A.S. Neill und seine Schule Summerhill als Beispiel der Antiautoritären Erziehung
Pädagogik Semesterarbeit von Rahel Häsler 2000
Inhaltsverzeichnis:
Einleitung
1. Wer war A.S. Neill?
2. Die Pädagogik Neills
2.1. Neills Menschenbild 2.2. Neills Erziehungsziel
3. Die antiautoritäre Erziehungskonzeption 3.1. Abwesenheit von Macht und falscher Autorität 3.2. Der Antiautoritäre Autoritätsbegriff 3.3. Falsch verstandene „Freiheit":
4. Neills Erziehungsgrundsätze im Überblick
Schlussbetrachtungen
Einleitung
Als wir in der Schule den Film über Summerhill schauten, war für mich klar, dieser Idee Neills möchte ich auf den Grund gehen. Ich interessiere mich sehr für Menschen, die wie Neill ihr ganzes Leben für Kinder und deren Erziehung eingesetzt haben. Damit ein Mensch das macht, braucht es viel Überzeugung der Idee, die man vertritt. Dieser Idee Neills und seinen Gedanken möchte ich hier auf die Spur gehen. Ich habe auch andere Vorstellungen von Kindererziehung, als viele andere die ich kenne. Was ich bis jetzt von Neill weiss, spricht mich sehr an und oftmals habe ich das Gefühl, dass er meine Gedanken ausformuliert. Deshalb möchte ich mich vor allem Neills Gedanken und Entdeckungen widmen, die er, wie er sagt, beinahe ausschliesslich aus der Kinderbeobachtung in Summerhill hat. Der Schule Summerhill selbst, widme ich zwar kein eigenes Kapitel, aber sie wird immer wieder erwähnt und Neills Beispiele stammen auch von dort. Durch diese Arbeit erhoffe ich mir, dass ich mir selbst auch wieder bewusst werde, was ich wirklich glaube und wie ich mir „meine Erziehungsmethoden" vorstellen. Auch möchte ich meine bisherige Einstellung in Erziehungsfragen nochmals überdenken und mit Neills Einstellung vergleichen.
1.Wer war A.S. Neill?
Alexander Shuterland Neill (1883-1973) wurde in Schottland als Sohn eines Lehrers geboren, besuchte die Dorfschule seines Vaters und erlebte den Ersten Weltkrieg als Offizier an der „Heimatfront", bevor er aus gesundheitlichen Gründen den Dienst beenden musste. Zu diesem Zeitpunkt lernte er auch Homo Lane kennen, der die Alternativschule „Little Commonwealth" leitete und ihn stark in seinem pädagogischen Denken beeinflusste. (Homo Lane: Amerikaner, gründete und leitete Erziehungsheim für straffällig gewordene Kinder und Jugendliche in der Gefangenschaft Dorset von 1913 bis 1918. Nach dem seine Schule von den Behörden geschlossen wurde, arbeitete er als Analytiker in London, wo auch Neill bei ihm Patient war.) 1971 schrieb Neill rückblickend in diesem Zusammenhang (gekürzt):
„ Für mich beginnt die kindorientierte Erziehung mit Homer Lane.
Progressive Schulen hat es zwar früher schon gegeben - das Adjektiv
kann alles mögliche bedeuten-, aber ihre Gründer waren Leute, die zu
wissen glaubten, was für eine Art Schule für Kinder gut ist. (...)
unter all diesen ziemlich beschränkten Leuten, die wussten oder zu
wissen glaubten, wie ein Kind sein soll, erschien dann Lane und
verkündete ,dass wir nichts über Kinder wissen und dass es falsch sei,
ihnen unsere Persönlichkeit aufzuzwingen. Vor seinem Kinderheim
Commonwealth gab es meines Wissens keine Schule, die tatsächlich
sagte:<
Vor seiner Lehrtätigkeit an Staatsschulen in London und Schottland vor und nach dem ersten Weltkrieg war er als Bürodiener in einem Textilgeschäft tätig. Während seines Aufenthalts in Deutschland lernte er in den 20-er Jahren führende Vertreter der Psychoanalyse kennen, mit der er sich intensiv auseinandersetzte. 1921 wurde Neill Mitbegründer der „Internationalen Schule Hellerau", eines Schulexpriments in Dresden. Damit gründete er auch seine berühmt gewordene Schule „Summerhill", die nun sein Lebensinhalt wurde und die er bis zu seinem Tod leitete. Ab 1973 wurde „Summerhill" zwölf Jahre lang von Neills Frau Ena bis zu ihrem Rücktritt im September 1985 weitergeführt. Seitdem ist Neills Tochter Zoe Readhead Schulleiterin.
An dieser Biographie sieht man, dass ein Mensch, welcher seinen Gedanken Ausdruck geben will, andere Menschen braucht, die ihm weiterhelfen und von denen er lernen kann. Ich vermute, Neill hatte schon bevor er Lane und andere kennenlernte Vorstellungen in dieser Richtung im Kopf. Diese Menschen halfen ihm aber weiter und machten ihm Mut, auf diesem Gebiet aktiv zu werden.
2. 2. Die Pädagogik Neills
Vorweg ist zu sagen, dass Neill nicht auf einem festen, endgültig umschriebenen Wesen Mensch festhält, sondern lediglich einige Grundstrebungen und -bestimmungen der menschlichen Natur als vorläufige Merkmale der Gattung Mensch ansieht.
