Der Raum- und Zeitbegriff bei Kant
von Julia Mann
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung - Der Kantische Raum S. 1
2. Die metaphysische Erörterung S. 1
3. Die transzendentale Erörterung S. 6
4. Schlüsse aus dem obigen nach Kant S. 7
5. Der Raum aus heutiger Sicht S. 8
6. Die Kantische Zeit S. 10
6.1. Die metaphysische Erörterung S. 10
6.2. Die transzendentale Erörterung S. 11
6.3. Schlüsse aus obigen Begriffen S. 12
7. Schluß S. 13
Literaturverzeichnis S. 14
1. Einleitung - Der Kantische Raum
In dieser Arbeit soll der Raumbegriff Kants erläutert werden. Hierzu dient der Abschnitt "von dem Raume" der "transzendentalen Ästhetik" aus der "Kritik der reinen Vernunft". Zuerst möchte ich versuchen Kants Sichtweise der Dinge darzulegen und diese dann auch kritisch zu durchleuchten. Und zu prüfen.
Unter dem Begriff Raum läßt sich vielerlei verstehen, so zum Beispiel auch bei Kant, der hier vor allem den Raum als Anschauungsform behandelt. Für Kant geht es im Wesentlichen dabei um das Problem der Erkenntnis. Wodurch erlangen wir Erkenntnis? Durch Wahrnehmung, die uns durch unsere Sinnlichkeit möglich gemacht wird. Diese Sinnlichkeit benötigt jedoch eine Form, durch die wir die Dinge wahrnehmen, d.h. anschauen können. Hierbei kommen für Kant die Begriffe Raum und Zeit zum Zug. Kant unterteilt seinen Versuch einer Erörterung des Begriffes des Raumes in zwei Teile: die metaphysische und die transzendentale Erörterung.
In der metaphysischen Erörterung versucht der Philosoph den Begriff des Raumes zu erklären, was ihn a priori ausmacht, d.h. welche Eigenschaften dem Raum zukommen. Die transzendentale Erörterung beinhaltet für Kant eine Erklärung eines Begriffes auf transzendentalen Ebene, d.h. als reiner Begriff, der allgemein gültig ist und andere Schlüsse zuläßt. Gliederungstechnisch werde ich versuchen, mich so nahe wie möglich an Kant zu halten. Daher werde ich ebenfalls mit der metaphysischen Erörterung des Begriffs vom Raum beginnen.
2. Die metaphysische Erörterung
In der ersten Erörterung des Raumbegriffs bezieht Kant sich auf vier grundlegende Beweise zur Klärung des Problems.
1. Kant stellt fest, daß die Vorstellung des Raumes schon vor jeder Empfindung vorhanden sein muß, damit wir diese überhaupt wahrnehmen können. "Denn damit gewisse Empfindungen auf etwas außer mich bezogen werden, dazu muß die Vorstellung des Raumes schon zum Grunde liegen" Empfindungen entstehen dadurch, daß wir durch Dinge affiziert werden, die sich irgendwo im Raume, außer an unserem Standpunkt, befinden. Damit wir also überhaupt wahrnehmen können, daß etwas "außer uns" sich befindet, muß es einen Raum geben, in dem diese Dinge sich vorher befinden, genauer: die Vorstellung von einem Raume muß uns irgendwie gegeben sein. Daraus folgert Kant, daß nicht durch Erscheinungen, die wir im Raume wahrnehmen, eben dessen Vorstellung entstehen kann, sondern daß eben Erscheinungen im Raume nur möglich sind, wenn wir diese Vorstellung schon haben. Die Erscheinungen sind in ihrer Existenz abhängig vom Raum und nicht umgekehrt.
Kant behauptet, daß die Vorstellung vom Raum "nicht aus den Verhältnissen der äußeren Erscheinung durch Erfahrung erborgt sein (kann), sondern diese äußere Erfahrung ist selbst nur durch gedachte Vorstellung allererst möglich." Hierbei untersucht Kant jedoch nicht, oder kann auch nicht untersuchen, wie wir zu dieser Raumvorstellung kommen. Es ist mit der Erklärung nicht gesagt, daß wir nicht doch die Raumvorstellung mit der ersten Erfahrung, oder Wahrnehmung, die wir machen, in uns aufnehmen, sozusagen eingeimpft bekommen. Denn dann wäre die Raumvorstellung nicht unbedingt vor "jeder" Erfahrung zugrunde liegend, sondern doch eben ein Begriff der Empirie.
2. Kant bezeichnet die Tatsache, daß [...]
Arbeit zitieren:
MA Julia Mann, 1999, Der Raum- und Zeitbegriff bei Kant, München, GRIN Verlag GmbH
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