungstheoretische Didaktik - Wolfgang Klafki
Hauptseminararbeit, 15 Seiten
Der berufsbiographische Ansatz - Auswirkungen auf die Professionalität...
Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge
Hauptseminararbeit, 25 Seiten
Vânia Silveira hat den Text Die Mauer der Schande - Ursachen und Folgen des Berliner Mauerbaus. veröffentlicht
Vânia Silveira hat einen neuen Text hochgeladen
A. MISSY hat den Text Die Mauer der Schande - Ursachen und Folgen des Berliner Mauerbaus. kommentiert
Der Rechtschreiber *g*
Rechtschreibung.
Der text enhält ziemlich viele Rechtschreib- und Grammatikfehler, sonst finde ich gut
am Tuesday, March 06, 2001-
ich nochmal
löl.
ich meinte, sonst finde ich ihn gut *g*
am Tuesday, March 06, 2001-
Nicht wichtig
Lob.
Hi!
Ich hab mir euren Text durchgelesen und ich fand ihn sher interessant!Ihr kommt auf den Punkt und schwätzt nicht lange ausen herung habt ihr ihn iregntwann abgegeben wenn ja was habt ihr für eine Note bekommen würde mich interessieren!
Danke
by MONA
am Sunday, March 03, 2002-
ja
?.
Wie spricht man eure Namen aus? Aber euer Referat ist gut, das muss man sagen!
am Thursday, July 04, 2002-
Roberto Blanco
Einfach Spitze.
Einfach Spitze genau wie in der DDR beschrieben
am Wednesday, May 14, 2003-
A. MISSY
WOW.
ICH MACH JA BALD MEIN PRÄSENTATIONSPRÜFUNG!! DANN ÜBERLEGTE ICH DASS ICH EIN PAAR DINGE NOCH BESORGEN MUSSTE.
[[[UND ES WAR EINFACH SPITZE]]]
DAS ICH AUF DIESER SEITE GEKOMMEN BIN, WAR DAS BESTE. ICH HAB MIR DASS KOPIERT WAS ICH BRAUCHTE. ICH HAB FAST ALLES GEKRIEGT EYY!!! I
ICH WAR AUF JEDENFALL FROH DARÜBER!!!
MEIN THEMA IST : DIE AUSWIRKUNGEN DER LUFTBRÜCKE AUF DIE ZIVILBEVÖLKERUNG AM BEISPIEL DES EINZEL SCHICKSALS EINES BERLINERIN.
ICH SAG NUR GUT GEMACHT UND dankeeeeeeeeeeee schönnnnnnn
am Tuesday, April 01, 2008-