2.1.Neill’s Menschenbild
Neill sieht den Menschen nicht nur als bewusst handelndes und fühlendes Wesen, sondern in hohem Masse durch unbewusste Gefühlsmomente beeinflusst. Zum Menschen gehört es, dass er einen Charakter ausbildet, der individuell auf seine Umwelt reagiert. Der Charakter entwickelt sich nach Neill vor allem durch die Erziehungs- und Umwelteinflüsse der Kindheit. Die Fundamente der Persönlichkeit erwachsen aus dem psychischen Klima der familiären Gemeinschaft. Der Prozess der Gewissensbildung ist dabei eingeschlossen. Der Charakter widerspiegelt somit seine ganz spezielle Erziehung. Nach Neill werden diese frühen Bildungsprozesse darüber entscheiden ob ein im psychologischen Sinne ein gesunder oder kranker Mensch entsteht.
„Der Satz aus der Bibel, wonach die Sünden der Väter die Kinder heimsuchen werden, wird seit Generationen lediglich im physischen Sinne verstanden(...) Nicht verstanden wird dagegen, dass die Väter sehr viel öfter durch die psychologischen Sünden der Väter zugrunde gerichtet werden."
Auf diese Weise werden Erziehungsfragen für Neill zum wichtigsten Bestandteil seines Denkens und konkreten Handelns. Er sieht im Menschen kein Abbild Gottes, dessen Schicksal von Gott vorbestimmt ist. Der wesentliche Faktor bleibt von Anfang an ein beeinflussbares Wesen, dessen Orientierung aus der und von der menschlichen Umgebung gelernt werden muss und dessen Verhalten in diesem Sinne durch die Umwelt entscheidend gelenkt wird.
Neills „Kinder" von Summerhill Das Problem der Aggression: Eine wichtige Frage in der Diskussion um die antiautoritäre Erziehung spielt die menschliche Aggression. Ist die menschliche Aggression ein Trieb,(Freud u.a.), eine angeborene, instinktive Verhaltensposition oder handelt es sich dabei um eine reaktive, von Lernprozessen bestimmte Verhaltensweise. Geht man von einer angeborenen Neigung des Menschen zur Gewalt aus, so muss man konsequenter Weise der antiautoritären Erziehung gegenüber skeptisch sein. Neill verneint die Ansicht Freud’s, dass eine gemeinschaftliche Komponente der Aggressivität bei freien Kindern nicht zu bestehen scheint. Er ist von der Güte und der Kooperationsfähigkeit des Menschen überzeugt. Damit steht er ein einem scharfen Gegensatz zu Freuds Pessimismus hinsichtlich der menschlichen Natur. Neill unterscheidet zwei verschiedene Arten von Aggression: „Ein gewisses Mass ist notwendig , um sich im Leben durchzuschlagen", überbertriebene Aggressivität dagegen sei eine Folge von Erziehungseinflüssen im Sinne eines übersteigerten Protestes gegen Hass, den man dem Kind entgegengebracht hat.
„Das Leben eines kleinen Tyrannen ist auf irgend eine Weise bedrängt worden." „ Es gibt keinen Grausamkeitsinstinkt. (...) Freie glückliche Kinder dürften kaum grausam sein. Die Grausamkeit vieler Kinder ist nur eine Folge der Grausamkeit, mit der Erwachsene sie behandelt haben. Man kann nicht geschlagen werden, ohne zu wünschen, selbst jemanden zu schlagen."
Die antisoziale Art sieht Neill also nur reaktiv. Der Mensch sei von Natur aus friedfertig, antisoziales Verhalten liege nicht in der Natur des Menschen. Somit glaubt Neill an die ursprüngliche Güte des Menschen. Zur Bekräftigung dieser Aussage noch ein Zitat Neill’s:
„ Wenn wir einen Säugling betrachten, dann wissen wir, dass in ihm keine Schlechtigkeit ist. (...) Das Neugeborene bringt Lebenskraft mit, seinen Willen, seinen unbewussten Drang zu leben." Aus dieser Sicht Neills über das Bild des menschlichen Wesens, folgert er, dass die antiautoritäre Erziehung gut für die Kinder ist. Diesem Thema werde ich das nächste Kapitel widmen. Ich bewundere Neill und seinen Glauben an die ursprüngliche Güte des Menschen sehr. Seine Aufassung über den Bibelvers, dass die Kinder die Sünden der Väter übernehmen, teile ich voll und ganz. Wenn das war wäre, dann gäbe es auf der ganzen Welt keine Gerechtigkeit und Hoffnung mehr. Auch geht es nicht auf, denn Kinder von „sündigen" Vätern geht es oft besser als Kindern mit „guten" Vorfahren. Das kann man auch als Ausrede benutzen, denn dann ist es nicht unsere Schuld, wenn ein Kind schlecht wird. Ich glaube auch, dass an einem Kind nichts Schlechtes ist und das es, wenn es in der Kindheit Liebe erfährt auch Liebe weitergeben kann. Manchmal fällt es mir trotzdem schwer, an die ursprüngliche Güte des Menschen zu glauben, in Anbetracht unserer Weltgeschichte und unserer heutigen Welt... Da neige ich manchmal dazu, die Menschheit aufzugeben und zu denken, vielleicht ist doch nichts zu machen. Da geben einem Menschen wie Neill wieder Kraft und Hoffnung in den Menschen. Denn so wie er es beschreibt, ist ein Kind wirklich von Grund auf gut. Wenn ich die Kinder meiner Geschwister ansehe, dann kann ich unmöglich denken, im Kinde seien von Anfang an Aggressionen. Natürlich streiten sie sich auch, aber nicht mit bösen Gdanken, sondern weil es zum Leben gehört, wie bei den Tieren auch. Für Neill ist dieses Menschenbild grundlegend für seine antiautoritäre Erziehung, denn glaubte er nicht an die ursprüngliche Güte des Menschen, würde sein Erziehung nicht funktionieren.
2.2 Neill’s Erziehungsziel
Bevor ich mich mit Neills Erziehungsmethoden beschäftige, finde ich es wichtig zu wissen, worin er die Bestimmung des Menschen sieht. Wenn ich weiss, was er zu erreichen wünscht, kann ich besser verstehen , warum er welche pädagogische Haltung er einnimmt.
Für Neill besteht die Aufgabe der Erziehung darin, das Kind auf das selbstständige Leben ohne die Stütze eines Erwachsenen vorzubeeiten. Im weitesten Sinne sieht er die Erziehung als Anleitung zu einem erfüllten Leben. Neill nennt einige Eigenschaften, die die Erziehung in Summerhill anstrebt: Glück, Aufrichtigkeit, Ausgeglichenheit und Sinn für die Gemeinschaft, Zivilcourage und Wohlwollen. Das Glück ist für ihn ein dominantes Ziel. Aber Glück bedeutet für Neill mehr als im herkömmlichen Sprachgebrauch, in dem darunter teilweise Gunst der Verhältnisse eine Art günstige Fügung des Schicksals verstanden wird. Ein durch materielle oder ideelle Güter hervorgerufener freudiger seelischer Zustand. Neill versteht Glück nicht im Sinn von „Glück haben", sondern von glücklich sein. Glück ist für ihn eine in der Erziehung gewonnene und zur Persönlichkeit gehörende, konstant dauernde Lebenseinstellung.
„Aber gibt es so etwas wie dauerndes Glück? Ich halte es für möglich trotz Leid, Unglück und Tod. Man könnte es gleichsetzten mit moralischem Mut, mit einer optimistischen Einstellung zum Leben, mit dem Glauben, dass das Leben lebenswert ist."
Obwohl Neill seine Pädagogik durchaus in einem christlichen Sinne versteht, wird das Kind in seiner Erziehungstheorie keinen höheren Prinzipien unterstell. Für ihn ist der heranwachsende Mensch das Mass aller Dinge.
„(...) ich bitte die Eltern, weiter zu blicken, weit über ihren unmittelbaren Gesichtskreis hinaus(...) Ich fordere sie auf, ihren Kindern zu sagen, dass diese Welt besser gemacht werden kann und gemacht werden muss, dass sie ihre Energien hier und jetzt einsetzen - nicht für ein fiktives ewiges Leben nachher."
Die hier von Neill formulierte Kritik an bestimmten Vorstellungen der christlichen Tradition zeigt, dass er keinen transzendentalen Glücksbegriff fördern möchte, sondern dass es ihm um die Verwirklichung eines glücklichen Lebens und die Forderung nach einer Verbesserung des Hier und Jetzt geht.
„ Ein glücklicher Mensch hat sich noch nie zum Störenfried hergegeben, Krieg gepredigt oder einen Neger gelyncht. Eine glückliche Frau nörgelt nicht an Mann und Kinder herum, kein glücklicher Mann hat jemals einen Mord oder Diebstahl begangen."
Damit ist ein wichtiges Ziel der antiautoritären Erziehung in Summerhill angesprochen: Der Gemeinschaftssinn. Ein gutes Mitglied der Gesellschaft zu sein, zählt für Neill am meisten. Sein Erziehungsziel ist ein auf Toleranz beruhender Umgang mit anderen Menschen, und sich in die Situation des anderen versetzen zu können. Aufgrund seines Menschenbildes gehört für Neill zur eigentlichen Bestimmung des Menschen, im Einklang mit sich selbst, seiner näheren Umgebung und der Welt zu leben. Danach soll die Welt verändert werden, dass der Einklang des Menschen mit der Welt aus dem Einklang des Menschen mit sich hervorgeht - ein Verhältnis, das sich nicht von selbst durchsetzt, sondern durch eine bewusste Veränderung und durchdachte Gestaltung der Erziehung aufgebaut werden muss. Zur Frage wer und wie man die Welt verändern soll, nimmt Neill keine Stellung.
Was könnte es für ein besseres Erziehungsziel geben, als ein erfülltes Leben. Darunter versteht aber jedes Individuum etwas anderes. Aber Neill lässt ja auch den Weg zu einem erfüllten Leben offen. Mit dem was er unter Glück versteht, bin ich einverstanden und halte es auch für sehr sinnvoll. Im Gegensatz zu ihm, glaube ich aber nicht, dass es so etwas wie dauerndes Glück gibt. Tod Unglück und Leid kann alle Menschen aus der Bahn werfen. Ich denke, da kann die Erziehung noch so gut gewesen sein. Solche von tiefer Trauer und Hoffnungslosigkeit geprägte Lebensabschnitte lassen sich für mich nicht mit Glück vereinbaren. Ich glaube auch, dass jeder Mensch einmal Lebenskriesen durchmacht (nicht unbedingt im Zusammenhang mit Tod oder Unheil), in denen er das Glück auch nach Neills Interpretation verliert. Aber ich glaube, man kann das Glück immer wieder von Neuem finden und man muss immer dran bleiben. Damit auch das Glück nicht Gewohnheit wird. Mir gefällt auch sehr, dass ein älterer Mann, wie Neill, den Kindern mitgeben möchte, dass sie die Wlt hier und jetzt verändern können. Sonst hört man von älteren Menschen meistens nur, dass es sowieso keinen Sinn habe aber wenn man jung sei, dann glaube man noch man könnne die Welt verändern. Ich würde etwas mehr Enthusiasmus bei älteren Menschen sehr schätzen und ich hoffe ich kann Kindern auch mit 50 noch sagen, dass es Menschen braucht die etwas ändern wollen. Schwierig finde ich, Kinder auf unsere Gesellschaft vorzubereiten. Denn damit man in der Gesellschaft gut leben kann, muss man oft Dinge erfüllen, hinter denen ich nicht stehen kann und die ich daher auch nicht empfehlen kann. Z.B. will ich Kindern nicht mit auf den Weg geben, dass es gut ist, wenn man viel arbeitet und eine gute Arbeit hat. Das bringt wohl Ansehen in der Gesellschaft, ist aber nicht die Bestimmung aller Menschen. Es sollen auch andere Platz haben. So ist auch wichtig, dass man dem Kind, wie Neill, Selbstvertrauen gibt.
3. Die Antiautoritäre Erziehungskonzeption
Der antiautoritären Erziehungskonzeption Neills, geht es vor allem um die Befreiung der Pädagogik von Intoleranz und moralischem Zwang einer autoritären Erziehungspraxis. Sie richtet sich gegen Erziehungs- und Bildungsmassnahmen, denen es um die Formung des Menschen im Sinne bestimmter weltlicher oder religiöser Ideologien geht.
3.1. Abwesenheit von Macht und falscher Autorität
Im folgenden Kapitel schreibe ich weniger über den Begriff Autorität, als viel mehr über die Erziehungspraxis Neill’s, die sich diesem Problem annähert.
Es liegt in unserer menschlichen Natur, dass der Erzieher meist nur schon durch seine Grösse dem zu Erziehenden überlegen ist, da jener meistens der jüngere ist. Schon vom ersten Atemzug an, kommt der Mensch in Verhältnisse, in denen ihm Personen begegnen, die ihm von Anfang an überlegen sind. Obwohl Neill diese anfängliche Überlegenheit zwischen Erzieher und Zögling realisiert, fordert er die prinzipielle Gleichheit und Gleichberechtigung beider Seiten. Der Vater soll nicht „Herr im Hause" sein, sondern er soll der Tochter/dem Sohn ein Kamerad sein. Unter Gleichheit versteht Neill, dass der Erzieher wie auch die zu Erziehenden, auf der selben Stufe stehen und dass sie Achtung von der Persönlichkeit und der Individualität des Gegenüber haben. Die Ungleichheit in der Eltern - Kind Beziehung bezüglich dem Wissens und Erfahrungsvorsprungs des einen betrachtet er als eine grundsätzliche veränderliche Grösse. Neill meint damit, dass der Erwachsene diese Position nicht verschärfen und das kindliche Minderwertigkeitsgefühl nicht vertiefen darf, gerade weil er in der stärkeren Position ist.
„Summerhill ist dann antiautoritär, wenn unter Autoritär die Herrschaft der Erwachsenen über die Kinder verstanden wird."
Auch weil Neill jegliche Machtausübungen durch Gewalt und Strafen ablehnt, nennt man seine Erziehung antiautoritär. Damit meint er aber nicht, dass der Erzieher alles bejahen muss , was das Kind tut, aber für seine Fehltritte wird es nicht als Person abgelehnt, beurteilt oder bestraft. Unerwünschte Taten des Kindes bestehen z.B. darin, dass ein Kind sich in Gefahrensituationen begibt, vor denen der Erwachsene es zu schützen hat.
„ Natürlich gibt es Grenzen der Ungezwungenheit. Wir können einem sechs Monate alten Baby nicht erlauben, selbst herauszufinden, dass eine Zigarette weh tun kann. Aber auch da sollte man die Gefahr ohne viel Aufhebens beseitigen."
Dann hat das Kind zunächst auch andere Werte als Erwachsene. Naturgemäss muss man dem Kind, dessen Weltkenntnis beschränkt ist, viele Regeln des Verhaltens mitteilen, ohne die das Kind anstossen würde. Dabei ist es für Neill durchaus weniger wichtig, ob diese Regeln, bei denen der oben erwähnte Sicherheitsschutz durchaus inbegriffen ist, richtig oder mit Tabus belegte Auffassungen sind. Entscheidend für Neill ist die Achtung der Persönlichkeit, in körperlicher wie in geistig-seelischer Beziehung. Ein anderer Mensch darf weder in seiner Freiheit eingeschränkt noch beleidigt oder in einer anderen Weise in Verlegenheit gebracht werden. Neill’s Schule Summerhill „ Ich erlebte, wie manches Kind, das zu Hause sagen konnte, was es wollte, von anderen Familien abgelehnt wurde. (...) Ausgestossen zu sein ist eine schmerzhafte Strafe. Deshalb müssen die Tabus der Aussenwelt beachtet und das Kind entsprechend geleitet werden. Doch muss diese Anleitung ohne Strafe und Tadel erfolgen."
Ein anderes Beispiel in dem Neill Rücksichtnahme lehrt, ist die ungezwungene Bejahung des menschlichen Körpers, die seiner Meinung nach in jeder Familie bestehen sollte, die aber nicht von allen Menschen akzeptiert wird.
„ Nacktheit sollte niemals bekämpft werden. Das kleine Kind sollte seine Eltern von Anfang an nackt sehen. Wenn das Kind alt genug ist, sollte man ihm aber sagen, dass manche Menschen nicht gerne nackte Kinder sehen und sie deshalb in Anwesenheit solcher Menschen Kleidung tragen sollen."
Durch diese Abwesenheit von Macht und falscher Autorität, will Neill vor allem eine Erziehung ohne Angst erreichen. Er glaubt auch, dass die Kinder, wenn sie selber verstehen und erfahren, warum man etwas nicht tun darf, diese Regeln auch viel lieber einhalten als erzwungene. Daher denkt er, dass eine antiautoritäre Erziehung schlussendlich mehr Früchte trägt, als viele Vorschriften. Die einzige „Autorität" in Summerhill ist die Schulversammlung. Darin wird über alles geredet, da werden auch die Nachtruhezeiten festgelegt, wie auch Probleme, die auftauchen werden besprochen. Neill gibt sehr viel auf diese Versammlung. Er sagt, dass die Kinder, auch schwierige, sehr auf die Meinung der Schulversammlung hören, weil sie auf die Liebe und Anerkennung der anderen sehr viel Wert legen.
Mir gefallen die Ideen Neills sehr gut. Ich gehe mit ihm einer Meinung, dass Kinder vor körperlichen Gefahren geschützt werden sollen, der Erwachsene seine Überlegenheit aber nicht ausnutzen darf. Schon oft schmerzte es mich, wenn ich mit ansehen musste, wie Erwachsene auf Grund ihrer bevorzugten Position, ihre Macht ausgenutzt haben und Kinder unterdrückten. Ich glaube aber auch, dass Erwachsene vor allem dann auf solch schlechte Mittel wie z.B. Gewalt zurück greifen, wenn sie am Anschlag sind. Ein Kind schlagen, dass ist eine Tat aus Verzweiflung und eigener Schwäche. Das tut man, wenn man keinen anderen Ausweg mehr sieht. Das macht dann oft auch den Unterdrücker sehr unglücklich, da er von Gewissensbissen geplagt wird. Ich glaube, dass ein Mensch ohne Macht und falsche Autorität „erziehen" kann, muss er sich das ganz bewusst überlegen und das auch wollen. Denn ich bemerke nur schon bei mir, wenn ein Kind sich total daneben benimmt, dann kommt mir auch der Gedanke, ob ich das Kind „rauswerfen" soll, dann hätte ich Ruhe und das Problem aus den Augen. Dann kommt mir aber schnell wieder in den Sinn, dass diese Methode nur kontraproduktiv ist und ich das Problem anders angehen sollte. Ich fühle mich einem Kind keineswegs überlegen. Für mich ist ein Kind ein Mensch. Nicht mehr und nicht weniger und den gilt es zu achten. Ich glaube, dass es für ein Kind sehr wichtig ist, gewisse Freiheiten zu haben, damit es sich selbstständig zu einer Persönlichkeit entwickeln kann. Schwierig finde ich es, dem Kind meine eigene Lebensphilosophie nicht beinahe aufzudrängen. Schon oft wurde mir gesagt, es sei schlimm, dass mir die Religion meiner Eltern anfangs so aufgezwungen wurde. Da entgegnete ich, dass ich mich ja zuerst selber dafür entschieden habe und mich niemand dazu zwang. Wenn Eltern von etwas überzeugt sind, so können sie das vor ihrem Kind nicht verheimlichen. Es ist auch klar, dass sie sich wünschten ihr Kind werde auch so. Eltern haben aber nicht das Recht, dem Kind zu „verbieten" etwas anders zu sehen als sie oder ihnen etwas so lange in den Kopf zu hämmern, bis sie nicht mehr selbsttändig denken können. Es ist klar, dass das Kind zuerst die Vorstellung der Eltern übernimmt und sie erst später hinterfragt. Dann finde ich es aber sehr wichtig, dass das Kind ohne Einbusse der elterlichen Liebe, seinen eigenen Weg suchen und gehen kann. Ich möchte meinen Kindern meine Lebensphilosophie vor allem durch vorleben vermitteln. Das ist am echtesten und was sie dann damit machen ist ihnen überlassen. Neill sagt auch, dass man den Kindern einige gesellschaftliche Verhaltensregeln erklären soll, um sie vor Anstössen zu bewahren. Mit dem Beispiel, dass Kinder sich vor Leuten die nicht gerne nackte Kinder sehen, bekleiden sollten, bin ich nicht ganz einverstanden. Ich finde, das ist das Problem dieser Leute und nicht des nackten Kindes. Denn ein nacktes Kind tut niemandem weh, es entspricht nur der Natur. Natürlich gibt es da auch eine Toleranzgrenze, die aber bei mir höher liegt (vielleicht liegt das an der Generation) . So haben sich z.B. in Zürich viele Bürger lautstark darüber beschwert, dass Homosexuelle in Zürich die Eurogames (Sportanlass von Homosexuellen organisiert) veranstalten durften. Sie fanden es eine Schande, konnten es nicht mit ansehen, wenn zwei Männer sich küssten und glaubten Zürich komme so zu einem Slum herunter. Da finde ich z.B. auch, dass das Problem bei diesen Menschen liegt und sich die Homosexuellen nicht zu ändern brauchen. Die Schulversammlung finde ich toll. Ich glaube, das so etwas das Beste ist, um die Kinder spüren zu lassen, dass sie gleichrangig wie wir sind. In meiner Klasse möchte ich das auch so haben, dass die Kinder selber sagen, wie sie auf ein Problem reagieren wollen und welche Klassenregeln sie haben möchten. Ich bin überzeugt davon, dass die Kinder diese Verantwortung bestens alleine tragen können.
3.2. Der Antiautoritäre Autoritätsbegriff:
A.S. Neill wird oft mit dem Begriff Antiautoritär gleichgesetzt. Das möchte ich hier nun näher betrachten. Wenn bis jetzt in dieser Arbeit von „antiautoritärer Erziehung" gesprochen wurde, so deshalb, weil Neill grundsätzlich und konsequent autoritäre Erziehungskonzepte verneint. Es wurde nämlich wiederholt betont, dass sein Erziehungskonzept alles andere als antiautoritär ist, wenn man unter „Antiautorität" den Verzicht auf jegliche Autorität versteht. Teilweise spricht Neill davon, dass sich das Kind einer notwendigen Autorität fügen muss, wobei er darunter Schutz, Fürsorge, Verantwortung der Erwachsenen versteht. Auf deranderen Seite betont er die Verneinung jeglicher Erwachsenenautorität. Man müsse dem Kind ohne erhobenem Zeigefinger zu begegnen wissen. Ausser der oben erwähnten form exisiert in summerhill keine Autorität. Nach dem bisher gesagten, kann man den antiautoritären Autoritätsbegriff in der Pädagogik Neills wie folgt definieren: "Diese Autorität beruht auf der Gleichheit von Erziehern und Edukanden, die nicht zu verwechseln ist mit den Fällen, wo Erwachsene ihre Rolle als Erzieher nicht gewachsen sind und die daher desorientiert wirkt. Erzieher und Edukand unterscheiden sich lediglich im Grad des Wissens." (aus: Summerhill, antiautoritäre Pädagogik heute)
3.3. Falsch verstandene Freiheit
Man hat das Prinzip in der Neillschen Pädagogik wiederholt von verschiedenen Seiten missverstanden; man hat es mit Zügellosigkeit verwechselt oder Neill wegen seiner angeblich zu weit gehenden Nachgiebigkeit kritisiert. Man hat z.B. gemeint, jedes Kind dürfe ungehindert tun und lassen was es wolle, obwohl Neill in seinem Hauptwerk seine Aufassung sehr genau dargelegt und die antiautoritäre Erziehung ausdrücklich von jeder Laissez-faire Erziehung unterschieden hat. „ Diesen Unterschied zwischen Freiheit und Zügellosigkeit können viele Eltern nicht begreifen. In einem Heim, in dem Disziplin herrscht, haben die Kinder keine Rechte. In einem Heim, in dem sie verwöhnt werden, haben sie alle Rechte. In einem guten Heim haben Kinder und Eltern jedoch die gleichen Rechte. Und dasselbe trifft auf die Schule zu." Zum Thema Freiheit sagt Neill: Studentin aus Summerhill „ Freiheit heisst tun und lassen zu können, was man mag, solange die Freiheit der anderen nicht beeinträchtigt wird." Diese falsch verstandene Freiheit und Zügellosigkeit wurde von vielen Eltern wie auch anderen falsch umgesetzt, was zu schlechten Ergebnissen führte. Deshalb hatte Neill, auf die Bitte seines Verlegers, ein buch zu diesem Thema geschrieben, und darin möglichst alle heiklen Fragen klargestellt. Zusammenfassend kann man sagen: Zügellosigkeit im Sinne Neills hat nichts mit Freiheit zu tun, sie ist viel mehr das genaue Gegenteil, will eine Form von Freiheit, die die Freiheit anderer beeinträchtigt. Zügellosigkeit hat sowohl etwas gemein mit übertriebener, ängstlicher Fürsorge als auch mit Vernachlässigung des Kindes. Sie ist auch nicht völlig getrennt von der autoritären Erziehung zu sehen. Beiden gemeinsam ist der Mangel an (richtiger) Liebe. Man kann Neill auch so verstehen, dass in beidem Zwang steckt, sofern es sich bei der Zügellosigkeit um Verwöhnung handelt. Die Strenge erzwingt die Unterwerfung mit Gewalt, die Verwöhnung erkauft sie; ob sie das Kind mit Materiellen Dingen überschüttet oder ihm durch Nachgiebigkeit alle Schwierigkeiten aus dem Weg räumt - immer wird es in Abhängigkeit gehalten und seiner Möglichkeiten zur freien Entscheidung beraubt.
Ich finde es sehr, sehr wichtig, dass man Zügellosigkeit und Neills Pädagogik nicht gleich stellt!! Es wäre schade, um all die guten Ideen Neills. Beim Beispiel der Zügellosigkeit kommt mir immer die Geschichte in den Sinn, die mir meine Mutter, als ich etwa 13 war erzählte: In der Migros standen einige Leute zum Bezahlen in der Schlange. Ein kleiner Knabe war mit seiner Mutter unterwegs und etwas ungeduldig. Da fuhr er mit dem Einkaufswagen einer anstehenden Frau in die Fersen. Zuerst dachte die Frau, es sei ein Versehen. Als das Kind dann immer und immer wieder zustiess, sagte die Frau, er solle sofort damit aufhören. Das gefiel dem Kleinen und er machte immer weiter, bis die Frau blutete. Alle Leute schauten nun auf die Mutter. Sie aber tat, als ginge sie das nichts an. Da sagte jemand aus der Reihe: „Könnten sie nicht einmal ihr Kind zurechtweisen?" Da sagte die Mutter: „Wir erziehen unser Kind antiautoritär. Es macht es schon richtig. Wir sagen ihm nie etwas." Da kam ein Mann aus den hinteren Reihen und leerte ein Glas Honig, das er gerade kaufen wollte, über die verblüffte Mutter. Diese schrie ihn an, aber er sagte nur: „ Mir hat nie jemand gesagt, dass das nicht alle mögen." Diese Geschichte hat mich sehr beeindruckt und ich dachte von da an, antiautoritäre Erziehung sei etwas Schlechtes. Bis ich dann begonnen habe zu differenzieren, zwischen verschiedenen Auslegungen von Antiautoritärer Erziehung. Deshalb ist es mir sehr wichtig, dass Neill’s Erziehung nicht mit Zügellosigkeit gleichgesetzt wird.
4. Neills Erziehungsgrundsätze im Überblick
Dieser Überblick soll zur Ergänzung der vorangehenden Kapitel benutz werden und zur kurzen Übersicht von Neills Erziehungsgrundsätzen dienen.
Freiheit: Jeder Mensch kann sein Leben nach eigenem Willen gestalten und sich frei entfalten. Aber man ist nur frei, solange man damit nicht die Freiheit anderer einschränkt. ®gegenseitige Achtung Ich finde es wichtig, dass hier von Zügellosigkeit unterschieden wird. Ich bin auch der Meinung, dass ein Kind frei sein sollte, ihm aber auch bewusst gemacht wird, wenn es die Freiheit anderer einschränkt.
Zerstörungstrieb: Das Kind hat keinen Sinn für Eigentum und Wert. Es kennt keine antisoziale Bedeutung. Sie zerstören nicht böswillig, sondern unbewusst. Das Kind ist von Natur aus gut. Das sehe ich auch so. Oft ist es einem Kind gar nicht recht, wenn es einem anderen etwas zerstört hat und es beginnt aus Hilflosigkeit zu weinen.
Geld: Das schränkt die Phantasie ein. Selbst herstellen statt kaufen. Nicht sparen, die Kinder leben heute, nicht morgen. Ein gewisses Mass ansparen finde ich gut, damit das Kind auch in harten Zeiten mit weniger Geld auskommen kann. Möglichst viel selber machen bringt auch Kreativität.
Religion: Keinen Religionsunterricht in Summerhill. Die Kinder können nichts daraus lernen. Man lernt nur zu leben, indem man lebt, nicht indem man vom Leben anderer hört. Gott = Autoritätsperson! „Wir leben jetzt, müssen die Welt hier verbessern und uns nicht aufs Paradies vorbereiten." Religionsunterrich in der Schule verneine ich auch. Ich glaube aber, dass eine Religion einem Kind auch etwas bringen kann, wenn es nicht eine strafende Religion ist. Das Kind hat einen Gesprächspartner und hat das Gefühl, ihm alles erzählen zu können, auch Geheimnisse. Das Kind muss aber seine eigene Religion finden.
Lügen: Ein Kind lügt nur aus Angst oder Nachahmung. Notlügen sind erlaubt! „Wir lügen, weil man uns beigebracht hat, nach unerfüllbaren moralischen Normen zu leben." Notlügen sollten nicht notwendig sein. Ein Kind sollt alles erzählen können.
Verantwortung: Ein Kind soll möglichst viel Selbstverantwortung tragen, solange körperliche Sicherheit gewährleistet ist. Einer notwendigen Autorität muss das Kind sich fügen: Krankheit, Feuerschutz, Medizin... Eine Herausforderung für die ErzieherInnen, den Kindern die Verantwortung auch abzugeben. Ich finde es sehr wichtig.
Gehorsam: „Warum müssen Kinder gehorchen? Sie müssen gehorchen, damit der Wunsch der Erwachsenen nach Macht befriedigt wird!" Besser ist: Nehmen und Geben: z.B. Du kannst diesen Schmutz nicht ins Wohnzimmer bringen." Geh hinaus Papi, ich will nicht, dass du in meinem Zimmer bist." Gehorsam ist nur in jenen Fällen angebracht, in denen ein Kind der Freiheit eines anderen schadet, oder in Todesgefahr ist. Da neigen die Erwachsenen schnell dazu, Gehorsam zu verlangen und respektieren aber die Ansprüche des Kindes nicht. Sehr gut finde ich , wenn beide „gehorsam" sind.
Disziplin: Mittel zum Zweck: JedeR will soziale Anerkennung ®man verhält sich diszipliniert. Disziplin im Orchester: Alle gehorchen ® Alle wollen ein gutes Spiel Ich finde es sehr wichtig, dass Disziplin durch Einsicht hergestellt wird und nicht weil man das einfach jetzt will.
Belohnung: Überflüssig und negativ: Einen Preis für etwas zu geben, erklärt, dass die Tat keinen Wert hat. Ein Künstler arbeitet nicht für finanzielle Entlohnung, er wird durch die schöpferische Freude belohnt. Belohnung nicht notwendig, ist auch gefährlich, wer wird belohnt, wer nicht?
Strafe: Strafe ist für das Kind schädlich, wenn eine moralische Komponente dazu kommt. Strafe ist immer ein Akt des Hasses. Nach einer Strafe ist das Kind zwar lieb, aber unecht. „Ich möchte, dass Papi tot umfällt. ®was bin ich für ein schlechter Mensch!" Reue treibt das Kind nur scheinbar zärtlich zu Vaters Knie. Im Innern ist Hass ®Teufelskreis Bei freierzogenen Kinder ist der Hass nicht nötig, weil es den Hass nicht durchlebt. Jedes Mal wenn du mich schlägst oder beisst, schlage ich zurück. ®keine Strafe, nur notwendige Lektion Ich möchte mit den Kindern reden, wenn sie etwas Dummes gemacht haben. Ich möchte, dass wir gemeinsam bestimmen, was die Konsequenzen sind. Strafen ist die Machtposition ausnutzen.
Spielzeug: Möglichst wenig, damit die Phantasie nicht verloren geht. Viel Spielzeug aus natürlichen Matrialien und Die Natur als „Spielzeug"!
Sexuelle Aufklärung: Eltern sollen wahrheitsgemäss nur die unmittelbar gestellte Frage, ohne nebensächliche Details erklären oder beantworten. Ich glaube, wenn man von Anfang an natürlich damit umgeht, kann gar nie ein peinlicher Moment kommen. Sexualität sollte von Anfang an kein Tabu- Thema sein.
Schlusswort Ich konnte durch diese Arbeit sehr viel lernen. Ich bin begeistert von den Ideen und Überlegungen Neill’s. Seine Gedanken halfen mir auch sehr, mich mit dem Thema Erziehung intensiv auseinander zu setzten.
Leider bin ich erst jetzt, da ich meine Arbeit fertig habe, im Internet auf die Homepage von Summerhill gestossen. Sie hat mich sehr angesprochen und man spürte, wie wichtig es der Schule ist, weiterhin zu existieren. (Es wurde viel geschrieben über den Streit mit der Regierung die Summerhill schliessen wollte. Ich habe nicht alles verstanden, da es Englisch geschrieben ist, aber sie haben den Streit gewonnen, Summerhill lebt!!) Ich habe mich nun per e-mail mit ihnen in Verbindung gesetzt und hoffe auf eine Antwort. Ich würde gerne mit einem/ einer SchülerIn aus Summerhill in „e-mail Kontakt" treten, um zu erfahren, was sie von Summerhill halten und wie es heute dort aussieht. Die Schule scheint sich der Zeit angepasst zu haben, da die SchülerInnen sich gut mit Computers auskennen und auch die bilder machen einen moderneern Eindruck als der Film. Nun, nachdem ich mich mit den Grundsätzen Neills auseinandergesetzt habe, möchte ich nun auch die Umsetzung heute betrachten. Wenn ich direkt Kontakt zur Schule habe, verfälscht sich das Bild sehr wenig und ich kann mir ein gutes Bild machen. Darüber könnte man gleich eine neue Arbeit schreiben... Plakat der Kampagne zur Erhaltung Summerhills Für mich ist das Thema Summerhill also noch nicht abgeschlossen. Ich werde mich weiterinformieren und Neills Pädagogik wird mir immer wieder in den Sinn kommen, wenn ich „Erziehungsprobleme" habe.
Quellenangabe:
· Summerhill: Antiautoritäre Pädagogik heute; Peter H. und Ludwig; Beltz Verlag Weinheim und Basel,1997 · Summerhill: Pro und Contra; Hart, Harald H. ; Max Rafferty und andere; Rowohlt Taschenbuchverlag, 1971 · Das Prinzip Summerhill: Fragen und Antworten, Erfahrungen, Ratschläge; Neill, Alexander Shuterland; Rowohlt Taschenbuchverlag, 1971 · Bildnachweis: Aus der Internethomepage von Summerhill
Summerhill...
Arbeit zitieren:
Rahel Häsler, 2000, A.S. Neill und seine Schule Summerhill als Beispiel der Antiautoritären Erziehung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
'Teenager außer Kontrolle – letzter Ausweg wilder Westen' – An...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Seminararbeit, 19 Seiten
Das lebensweltorientierte Konzept nach Hans Thiersch
Lebensweltorientierung - Gesch...
Hausarbeit, 27 Seiten
Das Prinzip "Summerhill": antiautoritäre Erziehung
Studienarbeit, 22 Seiten
Arme Kinder im reichen Deutschland und die daraus resultierenden Anfor...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 20 Seiten
"Carpe Diem" - Erlebnispädagogik als Bildungskonzept und Per...
Examensarbeit, 60 Seiten
Zu: "Emile oder über die Erziehung" von Jean-Jacques Roussea...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Referat (Ausarbeitung), 9 Seiten
Neue Medien im Englischunterricht
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hauptseminararbeit, 28 Seiten
Antiautoritäre Erziehung - Das Leben und Schaffen Alexander S. Neills ...
Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Hausarbeit, 18 Seiten
Was bedeutet 'antiautoritäre Erziehung' in der Schule Summerhi...
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Seminararbeit, 18 Seiten
„Antiautoritäre Erziehung“ in der Schule Summerhill
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 27 Seiten
Klassenkampf und Anale Phase - Die Antiautoritären Kinderläden und i...
Pädagogik - Geschichte der Päd.
Hausarbeit, 22 Seiten
Der Zusammenhang zwischen der Ausbildung von Resilienz und innerfamili...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Diplomarbeit, 148 Seiten
Die antiautoritäre Erziehung am Beispiel der Summerhill School von A.S...
Mit einem kritischen Vergleich...
Pädagogik - Geschichte der Päd.
Hauptseminararbeit, 20 Seiten
Erziehungslager als sinnvolles...
Seminararbeit, 17 Seiten
Soziale Arbeit in Zeiten der Globalisierung - Die disziplinäre Diskuss...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 34 Seiten
Rahel Häsler hat den Text A.S. Neill und seine Schule Summerhill als Beispiel der Antiautoritären Erziehung veröffentlicht
Rahel Häsler hat einen neuen Text hochgeladen
Ingo Matthias hat den Text A.S. Neill und seine Schule Summerhill als Beispiel der Antiautoritären Erziehung kommentiert
Angelika Müller
Wissenschaftlicher Stil fehlt.
Ich wählte diese Arbeit aus, da ich hinter dem Begriff "Semesterarbeit" eine fachwissenschaftlich richtige und gute Arbeit vermutete.
Leider wurde ich schon beim Lesen der ersten Seiten enttäuscht.
Sprache und Satzbau sind sehr laienhaft, die eigene Meinung des Autors vermischt sich mit der Wiedergabe von Neills Gedanken. Jeder zweite Satz beginnt mit "ich finde auch, ich denke auch...". Persönliche Erlebnisse oder Meinungen gehören an den Schluss einer Arbeit und nicht mitten unter die wissenschaftliche Tatsachenvermittlung. Bis auf Kleinigkeiten kann ich die Arbeit für meine Bedürfnisse leider nicht verwenden.
am Tuesday, January 16, 2001-
Anonym
Wer hat von wem abgeschrieben?.
Die Informationen in dieser Arbeit sind zwar gut. Aber die Selbe Arbeit ist unter dem Namen "Summerhill: von Melanie Aschert", ebenfalls bei Hausarbeiten.de, momentan auf Seite 43 unter Pädagigik, veröffentlicht.
am Tuesday, July 10, 2001-
Ingo Matthias
A.S.Neill.
Grauenhaft! Gleicht eher einem Besinnungsaufsatz. Naiv. Persönliche Erlebnisse und Befindlichkeiten des Autors interessieren mich nun wirklich nicht.
am Monday, September 10, 2001-